Leben 2.0

Meine freien Tagen starte ich für gewöhnlich damit, dass ich – noch im Bett sitzend – meinen Laptop nehme, einschalte und danach Mails und Kommentare checke sowie neueste Beiträge auf den Blogs, denen ich folge, ansehe und meist auch an meinen eigenen Beiträgen arbeite.

Es kann schon mal 3 Stunden dauern, bis ich endlich hungrig genug bin, um mich zum Frühstückstisch zu setzen.

Heute früh hat das Internet nicht funktioniert, es konnte keine Leitung hergestellt werden. Früher hätte ich mich darüber geärgert und verzweifelt den technischen Notdienst angerufen.

Achtsamkeit im Alltag

Heute bin ich überrascht über mich selbst. Ich bin plötzlich neugierig auf den Tag, eine ungeahnte Menge an Zeit öffnet sich vor mir. Ich weiß gar nicht, was ich als erstes tun will.

Lesen? Nähen? Die Sonne scheint und lädt zu einem Spaziergang ein. Mir schwirren 100 Gedanken durch den Kopf, einer davon nimmt Form an.

der Herbst ist eine wundervolle Jahreszeit

der Herbst ist eine wundervolle Jahreszeit

Was, wenn jeder Tag so wäre? Was, wenn ich jeden Tag mit so einer Fülle an Zeit beginnen könnte?

Ich gehe vor die Türe, diese Nacht hat es das erste Mal so richtig gefroren. Der Reif bedeckt die Bäume und Sträucher, mein Atem ist deutlich sichtbar. Ein lautes Rascheln lässt mich aufmerksam werden. Der Frost der Nacht lässt den Nussbaum am Nachbargrundstück die Blätter verlieren.

Jedes Blatt, das zu Boden fällt, reißt andere mit sich mit. Sie sind noch gefroren, daher kommt auch die „Musik“. Erinnerungen an Avatar kommen hoch und ich staune vor dem wundervollen Naturschauspiel. Viele Minuten bleibe ich so stehen und bin dankbar, dass ich das erleben darf. Ohne das Internetproblem würde ich jetzt vor meinem PC sitzen und hätte all das verpasst.

Der Augenblick ist kostbar. Nur wenige Minuten später ist das bunte Treiben der Blätter wieder vorbei, da die Sonne kraftvoll den Baum erwärmt.

Herbstlaub mit Frost

Herbstlaub mit Frost

mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben

Schon vor einiger Zeit habe ich über meinen Blog und die Prioritäten in meinem Leben nachgedacht. Ich wolle die Internetzeit reduzieren um mehr Zeit für die vielen Dinge im realen Leben haben, die mir so viel Spaß machen.

Das habe ich auch sehr bewusst versucht umzusetzen. Versucht. Gelungen ist es nur teilweise. Ich habe einiges mehr im realen Leben gemacht, aber es hatte trotzdem nicht alles Platz. Die Zeit eines Tages ist limitiert. Ich interessiere mich für zu viele Dinge. Ich will zu viel auf einmal machen.

Ich bin hungrig aufs Leben.

man kann leider nicht alles haben im Leben

Es hat mich tatsächlich ein wenig gestresst, wenn ich meinen „Offline-Hobbys“ nachgegangen bin. Mit dem Lesen der anderen Blogbeiträge war ich ständig im Verzug, bin nicht immer zum Kommentieren gekommen. Die Sammlung meiner vorbereiteten Blogbeiträge war auf beinahe 0 reduziert. Also habe ich einiges an Zeit aufgewendet und eine Woche lang jeden Tag mindestens einen neuen Beitrag geschrieben.

Zum Lesen von Büchern kam ich dadurch kaum noch. Der Stapel der ungelesenen Bücher erscheint mir unendlich hoch. Wenn ich doch einmal zu lesen begann, hatte ich den Anschluss verloren, musste zurück blättern und schlief ein, ohne den eigentlichen Beginn wieder erreicht zu haben.

Einige Blogger, die ich sehr schätze, haben aufgehört zu bloggen. Aus ganz ähnlichen Gründen.

Die Prioritäten verschieben sich, die Realität ruft ganz laut.

ich will aber alles haben!

Auf der anderen Seite empfinde ich die Bloggerwelt als unglaublich inspirierend und befruchtend. Ich habe dadurch ganz viele Anregungen bekommen, vieles ausprobiert, wurde herausgefordert, Dinge anders zu machen und Neues auszuprobieren.

Das würde ich sehr vermissen. Ich liebe meinen Blog und das Bloggen. Ich schreibe für mein Leben gerne!

Ambivalenz ist mein 2. Vorname.

Heute stelle ich fest, ich habe noch immer keinen Weg gefunden, alle meine Wünsche und Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.

Ich will einfach zu viel vom Leben.

der Weg nach innen

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Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

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54 Kommentare zu “Leben 2.0

  1. Ein ganz wundervoller Beitrag, liebe Maria, und das erste Bild mit den Bäumen und dem sonnendurchfluteten Weg ist der Hammer. TRAUMHAFT SCHÖN. Lass dich nicht hetzen, weder vom digitalen noch vom analogen Leben. Alles zu seiner Zeit. Alles gut so. Ich habe kürzlich diesen Spruch von Pearl S. Buck gepostet, du erinnerst dich bestimmt: „Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.“ Schöne Worte, wie ich finde. Und so lebensbejahend.
    Ich freue mich, immer wieder Gast bei dir sein zu können und immer wieder ein Stückchen mehr von dir und über dich zu entdecken.
    Herzliche Grüße aus der Ferne
    Anni

      • ♥ Ich finde, das geht oft so unter. Oft betrachten wir alle doch den „Alltag“ als das „Schlimme“ und stöhnen, wenn es wieder Montag ist. Dabei ist es doch der Alltag, der uns alle ausmacht, egal, ob der unter der Woche, oder der – das ist ja auch Alltag und immer wiederkehrend – am Wochenende. Man muss so dankbar sein für die vielen Dinge, die man erleben darf. So kann man es ja auch mal betrachten und sich auch an den alltäglichen Dingen erfreuen und schon lacht auch das Herz wieder ein Stückchen mehr! Genieße den Tag – bei uns hat sich die Sonnen jetzt durch den Nebel gekämpft, der Himmel strahlt und ich jetzt auch! ♥

      • Hallo Anni!

        Ich habe mir das in den letzten Monaten immer wieder in Bezug auf die Erwerbsarbeit gedacht.

        Wenn ich mein Leben nur dann als Leben betrachte, wenn ich in meiner Freizeit bin, dann beschneide ich mich ganz schön und nehme mir auch viel weg. Die Erwerbsarbeit sollte nicht zur Pflicht und lebenszeitreduzierenden Tätigkeit verkommen. Das alles ist MEIN Leben!

        lg
        Maria

  2. mir geht es ganz genauso… freizeitstress nennt sich das wohl 😀 irgendwie nervig, ich hab dann immer so ein schlechtes gewissen bei allen sachen, die ich nicht schaffe. obwohl ich währenddessen ja andere dinge tu, die ich gerne mache. verrückt.

    • Hallo Leni!

      Freizeitstress, ja irgendwie kann man das wahrscheinlich so nennen. Obwohl ich eigentlich versuche, genau das zu vermeiden.

      Es gibt einen Blog, da wird das Ideenhelden genannt. Menschen, die so viele Ideen im Kopf haben, dass es gar nicht möglich ist das alles umzusetzen.

      lg
      Maria

  3. Mir geht es genauso, und eine Lösung habe ich auch noch nicht gefunden. Vielleicht muss man einfach lernen, mit dem zufrieden zu sein, was man gerade macht/gemacht hat, auch wenn es nicht alles oder nicht vollkommen das ist, was einem alles im Kopf rumgeht.
    Viele Grüße, Ines

    • Hallo Ines!

      Zufrieden bin ich eigentlich schon mit dem, was ich mache. Ich will nur einfach mehr von allem. Der Tag ist zu kurz für alles, was ich gerne machen würde.

      Vielleicht auch ein Symptom meines mittlerweile etwas fortgeschrittenen Alters?

      lg
      Maria

      • Das ist super, wenn du zufrieden bist.
        Ich werde immer wieder unzufrieden, weil ich nicht alles schaffe. Aber ich habe es erkannt und werde daran arbeiten, mich an dem zu freuen, was ich tue und es auch zu genießen.
        Viele Grüße, Ines

  4. Liebe Maria,
    mir geht es auch so, ich habe viele Hobbys und die Abende sind dafür viel zu kurz. Deswegen habe ich es schon lange aufgegeben zu versuchen, häufiger als 3-6 Mal im Monat zu bloggen und ich schaffe bei weitem nicht alle Beiträge zu lesen und zu kommentieren. Leider. Aber es ist immer schön zu wissen, dass die Blogwelt noch da ist, wenn man gerade viel Zeit hat und dass immer noch Leute zuhören und antworten, wenn einen gerade wieder etwas beschäftigt.
    Liebe Grüße,
    Marlene

    • Hallo Marlene!

      Du hast auch noch eine Familie mit Kind, die zu versorgen ist. Da sind die Prioritäten noch einmal ganz anders.

      Und ein Buch hast Du auch noch „nebenbei“ geschrieben…

      Bloggen wurde für mich zum Hobby, als meine Kinder außer Haus gingen. Mein Ersatzbaby sozusagen.

      lg
      Maria

  5. Liebe Maria,
    welch ein gefühlvoller Beitrag – wunderbare Worte, die mir Gänsehaut machen!
    Ich denke, wir *Kreativen, Wissbegierigen* haben alle das gleiche Problem….wir sind zu vielfältig…
    Das Leben ist so vielfältig und kostbar….mit allen seinen Facetten…wir sollten es genießen –
    jeden Tag.
    Eine Freundin, die sehr jung, sehr schwer erkrankt ist; sagte einmal zu mir: Gabi, ich mach NUR noch das, was mir gut tut! Leben!
    Maria, fühl dich umärmelt!
    Liebe Grüße, Gabi

  6. Hallo Maria.
    Das mit dem alles-auf-einmal-wollen kommt mir sehr bekannt vor.

    Hast du es mal mit Meditation versucht? Du denkst jetzt wahrscheinlich, toll, ich habe eh nur für die hälfte meiner Hobbies Zeit, jetzt soll ich auch noch Meditieren. Aber das bringt einen total runter, man nimmt sich einfach Zeit zu „sein“ und deine Gedanken regeln sich von selbst, man wird wacher und fitter und nimmt sein Umfeld wieder viel besser wahr.

    Ich habe es schleifen lassen, ich geh dann mal ne Runde meditieren 😉
    Alles Gute für Dich.

  7. Hallo Maria,
    Ich kenne das auch… Ich möchte meinen Blog nicht aufgeben, weil es mir auch Spaß macht. Genausowenig möchte ich aber mein Berufs- und Offline-Leben hinten anstellen, damit ich mehr Zeit für meinen Blog habe….
    Ich habe mich einfach damit angefunden, nur unregelmäßig zu posten, zu kommentieren und zu lesen. Ist vielleicht nicht ideal, aber man soll ja auch nicht vergessen, dass wir wohl alle aus Spaß, Freude und Inspiration zu Bloggen begonnen haben. Für mich soll das auch so bleiben 🙂

    • Hallo!

      Spaß und Freude sollen auf jeden Fall an erster Stelle stehen! Und so ist es bei mir auch, denn bloggen macht mir unheimlich viel Freude.

      Ich habe immer schon sehr gerne geschrieben, früher vieles nur für mich alleine. Meine Gedanken mit anderen zu teilen ist aber viel schöner für mich.

      Gleichzeitig konnte ich auch das Fotografieren als ein Hobby von mir wieder aktivieren.

      lg
      Maria

  8. Liebe Maria,
    Ein Hauptgrund für das Aufhören war bei mir aber auch ganz klar, ein fehlendes Thema, ein roter Faden, den ich immer wieder aufgreifen könnte. So wie ich das bei dir wahrnehme, empfinde ich das als grundlegend anders.
    Wenn ich regelmäßige DIY Projekte hätte über die ich berichten könnte, oder wirklich als Hobby fotografieren würde, hätte ich gerne weiter gemacht. Mir fehlte einfach der richtige Inhalt.

    Aber mach dir doch einfach mal keinen Stress, so viel zu veröffentlichen. Mach es doch einfach, so wie du es schaffst, ohne dich zu stressen. Wir, deine Leser, haben die Blogpause überlebt 🙂
    Mich würde es nicht stören, wenn die in längeren Abständen was veröffentlichst.

    Ich habe aufgeben, allen Blogs zu folgen, die ich interessant finde. Es geht einfach nicht, es gibt zu viele. Ich hab mich da immer wiede freiwillig beschränkt, auch wenn ich oft genug abends am PC versackt bin und doch vieles gelesen habe.
    Liebe Grüße Nadine

    • Hallo Nadine!

      Also ich habe das gar nicht so empfunden, dass bei Deinem Blog der rote Faden fehlt. Das wollte ich nur gleich einmal festhalten.

      Außerdem, muss ein Blog einen roten Faden haben? Ingrid nennt ihren Blog „kunterbunt“ das finde ich super, denn so hat alles Platz.

      Irgendwie empfinde ich das auch bei mir so, denn ich würde mich auch nicht auf ein Thema beschränken wollen. Mich interessiert einfach zu viel und das spiegelt sicher auch die Vielfalt der Beiträge wider.

      Ich versuche mir eh keinen Stress zu machen, es gelingt nur nicht immer. Es passiert einfach zu häufig, dass ich mich festlesen und von einem Thema zum nächsten hüpfe und plötzlich sind 3 Stunden wie im Flug vergangen.

      Wie Du schreibst, es gibt einfch viel zu viele tolle Blogs, es ist echt unglaublich, was da durch das Internet für ein kreatives Potential freigesetzt wurde.

      Ich hoffe, wir lesen uns ab und zu wieder! Genieße die Zeit mit Deinem Baby, sie vergeht viel zu schnell.

      lg
      Maria

      • Nein, du hast auch Recht, dass der rote Faden da war. Aber das worüber ich schon geschrieben habe, das interessiert mich teilweise nicht mehr so oder ich habe kein Interesse mehr darüber zu schreiben (alles, was ins mehr Persönliche geht). Mir fehlt der Faden mit dem es jetzt weitergehen könnte. Was mich selbst so stark interessiert.
        Ich habe gerade angefangen die erste Kinderkleidung auszusortieren und noch mal gemerkt: Das ist mir jetzt so in Fleisch und Blut übergangen. Was soll ich noch dazu schreiben? Das ich die guten Sachen aufhebe, die Sachen, die uns nicht so gefallen haben, verschenke und Sachen, die gut sind und wir nicht gebraucht haben auch in den Secondhandladen wandern? Das interessiert mich selbst einfach nicht. Da erkenne ich keinen Mehrwert.

        Ich mag Ingrids kunterbunte Welt und auch deinen Blog, und auch die Vielfalt der Themen. Wir lesen uns noch! Ich werde weiterhin kommentieren.

        Und ich bewundere immer deine Nähprojekte, habe aber gerade heute auch beschlossen: Nähen lernen, das ist erstmal nichts für mich… Aber wir backen jetzt wieder mehr zu Hause statt ins Café zu gehen. Ich will mir langfristig meine Süßigkeiten selbst backen statt zu kaufen.
        Liebe Grüße
        Nanne

      • Hallo Nanne!

        Was Du schreibst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Es wäre wohl die Zeit für einen Entwicklungssprung am Blog, aber es zieht Dich durch Dein „neues Leben“ mehr ins reale Leben. Gut so!

        Ich mag nichts schreiben, was ich selbst als Leser langweilig finden würde. Das merke ich auch auf einigen „neuen Ökoblogs“, dass ich da inzwischen total entwachsen bin.

        Dazu hatte ich im Sommer einen Knick, weil ich mir dachte eigentlich habe ich über alles bereits geschrieben, was soll da noch kommen.

        Irgendwie kam dann doch noch und so geht es weiter solange ich das Gefühl habe, etwas sagen zu wollen.

        Ich freue mich sehr, wenn wir in Kontakt bleiben!

        lg
        Maria

  9. Hallo Maria,

    vielleicht ein selbst erschaffenes Hamsterrad? Bei mir war es so. Ich hab mir ein Blatt Papier genommen und eine Hitliste geschrieben an Blogs. Die ersten 10 blieben. Am Ende zählt für mich das reale Leben. Nicht die Internetwelt. Ich war überinformiert. Ich lese dafür jetzt bewusster. Habe mir extra einen Tee gemacht bevor ich deinen Artikel gelesen habe.

    Liebe Grüße – Tanja

    • Hallo Tanja!

      Ja, sicher so etwas wie ein selbst erschaffenes Hamsterrad. Das hat eine Hintergrundgeschichte, die hier sicher zu weit führen würde. Deshalb besonders schwierig für mich einen guten Weg zu finden.

      Beim Blog lesen habe ich inzwischen für mich einen recht guten Weg gefunden, der derzeit gerade ausprobiert wird.

      Ich bin leider ein fomo, daran muss ich noch arbeiten.

      Deine Konsequenz bewundere ich sehr!

      lg
      Maria

  10. Also Maria,

    ich finde, du setzt dich zu sehr unter Druck.
    Mach es doch so:
    Wenn du eine Woche am Blog arbeiten möchtest, dann tu das. Wenn du wochenlang lieber spazieren gehen willst, dann tu das.

    Somit kannst du beides haben, und zwar genau dann, wenn du es willst. Die einzige Bedingung ist: Du musst dich in dem Moment VOLL UND GANZ dafür entscheiden. Damit du es genießen kannst. Und du musst dir selber vergeben, du musst die anderen Dinge ziehen lassen. Um genießen zu können.

    Naja, ich kann es nicht so gut erklären. Mir hilft das jedenfalls immer wieder. Und es hilt mir, Dinge/Aufgaben/Lebensdetails auf meine Art zu machen, oder auch für meinen Geschmack zu verbessern. Auch wenn das Geld oder Zeit kostet. Es ist schließlich mein Leben – und zwar die ganze Zeit.

    Lieben Gruß,
    zwerg

    • Hallo Zwerg!

      Doch, doch, ich verstehe schon genau was Du meinst. Und vielen Dank dafür, das ist auch genau mein Knackpunkt.

      Loslassen („die anderen Dinge ziehen lassen“) fällt mir voll schwer.

      Irgendwie habe ich mich zu einem Fomo entwickelt, daran arbeite ich gerade, das wieder zu verändern und die Sache „chilliger“ anzugehen (wie meine Tochter immer sagt).

      Nochmals vielen Dank für Dein sehr hilfreiches Kommentar!

      lg
      Maria

  11. Liebe Maria,
    zuerst einmal sage auch ich: ein wundervoller Beitrag, geradezu poetisch und dann auch noch mit so schönen Fotos.

    Die Ambivalenz, das Alles-Wollen ist wahrscheinlich nicht nur eine Begleiterscheinung unseres modernen Lebens mit den vielen Möglichkeiten, sondern auch ein Persönlichkeitsbild bestimmter Menschen. Ich bin auch ‚SO‘. Seit ich aber mal vor Jahren die Bücher von Barbara Sher las, habe ich mich damit arrangiert.
    Ich versuche auch weiterhin, minimalistisch zu leben, wobei das sich nun weniger auf Materielles, sondern auf Hobbys, Interessen etc. erstreckt. Aber es wird immer ein Prozess bleiben und man wird mal mehr, mal weniger erfolgreich sein, diese Fülle ‚in den Griff‘ zu kriegen.

    Ich gebe allerdings zu, dass das Internet eine ganz große Versuchung (und auch Bereicherung) ist und das habe ich auch nicht ganz im Griff. …

    Liebe Grüße, nachdenklich,
    Ingrid

  12. Hallo Maria!

    Ich kann dich gut verstehen. Bei mir auf dem Blog ist es gerade auch sehr ruhig. Viel ruhiger als mir lieb ist. Aber auch ich will gerne zu viel auf einmal und dann kommt manches zu kurz. Ich freue mich über jeden Beitrag von dir und finde sie auch immer wieder super hilfreich und spannend, das gibt mir immer wieder einen anderen Blickwinkel und neue Inspiration und Motivation! Erstmal danke dafür.
    Aber ich kann auf jeden Fall verstehen, dass nicht alles geht. Am besten einfach das machen, was in dem Moment glücklich macht!
    Liebe Grüße!

      • Das kenn ich, ich weiß das auch nicht so oft. Aber irgendwas macht man dann ja doch und manchmal merkt man hinterher, dass es genau das richtige war 🙂
        Aber ich denke, da geht es sehr vielen Menschen so!
        LG!

  13. Hallo liebe Maria, ich lese nun schon eine ganze Weile bei Dir mit. Dein Blog gibt viele tolle Anregungen zu mehr Nachhaltigkeit und bewusserem Leben. Trotzdem, manchmal hab ich mir ehrlich schon gedacht es muss verdammt anstrengend sein immer alles ganz genau zu machen. Egal ob es nun der Toilettengang, der Kleiderschrank oder der Blog ist.
    Ich kann Dich gut verstehen, denn in Lebensbereichen die mir wichtig waren, war ich früher ein ähnlicher Perfektionist und habe mir (und meiner Umgebung!!!!) das Leben damit schwer gemacht.
    Heute wende ich viel häufiger die ‚ lieber 80% erledigt als 120% gar nicht‘ Regel an. So lebt es sich viel entspannter.
    Ich hatte kürzlich ein putziges Erlebnis dazu. Weil ich meinen Blog aufhübschen wollte fragte ich meine leser was ihnen an meinem Blog gefällt. Erwartet hätte ich etwas in der Art wie „du hast coole Ideen“ – geschrieben wurde „weil du deine Fehler zeigst“ 😄 Viele liebe Grüße Tutti

    • Hallo Tutti!

      Danke fürs „ein wenig auf die Finger hauen“ – ich versuche schon seit langem meinen Perfektionismus zu reduzieren. Bei meinen Blogbeiträgen habe ich das schon ein wenig, das merke ich dann, wenn ich einen fertigen Beitrag noch 5 x überarbeite und an den Formulierungen feile sowie die letzten Tippfehler aufzuspüren versuche.

      Im Alltag empfinde ich das gar nicht so, da macht es mir Spaß Dinge auszuprobieren, es ist für mich mehr ein Spiel herauszufinden, ob es doch noch funktioniert.

      Manches ist viel einfacher als es nach außen aussieht. Z.B. nur gebrauchte Kleidung zu tragen finde ich super, weil ich einfach nicht nachdenken muss ob das Shirt, das ich brauche, ökologisch nachhaltig produziert wurde und welcher Anbieter denn wohl der besser wäre. DAS würde mich ganz schön stressen.

      Auch beim Einkauf ist vieles durch foodsharing entspannter in Hinblick auf Verpackung. Wenn die Dinge weggeworfen würden, dann brauche ich mir auch nicht so viele Gedanken um den Verpackungsmüll zu machen.

      Beim Blog hast Du aber sicher recht. Danke für den Gedankenanstoss, den konnte ich jetzt gerade sehr gut brauchen.

      lg
      Maria

  14. Hallo Maria,

    ich denke, das geht uns allen hin und wieder so. Ich selbst lese ja auch nicht alle Beiträge und Kommentare von Blogs, denen ich folge. (siehe dieser Beitrag – hoffentlich wiederhole ich jetzt nicht unwissend einen bereits bestehenden Kommentar)

    Du bloggst ja selbst auch recht viel. Was mir dabei hilft, sind Grenzen zu setzen und diese auch einzuhalten. Zum Beispiel nehme ich mir eine Stunde zum Blogs lesen und kommentieren. Und danach ist Schluss. Vielfalt und Inspiration hin oder her – wenn ich draußen bin, merke ich immer, dass es die richtige Entscheidung war. Außerdem sind Blogbeiträge, Filme etc auch weiterhin vorhanden. Sie rennen nicht weg, also kann ich mich ihnen auch später noch widmen, falls sie mir überhaupt so wichtig sind. Denn häufig vergesse ich sie dann einfach.

    Und dann gibt es noch günstigere und ungünstigere Zeiten, bestimmte Dinge zu tun. Morgens tut es mir nämlich besser, raus zu gehen, um den Tag aktiv zu starten. Abends ist das blaue Licht von Displays ungünstig, weil es mich wacher macht. Das versuche ich, zu berücksichtigen.

    Vielleicht hilft dir das ja weiter!

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • Hallo Philipp!

      Danke für Deine guten Tipps, ja, damit kann ich schon was anfangen.

      Versucht habe ich es ja schon so einige Mal, aber meist habe ich dann meine eigenen Regeln missachtet.

      Ich starte den Tag auch gerne aktiv. Die Jahreszeit trägt leider nicht viel dazu bei, im Sommer geht das besser. Vielleicht muss ich mir da noch eine andere Möglichkeit überlegen.

      lg
      Maria

  15. Ich habe auch viel über sowas nachgedacht in letzter Zeit, vor allem weil ich nicht dazu komme, zu bloggen. Und oft denke ich, meist, über das hättest du bloggen können, wenn du es photographiert hättest. Als ob Dinge nur noch zählen, wenn ich es auch präsentieren kann… Ich überlege schon auf Instagramm umzusteigen, weil man da nur ein Bild braucht…
    Was ich immer und immer wieder versuche ist, im „Jetzt“ zu sein. „Sei da wo du bist.“ Wenn du Blogs liest, lese genüßlich Blogs. Wenn du spazieren bist, genieße die Umgebung usw.
    Das hat mir auch geholfen, meine Blogroll zu reduzieren, weil wenn es kein Genuss (mehr) war, wurde er gelöscht.
    Apropos Bücher lesen, ich höre jetzt oft Hörbücher, während dem Kochen, Putzen, Nähen… Und genieße dann beides.

    • Hallo Dalia!

      Zu dem „Im Jetzt sein“ des ZEN bin ich schon vor ca. 13 Jahren gekommen und übe mich seitdem darin. Es ist aber wirklich viel Übungssache, denn erst in den letzten beiden Jahren gelingt mir das immer besser.

      Davor ist es mir nur Phasen, wo ich weniger Ablenkung hatte, gelungen. Nun komme ich immer schneller wieder zurück zu mir selbst.

      Eine gute Sache finde ich.

      Thema Bild am Blog: Am Anfang htte ich nicht so viele Bilder, im letzten Jahr habe ich vermehrt Wert auf Bilder gelegt, was WIRKLICH sehr aufwändig wurde.

      Aber nachdem fotografieren auch ein Hobby ist von mir, macht mir das auch Freude. Ich lese aber auch einige Blogs sehr gerne, auf denen gar keine Bilder veröffentlicht werden.

      Hörbücher habe ich vor eingen Jahren probiert, ist aber nichts für mich. Ich bin nicht multitaskingfähig und ein sehr visueller Typ, ich muss das Wort lesen, nur hören geht nicht so gut.

      lg
      Maria

  16. Liebe Maria,
    in einigen deiner Zeilen musste ich schmunzeln, denn mir geht es oft ganz genauso. Der Kopf ist voll, die Zeit ist knapp. Zeitmanagement funktioniert auch nicht immer. Oft will ich einfach das machen, worauf ich gerade Lust habe, einfach mal ein Buch lesen und nicht am Strickpullover weiterarbeiten….
    Die digitale Welt läuft mir oft davon, wie es mir scheint. Oft komme ich eine ganze Woche nicht dazu auch nur einen einzigen Blogbeitrag zu lesen, manchmal verschlinge ich dann wieder viele auf einmal.
    Internetzeit zu reduzieren ist ein guter Vorsatz. Für mich/uns hat sich da eine gute Lösung herauskristalisiert: da wir beide gerne wandern, decken wir uns gegenseitig mit Wunschtouren ein, die wir dann bei passendem Wetter „absolvieren“. Da bleibt dann natürlich keine Zeit für Lesen oder Handarbeiten. Macht aber auch nichts.
    Ich finde den Satz „Everything that remains“ in den letzten Tagen sehr schön…. Dass man sich einfach fragt, an was man sich am Ende des „Tages“ erinnern soll, und dann danach lebt.

    Liebe Grüße, Daniela

    • Hallo Daniela!

      Ich finde es wunderschön, dass Du mit Deinem Partner so ein erfüllendes Hobby gemeinsam hast.

      Die Fotos auf Deinem Blog bewundere ich immer sehr. Vor allem jetzt in der kalten Zeit noch immer hinauf zu wandern, mitten in den Schnee zu kommen. Finde ich super!

      lg
      Maria

      • Hallo Maria!
        Ich finde es auch wunderschön. Hat ein paar Jahre gedauert, bis wir ein gemeinsames Hobby gefunden haben.
        Nicht nur bei Sonnenschein und schönstem Wetter auf dem Berg zu sein hat etwas sehr erfrischendes und natürliches, wie ich finde. Da ist man den Witterungen ganz deutlich ausgesetzt. Und wie heißt es so schön: es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung 😀

        LG, Daniela

      • Hallo Daniela!

        Da kann ich mir echt etwas abschneiden von Dir, denn da bin ich ein richtiges Weichei.

        Auch wenn ich in letzter Zeit sogar bei Nieselregen mit dem Fahrrad unterwegs bin wenn ich wohin will. Zum Wandern zieht es mich aber nur bei schönem Wetter.

        lg
        Maria

  17. „Ideenhelden – Menschen, die so viele Ideen im Kopf haben, dass es gar nicht möglich ist das alles umzusetzen“… Welcher Blog hat das gesagt? Ich möchte das zitieren können! Denn so wie es Dir geht, so geht es mir auch. Ich kannte das Wort „fomo“ nicht (hab’s gerade nachgeschlagen), aber in den letzten zwei Wochen habe ich so viel bei anderen gelesen und kommentiert, und dafür so viele liebe Besuche und Kommentare auf meinem Blog retour bekommen, dass ich mich fast schon ein wenig „süchtig“ danach fühle. Und mir doch das Ganze auch über den Kopf wächst, weil sich so intensiv lesen und kommentieren ganz umgekehrt proportional auf meine eigene Produktivität und Kreativität auswirkt. Sehr schwierig, da eine gute Balance zu finden. Und das Hobby, den Blog, nicht zum Zwang werden zu lassen… Ich glaub, du wirst wieder einen guten Weg für dich finden. Und wenn das wieder mal eine längere Pause ist, dann ist das sicher auch ok für alle, die hier gerne lesen. lg, Gabi

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