Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 6.

In meinem Beitrag Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 5. habe ich unter anderem den ersten Teil meiner Kleiderumfärbeaktion gezeigt.

Heute möchte ich das Ergebnis meines Versuchs, Kleidung natürlich zu färben, zeigen.

Färben mit Pflanzen

Früher haben die Menschen Stoffe mit Pflanzen gefärbt. Das wollte ich auch unbedingt ausprobieren und habe mich für gelb entschieden. Mit Pflanzenfarben lassen sich am besten helle oder weiße Stoffe aus Baumwolle färben. Also hatte ich die besten Voraussetzungen in meinem Kleiderschrank.

Für meinen ersten Versuch habe ich gelb gewählt. Erstens mag ich gelb und zweitens habe ich jede Menge Kurkurma im Gewürzregal stehen.

Zutaten:

1 alter Kochtopf
1 l Wasser
2 EL Salz
1-2 EL Kurkuma

Anleitung:

Den Kurkuma im Wasser auflösen und aufkochen, anschließend diese Mischung 1/2 – 1 Stunde ziehen lassen.

Vor dem eigentlichen Färbevorgang muss die Flüssigkeit abgeseiht werden, dazu verwendet man ein feines Haarsieb.

Nun fügt man noch das Salz hinzu und taucht das Kleidungsstück ein, sodass es vollständig mit der gelben Flüssigkeit bedeckt ist. Der Färbevorgang dauert mindestens 20 Minuten, ich habe die Farbe jedoch 1 Stunde einwirken lassen.

Das gefärbte Kleidungsstück gut mit kaltem Wasser ausspülen und zum Trocknen aufhängen.

Tipps:

Gummihandschuhe schätzen die Hände vor der Farbe.

Während Du färbst, trage schwarze oder alte Kleidung, damit es nicht schlimm ist, wenn Farbspritzer auf die Kleidung kommen.

Hier kommen die Bilder

Die Zutaten

Die Zutaten

die Farbe ist angerührt

die Farbe ist angerührt

die zu färbenden Kleidungsstücke sind bereit

die zu färbenden Kleidungsstücke sind bereit

ab in den Topf, die Farbe geht schön auf den Stoff über

ab in den Topf, die Farbe geht schön auf den Stoff über

2 x 2 Shirts nacheinander mit der selben Farbe gefärbt um zu sehen, ob das einen Unterschied macht

2 x 2 Shirts nacheinander mit der selben Farbe gefärbt um zu sehen, ob das einen Unterschied macht

auf dem ersten Blick Begeisterung

auf dem ersten Blick Begeisterung

je nach Stoff wird die Farbe unterschiedlich angenommen

je nach Stoff wird die Farbe unterschiedlich angenommen

das Ergebnis nach dem Trocknen

das Ergebnis nach dem Trocknen

die Farbe ist nicht lichtecht

die Farbe ist nicht lichtecht

immer mehr grauenvolle Details zeigen sich

immer mehr grauenvolle Details zeigen sich

unter der Achsel hat das Shirt eine andere Farbe

unter der Achsel hat das Shirt eine andere Farbe

Und das ist das Ergebnis nach dem ersten Tragen. Zugegeben, es war ein Härtetest, weil ich das Shirt für Sport verwendet habe. Der Schweiß hat die Farben verändert und das Leibchen war danach total fleckig.

nach dem Sport im Fitness-Studio ist das Shirt unbrauchbar

nach dem Sport im Fitness-Studio ist das Shirt unbrauchbar

Das Ergebnis überzeugt keineswegs

Leider ist dieser Versuch, mit Kurkurma 4 weiße Shirts natürlich zu färben total daneben gegangen. Anfangs hat es ausgesehen, als wären die Shirts wunderbar gleichmäßig durchgefärbt, ich war schon mal sehr begeistert.

Nach dem Trocknen haben sich erste Probleme gezeigt. Unter den Achseln war die Farbe total anders, scheinbar sind trotz Waschen vor dem Färbevorgang durch den Schweiß Veränderungen im Stoff, welche die Farbe unterschiedlich annehmen lassen.

Damit könnte ich noch leben, ich hatte ja bewusst alte Shirts verwendet. Ich war noch in der Annahme, dass es mit neueren Shirts besser funktionieren würde.

ABER – während des Trockenvorgangs hat sich die gesamte Farbe verändert. Die Innenseite und die Außenseite vom Shirt hatten plötzlich total andere Farben und die Stellen von innen, die Licht abbekommen haben (Halsausschnitt, siehe Bild oben), hatten sich verfärbt.

Selbst kleine Abschattungen von Falten, die sich beim Hängen bilden, verändern die Farbe. Ergänzen muss ich, dass ich die Shirts NICHT in der Sonne sondern im Schatten getrocknet habe. Die Farbe ist also nicht lichtecht und damit total unbrauchbar zumal es sich um Sommershirts handelt.

Der nächste Schock kam nach dem ersten Tragen. Ich habe das Shirt im Fitness-Studio verwendet und mein Schweiß hat die betroffenen Stellen grellgelb gefärbt, was auch nach dem Trocknen noch zu sehen ist.

Also eine totale Katastrophe, die Shirts sind allesamt unbrauchbar. Was für ein Glück, dass ich nur alte Shirts verwendet habe für diesen Versuch.

Nach dem ersten Waschen

Das im Fitness-Studio getragene T-Shirt habe ich mit der nächsten hellen Wäsche gewaschen und der nächste Schock folgte. Alles war gelb verfärbt! Die Farbe haftet also nicht ausreichend am Kleidungsstück.

rechts im Bild das verfärbte Teil

rechts im Bild das verfärbte Teil

Rechts im Bild sieht man eine Stoffserviette, die ursprünglich ebenso weiß war wie die links im Bild liegende.

das Shirt nach dem ersten Waschen

das Shirt nach dem ersten Waschen

Und hier kommt das Shirt nach dem ersten Waschen, deutlich ausgebleicht. Getrocknet habe ich diesmal im Raum um keine weiteren Farbveränderungen zu verursachen.

Alle verfärbten Sachen habe ich jedoch in der Sonne getrocknet und das Sonnenlicht hat den Gelbstich weitgehend ausgebleicht, sodass ich keinen weiteren Schaden hatte.

Fazit:

Mein Versuch mit Kurkurma zu färben ist total in die Hose gegangen. Ich schließe nicht aus, dass man mit anderen Pflanzenfarben bessere Ergebnisse erzielen kann. Allerdings habe ich im Internet auch schon andere „gescheitert Berichte“ gefunden.

Ich vermute, dass das Färben mit Pflanzenfarbe, die ein vorheriges Beizen des Stoffes benötigt, besser funktioniert.

Mir ist das aber zu kompliziert und für Pflanzenfarben erst wieder zu viel Chemie. Darüber hinaus mag ich mich in das Thema im Augenblick nicht noch weiter einlesen.

Das Färben mit der Waschmaschinenfarbe hat mich so überzeugt und begeistert, dass ich dabei bleiben werde.

Die nächsten Farben habe ich schon zu Hause: rot, pflaume und maisgelb

Demnächst werde ich die Waschmaschine wieder anwerfen und weiße Shirts und 2 Hosen färben. Ich freue mich schon richtig darauf und werde sicher wieder berichten.

Linkliste

Stoff natürlich färben
Baumwoll-Stoff mit Naturfarben färben
Pflanzenfarben direkt auffärbbar auf Baumwolle – ohne Beize
Blogeiträge bei „Miesi“ Färben mit Pflanzen

Fortsetzung folgt…

Auch die Zukunft des Kleiderschrankes will geplant werden.



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Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

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16 Kommentare zu “Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 6.

  1. Hallo Maria,

    farbintensiver wird es mit Alaun. Das ist ein ungiftiges Salz aus dem Drogeriemarkt. Deinen Stoff einfach 2 Stunden vorher darin einweichen. Menge: 15% des Gewichts des Kleidungsstücks. Und am Ende fehlte nur ein Essigbad als Fixierer.

    Liebe Grüße
    Tanja

  2. Kann es daran liegen, dass du normales Salz genommen hast? Ich weiß nicht mehr genau, was in Färbesalz drin ist, aber da war etwas, das die Farbechtheit verursacht. Meine letzten Färbungen sind schon eine Weile her, deshalb weiß ich es leider nicht mehr genau.

  3. Pingback: Tipps für den Kleiderschrank | widerstandistzweckmaessig

  4. Wenn Du es nochmal probieren möchtest, solltest Su Dich vielleicht unter den Wollfärbern im Netz ein bisschen umsehen. Kurkuma ist echt blöd wegen der ganzen Sachen, die Du festgestellt hast, nicht lichtecht etc. Gelb kann man z.B. Mit Birkenblättern bekommen, mit so ziemlich allem an grünen Blättern in unterschiedlichen Tönen und unterschiedlicher Farb- und Lichtechtheit. Baumwolle unterscheidet sich von Wolle im Pflanzenfärben, aber z.B. das Vorbeizen intensiviert bei beidem die Farben, Essig im letzten Spülgang fixiert. Mit Walnussschalen bekommt man auch ohne Beize wirklich schöne Brauntöne hin. Vielleicht versuchst Du es irgendwann nochmal.

  5. Pingback: Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 7. | widerstandistzweckmaessig

  6. Pingback: Typisch Frau – nichts anzuziehen – Teil 8. | widerstandistzweckmaessig

  7. Pingback: Sommerkleidung wintertauglich machen | widerstandistzweckmaessig

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