Müll reduzieren in der Küche – Teil 1.

Plastikvermeidung in der Küche ist eine richtige Herausforderung. Nicht alles kann auf einmal umgesetzt werden, aber dass ich auch hier konsequent dieses umweltbelastende Material verbannen möchte, war von Anfang an klar.

Mein Weg im letzten halben Jahr war durch viele kleine Schritte gekennzeichnet, die langsam aber sicher in der Zwischenzeit einen deutlichen Erfolg gezeigt haben.

Auch in der Küche war mir wichtig zuerst dort hinzuschauen, wo ich Dinge aus Plastik oder mit Plastikverpackung verwende, bei denen nicht nur die Verpackung Müll ist, sondern die auch selbst im Grunde von Anbeginn nur für den Müll bestimmt sind.

Mein Anliegen ist es, Müll erst gar nicht entstehen zu lassen und wirkliche Alternativen statt Ersatzprodukte zu suchen, die dennoch Papier- oder anderen Müll verursachen.

Heute möchte ich Euch über die möglichen Alternativen für den Abwasch mit der Hand berichten.

Bis dahin hatte ich Plastikschwämme mit einer Kratzseite und Spültücher aus Kunststoff in Verwendung. Auch meine Abwasch- und meine Flaschenbürste waren beide aus Kunststoff.

Um eine rasche, kostengünstige Lösung mit Alternativen zu haben, die sich bereits im Haushalt befinden, habe ich die Schwämme und die Spültücher aus Kunststoff sofort durch Waschhandschuhe ersetzt. Davon hatte ich noch Unmengen aus der Zeit, als die Kinder sehr klein waren.

Wir waren beide sofort sehr begeistert! Die Waschlappen fühlten sich so viel besser an als alles, was wir bisher verwendet haben!

Spültücher

Ich hatte auch einige Waschlappen, die nur einfach genäht waren. Die haben uns noch mehr zugesagt als die üblichen Waschhandschuhe. Also habe ich mich hingesetzt und genäht.

benötigt werden:
1 Nähmaschine, alte Handtücher, Nähseide, 1 Schere und 1 Stunde Zeit

Aus den alten Handtüchern, die stellenweise bereits zerschlissen waren, habe ich Tücher in der Größe 24 x 44 zugeschnitten. Einmal falten und dann an 2 1/2 Seiten der 3 offenen Seiten zunähen. Wenden, eine Schlaufe in die Öffnung stecken (dafür habe ich den Rand von einem Handtuch verwendet) und dann einfach zunähen.

Verwendet habe ich irgendeine Nähseide, die aufgrund der Farbe im Grunde unbrauchbar war.

Nach einer Stunde hatte ich 9 Spültücher genäht und war sehr zufrieden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen und Spaß gemacht hat es auch.

Abwaschtuecher_quer

links im Bild sind die selbst genähten und rechts die „professionelle“ Variante aus dem Bestand zu sehen. Alles schon etwas mitgenommen von zahlreichen Abwäschen…


Spülschwämme

Im Internet habe ich nach einer Alternative für die Spülschwämme gesucht und gefunden. Aus Resten von Baumwollgarn habe ich verschiedene Varianten gestrickt und gehäkelt.

Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und funktioniert sehr gut.

Weil man die Spülschwämme selbst macht, kann man die Größe auch selbst bestimmen.

Abwaschschwaemme_quer

gekaufte Alternativen zu Plastik beim Abwasch

Nicht für alles sind die bereits gezeigten Varianten eine Alternative. Hartnäckiger Schmutz oder Belag in Flaschen können damit nicht beseitigt werden.

In einem alten Haushaltswarengeschäft haben wir einige natürliche Alternativen gefunden, die unverpackt verkauft werden.

Abwaschbuersten_quer

Die Bürsten sind alle aus Naturborsten, bei der mit Holzgriff kann sogar nur der Kopfteil ausgetauscht werden. Für ganz hartnäckige Beläge in Töpfen haben wir einen Edelstahlschwamm.

Ökobilanz:
Für die Spültücher und Spülschwämme konnte Bestehendes (alte Waschlappen, alte Handtücher, Wollreste) verwendet werden. Kostenpunkt 0.
Der Zeitaufwand hielt sich mit 1 Stunde für das Umnähen der alten Handtücher in Grenzen und machte Spaß. Ein Spülschwamm ist in einem Abend gehäkelt oder gestrickt und zählt als Hobby für mich nicht als Arbeit.

Die 2 Flaschenbürsten haben gemeinsam unter Euro 10,– gekostet. Die Abwaschbürste mit austauschbarem Kopf kostet Euro 1,49 und die Edelstahlschwämme rd. Euro 0,50 pro Stück. Die kleine Bürste hatten wir bereits seit vielen Jahren ungenützt zu Hause.

Die gezeigten Alternativen haben wir seit rund einem halben Jahr im Einsatz, sie sehen (zumindest die gehäkelten und gestrickten) deutlich besser aus und funktionieren bestens. Müll ist in der Zeit keiner mehr angefallen, die gekauften Varianten mit den Naturborsten halten ewig und mussten bis jetzt nicht ersetzt werden.

Alte fadenscheinige Handtücher wurden durch upcycling vor dem Müll gerettet.

Die Abwaschlappen werden alle 1-2 Tage gewechselt, für mich der größte Pluspunkt – nie mehr stinkende Spülschwämme und Abwaschtücher! Bei der Wäsche fallen sie aufgrund der geringen Größe nicht ins Gewicht, das geht einfach mit.

Fazit: Eine gelungene Widerstand.ist.zweckmäßig-Aktion!

Zur Nachahmung empfohlen!

Für alle, die es nicht so mit Nähen, Häkeln und Stricken haben, sind gekaufte Waschhandschuhe eine super Alternative, Kostenpunkt rd. Euro 1,– pro Stück, am Second-Hand-Markt bekommt man sie fast geschenkt.

Recherchen haben ergeben, dass es auch Spültücher aus Baumwolle zu kaufen gibt, die Kosten betragen rd. Euro 5,– für 10 Stück.

Allerdings empfehle ich wie immer, zuerst zu Hause nachzuschauen, was es schon gibt und was man aus dem Bestand (zweckentfremdet) einsetzen kann, damit nichts Neues gekauft werden muss!

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45 Kommentare zu “Müll reduzieren in der Küche – Teil 1.

  1. Ich benutze sehr gern gestrickte und gehäkelte Spültücher, so kann ich mein Hobby noch mit dem nützlichem verbinden. Die Idee mit den Handtüchern ist auch klasse, wobei ich selten Handtücher übrig habe, da ich sie ins Tierheim gebe :o)
    Lieben Gruß von der Maus

  2. Oh, magst du die Anleitung für die Spülschwämme verlinken? Da hab ich nämlich noch keine Lösung gefunden, die für mich funktioniert, und deiner schaut vielversprechend aus!
    Freut mich, dass du auch in den Widerstand gegangen bist, ich freu mich über jeden müll- & plastikfrei Blog!
    Und dann auch noch ein Star Trek-Zitat – ich glaub, mir gefällts hier ausgesprochen gut!
    LG Zora

  3. Ich habe sehr lange nach Anleitungen gesucht und diese hier gefunden:

    * Anleitung für einen gestrickten Spülschwamm, gepostet unter Duschpouf
    http://verenas-kreatives-allerlei.blogspot.co.at/2010/06/duschpouf.html

    * der gehäkelte Spülschwamm ist hier zu finden
    http://www.dianas-hobbycorner.de/Anleitungen/Spiral_Scrubbie__Deutsch.pdf
    http://dishclothcorner.blogspot.co.at/2008/05/spiral-scrubbie.html

    Das Prinzip ist bei beiden das gleiche, mit der Länge vom Anschlag muss man sich ein bisschen spielen, bis man die passende Breite erreicht. Mein erster wurde viel zu klein.

    * Der Spülschwamm in Form eines keltischen Knotens ist von Ravelry
    http://www.ravelry.com/patterns/library/tawashi-knot

    Anmerkung:
    Ich habe die Anleitung aber nicht gekauft sondern frei Schnauze gestrickt und nach dem Bild geknotet.

    Für unsere Bedürfnisse funktioniert der gehäkelte am besten. Die beiden gestrickten gefallen mir zwar voll gut, sind aber etwas zu weich und daher nicht so effektiv.

    Viel Spaß und wenn Du noch Fragen hast, gerne!

    lg
    Maria

  4. Danke Maria für die ausführliche Antwort! Der gehäkelte hat mir auch am besten gefallen, der sieht aus, als ob er gut funktioniert. Gibt es Probleme beim Trocknen, dass er zu lange braucht und dann schnell müffelt? Wie oft wäschst du ihn?
    Bin jetzt ganz wild drauf, den auszuprobieren!
    LG Zora

  5. Ich wechsle die Spültücher alle 1-2 Tage. Die gehäkelten Spülschwämme drücke ich nach der Verwendung noch einmal gut durch mit Spülmittel und dann wird er gut ausgedrückt und aufgehängt. So kann auch er 2-3 Tage verwendet werden.

    Wichtig ist, dass Spültuch und Spülschwamm „TROCKEN“ aufbewahrt werden (also nicht zerknüllt in der Spüle liegen). Genau das Müffeln hat mich immer so gestört an den Plastikgeschwistern!

    Ich habe dazu einfach 3 Haken aus der Werkzeugkiste ins Oberkästchen oberhalb von der Spüle eingedreht. Da hängen sie zum Trocknen. Gemüffelt hat seitdem nie mehr etwas!!! 🙂

    Gewaschen werden sie mit der ganz normalen Buntwäsche.

    lg
    Maria

  6. Pingback: Mein treuer Begleiter – die Trinkflasche

  7. Das sind ja tolle Anregungen. Mir schwirrt jetzt allerdings der Kopf. Doch eines ist schon klar: die ‚alten‘ Handtücher behalte ich nun.

  8. Pingback: Müll reduzieren in der Küche Teil 2.

  9. Hallo Maria,
    einen schönen Blog hast du hier.
    Ich habe im August 2012 zum ersten Mal über die ganze Plastikproblematik und die Ausmaße der Müllmengen gelesen und gesehen.Seither versuche ich mal mehr,mal weniger erfolgreich Plastikmüll zu vermeiden.
    Sehr gut finde ich deine Anregungen,erstmal zu schauen,was man zu Hause hat.
    Auf die Idee,ausgediente Waschhandschuhe zum Abwaschen zu benutzen,bin ich gekommen,weil ich gerne Möbel feucht abwische.Irgendwann mochte ich die Microfasertücher nicht mehr nehmen,und hab einfach mal so einen alten Waschlappen genommen.Gefiel mir besser.
    Meine Mutter hat sich früher aus alten Unterhemden Spültücher geschnitten.Die kamen dann zur Kochwäsche.
    Einen Spüllappen habe ich auch mal gehäkelt,aber der ist irgenwie abhanden gekommen.Läßt es sich gut damit abwaschen?
    Deine gehäkelten Werke sehen toll aus.
    Liebe Grüße

    • Hallo Sabine!

      Danke, freut mich dass es Dir gefällt. Ich persönlich habe am liebsten die genähten Teile zum Abwaschen. Die gehäkelten Spülschwämme verwende ich nur, wenn sich etwas hartnäckiger angelegt hat, da bin ich recht zufrieden. Ich werde demnächst Nachschub häkeln, weil es auch lustig zu häkeln ist.

      lg
      Maria

  10. Pingback: selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Duschpuschel

  11. Ich trage Handschuhe beim Spülen und brauche dann weder Bürste noch Tuch, sondern schrubber den Dreck einfach mit den Handschuhen ab. Zum Oberflächenwischen hab ich Tücher, die ich als erstes wegdonnern wollte, weil sie sich so chemisch anfühlten. Überraschung: 100 % biologisch abbaubar. Deine tollen Spüllappen würden bei mir leider niemals trocken werden. Party für Bakterien. Dasselbe in der Dusche.

    • Hallo Tanja!

      Die selbst genähten Spültücher werden sehr rasch wieder trocken, da ich sie am Oberkästchen der Küche aufhänge. Außerdem wechsle ich die Spültücher täglich, da haben Bakterien kaum eine Chance.

      Gummihandschuhe (eigentlich sind es ja Plastikhandschuhe) trage ich nicht, weil ich ja Plastik vermeiden möchte.

      Aber jeder muss seinen eigenen Weg finden, wichtig ist denke ich, dass man sich damit auseinander setzt und Dinge hinterfragt.

      lg
      Maria

  12. Pingback: meine plastikfreie Küche Teil 6.

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  17. Pingback: selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Spültücher | widerstandistzweckmaessig

  18. DAAAAAAAAANNNNNNKKKKKKEEEEEEEE!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    HURRAHURRAHURRA.
    Habe eine nagelneue (??!?! 1960?)) Anker Nähmaschine mit Fußtrittbrett geschenkt bekommen und übe derweil das Nähen damit, Superproekt.
    Und gehäkelte Spülschwämme sind jawohl der Oberknüller!
    Wird alles ausprobiert und ich freue mich über Euch alle! Fühle mich hier im Allgäu manchmal wirklich unglaublich alleine mit meinem plastikfreien Leben.

    Liebe Grüße aus dem Allgäu (auch vom Kater, er zeigt mir gerade, wie ich Klopapier vermeiden könnte…würg)

    Sue

  19. Pingback: R.I.P. – ich werde dich vermissen | widerstandistzweckmaessig

  20. Eine tolle Idee.
    So könnte ich auch mein Hobby (das angenehme) mit Hausarbeit (das nützliche) miteinander verbinden und spare am Geld (wegen der Resteverwertung und tue etwas für mich und unsere Umwelt.

      • Pads für Gesichtswasser habe ich mir letzte Woche gehäkelt. Das finde ich eine gute Möglichkeit, um auch kleine Garnmengen noch sinnvoll zu verarbeiten. Wichtig ist hierbei nur, dass es 100% Baumwolle ist, damit sie waschbar sind.

        Ich habe die Anleitung hierzu auch bei Misses Hippie eingestellt. Aber natürlich teile ich sie auch gerne noch hier mit euch.

        Ihr braucht…
        1 Häkelnadel in Stärke 4,0
        Baumwollgarn aus 100 % Baumwolle (Farbe egal) – gut geeignet finde ich hier Topflappengarn, da es sich bei Bedarf auch mal auskochen lässt

        So werden sie gehäkelt…
        1) 3 Lm anschlagen und zum Ring schließen
        2) in diesen Ring 8 x Noppen aus Stäbchen häkeln, dabei zwischen jedem Noppenbüschel eine Luftmasche häkeln
        3) mit 2 Lm als Ersatz für das erste Stb beginnen und dann auf jede Lm in der 1. Runde 2x Noppenbüschel häkeln (= 16 Noppenbüschel)

        wer mag, kann jetzt noch eine Runde feste Maschen als Abschluss häkeln, dann noch die Fäden verstopfen oder vernähen und schon sind sie fertig zum Gebrauch

  21. Pingback: R.I.P. – ich werde dich doch nicht vermissen | widerstandistzweckmaessig

  22. Pingback: selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Spültücher | widerstandistzweckmaessig

  23. Hallo Maria,

    vor ca. 1,5 Jahren habe ich damit begonnen mir Spültücher selber zu stricken. Es hatte viel Spaß gemacht, und ich hatte meine älteren Baumwollreste sinnvoll verarbeiten können.
    Meine Tochter meinte nur ob das was ist?
    Und siehe da sie war und ist sehr begeistert! Ich werde keine mehr kaufen. Lieber stricke ich mir neue!!!
    Nun werde ich mich an die gehäkelten Schwämme machen, dank deiner Anleitung (Link).

    Was ich noch unbedingt loswerden muß:
    Du hast eine sehr schöne und interessante Seite.
    Danke dafür.

    LG Brigitte

    • Liebe Brigitte!

      Ich freue mich gerade wirklich sehr über Dein Kommentar! Das ist eine sehr schöne Rückmeldung für mich, da so ein Blog ja doch sehr viel Arbeit aber natürlich auch Freude macht.

      Wie schön, dass Du auch Deine Tochter „infizieren“ konntest!

      Die selbst gestrickten finde ich ja wirklich am schönsten, aber am praktischsten sind doch die aus den alten Handtüchern finde ich.

      Viel Spaß beim Häkeln!

      lg
      Maria

  24. Pingback: Müll reduzieren im Haushalt Teil 8. | widerstandistzweckmaessig

  25. Liebe Maria,
    ich bin heute auf Deinen Blog gestoßen und bin begeisert! Wir benutzen neben Spültüchern, Kupfertücher für´s ganz Grobe und sind total begeistert! Die kann man auch waschen und ewig verwenden. Das meiste geht sogar ganz ohne Spülmittel weg. Selbst auf dem Ceranfeld kann man sie anwenden.
    Ich danke Dir für Deinen tollen Blog!
    Hast Du auch eine Anleitung für die Monatsbinden eingestellt? Die würde mich sehr interessieren!
    Lieben Dank und lieben Gruß Anke

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