Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 4.

In den meinen Beiträgen Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 1., Teil 2. und Teil 3. ging es darum, die eigenen Einkaufsgewohnheiten für Kleidung zu hinterfragen, den Kleiderschrank zu entrümpeln und Möglichkeiten aufzuzeigen, was man mit aussortierten Kleidungsstücken machen kann – Stichwort „Upycycling“.

Das ist nicht das Ende

Wenn wir unsere Bedürfnisse erforscht, den Kleiderschrank entrümpelt und einige alte Klamotten umgenäht haben, ist der Weg noch lange nicht zu Ende.

Wir haben hoffentlich nicht entrümpelt, damit der entstandene Freiraum gleich wieder mit neuen Klamotten gefüllt wird.

Jetzt ist es an der Zeit, die ausgewählten Kleidungsstücke zu hinterfragen, ob sie wirklich gut gewählt wurden, ob die eigenen Bedürfnisse damit abgedeckt werden können und vor allem gilt es den Praxistest zu machen.

Habe ich wirklich alles, was ich brauche?

In der Zeit nach der Entrümpelung muss die Tauglichkeit der Kleiderauswahl getestet werden. Das ist mit ein Grund, warum ich gerne ein bisschen warte mit dem Wegwerfen und die aussortierten Kleidungstücke statt dessen schwer zugängig verräume.

Wenn ich nichts davon benötige und auf alles vergesse, was ich in der „Depotkiste“ am Dachboden stehen habe, umso besser.

Sollte sich aber herausstellen, dass ich doch unbedingt das eine oder andere Teil brauche, dann kann ich es mir holen und muss nichts Neues kaufen.

Es ist gut, wenn man sich für diese Testphase Zeit läßt.
Also ich denke, dass 6 Monate ein Mindestzeitraum sind, vor allem, wenn man die Jahreszeiten berücksichtigt. Es kann auch gut länger dauern, ein Jahr wäre optimal.

In dieser Phase sollte wenn möglich nichts Neues gekauft werden, also von Strumpfhosen und Socken u.ä. abgesehen, wenn sie ein Loch haben oder zerreißen.

alle Kleiderhaken sind in einer Richtung

alle Kleiderhaken sind in einer Richtung


ergänzende Maßnahmen in der Testphase

Als Tipp für alle hängenden Kleidungsstücke möchte ich Dir empfehlen, alles mit dem nach hinten gedrehten Kleiderhaken in den Schrank zu hängen.

Immer, wenn Du ein Kleidungsstück getragen hast, hänge es nach dem Waschen mit dem nach vorne gedrehten Kleiderhaken in den Schrank.

So siehst Du sofort, welche Kleidungsstücke Du in dem Zeitraum des Praxistests NIE getragen hast.

Auch für liegend aufbewahrte Kleidungsstücke ist es sinnvoll, Vorbereitungen zur Sichtbarmachung von Schrankleichen zu treffen, allerdings ist das wesentlich schwerer und braucht mehr Platz. Perfekt wäre es, wenn man durch die Entrümpelungsaktion ein ganzes Fach frei bekommen hätte und alles, was aus der Wäsche kommt, darf in dieses Fach. So bleibt am ursprünglichen Platz nur übrig, was nie getragen wird. Ich finde, das ist die eleganteste Lösung.

Wer es lieber radikal mag, räumt den gesamten Kleiderschrank leer und verstaut alle Kleidungsstücke an einem alternativen Platz z.B. in einem Regal oder in einer Box. Nur was getragen wird, darf wieder in den Schrank zurück.

Eine platzschonende, aber arbeitsintensive Methode ist, in jedes Kleidungsstück z.B. vorne am Kragen lose einen Faden einzunähen. Wenn das Kleidungsstück getragen wird, dann kann man den Faden einfach herausziehen. Alle Kleidungsstücke, die am Ende des Testzeitraums noch immer einen Faden haben, wurden in der Zeit nie getragen.

Ich habe eine ähnliche Methode in der Küche angewendet, um zu testen, welche Töpfe und Backformen ich verwende. Dazu habe ich auf alles, was ich hinterfragen wollte, kleine gelbe Zettelchen geklebt.

und was kommt dann?

Am Ende der Testphase wird noch einmal entrümpelt und alles, was in dem Zeitraum nicht getragen wurde, fliegt erbarmungslos raus.

Wichtig ist für mich zu hinterfragen

* warum habe ich mich ursprünglich DAFÜR entschieden
* warum habe ich das Kleidungsstück trotzdem NICHT getragen

Für mich ist das der WICHTIGSTE Schritt im Projekt „Kleiderschrank passend machen“, weil ich hier für die Zukunft arbeite. Ich lerne mich selbst und meine Bedürfnisse besser kennen, um dieses Wissen in Neukäufe einfließen zu lassen.

Oft sind es Kleinigkeiten, die mich stören. Manchmal ist das Teil eine Spur zu kurz, oder das Shirt hat V-Ausschnitt statt Rundhals, manchmal sind es Einsätze oder die Ärmelweite, die stören oder die Farbe passt einfach nicht in die Kleiderlinie.

Fortsetzung folgt…

Tipps, wie es nach der Testphase und dem 2. Entrümpelungsdurchgang weiter geht folgen demnächst.



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Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.


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21 Kommentare zu “Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 4.

  1. So ähnlich habe ich es auch gemacht und dabei einiges über mich gelernt. Mir ist dabei bewußt geworden, dass ich keine hellen Hosen mag, keine farbigen Schuhe und nur ganz wenige Muster bei Oberteilen, dafür in uni aber richtig kräftige Farben. So kann man prima seinen Stil entwickeln.

  2. Hach ja, der liebe Kleiderschrank …
    Ich habe ja noch bergeweise Altlasten aus meinem damaligen Sammelwahn von Röcken. Würde ich deine Anleitung benutzen, wären vermutlich 90% der Röcke weg vom Fenster 😉 Zu meinem (Un)Glück habe ich die bei meinen Eltern deponiert, sehe sie also nur 3 x pro Jahr, und dann gibt es immer ein großes Hallo beim Wiederentdecken. Tragen tue ich trotzdem kaum einen.
    Ich glaube, ich greife deine Idee an Ostern auf, wenn ich mal länger im Elternhaus weile und Zeit zum Ausmisten habe. Wird sicher ein „rockiger“ Erlebnisbericht 😉

    LG, Saranesu

    • Hallo Saranesu!

      Vielleicht überlegst Du einmal, WARUM Du die Röcke nicht trägst und ob sich dieser Grund irgendwann wieder einmal verändern würde.

      Falls nicht, kannst Du getrost loslassen.

      Nächste Woche kommt noch ein Beitrag aus der Serie, das ist dann noch rechtzeitig vor Deiner Ausmistaktion.

      lg
      Maria

  3. Als ich mir vor 2 Jahren die Haare wachsen ließ, wollte ich die Zeit, die ich in die Haarpflege investiere an anderer Stelle wieder einsparen. Und hab den Kleiderschrank radikal vereinfacht. In Etappen. Immer wieder. Hat sich wirklich gelohnt. Nun hab ich nur noch 100 Teile, die ich liebe und hab alles griffbereit. Muss nicht mehr denken, wenn ich mich anziehe. Ampelfarben helfen mir da immer. In den Farben denken (für Fortgeschrittene) oder dir 3 Klebepunkte an die Stange machen (Beginner). Ganz vorne grüner Bereich: Was du liebst. Gelb: Wo du dir nicht sicher bist. Rot: Was sich nicht bewährt. Den Sachen hab ich noch mal eine Chance gegeben und sie alle einen Tag getragen. Bzw. gleich wieder ausgezogen, weil sie mich nervten. Zu eng, zu warm, wärmte nicht oder ich hab mir eine Fehlfarbe aufschwatzen lassen. Ich war dann z.B. mit einer Fleece-Jacke in Neonpink im Garten und hab gehofft, dass mich keiner sieht. Danach hab ich sie gespendet. MIr ging’s drum, eine Entscheidung zu treffen und nicht das Ding wieder nur nach unten zu räumen. Ich falle jetzt auf schöne Sachen nicht mehr rein. Sie müssen funktionell sein. Mein Rücken mag keine hohen Schuhe. Wenn sie nur rumstehen, werde ich auch nicht weiblicher. Farb- und Stilberatung kann ich noch empfehlen. Kostenlose Tipps und Tests findet man im Internet. Also, ich wünsche dir viel Spaß beim Prozess und mach uns doch später noch mal ein Bild. 🙂

    Liebe Grüße
    Tanja

    • Hallo Tanja!

      Danke für den Tipp mit rot/gelb/grün. Den Kleidungsstücken noch ein 2. Chance zu geben – dazu wird in meinem nächsten Beitrag zu dem Thema mehr kommen.

      Auf 100 Stück werde ich wahrscheinlich nicht runter kommen (ich nehme an ohne Socken und Unterwäsche?) aber dass ich nur noch Sachen habe, die ich wirklich mag und auch trage, das ist beinahe vollbracht.

      Am Thema bleibe ich sicher dran und Fotos wird es immer wieder mal geben.

      lg
      Maria

  4. Nach meiner Entrümpelungsaktion, die sich an eine Phase ‚immer wieder mal ein Teil‘ anschloss, ist mein Kleiderschrank jetzt sehr übersichtlich und ich weiß sehr genau, was ich nicht oder nur selten trage. Da wäre es in der Tat gut, sich zu fragen, warum. Und das sollte zu Einsichten führen, was man wirklich will und braucht, wahrscheinlich ein etwas längerer Prozess.
    Eins fand ich bei der radikalen Marie Kondo gut: sich sagen, es hat seinen Zweck erfüllt, egal ob getragen oder nur Freude beim Kauf gehabt, ‚danke‘ sagen (auch wenn das ein bisschen esoterisch klingt) und an jemanden weitergeben, der mit diesem Teil mehr anfangen kann und es mehr wert schätzt als ich.
    Das mache ich gerade mit Büchern (mit Kleidung ist es einfacher) 😉
    Herzliche Grüße, Franka

    • Das finde ich gut, sich bewusst von den Sachen verabschieden. Oder sich auch bewusst sagen, dass die gemeinsame Zeit ok war und damals, als das Teil (Kleidung, Buch, Geschirr…beliebig zu erweitern…) ins Haus kam, die Zeit genau richtig dafür war, sie jetzt aber eben vorbei ist. Gefällt mir gut, dieser Ansatz!
      Mir gelingt das übrigens bei Büchern sehr gut, die hebe ich so gut wie gar nicht auf, ich gebe sie nach dem Lesen meistens direkt weiter ohne Rückgabe(recht) :-). Bei Kleidung, Kerzenständern, Vasen, Nippes & Co. fällt es mir bedeutend schwerer…

      • Ich lese auch sehr gerne. Aber die allermeisten der Romane, die ich gelesen habe, habe ich nur 1 x gelesen. Mir persönlich gibt es nichts, die gelesenen Bücher dann im Regal stehen zu haben, davon kann ich mich (zum Glück, sonst wären ja noch mehr Fächer voll…) leicht trennen. Die Erinnerung lebt in meinen Gedanken, das ist ausreichend. Ich habe ein Buchjournal gekauft, um dort – ähnlich wie man es von Weinbüchern usw. kennt – einzutragen, was man wann gelesen hat, welche Gedanken einen dazu bewegt haben, was die Geschichte ausgelöst hat usw. Vielleicht wäre das etwas für dich, eine Art Journal über das Gelesene, auf das man jederzeit wieder zurückgreifen kann. Außer du möchtest Bücher mehrfach lesen, dann ist das Aufheben doch auch in Ordnung. Und auch ohne, dass du sie mehrfach lesen möchtest, ist es genauso in Ordnung, wenn du sie behalten möchtest. Alles gut, das gibt es kein Richtig und kein Falsch. ♥

      • Hallo Anni!

        Ich lese vorwiegend Ratgeber und da finde ich es ganz gut, dass ich ab und zu etwas nachschauen kann. Deshalb kann ich mich auch so schwer von den Büchern trennen.

        Romane lese ich kaum, da kann ich allerdings gut verstehen, dass 1 x reicht.

        lg
        Maria

  5. Das mit den Bügeln andersrum hängen finde ich gut. =) Allerdings liegen die meisten Kleider bei mir – und die wenig getragenen rutschen automatisch nach unten im Stapel, das unterste wird also (zur Zeit) am wenigsten getragen. Ab und zu überlege ich mir warum und lege es dann auch mal oben auf den Stapel, damit ich es beim nächsten Anziehen sehe und es vielleicht anziehe – liegt es dann zu lange oben und ich will es nicht anziehen, kommt es aus dem Kleiderschrank raus. Das ist so mein System, allerdings sieht man damit nicht so gut, was man überhaupt gar nicht angezogen hat. =)

    Danke für deine ganzen tollen Artikel und Ideen, die du hier veröffentlichst! =)

    • Hallo!

      Danke fürs Vorstellen von Deinem System, finde ich eine gute Idee!

      Das mit dem „nach unten rutschen“ und dort liegen bleiben habe ich auch beobachtet, ich bin mir bei mir nur nicht sicher, ob da nicht auch Faulheit mitschwingt, dass ich lieber etwas von oben greife, weil es einfacher ist.

      Den Stapel fallweise umzuräumen ist eine gute Idee, wenn man es trotzdem nicht verwendet, ist es recht eindeutig.

      lg
      Maria

      • Ja genau diese Faulheit gibts bei mir auch :D. Deswegen auch das nach oben räumen, manchmal sind die Stücke auch einfach nur in Vergessenheit geraten. =) =) =)

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