meine plastikfreie Küche Teil 3.

Es gibt so viel zu tun

Nach der großen Entrümpelungsaktion fehlte es in meiner Küche an allen Ecken und Enden. Ich musste Ersatz für Kochlöffel, Plastikdosen, Brotdose, Mixschüssel für den Kuchen, eine Reibe für Nüsse, Mixstab, Zitronenpresse, Messbecher und vieles mehr suchen.

Auf keinen Fall wollte ich das alles neu kaufen, das würde meinen Regeln widersprechen!

Nachdem ich – was eigentlich als Notlösung gedacht war – die Vorratsbehälter aus Glas neu gekauft habe, stand der Entschluss fest, ein Besuch am örtlichen Flohmarkt muss sein.

Der Flohmarkt – eine wahre Fundgrube

Das war die beste Idee meines Lebens, denn so ein Flohmarkt ist eine wahre Fundgrube. Die meisten Menschen wollen genau die Dinge loswerden, die ich gerne hätte! Aus Nachlässen werden so viele uralte Dinge verkauft, die großteils ohne Plastik sind. Eben weil uralt. Aber uralt ist in diesem Fall gut – ich bin im Paradies.

Sehr schnell und sehr günstig bekomme ich Holzsprudler, ein Vorratsglas für Kekse, mehrere Gläser mit Deckel, einen Messbecher aus Glas, der gleichzeitig als Mixschüssel dienen kann und vieles mehr.

Was ich hier nicht finde, suche ich im Internet bei Flohmarktanzeigen und finde die heiß ersehnten 2 Schneekesseln samt einer Bröselreibe, mit der ich auch Nüsse mahlen kann sowie ein Käsebrett samt 2 Käsemesser mit Holzgriff.

meine neue Butterdose

meine neue Butterdose

Brotaufbewahrung

Im Keller habe ich 2 große Suppenterrinen gefunden, in denen ich nunmehr mein Brot aufbewahre. Das ist insofern nicht perfekt, weil die eine Terrine unten schmal und oben breit ist (am Bild zu sehen) und die andere oben schmal ist und dafür einen Bauch hat (ohne Bild). Daher verwende ich sie hauptsächlich für Kleingebäck, das ich selbst backe.

Den perfekten Brottopf habe ich auf dem Flohmarkt entdeckt. Er ist handgetöpfert, innen glasiert und die Deckelunterseite ist unglasiert. Dadurch gibt es einen perfekten Feuchtigkeitsaustausch. Der Deckel nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Ich liebe dieses Teil, das ich um 5,– Euro erstanden habe!

umfunktionierte Terrine und Brottopf

umfunktionierte Terrine und Brottopf

Aufbewahrung von Resten und Einfrierbehälter

Nachdem ich bisher alles in den verschiedenen Plastikdosen aufbewahrt habe, stand ich also vor dem Nichts und mir ist anfangs auch nicht viel eingefallen. Ich kannte es nicht anders und mir fehlten die Ideen.

Eine erste sehr einfache Lösung fand ich in der Speiseglocke, aber darüber hinaus musste trotzdem noch ein Ersatz her.

Wieder einmal kam mir der Internetflohmarkt zu Hilfe, am Ende der Einkochsaison wurden sehr viele Einkochgläser verkauft. Schließlich habe ich 35 Gläser in verschiedenen Größen um 10,– Euro erstanden und bin damit sehr glücklich.

Zu Weihnachten haben wir darin die Weihnachtskekse aufbewahrt, fürs Raclette befand sich das marinierte Fleisch darin und auch fürs Einfrieren sind diese Gläser hervorragend geeignet. Der Glasdeckel liegt zwar nur lose auf, aber schließt ausreichend. Wenn es dichter sein soll, dann kann man eine Gummidichtung und Klammern verwenden, das war bisher aber nicht nötig.

mariniertes Fleisch in Einkochgläsern

mariniertes Fleisch in Einkochgläsern

endlich wieder Kuchen

Mein ganzes Leben lang habe ich zum Mixen von Kuchenteig ausschließlich Plastikschüsseln verwendet. Aber gerade in diesem Bereich sind die größten Belastungen durch das Plastik, weil sich durch das Mixen kleinste Plastikteile lösen und in den Kuchen übergeben. Ich darf gar nicht daran denken, es ekelt mich regelrecht.

Ebenfalls über den Internetflohmarkt habe ich daher 2 verschieden große Schneekesseln erstanden. Dazu kam der Messbehälter aus Glas vom Flohmarkt, in dem man auch mixen kann.

Es gibt wieder Kuchen – das Leben ist endlich so, wie es sein soll.

Ökobilanz:

In diesem Bereich habe ich nichts Neues gekauft, ich konnte alles auf dem Gebrauchtmarkt finden und gleichzeitig habe ich für das, was ich nicht mehr verwenden will, neue Besitzer gefunden.

Es musste nichts Neues produziert werden und es entstand kein Müll. Das finde ich ziemlich perfekt.

Verkauft wurden zahlreiche Plastikbehälter, Mixbehälter, Butterdose, Reibe, Brotdose, Tortenglocke und Zitronenpresse, weiters die große Küchenmaschine und der Dampfgarer. Vieles wurde auch verschenkt und wird daher weiterverwendet.

Durch die bisherigen Verkäufe wurden rd. Euro 200,– eingenommen, einiges liegt noch zum Verkauf bereit.

Dem gegenüber stehen der Flohmarktbesuch mit rund 40,– Euro und einiges vom Internetflohmarkt. Die 35 Einkochgläser haben 10,– Euro gekostet, die Brotdose 5,– Euro, die beiden Schneekesseln zusammen 20,– Euro, die Bröselmühle 10,– Euro.

Finanziell hat mir die Aktion sogar einen deutlichen Ertrag gebracht, den ich für weitere Maßnahmen verwenden kann.

Vor allem der Verkauf der Küchenmaschine und des Dampfgarers haben es insofern doppelt gebracht, weil ich dadurch zusätzlich viel mehr Platz in der Küche habe.

Fazit:

Eine wirklich gelungene widerstandistzweckmaessig Aktion!

Fortsetzung folgt…

Auch im Kühlschrank ist noch viel Handlungsbedarf und wie nehme ich meine Jause und mein Mittagessen in die Arbeit mit? Viele Überlegungen und ein weiterer Flohmarktbesuch standen an.


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35 Kommentare zu “meine plastikfreie Küche Teil 3.

  1. Da bin ich auch gerade dabei, es ist noch ein langer Weg bei mir. Ich muss wirklich noch einiges ersetzen, aber immer schön der Reihe nach. Mal eine Frage: Was bitte ist ein Schneekessel? Wenn ich das google, kommen so viele verschiedene Treffer, hülfe….
    Schöne Sachen hast Du gefunden, ich schau auch sehr gern auf dem Trödel und Dinge, die ich vor Jahren als Deko gekauft habe, werden nun zu neuem Leben erweckt.

    • Hallo Uta!

      Also wenn ich in den google „Scheekessel“ eingebe, kommt bei den Bilder in etwa das, was ich gekauft habe. Ist vielleicht ein österreichischer Begriff und kann daher in D vielleicht anders sein.

      Es ist so eine Halbkugel aus Metall mit 2 Griffen, mit denen man Eischnee und Kuchenteig rühren kann. Dadurch, dass diese Rührschüssel aus Metall ist, kann man auch über Dampf auf dem Kochtopf rühren.

      lg
      Maria

  2. 🙂 ich schließe mich mal an was bitte ist ein Holzsprudler?
    Toll, dass du deine Küche soweit plastikfrei hast! Der Flohmarkt ist dafür das reine Paradies! Ich hatte die letzte Zeit auch immer großen Erfolg, indem ich einfach bei alten Tanten etc. Nachgefragt habe – die haben sich gefreut dass ihr Zeug wieder weiterverwendet wird, und ich habe mich gefreut, ein Teil mit Geschichte kostenlos zu bekommen:-)
    Weiterhin viel Spaß beim plastikfreien Kuchenbacken, Kochen… und ein hoch auf deine plastikfreie Küche
    LG

  3. Ich glaube, man nennt den Holzsprudler 😉 hier einfach nur ‚Quirl‘, weil man damit etwas verquirlen kann. Ich nehme dafür ‚Schneeschläger‘, auch so ein lustiges Wort. Die habe ich in drei verschiedenen Größen aus Metall.

    Ich finde es bewundernswert, dass du so konsequent vorgehst, alles ersetzt und dann auch noch so preiswert und so, dass nichts Neues produziert werden muss.

    Liebe Grüße!

    • Hallo Franka!

      Bei uns in Ö heißen die übrigens „Schneebesen“ und die habe ich auch in 2 Größen, aber immer schon gehabt und immer schon aus Edelstahl.

      So wenig wie möglich neu zu kaufen, war für mich ein ganz wichtiger Punkt und der macht für mich fast das beste Gefühl an dieser Aktion aus.

      lg
      Maria

      • Da muss ich mir ein Scheibchen von abschneiden und vielleicht mal wieder auf Flohmärkte gehen (aber nur, wenn ich konkret was brauche) 😉

  4. Lauter lustige Gegenstände hast du in deiner Küche! Ich hab auch noch einen gefunden: „Bröselreibe“. Also ich weiß was Brösel sind und was eine Reibe ist, aber was die beiden miteinander zu tun haben, und wie so ein Ding ausschaut, weiß ich nicht. Diesen Holzsprudler hab ich davor noch nie gehört oder gesehen und selbst nach Beschreibung und Bild wüßte ich nix damit anzufangen. Echt lustig!

    • Hallo Zora!

      Wenn Du Dich ein wenig geduldest, wirst Du nächste Woche meine Bröselreibe sehen können. Wir haben sie heute verwendet und ich habe ganz viele Fotos gemacht. Das wird eine Mischung aus „plastikfreie Küche“ und „selbst.gemacht statt selbst.gekauft“ und ist für Mitte kommender Woche geplant.

      lg
      Maria

  5. Also ich zieh meinen Hut!
    Was für eine unglaubliche Aktion…alles aus Plastik raus aus der Küche…ich hab nur mal ganz verstohlen in meine Schränke geschaut…da ist eindeutig viel zu viel aus Plastik!
    Ich muss mal ganz tief in mich gehen…ob solch eine SCHÖNE Küche, wie deine, nicht auch was für UNSERE wäre!
    Ganz ♥lichen Dank für deinen Anregung meines WIDERSTANDES!
    Liebste Grüße
    Gabi

    • Hallo Gabi!

      Vielen, vielen lieben Dank für Dein Kommentar, das hat ein ganz dickes Lächeln in mein Gesicht gezaubert. Durch Dich konnte ich heute sehr deutlich spüren, es Sinn macht, hier über das zu schreiben, war mir wichtig ist.

      vielen Dank!

      lg
      Maria

    • Das fällt mir auch immer wieder auf: Plastikfreie Küchen/Bäder oder wo nur wenig Plastik zu finden ist, sehen gleich viel schöner aus.

      Durch die alten Gegenstände auch individueller. 🙂

  6. 🙂 Ich hatte bei Holzsprudler ja was echt lustiges im Kopf, aber es ist hier tatsächlich nur ein Quirl! Lach! So einen Holzsprudler möchte ich im Sommer aus derSpitze unseres Weihnachtsbaumes machen- die liegt schon zum trocknen und wartet darauf, ob Ch erfolgreich sein. Werde… Bröselreibe, stimmt, auch sehr interessant… was es in einer österreichischen Küche alles gibt… auf jeden Fall weiter so und viele Grüße

  7. Pingback: selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Backpulver

  8. Die Keramikgefäße sind das, was mir auch noch dringend fehlt. Obwohl ich nie viele PLastikbehälter hatte, habe ich noch deutliche Lücken in der Küche – die ich hoffentlich auch auf dem nächsten Flohmarkt füllen kann. Insofern hast du mir echt Mut gemacht, dass diese Suche Erfolg haben wird. 🙂

    Wenn du noch Behälter zum Aufbewahren suchst: Holzdosen kann man leicht selbst machen (Deckel mit Scharnier oder ohne) und in genau der größe anfertigen, die man braucht. Das werde ich z.B. auch für mein Brot machen – was aber momentan bei mir weniger dringlich ist, weil ich nicht so oft Brot esse und das bisschen noch gut in meine alte Keksdose passt. Holz kann man gut von alten Möbel wiederverwenden, da hat man oft dann auch gleich genug Schrauben, Scharniere etc. 🙂 Holzkisten sind auch generell sehr nützlich, für so ziemlich alles. Bei mir gibt es demnächst eine Waschkiste.

    • Hallo Stadtpflanze!

      Wenn Du „altes“ Holz verwendest, pass bitte unbedingt darauf auf, womit das Holz ursprünglich behandelt wurde.

      Nicht alle Lacke sind lebensmittel-geeignet! Gerade bei Lacken und Holzbehandlung kommen wir sehr schnell vom Regen in die Traufe, wenn wir Plastik vermeiden wollen, da einige Lacke Giftstoffe freisetzen können, wenn sie mit Lebensmitteln in Berührung kommen.

      lg
      Maria

      • Holz sollte man immer vorher abschleifen und neu lackieren – ist zwar mehr Arbeit, aber aus genau dem Grund, den du angeführt hast. UND das ist nicht nur im Bereich, wo man Lebensmittel verwendet, wichtig! 🙂

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    • Hallo Sandra!

      Ja, einfrieren in Gläsern geht echt gut. Lose Sachen sowieso wie z.B. Lauchenden aber auch Suppe oder ähnliches funktioniert.

      Je mehr Feuchtigkeit enthalten ist wie z.B. bei Suppe, desto mehr muss man aufpassen. Bei Flüssigkeit IMMER den Deckel offen lassen und erst wenn es durchgefroren ist, den Deckel schließen.

      Deinen Plastikbeitrag habe ich mir gerade angesehen, gefällt mir gut!

      Finde ich schön, dass ich Dich dazu anregen konnte.

      lg
      Maria

      lg
      Maria

      • Dankeschön für deinen Gegenbesuch und für die zusätzlichen Einfriertipps, Maria. Bis bald, Sandra

  14. Ich liebe Flohmärkte. Da ich sehr auf altes Geschirr stehe, ist es für mich immer eine wahre Fundgrube an schönen Dingen. Dass die alle so herrlich plastikfrei sind, ist ein toller Nebeneffekt. 😀 lg

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