Videotipp am Montag #30


Heute ist wieder Videomontag und es geht um die paradoxe Situation unserer Nahrung in einer globalisierten Welt.

Hähnchenreste auf Reisen – Das Geschäft mit unserem Abfall

Es ist das Lieblingsessen unserer Kindheit: Hähnchen – gebraten, knusprig und saftig. In Deutschland werden jedes Jahr über 627 Millionen Masthähnchen geschlachtet – ein Billigprodukt, das sich dank moderner Produktionsmethoden und Turbomast jedermann jederzeit leisten kann.

Doch kaum jemand brutzelt sich heute noch ein ganzes Brathähnchen. Stattdessen kaufen die Bundesbürger viel lieber Brust oder Keule. Nur jedes fünfte Huhn geht noch im Ganzen über die Theke.

Bei rund 627 Millionen geschlachteten Masthähnchen im Jahr bedeutet das, dass die deutsche Geflügelindustrie gigantische Mengen Abfall produziert: Hälse, Karkassen, Innereien. Teile, für die es in Europa keine Abnehmer gibt und die die Hersteller eigentlich kostenpflichtig entsorgen müssten. Aber auch für diese Reste gibt es einen Markt in Afrika.

Katarina Schickling wirft einen Blick hinter die Kulissen der Geflügelindustrie und findet heraus: Deutsche Hähnchenschlachter verkaufen in Afrika all das, was Kunden hierzulande nicht essen mögen. Ein lohnendes Geschäft.

Denn jeder Erlös ist besser, als die Entsorgung der Teile in der Tierkörperverwertung zu bezahlen. Doch weil unsere Fleischreste in Afrika zu Dumpingpreisen verkauft werden, können lokale Geflügelzüchter nicht damit konkurrieren. Die Folge: In einigen afrikanischen Ländern ist die heimische Geflügelproduktion komplett zusammengebrochen.

In dieser Dokumentation erfahren wir den wahren Preis des Billiggeflügels.



Ich wünsche Euch viele nachdenkliche Minuten.

Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit ist mein Blog gerade Gastgeber.


Das könnte Dich auch interessieren:

Im Index Videotipps findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Videotipps.

Advertisements

23 Kommentare zu “Videotipp am Montag #30

  1. Ach herjeh….so was hört man gar nicht….ich denke wenn mir die Reste angeboten werden würden, würde ich sie auf jeden Fall kaufen….wenn ich sie nicht verarbeite für uns, dann für unsere Tiere…..da könnte man sich den Transport und damit wieder verursachte Verschmutzung und und und sparen….unfassbar…

    • Hallo!

      Ein ähnliches Problem, nur vielleicht nicht ganz in dem Ausmaß, besteht auch bei Schwein und Rind. Alle wollen nur Schnitzel und Lungenbraten haben, vielleicht noch ein Kotelett zum Grillen.

      Huhn kaufe ich schon sehr lange nur als ganzes Huhn, wenn ich wirklich nur Teile brauche, zerlege ich es selbst und verwende den Rest für ein anderes Essen. So einfach ist das!

      Es ist für mich immer wieder unglaublich, wie stark sich unser Verhalten auf andere Teile der Welt auswirkt. (butterfly-Effekt)

      lg
      Maria

  2. Hallo, schön das du wieder aus dem Urlaub da bist. Ich finde es gut, das du uns immer wieder anstößt über unserer Verhalten einmal nachzudenken und dieses auch in Videos zeigst. Man denkt manchmal gar nicht dran, wie stark sich unser Kaufverhalten auf andere auswirkt. Da wir selber Hühner haben brauche ich keine zu kaufen. Vor kurzen habe ich von einem Arbeitskollegen Masthähnchen gekauft.
    Die hat er selber großgezogen, normal gefüttert und nicht schnell hochgemästet.
    Er macht das zweimal im Jahr(hat auch genügend Platz auf seinem Hof) und fragt bei uns in der Firma immer wer welche haben möchte und geht mit einer Liste rum und jeder der möchte kann sich eintragen mit der Stückzahl die er braucht. Bei ihm wird alles verwendet was er schlachtet . Hier sieht man auch wieder jeder einzelne kann etwas tun um sowas wie im Film zu verhindern. Manchmal verliert man aber auch den Mut und die Kraft sich gegen so eine Masseverschiffung an Resten zu wehren und fragt sich wirklich, kann ein einzelner was bewirken? Aber ich bleibe wie immer ein Optimist, für mich ist das Glas immer halbvoll und jeder Tropfen höhlt den Stein.
    Und wenn ich mit meinem Kollegen in der Werkstatt stehe und wir 40 Kollegen davon überzeugen, schaut was Ihr kauft und was Ihr esst und wo was herkommt,
    glaube ich fest, das wir etwas erreichen können. In diesem Sinne, liebe Grüße. Sigrid.

    • Hallo Sigrid!

      Wenn wir aufhören zu glauben, dass das Tun des Einzelnen einen Unterschied macht, dann ist die Welt verloren.

      Ich kenne so viele Menschen, die ganz viel bewegt haben, auch wenn sie ganz „klein“ sind.

      Am wichtigsten ist für mich, dass ich mir selbst in die Augen schauen kann. Man sollte sich nie nach unten orientieren!

      lg
      Maria

  3. Hallo Maria,

    so eine Reportage habe ich schon mal gesehen und seitdem Huhn nicht mehr gekauft. Ein ganzes Huhn wäre mir zu viel ohne Gefriertruhe. Das habe ich früher gemacht. Lohnt sich für mich alleine nicht.

    Liebe Grüße – Tanja

  4. Hallo Maria,

    für mich stellt sich da immer die Frage: warum nicht einfach zu Tiernahrung verarbeiten (in der Industrie) oder selbst zu Hause mit den Teilen, die man nicht essen möchte?!
    Meine Mutter hat sich kürzlich bei mir drüber aufgeregt, dass man die Inneren nicht mehr dazu bekommt. Früher war es ja üblich, dass die in der „leeren“ Henne drin waren. Für sie war es vor allem deshalb ein No-Go, weil die Henne ohne Innereien gleich viel kostet, wie die Henne damals mit….
    Das gleiche Problem gibts übrigens auch mit Fisch. Das Filet für die Europäer, der Rest, den bei uns keiner haben will, kommt nach Afrika.
    Und da fällt mir ein, Altkleiderspenden haben für viele mittlerweile auch schon einen negativen Beigeschmack.

    LG

    • Hallo Daniela!

      Das mit den Innereien hängt wohl vom Produzenten ab. Ich habe zuletzt ein Weidehuhn gekauft, da waren die Innereien und Kragen drinnen und ich habe daraus Suppe gekocht.

      Interessant fand ich den anatomischen Unterschied vom Weidehuhn gegenüber „normalen“ Hühnern. Es hatte VIEL größere Flügel und war insgesamt viel kräftiger.

      lg
      Maria

      • Hallo Maria!

        Von einem Weidehuhn hab ich noch nie gehört. Aber interessant! Darf man sich das wie ein Weidekuh vorstellen?
        Letztens hab ich gelesen, dass nun auch verstärkt Gockelfleisch angbeoten werden soll, damit die nicht immer kurz nach der Geburt getötet werden, wie das in normalen Mastbetrieben ja der Fall ist?!

        Liebe Grüße, Daniela

  5. Es ist ein ganz großes Trauerspiel. Was ich jetzt auf der Reise wieder alles gesehen habe! Wir essen zu Hause fast gar kein Fleisch mehr und wenn wir essen gehen, nehme ich meistens Fisch, aber nicht aus dem Meer. Ein Hühnchen kaufen, das ist mir zu zeitaufwändig. Da müsste ich erst mal einen Bio-Lieferanten finden, der nicht in Plastik einschweißt. Mir scheint, ihr seid in Österreich weiter mit Bioprodukten und regionaler Ware, zumindest auf dem Land und in kleinen Städten.
    LG, Ingrid

    • Hallo Ingrid!

      Huhn bekomme ich leider auch nur in Plastik verpackt, deshalb gibt es das auch vielleicht 3-5 x pro Jahr, wenn mein Sohn zu Gast ist.

      Einen Lieferanten hätte ich gefunden, aber da müsste ich eine Stunde für die Hin- und Rückfahrt mit dem Auto rechnen, das geht gar nicht, denn das ist total unökologisch!

      lg
      Maria

      • Es ist in der Tat nicht einfach. Da wir jetzt aber sowieso kaum mehr Fleisch essen, ist es nicht so schlimm. Mit Obst und Gemüse gibt es nicht so viele Probleme.

  6. Ich bin froh einen Geflügelhof mit artgerechter Haltung fast um die Ecke zu haben. Geschlachtet wird auch vor Ort. „Reste“ wie Karkasse und Hälse kann man preiwert als Suppentüte kaufen. Das gibt eine super leckere Hühnerbrühe, und mit etwas Fummelei kann man noch reichlich Fleisch abpuhlen als Suppeneinlage. Wir kochen immer einen grossen Topf Brühe und kochen die dann ein. Ein ganzes Suppenhuhn wäre uns auch zu viel, aber für die Suppe statt Brust oder Schenkel zu nehmen ist für uns die ideale Lösung. Und besser schmeckt die Brühe auch noch!
    Innereien kann man auch ganz normal bekommen. Ich habe aber keine Ahnung was mit den Füssen passiert, in Asien werden die ja gerne gegessen… Muss ich beim nächsten mal nach fragen!

  7. Hallo,
    Eine Anmerkung zu Thema Fleisch: Je nach Ernährung ist es einfach wichtig für bestimmte Stoffe, die der Körper braucht. Allerdings konnte man da auch viel mehr mit selbstgemachten Brühen erreichen. Auch da sollte man aber auf eine gute Qualität und Herkunft achten.
    Es ist wichtig zu wissen dass die Kochzeit für eine wertvolle Brühe 48 Stunden betragen sollte. Erst dann ist wirklich alles verfügbar. Nicht bei allen Herden ist das möglich. Ein SLowkooker, oder ein Dampfer mit entsprechender Einstellung machen es möglich.

  8. Hallo Maria, ja, davon habe ich schon gehört. Wirklich schlimm, ganze Hühner kenne ich eigentlich nur als Tiefkühlware, kommen aber für mich tatsächlich auch nicht infrage.
    Wir hatten vor einigen Jahren mal ein freilaufendes Huhn von einem Bauernhof – zwar wesentlich teurer, aber DAS war Geschmack – und wurde auch komplett verwendet. Leider war das eine einmalige Sache, zu schade. LG Birthe

    • Hallo Birthe!

      Das ist aber interessant, bei uns in Ö bekommt man eigentlich überall (auch) ganze Hühner zu kaufen. Allerdings natürlich in Plastik verpackt.

      Was mich begeistert hat zuletzt war dieses Weidehuhn, ein viel besserer Geschmack, wahrscheinlich vergleichbar mit Deinem freilaufenden Huhn von damals.

      lg
      Maria

  9. …ich habe viele Jahrzehnte super gerne Hühnchen gegessen. Und dann von vegetarisch auf vegan umgestellt. Denn egal ob Plastik oder Resteverwertung: Jedes Tier möchte leben ohne Leid statt brutal getötet zu werden, so wie wir Menschen es in den Schlachtfabriken täglich tun. Beim Sterben sind sie alle gleich, ob Bio- oder Turbo-Mast-Huhn. Sogar die ZDF-Reporterin hat das Masthuhn im Stall mit dem Finger sacht gestreichelt. Das ist normal, weil wir Menschen mitfühlende Lebewesen sind. Würdet ihr einem Huhn den Kopf abschneiden? Die Fleisch-Industrie liefert uns abgepacktes Fleisch, wie es geschrieen hat beim Abtransport und beim Töten wird hinter Bildern mit glücklichen Bio-Hühnern versteckt. Als Film-Tipp kann ich da nur http://www.earthlings.de empfehlen. Sorry, wenn ich hier mit meiner Meinung angeeckt habe. Da werde ich nun mal schnell emotional…

    LG
    Martin

    • Hallo Martin!

      Du eckst damit – zumindest bei mir – nicht an. Meine Tochter ist Vegetarierin und ich esse auch kaum noch Fleisch. (Fast) Nur wenn ich eingeladen bin.

      Ich bewundere alle, die Vegan bis zur letzten Konsequenz durchziehen. Ganz schaffe ich das nicht, aber ich denke, bewusste reduziert ist besser als unbekümmert.

      lg
      Maria

  10. Pingback: Monatscollage September 2015 | widerstandistzweckmaessig

  11. Pingback: {EiNaB} im Herbst: Reparieren und Wastecooking | Verrücktes Huhn - Neues aus dem wahren Leben

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s