gelesen im Juni – Buchtipp #21

statt-plastik-coverstatt Plastik
Schöne Sachen zum Selbermachen –
das Ideenbuch für Einfälle statt Abfälle

von Jutta Grimm
Pala Verlag

Der Titel des Buchs ist meiner Meinung nach ja wirklich sehr genial gewählt und beschreibt den Inhalt sehr treffend. Geht es doch ganz genau darum zu zeigen, wodurch die verschiedenen Dinge aus Plastik im Alltag ersetzt werden können.

Da ich dem Blog von Jutta schon seit längerer Zeit folge, war ich natürlich auf das Buch schon sehr gespannt. Ist es doch auch mein persönlicher Weg zu einem plastikreduzierten Leben, so viele Produkte wie möglich durch DIY zu ersetzen.

Einleitend wird im ersten Kapitel beschrieben, worin die Motivation liegt, Plastik zu ersetzen. Ergänzt durch eine kleine Warenkunde („Welche Arten von Plastik gibt es?“) sowie einem Exkurs zum Thema Bioplastik werden gute Gründe beschrieben, warum Plastik vermieden werden sollte.

Danach gibt es praktische Tipps zu den einzelnen Projekten wie z.B. welche Geräte und Zutaten benötigt werden, wie lange selbst gerührte Kosmetikprodukte und Reiniger haltbar sind und vieles mehr. Natürlich darf auch eine Abkürzungstabelle für die vielen DIY Anleitungen nicht fehlen.

Die verschiedenen Bereiche des Alltags wurden in 5 Kapiteln zusammen gefasst. Zu finden sind Anleitungen für den plastikfreien Einkauf, das plastikfreie Bad, die plastikreduzierte Reinigung der Wäsche und des Haushalts sowie allerlei gute Tipps rund um die Babypflege.

Durch einleitende Worte und ein wenig Theorie dahinter werden die einzelnen Kapitel abgerundet.

Zu finden sind verschiedene Nähanleitungen wie z.B. Brotbeutel, Gemüsenetz, Einkaufsnetz, Einkaufstasche, Lunch Bag etc., Strick- und Häkelanleitungen wie z.B. Badeschwamm, Spültuch, Topfkratzer, Windelhöschen und vieles mehr. In der „Hexenküche“ gebraut werden allerlei Nützliches für das Bad wie z.B. Zahnpasta, Mundwasser, Shampoo, Deo und Lippenbalsam aber auch Waschmittel, Fleckenstift und Bügelwasser.

Natürlich dürfen Spülmittel für das Geschirr sowie Reinigungsmittel auch nicht fehlen. Für den Nachwuchs ist Baby-Puder, Popo-Creme, Babyöl und noch viel mehr zu finden.

Alle Anleitungen sind reich bebildert und ausführlich beschrieben sowie vor allem die Nähanleitungen durch liebevolle Zeichnungen, welche die Umsetzung erleichtern, ergänzt.

kleiner Blick ins Buch

kleiner Blick ins Buch

Meine Gedanken zu dem Buch:

Der Theorieteil hält sich in Grenzen, wodurch man das Buch, sofern man nicht jede Anleitung gleich ausführlich lesen will (was ich jedoch schon gemacht habe), rasch durch hat.

Es ist eine ganze Fülle an Inspirationen darin zu finden, die Bilder sind wunderschön anregend und zeigen, dass ein plastikfreies Leben ganz und gar nichts mit Verzicht zu tun hat.

Da ich mittlerweile seit 3 Jahren plastikreduziert lebe und für alle Bereiche bereits Lösungen gefunden habe, gab es für mich naturgemäß nicht mehr so viel Neues zu entdecken.

Getestet habe ich das Rezept für die Zahnpasta und war damit wirklich sehr zufrieden. Das bisher getestete Rezept aus dem Internet hat mich nicht so zufrieden gestellt, die Anleitung von Jutta Grimm aus dem Buch hat mich aber restlos überzeugt und auch Herr Widerstand war begeistert.

Wir verwenden die Zahnpaste nun seit über 4 Monaten und auch der Langzeittest hat uns überzeugt.

selbst gemachte Zahnpasta im Glas

selbst gemachte Zahnpasta im Glas

Selbst bin ich ein Fan von sehr einfachen Rezepten für selbst gerührte Reiniger und Kosmetik, wo ich die Zutaten tunlichst alle bereits zu Hause habe.

Das trifft in dem Buch leider nicht überall zu, auch für die Zahnpaste musste ich weiße Tonerde aus der Apotheke besorgen, welche leider in einem Plastikbeutel verpackt war und somit wurde die Zahnpaste nicht wirklich so plastikfrei, wie ich mir das gewünscht hätte.

Vermutlich wird das auch bei einigen anderen verwendeten Zutaten so sein. Das ist auch mit ein Grund, warum ich von den DIY-Rezpten noch nicht mehr ausprobiert habe, obwohl mein Lippenbalsam gerade beim Ausgehen ist und ich auf der Suche nach einer einfachen Alternative bin.

Die Nähanleitungen sind durch sehr nette Zeichnungen ergänzt und so einfach gehalten, dass auch Anfänger sehr gut zurecht kommen. Ich habe mir die Mühe gemacht, wirklich alle Anleitungen ganz genau zu lesen und fand sie sehr verständlich geschrieben und auch für Näheinsteiger geeignet. Ich kann mir vorstellen, dass man z.B. die Gemüsesäckchen (siehe Bild oben) auch sehr gut mit der Hand nähen kann. Besonders gut gefallen hat mir die Tasche für den Fahrradkorb und die sehr einfach Anleitung für die Furoshiki-Tasche.

Gerade für Menschen, die erst beginnen ihren Haushalt zu „entplastifizieren“, werden im Buch sehr übersichtlich die verschiedenen Möglichkeiten gezeigt, wie man einfach und unkompliziert die einzelnen Bereiche umstellen kann. Mit dem Buch hat man einen sehr guten Ratgeber zur Hand, wo viele Anregungen und Anleitungen auf einem Blick zusammen gefasst sind.

Linktipp:

Grimmskram – persönlicher Blog von Jutta Grimm
statt Plastik – der Blog zum Buch



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33 Kommentare zu “gelesen im Juni – Buchtipp #21

  1. Bei dem Problem mit den Plastikverpackungen für Zutaten von Selbstgemixtem muss man sich halt überlegen,
    – Wieviel das ausmacht im Vergleich zu gekauftem, das man nur in Plastik erhält
    – Wie hoch der Anteil dieser Zutat am Gesamtprodukt ist
    – Wie häufig man das Produkt braucht

    z.B. Zahnpasta: wenn 1/3 aus der Kreide besteht (ich hab keine Ahnung, das ist nur geraten) und man den Rest plastikfrei erhalten kann, ist es prima. Es wäre für mich auch dann noch ok, wenn das Gesamtgewicht der Plastiktüten deutlich geringer ist als das Gesamtgewicht der Verpackung von gekaufter Zahnpasta, da man Zahnpasta ja nun wirklich täglich braucht.
    Bei Cremes und Lippenbalsam bin ich wiederum kein großer Verbraucher, so dass die Gefahr besteht, dass die Zutaten nicht mehr verwendbar sind, bevor ich sie aufgebraucht habe. Aus diesem Grunde habe ich übrigens das Selbstrühren von Kosmetik fast völlig aufgegeben, bis auf ein bißchen Sheabalsam für den Winter, weil da auch meine Mutter eine Abnehmerin ist. Es bringt ja nix, wenn man einen Haufen Dinge (meist per Post) bezieht, die in der Regeln in Plastik verpackt sind, nur um dann seine Creme in Glastiegelchen abzufüllen und eventuell sogar noch jede Menge Zeugs wegwerfen zu müssen. Dann kauf ich mir lieber das bißchen Creme von einem Bio-Hersteller.

    • Hallo Fussel!

      Ich gebe Dir mit allem, was Du geschrieben hast, uneingeschränkt recht. Sehe ich auch so.

      War wieder so eine Perfektionismus-Attacke 😉 Insgesamt ist es auf jeden Fall VIEL weniger Plastik, das verbraucht wird bei der Zahnpasta!

      Der Aspekt mit dem Verbrauch und mit dem Verderben ist auf jeden Fall auch ein Wichtiger! Danke für den Hinweis!

      lg
      Maria

      • Hallo Cat!

        Oh wie schön! Ich habe den Kurs auch gemacht, schon vor 2 Jahren begonnen und voriges Jahr im Herbst fertig geworden.

        Ich fand es ganz wunderbar mich so intensiv mit den Themen auseinander zu setzen!

        Viel Spaß damit!

        lg
        Maria

      • huhu!
        Leider ist das feedback geben sehr unorganisiert, aber die lektionen gefallen mir bisher (lektion 3 ist grad dran).
        manches wusste ich aber schon, ging es dir auch so?

      • Hallo Cat!

        Ja das mit dem Feedback ging in meiner Gruppe auch eher sehr zäh bis fast gar nicht voran. Leider sind relativ bald einige ausgestiegen, sodass wir zum Schluss nur noch 5 Leute waren.

        Da ich zu dem Zeitpunkt mich für die Themen schon sehr interessiert hatte, waren da natürlich auch einige Überschneidungen mit dem, was ich „privat“ schon recherchiert hatte.

        Ich habe das aber eher positiv empfunden, hat es mir doch gezeigt, dass ich mich auf dem richtigen Weg bereits befinde 🙂

        lg
        Maria

  2. Das Buch werde ich mir auch anschaffen. Das mit der Creme selber machen kann ich nicht so verstehen, denn ich mache mir mindestenes 15 Cremes und Bodylotion und 10 mal Duschzeug und Badezusätze u.s.w. und nehmen nur Behältern die aus Glas o.ä sind. Also einmal anschaffen (etwas Plastik) für sehr viel ohne Plastik hersellen. Und für die Natur ist es auch besser denn keine Chemie.
    Lippenstift könntst du aus Kakaobutter machen oder Bienenwachs bekommt man auch von Immker um die Ecke. Honig und Öl expeiementier ein wenig irgendwann hast du deine Mischuing.
    Ich habe zuletzt Bienewachs mit Lanolin( bekommt man sicher in der Apotheke ohne Plastik. Wie ist es denn bei Spinnrad?) erwärmt und Honig dazu fertig.
    LG Marion

  3. Also die Grundidee des Buches klingt echt überzeugend und der Aufbau sehr sinnvoll. Und wenn man zu Beginn vor Augen geführt bekommt, wozu der Verzicht gut und wichtig ist, dann ist man doch gleich viel motivierter, die DIYs auch umzusetzen.
    Das Kapitel Babypflege spricht aber wohl leider doch nur eine kleine Gruppe von Menschen an, oder? Für alle ohne Kleinkind ist es ja eher nicht zu gebrauchen 😦

    Dass manche Zutaten allerdings erst besorgt werden müssen und das auch noch in Plastik, finde ich natürlich nicht weniger schade als du. Ich stöbere jetzt einfach mal auf dem zugehörigen Blog… und überlege dann, ob ich das Buch haben will oder eher nicht 😉

    Liebe Grüße

    • Hallo Tabea!

      Ich habe selten ein (Ratgeber)Buch gefunden, wo alles passend war für mich. Auch bei Kochbüchern nehme ich nur einen Teil an, aber wenn da ein paar Rezepte dabei sind, die ich besonders mag, hat es sich für mich schon ausgezahlt.

      Im Internet sind sicher auch ganz viele tolle Tipps zu finden!

      lg
      Maria

  4. Ich fand das Buch sehr schön, alleine schon als Motivation überhaupt darüber nachzudenken einige Gegenstände/ Alltagshelfer selber herzustellen.
    Allerdings benötige ich sehr viele von den vorgestellten Dingen gar nicht (Taschen, Badebomben, Joghurtbereiter und Babysachen um nur ein paar zu nennen ).
    Gelohnt hat sich die Anschaffung für mich aber auf jeden Fall weil ich jetzt mein Bleichmittel mit Wasserstoffperoxid selber herstelle und die „Rubbelseife“ wirkt wirklich Wunder. Es hat nur ein wenig gedauert bis ich Baumwolltüll (im Internet ) gefunden habe.
    Viele Grüße
    Stefanie

  5. Liebe Maria,
    vielen Dank für die ausführliche Beschreibung des Buches. Klingt spannend! Das merk ich mir mal. Jetzt schmökere ich erst mal noch ein bisschen auf den beiden Blogs von Jutta! 🙂
    Hab lang nicht mehr kommentiert, aber ich lese immer mit! 🙂
    GLG Biggi

    • Erst neulich habe ich wieder in Plastiktüten verpackte Tannenzapfen gesehen. Gibt’s jetzt wieder und die sind richtig teuer! Da musste ich an dich denken und deinen Post wie weit wir uns von der Natur entfernt haben. 🙂
      OK, passt jetzt nicht so zum Thema, aber wollte ich jetzt mal loswerden! 😉
      GLG Biggi

      • Hallo Biggi!

        Ja genau, jetzt ist die Zeit der „Naturdeko“ *ggg*

        Dieser Beitrag ist vielen Menschen in Erinnerung geblieben, ich werde immer wieder darauf angesprochen.

        Ist ja auch ein „geniales“ Zeichen unserer Zeit, dass wir lieber schnell was kaufen, statt die Natur selbst zu genießen. Und dann reden alle von Stress…

        lg
        Maria

  6. Liebe Maria, ich hab da eine Idee aufgeschnappt. Mit Paketschnur so eine Art Scheuerschwamm zu häkeln. Vielleicht kannst du mir da Tipps geben. Denn das was ich begonnen habe…naja ist zwar kratzig aber in der Schnur sind Pflanzenteile die sich nicht häkeln lassen. Und das ist so rauhhh….sehr schwer zu häkeln….Hilfe….evtl.kannst du mir ja ne schreiben ? Würde mich über Feedback freuen… liebe Grüße Bianca

  7. Pingback: Monatscollage Oktober 2016 | widerstandistzweckmaessig

  8. Pingback: selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Zahnpasta [Langzeiterfahrung] | widerstandistzweckmaessig

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