Wie weit haben wir uns eigentlich wirklich von der Natur entfernt? #3

Dieser Gedanke kommt mir in letzter Zeit immer wieder einmal, deshalb möchte ich heute ein wirklich schönes Beispiele dafür zeigen. Das Thema entwickelt sich langsam zu einer kleinen Serie…

Frisch in den Frühling

In einer Zeitschrift habe ich einen Beitrag mit 5 Ernährungstipps und dem Teaser „frisch in den Frühling“ samt nachfolgendem Bild gefunden.

dieses Bild habe ich in einer Zeitschrift gefunden

dieses Bild habe ich in einer Zeitschrift gefunden

Ins Auge gesprungen ist mir gar nicht so sehr die Plastikverpackung (aber natürlich auch die), sondern vielmehr die Art von Salat bzw. Gemüse, was sich darin befindet.

Bitte schön was davon hat im Frühling Saison?

Die Mais ganz sicher nicht und die Oliven schon gar nicht. Die Tomaten sind noch winzige Pflänzchen, denen es zu kalt ist im Garten zu wachsen. Und auch der Radicchio hat erst in einigen Monaten Saison. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass es bereits einheimischen grünen Salat gibt, dürfte der aber doch aus geschütztem Anbau kommen.

„Greifen Sie zu regionalen Lebensmitteln“

Das ist einer der 5 Ernährungstipps. Wird aber wohl auf den eigenen Bildern nicht wirklich eingehalten, denn nichts davon hat bei uns im Frühling Saison. Und die Bananen auf dem Bild darunter bzw. die getrockneten Ananas-Stücke in Plastik verpackt (das habe ich nicht fotografiert, denn dann wäre es zu eindeutig gewesen wo ich das gelesen habe) wachsen gar nicht bei uns!

Auch bei den Oliven frage ich mich ernsthaft, ob die überhaupt in Österreich oder Deutschland angebaut werden. Ich denke eher nicht, denn die brauchen doch etwas mehr Wärme um zu reifen.

Sehe nur ich das?

Ich frage mich, ob nur ich das sehe oder ob das auch anderen Menschen auffällt? Kann es sein, dass viele Menschen wirklich nicht mehr wissen, was im Frühling wächst und welches Ost und Gemüse wann reif wird?

Wissen wir überhaupt noch, welches Obst und Gemüse zu welcher Zeit bei uns wächst?

Das ist eine Zeitschrift, die den Anspruch erhebt, gute Tipps und wertvolle Informationen zu geben. Das kann doch nicht mit solchen Bildern untermauert werden?!

„Gesundes“ Fastfood in Plastik?

Und dann frage ich mich natürlich auch, warum man einen Text mit gesunden Ernährungstipps ausgerechnet mit in Plastik verpackten Fertigprodukten bebildert.

Es ist schon eine seltsame Welt, in der wir heute leben!

Der Bauernmark ist ein guter Lehrer

Wenn man nicht im Supermarkt sondern am Bauernmarkt einkauft, dann ist Obst und Gemüse automatisch regional und saisonal. Mit der Zeit bekommt man dann auch eine Ahnung, was gerade Saison hat.

Preislich ist das noch dazu günstiger und man bekommt alles ohne Plastikverpackung zu kaufen.

so sieht es derzeit am Bauernmarkt aus

so sieht es derzeit am Bauernmarkt aus

Linktipp:

Bio-Austria: Saisonkalender
Utopia: Saisonkalender


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47 Kommentare zu “Wie weit haben wir uns eigentlich wirklich von der Natur entfernt? #3

  1. Hallo Maria.
    Wir jetzt nicht grade, aber viele andere leben was das angeht auf dem Mond.
    Was es jetzt aber in Unmengen im Garten gibt ist Arbeit und frische Kräuter.

    Liebe Grüße
    Andrea

    • Hallo Andrea!

      Zum Glück gibt es mittlerweile ganz viele Menschen, die davon Abstand nehmen rund ums Jahr Erdbeeren und Tomaten zu kaufen, egal wo sie herkommen.

      Mir ist bewusst, dass gerade die Leser von meinem Blog da anders orientiert sind und sich viel mehr für diese Dinge interessieren und auch mehr in Einklang mit dem Jahreslauf leben. Sonst würden sich sie für das, was ich schreibe ja gar nicht interessieren 😉

      Die ersten zarten Pflänzchen habe ich schon aus dem Garten geerntet, Bärlauch, Giersch und Spinat gab es schon und war super lecker.

      lg
      Maria

  2. Ich glaub auch, dass das Problem darin liegt, dass im Supermarkt die paar Sorten die es dort gibt, das ganze Jahr über erhältlich sind. Nur das Herkunftsland ändert sich immer mal wieder im Verlauf des Jahres….

    Wieder mal ein sehr schöner Denkanstoß! Vielleicht magst du ja noch einen „Gemüsekalender“ posten, damit die Unwissenden, aber Interessierten eine ungefähre Ahnung bekommen 😉

    Liebe Grüße, Daniela

  3. Bevor ich Deinen Text gelesen habe, dachte ich auch sofort: Mais? Oliven?
    Ich unterhalte mich immer wieder mit Leuten über saisonales Obst und Gemüse und bin immer wieder erstaunt, wie wenig manche wissen. Bevor ich einen Garten hatte, war mir vieles aber auch nicht klar. =)

    • Hallo Sarah!

      Ein eigener Garten ist sicher sehr hilfreich im Beobachten der Natur und im Mitleben des Wechsels der Jahreszeiten.

      Aber auch der Bauernmarkt spiegelt das wunderschön wieder und deshalb gehe ich dort so gerne hin.

      Außerdem ist Gemüse im Grunde meine Hauptnahrungsquelle 😉

      lg
      Maria

  4. Ich denke es ist eine Mischung aus nicht mehr wissen was gerade reif ist und dem Bedürfnis zu jedem Zeitpunkt alles haben zu können und wollen. Vielen ist es schlicht egal, woher ihr Essen kommt, Hauptsache es ist schön billig und immer erhältlich.

    Vor knapp zwei Jahren hatte ich in Bezug darauf ein Schlüsselerlebnis, ich war in einem kleinen Bioladen auf dem Land, es war ein recht kalter Märztag, als eine ältere Frau, so um die 70 würde ich tippen, hereinkam und lauthals fragte, warum es denn noch keine frischen Erdbeeren gebe. Da war ich ehrlich gesagt schon etwas schockiert, diese Frage und die allgemeine Einstellung der Dame erklärte aber vieles, was mich zu diesem Zeitpunkt beschäftigte.

    • Hallo Julchen!

      Danke für Dein ausführliches Kommentar, das wirklich ein sehr schönes Beispiel dafür ist.

      Ist ja auch wirklich eine Frechheit, dass die Erdbeeren im März, wenn der Schnee noch im Schatten liegt und von den Bergen runter schaut, noch nicht reif sein wollen 😉

      Die Gier der Menschen ist wahrscheinlich ihr größter Feind.

      lg
      Maria

  5. Hallo Maria,

    ich hab auch sofort auf das Bild geschaut und gedacht: wie bitte? Mais? Oliven? Ich lebe zwar in der Stadt und habe keine Garten, aber als Kind hatten meine Eltern einen Schrebergarten, von daher habe ich schon einen gewissen Bezug dazu, was gerade Saison hat. Aber ansonsten reicht es doch auch, die Herkunft des Obstes/ Gemüses zu betrachten, da müsste es doch mal „Klick“ machen.Aber die Menschen sind so verwöhnt und gedankenlos, da kann ich oft nur noch mit dem Kopf schütteln. Wie bei einer Kollegin. Die kauft für viel Geld Erdbeeren im März und wundert sich, dass die nicht schmecken, wo die doch so teuer sind? Auf meine Frage, was der Preis mit dem Geschmack zu tun hat, hat sie leicht verwirrt geschaut. naja…

    LG Uta

    • Hallo Uta!

      Im Geschäft auf das Herkunftsland zu schauen hilft sicher. Jetzt kommt das große ABER – Deutschland ist schon groß und wenn jemand an der Grenze zu Österreich lebt ist es möglicherweise sinnvoller Gemüse aus Österreich zu kaufen und für uns Österreicher im Süden kann es gut auch einmal näher sein aus italien zu kaufen.

      Deshalb auch immer mein Hinweis auf den Bauernmarkt, das ist nämlich wirklich regionales Obst und Gemüse im Umkreis von rd. 50 km gewachsen.

      Dein Beispiel mit den Erdbeeren zeigt auch sehr schön die Mentalität der Menschen. Mit Geld kann man eben nicht alles kaufen kann ich dazu nur ergänzen!#

      lg
      Maria

      • Mit den Oliven hätte ich da noch nicht mal so ein Problem, die werden ja eingelegt und halten sich so sehr lange, also spielt da die Saison nicht so die Rolle. Außerdem sind sie nicht Hauptzutat, sondern eher zum Würzen und Naschen, also eher Kleinmengen, da muß zumindest bei mir nicht immer alles direkt um die Ecke herkommen. Aber der ganze Rest – ohweh.
        Und gerade bestimmte Frühlingssachen wie Bärlauch sind nur so kurz verfügbar und so lecker, daß man das auf keinen Fall verpassen sollte 🙂

        Bei dem Beispiel mit der 70jährigen, die im März Erdbeeren fordert, wundere ich mich aber schon. Die Frau ist doch in einer Zeit aufgewachsen, wo man nur Saisonales bekam, die sollte das doch wissen? Bei solchen Leuten frag ich mich immer, ob die in den letzten 20 Jahren gehirngewaschen wurden?

  6. Wir haben uns ja schon oft darüber ‚unterhalten‘. Es ist tatsächlich so, dass sich die meisten der Natur (und überhaupt den Dingen) total entfremdet haben. Es wird von zu Hause aus nicht mehr weiter gegeben und in der Schule erfährt man auch nichts darüber.

    Ich schüttele inzwischen nur noch den Kopf, halte aber oft meinen Mund, weil ich keinen belehren oder bevormunden will. Mit dem Thema ‚Saisonkalender‘ habe ich mich ja auch schon beschäftigt und sehr gestaunt, dass es gerade im Frühling am kargsten zugeht. Das Lagergemüse geht dem Ende zu und bis es frische Frühlingsware gibt, dauert es noch ein wenig. Es fängt gerade erst an.

    Radieschen hatten wir gestern auch, allerdings – muss ich gestehen – mit Kopfsalat. Aber Kräuter aus meinen Töpfen habe ich schon geerntet. Es ist sowieso gut, die Spitzen abzuschneiden, damit alles dichter wächst.

    LG und ich bin gespannt auf weitere Posts zu Thema,
    Ingrid

    • Hallo Ingrid!

      Die Frühlingsmüdigkeit kommt nicht vom Winter sondern weil im Frühling so wenig da ist.

      Wildkräuter und Wildpflanzen sind da eine gute Gelegenheit, die wilde Natur ist da wesentlich schneller als der Mensch nachhelfen kann.

      Meine Schwiegermutter zieht auch einiges Im Folientunnel, daher hatten wir schon eigenen Salat, Spinat und Feldsalat (Vogerlsalat wie er bei uns heißt).

      Geschützer Anbei ist an sich nicht schlecht, nur geheizte Glashäuser sind ökologisch nicht sinnvoll finde ich.

      Der nächste Beitrag ist schon in den Startlöchern 😉

      lg
      Maria

  7. Hallo Maria,

    ich bin da zugegebener Maßen in einem Dilemma. In Deutschland achte ich zwar auf Regionalität, aber Bananen aus regionalem Anbau gibt es in Deutschland logischer Weise nicht. Bisher konnte ich mich aber auch noch nicht durchringen, deshalb auf sie zu verzichten.

    Im Moment muss ich mir darum zum Glück auch keine Gedanken machen, aber mich beschäftigt schon länger, wie ich das eigentlich nächsten Winter halte. Von alles regional verfügbar in Israel wird es ein anstrengender Abstieg in Deutschland werden. 😦

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • Hallo Philipp!

      Ich habe da eine ganz einfache Lösung. Gekauft wird regional und saisonal.

      Alles andere wie z.B. Bananen bekomme ich über foodsharing, wenn ich doch einmal Lust darauf habe. Das sind Lebensmittel, die keiner mehr haben will und die am Müll landen würden.

      Ich finde saisonal zu essen nicht schlimm, im Gegenteil. Wenn das Gemüse Saison hat, dann freue ich mich schon voll darauf. Wenn es vorbei ist, hat schon wieder etwas anderes Saison, worauf ich mich dann auch sehr freue.

      Seitdem ich das mache, esse ich viel abwechslungsreicher, auch wenn es auf den ersten Blick absurd erscheinen mag.

      lg
      Maria

      • Ist schon schlimm, wenn Menschen Lebensmittel wegschmeißen, nur weil sie einen braunen Fleck haben.
        Ich beziehe mich hier mal ganz speziell auf die Bananen. Warum müssen die denn immer schön hellgelb sein?
        Richtig süß schmecken die doch erst, wenn sie leichte braune Flecken bekommen.
        Aber ich denke mal, dass viele das so gar nicht wissen.

  8. Das bezieht dein Thema nur teilweise ein: Wir haben gestern eine Dokumentation gesehen über Deutsche, die für 14 Tage in einem Café in Island gekocht haben. Es ging dort auch viel um die typisch isländische Küche, die vor allem aus Fisch, Wal, Schaf und Pferdefleisch besteht. Ich fand das total interessant, denn es gab auch eine Vegetarierin unter den Deutschen. Auch ich selbst hätte ein Problem mit Schafsköpfen und Fohlenfleisch. Aber das ist eben die regionale Küche ohne die Menschen früher auf keinen Fall überlebt hätten. Gemüse ist teuer auf Island und wird meist importiert.

    Ich muss ehrlich gestehen: ich weiß manchmal überhaupt nicht, was Saison hat. Im Bioladen, wo ich kaufe, erkennt man es manchmal ein wenig an den Preisen, z.B. Pflücksalat ist jetzt günstiger, als noch vor einer Woche und hat den Preis, den er letztes Jahr im Sommer auch hatte. Frischen Spinat gibt es dort auch nur zur Saison (heute mache ich Pesto) und die Äpfel sind langsam nicht mehr schön. Bald gibt es auch keine mehr bis dann wieder die Herbsternte da ist.
    Aber es gibt den ganzen Winter über Tomaten und ich kaufe seit zwei Wochen ehrlich gesagt, auch schon welche (die schmecken aber auch nach Tomate, im Gegensatz zu diesen Wassertomaten). Paprika und Avocado gibt es auch immer. Damit befriedigen sie aber vermutlich einfach auch die unter Ökomenschen vorhandene Nachfrage.
    Es gibt immer wieder Produkte, die es eindeutig nur in der Saison verkauft werden (oh, was habe ich letztes Jahr die Nektarinen verschlungen – saisonal, nicht regional :o))…

    Gut finde ich auch, dass du ansprichst (im Kommentar), dass Regionalität nicht an Ländergrenzen Halt macht. Für uns sind Teile der Niederlande viel näher, als Süddeutschland, d.h. ggf. wäre es sinnvoll Sachen von dort zu kaufen.

    Was freue ich mich auf Spargel! Das ist doch auch schön! Letztes Jahr habe ich mich zum ersten Mal rangetraut und gerade grünen Spargel sehr lieb gewonnen. Den gibt es hier direkt vom Hof (konventionell, aber regional) oder aus dem Bioladen aus Deutschland, ohne weitere Angabe. Aber es dauert noch bisschen… Sammle schon Rezepte…
    Liebe Grüße
    Nanne

    • Hallo Nanne!

      Die Geschäfte spiegeln die Jahreszeit auch nicht wirklich wider. Durch die Globalisierung hat sich das total vermischt und – so wie Du schreibst – es macht auch nicht vor dem Bioladen halt.

      Ich wiederhole mich schon wieder und es ist mir schon fast peinlich – am Bauernmarkt sieht es einfach anders aus, die Sachen kommen aus dem Umland, werden reif geerntet und schmecken einfach wirklich besser. Manchmal waren sie am Morgen des Verkaufstages sogar noch auf dem Feld.

      Ich habe das Glück in meiner Nähe eine reiche Auswahl sogar an täglichen Märkten zu haben. Das weiß ich wirklich zu schätzen!

      lg
      Maria

      • Ich habe leider auch andere Erfahrungen mit Bauernmärkten gemacht (das eben ggf. vom Großhandel dazu und teuer verkauft wird – was ich von einer Freundin weiß, die als Verkäuferin dort gearbeitet hat – das mag nicht für alle gelten, ist nur ein Fall den ich kenne und schade finde und der leider Skepsis hinterlässt). Grundsätzlich klappt das bei uns im Bioladen ganz gut – und ich kaufe ja selbst ein paar nicht saisonale/regionale Produkte dort, also verurteile ich das nicht.

        Grundsätzlich gibt es in Bremen aber viele Ökomärkte, wo Bauern aus dem Umland ihre Waren verkaufen. Wir haben hier in der Umgebung ja für eine so große Stadt schon einiges an regionaler Landwirtschaft. Ein Hof, an dem wir regelmäßig auch vorbei fahren, wenn wir zur Familie reisen, hat in der Nähe von unserem Garten auch einen Hofladen. Da will ich bald mal vorbei gucken, habe den erst vor eineinhalb Wochen entdeckt.
        lg Nanne

      • Hallo Nanne!

        Es ist schade, wenn einzelne schwarze Schafe den Ruf einer an sich sehr guten Sache so schaden können.

        Ich wünsche Dir sehr, dass Dir der Hofladen gefällt, Du viele gute Sachen findest und gerne wieder hingehen magst.

        lg
        Maria

  9. Ich habe mich vor einigen Wochen auch gewundert, dass in einer Kochzeitschrift, die „saison“ sogar im Namen trägt, bei Rezepten mit „aktuellem Obst“ Ananas und Mangos vorkamen. Und letzthin hat sich eine Kollegin in der Mittagspause darüber beklagt, dass die Tomaten aus dem Bioladen zwar teurer sind, aber nach genauso wenig schmecken wie die normalen… Aber es ist schon so, im Supermarkt gibt es durchs ganze Jahr hindurch weitgehend dasselbe, unabhängig von der Jahreszeit, da verliert man als unbedarfter Stadtmensch schnell den Bezug zu saisonalen Erntezeiten.

    „Auch bei den Oliven frage ich mich ernsthaft, ob die überhaupt in Österreich oder Deutschland angebaut werden. Ich denke eher nicht, denn die brauchen doch etwas mehr Wärme um zu reifen.“
    Olivenbäume können hierzulande zwar knapp überleben, damit sie aber normal wachsen und Früchte tragen, darf es im Winter nicht unter 5° kalt werden. Sie wachsen natürlicherweise also nicht mal in Italien überall, geschweige denn nördlich der Alpen.

    LG, Julia

    • Hallo Julia!

      Die nächsten Olivenbäume, die ich kenne, wachsen am Gardasee. Die Erklärung dazu hast Du sehr schön geliefert, danke!

      Für mich ist es nicht schwer, auf Obst und Gemüse zu verzichten, das gerade nicht saisonal erhältlich ist. Ich bin beim Essen ein totaler Genußmensch und ich weiß, dass Obst und Gemüse einfach nur dann gut schmeckt, wenn es auch reif geerntet wird.

      Danke für Dein ausführliches Kommentar!

      lg
      Maria

  10. Na, ganz so stimmt das nicht.
    Radicchio kann man ganz wunderbar über den Winter unter einem Vlies weiterziehen, ein paar Äste vopm Weihnachtsbaum drüber und er wächst – meiner ist schon seit 2 Wochen immer wieder auf dem Tisch. Der grüne Salat kann auch Wintersalat sein, den gibt es im eher kühlen Österreich auch schon wieder seit einigen Wochen aus dem Garten.
    Aber keine Frage – doofes Hochglanztitelblatt mit Einleggemüse ist jetzt nicht Frühling ;-))

    • Hallo Anna!

      Danke für Dein Kommentar und ich kann Deinen Einwand auch verstehen, das stimmt auch bedingt.

      Im eigenen Garten, mit viel Liebe gezogen, gibt es schon einiges früher, als es eigentlich Saison hat.

      Allerdings nicht im großen Stil angebaut, da lohnt der Aufwand nicht.

      Im Supermarkt kommen sogar teilweise Gemüsesorten, die bei uns schon wachsen, noch immer aus Italien oder Spanien, einfach weil sie dort billiger produziert werden.

      Ich hatte heute Lust auf Salat und habe Großteils in Plastik verpackten Eisbergsalat aus Spanien gefunden sowie vorgeschnittenen Mischsalat im Plastiksack.

      Dann bin ich wieder gegangen und gut war es. Im anderen Geschäft gab es offenen Krauthäupl aus Österreich.

      Also ja, es gibt schon grünen Salat, er kommt allerdings sicher aus dem geschützten Anbau (was nicht schlecht ist, solange es kein geheiztes Glashaus ist).

      Mir ging es mehr um das Gesamtbild, das hier vermittelt wird und in keinster Weise einem Frühlingssalat entspricht.

      lg
      Maria

  11. immer mehr finde ich einige wenige (2-3) Lebensmittelkonzerne kontrollieren eigentlich das ganze Geschehen, und damit vor allem auch uns. Ihnen wird immer mehr Macht und Einfluss zugespielt. Dazu kommen noch Handelsabkommen mit USA, das zusätzlich schlechte Lebensmittel und vor allem genmanipulierte Lebensmittel ermöglicht. Wir sind immer mehr von denen abhängig, helfen kann nur ein Umdenken…

    • Hallo!

      Mich erschrecken diese Veränderungen auch sehr!

      Vor kurzem habe ich eine Filmdoku gesehen, wo es ums Klonen und geklontes Fleisch auf unseren Tellern geht.

      Nur das Ursprungstier muss gekennzeichnet sein, weitere Nachfahren nicht mehr. So kann sehr einfach geklontes Fleisch auch bei uns auf den Markt kommen. Ein sehr erschreckender Gedanke für mich.

      Ich finde es ist wirklich an der Zeit, dass wir Konsumenten zeigen, dass wir das alles so nicht haben wollen!

      lg
      Maria

  12. Stimmt, das Foto würde ich eher in den Winter datieren, wo es KEIN frisches, sondern das abgebildete Gemüse gibt ;-). Birnen aus Chile sind mir gerade heute noch ins Auge „gesprungen“. Ich finde es erschreckend, woher das ganze Obst/Gemüse kommt und was heute als „Frisch“ angeboten wird… Aber es findet offensichtlich seine Abnehmer –
    Ein Hoch auf den eigenen Garten und Regionalobst :-). LG Birthe

    • Hallo Birthe!

      (Weitgehende) Selbstversorgung aus dem eigenen Garten ist natürlich perfekt, da weiß man wirklich, was man isst und frischer geht es nicht mehr.

      Aber natürlich kann nicht jeder einen eigenen Garten haben, in der Großstadt ist dafür kein Platz und man muss die Gartenarbeit auch mögen, nicht jeder mag sich die Zeit dafür nehmen.

      lg
      Maria

  13. Hallo Maria,

    heißt denn Bauernmarkt, man kriegt nur Regionales? Ich kenne nur den Wochenmarkt und da kriegt man ganzjährig Paprika, Tomaten, Zitrone, Orange etc. Für mich wäre es eine Lebenseinschränkung ohne Orangen, Zitronen, Kiwi. Früher haben wir die Biokiste wieder abgeschafft weil da eben so Rübenarten drin waren, die wir auf Dauer nicht mochten. Blieb immer liegen, wurde dann aufwendig verkocht oder als Rohkost verarbeitet von meinen männlichen Mitbewohnern, die gerne kochten. Auf Dauer sahen wir keinen Gewinn. Das höre ich ziemlich oft. Wenn man mit dem einheimischen Gemüse nicht aufgewachsen ist und nichts damit verbindet, sind da auch keine Gelüste drauf in einem angelegt. Das sehe ich als die Ursache.

    Liebe Grüße – Tanja

    • Hallo Tanja!

      Ich weiß leider nicht, wie es in Deutschland ist. Auf den Bauernmärkten bei mir in der Gegend dürfen nur Lebensmittel verkauft werden, die der Bauer selbst erzeugt hat. Damit ist die Regionalität auf jeden Fall gegeben.

      Zu Deinem Einwand wegen „Gemüse, das man nicht gewohnt ist“ möchte ich schon noch etwas sagen. Manchmal ist es auch ein Gewinn, Neues auszuprobieren. Bis voriges Jahr habe ich z.B. keine Kohlsprossen gegessen, ich fand sie immer grauenhaft. Vorigen Winter habe ich sie das erste Mal selbst zubereitet (vorher nur im Gasthaus gegessen) und siehe da – ich fand sie super lecker und sie sind jetzt eines meiner liebsten Wintergemüse.

      lg
      Maria

      • Danke, Maria. Klingt traumhaft dieser Markt. 🙂 So was hatte ich mir schon mal ausgedacht. Schön, dass es das wirklich gibt.

      • Hallo Tanja!

        Mir hat es wirklich ausgesprochen gut gefallen. Finde ich spannend, dass Du ähnliche Ideen schon einmal überlegt hast. In Graz gibt es schon seit vielen Jahren ein Umweltfest, das dieses Jahr das erste Mal als „Umweltzirkus“ umgesetzt wurde.

        lg
        Maria

  14. Hallo Maria,
    ich verfolge schon seit einiger Zeit deinen Blog und ich muss sagen, du sprichst mir aus der Seele. Manchmal frage ich mich wie blind die Leute eigentlich rumlaufen. Die Gier nach allem was sie haben wollen, muss zu jedem Zeitpunkt verfügbar sein. Es müssen Erdbeeren im Dezember sein und die Bohnen müssen aus Eritrea kommen. Ich persönlich möchte das alles nicht mehr mitmachen und in mir sträubt sich der Widerstand. Ich selber möchte wieder altes vergessenes Wissen wieder ausgraben und ausprobieren. Selber kochen, regional und saisonal einkaufen.
    Inspiriert von Dir habe ich mich entschlossen mutig auch einen Blog mit Leben zu erfüllen und mein Blog ist gerade im Aufbau. ich würde mich sehr freuen, wenn du mal vorbeischaust.
    Liebe Grüße aus dem hohen Norden Deutschlands

    Sigi

    • Hallo Sigi!

      Vielen lieben Dank für Deine Rückmeldung, ich freue mich total, dass ich Dich so inspirieren konnte!

      Auf Deinem Blog werde ich natürlich sehr gerne vorbei schauen und bin schon sehr gespannt auf Deine Beiträge.

      Für mich ist „zurück zu den Wurzeln“ und wieder mehr naturverbunden leben auch sehr wichtig, so wie Du schreibst.

      Bis bald einmal!

      lg
      Maria

  15. Pingback: Monatscollage April 2015 | widerstandistzweckmaessig

  16. Hallo Maria,
    erstmal toll, Deine Seite in meinen Tagesablauf drin zu haben. Gucke gerne!

    Gerade die „Unkräuter“ im Garten dezimiert und ein herrliches Pesto draus gemacht.
    Meine geliebten Eierlieferanten haben mich mit 5 Eiern beschenkt – Spätzle waren auch schnell gemacht – und wir haben genossen in Dankbarkeit an Mutter Erde!
    Alles Liebe
    Angela

  17. Ich habe heute auch die ersten Radieschen aus dem Hochbeet geerntet, der Spinat braucht noch ein wenig. Überall geht die Wilde Rauke (Rucola) auf, die musste ich schon dezimieren. 🙂
    Und mittags haben wir uns Bärlauch aus dem Wald geholt und ein leckeres Pesto gemacht, das Glas reicht wohl für einige Zeit.

    Es ist wirklich schade, dass all das Wissen innerhalb einer Generation „dank“ der Supermärkte verloren gegangen ist.

    Mich ärgert z.B. sehr, dass man (wenn die Saison ist 😉 ) nirgends Wachauer Marillen zu kaufen bekommt, weil diese offenbar in erster Linie für den Export gedacht sind. Im Supermarkt bekommt man dann „bestenfalls“ italienische, meist aber noch weiter gereiste. Das ist doch ein Witz. Wir exportieren unsere ausgezeichnete Ware, um (u.U. minderwertigere) zu importieren.

    Über die (Bauern)märkte haben wir uns ja schon mal unterhalten, das ist in unserer Gegend leider ein Problem. Ich bin noch immer auf der Suche nach Alternativen zum Supermarkt. :-/

    So ein Bio-Kistl-Abo hatten wir auch eine Zeitlang, waren damit aber auch nicht wirklich glücklich. Nicht nur wegen der Gemüsesorten, die uns nicht so zusagten, sondern vor allem wegen der Lagerung. Im Sommer vertrocknete die Ware, bis wir am Nachmittag nach der Arbeit nach Hause kamen, im Winter erfror alles. Und es musste auch alles schnell verarbeitet werden, ich sah mich da immer unter Druck, da blieb die Freude auf der Strecke.

    LG Manuela

    • Hallo Manuela!

      Die Sache mit den Wachauer Marillen ärgert mich auch immer wieder. Ich sehe auch immer nur Marillen aus Italien oder Ungarn. Sehr seltsam.

      Ein Bio-Abo habe ich mir auch nicht wirklich vorstellen können, da ich lieber selber aussuche, was ich essen möchte. Allerdings habe ich einen Anbieter gefunden, wo das möglich ist und bin daher sehr zufrieden. Ich rufe einfach an und bestelle, was ich möchte, und bekomme es dann am späten Nachmittag direkt geliefert.

      Für mich ist das eine gute Lösung, zumal wirklich alles lose oder im Glas angeboten wird. Käse kann ich in Papier verpackt bekommen, wenn ich das bei der Bestellung dazu sagen.

      lg
      Maria

  18. Hallo Maria!

    Dass du bei dem Anbieter genau das bestellen kannst, was du möchtest ist toll, so würde ich das auch wollen. Mit dem Abo war es einfach immer zuviel auf einmal und man war gezwungen, das aufzubrauchen. Ist ja auch irgendwie nicht sinnvoll.

    Es ist ja kurios, dass wir in unserer Gegend diesbezüglich so „unterversorgt“ sind, wo doch genügend Bauern in der Gegend sind.

    LG Manuela

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