plastic free july – Zwischenbericht #3

Die zweite Woche mit der Challenge „plastic free july“ ist vorbei und das bedeutet gleichzeitig Halbzeit.

Meine vorausschauende Planung hat sich voll bezahlt gemacht, es ist in der letzten Woche so gut wie kein Plastikmüll angefallen.

plastic_free_july

Rückblick auf die zweite Woche

Essig:
Die Essigflasche ist aus Glas, aber die Verschlusskappe ist mit einer Plastikhülle geschützt. Außerdem ist der Ausguss der Flasche aus Plastik. Nachdem es sich jedoch um meinen Lieblingsessig handelt nehme ich das einfach mal in Kauf.

Wein:
Auch beim Wein ist der Verschluss mit einer Plastikhülle geschützt. Die Flasche haben wir jedoch geschenkt bekommen und ich nehme sie daher nicht auf meine Kappe und erwähne das nur der Vollständigkeit halber.

Germ (Hefe):
Frische Germ wird entweder in Plastik beschichtetem Papier oder in Alufolie, die jedoch auch eine minimale Plastikbeschichtung aufweist, verpackt. Eine Alternative dazu habe ich nicht gefunden.

Da ich Frühstücksgebäck und Striezel (Hefezopf) gebacken habe, bin ich nicht darum herum gekommen.

Ich sehe auch für die Zukunft keine wirklichen Alternativen zur Germ, wenn ich für uns Striezel mache. Brot backe ich jedoch in letzter Zeit immer häufiger mit Sauerteig, in dem Fall wird keine Hefe benötigt und daher stellt der Sauerteig eine wirkliche Alternative zur Germ dar.

WC-Papier:
Nach wie vor habe ich kein WC-Papier ohne Plastikverpackung gefunden und daher ist ein Beutel angefallen. Mein Projekt „Stoff fürs kleine Geschäft“ auszuprobieren wurde aufgrund von Stress und meiner Menstruation auf nächste Woche verschoben.

Monatlicher Problembereich

Ich habe zwar vor einiger Zeit bereits eine Menstruationstasse aus Silikon für mich gekauft, aber ich gebe zu, dass ich nicht so gut damit zurecht komme. Nachdem meine Menstruation sehr stark ist, muss ich auch den Cup in etwa alle 2 Stunden ausleeren.

In meinen eigenen vier Wänden klappt das ganz gut, aber wenn ich unterwegs bin komme ich damit einfach nicht zurecht. In einem öffentlichen WC fühle ich mich nicht wohl und wenn ich mit Blut verschmierten Händen aus dem WC komme, dann geht das gar nicht.

Daher habe ich auch weiterhin Tampons in Verwendung.

Erfolgreiche Produktumstellungen:

Ich wollte das Projekt auch dazu nutzen, um einige bis jetzt ignorierte Bereiche auf plastikfrei umzustellen. Begonnen habe ich mit dem Bad und verwende nun Olivenölseife statt Duschgel und eine Haarseife statt dem Haarshampon. Die erste Woche ist sehr zufriedenstellend verlaufen, mein Körper fühlt sich auch mit den neuen Produkten sehr wohl.

Steffi hat zu diesem Thema den sehr lesenswerten Beitrag „Die Allzweckwaffe Alepposeife“ veröffentlicht.

Meine Nachtcreme habe ich aufgebraucht und werde daher ab nächster Woche meine geplante Alternative testen und darüber berichten. Erste Versuche mit natürlichem Sanddornöl waren sehr erfolgversprechend.

Jause unterwegs:

Abschließend möchte ich noch eine kleine Erfolgsgeschichte vom letzten Mittwoch berichten. Ich war auf dem Heimweg, einer 3 stündigen Autofahrt, und habe Hunger bekommen, der keinen Aufschub geduldet hat. Nach scheinbar endloser Weiterfahrt seit dem Entschluss habe ich endlich ein winziges Geschäft gefunden und bin hinein gegangen.

Als ich mich an der Wursttheke angestellt habe, ist mir natürlich gleich mein Plastikproblem einfallen. Wurst und Schinken lagen da in Plastik verpackt, das Einwickelpapier ist mit Plastik beschichtet. Mir ist es siedend heiß aufgestiegen und in meinem Hirn hat gehämmert „Was mach ich jetzt bloß, was mach ich jetzt bloß???“

Der Kampf „Hunger gegen Plastik“ hat doch wirklich nichts Gutes an sich, oder?

Da fiel mein Blick auf den Brotbereich, wo Brot und Gebäck offen herumlag, unter anderem auch einige Käsestangerln. Voller Begeisterung habe ich gesehen, dass das Brot in Papiersackerln verpackt wird und mich daher sofort zum Brot begeben. Als ich das Käsestangerl bestellt habe, bat ich darum, dass es mir nur auf einer dünnen Papierserviette übergeben wird, da ich es sowieso sofort essen will. Auch das war gar kein Problem und ich habe mich total gefreut, dass ich mit kurzem Überlegen doch eine gute plastikfreie Lösung gefunden habe.

Dieses Käsestangerl hat ganz besonders gut geschmeckt!

Videotipp:

Mikroplastik – ein Problem mit nicht absehbaren Folgen.



Zwischenberichte von Bloggerfreunden:

Ich merke, dass mir die Vernetzung mit den anderen Bloggerinnen sehr viel Freude macht, mich total inspiriert und die Ideen und Tips nur so hin und her fliegen.

Abenteuer plastikfrei: Tag 12: erfolgreicher Einkauf und überflüssiger Konsum
epistulae morales: plastikfreier Juli
foolfashion: p-free-j: Einkäufe II
grüne Zwerge: plastic free Halbzeit
kreativ leben: Plastik – Verpack – Wahn
weniger Abfall: Mikroplastik

Ich verlinke hier gerne Eure Blogbeiträge/Zwischenbereichte zum „plastic free july“, bitte meldet Euch in den Kommentaren, dann nehme Eure Beiträge in die Liste auf.


Das könnte Dich auch interessieren:

plastic free july – challenge accepted
Plastik – weniger ist Meer
Videotipp am Montag – Leben ohne Plastik – geht das?
plastic free july – Zwischenbericht #1
plastic free july – Zwischenbericht #2

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

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31 Kommentare zu “plastic free july – Zwischenbericht #3

  1. Ich hatte gestern in einer Bäckereifiliale auch ein tolles Erlebnis: das gewünschte Gebäck gab es nur schon vorbereitet abgepackt in Plastikbeuteln (und das in der Bäckerei?). Auf meine Nachfrage ist die Mitarbeiterin extra nach hinten gegangen und hat eines ohne Plastik hervorgeholt und in meinen mitgebrachten Beutel getan. Auf die Nachfrage, warum das denn abgepackt sei, kam die Antwort: es geht dann schneller im Verkauf! Mh, das habe ich mir schon oft überlegt: ist vieles in dem Bereich nur wegen des schnelleren Abverkaufes verpackt? So viel Zeit müsste doch der Umwelt zu liebe sein….

    • Hallo Uta!

      Meist verpackt eine Maschine und die menschliche Arbeitskraft wird gespart. Es ist aus meiner Sicht daher nicht nur eine Frage des Umweltschutzes sondern vor allem auch eine Frage des „Menschenschutzes“ am Arbeitsmarkt. Hoch lebe die vierte industrielle Revolution!

      lg
      Maria

  2. Hi Maria,
    danke für das Verlinken unseres Aleppoposts. ☺
    Bei uns kann man bei manchen Bäckereien auch Hefe offen kaufen. Zumindest kenne ich das so von meinen Eltern. Der Bäcker in unserem Standardbioladen verkauft allerdings nur und backt nicht selbst, weswegen sie dort leider keine haben. Aber vllt. findest du so was bei euch.
    Für die Gesichts- und Körperpflege kann ich Mandelöl empfehlen. Ersetzt bei uns sämtliche Gesichtspflegeprodukte, Fußcreme, Bodylotion (wenn denn nötig), Tattoopflege und in die Haarspitzen tu ich es auch. Es soll auch gegen Augenringe helfen, aber das kann ich nicht bestätigen. 😊
    Wegen der Menstruationstasse hab ich auch keine Idee. Es gibt ja verschiedene Größen mit mehr Inhalt. Unterwegs wäre mir das auch nichts, weil es ohne Waschbecken daneben ein bisschen merkwürdig ist. Ich habe mal von Menstruationsschwämmen gelesen. Das sind quasi auswaschbare Tampons, die aussehen wie ein Badeschwamm. Aber ob die zuverlässig sind, weiß ich auch nicht.
    Ansonsten läuft das mit dem plastikfreien Juli doch super. Mein Mann und ich ärgern uns noch über Tetrapaks, da es Haferdrink und Co. nur so zu kaufen gibt. 😕
    Grüße,
    Steffi

  3. Danke für eure Berichte. Sehr bereichernd. Eine Frage, Maria. Wie würdest du da entscheiden? Es gibt in der Bäckerei hier tadellose Vortagsware zum halben Preis. Man schmeckt keinen Unterschied. Leider abgepackt in Plastik.

    Ich hab noch Angst vor Haarseife. Wenn man keinen Anspruch an eine anschließende Frisur hat, ist das vegane Shampoo nicht schlecht, das ich habe. Ein Minuspunkt für die Plastiktube. Hat jemand Erfahrung mit Savion-Seifen? Sie nehmen Steinsalz um bei der Sole-Seife Plastikfreiheit garantieren zu können. Das hat mir sehr zu denken gegeben!

    Machst du Nassarbeiten immer ohne Handschuhe? Das könnte deine trockenen Hände erklären. Ich mag am liebsten Jojobaöl. Das ist ein flüssiges Wachs und einfach nur toll für meine Haut.

    Sonnige Grüße an Alle
    Tanja

    • Hallo Tanja!

      Brot in Plastik geht für mich gar nicht. Aber ich bin inzwischen auch soweit dass ich Brot zu 95% selbst backe.

      Haarseife funktioniert meiner Meinung nach super, ich finde sie auch super sparsam gegenüber Shampoo. Allerdings habe ich kurze Haare und von daher ist es vielleicht einfacher mit der Handhabung.

      Wenn ich längere Putzarbeiten habe, dann verwende ich immer Handschuhe, weil meine Hände sonst „zerfallen“.

      lg
      Maria

  4. Die Tassen werden bei sehr starker Blutung gar nicht empfohlen. Ich muss super plus Tampons zeitweise stündlich wechseln. Und stelle mir nachts extra den Wecker wegen dem TSS. Die Schwämme hab ich 2 mal benutzt. Ich fand das unzumutbar und unhygienisch. Da muss jede seinen eigenen Weg finden. Ich lasse mir da kein schlechtes Gewissen mehr machen wegen meinem Müllberg.

    Meine Entdeckung sind Bio-Windelvlieseinlagen statt Chemie-Binden mit Allergie-Kleber, die ich immer nur von mir werfen wollte. Damit bin ich super zufrieden. Keine Stauwärme mehr und kein ekliger Geruch und schwitzen. Sind superweich. Kann man 2-4 mal mit waschen oder kompostieren. Man kann sie zu der Größe falten, wie man sie braucht. Oder 2,3 übereinander legen. Ich mag so flexible Sachen.

    • Hallo Tanja (nochmals)!

      Mir geht es da leider ähnlich (so mit stündlich und in der Nacht)

      Bezüglich Binden habe ich 2 waschbare Binden für den schwachen Tag gekauft, damit bin ich grundsätzlich zufrieden. Slipeinlagen und Wegwerfbinden verwende ich seit vielen Jahren nicht, weil ich das einfach nur furchtbar auf der Haut finde.

      Für mich habe ich so entschieden, dass ich zu Hause den Cup verwende und wenn ich unterwegs bin die Tampons. Ich finde das ist ein guter Weg für mich.

      Über den Schwamm habe ich mich noch immer nie getraut, das ist mir ein wenig suspekt.

      lg
      Maria

      • Ich überlege ja auch immer noch, ob ich mal Stoffbinden testen soll. Ich vertrage leider überhaupt keine Tampons, aber so ganz traue ich mich noch nicht ran…

      • Ich fand die Stoffbinden sehr angenehm, allerdings würde ich sie lieber selbst machen.

        Was mich gestört hat (aber das lag an meinem Produkt) war die Naht, meine Binden sind außen genäht und die Naht habe ich als unangenehm an den Oberschenkelrändern (ist das jetzt verständlich?) empfunden.

        Daher würde ich meine Binden lieber selber nähen, ich habe auch schon einen Schnitt im Internet gefunden.

        Wenn ich mal echt viel Zeit habe, werde ich das machen und dann sicher darüber berichten.

        Vom Blut und von der Reinigung her war es unproblematisch! Also trau Dich ruhig drüber!

        lg
        Maria

      • Hast Du denn so einen Eimer gehabt, um die einzuweichen? Das ist nämlich das, wovor ich am meisten Bedenken habe, weil ich eine echt kleine Wohnung hab…

      • Ich habe sie in kaltem Wasser in einer kleinen Schüssel eingeweicht. Nachdem ich eine Badewanne habe, stand die Schüssel in der Badewanne, nahm also keine Platz weg. Ich wasche mehrmals in der Woche und daher war die Dauer auch kein Problem.

        Ich habe derzeit auch nur 2 Stoffbinden und habe sie daher nach einigen Stunden Einweichzeit sofort mit der Hand ausgewaschen und erst nach dem 2. Gebrauch mit der nächsten Wäsche mitgewaschen.

        lg
        Maria

      • Das ist noch so ein Ding bei mir: Ich wasche sehr selten Wäsche, wenn es hoch kommt vielleicht einmal im Monat, wenn nicht sogar noch seltener – zum einen weil ich doch relativ viele Sachen habe (das reduziere ich jetzt nach und nach, weil es zu viel ist), dann weil ich Sachen oft auch einfach lüfte und wieder anziehe – gerade Jeans – und dann liegt es auch daran, dass ich keine eigene Maschine, sondern nur eine bei uns im Keller habe. Werden die denn halbwegs sauber bei der Handwäsche? Dann wäre es zumindest einen Versuch wert 🙂

      • Also ich finde schon, dass Handwäsche durchaus gleich gut wäscht wie Waschmaschine. Ich war damit voll zufrieden. Das wichtigste ist, lange in kaltes Wasser einweichen, dann ist der Rest ganz easy.

        lg
        Maria

  5. Hallo Maria,
    also bei der Hefe kann ich dir weiterhelfen, die gibts nämlich auch trocken im Papiertütchen -Trockenhefe eben.
    Vorteil: Kann selbst bei langer Lagerung nicht schimmeln – hab ich immer im Vorratsschrank,wenn mich das Backfieber befällt 🙂
    Sowas kann man auch selber machen mit Sauerteig, hab ich mal gelesen, dünn auf einem Blech trocknen lassen und dann kann man das auch wiederverwenden.
    Zum Mooncup: Du kannst dir eine kleine Wasserflasche in die Handtasche packen und damit den Cup auf dem WC ausspülen. Dann muss man da nicht endlos Klopapier verfusseln. Nass kann man den sogar besser wieder einsetzen. Die Kombination Cup und waschbare Binde ist in den starken Tagen am besten. Schau mal bei Kulmine.
    Schön, wenn du mit Seife so gut klarkommst, bei mir hat das mit der Haarseife leider gar nicht geklappt 😦 Dafür benutze ich jetzt Shampoobars, da ist alles „Gute“ aus einem normalen Shampoo drin, nur eben weder Wasser noch Konservierungsstoffe 🙂 Ich benutze seit dieser Woche Kokosöl statt Creme – vor allem meine Haare haben sich schon bedankt und glänzen schön.
    Und nur Mut, meist reicht ein kleines : “ Ach geben Sie mir das gleich so, das ess/trink ich gleich“ 🙂 Und dann schmeckts (verpackungsfrei) umso leckerer!

    Liebe Grüße,
    Chrissi

    • Hallo Chrissi!

      Ich habe bisher Trockenhefe nur in Plastikpackungen gefunden. Aber ich werde noch einmal im Bioladen genauer schauen.

      Danke schön auf jeden Fall für den Wasserflaschen-Tipp für den Cup. Da hätte ich auch selbst drauf kommen können. Eventuell noch ein Handtuch dazu, dann komme ich auch nicht wie ein Monster aus dem WC 😉

      lg
      Maria

  6. Hallo, mir gefallen die Überlegungen und Umsetzungen. Inspirieren mich auch zum Reduzieren. – Hefe kaufe ich beim Bäcker aus der Backstube in grösserer Menge und friere sie portioniert ein. Liebe Grüsse yaeli

  7. Herzlichen Glückwunsch zur Kästestange ;)) (Wie das klingt… haha). Zum Thema „Essig“ und „Wein“: natürlich wäre es schön, wenn es gar kein Plastik mehr gäbe, das man nutzen müsste, aber das ist ja dann doch utopisch. Ich finde, diese kleinen Dinge kann man tolerieren – die Dosierungshilfe bei ätherischen Ölen z.B. ist auch fast immer aus Plastik…

      • Genau, jeder kleine Schritt hilft. Ich will mich auch nicht immer rechtfertigen müssen, das ist immer eine komische Argumentation da draußen, wenn einem Leute, die die größten Umweltsünder sind, dann erzählen, wo man inkonsequent ist…

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