Müll reduzieren während den Tagen – Teil 7.

In meinem Beitrag über das Menstruationsschwämmchen habe ich zwei Menstruationsschwämmchen verlost und im Gegenzug dazu um einen Erfahrungsbericht in Form eines Gastkommentars auf meinem Blog gebeten.

Heute ist es so weit und zur weiteren Ergänzung der Serie über alternative Menstruationshygiene wird der allererste Gastkommentar mit dem Erfahrungsbericht von Zauberweib auf meinem Blog erscheinen.

Für allgemeine Informationen zum Menstruationsschwämmchen bitte meinen ersten Beitrag anklicken.

Gastkommentar


Ich hatte das Glück, dass ich bei der Schwämmchen-Auslosung gezogen wurde. Vielen Dank noch einmal an Maria fürs Verschenken! (Noch dazu mit Porto ins Ausland!)

Zauberweibs Gewerkel

Nun habe ich eine Premiere – mein erster Gastbeitrag überhaupt! Üblicherweise blogge ich unter „Zauberweibs Gewerkel“ bzw. „Zauberweibs Blogexperiment.

zaubsi

Meine Themen sind hauptsächlich Handarbeiten, Recycling – und meine Blogrunde, auf der ich immer wieder auf teilenswerte Links stoße. Maria ist da immer wieder dabei [Anmerkung: Danke schön, ich freue mich immer total darüber, wenn Dir ein Beitrag von mir so gut gefällt, dass Du darauf verlinkst!]

Nun aber los: Nachdem es bei mir endlich soweit war, dass Anwendungsbedarf bestand, habe ich das Schwämmchen – wie in der Anleitung beschrieben – zunächst in Essigwasser eingeweicht, ca. eine Stunde.

man bekommt eine ausführliche Anleitung beim Kauf

man bekommt eine ausführliche Anleitung beim Kauf

Einführen des Schwämmchens

Da ich lange Jahre eine Mondtasse (Keeper) in Verwendung hatte, bin ich nicht davon ausgegangen, beim Einführen eines Schwämmchens auf Schwierigkeiten zu stoßen. Da wurde ich jedoch eines Besseren belehrt.

Nach dem dritten Anlauf (und einer beherzten Verkleinerung des Schwämmchens) hatte ich die Technik dann aber raus: Mit dem Finger an der Scheidenwand entlang hineinschieben – wenn eine erst weiß wie, klappt das wunderbar.

nass lässt sich der Schwamm ganz klein zusammendrücken

nass lässt sich der Schwamm ganz klein zusammendrücken

Da ich es mit der Schere zugeschnitten hatte, war das Schwämmchen nun natürlich relativ klein geworden. Damit war ich für ca. zwei Stunden versorgt. Bei dem größeren Teil, den man auch auf dem nachstehenden Foto sieht, auch drei Stunden.

hier sieht man den zugeschnittenen Schwamm

hier sieht man den zugeschnittenen Schwamm

Zeit zu wechseln

Im Gegensatz zur Mondtasse hält das Schwämmchen nicht dicht. Wenn es sich vollgesaugt hat, fühlst du es ein bisschen – höchste Zeit, die Toilette aufzusuchen. Ich glaube mich aber zu erinnern, dass das bei Tampons auch so ist, dass frau merkt, wenn Wechselzeit ist.

Es ist unumgänglich, ein Waschbecken zur Hand zu haben! Bei der Mondtasse geht das im Notfall schon mal: auskippen, wieder einsetzen, Finger notdürftig reinigen und halt das nächstverfügbare Waschbecken aufsuchen. Hier muss jedoch direkt eins vorhanden sein. Das Schwämmchen will ja ausgewaschen werden. Wenn eine die Mondtasse schon eklig findet, kommen Schwämmchen also keinesfalls in Frage.

Wechseln geht sehr einfach. Falls der vorgesogene Schwamm nicht eh schon nach vorne gerutscht ist, einfach ein bisschen pressen (dran denken, dass der nicht dicht hält) und dann mit den Fingern rausziehen. Geht völlig einfach und unkompliziert – 100 Punkte.

Das Blut immer mit kaltem Wasser auswaschen damit es nicht gerinnt, danach aber gern etwas warmes Wasser drüberlaufen lassen, damit es beim Einsetzen angenehmer ist. Schwämmchen vorher gut ausdrücken.

Hygiene

den Schwamm immer trocken und luftig aufbewahren

den Schwamm immer trocken und luftig aufbewahren

Vor zwei Jahren bin ich auf Stoffbinden umgestiegen, da ich mit der Mondtasse nicht mehr so recht klar gekommen bin.

Die Stoffbinden werden im Deckeleimerchen mit kaltem Wasser eingeweicht, dann bei 60 Grad mitgewaschen und alles ist wieder sauber. An „Tröpfeltagen“ reicht notfalls auch mal bisschen gefaltetes Klopapier.

Die Schwämmchen hingegegen dürfen z.B. keinesfalls mit kochendem Wasser übergossen werden, da sie sonst porös werden. Einfach nur in (warmes) Essigwasser einlegen, gern auch über Nacht. Zwischen den Zyklen trocknen lassen sowie trocken und staubfrei z.B. in einem Baumwollsackerl aufbewahren. Der Hygiene sollte damit wirklich genüge getan werden – ein bisschen Skepsis bleibt bei mir allerdings.

Komfort

Der Tragekomfort ist super – nichts zu spüren. Außer das Schwämmchen möchte gewechselt werden, dann meldet es sich, was ja eher praktisch ist.

Stoffbinden haben den Nachteil, dass die Suppe manchmal im unpassenden Moment zu laufen beginnt. Da bringt das Schwämmchen ein dickes Plus an Sicherheit!

Allerdings beim Ausklingen der Blutung lohnt es sich nicht wirklich, extra rumzupfriemeln. Da ich bisher mit nur-Binden gut gefahren bin, kann ich mir den zusätzlichen Aufwand da also sparen.

Ich freu mich aber sehr, für die starken Tage und Nächte jetzt einen Extra-Schutz zu haben, der gerade auch im Arbeitsalltag spürbare Erleichterung bedeutet.

Was ich vorher nicht bedacht hatte, war, dass das Schwämmchen (naturgemäß) nicht dicht ist (im Vergleich zur Mondtasse). Das ist nicht weiter schlimm, da ich eh eine Binde zusätzlich trage. Ich hatte einfach vorher nicht daran gedacht und war daher sehr überrascht.

es gibt für jeden die richtige Größe

es gibt für jeden die richtige Größe

Fazit

Meine Empfehlung wäre, sich die größere Variante zuzulegen und auf zwei-drei unterschiedliche Stücke zuzuschneiden. So lässt es sich langsam an die passende Größe „herantasten“.

Ich bin sehr froh, dass ich diese Möglichkeit hatte. Und nochmal ein-zwei „Ersatz-Teile“ schaden schließlich auch nicht…

Falls eine von euch Schwämmchen nutzt und ich irgend etwas Wichtiges vergessen habe anzumerken – bitte sagen!

Dank nochmals an Maria für die Schwämmchen und die Gelegenheit, meinen Bericht hier gastzuposten.

Zauberweib



Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Diesen Beitrag verlinke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit wird die Linkparty vom Blog foolfashion durchgeführt.


Das könnte Dich auch interessieren:

Müll reduzieren während den Tagen – Teil 1. – die Menstruationstasse
Müll reduzieren während den Tagen – Teil 2. – der Menstruationsschwamm
Müll reduzieren während den Tagen – Teil 3. – die verschiedenen Stoffbinden
Müll reduzieren während den Tagen – Teil 4. – selbst genähte Stoffbinden
Müll reduzieren während den Tagen – Teil 5. – die freie Menstruation
Müll reduzieren während den Tagen – Teil 6. – waschbare Slipeinlagen

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Advertisements

10 Kommentare zu “Müll reduzieren während den Tagen – Teil 7.

  1. Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung! Es schadet nie, über mögliche Alternativen zu Tasse oder den herkömmlichen Tampons Bescheid zu wissen.

    Allerdings hätte ich gleich wie du das Problem, mich da überwinden zu können…

    Liebe Grüße, Daniela

  2. Pingback: Kein Sommerloch bei {EiNaB}: Rückblick auf die Juni-Parade | Verrücktes Huhn - Neues aus dem wahren Leben

  3. Pingback: For ladies only! | Weniger ist mehr Leben

  4. Das ist so etwas, womit ich mich so gar nicht anfreunden könnte.

    Das liegt aber daran, dass ich in meiner Kindheit ganz eklige Erfahrungen durch die Frau gemacht habe, bei der ich aufwachsen musste. Diese nahm immer Stoffstücke und legte die gebrauchten blutigen Teile immer vor die Tür, wenn sie baden ging. Eklig sag ich euch. Ich bleibe da lieber bei den üblichen Binden.

    Falls bei euch jetzt Kopfkino angeht…tut mir leid.

    LG von Karin

    • Hallo Karin!

      Jeder hat so seine Grenzen und das ist bei jedem Menschen anders.

      Ich persönlich habe keine Probleme mit meinem Blut und zum Glück Herr Widerstand auch nicht.

      Allerdings hatte ich schon einmal einen Partner, bei dem das ganz anders war und das muss man dann auf jeden Fall respektieren.

      lg
      Maria

      • Hallo Maria,

        nein, mit MEINEM Blut habe ich ja auch kein Problem. Das ist doch ein ganz natürlicher Vorgang bei der Hälfte der Menschheit.
        Wir entscheiden ja selber, wo unsere Grenzen liegen und was wir wollen und was nicht (gut, dass es so ist).

        Ich habe nur immer wieder das von mir beschriebene eklige Bild vor Augen und aus genau diesem Grund könnte ich dies nicht nehmen. Wie so viele andere Dinge, die aus meiner Kindheit stammen und die mich negativ geprägt haben.
        Das waren nämlich ganz schön viele Dinge, die ich heute anders und besser oder auch gar nicht mehr mache (ist eine ganz andere Geschichte und gehört hier nicht unbedingt hin).

        LG von Karin

  5. Pingback: Müll reduzieren während den Tagen – Teil 8. | widerstandistzweckmaessig

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s