Videotipp am Montag #11


Auch heute ist wieder Videomontag und ich möchte Euch diesmal einen wirklich bemerkenswerten Film über ein Experiment zeigen.

AGRAPROFIT – Der Film

Der Kurzfilm dokumentiert eine Guerilla Aktion, die im September 2012 auf dem Wochenmarkt einer deutschen Großstadt durchgeführt wurde.

Das fiktive Unternehmen „Agraprofit“ ist neu auf dem Markt und hat ein innovatives Verkaufskonzept: Billige Produkte und gleichzeitig volle Transparenz der Produktionskette. Es konfrontiert die Kundschaft dezent lächelnd mit den Produktions- und Handelsbedingungen der angebotenen Billiglebensmittel. Schilder zeigen, was hinter den Produkten steckt: Zum Beispiel „Kinderarbeit? – Dann sind sie wenigstens weg von der Straße!“.

Hintergrund der Aktion: Deutsche zählen zu den größten Schnäppchenjägern Europas. Noch immer ist der Preis, insbesondere bei Lebensmitteln, wichtigstes Kaufkriterium. Die Lebensmittelindustrie täuscht mit schönen Werbeslogans über die fragwürdige Entstehung der Billigprodukte hinweg.

Aber wie aufgewühlt, beunruhigt oder auch unbeeindruckt reagieren die Menschen, wenn sie direkt hören, welche Zustände andernorts mit ihrem Einkauf verbunden sind? Der Film dokumentiert die verschiedenen Reaktionen und hinterlässt die Frage, wie man selbst reagiert hätte.

Was die Käufer nicht wissen: Alle Erzeugnisse an diesem Marktstand kamen aus Öko-Landbau und Fairem Handel!




Ich wünsche Euch viele aufschlussreiche Minuten.

zum Nachlesen

Die Aktion fand im Rahmen der Kampagne „Öko + Fair ernährt mehr!“ von Naturland und dem Weltladen-Dachverband statt. Konzipiert und produziert wurden die Aktion und der Film von YOOL.

Weitere Infos sind auf öko+fair bzw. Agraprofit zu finden.



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18 Kommentare zu “Videotipp am Montag #11

  1. Ach je. Bei mir ist sicher einiges noch veränderungsbedürftig und manches muss ich noch kritischer sehen, aber so was?! Schade, dass Dummheit nicht weh tut 😉

    • Hm, jetzt zwickt es doch ein bisschen, die Dummheit, bei mir 😉 Ich kann mich zwar über die Marktbesucher entsetzen und über sie lästern, aber wenn ich ’normalen‘ Kaffee und ’normale‘ Schokolade kaufe, verhalte ich mich auch nicht viel anders. Ich werde mir überlegen, mich zu bessern …

  2. Krasser Film. Und eine super Idee, auf diese Weise Leute zu informieren. Auch wenn es unglaublicherweise gar nicht ankommt! Oder egal ist!
    Maria, by the way: Ich freue mich immer auf deinen neuen Blog-Beitrag! Vielen Dank dafür!
    Inga.

      • Das war wirklich herb, da fehlen mir jede Worte. Wie gedankenlos kann man sein (und da liegen mir ehrlich gesagt noch ganz andere Worte auf der Zunge).

        Am Meisten ist mir der Protest der einen Frau im Gedächtnis, als ihr Partner dort eingekauft hat. Vermutlich hätte ich an dieser Stelle eine regelrechte Debatte losgetreten. 😉

      • Darauf hoffe ich doch, dass viele Leute protestiert haben. Vermutlich schon – allerdings erwarte ich bei solchen Kampagnen auch einen objektiven Querschnitt. Wenn ich mehr Zeit habe, werde ich mich genauer erkundigen.

  3. Erschreckend, diese Gleichgültigkeit!!! «Ach, die Leute werden ausgebeutet, damit ich die Produkte so billig kaufen kann? Ja dann nehme ich doch gleich zwei Pakete hiervon!» Schlimm genug, dass sich viele Menschen noch NIE Gedanken gemacht haben, warum manche Dinge, die sie bei uns kaufen, so billig sind. Aber so zu reagieren, wenn man direkt uns schonunsglos darauf hingewiesen wird, das zeugt schon von einer sehr grossen Kaltschnäuzigkeit. Insgeheim hoffe ich ja, dass die Käufer nur rekrutierte Personen für den Film waren. Aber noch wenn, dann gibt es genug, die genau so reagieren würden, …wenn denn keine Kamera mit dabei ist.
    Liebe Grüsse
    Charlotte

  4. Ich finde die Reaktionen auf diese Verkaufsaktion mehr als bedauernswert und bedenklich. Obwohl die Missstände und die Ungerechtigkeit der Ausbeutung so klar und transparent dargelegt werden, kaufen die Leute trotzdem. Hier wird die Einstellung der Gesellschaft deutlich: Nicht soziale Gerechtigkeit hat oberste Priorität, sondern das eigene Einsparpotential und somit das persönliche Vermögen. Ich bin ehrlich gesagt etwas erschüttert, wie dieser Test geendet hat. Da fragt man sich, ob wir überhaut noch irgendeinen Realitätsbezug zu Arbeitsleistung und dem Wert eines Lebensmittel haben, wenn wir solche Spottpreise für „kaufbar und normal“ halten. Solche Produkte können weder wirtschaftlich gerecht noch gesundheitlich unbedenklich erzeugt worden sein, denn sonst sind solche Dumpingpreise nicht möglich.

  5. Pingback: Fair? Scheiß drauf! | Disposable Society

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