Wie weit haben wir uns eigentlich wirklich von der Natur entfernt?

Über diese Werbung bin ich heute gestolpert und war erst einmal sprachlos und eigentlich bin ich es noch immer.

verschiedene Naturmaterialien in Plastik verpackt

verschiedene Naturmaterialien in Plastik verpackt

Wie weit haben wir uns eigentlich wirklich von der Natur entfernt, wenn wir Naturmaterialien in Geschäften abgepackt in Plastikfolie zu kaufen bekommen?

Und warum gehen die potentiellen Käufer, die doch ganz offensichtlich eine Affinität zur Natur haben, nicht einfach in den Wald und suchen sich ein paar Teile, die da am Boden herumliegen, um ihr Heim zu dekorieren?

Wer um alles in der Welt ist bereit, Geld für etwas auszugeben, was die Natur uns in Hülle und Fülle schenkt?

Und dann stelle ich mir noch die Frage, woher diese abgepackten Naturmaterialien kommen. Wer die sammelt und verpackt und wie viele Lastwagenkilometer die denn auf dem Buckel haben.

Und dann will ich noch wissen mit wie viel Chemie diese „Naturmaterialien“ behandelt wurden, damit sie kein Ungeziefer enthalten. Denn was für den Verkauf bestimmt ist, darf natürlich keine Ameise und kein was auch immer in der Plastikfolie enthalten.

Du siehst, die Fragen, die in meinem Kopf kreisen, werden immer mehr, je länger ich auf dieses Bild schaue.

Was motiviert einen Menschen, Naturmaterial in einem Geschäft zu kaufen statt selbst in den Wald zu gehen, einen schönen Spaziergang zu machen, den Duft von Moos zu riechen und bei der Gelegenheit ein paar Geschenke einzusammeln?

Was für eine Freude nach dem Spaziergang nach Hause zu kommen, die Schätze auszubreiten, sich alles bei einer heißen Tasse Tee noch einmal anzusehen um anschließend alles liebevoll in einer Glasschale zu arrangieren.

Immer wenn der Blick auf die Schätze aus dem Wald fällt freut man sich nicht nur über den Anblick sondern auch die Erinnerung an den schönen Spaziergang schwingt sanft mit…

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59 Kommentare zu “Wie weit haben wir uns eigentlich wirklich von der Natur entfernt?

  1. Da bin ich ganz deiner Meinung, liebe Maria. Ich verstehe sowas auch nicht :-/
    Aber in der heutigen Zeit voller Hektik und überfüllter Terminkalender wollen sich viele wohl keine Zeit mehr nehmen, um die Schätze der Natur zu entdecken. Ist doch viel einfacher und schneller, wenn man das alles gleich beim Einkauf „miterledigen“ kann…

    Lg Sandy

      • Genau daraus können Unternehmen Profit schlagen. 🙂

        Es gibt ja auch gute Gründe für diese beinahe natürlichen Naturdeko Gegenstände: Hygnienisch, halten länger, möglicherweise sehen sie schöner aus und sind einheitlich..

        Wie immer bestimmt die Nachfrage das Angebot..

      • Hallo Micha!

        Das sehe ich nicht ganz so. Die Werbung schafft es leider viele Menschen so zu manipulieren, dass durch die Unternehmen erst Bedürfnisse geweckt werden, die vorher gar nicht da waren.

        Und dann ist es das Angebot, das die Nachfrage mit geschickter manipulierender Werbung schafft.

        Ich denke da z.B auch an die Kaffeekapseln. Wenn Du vor 20 Jahren jemanden gefragt hättest, ob er bereit ist 80,– Euro für 1 kg Kaffee zu bezahlen hätten Dir alle den Vogel gezeigt…

        lg
        Maria

      • Auf jeden Fall kein schönes :-/ Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich es auch max. 1x die Woche schaffe, einen schönen langen Spaziergang zu machen. Vormittags sind 1000 Dinge zu erledigen, ab Mittag trudeln die Kids wieder ein und der Nachmittag geht fast immer für Hausübungen und Lernen drauf. Ich bin echt froh, dass wir einen schönen Garten haben, wo die Kids zwischendurch kurz rausgehen können.
        Lg Sandy

      • Hallo Sandy!

        Du hast aber auch 6 Kindern und das macht echt eine große Menge Arbeit! Das ist echt bewundernswert, ich war mit 2 schon voll ausgelastet.

        Dass da nicht so viel Zeit bleibt ist klar, vor allem, weil so viel von der Schule diktiert wird. Zumindest habe ich das so empfunden. Die Ferien waren mir immer viel lieber, das war die schönste Zeit für mich gemeinsam mit den Kindern.

        lg
        Maria

  2. Ups, ich habe mich eben auch richtig erschrocken, als ich die Naturmaterialien in Plastiktüten sah. Auch ich glaube, dass es einfach die fehlende ZEit und Bequemlichkeit ist,die die Leute bei so etwas zugreifen lassen. Denn wenn es nicht gekauft würde, gäbe es dieses Angebot ja gar nicht… LG Birthe

  3. liebe Maria,
    du hast so recht. Das ist eine der Fragen, die ich mir oft stelle. Ich glaube wirklich, es handelt sich schlicht und einfach um einen „Denkfehler“, etwas falsch eingelerntes, was wir in unserer Kultur irgendwie mitbekommen. Ich muss sagen, dass mir diese Dinge auch erst in den letzten Jahren vor allem mit Kind immer mehr auffallen, wenn der Junior wieder allerhand anschleppt ich mir dann denke „oh wie schön“ (gerade denk ich das bei Kastanien – echt super ausgedacht von Mutternatur). Mein Sohn sammelt dauernd Schätze, neben Kastanien, noch Nüsse, Steine, Äste, Schneckenhäuser…er ist so gesehen ziemlich reich, ich beneide ihn oft, er hat noch den richtigen Blick dafür, was wirklich wertvoll ist. Mein Blick ist manchmal etwas getrübt…

    • Hallo Birgit!

      Da hast Du Deinem Sohn etwas sehr wichtiges mitgegeben.

      Viele Kinder haben verlernt mit Naturmaterialien zu spielen, aber gerade diese fördern die Kreativität wie kaum ein gekauftes Spielzeug.

      Eine Kastanie kann so viel sein! Ein gekauftes Auto ist eine Auto.

      lg
      Maria

  4. Genau diese Fragen hab ich mir auch gestellt, als mich letztlich im Laden eine Kundin fragte, ob wir „Herbstblätter zur Deko“ hätten. Mir lag ein „ähm – rausgehn und einmal bücken!?“ auf der Zunge, als auf mein „Nein, tut mir leid“ die Frage folgte, ob ich wisse, wo sie welche bekommen könne, aber mir fiel auf die Schnelle nicht ein, wie ich das ohne sehr sarkastischen Unterton hätte sagen können, also schüttelte ich nur mit bedauernder Geste den Kopf….

  5. Deko sammle ich in einem kleinen Waldstück mitten in der Stadt und kompostiere sie. Geld gebe ich dafür keins aus. Die kleinen Tierchen sind doch super, die dann über den Küchentisch krabbeln. 🙂 Die setze ich dann auf den Balkon.

    • Hallo Tanja!

      Falls man es doch ohne Tiere haben will, kann man die Dekostücke über Nacht einfrieren und dann kann sich darin nichts mehr entwickeln.

      Aber wenn man so einen natürlichen Zugang dazu hat wie Du, dann braucht man das natürlich gar nicht.

      lg
      Maria

  6. Ich denke mir auch immer wieder „Wer kauft so etwas?“ wenn ich solche Dinge in Bastelkatalogen sehe. Ein weiterer Favorit von mir sind die fertigen Holzscheiben, die man auch bekommen würde, wenn man einfach Scheiben von einem Ast runter sägt.

    Hmm, vielleicht ist es wirklich die Bequemlichkeit, vielleicht ist es aber auch ein bisschen das Ekelgefühl das einen befällt wenn dann mal ein Wurm aus der Maroni rauskrabbelt und sich munter über den Wohnzimmertisch bewegt, der einen solche Dinge kaufen lässt.

    Es ist halt doch wieder irgendwie so ein Stadt-Land-Ding, finde ich. Man will beweisen, dass man schon noch einen Bezug zur Natur hat, tut sich andererseits aber auch schwer damit, die Natur so zuzulassen, wie sie tatsächlich ist. Man denke dabei nur kurz an die „Naturbegeisterten“, die auf einer Schutzhütte auf den Bergen denselben Komport genießen wollen, wie unten im Tal.

    Liebe Grüße, Daniela

  7. Mir gehen da ähnliche Gedanken durch den Kopf wie Daniela. Der Bezug zur Natur ist da, und durch Zeitschriften wie Landlust und Co. mächtig befeuert, und in vielen Menschen ist da diese Sehnsucht nach mehr Nähe zur Natur. Also wird sich ein kleines Stückchen davon geholt. Und da wir alle schön gelernt haben, dass wir glücklich wären, wenn wir endlich das richtige gekauft hätten, greift dieser Reflex und die Natur und die Sehnsucht nach ihr werden zur Ware. Hier im wahrsten Sinne des Wortes. Der Zusammenhang Sehnsucht haben – Produkt/Dienstleistung kaufen ist gemeinerweise wirklich ganz tief verwurzelt.

    Dazu kommt noch was zweites: Natur ist nicht immer schön. Der Wald ist matschig, die Blätter rotten vor sich hin, es krabbelt überall, vielleicht pieks ich mich beim Hagebuttenpflücken oder es fängt an zu winden und zu regnen. Wir wollen es aber perfekt haben, wollen uns so fühlen, wie die Models in der Landlust aussehen. Also wird das vermeintlich „unangenehme“ vermieden und das Naturprodukt damit zum Abziehbild seiner selbst. Sinnentleer, aber hübsch anzuschauen.

    Nicht wirklich befriedigend, aber es spart den Aufwand, in den Wald zu müssen. Dafür auch noch Zeit frei zu machen, ist vielleicht einfach schwierig. Um wenigstens ein schwaches Echo von diesem Gefühl zu haben, wird dann vielleicht zur Tüte gegriffen.

    LG Zora

    • Hey Zora,

      da hast du ja wirklich ein super interessantes Thema angestoßen. Der Reflex zu Kaufen, wenn ein Bedürfnis erfüllt werden möchte, ist tatsächlich bei uns allen auf irgendeine Art und Weise vorhanden. Schließlich kaufen wir ja unser tägliches Brot auch ein.

      Ich find’s super, dass du darauf eingehst und mal ein Bewusstsein dafür schaffst, dass so etwas in uns passieren kann und vielleicht auch täglich passiert. Das ist ja nichts anderes als emotionales Essen, Abhängigkeiten von Drogen oder stumpfer Medienkonsum zur Ablenkung.

      Je mehr die Menschen merken, dass ihnen irgendetwas essentielles fehlt, während vielerorts der Mensch bereits wach wird und erkennt, desto irrsinniger werden die Formen und Wucherungen des alten Systems.

  8. Ich habe mich letztens auch darüber gewundert… Vor allem, weil das individuelle sammeln und zusammenstellen doch den Großteil des Spaßes ausmacht.

    • Genau so sehe ich das auch. Es ist ja gerade schön, wenn ich selbst „auf die Jagdt“ gehe und dann suche ich selbst aus und vor allem verbinde ich mit dem, was ich später bei mir zu Hause sehe, diesen schönen Nachmittag, den ich im Wald verbracht habe und das löst zusätzlich schöne Gefühle aus.

      lg
      Maria

  9. Liebe Maria, exakt dieselben Fragen gingen mir auch durch den Kopf, als ich vor kurzem in einem Blumenladen in der Auslage vor der Tür abgepackte „Naturmaterialien“ gefunden habe – Kastanienschalen und Co. in kleiner Menge für sage und schreibe 7,50 Euro! Unglaublich, dass die Leute dafür tatsächlich bereit sind zu zahlen. Die Natur schenkt uns so viel – wir müssen doch nur hinschauen und dürfen uns bedienen, das ist so wunderbar! Gerade jetzt im Frühherbst gibt es reichlich Naturmaterial für Deko und Co. – für mich absolut unverständlich, das im LADEN zu kaufen!
    Und zu deiner Titelfrage: Ich glaube, wir haben uns unheimlich weit entfernt von der Natur. Die Menschen sind teilweise blind für die Dinge, die sie umgeben. Meine Frage wäre – wie findet die Gesellschaft wieder zurück? Wo liegt die größte Ursache für diese Entwicklung?

    LG
    Clarissa

    • Hallo Clarissa!

      Viele gute Fragen! Gerade habe ich dazu eine sehr lange Antwort verfasst und plötzlich war alles wieder weg.

      Als Kind habe ich alles ganz anders erlebt. Ich bin mit der Natur aufgewachsen, wir haben unsere freie Zeit außer Haus verbracht.

      Es gab damals kein Fernsehen (in Ö gab es nur 2 Programme und das nur abends) und es gab kein elektronisches Spielzeug. Natürlich gab es auch kein Handy und keinen Computer.

      Manchmal denke ich, dass wir damals reicher waren als unsere Kinder, die so viel mehr besitzen als wir damals.

      Zurück kann man nur finden, wenn man sich bewusst der Natur wieder annähert. Mit den Jahreszeiten lebt, saisonales Obst und Gemüse isst, sich Wind und Wetter aussetzt und hinspürt.

      Aber das muss man wollen und das kann nur der einzelne für sich selbst entscheiden.

      Ich sage nur – widerstand ist zweckmäßig!

      lg
      Maria

      • Guten Morgen Maria,
        die Digitalisierung des Alltags ist bestimmt eine starke Ablenkung vom Wesentlichen für viele. Als Kind war ich auch viel draußen, bin auf Bäume geklettert, über die Felder gerannt, war mit dem Fahrrad unterwegs..die Natur war unser Freund, unser Spielplatz 🙂 Heute ist das leider nicht mehr überall so, was m.E. aber an den Eltern liegt. Es ist ja auch viel einfacher, das Kind vor dem Fernseher oder der Konsole zu parken, anstatt mit ihm rauszugehen und ihm die Natur zu zeigen.

        Unsere Kinder hatten dieses Jahr eine „Naturtaufe“ ,das war wunderschön… und unsere Kinder waren mit ganzem Herzen dabei, als sie an einer Quelle im Wald als „Beschützer der Natur“ symbolisch getauft wurden. Sie sind jetzt 7 und fast 9. Manchmal ecken sie an, weil sie die neuesten Konsolenspiele oder Fernsehsendungen nicht kennen, aber sie fordern es nicht. Kinder sind noch so offen für die Natur und Abenteuer draußen, es ist so schade, dass man diese Offenheit so wenig fördert – als Erwachsener ist das doch auch immer wieder ein spannendes Abenteuer.
        Naturdeko bekomme ich von meinen Kindern jedenfalls zu Genüge 🙂 Die sammeln mir auf dem Schulweg immer wieder mal was und bringen es stolz nach Hause. Ich glaube die würden mich auch für verrückt erklären, wenn ich so etwas kaufen würde 😛

        Liebe Grüße
        Clarissa

      • Hallo Clarissa!

        Danke für Deinen schönen Kommentar!

        Leider habe ich erfahren müssen, dass in der Pubertät andere Gesetze herrschen und viele abgelehnt wird, was vorher mit Begeisterung verfolgt wurde.

        Dazu zu gehören wird zu einem sehr massiven Druck, dem sich die wenigsten Jugendlichen entziehen können.

        Das ist wirklich sehr schade. Ich wünsche Dir aber vor allem Deinen Kindern, dass sie sich die Liebe zur Natur so lange wie möglich erhalten können und die Meinung der anderen nicht so wichtig nehmen.

        lg
        Maria

      • Hallo Maria!

        Vor der Pubertät meiner Jungs ist mir auch etwas bange…und mir ist klar, dass da wahrscheinlich auch alles erst recht einmal abgelehnt wird, was die Eltern gut heißen und was früher einmal schön und wichtig / richtig war.. ich hoffe aber darauf, dass sie sich – wenn diese Phase überstanden ist – wieder darauf zurückbesinnen können. Ich habe vieles als Erwachsene wiederentdeckt, was mich in der Kindheit begeistert hat und was nur zwischendurch irgendwie verloren ging. Irgendwie trägt man die Dinge ja doch mit sich, auch wenn sie zwischendurch in den Hintergrund rücken… Mir tun die Kinder leid, die diese Erfahrungen gar nicht erst machen dürfen / können – das ist dann umso schwieriger, sich da später darauf zu besinnen und sein Leben komplett umzustellen…

        Liebe Grüße!

      • Hallo Clarissa!

        Meine Tochter „entschleicht“ mittlerweile der Pubertät ins Erwachsenensein und ich kann das durchaus bestätigen.

        Die Samen, die man als Eltern gesäht hat, gehen dann auf jeden Fall noch einmal auf. Es ist schön zu sehen, dass sie vieles, was sie vorher abgelehnt hat, jetzt wieder neu überdenkt und noch einmal anders beurteilt, da sie jetzt eine eigene Wohnung hat und für alles selbst verantwortlich ist.

        lg
        Maria

  10. Wirklich erscheckend! Misstrauisch wie ich bin, hab ich die „Naturmaterialien“ aus der Tuete erstmal untersucht, ob das nicht doch Plastik ist. Aber nein, es sind tatsaechlich ganz banale Nuesse, Kastanien etc. – mir draengten sich auch gleich oben aufgefuehrte Fragen auf … bis mein Blick umherschweifte und mein Blick auf gruenes, abgepacktes Moos fiel. Echtes Moos aus Brasilien beim WAL-Mart um die Ecke fuer ein paar Dollar, quasi hinterhergeworfen.

    Es beruhigt mich dann doch immer wieder, wenn meine Kinder mir beweisen, dass sowas nicht normal sein kann. Meine Tochter pflueckt mit 9 Jahren immer noch stundenlang im Wald Blumen, pustet an jeder Pusteblume und meinte neulich, dass sie sich freut, dass es jetzt endlich Herbst wird, damit sie bunte Blaetter sammeln kann. Gottseidank, irgendwas hab ich richtig gemacht. 🙂

    • Hallo Aurian!

      Wie schön, dass es heute auch noch Menschen gibt, die diese Liebe zur Natur ihren Kindern mitgeben und vor allem, dass die Kinder das annehmen können.

      Ich glaube, dass das ein ganz besonderes Geschenk ist. Viele fühlen sich so entwurzelt und wissen nicht warum.

      Meiner Meinung nach hat das schon sehr vie mit der Entfremdung von der Natur zu tun

      lg
      Maria

  11. Man kommt einfach nicht mehr auf den Gedanken, dass man Dinge auch anders bekommt als sie im Laden zu kaufen, wenn man im Hamsterrad aus Arbeiten – Werbung – Konsumieren fest steckt. Ich habe das leider selbst in meinem früheren Leben erfahren. Ich hab auch Zweige für den Wellensittichkäfig im Zooladen gekauft, und erst dieses Jahr musste ich erstmal drauf gestoßen werden, dass ich das Saatgut für die Gemüsepaprika auf meinem Balkon auch aus einer Paprikaschote beziehen kann, nicht nur in einem Tütchen im Gartencenter. Wir sind leider alle schon ganz schön gut domestiziert. Außerdem macht man sich doch nicht gern die Finger schmutzig, was so rumliegt und kostenlos zu haben ist, ist doch bestimmt schlechter als das im Geschäft 😉

    • Ich glaub auch, dass wir mit massenhaft solchen blinden Flecken rumlaufen. Für die es ein Moment des Innehaltens bedarf, um festzustellen, dass da was schräg läuft. Routine ist eben etwas sehr starkes.
      LG Zora

      • Hallo Zora!

        Das stimmt sicher auch. Deshalb ist es meiner Meinung nach so wichtig auch einmal um die Ecke zu denken, andere Wege zu gehen und überhaupt Dinge einmal mit „fremden“ Augen zu betrachten.

        Da tun sich auf einmal ganz andere Möglichkeiten auf.

        lg
        Maria

    • Hallo Sandra!

      Schön wieder mal von Dir zu lesen!

      Leider ist die Meinung ganz weit verbreitet, dass Dinge nur dann einen Wert haben, wenn sie etwas kosten.

      Ich hoffe sehr, dass die Menschen sich davon wieder beginnen zu distanzieren und dafür die Kostbarkeiten des Lebens, die geschenkt sind, wieder mehr schätzen.

      lg
      Maria

  12. Schon krass! Ich denke auch, wir alle haben „blinde Flecken“, manche mehr, manche weniger und ich gebe zu, auch ich habe schon überteuerte Lavendelsäckchen gekauft, anstatt sie aus alten Bettwäsche-Stoffen und meinem Lavendel vorm Haus selbst zu machen!
    Naturdeko habe ich allerdings noch nie gekauft, ich finde es total schön, im Wald oder anderswo untwerwegs Schätze zu finden.
    Der Junior und ich haben den ganzen Sommer über die Zapfen eingesammelt, die Nachbars Riesenkiefer täglich direkt vor uns auf die Straße geworfen hat. Nur wir haben die aufgelesen, alle anderen Anwohner haben sie weggekehrt und weggeschmissen! Wir waren immer richtig happy, wenn wir nach Hause kamen und die Straße voll lag und wir fette Beute machen konnten! 😉 Jetzt haben wir drei große Papiertüten voll und auch schon einige Ideen, was wir damit alles machen wollen.
    Und jetzt kommt der Knaller. Neulich sah ich beim Bastelversand 3 Kiefernzapfen für 3,95 €! Mensch, ich sollte weniger im Büro arbeiten und stattdessen Kiefernzapfen verkaufen! 😉
    Und fast schon erschütternd finde ich, dass es auf Juniors Schul-Nachhause-Weg einen Kastanienbaum gibt, den nur mein Junior heimzusuchen scheint. Da gibt’s jeden Tag reiche Ernte, obwohl da so viele Kids vorbeikommen würden, wenn sie nur ein ganz klein wenig vom Hauptweg abweichen würden oder nachmittags mal hin dürften anstatt permanent lernen und gefördert werden zu müssen! Bald könnten wir auch noch Kastanien verkaufen! 😉 Machen wir aber nicht, wir hätten da schon ein paar Ideen! 😉
    Allen, die bis hierher durchgehalten haben, wünsche ich fröhliches Herbstschätze sammeln und bei den essbaren immer schön schauen, ob keine Würmer drin sind! 😉
    Liebe Grüße
    Biggi

    • Hallo Biggi!

      Ich erinnere mich, dass ich als Kind immer voll gerne mit Hilfe von Zahnstochern Kastanientiere gebaut habe.

      Im Wald haben wir dann mit Rinde und Steinen ein Häuschen errichtet und die Tiere in den Garten und in den Stall gestellt.

      Wir waren unheimlich kreativ. Leider haben das die Kinder von heute verlernt.

      Alles wird vorgegeben und nach Anleitung gebaut. Und schon ist es wieder langweilig und neues muss gekauft werden.

      Wie schade!

      lg
      Maria

      • Oft scheitert sowas heute schon am draußen spielen wollen. Letztens hatten wir ein Besuchskind, das bei strahlendem Sonnenschein lieber drin spielen wollte, weil es da mehr Spielsachen gibt! 😦 So wie wir das von früher kennen, einfach mal rausgehen und schauen wer sonst noch so draußen ist und mit den anderen den ganzen Tag draußen rumziehen, das gibt es – jedenfalls da wo wir wohnen – leider gar nicht mehr. Ich wurde sogar schon schief angeschaut dafür, dass mein Kind am und im Bach spielen darf. Mir tun die heutigen Kinder manchmal wirklich leid!
        Schlimm finde ich auch, dass viele überall hingefahren werden. Gut, das gehört vielleicht nur am Rand zum Thema, aber wenn ich gefahren werde, sehe ich auch nix von der Natur und finde keine Kastanien und Käfer und Blätter. Und die Mamas freuen sich, dass sie keine verdreckten Klamotten zu waschen haben. Da wird das selber die Natur entdecken direkt aberzogen. Das sind dann die Naturmaterialien-Kunden von morgen.
        In den Sommerferien war der Junior zwei Wochen mit 3 Freunden im Waldheim, wo die Kids nachmittags nicht ununterbrochen bespaßt, sondern sich selbst überlassen wurden, da war es den Freuden gleich zu langweilig als sie sich alleine was zum Spielen ausdenken sollten.
        Naja, genug lamentiert, wir schwimmen da weiterhin fröhlich gegen den Strom! 😉
        LG Biggi

      • Hallo Biggi!

        Das gehört gar nicht nur am Rande dazu, denn genau darin sehe ich eine der Hauptursachen, warum es zu so skurilen Auswüchsen kommt.

        Die Art, wie der Konsument von morgen heute schon in den Bann des Konsums via Eltern gezogen wird, ist aus meiner Sicht die wirkliche Katastrophe.

        lg
        Maria

        lg
        Maria

  13. Hallo Maria,
    da sehe ich wie du. Das Schlimme ist, dass viele Kinder gar nicht mehr in die Natur kommen, weil die Eltern sie nicht hinführen. Ich lebe in der Stadt und sehe es bei Familien in meiner Umgebung. Die Kinder haben Computer, Handys und Plastik-Spielzeug. In die Natur kommen sie höchstens im Urlaub oder auf dem Tennisplatz. ;-/
    Ich hab als Kind noch mit Maiskolben-Puppen gespielt. Manche hatten blonde Haare, manche rote. (Ich hatte allerdings auch ein zwei „richtige“ Puppen). Im Wald hab ich an den Wurzeln eines Baumes einen Stall gebaut und die Fichtenzapfen waren die Kühe. Es war ein herrliches Spielen und ich bedaure die Kinder heute, dass sie das nicht erleben dürfen.
    In Plastik abgepackte Naturmaterialien sind einfach absurd!
    LG, Reni

  14. Komisch, jetzt kann ich nicht mehr unter deiner Antwort zu meiner antworten.

    Ich finde es auch total schlimm, dass der Konsument von morgen heute schon von den Eltern in den Bann des Konsums gezogen wird.

    Bestes Beispiel zum Schulbeginn: Diese Sinnlos-Käufe wie jedes Schuljahr ein neues Mäppchen nur weil das im Discounter billig ist. Da kenne ich echt viele, die das machen. Hä? Wozu? So ein Mäppchen hält doch locker ein paar Jahre.

    Mein Kind ist daran gewöhnt, Sachen solange zu verwenden, bis sie kaputt sind und wenn’s geht werden sie dann noch repariert.
    Er will dann gar nix neues. Hoffentlich bleibt das auch so, wenn die Peergroup mehr Einfluss hat. Mit 9 findet man das was die Eltern einem vorleben ja noch überwiegend toll! 😉 .

    Gut, Spielsachen hat mein Kind auch echt viele, auch aus Plastik und dank Werbung wünscht er sich auch noch ganz viel mehr, aber er kann sich trotzdem toll draußen beschäftigen und so spielen wie wir früher, worüber ich sehr froh bin.

    GLG Biggi

    • Hallo Biggi!

      Ich habe das auch noch nicht ganz durchblickt warum das so ist, ab einer bestimmten Anzahl Antworten, fehlt dieser Button mit „Antwort“

      Finde ich auch nicht gut, weil es die Diskussion zerpflückt, aber ist wohl eine Vorgabe von WordPress.

      Ich habe zum Glück ein eigenes Fenster zum Antworten, da geht es immer.

      Zur Federschachtel – ich denke, dass viele zu bequem sind diese zu reinigen und deshalb lieber eine neue kaufen. Das ist einfacher und kostet eh fast nix…

      Eine Einstellung, die ich einfach nur ganz furchtbar finde!

      lg
      Maria

  15. Du sprichst mir aus der Seele. Letztes Jahr um die Zeit hat eine Bekannte „Moggerle“ gekauft (das sind die _kleinen_, eher runden „Tannenzapfen“). Ich hab sie nur ganz entgeistert angeguggt: Du hast die _gekauft_?? In _Plastik_ verpackt?? Nee, echt, bei sowas fällt mir ja wirklich nix mehr ein….

  16. Ich habe das auch schon oft bemerkt: viele Menschen sind der Natur total entfremdet. Manche Kinder wissen nicht mehr, wo etwas herkommt oder kennen Gemüsesorten nicht. Und viele wissen nicht, was für Arbeit es macht, Gemüse selber zu ziehen. Täten sie das mal, würden sie Sachen, die nicht makellos schön sind, nicht ablehnen oder wegwerfen. Naturmaterialien in Tütchen kaufen, zeigt die ganze Absurdität.

    Inzwischen bin ich der Ansicht, dass der einzige Ort, wo man eine Änderung erreichen könnte (wenn überhaupt), Kindergarten und Schule sind. Das, was wirklich wichtig ist, wird dort leider nicht gelehrt und ich befürchte, das ist politisch so gewollt.

    LG, ‚Franka‘

    • Hallo Franka!

      Da hast Du noch einen weiteren Aspekt sehr gut herausgearbeitet. Dass die Nahrungsmittel für viele ihren Wert verloren hat hängt ganz sicher damit zusammen, dass sie erstens unabhängig von der Saison immer verfügbar sind und dann noch dass nur noch wenige wissen, wie viel Arbeit es macht Obst und Gemüse anzubauen

      Dein Ansatz im Kindergarten und in der Schule mit der Veränderung zu beginnen finde ich sehr gut!

      lg
      Maria

      • Ich traue mich fast nicht, es zu ’sagen‘; man wird mit Sicherheit als spießig angesehen. Aber ich bin der Meinung, dass man es mit der Literatur in den Schulen übertreiben kann und dass daneben praktische Fächer nötig wären. Hier haben die meisten Schulen übrigens einen Schulgarten … die sind dann meist total überwuchert und verunkrautet und keiner kümmert sich drum.
        Ich frage mich wirklich, ob das politisch so gewollt ist, um unkritische Konsumenten zu erziehen.

      • Hallo Franka!

        Ja, etwas mehr praktischer Unterricht wäre ganz gut. Wir sind im Biologieunterricht noch in den Wald gegangen und haben dort vor Ort alles gelernt.

        Außerdem kann ich mich erinnern, dass wir im Frühling einmal ein Protokoll führen mussten, wann wir welche Pflanze und welches Tier das erste Mal nach dem Winterschlaf gesehen haben.

        Das war eine schön Erfahrung!

        Es wäre doch schön, wenn die Kinder gemeinsam den Schulgarten pflegen würden. Das würde dann auch bedeuten, dass sie achtsamer damit umgehen und nicht mehr so viel kaputt machen würden!

        lg
        Maria

      • In den Lehrplänen ist so etwas leider nicht mehr vorgesehen. Die, die dafür verantwortlich sind, sind wahrscheinlich selbst allem entfremdet 😦

  17. Danke für den Post und auch die spannenden Kommentare. Ich habe das Sammeln in der Natur in letzter Zeit wieder für mich entdeckt. Vor einigen Wochen war ich Brombeeren sammeln und da sind mir die schönen Blüten und Zweige am Wegrand aufgefallen. Ich hab ein wenig gegrübelt, ob ich sie wirklich abreissen soll, oder ob es nicht auch reicht, mich in dem Augenblick in der Natur an ihnen zu erfreuen.

    Ich hab dann doch einige mitgenommen. Ich musste an so eine indianische Geschichte denken, ich weiß nicht mehr genau wie das ging, ich glaube, dass sich manche bei den Tieren, die sie essen bedanken/ entschuldigen, oder so ähnlich? Wahrscheinlich geht es einfach um Achtung. Ich habe bewusst auch viele Blüten stehen lassen und nicht alles ausgerupft. Die Blüten und Zweige haben mir dann auch wirklich noch tagelang Freude gemacht. Auf meinem Esstisch standen Glasschalen mit Brombeeren, daneben ein Wildblumenstrauss und getrocknete Zweige. Ich war richtig sprachlos ob dieser (kostenlosen) Fülle. Das war wie Erntedank für mich 🙂 Es war auch erstaunlich, wie lange sich meine Blumen frisch hielten, im Gegensatz zu den schnell hochgezüchteten gekauften, die oft sehr schnell welken.

    • Hallo Maria!

      Das mit bei den Tieren bedanken und mit Respekt töten ist ein großes Thema im Film „Avatar“.

      Mir sind Wildblumen auch viel lieber als Rosen & co.

      Voriges Jahr im Urlaub gab es auf unserem Spazierweg wilde Brombeeren, alle 2 Tagen haben wir eine Schale voll gepflückt und ich habe sie immer mit Joghurt gegessen.

      Diese Brombeeren haben mir besser geschmeckt als die aus dem Garten.

      Ich freue mich immer und bin wirklich dankbar über die Geschenke der Natur.

      lg
      Maria

  18. Pingback: Wie weit haben wir uns eigentlich wirklich von der Natur entfernt? #2 | widerstandistzweckmaessig

  19. Das verrückteste, was ich bisher gesehen habe, waren geschälte (!) Bananen in Styroposchale eingeschweißt.

    Letzten Spätsommer haben mein Mann und ich ganz in der Nähe unglaublich viele Brombeerhecken entdeckt und sind viele Male mit Behältern „bewaffnet“ sammeln gegangen. Das hat echt Spaß gemacht (da kommt wohl so richtig der Urinstinkt des Sammlers zum Vorschein) und wir haben auch noch einiges an Geld gespart.
    Schwammerl suchen kann ich leider nicht, weil ich mich da gar nicht auskenne.

    • Hallo Manuela!

      Ja, die Sache mit dem geschälten Bananen ist schon echt total verrückt, ich hatte Anfangs an einen Scherz gedacht, weil ich es echt nicht glauben konnte.

      Selbst gepflückte Brombeeren schmecken einfach am besten finde ich!

      lg
      Maria

  20. Ich bin ein erwachsener Mensch, der als Kind ein absoluter Stubenhocker war – leider. Fernsehen und alleine sein waren bei mir an der Tagesordnung. Alleine bezieht sich hier auf andere Kinder.

    Meine „Mutter“ erzählte mir zwar immer was von toller Natur und gesunder Ernährung. Aber erzählen und zeigen sind halt zwei verschiedene Dinge.
    Tolle Natur war bei ihr immer der Friedhof (wegen den Blumen) und gesunde Ernährung bestand dann bei ihr oftmals in Konservendosengemüse. Nein, ich mag meine „Mutter“ nicht aus vielen verschiedenen Gründen. Aber das ist eine andere Geschichte und gehört nicht hierher.

    Ich habe es als Kind nicht lernen dürfen, wie toll ein Spaziergang im Wald sein kann und muss es mir als Erwachsene mühsam selber erlernen. Aber es ist ja nie zu spät, um etwas Neues zu erlernen.

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