Wie viel Wasser verbraucht der Mensch?

In den letzten 100 Jahren ist der Wasserverbrauch pro Kopf von 20 auf 130 Liter gestiegen. Dennoch sind diese 130 Liter nur 3% der Wassermenge, die wir tatsächlich täglich verbrauchen. Die Produktion der Lebensmittel und unserer Bekleidung verschlingt nämlich unglaubliche Wassermengen.

Wieviel Wasser isst Du auf?
Wieviel Wasser isst Du auf? – Eine Infografik von www.industrystock.de

Wasser ist nicht gleich Wasser

Wie aus der Grafik schön zu erkennen ist, setzt sich unser Gesamtverbrauch von Wasser aus der Wassermenge, die wir persönlich verbrauchen und dem virtuellen Wasser zusammen.

Der weitaus höhere Anteil entfällt auf das virtuelle Wasser, daher liegt hier auch das größte Potential des Wassersparens, was jetzt natürlich nicht bedeutet, dass wir das Wasser in unserem Haushalt verschwenden sollen.

Jedoch erreichen wir eine wesentlich höhere Einsparung von Wasser durch eine Verhaltensänderung.

Tipps zur Reduzierung von virtuellem Wasser:

1. Weniger Fleisch!
Reduziere Deinen Fleischerbrauch. Wenn Du Fleisch isst, dann aus Grasfütterung bzw. Weidehaltung

2. Weniger Abfall!
Verwenden statt verschwenden. Reduziere den Lebensmittelabfall.

3. Weniger Obst und Gemüse, das bewässert werden muss!
Kaufe Gemüse, das bei uns mit natürlicher Beregnung wächst. Kartoffeln aus Ägypten müssen bewässert werden, auf unseren Feldern reicht der Regen aus.

4. Weniger verbrauchen!
Nutze das, was Du besitzt so lange wie möglich.

5. Weniger Kleidung!
Die Herstellung von Baumwollkleidung erfordert große Mengen an Wasser. Gib der Kleidung eine 2. Chance, kaufe Second-Hand.

6. Weniger Kaffee!
Ich ergänze mal diesen Punkt aufgrund des Kommentars von Nanne. In einer einzigen Tasse Kaffee sind 140 l Wasser enthalten. Da bleibt einem die Luft weg, oder?

weitere Informationen zu diesem Thema im Netz:

Utopia – virtuelles Wasser
Wassersparen im Haushalt – Download Greenpeace
Wasserfußabdruck berechnen
virtuelles Wasser versteckt im Einkaufskorb


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24 Kommentare zu “Wie viel Wasser verbraucht der Mensch?

  1. Ich finde krass, wie viel Wasser für den Anbau von Kaffee draufgeht. Alle reden davon weniger Fleisch zu essen (was total gut ist), aber verzichtet deswegen jemand auf Kaffee?
    Ich frage mich manchmal auch, wie stark der Konsum von Milch gestiegen ist, seitdem es vermehrt Kaffeegetränke mit Milch gibt.
    Liebe Grüße
    Nanne
    P.S. Die heute selbst einen Milchkaffee getrunken hat, obwohl sie davon Magenschmerzen bekommt. Ich bin nicht perfekt :o)

    • Hallo Nanne!

      Oh, vielen Dank für den Einwurf mit dem Kaffee, das sollte ich in der Liste unbedingt noch ergänzen (wobei ich meine Beiträge nicht editiere nach der Veröffentlichung, vielleicht mache ich eine Ausnahme heute).

      Ich trinke nämlich gar keinen Kaffee und daher entschlüpft er manchmal meiner Aufmerksamkeit.

      lg
      Maria

  2. Kaffee?? Das wusste ich nicht…. Ich liebe meine tägliche Tasse Kaffee….. Da muss ich allerdings dann doch noch mal drüber nachdenken. Dafür esse ich weder Fleisch, noch nutze ich Milchprodukte oder andere tierische Produkte. Aber ob das den Kaffee aufwiegt? Hmpf….
    Danke fürs Aufzeigen!

  3. Liebe Maria!
    Der Kaffee sollte einem wirklich zu denken geben, ist schließlich auch ein Modegetränk, manchmal trinkt man es fast unbewusst bei der Arbeit nebenher ohne darüber nachzudenken
    Diese Tassen werde ich versuchen wegzulassen und stattdessen 1-2 Tassen (oder was man zum Wachbleiben nun so braucht) bewusst genießen. Insgesamt bin ich nicht für radikale Verbote. Aber wenn alle etwas bewusster konsumieren wäre schon viel erreicht.
    Liebe Grüße,
    Marlene

    • Hallo Marlene!

      Da gebe ich Dir vollkommen recht!

      Warum es mir wichtig war, die Grafik zu zeigen ist, dass das virtuelle Wasser tatsächlich den wesentlich größeren Anteil an der Wasserverschwendung hat und daher hier am effektivsten angesetzt werden kann.

      Deinen Genusskaffee will ich Dir aber nicht verderben!

      lg
      Maria

      • Ich finde die Grafik auch sehr anschaulich – da wird einem bewusst, dass das oft propagierte kürzer duschen gegen Fleisch-, Kaffee- und Baumwollkonsum nur ein Tropfen auf dem berühmten heißen Stein ist! – Vielen Dank fürs Teilen! Lg, Marlene

  4. Oh wie krass ist das denn?!
    Dass die Fleischproduktion nicht gut für die Umwelt ist, wußte ich ja, mit ein Grund für mich, auf Fleisch zu verzichten. Aber dass Kaffee so viel Wasser verschlingt, das wußte ich auch nicht! Wahnsinn, oder? Auch wenn ein Kilo Kaffee wesentlich langsamer verbraucht wird, als ein Kilo Fleisch, schockiert mich das jetzt doch ein bisschen.
    Also sofort total auf Kaffee verzichten werde ich sicher nicht, zumal ich noch welchen im Haus habe, aber ich werde ihn mit Sicherheit bewußter trinken und meine Konsum reduzieren!
    Vielen Dank liebe Maria, dass du mich immer so zum Nachdenken und Umdenken anregst! 🙂
    Liebe Grüße
    Biggi

    • Hallo Biggi!

      Beim Kaffee ist es auch wichtig, dass man auf fairtrade achtet. Das wollte ich hier in diesem Kommentar mal ergänzen.

      Und es freut mich, dass ich Dich (und hoffentlich auch andere) zum Nachdenken anrege. Danke für die schöne Rückmeldung!

      lg
      Maria

  5. Dass Kaffee so gewaltige Mengen an Wasser verbraucht habe ich auch nicht gewusst. Vielen Dank für die Information.
    Öfters mal einen Tee zu trinken (der ist trotz Fair-Trade dann ja immer noch billiger als normaler Kaffee) ist sicher eine Alternative.

    Generell finde ich, dass viele Menschen viel zu sorglos mit Wasser umgehen. Wenn man beispielsweise aus einer wasserreichen Region kommt (wie rund um das Hochschwabgebiet), ist Wassersparen für viele nicht so wichtig und das Wasser läuft z.B. die ganze Zeit während dem Zähneputzen. Zumal die Gemeinde mit einem höheren Wasserverbrauch ja auch mehr Einnahmen haben. Kommt man allerdings aus wasserärmeren/regenärmeren Gegenden wie der Südoststeiermark wird auch schon mal das kalte Wasser vom Duschen fürs Bodenwischen aufbewahrt. So unterschiedlich sind die Gewohnheiten.

    Wenn man die Leute dann auf ihr Verhalten hinweist kommt gerne der Satz „Aber ich alleine kann ja sowieso nix an der Gesamtsituation ändern. Warum soll ich mich also verbiegen?“.

    Liebe Grüße, Daniela

    • Hallo Daniela!

      Wie ich diesen Spruch hasse. Das ist bloß eine Ausrede nichts zu tun und hält das System am laufen. NICHT GUT!

      Zum Thema Tee – super sind Kräutertees, die man auch in der Natur oder im eigenen Garten pflücken kann. Keine Verpackung, keine langen Transportwege und kein virtuelles Wasser!

      Sehr lecker zum Beispiel Melisse und Pfefferminze aus dem Garten, aber auch Fenchel kann man gut ziehen.

      lg
      Maria

  6. Hallo,
    ich glaube, schwarzer und grüner Tee sowie Rotbuschtee aus Afrika verbrauchen bestimmt auch ordentlich virtuelles Wasser. Aber die von Maria angesprochenen Kräutertees sind eine gute Alternative.
    Ich achte bei Kaffee (für meinen Mann) und Tee immer darauf, dass er auf jeden Fall Bio ist (keine Anwendung von Pestiziden) und dann kaufen wir möglichst Kaffee bei Firmen, die ihre Lieferanten oder möglichst die Bauern persönlich kennen. Direktabnehme, denn dem Fair trade Siegel ist zum Beispiel nicht zu trauen, wie gerade im Spiegel stand.
    Da gibt es in Deutschland bei Kaffee mittlerweile ganze viele kleine Röstereien, die da tolle Arbeit machen. Da gibt es auch unglaublich viele Aromen und Mischungen zu entdecken.
    LG Nanne

    • „Die Hauptanbaugebiete für Tee liegen in Regionen mit hohen Niederschlagsmengen. Entsprechend günstiger fällt im Vergleich zum Kaffee der Wasserfußabdruck aus. Für eine Tasse Tee (0,25 l) werden nur 30 l Wasser benötigt.“

      Das habe ich im Internet als Info gefunden.

      Trotzdem denke ich dass heimische Kräutertees, vor allem wenn ich sie selbst gesammelt habe, insgesamt ökologisch besser abschneiden.

      Neben dem virtuellen Wasser gibt es natürlich noch andere Kriterien zur Beurteilung (es ist ja alles nicht so einfach!) wie z.B. der Transportweg und der damit verbundene CO²-Ausstoß und der Kraftstoffverbrauch.

      lg
      Maria

  7. Das gibt mir eine Menge zu denken, denn es ist ja nicht nur der Kaffee (den ich auch allzu gern trinke), sondern es sind überhaupt alle Nahrungsmittel, die nicht ‚hier‘ wachsen (also regional) und auch alle industriell gefertigten, wo dann z.B. auch Nudeln oder Reis zu erwähnen wären. (Wie gut, dass ich Kartoffeln so gerne mag.)

    Letztendlich läuft alles darauf hinaus, nicht nur bei der Ernährung: regional, saisonal, aber vor allem: WENIGER konsumieren!

    LG und danke für den Gedankenanstoß.

  8. Hallo Maria,
    der virtuelle Wasserverbrauch von Kaffee schlägt ja in den Kommentaren ziemlich hohe Wellen. Da scheint es allerdings ein kleines Mißverständnis zu geben, nämlich die Tatsache, daß hier der gesamte Wasserverbrauch in einen Topf „gegossen“ wird. Es gibt jedoch die kleine, aber feine Unterscheidung zwischen grauem (bösem) und grünem (gutem) Wasser. Solange aber der Kaffee in Regionen angebaut wird, die sich für den Kaffeeanbau klimatisch eignen, handelt es sich zu einem erheblichen Teil um (grünes) Regenwasser, das die Pflanzen zum Wachsen benötigen.
    Nur wenn Kaffee in Gebieten mit zu geringen Niederschlägen angebaut wird, wie das beispielsweise in Teilen Brasiliens der Fall ist, muß das Regenwasser durch künstliche Bewässerung ersetzt werden. Dabei handelt es sich dann um graues Wasser, das an anderer Stelle dann oft fehlt. Wenn man also darauf achtet, wo der Kaffee, den man trinkt, angebaut wurde, kann man ihn ohne schlechtes Gewissen genießen.
    Übrigens wird auch oft die Meinung vertreten (ich kann nicht beurteilen, ob zu recht), daß in Mitteleuropa Wasser im Überfluß vorhanden sei, so daß hierzulande keine Notwendigkeit zum Wassersparen bestehe.
    Trotz alledem ist es sicher nicht verkehrt, den eigenen Umgang mit Wasser – ob virtuell oder real – kritisch im Auge zu behalten.
    LG, Manuel

    • Hallo Manuel!

      Das ist sicher ein guter Einwurf, ich denke bei den 140 l wird vor allem der Kaffee gemeint sein, der bewässert werden muss.

      Daher kommt auch – wie bei einem anderen Kommentar erwähnt – auch der Unterschied beim Tee, der hauptsächlich in Regionen angebaut wird, wo nicht bewässert werden muss.

      Unabhängig davon ist Kaffee jedoch insgesamt kritisch zu beurteilen. Einerseits aus der Sicht fairtrade und andererseits auch weil er von so weit her transportiert werden muss.

      Ich trinke bereits mein Leben lang KEINEN Kaffee, das war aber keine Kopfentscheidung, ich mag ihn einfach nicht, Koffein bekommt mir nicht.

      Nicht überall in Mitteleuropa gibt es Wasser im Überfluss, da gebe ich Dir völlig recht. Daher ist es selbstverständlich wichtig, den eigenen individuellen Gebrauchswasserverbrauch kritisch zu betrachten.

      lg
      Maria

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  12. Beim Wassersparen im eigenen Haus sollte man auch immer die Situation in den Abwasserrohren bedenken. Viele Städte haben in den siebzigern viel zu groß kalkuliert und sind jetzt auf regen Wasserverbrauch angewiesen, damit die Leitungen frei bleiben. Wenn in diesen Städten zu viel Wasser gespart wird, dann müssen die Leitungen regelmäßig gespült werden. Der Wasserverbrauch der Stadt lässt sich also nicht verringern. Dann sollte man das Leitungsspülwasser doch vorher lieber noch für etwas benutzen. (Oder bei der Stadt anregen, dass doch wenigstens nicht mit Trinkwasser gespült wird)
    Das gilt allerdings nur für kaltes Wasser. Warmes Wasser verschwendet zwar nicht mehr Wasser, aber dafür die Energie, die zum Aufwärmen benötigt wird.
    Auch sonst ist es natürlich besonders wichtig, WO das Wasser gespart wird. Die Kartoffeln in Ägypten sind sicherlich ein größeres Problem als die Bio-Rinder aus Deutschland, welche mit Regenbewässerten Futtermitteln großgezogen werden. (Gibt auch in Deutschland andere)

    • Hallo Claudia!

      Das mit den Abwasserrohren habe ich auch schon gehört. Vor allem auch im Bereich vom WC ist das ein Problem in den letzten Jahren geworden, da fast alle WCs diese Wasserspartaste für das kleine Geschäft haben. Und dann funktioniert das mit dem Papier nicht mehr so richtig!

      Wie gut, dass ich kein WC-Papier mehr verwende 😉

      Und mit dem Unterschied Warm/Kaltwasser stimme ich Dir natürlich auf jeden Fall zu!

      lg
      Maria

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