Achtsam durch den Tag [Woche 32-35]

Mein „Jahresprojekt Achtsamkeit“ geht auch dieses Jahr weiter. Trotzdem ich nun schon ein ganzes Jahr lang beinahe täglich Achtsamkeitsübungen mache, bin ich mit dem Buch noch lange nicht durch.

Das hat verschiedene Gründe. Einer davon ist, dass mir manche Übungen so wichtig sind, dass ich sie auch deutlich länger als eine Woche durchführen möchte.

Eine andere Ursache ist, dass ich auch von meiner Yogalehrerin immer wieder Anregungen für Achtsamkeitsübungen bekomme und manchmal statt einer Übung aus dem Buch diese durchführe.

Genau daran erkenne ich aber unter anderem, wie gut mir diese Übungen tun! Vor noch gar nicht so langer Zeit war ich völlig ratlos, wie ich wegen der Nummerierung weiter machen soll, weil diese durcheinander gekommen ist.

Mittlerweile bin ich sehr entspannt und freue mich einfach nur darüber, dass noch so viele Übungen vor mir liegen und ich mit dem Projekt weiter machen kann.

#32 Diese Person könnte heute Nacht sterben

Die Aufgabe der Woche war, sich bewusst zu machen, dass die Begegnung mit einem Menschen möglicherweise die letzte ist, weil die Person sterben könnte. Es geht darum zu beobachten, ob sich das Verhalten, die Art und Weise, wie man einander begegnet, verändert.

der Verlust eines geliebten Menschen ist sehr schmerzhaft

der Verlust eines geliebten Menschen ist sehr schmerzhaft

Ich muss gestehen, dass ich mit dieser Übung meine Problem hatte. Mehrmals sind Menschen, die mir nahe gestanden sind, sehr überraschend und Großteils noch sehr jung aus dem Leben gerissen worden. Vielleicht habe ich gerade deshalb schon sehr lange eine andere Einstellung zum Leben und zu den Menschen, die mich umgeben.

Erst durch die Auseinandersetzung mit dieser Achtsamkeitsübung und dem Begleittext zu dieser Übung wurde mir bewusst, dass es vermutlich einen Zusammenhang damit gibt, dass ich mich in einigen Situationen sehr speziell verhalte. Ich kann es zum Beispiel gar nicht aushalten, im Streit mit jemandem auseinander zu gehen. Es liegt mir am Herzen, immer eine Lösung zu finden, mit der alle zufrieden sind und mich zu versöhnen.

Jedenfalls war ich nicht in der Lage, mir bei den verschiedenen Begegnungen immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass diese Person jederzeit sterben könnte. Zu sehr sind dadurch jene Erinnerungen wach gerufen worden, die zwar teilweise schon sehr lange zurück liegen, aber trotzdem noch immer sehr schmerzhaft sind. Und eine Erinnerung ist noch so frisch, dass ich damit noch nicht abgeschlossen habe.

#33 Hitze und Kälte

Der Nachsatz zu dieser Übung hatte es in sich. Es ging nämlich nicht nur darum, auf die Empfindungen von Hitze und Kälte und die körperlichen oder emotionalen Reaktionen auf die Temperatur bzw. eine Veränderung derselben zu achten, sondern auch darum, gelassen darauf zu reagieren.

Und da liegt der Hund bei mir begraben. Ich reagiere sehr stark darauf, wenn ich eine Temperatur als unangenehm empfinde, insbesondere auf Hitze. Mir geht es gar nicht gut, wenn es heiß ist. Mein Körper ist dadurch sehr belastet und ich fühle mich richtig unwohl.

Ich habe Herrn Widerstand immer sehr bewundert, wie gelassen er damit umgeht. Oft schwitzt er sehr stark und ich bin der Meinung, ihm muss sehr heiß sein. Er aber meint dazu nur, dass ihm nicht heiß sei, denn der Schweiß kühlt den Körper ab.

Diesen Sommer war es in der Toskana wirklich unglaublich heiß und ich habe versucht, seine Sichtweise einzunehmen. Bei dieser Gelegenheit bin ich drauf gekommen, dass vor allem meine Bewertung von Hitze und Schweiß mit meinem Unwohlsein zu tun hat. Ich bewerte das Schwitzen negativ und versuche es zu vermeiden.

In diesem Jahr ist es mir immer wieder einmal gelungen, meine Sichtweise zu verändern und das Schwitzen freundlich zu begrüßen. Und siehe da, es ging mir tatsächlich besser.

Daran habe ich mich bei dieser Aufgabe (mittlerweile hatten wir November) erinnert.

das Feuer wärmt bei Kälte

das Feuer wärmt bei Kälte

Mir ist auch in der kühleren Jahreszeit oft zu heiß. Vor allem wenn ich gerade sehr intensiv mit etwas beschäftigt bin, wird mir oft sehr warm. Seit einiger Zeit kleide ich mich daher bevorzugt im „Lagenlook“, sprich trage mehrere leichte Kleidungsstücke übereinander. Dadurch kann ich relativ einfach die Kleidung an meine Bedürfnissen anpassen.

Seitdem geht es mir deutlich besser. Nachdem ich den Text zu dieser Übung gelesen habe, vermute ich jedoch, dass es mir vor allem deshalb besser geht, weil ich mich nicht mehr gegen Temperaturprobleme wehre, sondern das Gefühl habe, aktiv etwas verändern zu können.

#34 Die große Erde unter Ihnen

Wir Menschen leben auf dem Planeten Erde und sind uns leider doch recht selten bewusst, dass es ein kleines Wunder ist, dass wir hier alle Bedingungen vorfinden, um leben zu können.

Viele verhalten sich so, als würden die Erde von den Menschen beherrscht werden können. Wir tun so, als müsste sie uns gehorchen und wenn wir mit einer der Naturgewalten konfrontiert sind wie z.B. einem Erdbeben, dann sind wir geschockt und fühlen uns in dem Moment hilflos und ohnmöchtig, da wir erkennen müssen, dass das in Wirklichkeit gar nicht so ist. Wir sind nur eine winzig kleine Mücke in einem unermesslich riesigen Raum.

Wenn man sich dessen bewusst ist, dann wird man demütig und dankbar für das große Geschenk der Erde. Vielleicht hilft es auch achtsamer mit der Natur umzugehen und sie nicht achtlos mit unseren Konsumgwohnheiten zu zerstören.

Im Buch erzählt die Autorin, dass sie im Kloster während dieser Übung den Tag damit begonnen hat, direkt nach dem Aufstehen den Boden mit der Stirn zu berühren. Durch diese Praxis wird die Dankbarkeit dafür ausgedrückt, dass die Erde uns trägt. Ich habe das sehr spannend gefunden und in dieser Woche auch so gemacht. Jeden Morgen habe ich als erstes die Yogaübung „das Kind“ gemacht und dafür gedankt, dass ich auf der Erde leben darf und dass mir meine Nahrung von der Natur schenkt wird.

Ich finde, das ist eine sehr gute Übung um sich verwurzelt zu fühlen und ich möchtee sie auch künftig immer wieder einmal in der Früh machen.

#35 Abneigung bemerken

In dieser Woche sollte sich die Aufmerksamkeit darauf richten Abneigungen wahrzunehmen. Sprich es geht darum sich bewusst zu werden, wenn wir negative Gefühle gegenüber einer Situation oder einer Person empfinden. Was hat diese Abneigung ausgelöst, was verstärkt diese?

Sehr schnell war ich über mich selbst erschrocken, wie oft ich negative Gedanken und Gefühle habe! Eigentlich dachte ich über mich, dass ich wesentlich gelassener mit den verschiedenen Situationen umgehe.

In der buddhistischen Tradition spricht man von drei Geistesgiften: Gier (Anhaften/Festhalten), Abneigung (Wegstoßen) und Verblendung (Unwissenheit).

Abneigung ist die Quelle von Zorn und Aggression und entsteht aus der falschen Vorstellung, dass wir glücklich sein könnten, wenn es gelingt, etwas zu verändern (etwas loszuwerden, eine Situation/einen Menschen zu verändern).

Wut ist eine sehr starke Emotion

Wut ist eine sehr starke Emotion

Aber natürlich ist es völlig absurd zu glauben, wenn alles genau so wäre, wie wir es wollen, dann könnten wir glücklich sein.

Abgesehen davon – gleiches Recht für alle – wie könnte die Welt für alle Menschen genau so sein, wie sich der einzelne das vorstellt? Was für mich perfekt ist, will der andere ganz anders haben.

In all das spielt auch noch der Perfektionismus hinein. Der Wunsch nach Vollkommenheit, der Drang Dinge zu verändern um sie zu verbessern statt sie so wahrzunehmen wie sie nun mal sind.

Diese Übung hilft gelassener zu werden, ganz gleich wie die Umstände sind. Immer wenn ich diese Abneigung verspürt habe, habe ich tief eingeatmet und versucht die von mir negativ bewertete Situation als gegeben hinzunehmen.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2017]

achtsam-durch-den-tag-jahresprojekt-2016-2017Diese Gedanken sind Teil von meinem Jahresprojekt.
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Gegenwärtigkeit [Achtsam durch den Tag]

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Meditation ist Nahrung für die Seele #2

In meinem heutigen Beitrag möchte ich Dir gerne einen kleinen Einblick in meinen Meditationsbereich geben. Wie in meinem Beitrag Meditation ist Nahrung für die Seele #1 geschrieben, meditiere ich mindestens einmal pro Tag. Um ohne großen Aufwand zwischendurch meditieren zu können, habe ich mir einen eigenen Bereich für die Meditation geschaffen.

mit der Klangschale beginnt und endet jede Meditation

mit der Klangschale beginnt und endet jede Meditation

Yoga war der Anfang

Auch diesmal ist es vom Yoga ausgegangen, aber anders als man erwarten würde. Bei Julia habe ich vor sehr langer Zeit schon von ihrer grünen Yogamatte, die eigentlich magenta ist, gelesen. Am Ende des Beitrags erzählt sie, dass sie gerne eine Schafwollmatte hätte. Das hat mich so fasziniert, dass ich mich im Internet umgeschaut habe, ob auch in Österreich Schafwollmatten angeboten werden.

Gefunden habe ich nach kurzem Suchen die Wollwerkstatt. Gefallen hat mir vor allem der ökologische Ansatz, mit dem diese Firma betrieben wird. Dass die rohe Schafwolle vielfach gar nicht verarbeitet wird sondern am Müll landet hat mich regelrecht geschockt.

Yogamatte ohne Plastik

Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich eine Gymnastikmatte aus billigem Kunststoff verwendet, der nach sehr vielen Jahren Nutzung noch immer einen unangenehmen Geruch abgab. Nachdem mir bis dahin nicht bekannt war, dass es auch Alternativen aus Naturmaterialien gibt, habe ich das Thema schleifen lassen und wollte einfach das verwenden, was ich bereits besitze.

Im Wissen um Alternativen wollte ich für meinen Yogakurs endlich eine Yogamatte ganz ohne Plastik haben.

es war keine Liebe auf den ersten Blick

Leider wurden wir keine Freunde beim Yoga. Der Wollkern ist mit einem Baumwolljersey überzogen und darüber ist der Überzug. Dadurch kann man den Bezug abziehen und in der Waschmaschine waschen. Grundsätzlich eine wirklich gute Sache, aber gerade bei den Übungen, wo ich festen Halt mit den Füßen brauche wie z.B. der herabschauende Hund oder die Kriegerin bin ich hoffnungslos weg gerutscht.

der Bezug der Yogamatte ist waschbar

der Bezug der Yogamatte ist waschbar

Ein weiterer Punkt ist das Gewicht. Die Schafwollmatte ist natürlich viel, viel schwerer als eine einfache Kunststoffmatte. Das geringe Gewicht ist bekanntermaßen einer der größten Vorteile von Plastik.

Das hat mich erst einmal traurig gemacht, da ich mich so auf die Matte gefreut hatte.

Meditationskissen

In meinem Yogaunterricht nehmen die Atemübungen sehr viel Raum ein. Die Pranayamas werden meist sitzend ausgeführt. Ein Meditationskissen unterstützt dabei die aufrechte Körperhaltung.

Daher besitze ich nun auch ein wunderschönes Meditationskissen, das mit Dinkelspelzen (die ein Abfallprodukt aus der Landwirtschaft sind) gefüllt ist.

mein Meditationskissen

mein Meditationskissen

Der Bezug ist ebenfalls abnehmbar und kann dadurch gewaschen werden. Die angenähte Trageschlaufe finde ich sehr praktisch, um das Kissen zum Yogaunterricht zu transportieren.

mein erster Meditationsplatz

Vor meinem Bett liegt ein kleiner Fleckerlteppich. Der Einfachheit halber dachte ich, das ist ja großartig! Wenn ich mein Meditationskissen darauf lege, dann habe ich meinen Meditationsplatz quasi immer bei der Hand.

mein minimalistischer Meditationsplatz

mein minimalistischer Meditationsplatz

Die Idee war zwar gut, aber leider hat das gar nicht geklappt. Nach sehr kurzer Zeit schon haben meine Knie geschmerzt und ich konnte dadurch nur sehr schwer bis gar nicht in den Zustand der Meditation kommen.

So gerne ich es so minimalistisch gehalten hätte, es war leider nicht machbar. Die Gedanken an die schmerzenden Kniescheiben haben mich bereits im Vorfeld von der Meditation abgehalten.

eines kommt zum anderen

So hat eines das andere ergeben und beide konnten zueinander kommen. Meine Yogamatte wurde kurzerhand zur Meditationsmatte und nun bin ich wirklich sehr zufrieden!

Die dicke Schafwollmatte ist nicht nur groß genug, wodurch ich auch mit ausgebreiteten Armen darauf liegen kann, sondern ist so weich, dass ich sogar längere Sitzmeditationen gut ohne Schmerzen aushalte.

Dazu kommt, dass sie einen wunderbaren sehr feinen Geruch nach Schafwolle hat, was zusätzlich einen beruhigenden Effekt auf mich ausübt.

Abendmeditation bei untergehender Sonne

Abendmeditation bei untergehender Sonne

…und die Moral von der Geschichte?

Man sollte nie aufgeben, nach einer guten Lösung zu suchen. Nicht immer ist der erste Weg der richtige. Manchmal ist es sinnvoll Dinge anders einzusetzen, als sie gedacht sind.

Jeder Mensch ist anders und hat andere Bedürfnisse. Es liegt an einem selbst gut für sich selbst zu sorgen.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2017]

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Meditation ist Nahrung für die Seele #1

Wieder einmal hat ein Buch mein Leben nachhaltig verändert. Wie positiv diese Veränderung sein würde, hätte ich mir im Traum nicht gedacht, als ich das Buch entdeckt habe.

Yoga war der Anfang

Im Herbst 2015 habe ich mit Yoga begonnen. Davon habe ich schon erzählt, als ich meine Yogasocken und den Yogarock gezeigt habe.

Durch die Anfangs- und Endentspannung bin ich in Kontakt mit dem Meditieren gekommen. Im Grunde ist auch mein Jahresprojekt Achtsamkeit dadurch angestoßen worden.

durch Meditation zur Ruhe finden

durch Meditation zur Ruhe finden

neue Gewohnheiten einführen

Meinen langen Urlaub in der Toskana im letzten Jahr wollte ich dazu nutzen, um meine Achtsamkeitspraxis zu vertiefen. Ich war gänzlich ohne Internet und daher ohne Ablenkungen unterwegs. Es war also ein sehr guter Zeitpunkt, um neue Gewohnheiten einzuführen.

Deshalb habe ich ein Buch zum Thema Meditation gesucht und mich aus der Fülle an Möglichkeiten für dieses entschieden. Neben dem Titel hat mich vor allem der Untertitel angesprochen, da ich das Gefühl hatte, dass dieses Buch mein Achtsamkeitsprojekt sehr gut ergänzen würde.

meditation-fuer-alleMeditation für alle
Vier-Schritte-Programm zur Meditation und
Achtsamkeitsübungen für jeden Tag

von Anna Elisabeth Röcker
Verlag Mankau

Auf den ersten rund 50 Seiten werden die Grundlagen der Meditation vermittelt. Man erfährt, was Meditation eigentlich ist, wie sie wirkt und welche Meditationstraditionen es gibt.

Das Buch hält sich nicht lange bei der Theorie auf, sondern steigt rasch in die Praxis der Meditation ein. Nach den praktischen Hinweisen zur Vorbereitung der Meditation wird das Vier-Schritte-Programm für Anfänger vorgestellt, welches um Varianten für Fortgeschritte ergänzt wird.

Danach geht es bereits in medias res, denn es wird eine ganze Fülle an verschiedenen Meditationsübungen vorgestellt. Abgerundet werden diese durch hilfreiche Tipps, was man tun kann, wenn es mit der Meditation doch nicht so klappt, wie man es sich vorstellt. Diese fand ich besonders hilfreich. Nicht jeden Tag ist man gleich drauf und daher ist es wichtig, das bei der Wahl der Meditation zu berücksichtigen.

Am Ende des Buches erhält man ergänzend dazu viele gute Hinweise, wie man die Meditationspraxis in den Alltag integrieren kann.

Dem Buch liegt eine Audio-CD bei, mit deren Hilfe man basierend auf den Übungen im Buch angeleitet wird. 7 verschiedene geführte Meditationen und meditative Musik helfen beim Einstieg ins Meditieren. Die CD habe ich gerade am Anfang sehr häufig genutzt.

Linktipp:

Eine ausführliche Leseprobe wird vom Verlag als pdf zur Verfügung gestellt.

diese Meditationshaltung wird sehr häufig praktiziert

diese Meditationshaltung wird sehr häufig praktiziert

learning by doing

Nachdem ich die Grundlagen innerhalb von kurzer Zeit gelesen hatte, wurde mir im Praxisteil sofort klar, dass man dieses Buch nicht einfach lesen kann, um es zu verstehen. Man muss sich den Inhalt erarbeiten, um das Meditieren tatsächlich zu erlernen.

Daher habe ich jeden Tag nur 1-2 Seiten gelesen und anschließend die beschriebene Meditation durchgeführt. Am Ende von meinem Urlaub war ich mit dem Buch noch immer nicht durch, aber in dem Fall war der Weg tatsächlich das Ziel.

ich meditiere täglich

Seit 7 Monaten meditiere ich täglich mindestens ein Mal. Für mich hat sich heraus gestellt, dass der perfekte Zeitpunkt für die Meditation der Morgen ist. Noch im Bett liegend meditiere ich für 10 bis 20 Minuten bevor ich den Tag beginne.

Blumen sind wunderbare Meditationsobjekte

Blumen sind wunderbare Meditationsobjekte

den eigenen Meditationsstil finden

Für mich gibt es beim Meditieren kein Richtig oder Falsch, es geht darum die für sich persönlich passende Umgebung zu wählen, eine Haltung zu finden, in der man sich wohl fühlt und das zu tun, was einem gut tut.

Wie ich auch weiter oben schon geschrieben habe, ist man nicht an jedem Tag gleich drauf und so ist es wichtig, die Meditation auf die Tagesverfassung abzustimmen.

Manchmal mag ich es ruhiger, dann wieder brauche ich mehr „zum Festhalten“ und manchmal bin ich so unruhig, dass ich ganz viel Bewegung als Teil der Meditation benötige. Ich wechsle auch zwischen sitzen, liegen und gehen ab.

Im Buch werden ganz viele verschiedene Techniken vorgestellt, da ist immer etwas Passendes dabei. Ich habe letztes Jahr im Juli wirklich jede Methode durchgeführt und bin über die Fülle an Möglichkeiten begeistert!

an manchen Tagen meditiere ich mehrmals

Heute habe ich besonders viel zu tun.
Da muss ich mir eine Stunde mehr Zeit für meine Meditation nehmen.
(unbekannt)

Diesen Spruch habe ich irgendwo gelesen. Auf den ersten Blick wirkt er widersprüchlich, aber wenn man genauer darüber nachdenkt, dann kann man den Wahrheitsgehalt erkennen. Und so halte ich das für mich auch schon seit längerem. Wenn ich einen besonders intensiven Tag habe, dann nehme ich mir zwischendurch die Zeit, um noch einmal zu meditieren.

Es müssen keine großen Zeitfenster sein, bereits 5-10 Minuten reichen aus, um genügend Abstand zu bekommen und Körper und Geist wieder zu beruhigen.

Ich habe mir zu diesem Zweck eine Meditationsecke eingerichtet, wodurch ich auch im Alltag immer wieder daran erinnert werde. Dahin kann ich mich jederzeit ohne viel Aufwand und ohne Vorbereitungen zurückziehen.

In meinem nächsten Beitrag zu diesem Thema möchte ich Dir ein paar Bilder von meinem Meditationsbereich zeigen.

nie wieder ohne

Aus heutiger Sicht kann ich mir ein Leben ohne Meditation nicht mehr vorstellen. Die Auswirkungen sind für mich so positiv, dass ich auf dieses wertvolle Instrument nicht mehr verzichten möchte.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2017]

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Gegenwärtigkeit [Achtsam durch den Tag]

In meinem Yogaunterricht bekommen wir immer eine „Hausübung“. Es ist eine kleine Aufgabe, meist eine Achtsamkeitsübung, die wir während der folgenden Woche im Laufe des Tages durchführen sollen.

Zum Nachlesen werden diese Übungen am Blog „Inner Joy“ veröffentlicht.

Diese Anregungen habe ich üblicherweise zusätzlich zu meiner Achtsamkeitspraxis aus dem Buch „Achtsam durch den Tag“ durchgeführt, was auch meist recht gut geklappt hat.

In der dritten Novemberwoche haben wir jedoch eine Übung erhalten, die mich sehr fasziniert hat und daher habe ich in dieser Woche auf die Übung der Woche aus meinem Achtsamkeitsbuch verzichtet, um mich ganz der „Gegenwart“ zu widmen.

Hier geht es zur Anleitung der Übung auf „Inner Joy“.

Sehr schnell musste ich erkennen, dass ich mich tatsächlich sehr oft in so einer Warteposition befinde.

„Wenn der Arbeitstag vorbei ist, dann kann ich endlich …“
„Wenn ich die Hausarbeit erledigt habe, dann …“
„Wenn ich nicht mehr so viel Stress habe, dann finde ich endlich Zeit für …“

Vor allem das letzte „Wenn“ ist so eines, das uns am eigentlichen Leben vorbeileben lässt. Man ist die ganze Zeit nur auf die Zukunft orientiert und lebt gar nicht im Moment.

Dabei dachte ich eigentlich, dass ich mich verändert hätte. Vor gut 15 Jahren bin ich über diese Geschichte gestolpert und hatte den Eindruck, dass ich sie verstanden und auch umgesetzt habe.

wenn-ich-gehe-dann-gehe-ich

Diese Aufgabe „Gegenwärtigkeit“ geht aber im Grunde noch über das hinaus und das ist mir erst jetzt klar geworden. Und genau deshalb halte ich sie für die wichtigste Übung, die ich bisher gemacht habe.

Selbst wenn ich denke, dass ich in der Gegenwart bin und auch beispielsweise ganz konzentriert das Gemüse für die Suppe schneide, kann ich trotzdem noch in einer inneren Wartehaltung sein. Diese Wartehaltung bewirkt, dass ich meine Gedanken auf die Zukunft ausrichte und den Moment nicht wirklich genießen kann. Auch wenn ich (fast) ganz bei den Karotten auf dem Schneidbrett bin. Die Gedanken fliehen trotzdem immer zu dem, worauf ich warte.

Eigentlich wollte ich die Übung nur eine Woche lang machen, aber sie war mir dann so wichtig, dass ich gleich noch eine zweite Woche dran gehängt habe.

Burnout – wenn sich unsere Seele nicht da befindet, wo unser Körper ist

Ich glaube, dass dieses Grundproblem – dass wir mit unseren Gedanken und Gefühlen nicht da sind, wo unser Körper sich gerade befindet – ein Trend unserer Zeit ist.

Wir werden von so vielen Dingen abgelenkt. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie wir unser Leben gestalten können. Umgekehrt wird uns immer wieder erklärt, was uns alles fehlt.

Die Werbung will, dass wir unglücklich sind, denn nur dann sind wir brave Konsumenten, die immer mehr kaufen und die Wirtschaft vorantreiben. Doch Konsum macht einfach nicht glücklich.

Glück ist nicht im Besitz zu finden, Glück ist auch nicht von äußeren Umständen abhängig. Es liegt einfach nur in uns selbst.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2017]

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Gedanken zum Konsum [Konsumkritik]

An einem Sonntag Nachmittag, als ich gerade so ein wenig antriebslos vor der Entscheidung stand, was zu tun, hat sich während des darauf folgenden Spaziergangs eine Gedankenlawine in Gang gesetzt.

Der Ausgangsgedanke und damit die Arbeitsthese war, dass der Mensch an sich ein inneres Programm hat, Ziele zu verfolgen und sich zu entwickeln.

das erste Mal

Das Leben beginnt sehr aufregend mit der Geburt. Darauf folgen viele 100 erste Male. Das erste Lächeln, der erste Zahn, das erste Mal aufstehen und der erste Schritt. Der erste Tag im Kindergarten, die erste Freundschaft, der erste Tag in der Volksschule, der erste verlorene Milchzahn, der erste Freund/die erste Freundin, der erste Kuss, der erste Sex, der erste Job, die erste große Liebe, die erste Geburt, das erstgeborene Kind.

Und dann fängt sogar alles in gewisser Weise noch einmal von vorne an, weil man als Elternteil die vielen ersten Male des eigenen Kindes miterlebt also quasi wiederum eigene erste Male. Der erste Schritt des Kindes, der erste Tag des Kindes im Kindergarten, die erste Fahrt mit dem Fahrrad u.s.w.

Irgendwann sehr viel später sind die Kinder außer Haus. Es gibt nicht mehr viele erste Male zu erleben. Mensch hat viel erlebt, ist ein wenig müde geworden, abgeklärt. Was bleibt ist die Sehnsucht nach dem Gefühl eines ersten Mal.

Das ist wohl der Zeitpunkt in der Mitte des Lebens wo viele Menschen beginnen das eigene Leben zu hinterfragen und zu verändern. Plötzlich entstehen daraus wieder erste Male! Das erste Mal 5 km gelaufen, die erste Teilnahme am Halbmarathon.

Oder man denkt sich eine Selbstversuche aus wie z.B. „Ein Jahr lang nichts zu kaufen“, „Ein Jahr lang ökologisch zu leben“, „minimalistisch zu leben“ oder versucht einfach anständig zu leben.

bei mir war das auch so

Im Sommer 2013 war ich an einem Punkt, wo ich sehr unzufrieden war. Ich war antriebslos und wusste nicht so recht etwas mit meinem Leben anzufangen. Als meine Homöopathin mich fragte, was ich mir wünsche, war auf einmal nur Leere da. Es gab nichts, was ich gerne haben oder machen wollte.

Sehr zögerlich antwortete ich ihr „Ich wünsche mir Wünsche, ich möchte wieder Wünsche haben!“

Das war der Zeitpunkt, wo ich mein Leben auf den Kopf gestellt habe. Ich habe erkannt, dass mich das Leben, wie ich es bisher geführt habe, nicht glücklich gemacht hat. Das 30. T-Shirt bringt einfach keine Freude mehr.

Daher habe ich aufgehört zu kaufen. Plötzlich war da wieder eine Herausforderung in meinem Leben. Auf einmal waren da auch wieder Bücher, die mich angesprochen haben und die ich mit großem Interesse gelesen habe.

Und es waren wieder erste Male. Das erste Mal seit langem ging ich am Bauernmarkt einkaufen. Ich habe nach Geschäften gesucht, wo ich – das erste Mal – mit meiner Dose einkaufen konnte. Es war eine große Herausforderung zu entdecken, wie ich Plastik und Müll (nahezu) vollständig in meinem Leben vermeiden kann.

Es gab ja so viel zu lernen und zu erfahren! Und ich war begierig zu lernen und zu verändern.

Sehr schnell wurde mir bewusst, dass ich auf den verschiedenen Blogs sehr viele Informationen finden konnte. Das erste Mal habe ich bewusst einen Blog gelesen und war fasziniert von den Möglichkeiten der Internetwelt.

noch mehr erste Male

Kurze Zeit später habe ich meinen eigenen Blog gestartet. Wieder ein erstes Mal, das sehr, sehr aufregend war. Ein neues Baby hat das Licht der Welt erblickt und ich habe staunend die ersten Schritte bewundert.

Ich habe begonnen an verschiedenen Challenges teilzunehmen wie z.B. „Plastikfasten“, „Modeprotest: Klamottenkur“, „plastic free july“ u.v.m.) und so entstanden wieder viele erste Male.

challenge-accepted

Das Leben wurde immer aufregender, es gab so viele neue erste Male und so etwas wie ein Ziel, etwas, worauf ich hinarbeiten konnte und das fühlte sich gut an.

ökologisch sinnvoll vs Konsumrausch

Die hier beschriebenen Selbstversuche und Challenges haben alle etwas gemeinsam – sie sind gut für die Umwelt. Aber nicht jeder Mensch entwickelt sich in diese Richtung.

Wenn der Mensch alles schon erlebt hat und müde wird, begibt er sich auf die Suche. Meist ist es leicht dem Strom der Zeit zu folgen und das zu machen, was alle machen. Das wird ja so schön vorgelebt und meist ist es auch der einfachere Weg.

Und hier setzt die Werbung an. Sie versucht den Eindruck zu erwecken, dass wir nur mit dem Produkt xy glücklich sein können. Plötzlich gibt es wieder erste Male.

Konsumrausch

Das erste Smartphone. Der erste Laptop. Das erste Tablet. Die Industrie entwickelt sich und produziert für das erste Mal. Noch besser, noch schneller, noch neuer. Die neueste App für das Smartphone.

Einkaufszentren und andere Konsumtempel sind entstanden um viele erste Mal zu schenken. Das erste Mal im neuen Kino. Das erste Mal 3D mit Rütteleffekt. Das erste Mal in der neuen Trampolinhalle. Das erste Mal Schifahren auf einer Kunstbahn in einer Kunsthalle (ein sehr fragwürdiges erstes Mal finde ich, da fällt mir wieder ein „Wie weit haben wir uns eigentlich wirklich von der Natur entfernt?„).

Es wird immer mehr Neues erfunden. Für viele neue erste Male.

Die Werbung will, dass wir unglücklich sind, denn nur dann sind wir brave Konsumenten, die immer mehr kaufen und die Wirtschaft vorantreiben.

Und es funktioniert ja ganz zuverlässig, denn Konsum macht einfach nicht glücklich! Und mehr Konsum macht auch nicht glücklich.

Minimalismus

Auch der Minimalismus reiht sich meiner Meinung nach hier ein. Er geht nur in die andere Richtung als der Konsum, das erste Mal das Projekt 333, das erste Mal mit 33 Kleidungsstücken auskommen.

Geht noch weniger? Eine Herausforderung mit noch weniger Teilen zu leben. Wie weit kann ich gehen? Auch hier wieder neue erste Male. Das erste Mal ohne Auto. Gesund schrumpfen. Aber macht das Entrümpeln wirklich glücklich?

Daher gehen viele Minimalismusblogger mit der Zeit in eine andere Richtung. Denn auch weniger zu besitzen macht nicht per se zufrieden und löst leider auch nicht die Probleme, die wir in unserer Gesellschaft haben.

aber was ist die Alternative?

Ich glaube der Weg, den ich eingeschlagen habe, ist auch nicht der richtige. Es hat Spaß gemacht an den Challenges teilzunehmen. Und abseits von den aufregenden ersten Malen hat mir das zusätzlich ein gutes Gefühl gegeben, etwas für die Umwelt zu tun.

Durch die vielen Selbstversuche habe ich sicher auch viel über mich selbst gelernt und bin mir selbst ein Stück näher gekommen. Aber letztendlich ist das alles nur ein Anreiz von außen und kann nur ein Anstoß sein. Zufriedenheit kommt von innen.

Vielleicht ist der Mensch tatsächlich so programmiert, dass er immer nur in die Zukunft schaut, etwas verbessern und sich entwickeln möchte. Möglicherweise ist dieser Drang das Geheimnis der Menschheit, das uns von den Tieren abgrenzt.

Zufriedenheit stellt sich ganz sicher nicht durch Konsum ein und auch nicht durch noch mehr erste Male. Zufriedenheit kommt nur durch das Leben im Augenblick. Und das habe ich durch mein „Jahresprojekt Achtsamkeit“ gelernt.

vollstaendig-leben

die Natur schenkt viele erste Male

Wenn wir achtsam durch das Leben gehen, werden wir mit ganz vielen ersten Malen beschenkt. Die erste Blume im Frühjahr, die den Schnee durchbricht. Die Blüte die sich öffnet. Die erste Frucht, die reif wird und köstlich schmeckt.

Wenn wir im Einklang mit den Jahreszeiten leben, erleben wir auch in der Ernährung viele erste Male. Sich saisonal zu ernähren hat nicht nur Nachteile sondern bringt plötzlich auch Veränderung und Neues in unseren Speiseplan.

Meiner Meinung hat es den Menschen keine Vorteile gebracht das ganze Jahr hindurch Erdbeeren essen zu können. Ganz im Gegenteil. Wenn Lebensmittel das ganze Jahr über verfügbar sind, dann sinkt dadurch die Vielfalt, auch wenn das auf den ersten Blick seltsam klingt.

Ich glaube, dass wir in der Natur und durch die Natur für viele Probleme ein Lösung finden können. Wir Menschen müssen nur endlich aufhören uns selbst über die Natur zu stellen.


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.
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Weiters verlinkt zu meinem Jahresprojekt „Achtsamkeit“ und zu ANL von Rostrose.


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Die Schönheit im Kleinen sehen

Im letzten Jahr habe ich gelernt, mir für die kleinen Dinge im Leben Zeit zu nehmen und auch im Alltag innezuhalten, um zu schauen und wahrzunehmen.

Durch das „Jahresprojekt Achtsamkeit“, das ich auch im kommenden Jahr weiterführen möchte, wurde es mir möglich, viel bewusster mein Leben zu genießen.

Es haben sich Wege aufgetan, von denen ich nicht dachte, dass es mir möglich wäre sie zu beschreiten. Ich durfte viele kleine Wunder erleben, die mich tief berührt haben.

Diese Art des bewussten Erlebens tut mir sehr gut. Gerade eben scheint die Sonne in mein Zimmer, während ich am PC an diesem Beitrag schreibe. Das ganze Zimmer ist in warmes Gelb getaucht.

Ich versuche wieder wie ein kleines Kind zu werden, das diese abendlichen Sonnenstrahlen staunend das erste Mal sieht. Überhaupt haben die Kinder uns viel voraus. Sie leben nur im Heute, weil sie kaum Vergangenheit haben und keine Gedanken an die Zukunft verschwenden.

Für das kommende Jahr wünsche ich Dir, dass Du Momente solchen Staunens erlebst, in denen Du wieder mit den Augen des unschuldigen Kindes sehen kannst.

neujahr-2017

Achtsam durch den Tag [Woche 28-31]

Es ist Halbzeit, die Hälfte der 53 Übungen habe ich nun mindestens eine Woche lang durchgeführt und es wird noch immer nicht langweilig! Im Gegenteil, die Auswirkungen auf mein Leben sind unmittelbar spürbar für mich und ich freue mich sehr, dass ich diesen Weg zur Achtsamkeitspraxis für mich gefunden habe.

Seitdem ich zu meditieren begonnen habe, verstärkt sich die Wirkung noch mehr. Ich merke, wie gut mir das alles tut und daher bin ich so froh, dass ich diesen Weg am Blog gewählt habe. Alleine – also ohne das Achtsamkeitsprojekt am Blog zu veröffentlichen – hätte ich vielleicht in den stressigen Zeiten schon aufgegeben.

So aber kehre ich immer wieder zurück und freue mich auf und über die nächsten Übungen.

#28 Alberne Gänge

Das war wirklich eine sehr spannende Aufgabe! Mehrmals am Tag sollte ich auf irgendeine alberne, seltsame Weise mich vorwärts oder auch rückwärts oder seitwärts, hüpfend, springend – eben einfach seltsam bewegen.

Als Anregung wurde folgendes Video vorgeschlagen:

Der entscheidende Punkt bei der Übung ist, die eigene Stimmung und die Auswirkung dieser Handlung auf diese zu beobachten.

Und was soll ich sagen, die Laune hebt sich schlagartig, man kann dabei gar nicht traurig/bedrückt/wütend u.ä. bleiben, man kommt unweigerlich zum Lachen oder zumindest zum Lächeln.

Die Wechselwirkung von Körper und Seele ist ja bekannt. Die Stimmung drückt sich in der Körperhaltung aus, aber umgekehrt kann man auch durch einen „gespielten“ Gemütszustand tatsächlich die Seelenlage verändern.

Das Motto dahinter ist

Fake it, until you make it
frei übersetzt: „Tu so als ob, bis es echt wird“.

Du musst nicht albern herumlaufen, versuche einfach einmal die Mundwinkeln nach oben zu einem intensiven Lächeln anzuheben und Du wirst nach kurzer Zeit bemerken, dass Du Dich besser fühlst.

#29 Wasser

In dieser Woche ging es darum Wasser in all seinen Erscheinungsformen zu beobachten, im Besonderen u.a. innerhalb von unserem Körper und in unserer Wohnung sowie Flüssigkeiten in Nahrungsmitteln und in Getränken bewusst wahrzunehmen.

Wasser - Elexier des Lebens

Wasser – Elexier des Lebens

Der Mensch besteht zu gut 70% aus Wasser, ohne Wasser können wir nicht überleben. Der menschliche Körper ist nicht in Lage Wasser für den Notfall zu speichern (wohl aber Nahrung in Form von Fett).

Jeder Mensch muss eine bestimmte Menge an Flüssigkeit zu sich nehmen. Wird diese Menge unterschritten, kommt es sehr rasch zu einer Reduktion der Leistungsfähigkeit.

Ich habe daher dieses Thema zum Anlass genommen und mir eine App herunter geladen, mit der ich meinen Flüssigkeitskonsum aufzeichnen kann. Da ich bisher immer angenommen habe, dass ich zu wenig trinke, wollte ich es genau wissen.

Die Übung war zwar überhaupt nicht in diese Richtung gedacht, aber wie singt Pippi Langstrumpf? „Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt…“

Aufgefallen ist mir, dass es mir sehr leicht fiel die von mir angestrebten 2 l pro Tag zu trinken. Mein Bedarf liegt je nach Temperatur und Tätigkeit zwischen 1,75l und 2,5l.

Was ich durch die App gelernt habe ist, die Flüssigkeitszufuhr besser über denn Tag zu verteilen. Bereits nach kurzer Zeit hatte ich das automatisiert und habe auch den Eindruck, dass sich meine Leistungsfähigkeit dadurch verbessert hat.

Früher hatte ich immer irgendwo ein Glas Wasser herum stehen und habe ab und zu einen Schluck davon genommen in der Meinung, es ist gut, wenn ich immer wieder etwas trinke. Jetzt weiß ich, dass das genau verkehrt war. Nun trinke ich immer wieder einmal ein großes Glas in einem Zug aus. Insgesamt bin ich dadurch besser mit Flüssigkeit versorgt und kann die Trinkmenge gut einhalten.

Mir hat es jedenfalls viel Spaß gemacht den Zusammenhang zwischen meinem Durstgefühl und dem Wasserstand in der Anzeige zu vergleichen. Auch nach dieser Woche habe ich die App weiter behalten. Ich zeichne meine Getränke zwar nicht mehr so akribisch auf wie am Anfang, aber es hilft mir, einen Überblick über meine Trinkgewohnheiten zu behalten.

#30 nach oben sehen

In meinem Buch steht, dass die meisten Menschen nur den Bereich zwischen dem Boden und ca. 3 m Höhe wahrnehmen. Die Aufgabe der Woche war, immer wieder bewusst nach oben zu sehen.

Wieder einmal habe ich festgestellt, dass bei mir scheinbar einiges anders ist als bei den anderen – ich sehe nämlich ganz oft nach oben. Im Gegenteil, ich schaue lieber nach oben als nach vorne. Der Blick nach vorne ist ganz oft beschränkt, wird vom nächsten Haus oder Bäumen aufgefangen. Der Blick nach oben geht in die Ferne. Die Übung mit dem leeren Raum ist mir seinerzeit ebenfalls sehr leicht gefallen, denn ich liebe es einfach wenn meine Augen ungehindert schauen können. Das gibt mir scheinbar ein Gefühl von Freiheit.

Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich so gerne in der Hängematte liege. Ganz automatisch schauen die Augen nach oben, weil man ja am Rücken liegt.

der Himmel der Toskana - Blick aus der Hängematte

der Himmel der Toskana – Blick aus der Hängematte

Vielleicht gibt es noch einen anderen Grund dafür, dass ich mehr nach oben blicke als die meisten Menschen. Ich bin sehr klein. Fast alle Menschen in meinem Umfeld sind viel größer als ich und dadurch bin ich die meiste Zeit sogar dazu gezwungen nach oben zu sehen. Vermutlich ist das für große Menschen tatsächlich anders.

#31 Gerüche bemerken

Wie der Titel schon sagt war die Aufgabe der Woche Gerüche und Düfte bewusst wahrzunehmen. Ich musste lächeln, als ich die Überschrift las.

Ich bin hochsensibel und gerade der Geruchssinn ist bei mir extrem stark ausgeprägt. Gerüche können bei mir sehr starke Empfindungen auslösen, aber auch angenehme Erinnerungen hervorrufen.

Wenn ich einen Raum betrete, nehme ich als erstes den sich verändernden Geruch wahr.

Ich kann einen Menschen riechen oder eben nicht. Der Geruch von Essen verursacht ein starkes Hungergefühl. Wenn jemand neben mir Kaugummi kaut, rieche ich die Minze.

Als meine Tochter ca. 10 Monate alt war, hatte ich eine schwere Nasennebenhöhlenentzündung. Die Erkrankung war so massiv, dass ich für ca. 6 Monate keinen Geruchssinn mehr hatte. Nicht einmal die volle Windel konnte ich riechen! Es war plötzlich eine sehr „stille“ Welt für mich. Man möchte meinen, auf den Geruchssinn könne man von allen Sinnen am leichtesten verzichten. Vielleicht wird er deshalb von manchen Menschen vernachlässigt.

Achtsamkeit im Garten

Achtsamkeit im Garten

Im Garten von dem kleinen Häuschen in der Toskana, in dem wir dieses Jahr Urlaub gemacht haben, wächst wilder Oregano zwischen dem Gras. Bei jedem Schritt hat sich ein ganz unglaublich aromatischer Geruch verbreitet. Was für ein Genuss durch so eine duftende Wiese zu gehen! So ein Duftgarten ist wirklich etwas ganz Wundervolles.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2016]

achtsam durch den Tag Jahresprojekt 2016Der Rückblick ist Teil von meinem Jahresprojekt.
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Achtsam durch den Tag [Woche 22-27]

Achtsam durch den Sommer

Auch wenn ich im Sommer manchmal für eine der Achtsamkeitsübungen mehr als eine Woche benötigt habe, so war es mir doch wichtig, mein Achtsamkeitsprojekt auch in Urlaubszeiten weiter zu verfolgen.

Die Nummerierung stimmt nun natürlich überhaupt nicht mehr mit den Kalenderwochen überein, aber davon habe ich mich mittlerweile verabschiedet. Ist ja auch nicht so wichtig, wie lange es nun wirklich dauert, bis ich alle Übungen gemacht habe. Im Hinterkopf habe ich sogar, dass ich danach wieder von vorne anfange, einfach so für mich.

#22 Die Farbe Blau sehen

Das ist wohl die Übung aus dem Buch, die ich am längsten durchgeführt habe. Der Beginn fiel nämlich in die stressige Zeit im Juni hinein und nachdem ich in dieser Zeit einfach keine Geist hatte, mit den Übungen fortzufahren, habe ich die letzte Übung immer dann gemacht, wenn es mir eingefallen ist.

Man glaubt gar nicht, wie viele Dinge in unserer Umgebung blau sind. Wenn man sich auf eine Farbe konzentriert, dann sieht man plötzlich überall blau. Aber das wäre vermutlich mit jeder anderen Farbe auch so denke ich. Deshalb konnte ich aus dem Aspekt heraus nicht wirklich sehr viel mitnehmen von der Übung. Außer, dass es echt viel Spaß macht, sich auf ein Detail wie eine Farbe im Leben zu konzentrieren. Es wurde mir nie langweilig, denn immer dann, wenn ich eine kurze Pause hatte oder auf etwas gewartet habe, dann habe ich mich nach etwas Blauem umgesehen.

Blau hat gegenüber anderen Farben vielleicht jenen Vorteil, dass der Himmel blau ist und wir daher immer von blau umgeben sind. Vor allem in meinem Urlaub in der Toskana habe ich daher sehr oft an diese Übung gedacht, wenn ich in der Hängematte lag und in den tief blauen Himmel geschaut habe.

der Himmel der Toskana - Blick aus der Hängematte

der Himmel der Toskana – Blick aus der Hängematte

#23 Die Fußsohlen

Bei dieser Übung geht es darum, mehrmals am Tag seine Aufmerksamkeit auf die Fußsohlen zu lenken und sich der Empfindungen bewusst zu werden.

Gerade wenn ich viel unterwegs bin, spüre ich am Abend meine Füße sehr stark. Sie sind müde und ich möchte sie gerne ein wenig hoch legen. Ich habe auch sehr empfindsame Füße, gehe daher nicht sehr gerne barfuß, weil ich alles durchspüre.

Ein bisschen komme ich mir manchmal wie die Prinzessin auf der Erbse vor mit meinen Füßen. Selbst wenn nur ein bisschen Sand in den Schuhen ist, halte ich das gar nicht aus. Oder wenn sich in den Socken innen eine kleine Fluse gelöst hat, dann spüre ich das und es stört mich.

Barfußtage hinterlassen ihre Spuren an den Fußsohlen

Barfußtage hinterlassen ihre Spuren an den Fußsohlen

Auch bin ich sehr temperaturempfindlich bei meinen Füßen, ich mag es weder zu warm noch zu kalt. Manchmal habe ich das Gefühl, meine Füße regeln meine Körpertemperatur. Wenn sie kalt sind, dann habe ich im wärmsten Raum ein Kälteempfinden und umgekehrt, wenn es kalt ist und meine Füße warm sind, dann ist mir das sehr egal.

In der Nacht strecke ich daher auch oft meine nackten Füße aus der Bettdecke heraus, wenn mir warm wird.

Es gibt viele Redewendungen mit den Füßen wie z.B. „mit beiden Beinen im Leben stehen“. Den Boden unter den Füßen zu spüren hilft uns, dass wir uns verwurzelt und stabil fühlen.

Wenn ich sehr unruhig bin und das an mir selbst wahrnehme, dann stelle ich ganz bewusst meine Füße auf den Boden und erde mich. Das mache ich schon seit ganz vielen Jahren so und es hilft mir sehr gut ruhiger zu werden.

Eine sehr gute Übung ist auch die Gehmeditation, welche ich in meinem Yogakurs gelernt habe.

#24 Leerer Raum

Die Aufgabe der Woche war, die Aufmerksamkeit so oft wie möglich von den Objekten hin zu dem Raum um die Objekte zu lenken.

Während dieser Übung war ich gerade in der Toskana auf Urlaub. Dadurch ist mir aufgefallen, wie wichtig für mich der freie Raum ist. Ich mag es auch zu Hause nicht, wenn alles voll gestellt ist, dann fühle ich mich total eingeengt. Und in dem kleinen Haus, wo die Decke durch die Schräge teilweise auf ca. 2 m Höhe war, ist mir das noch einmal mehr aufgefallen.

Ich frage mich manchmal, wie es wohl Menschen geht, die viel größer sind als ich wie z.B. Herrn Widerstand. Er bewegt sich 30 cm über mir durch das Leben, ich würde es nicht aushalten, wenn mein Kopf ständig so nahe am Plafond ist! Aber vermutlich ist das reine Gewohnheitssache, ich bin es halt gewöhnt, dass alles sehr weit weg von mir ist und wenn das einmal anders ist, bin ich dadurch irritiert.

Im Buch ist die Rede davon, dass unser Blick vom Objekt angezogen wird und es daher sehr erholsam für die Augen sein kann, wenn wir uns auf den Raum dazwischen bzw. darüber konzentieren. Beim großen Olivengarten ist es mir aufgefallen, dass das bei mir – scheinbar ohne mich bewusst dagegen zu entscheiden – anders ist.

Ich liebe die Weite des Blicks, ich schaue zwischen den Baumreihen hindurch in die Ferne. Vermutlich bin ich deshalb so gerne in Italien, da kann mein Blick weit bis an den Horizont gehen, das liebe ich sehr. Aufgewachsen bin ich in den Alpen mit sehr begrenztem Blickfeld durch die umgebenden Berge. Immer wenn ich unterwegs bin, nehme ich diese Unterschiede sehr genau wahr. Werden manche Menschen von der Weite irritiert, so liebe ich das sehr, es ist für mich ein Stück Urlaub.

Blick durch den Olivenhain in der Toskana

Blick durch den Olivenhain in der Toskana

#25 Ein Bissen nach dem anderen

Diese Übung fand ich einfach großartig! So einfach und unglaublich effektiv. Die Aufgabe war, zwischen jedem Bissen das Besteck auf die Seite zu legen bzw. das Lebensmittel zwischen den Bissen abzulegen.

Nachdem ich mich bereits mehrfach mit dem Thema achtsames Essen (*hier* oder *hier*) auseinander gesetzt habe, war das eine sehr gute Möglichkeit, die Geschwindigkeit beim Essen zu reduzieren und die Nahrung noch bewusster wahrzunehmen.

nach jedem Bissen wird das Besteck wieder abgelegt

nach jedem Bissen wird das Besteck wieder abgelegt

Aufgefallen ist mir, dass es sehr unterschiedlich einfach oder schwierig ist, je nach der Konsistenz der Nahrung. Bei Mahlzeiten, die sehr gut gekaut werden müssen, ist es mir deutlich leichter gefallen als bei einer Suppe oder einem Brei, die ja mehr oder weniger nur geschluckt werden müssen.

Gerade dabei hat es sehr viel Aufmerksamkeit benötigt, den Löffel wieder auf die Seite zu legen.

Auf jeden Fall hat mir diese Übung so gut getan, dass ich sie auch nach dieser Woche beibehalten habe und bis heute weiterhin praktiziere.

#26 Endloses Verlangen

Mehrmals am Tag sollte man sich seines Verlangens bewusst werden. Nun das ist ein Wort, dass ich so nicht in meinem Sprachgebrauch habe, ich habe das Wort also mit dem dringenden Wunsch, dem Bedürfnis nach etwas gleich gesetzt.

Daher habe ich mich in dieser Woche immer wieder gefragt, was ich im Augenblick wirklich will. Was ist mein wirkliches Bedürfnis. Meinen Schwerpunkt habe ich darauf gelegt zu beobachten, ob es mir gelingt mein wahres Bedürfnis heraus zu finden und ob ich es auch adäquat befriedige oder ob ich Ersatzhandlungen vornehme.

Ich glaube eher nicht, dass die Übung in diese Richtung gedacht war, aber mir war genau dieser Aspekt sehr wichtig.

Wenn ich müde bin, mache ich dann eine Pause oder hole ich mir statt dessen etwas zu trinken oder ein Stück Schokolade? Möchte ich wirklich dieses Buch zu Ende lesen oder ist das bloß üblich, dass ich jedes Buch zu Ende lese? Fühlt sich dieser Spaziergang nach Pflicht an oder macht es mir Freude hinaus zu gehen? Ist es mir etwa zu heiß und will ich lieber später hinaus?

süße Verführung oder echtes Bedürfnis?

süße Verführung oder echtes Bedürfnis?

Leider habe ich die Gewohnheit, „durchzubeißen“ statt Pausen zu machen. Das schaffe ich meist dadurch, dass ich etwas mehr esse als mir gut tun würde. Darauf zu achten was ich wirklich will, hat mir geholfen hinzuschauen, was ich im Augenblick wirklich brauche statt ein Stück von was auch immer in den Mund zu schieben.

In Zukunft möchte ich unbedingt diese Frage im Kopf behalten und vor allem versuchen, das auch in den Arbeitsalltag zu integrieren, wo es mir besonders schwer fällt. In letzter Zeit gelingt mir das immer besser.

#27 Das Leiden studieren

Mit dieser Aufgabe habe ich so meine Schwierigkeiten gehabt. Vielleicht lag es auch daran, dass ich genau in dieser Woche wieder zu arbeiten begonnen haben und daher mit den Anpassungen an die Veränderungen im Alltag beschäftigt war.

Die Gedanken im Buch habe ich jedoch sehr spannend gefunden. Unterschieden wird zwischen Schmerz und Leiden. Während Schmerz die körperliche Komponente ist, versteht man unter Leiden den mentalen bzw. emotionalen Zustand.

Was mich sofort fasziniert hat war die Behauptung, dass körperlicher Schmerz nicht unbedingt mit Leiden verbunden sein muss. Denn das Leiden entsteht erst durch unsere Bewertung vom Schmerz, indem wir die Vergangenheit und die Zukunft gedanklich hinzufügen.

durch die Bewertung von Schmerz entwickelt sich das Leiden

durch die Bewertung von Schmerz entwickelt sich das Leiden

Wenn wir offen sind den körperlichen Schmerz achtsam wahrzunehmen und nicht zu interpretieren, kann es sein, dass er rasch an Intensität verliert.

Die Aufgabe war jedoch auch auf das Leiden bei anderen Menschen zu achten und das wiederum bewirkt, dass wir Mitgefühl zeigen und möglicherweise beginnen die Handlungen von anderen Menschen anders zu beurteilen und nachsichtiger zu sein.

Das ist ein Aspekt am Miteinander, der mir immer schon wichtig war. Immer dann, wenn Menschen andere verurteilen, versuche ich zu vermitteln, dass wir nicht wissen, in welcher Situation sich der andere Mensch gerade befindet. Wenn wir diesen Gedanken im Hinterkopf behalten, dann ist es vielleicht möglich weniger hart über die Handlungen von anderen Menschen zu urteilen.

Auch bei fremden Menschen hilft dieser Gedanke nachsichtig zu sein und vom egozentischen Standpunkt ein wenig abzurücken.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2016]

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es geht weiter mit zweckmäßigem Widerstand [Rückblick mit Ausblick]

Ich gestehe es ganz offen und ehrlich – ich habe die Blogpause genossen. Vor allem das Medienfasten im Juli. Ich war tatsächlich 3 Wochen komplett offline und das war deutlich erholsamer, als ich angenommen habe.

Die Zeit habe ich dazu genutzt, um über mich und mein Leben nachzudenken. Vor allem aber dazu, einige Dinge in meinem Leben so zu verändern, wie es für mich besser passt.

Es fällt mir daher gar nicht so leicht, wieder mit dem Bloggen zu beginnen. Meine Gedanken dazu sind vielmehr sehr ambivalent. Auf der einen Seite freue ich mich schon wieder sehr mit den vielen lieb gewonnenen Freunden, die ich über das Bloggen gefunden habe, in Kontakt zu treten. Über die zahlreichen Rückfragen in letzter Zeit, wann es denn endlich am Blog weiter geht habe ich mich unglaublich gefreut!

Auf der anderen Seite weiß ich aber, dass ich mit meiner Zeit sehr achtsam umgehen muss, damit noch genug für all jene Dinge bleibt, die mir im realen Leben wichtig sind.

Passend dazu habe ich als Start dieses Spruchbild ausgewählt.

es-gibt-nur-einen-erfolg

Es geht weiter

In letzter Zeit habe ich so viel erlebt, worüber ich gerne schreiben möchte. Ich hoffe sehr, dass ich mir die Zeit gut einteilen kann, damit ich das auch machen kann.

Einige Beiträge sind bereits vorbereitet, jedoch bei weitem nicht so viele, wie ich eigentlich ursprünglich geplant hatte. Viele Themen schwirren bereits in meinem Kopf herum und warten darauf in Beiträgen umgesetzt zu werden.

Durch einige Veränderungen, die sich in den letzten Monaten ergeben haben, ist es schwieriger für mich geworden, ausreichend Zeit dafür zu finden.

Ein erster Schritt ist mit dem heutigen Beitrag bereits getan und es werden weitere folgen.

Was mich in den letzten Monaten beschäftigt hat und einige meiner Erlebnisse werden sicher noch in dem einen oder anderen Blogbeitrag einfließen wie z.B. auch über das Medienfasten.

was sich ändern wird

Ich habe vor meine PC-Zeiten zu limitieren. Es passiert mir leider immer wieder – trotz besserer Vorsätze – dass ich einfach vor dem PC hängen bleibe und alles andere dann zu kurz kommt. Im realen Leben bleibt dann nur noch die Pflicht übrig, vor der ich mich nicht drücken kann, aber für das, was mir Freude macht, fehlt die Zeit.

Es ist mir wichtig, dass ich nicht wieder in diese Falle tappe und daher wird es künftig weniger Beiträge geben als bisher. Und vielleicht wird es auch etwas weniger Fotos geben, denn das Bearbeiten von Fotos ist schon sehr zeitaufwändig.

Es kann auch sein, dass Du ab und zu Tippfehler findest, denn ich möchte versuchen, nicht mehr jeden Beitrag perfektionistisch mehrfach zu überarbeiten, damit er fehlerfrei wird.

Vor mittlerweile 2 1/2 Jahren habe ich mit einem strukturierten Beitragsschema für die Woche gestartet, das ich bis jetzt in abgespeckter Form durchgezogen habe. Davon möchte ich mich verabschieden, weil das für mich langfristig zu viel Stress bedeutet, bestimmte Beiträge an bestimmten Tagen zu veröffentlichen.

Vielmehr möchte ich flexibler agieren, wenn mir ein Thema am Herzen liegt und darüber schreiben, auch wenn es dadurch möglicherweise zu Themenschwerpunkten kommt.

Vermutlich wird es dadurch nicht mehr ganz so regelmäßig Beiträge geben. Wenn ich im realen Leben mehr zu tun habe, möchte ich mir durch das Bloggen nicht auch noch zusätzlichen Stress machen. Es kann daher zwischendurch auch einmal zu längeren beitragsfreien Zeiten kommen, auch wenn ich das vorher nicht ankündige.

was bleibt

Mein kleines virtuelles Repair-Café, die Linkparty „fix it – reparieren ist nachhaltig“, wird weiter bestehen bleiben ebenso wie meine Beteiligung an der Linkparty „einfach.nachhaltig.besser.leben“.

Ebenfalls führe ich mein Jahresprojekt Achtsamkeit weiter, auch wenn ich mich nicht mehr an die starren Wocheneinteilung (pro Woche eine Achtsamkeitsübung) halten möchte.

Müllvermeidung, Plastikreduktion, Konsumkritik und Selbstgemachtes werden natürlich weiterhin die Hauptthemen meiner Beträge sein.

Ansonsten werde ich eher flexibel darüber schreiben, was mich gerade beschäftigt. Ob das nun ein Buch ist, das ich gerade gelesen oder etwas, das ich gerade gesehen habe.

Ich freue mich schon sehr auf den Gedankenaustausch mit Dir in den Kommentaren!

Bis bald!

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gelesen im April und Mai – Buchtipp #20

Bis hierher und nicht weiter CoverBis hierher und nicht weiter
Wie Sie sich zentrieren, Grenzen setzen
und gut für sich sorgen

von Rolf Sellin
Verlag Kösel

Vor vier Jahren wurde ich auf Rolf Sellin aufmerksam, als ich das Buch „Wenn die Haut zu dünn ist – vom Manko zum Plus“ gelesen habe. Es war mein erstes Buch über Hochsensibilität und dementsprechend habe ich es verschlungen.

Nun hat Rolf Sellin eine Fortsetzung, die eigentlich keine ist, dazu geschrieben (zumindest bezeichnet er das selbst so in seinem Text). Das gegenständliche Buch richtet sich nämlich nicht nur an hochsensible Menschen sondern vielmehr an alle, die Probleme mit der Abgrenzung haben.

Mit seinem Einstieg in das Thema „Alles ist machbar“ Wollen wir uns überhaupt begrenzen? hat er mich gleich gefangen. Denn das ist wohl ein Thema unserer Zeit, dass uns suggeriert wird, dass alles möglich und machbar ist, wenn wir es nur wirklich wollen.

Aber ist das wirklich so und mit welchem Preis ist diese Haltung verbunden?

In Wahrheit ist es nämlich so, dass alles Grenzen hat und wir durch den beständigen Vergleich eines begrenzten Ist-Zustandes mit einem grenzenlosen Soll-Zustand in ein Gefühl des Mangels geraten.

Wir sind dadurch wieder einmal mehr bei „immer mehr, immer schneller, immer weiter, immer höher, immer …“ angelangt und rennen im Kreis des Defizits ausgebrannt einer Illusion hinterher.

Die Anerkennung der eigenen Begrenztheit ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Daher geht es im nächsten Kapitel darum herauszufinden, wo die eigenen Grenzen liegen und woran wir Grenzüberschreitungen erkennen können. Einfache Grafiken verdeutlichen den Text und helfen visuellen Menschen wie mir.

die Grafiken verdeutlichen den Inhalt des Buches

die Grafiken verdeutlichen den Inhalt des Buches

In den nächsten beiden Kapiteln bringt der Autor die verschiedenen Arten bzw. Möglichkeiten der Abgrenzung nahe und zeigt auf, was die Abgrenzung unterlaufen kann. Es geht also darum heraus zu finden, was eine erfolgreiche Abgrenzung verhindert und wie wir das verändern können.

Im Text finden wir immer wieder kleine Übungen, um die Theorie zu ergänzen. Zahlreiche Fallbeispiele runden die Theorieteile des Buches ab und machen noch einmal die Zusammenhänge deutlich.

Nicht fehlen darf natürlich der Exkurs in die Kindheit, denn durch unser Elternhaus wurden wir geprägt. Wie sind unsere Eltern mit den ersten zarten Versuchen der Abgrenzung umgegangen? Wenn wir als Kind gelernt haben, dass Abgrenzung etwas ganz Böses ist, werden wir es als Erwachsene sehr schwer haben, Grenzen zu setzen.

Im letzten Kapitel wird nun gezeigt, dass wir nur durch die Einhaltung von Grenzen wirklich wachsen können. Wenn wir niemals in die Nähe der Grenze gelangen, dann bleiben wir hinter unseren Möglichkeiten zurück, gehen wir jedoch über die Grenzen hinaus, dann sind wir in der Überforderung und auch das schwächt uns.

Es geht also darum, den rechten Weg zwischen Unter- und Überforderung zu finden und dadurch die Möglichkeit zu erhalten, an unseren Grenzen zu wachsen.

Im Anhang ist ergänzend ein Test zur Selbsteinschätzung zu finden, mit dessen Hilfe man herausfinden kan, wie gut man sich abgrenzen kann.

"Wie gut können Sie sich abgrenzen?" - Test zur Selbsteinschätzung

„Wie gut können Sie sich abgrenzen?“ – Test zur Selbsteinschätzung

Linktipp:

Eine ausführliche Leseprobe wird vom Verlag als pdf zur Verfügung gestellt.

Meine Meinung zu dem Buch

Meine Probleme mit der Abgrenzung verfolgen mich schon mein ganzes Leben lang. Mir ist schon seit Jahren bewusst, woran das liegt, ohne es (bisher) wirklich verändern zu können.

Ich bin ein Mensch, der ständig über seine Grenzen hinaus geht, es jedoch die meiste Zeit nicht einmal bemerkt und erst viel später erschöpft „liegen bleibt“. So ist es mir vor allem in den letzten Jahren immer wieder ergangen.

Alle Versuche, öfters „nein“ zu sagen, haben mich nicht wirklich weiter gebracht. Denn wenn ich zu allem „nein“ sage, dann bin ich irgendwann so von der Welt abgetrennt, dass es sich für mich auch nicht gut anfühlt.

Gelernt habe ich aus dem Buch, dass ich bisher gleich an mehreren Punkten gescheitert bin.

1. ich kenne meine Grenzen selbst nicht gut genug (will es so wie es ist nicht wahrhaben?)
2. es fällt mir schwer, meine eigene Begrenztheit zu akzeptieren (!)
3. ich überschreite selbst immer wieder meine Grenzen, weil ich sie nicht akzeptiere (!!)
4. ich will mich von meinen Grenzen nicht begrenzen lassen, ich will sie gar nicht akzeptieren (!!!)
4. immer wieder scheitere ich an meinen eigenen inneren Antreibern („Gutmännchen“*)

*) Im Buch werden verschiedene Eigenschaften als Gutmännchen-Programmierung bezeichnet wie z.B. Hilfsbereitschaft, Verständnis, Güte, Großzügigkeit, Toleranz, Offenzeit, Fleiß, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein etc.

Um einen Punkt kommen wir leider nicht herum und da kann das Buch auch nicht weiterhelfen – wir müssen uns selbst besser kennen lernen, nur wer weiß (und akzeptiert), wo die eigene Grenze ist, kann sie beachten und verteidigen.

Eselsohren markieren mir wichtige Textpassagen

Eselsohren markieren mir wichtige Textpassagen

die Veränderung der Grenzen im Laufe des Lebens

In der Auseinandersetzung mit dem Thema bin ich auch auf den Punkt der Verschiebung der Grenzen durch das Älterwerden gekommen. Das ist bei mir scheinbar ein sehr akutes Problem. Durch das Fortschreiten des Alters haben sich meine Grenzen verändert. Das, was vor einigen Jahren noch einfach war, fällt mir zunehmend schwerer. Bis jetzt konnte ich scheinbar nicht wirklich akzeptieren, dass meine Leistungsfähigkeit zurück gegangen ist. Und wenn ich mich so verhalte als wäre ich noch immer 20 Jahre alt, überschreite ich genau dadurch ständig meine Grenzen und schwäche mich selbst.

Der Punkt macht mir extrem zu schaffen, ich bin da in einer geradezu trotzigen Widerstandshaltung verfangen. Ich will einfach nicht akzeptieren, dass ich nicht mehr alles machen kann, was ich will!

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich das Buch sehr zum Nachdenken angeregt und viele wichtige Punkte angesprochen hat. Mein Problem ist gar nicht so sehr die Abgrenzung gegenüber anderen Menschen sondern vielmehr die fehlende Akzeptanz meiner eigenen Grenzen (z.B. Pausen machen, Verhältnis Arbeitszeit:Freizeit, Schlafzeiten und einiges mehr).

Da ich so wenig Lesezeit in den letzten beiden Monaten hatte, bin ich leider nie in einen richtigen Lesefluss gekommen, sondern habe mich von Seite zu Seite getastet. Daher habe ich beschlossen, dass das Buch mich in den Urlaub begleiten wird. Ich möchte es noch einmal lesen, da mir das Thema sehr wichtig ist.


achtsam durch den Tag Jahresprojekt 2016achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2016]

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