Welchen Wert hat die Arbeit? [this is not okay!]

Vor wenigen Tagen bin ich über eine Werbeanzeige gestolpert und da hat es wieder einmal in meinem Hirn zu kreisen begonnen. Gerade eben wurde erst der „fashion revolution day 2016“ begangen und dann sehe ich das.

Welchen Wert hat die Arbeit?

Welchen Wert hat die Arbeit?

Anmerkung: In meiner Collage habe ich die einzelnen Elemente neu zusammen gesetzt und Teile mit Elementen überdeckt, um die Marken bzw. die Firma unkenntlich zu machen. Denn darum geht es mir nicht.

this is not okay!

Worum es mir geht ist die Wertigkeiten aufzuzeigen. Angeboten werden Damen-Shirts um 2,– Euro und Hosen um 3,– Euro. Abgesehen von den Kosten für das Material – wie lange sitzt eine Näherin an der Nähmaschine um ein Shirt zu nähen? Und wie lange dauert es um eine Hose mit Zip und Hosentaschen zuzuschneiden und zusammen zu nähen?

Die professionellen Näherinnen sind sicher schneller als ich, keine Frage. Aber unter einer Stunde geht das sicher nicht, ich würde eher mehr schätzen.

Wie viel Lohn bekommt die Näherin dafür? Das ist ein Betrag, den wir in Europa manchmal nicht einmal vom Boden aufheben würden, wenn er auf der Straße vor uns liegt.

der Wert der Maschine

Und daneben, auf der selben Seite, wird ein Haarshampoo im Doppelpack angeboten. Verkauft werden 2 x 300 ml Shampoo um 5,10 Euro. Wie lange dauert es bis das Shampoo von den Maschinen zusammen gemischt und abgefüllt ist? Sicher nicht mehr als ein paar wenige Minuten. Handarbeit von Menschen steckt hier vermutlich kaum dahinter.

Aber die Maschine hat ihren Preis, sie kostet ganz schön viel und die Erhaltung und Wartung der Maschine kostet auch etwas. Das alles schlägt sich selbstverständlich im Preis nieder.

Sprachlosigkeit

Manchmal bleibe ich sprachlos zurück und frage mich wohin wir uns entwickeln. Und wo die Menschlichkeit bleibt. Wo der Mensch überhaupt bleibt, wenn alles nur noch in Zahlen und Wertschöpfung gemessen wird.

Es macht mich unsagbar traurig. Mein Widerstand alleine ist zu wenig. Wir alle müssen dagegen Widerstand leisten und dürfen nicht mehr hinnehmen, dass Menschen – egal ob in Europa oder anderswo – so ausgebeutet werden!

Linktipp:

„this is not okay“ – Infoseite vom Blog „mamimade“


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62 Kommentare zu “Welchen Wert hat die Arbeit? [this is not okay!]

      • Eins von vielen Argumenten bei solchen Billigklamotten ist ja, dass diese nicht lange halten. D.h., ich müsste entweder gaaaanz viel davon haben oder ständig was Neues kaufen. Ich hätte an beiden Varianten schlichtweg keine Lust 🙂

      • Hallo Gabi!

        Ganz genau so ist es.

        Es kommt dann noch was dazu – dazu sollte ich auch einmal schreiben.

        Der wahre Preis von einem Kleidungsstück muss berechnet werden.

        Die Formel lautet: Anschaffungspreis dividiert durch die Anzahl des Tragens

        Da kann ein billiges Teil, das nur 2-3 x getragen wurde, schnell sehr teuer werden gegenüber einem etwas teureren Lieblingsteil, das man jahrelang fast ständig trägt.

        lg
        Maria

  1. Eine na hbarin von mir fing neulich an, „finden sie das auch so schlimm, mit den flüchtlingen?“ Beherzt sagte ich mit voller überzeugung „Ja“, sie dann „Die bekommen alles und für die eigenen leute bleibt nichts mehr übrig, das sind alles wirtschaftsflüchtlinge, die ganzen jungen leute sollten da bleiben und ihr land wieder aufbauen, es ist eine frechheit, dass die alle hier rein gelassen werden, nich!?“ So, sie hatte angefangen und es ist nicht meine art einfach die klappe zu halten, rüstungsexporte, steuern für sùperreiche, immer wenns um geld geht finde ich es wichtig zu erwähnen, dass die ganze großindustrie keine steuern zahlt und dass die flüchtlinge einen fligenpups dagegen kosten…aber die abwehr in ihrem kopf war stärker…sie sagt einfach, die flüchtlinge kosten mehr, als ungezahlte steuern, mit waffenexporten hat sie nichts am hut, die jacke ziehe sie sich nicht an, als ich meinem mann davon erzählte, fragte er mich „na, war die jacke aus bangladesh?“ Als ich meine nachbarin mit trähnen in den augen ansah und sagte „da ertrinken kleine kinder, zu tausenden, jeden tag schießt europa die boote ab, alles, weil wir keine sicheren fluchtruten zulassen.“ „Das ist die schuld der mütter“, „haben sie mir nicht zugehört, da ertrinken kleine kinder, wir lassen sie einfach ersaufen!!!“ Dann tat meine nachbarin etwas, was ich mit worten noch nie geschafft hatte, sie lief vor mir weg, vor der wahrheit hinein in ihre scheinwelt…

    • Hallo Lovis!

      Auch hier bleibt einem doch glatt die Sprache weg.

      Manchmal denke ich darüber nach, ob es daran liegt, dass Menschen auch hier starke Defizite empfinden. Ich denke schon, dass der Neid und die Missgunst dadurch genährt werden.

      Was ich beobachtet habe ist, dass auch in Europa die Schere zwischen denen, die gut verdienen und denen, die von ihrem Lohn nicht mehr so gut leben können, immer größer wird.

      Das ist sicher auch ein guter Nährboden für diese Art zu denken, vermutlich sogar eine Instinktsache des Überlebenskampfes aus Urzeiten.

      Wenn man das Gefühl hat, das zu wenig für alle da ist, dann sichert es das Überleben, wenn die stärkeren die Schwächeren vertreiben. Es nutzt nämlich niemandem was, wenn alle Hunger leiden. Also evolutionär gesehen.

      Natürlich ist das in Europa ein Jammern auf hohem Niveau im Vergleich zu den Sklavenverhältnissen in Bangladesh etc.

      Ich beobachte diese Entwicklung mit großer Sorge.

      Danke für Dein langes Kommentar!

      lg
      Maria

      • Die solidarität schwimmt am tiefpunkt,…
        Aber woher kommt das verzerrte gefühl der knappheit, dass alles nicht für alle reichen würde? Wenn wir alles neu verteilen würden, würden wir alle gut leben können!!! Diese angst wird von einer presse geschürrt, die in den händen der reichsten familien deutschlands befinden, die eine richtung vorleben. Ich hab schon länger keine lust mehr nachrichten zu hören. Die cdu will nun die afd wähler_innen anwerben, indem sie deren werte übernehmen..wird die afd das für die brd, was die nsdap für die weimarer republik war, allgemein in ganz europa, vieles ist beängstigend, übrigens meine nachbarin redet noch mit mir, nur nicht lange…
        Alles liebe,
        Lovis

  2. Deinem Beitrag stimme ich voll zu, ich kaufe mir Bekleidung in der mittleren selten in der gehobenen Preisklasse. In einer Gesellschaft bei der „Geiz ist geil“ im Vordergrund steht, wird sich nicht viel ändern. Du darfst aber auch nicht vergessen, dass bei uns in Deutschland auch Menschen an der Armutsgrenze leben und auf diese Angebote angewiesen sind. Aber das schlimmste für mich ist, mir fehlt Vertrauen, wie oft wurde schon aufgedeckt dass teure Designer die Kleider billig herstellen lassen oder das „Biofleisch“ aus der Gammelküche kommt.

    • Hallo!

      Ein sehr wichtiger Punkt, natürlich sagt der höhere Preis alleine nichts über die Herstellungsbedingungen aus.

      ABER – bei so einem niedrigen Preis kann man sich umgekehrt auf jeden Fall sicher sein, dass das nicht mit rechten Dingen zugeht. Soviel steht fest.

      In einem anderen Kommentar habe ich das Thema „Armut in Europa“ bzw. Einkommensschere auch schon angeschnitten, das ist ganz sicher auch ein Thema. Das kann aber meiner Meinung nach NICHT mit billigen Angeboten gelöst werden und rechtfertigt keinesfalls die Ausbeutung von anderen Menschen!

      Ein Problem sehe ich einerseits in den Ansprüchen der Menschen. Wenn ich wenig verdienen, muss ich mich nicht jedes Monat neu einkleiden.

      Andererseits sehe ich ein Problem in der Verteilung der Geldausgaben. Also wofür das Geld wirklich ausgegeben wird.

      Viele haben auch verlernt mit dem Geld zu haushalten, weil sie es nie mussten. Das ist nun ein schmerzhafter Lernprozess.

      (Aber natürlich gibt es Menschen, die auch in Europa viel zu wenig haben um zu leben und das auch nicht mit guter Einteilung vom Geld wett machen können)

      Genügsamkeit nicht mit Verzicht sondern mit Zufriedenheit in Verbindung zu bringen ist wohl ein sehr wichtiger Schritt.

      lg
      Maria

    • Da musst du halt nach den siegeln schauen und dich über eben diese informieren, teuer ist in der regel nicht besser, du bezahlst damit keine arbeiter_innen besser, sondern den desinernamen, nur wenn etwas seriös zertifikiert ist lohnt sich die mehrausgabe….

      • Teuer ist nicht gleich besser, das stimmt schon, aber Siegel ist nicht gleich Ehrlichkeit. Leider werde ich immer misstrauischer, es geht nur noch um Geld, wenn man bedenkt was alles in Lebensmittel kommt nur um billig zu produzieren und teuer zu verkaufen. Traurig!

      • Ja, dass mit den siegeln ist so wie mit nachrichten, wir werden bewusst überflutet, um ein auseinandersetzen mit den hintergründen und boykott zu erschweren, sobald etwas kommerzialisiert wird, wird der kapitalismus es irgendwie schaffen das ganze zu „optimieren“…
        Wwf steht für 15% nachhaltigkeit, und gibt millionen von menschen das gefühl zu den gutmenschen zu gehören. Aber mensch muss sich dann halt mal damit befassen, dann klappts auch mit dem besseren gewissen,…
        Lovis

      • Hallo!

        An irgend etwas muss man sich orientieren, wenn man nicht auf Selbstversorgung umsteigen will.

        Und selbst wenn man die gesamte Kleidung selbst näht, bleibt noch immer die Frage nach dem Stoff, dessen Herkunft und Herstellung.

        Daher ist es wichtig sich darüber zu informieren, wofür das Siegel steht. Es gibt ja viele verschiedene Siegel, die unterschiedliche Richtlinien haben und unterschiedlich streng sind.

        lg
        Maria

  3. Genau das, und noch viele andere Sachen gehen mir auch ständig im Kopf herum. Und solange Konsum der Antrieb für unsere Wirtschaft ist, die Arbeit, da immer mehr von Maschinen erledigt wird, immer knapper wird, wird es immer leichter die Menschen auszubeuten.
    Unter „Zeitgeist the Movement“ werden interessante Ideen zusammengetragen, um mit der sich ändernden Welt umzugehen. Sehr vieles davon finde ich sehr interessant. Da damit aber Konzerne keinen Gewinn erwirtschaften können, wird es wohl noch lange dauern bis davon im Ansatz etwas umgesetzt wird. Primär unterstütze ich die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens (dazu gibt es übrigens eine Verlosung, bei der jeder mitmachen kann 😉 ). Dieses wäre schon mal ein Anfang um die Lohnsklaverei zu beenden.
    Bis sich im Großen etwas ändert, können wir eben erstmal nur im Kleinen etwas tun. Bei uns, vor unserer Haustüre kehren. Und da finde ich Deinen Blog und Deine Arbeit hier richtig toll. Es ist ein Anfang, die Gedanken wandern in die Köpfe der Menschen und verbreiten sich. Wir können halt nur ein Beispiel für andere sein. Bis sich das Denken und die Gewohnheiten ändern, dauert es eben. Aber Hauptsache, wir fangen an!

    • Hallo!

      Dein Blogname ist auch sehr passend dafür. Es wird Zeit, anders mit allem umzugehen.

      Ich wage jetzt einmal eine Aussage, die das Problem meiner Meinung nach auf den Punkt bringt.

      Ein Mehr an Konsum kann die Wirtschaft deshalb nicht retten, weil ein paar wenige davon profitieren und diese das Geld horten.

      Schauen wir einmal in ein Einkaufszentrum. Überall die gleichen Geschäfte. Was passiert mit dem Gewinn, den diese Geschäfte machen und der eigentlich wieder in die Wirtschaft fließen sollte?

      Um den Gewinn weiter zu erhöhen, werden die Löhne gedrückt, Arbeiter entlassen bzw. das Personal reduziert.

      Davon profitieren nur die Investoren, die haben noch mehr Geld zu Lasten der Menschen.

      Durchbrochen werden kann das System nur dann, wenn wir endlich wieder regional agieren und beim kleine Greißler um die Ecke einkaufen und beim Bauern am Wochenmarkt.

      Das sind Beispiele, die sich sicher noch erweitern lassen, ich hoffe Du verstehst, was ich meine.

      lg
      Maria

      • Hallo Maria!
        Tja, meine Mama hat mal gesagt, ich wäre „anders“. 😀
        Aber mal davon abgesehen, dass nur ein paar wenige was von dem Profit haben, so wird ein System von „immer mehr“ nie auf Dauer existieren. Unendliches Wachstum ist in einer endlichen Welt nun mal nicht möglich. Und werde es nie verstehen, wieso das in manche Köpfe nicht rein geht. Genauso wenig verstehe ich, wie einem nur um des Profit willens alles (Umwelt, Menschen) egal sein kann.
        Wieder regional einkaufen, den Wert einer Sache und der Arbeit wieder schätzen lernen, ist ein guter Anfang. Und die Frage, die man sich stellen sollte, ist: Was brauche ich wirklich? Wie man das eine oder andere umsetzen kann, kommt dann wieder auf den Menschen, die Lebenssituation und die Umgebung an.
        Dann täte man auch was gegen die Gleichschaltung. Ist doch auch langweilig wenn alle das gleiche Shirt etc. tragen, usw. Da gibt es sicher tausende Beispiele!
        Ich denke, ich habe Dich verstanden 🙂
        LG Gabi

      • Hallo Gabi!

        Mit der Frage „was brauche ich wirklich“ hat vor 5 Jahren bei mir alles begonnen.

        Und plötzlich hat sich alles total reduzieren können. „Dich brauche ich nicht und Dich auch nicht!“ und plötzlich habe ich mich reich gefühlt!

        Und genau darum geht es vermutlich – wenn man mit dem, was man hat, zufrieden ist, dann braucht es kein weiteres Wachstum. Mehr als Zufriedenheit kann man nicht erreichen.

        lg
        Maria

  4. Ich finde da einige Entwicklungen, die es mittlerweile leider auch nach Österreich geschafft haben, sehr bedenklich – um die Ausbreitung des Modemonsters als eine zu nennen. Vor allem junge Leute werden von dem extrem billigen Angeboten angezogen, nach dem Motto: wenn es nicht passt oder nicht lange hält – billig wars. Leider werden auch etwas ältere Menschen von diesen Ketten angezogen, oft einfach, weil viele nicht wissen, dass unsere Kleidung in Handarbeit und eben nicht maschinell hergestellt wird.
    Zu deiner Frage, wie lange eine Näherin wohl braucht: da dort alles in Einzelschritten gefertigt wird, ist das wahrscheinlich schwer zu eruieren. Eine Näherin macht in der Regel immer nur die gleiche Naht, dann wandert die Hose zur nächsten Näherin…

    Und gerade bei Kosmetik ist der Preiskampf massiv. Mich wundert es deshalb überhaupt nicht, dass die „bekannten“ Marken bei Ökotest und so immer so schlecht abschneiden.

    Aber ja, ich glaube Arbeit hat in Europa zwei unterschiedliche Werte. Man schätzt Arbeitszeit als sehr wertvoll und kostspielig ein (wenn es um die eigene geht), wertet gleichzeitig aber die aufgewendete Arbeit von anderen ab.

    Liebe Grüße, Daniela

    • Hallo Daniela!

      Du hast vermutlich recht, dass man gar nicht mehr sagen kann, wie lange jemand braucht um ein Teil herzustellen.

      Diese Art der „Fließbandnäherei“ ist ja noch einmal ein Problem für sich!

      Wer will schon den ganzen Tag und das 16 Stunden lang nur eine einzige Naht machen?!

      Wo man hin schaut nur Sumpf im Namen des Bruttoinlandsproduktes. Einfach furchtbar!

      lg
      Maria

      • Hallo Maria!
        Ja, alle unangenehmen Arbeiten hat der Westen erfolgreich ausgelagert. Unser Wohlstand ist (größtenteils) damit „finanziert“. Wachstum über alles – ein Paradigma, das wir schleunigst hinter uns lassen sollten. Aus mehreren Gründen.

        Liebe Grüße, Daniela

  5. Danke , dass du das hier geschrieben hast ! Mir fehlen oftmals die Worte.. unfassbar… alles soll möglichst billig sein.. wie und woher es kommt, egal.. Hauptsache Schnäppchen oder Schnapper…
    Und das auch von Menschen die wirklich nicht jeden Cent umdrehen müssen..
    Das Arbeit zwei unterschiedliche Werte hat, glaube ich auch.. und sehe es täglich… schwer zu ertragen..
    Der Kaptialismus kann einem an manchen Tagen echt Schmerzen bereiten..
    Sich dessen bewusst sein… ich stelle in meinem Umfeld einfach Fragen… woher kommen denn deine Erdbeeren ( im Februar), weisst du wo diese Jeans, Jacke, T Shirts produziert werden.. usw usw.. Schritt für Schritt… gestrecker Galopp wäre besser..
    Nur nicht aufgeben ! Mutter Erde braucht uns… an manchen Tagen denke ich.. oh oh.. irgendwann schüttelt sie sich um uns Menschen loszuwerden.. verstehen könnte man das.. 🙂
    Gruss
    S.

    • Hallo S.!

      Finde ich super, dass Du im Kleinen mit anderen Menschen sprichst. Das ist so wichtig!

      Ich merke langsam, dass die Worte auf fruchtbaren Boden fallen. Viele stimmen mir zu, wenn ich die Themen im persönlichen Gespräch anschneide und beginnen auch Handlungen zu setzen.

      Das gibt mir Hoffnung, dass man gute Gedanken doch auch weitertragen kann.

      Schritt für Schritt ist besser als atemlos im Galopp aufzugeben 😉

      lg
      Maria

  6. Dein Beitrag spricht mir aus dem Herzen! Wohin wir uns entwickeln und wo die Menschlichkeit bleibt? Es geht doch nur noch selten um den Menschen selbst. Was in unserer Welt zählt ist Macht und vor allem Profit. Mensch (und Natur) bleiben immer mehr auf der Strecke. Dass eine Hose beispielsweise nicht nur 3 Euro wert sein kann, müsste einem der gesunde Menschenverstand sagen. Alleine der Arbeitslohn müsste um ein Vielfaches höher liegen. Andererseits klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander und viele, die am Rande des Existenzminimums leben, bleibt gar nichts anderes übrig, als auf solche Angebote zurückzugreifen.
    In unserer Welt stimmt so vieles nicht mehr. Man kann vielleicht für sich selbst und sein Leben einiges dagegen tun und das Rad in eine andere Richtung drehen, an der fatalen Entwicklung um uns herum, u.a. an der Ausbeutung der Menschen wird das nichts ändern. Dass man Geld letztendlich nicht essen kann, werden viele erst dann merken, wenn es zu spät ist.
    Liebe Grüße
    Inge

    • Hallo Inge!

      Gerade heute hatte ich wieder ein Gespräch als jemand verwundert drein sah, dass ich nur Teilzeit arbeite. „Nicht wegen den Kindern???“ Die Fragezeichen waren in den Augen zu sehen.

      Ich brauche nicht mehr zum Leben und bin damit zufrieden.

      Was mir vorkommt ist, dass es mittlerweile auch bei uns in Europa eine Verteilungsungerechtigkeit gibt.

      Immer mehr Jobs werden so schlecht bezahlt, dass man kaum davon leben kann. Und andererseits gibt es Jobs, die unglaublich gut bezahlt werden, sodass dieser dann viel zu viel hat in Wirklichkeit.

      An anderer Stelle bei einem Kommentar war auch schon vom bedingungslosen Grundeinkommen die Rede.

      Vielleicht wäre ein erster Schritt, die Gehälter einander anzupassen, sodass diejenigen, die jetzt so wenig verdienen, auch mehr haben.

      Dann würde es auch nicht so ein Problem damit geben, dass manche Jobs keinen finden, der sie machen mag.

      Die Ungerechtigkeit der Ungleichverteilung macht sicher vielen zu schaffen!

      lg
      Maria

      • Ich fürchte, bei einem bedingungslosen Grundeinkommen gibt es noch viel mehr Menschen, die bestimmte Jobs nicht machen wollen. Menschen sind im Grund faule Hunde und die meisten tun etwas nicht, wenn sie nicht (mehr oder weniger sanft) dazu gezwungen werden.
        Es gibt sicher so einige Menschen, die ihre Arbeit lieben und sie auch tun würden, wenn sie nicht so gut bezahlt wäre (oder auch ist, das gibt es ja jetzt auch). Aber viele gehen halt arbeiten, weil sie Geld verdienen müssen und hätten keine Lust dazu, wenn sie auch so genug zum Leben hätten.
        Und bei vielem umweltgerechteren Verhalten sehen wir ja auch heute, daß die Mehrheit der Bevölkerung das nur tut, wenn’s ihnen sonst in der Geldbörse weh tun würde. Und wenn die Konsequenzen nicht schmerzhaft genug sind (z.B. bei den paar Cents für eine Plastiktüte), dann Schiet auf die Umwelt, kostet ja nicht viel, egal…

        Klar ist die gegenwärtige Arbeitswelt ungerecht und die Umverteilung immer nur nach oben stinkt mir auch gewaltig. Ich sehe nur nicht, wie so ein Grundeinkommen funktionieren soll.
        Dieser „Testbetrieb“ für das Grundeinkommen kann auch keine realen Ergebnisse liefern, denn:
        – man will damit testen, ob die menschen damit ihren Lebensstil ändern und womöglich afhören zu arbeiten /weniger arbeiten
        – ABER: dieses Grundeinkommen wird für eine begrenzte Zeit gezahlt. Das hat natürlich zur Folge, daß jeder, der das bekommt, immer auch die Zeit danach im Kopf hat (und haben muß) und sich entsprechend verhält. Man behält also den Job oder nutzt die Zeit höchstens zur Reduzierung. Wer schon vorher ein besonderes Projekt im Kopf hatte, wird es sicher auch dazu nutzen. Grundsätzlich plant aber jeder mit dieser begrenzten Zeit.
        Bei einer lebenslangen Zahlung sähen die Konsequenzen wohl ganz anders aus – da setzt dann schon eher mal der Schlendrian ein, weil man nun ja gar nicht mehr muß, es reicht ja auch so…

        Ich fände eine Regelung, daß Firmenchefs / Aufsichtsräte nicht mehr als das xfache eines einfachen Angestellten derselben Firma verdienen dürfen, viel besser. Damit könnte man dann dafür sorgen, daß sich die Schere nicht ZU weit öffnet.
        Und Einkünfte aus Anlagevermögen genausohoch besteuern wie Einkünfte aus Arbeit – das geschieht nämlich derzeit auch nicht.

        Wie man Konzerne dazu zwingt, die 20 Cent, die ich gern mehr für ein T-Shirt bezahlen würde, tatsächlich an die Näherin in Bangladesh weiterzugeben, dazu habe ich aber leider auch keine Ideen. Leider haben viele Fairtrade-Systeme in den letzten Jahren auch ungebührlich große Löcher bekommen :-/

      • Hallo Fussel!

        Vielen Dank für Deine vielen Gedanken obwohl ich Deine Bedenken zum bedingungslosen Grundeinkommen nicht ganz teile, wohl aber verstehen kann.

        Natürlich kann ich nur von mir ausgehen aber dazu kann ich sagen, dass ich derzeit wesentlich lieber ehrenamtlich in sozialen Bereichen tätig bin als meinem Brotberuf nachzugehen. Und das mache ich – wie gesagt – unentgeltlich.

        Ich kenne auch viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, einfach weil sie die Sache gut finden.

        Heidemarie Schwermer hat dazu auch einige Aussagen getroffen, die mich dazu veranlasst haben, anders darüber zu denken. Denn die Bezahlung eines Jobs hat auch mit dem Wert zu tun, dem man einer Tätigkeit beimisst.

        Mit der schlechten Bezahlung ist auch eine Abwertung der Tätigkeit verbunden.

        Was würden wir ohne Müllmänner sein, es würde überall zum Himmel stinken! Ich bin dankbar, dass es Menschen gibt, die diese Tätigkeit ausüben. Und diese Wertschätzung sollte auch ausgedrückt werden.

        Deinen Ansatz bezüglich Firmenchefs und der Begrenzung des Einkommens finde ich auch sehr gut und sehr wichtig.

        Es gäbe viel mehr Arbeit und alle Menschen könnten und menschenwürdigeren Bedingungen arbeiten, wenn der Gewinn nicht in Dividenden und an Chefs und Aufsichtsräte fließen würde.

        Eines der größten Probleme sehe ich in den ständigen Umwandlungen von Unternehmen in Aktiengesellschaften. Das Geld bleibt nicht in der Firma sonder wird zu Geldgebern abgezogen, die nur noch reicher werden.

        Dafür werden Angestellte entlassen und die anderen müssen noch mehr arbeiten.

        Teil der Arbeitslosenbekämpfung könnte so ein Programm sein, das das Einkommen der Chefs begrenzt damit dafür mehr Arbeitskräfte eingestellt werden können.

        DAS würde der Wirtschaft helfen!

        lg
        Maria

  7. Hallo Maria!
    Mit den Lockangeboten sollen die Kunden in die Geschäfte geholt werden. Was schon sehr deutlich mit erklärt das der Verbraucher mitbestimmt was angeboten wird.

    Trotzdem, leider ist es im Umkehrschluss nicht so das teure Kleidung zwangsläufig unter besseren Bedingungen gefertigt wird. Ich habe in einer Reportage gesehen wie in der selben Näherei in Bangladesh für eine Billigkette und ein Markenlabel produziert wurde.

    In der selben Reportage wurde eine Rechnug aufgemacht, dass wenn der Endkunde in Europa, nur 20 Cent mehr bezahlen würde , die Näherinennen davon menschenwürdig leben und ihre Familie ernähren könnten.
    Wie also, so stellt sich mir die Frage, kann ich meine 20 Cent dorthinleiten wo sie ankommen sollen?

    Herzliche Grüße Tutti

    • Hallo Tutti!

      Genau das ist der Wahnsinn, dass das, was für die Näherin einen großen Unterschied im Leben ausmacht, hier kaum etwas bedeutet.

      Wer bekommt das Geld muss man sich fragen, wer profitiert davon?

      Der Gewinn in der Textilindustrie kommt nämlich auch nicht den Verkäuferinnen im Textilhandel zu Gute!

      Wohin fließen die Gewinne, das ist die große Frage und warum bedeuten die Gewinne keine Verbesserung der Lebensqualität in Europa?

      Der Fisch stinkt hinten und vorne!

      lg
      Maria

  8. Liebe Maria, mir geht’s ganz gleich wie dir, wenn ich diese Werbung anschaue. In letzter Zeit schaudert’s mich auch immer, wenn ich irgendwo „billiger“ lese oder in der Radiowerbung höre. Wenn alles immer nur billiger wird – wer bezahlt die Arbeit? Hier oder dort, ganz egal? Dank Dir dafür, dass Du so aufmerksam bist und nicht nur über die Dinge nachdenkst, sondern dich auch engagierst. Liebe Grüße, Gabi

    • Hallo Gabi!

      Je länger ich darüber nachdenke – und hier Kommentare beantworte – desto mehr habe ich den Eindruck, dass wir mittlerweile in einer modernen Form der Diktatur leben.

      Hier ist es nicht der König oder Präsident, der das Sagen hat, sondern ein paar wenige Wirtschaftsmagnaten bestimmen, wo es lang geht.

      Und die streifen auch den Gewinn ein.

      Für mich zeigt sich das ganz eindeutig in der augenblicklichen politischen Entwicklung. Die Unzufriedenheit der Menschen, die am unteren Ende stehen und sehen, wie die anderen „die Gans verspeisen“.

      Danke für Dein Kommentar!

      lg
      Maria

  9. Irgendwann hat sich mal der Gedanke festgesetzt, dass nur geistige Arbeit etwas Wert ist, handwerkliche weniger. So geht der Trend dahin, diese als minderwertig zu betrachten und vielleicht auch die Menschen, die in diesen Bereichen tätig sind. Das und die Tatsache, dass wir weit, weit entfernt sind von der Produktion von Gegenständen, es nicht wissen und vielleicht auch nicht wissen wollen, führt dann zu solchen gedankenlosen Exzessen.
    Es hängt alles zusammen …
    Nachdenkliche Grüße, Ingrid

    • Hallo Ingrid!

      Wichtiger Gedanke, mit der geistigen Arbeit.

      Dazu fällt mir ein, dass es als Gegenbewegung ja die Tauschkreise gibt in einer gewissen Art und Weise. Wo jede Stunde gleich viel Wert ist im Tausch. Also ob jetzt jemand die Buchhaltung macht oder die Fenster sauber macht oder Baby sittet – alles ist „eine Stunde“ und wird gleichwertig betrachtet.

      Nun hat sich in diesen Tauschkreisen eine interessante Entwicklung ergeben. Einige Angebote gibt es einfach nicht, das sind jene, die auch am „Arbeitsmarkt“ mehr Wert sind.

      Nun hat man Versuche gestartet, Arbeitsstunden auch im Tauschkreis unterschiedlich zu bewerten. Also z.B. die Beratungsstunde eines Rechtsanwalts wird mit 2 oder 3 Stunden gut gebucht während die Gärtnerstunde nur eine Stunde Wert ist.

      Was für ein Wahnsinn ist das eigentlich?

      Wir sind von dieser Ständegesellschaft gar nicht so weit weg wie wir glauben.

      lg
      Maria

      • Das ist eigentlich unglaublich. Was wären wir denn ohne die Menschen, die handwerklich geschickt sind und etwas mit ihren Händen machen können. Wobei: auch dabei muss man denken, kombinieren. Es ist also auch geistige Arbeit bei der manuellen.
        Um so etwa zu ändern oder zu fördern, müsste es in den Schulen auch ganz anderes zugehen …

  10. Hallo Maria,

    leider wird so ausbeuterisch und billig so vieles hergestellt. Auch das Hochpreisige wie Schleichtiere oder Bossklamotten. Der Verbraucher will ja, weiß aber nicht, WIE er dem entgehen soll. Genau wie meine Teflonjacke. Ich will nicht drauf verzichten, brauche nun mal eine Windbrecherjacke mit meiner Kälteallergie. Ich sehe ein Problem darin, dass die Zwischenschritte nicht deklariert werden müssen, wo sie getätigt wurden. Made in Germany kann also auch in Bangladesch oder Äthiopien sein, die arbeiten noch billiger. Ich denke, dass das fix genäht ist weil die nur gerade Nähte und einen Arbeitsschritt machen. Manche schlafen auf dem Arbeitsplatz am Boden weil sie zu erschöpft sind und in drei Stunden ja wieder da sein müssen, werden geschlagen, sexuell belästigt und hungern, bei einem Fehler müssen sie in der Ecke stehen. Und jetzt klickt euch mit dem Wissen mal zu H&M. Ging mir gestern so. Das wirkte so skuril!
    Es wäre schon viel geholfen, wenn jede/r nur das kauft wird was sie/er tatsächlich trägt. Oder Secondhand, wer mag.
    Auch von mir D A N K E für deinen unermüdlichen Einsatz.

    Liebe Grüße – Tanja

    • Hallo Tanja!

      „Es wäre schon viel geholfen, wenn jede/r nur das kauft wird was sie/er tatsächlich trägt.“

      Das unterschreibe ich jetzt mal ganz laut und mit vielen !!!!!!!!!

      Kleidung muss endlich wieder den Stellenwert bekommen, der ihr zusteht – nämlich uns vor Kälte, Wind, Wetter oder Hitze zu schützen. Nicht mehr und nicht weniger.

      Mit Kleidung sollte kein Prestige verbunden sein.

      lg
      Maria

  11. ja..
    die Handarbeit hat kaum einen Wert
    aber das geht nicht nur in fernen Ländern so..dort ist es zwar extremst
    aber auch hier bei uns..
    was bekommt der Bauer für seine Milch..
    das deckt kaum die Erzeugerkosten..
    zum Teil sind wir Konumenten mit Schuld
    aber auch die großen Konzerne die massiv Druck auf Hersteller ausüben..
    leider hat nicht jeder die Möglichkeit zum Bauern zu gehen und direkt im Hofladen zu kaufen..
    aber ich kaufe inzwischen die Milch von Bergbauernhöfen
    die von kleinen Betreiben kommt.. die 40 cent mehr sind mir das wert..
    so ein billiges Shirt würde ich auch nicht kaufen..
    (es sei denn ich bräuchte Putzlappen ;))
    einer kann nichts bewegen.. aber viele Tropfen geben auch einen Strom
    liebe Grüße
    Rosi

    • Hallo Rosi!

      Bei allem, was heute über die Ausbeutung in den Billiglohnländern geschrieben wird, darf man ganz sicher nicht vergessen, dass es auch bei uns Probleme mit Ausbeutung gibt.

      Dazu habe ich in meinem letzten Beitrag einen Link über die Textilindustrie in Europa veröffentlicht.

      Gerade das mit der Milch und den Bauern sehe ich auch so. Die Molkereien drücken den Preis – in dem Fall geht alles zu Lasten der Tiere und teilweise auch zu Lasten des Bauern.

      Direktkauf ist sicher ein guter Weg, das habe ich vor langer Zeit auch so entschieden und darüber sogar schon einmal geschrieben.

      lg
      Maria

  12. Hallo Maria,
    wie immer ein anregender,toller Beitrag.
    Weil du das schreibst mit dem Geld vom Boden aufheben,mein Freund macht das schon seid einer Ewigkeit (also auch wie er noch klein war,weil seine Eltern ihm das so beigebracht haben,alles hat seinen Wert).
    Was mich an seiner Geschichte aber traurig gemacht hat,war das ihm viele immer wieder deswegen ausgelacht haben oder ihm gefragt haben was willst den mit den paar Cent,die sind doch eh nichts werd…dafür geht „Mann“ doch nicht in die Knie…
    Du siehst also in Österreich sind viele Leute für so einen Hungerlohm selbst zu faul etwas vom Boden aufzuheben…aber Sachen billig kaufen,für das sind sie nicht zu „schön“….
    Lg Magdalena

    • Hallo Tamara!

      Danke schön, ich freue mich über Dein Kommentar ganz besonders.

      Ich hoffe sehr, dass wir uns irgendwann einmal doch noch kennen lernen können. Würde mich freuen! Vielleicht kommst Du ja irgendwann wieder einmal nach Graz um Deine Cousine zu besuchen.

      lg
      Maria

      • Liebe Maria!
        Entschuldige die späte Antwort! Ja hab ich mir auch gedacht, deine Projekte über die du schreibst sind total spannend und inspirieren mich auch! Würde dich gern mal persönlich kennen lernen 🙂 Vielleicht lern ich ja noch Stricken bei dir, der Loop Schal mit den Pulswärmern sieht klasse aus!
        Wir haben vor spätestens im Spätsommer/Herbst wieder nach Graz zu fahren, da meld ich mich vorher bei dir.

        Liebe Grüße,
        Tamara

  13. Das war ein sehr interessanter Beitrag.
    Für viele Menschen ist genug nie genug. Neid und Missgunst kommen noch dazu. Mit den Lohnunterschieden ist es so eine Sache. Da vergleiche ich manchmal meinen Sohn mit einer Auszubildenden auf Arbeit. Beide sind gleich alt. Mein Sohn war immer schon sehr ehrgeizig. Realschule, Wirtschaftsgymnasium, duales Studium, politische Aktivität . Nun strebt er den Master an und eventuell den Doktor. Alles ist mit sehr viel Freizeitverzicht und enorm viel Lernerei verbunden. Unsere Azubine dagegen hatte schon in der Schule null Bock. Dann hier und da mal gejobbt und nun mit 22 die Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin. Ich bin der Meinung, das der Aufwand, den mein Sohn betreibt auch finanziell honoriert werden sollte. Schließlich spart er ja jetzt auch jeden Cent, weil er den Masterstudiengang selbst finanzieren muss. Leider sind sich viele Schüler darüber nicht im Klaren, was diese „Null-Bock-Phasen“ für weitreichende Folgen haben können. Wiederum, was nützt Architekt, der tolle Häuser entwirft, wenn keiner mehr da ist, sie zu bauen. Das ist wohl ein Thema, worüber man ewig diskutieren kann 🙂
    Viele Grüße von Silke

    • Hallo Silke!

      Deinem Gedankengang kann ich natürlich auch einiges abgewinnen und stimme Dir auch zu.

      Natürlich ist es so, dass es eine gewisse finanzielle Anerkennung für einen Beruf geben muss, der eine lange Ausbildung erfordert. Das steht für mich außer Frage.

      Was ich jedoch kritisiere ist die unverhältnismäßige Diskrepanz. Es kann nicht sein, dass man als als gelernte Fachkraft im Monat kaum Euro 1.000,– brutto verdient und in anderen Berufen, die noch nicht einmal extrem viel Ausbildung erfordert haben, bekommt man 5.000,– Euro brutto.

      Und das meinte ich damit. Die Schere dazwischen ist einfach zu groß!

      Da muss es aus meiner Sicht eine Annäherung geben.

      lg
      Maria

  14. Da sprichst du echt einen bewegenden und traurigen Punkt an… ich finde es soooo erschreckend, wie wenig die Arbeit der Menschen in den Produktionsländern wert ist. Aber hier in Deutschland, da will jeder am liebsten mehr als den Mindestlohn von 8,5€ verdienen – für die Arbeit anderer sind ihm aber schon 20ct die Stunde zu viel… Wie kann das sein?!
    Ich werde deinen Artikel mal abspeichern und dann in meinen Monatsfavoriten wahrscheinlich aufgreifen – denn so sehen hoffentlich noch mehr Menschen irgendwann ein, dass wir die Arbeit von jedem Menschen über die Arbeit von Maschinen stellen sollten, solange wir selbst auch diese Wertschätzung erwarten.
    Liebe Grüße

    • Hallo Tabea!

      Da sprichst Du etwas sehr Wichtiges an – jeder Mensch sehnt sich nach Wertschätzung für das, was er tut.

      Und umgekehrt sind manche aber nicht bereit diese den anderen Menschen auch zu geben.

      Danke für Dein Kommentar und es freut mich sehr, dass Dich mein Beitrag so angesprochen hat!

      lg
      Maria

  15. Ja, sehen wir solche Sachen nicht täglich oder sehen nicht hin weil wir persönliche Probleme haben? Mit den Jahren kann ich einiges mit Abstand betrachten und ahne die komplexen wirtschaftlichen und globalen Zusammenhänge, die als Einzelschicksale unser Gewissen berühren.
    Nachdenken kommt zuerst, darauf folgen Handlungen und Entscheidungen. Dein Text trägt dazu bei.
    Irgendwann muss jemand sozial und ökologisch die Rechnung zahlen, vieles kommt als Bumerang schneller als man denkt zurück.
    Wichtig ist, dass man selbst guten Gewissens in den Spiegel schauen kann.
    LG Ute

    • Hallo Ute!

      Ich denke genau über den Punkt „irgendwann kommt es als Bumerang zurück“ seit der Veröffentlichung dieses Beitrages nach.

      Nämlich über den Punkt, ob es nicht sein kann, dass es sich um eine Rückkoppelung handelt wenn man sagt „aber einige können es sich gar nicht anders leisten“.

      Ob nicht auch bei uns die Lohngestaltung sich verändert hat durch die Möglichkeiten der Ausbeutung in anderen Ländern. Wie viele Firmen ziehen die Produktion in Westeuropa ab um Geld zu sparen?

      Und dann hat das zur Folge, dass es mehr Arbeitslose gibt und automatisch jeder bereit ist auch für weniger Lohn zu arbeiten.

      Und so dreht sich das Rad immer enger ein.

      Wenn wir uns für faire Arbeitsbedingungen überall auf der Welt einsetzen, setzen wir uns damit automatisch auch dafür ein, dass es bei uns eine faire Bezahlung gibt.

      Das sollte eigentlich alle motivieren denke ich.

      lg
      Maria

  16. So richtig Maria. Ich komme aus der Branche. War selbst schon in Indien um die Produktionen bei ihrer Fertigung zu unterstützen und Fehler zu analysieren. Es gab Räume und Situationen, da musste ich erst mal wieder den Raum verlassen, durchatmen, um dann überhaupt eine Fehleranalyse machen zu können. Räume voller Müll, keine Sicherheitsvorkehrungen, alte Maschinen und Werkzeuge und so viel Kastendenken. Es war schwierig – ich wollte die Situation vor Ort verbessern, nicht nur die Produktion verbessern. Es wird kein Geld für die Ausbildung und Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter investiert. Dabei war ich sicherlich in guten Betrieben. Färberei, Lederverarbeitung ist sicherlich noch viel dramatischer. Daher verweigere ich dem Einkauf von billigem Zeug. Wie beim Essen muss immer der Kunde entscheiden welchen Laden – welches System er unterstützt.
    LG Esther

    • Hallo Esther!

      Ich hoffe sehr, dass es langfristig einen Unterschied macht, wenn immer mehr Kunden auf die Herkunft und die faire Produktion achten.

      Danke für Deinen sehr persönlichen Bericht, ich kann mir gut vorstellen, dass das für Dich sehr erschütternd war!

      lg
      Maria

  17. Hallo Maria,

    das ist echt grausam! Vielen Dank für deinen Einsatz! Vereinter Widerstand!

    Solchen Menschen wie Lovis Nachbarin begegnet man immer wieder. Es hilft auch nichts, einmal alle Menschen aufzuklären und dann ist gut. Aufklärung muss stetig betrieben werden, denn es kommen nicht nur immer wieder neue Menschen nach. Auch bereits aufgeklärte Menschen können schnell wieder in alte Denkmuster verfallen.

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • Hallo Philipp!

      Ja, das gefällt mir, vereinter Widerstand 🙂

      Menschen sind nun einmal bequem und sind Meister im Verdrängen von Offensichtlichem. Einerseits eine sehr gute Überlebenstaktik, aber andererseits echt nicht gut für die Umwelt im Augenblick!

      lg
      Maria

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