Der Einfluss unserer Ernährung auf das Klima [fasten your food]

Schon seit längerer Zeit beschäftigt mich das Thema Ernährung. Nicht nur im Zusammenhang mit dem Punkt „gesunde Ernährung“ sondern auch in Hinblick darauf, welche Auswirkung unsere Ernährung auf die Umwelt hat.

„Fasten your food“ heißt der Schwerpunkt der CO² Fastenaktion, der sich der Frage widmet, welchen Einfluss das, was wir essen, auf das Klima hat.

ernaehrung-und-klima

die Sache mit den Treibhausgasen

Die Art und Weise, wie wir uns ernähren, hat nicht nur Auswirkungen auf die Ressourcen unserer Erde, sondern in nicht unerheblichem Maße auch auf die Emission von Treibhausgasen und somit auf die Erderwärmung und den Klimawandel.

Maßgebliche Faktoren sind beispielsweise Treibhausgase, die aus der Düngung der Böden, bei der Herstellung tierischer Produkte wie Fleisch, Milchprodukte und Eier, bei der Weiterverarbeitung der Nahrungsmittel und deren Transport, bei der Zubereitung der Speisen sowie bei der Beseitigung von Nahrungsmittelresten entstehen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die veränderte Nutzung von Land – landwirtschaftliche Flächen werden neu geschaffen (z.B. durch Brandrodungen für den Anbau von Futtermitteln) bzw. Umwandlung von Grünland in Ackerland und Trockenlegung von Sümpfen.

ein großes Problem ist die Massentierhaltung

Rinder stehen heutzutage nur noch in Ausnahmefällen auf der Wiese und fressen Gras. In der Massentierhaltung gezogene Rinder werden meist nicht artgerecht ernährt, sondern mit Kraftfutter bestehend aus Weizen, Soja oder Mais gefüttert.

Ein nicht unerheblicher Teil dieses Futters wird aus Südamerika z.B. aus Brasilien und Argentinien importiert. Immer neue Flächen Wald werden dort gerodet und in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Dabei werden erhebliche Mengen Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt.

Aber auch Schweine und Hühner werden oftmals mit Futter aus Übersee versorgt. Da sie kein Methan produzieren, ist ihre Klimabilanz trotzdem etwas besser.

vom Tier zum Teller

vom Tier zum Teller

die Art der Ernährung spielt eine große Rolle

Die Auswirkungen unserer Ernährung auf das Klima sind immens. Nahezu 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen. (Quelle WWF).

Dazu kommt, dass für eine einzige Fleischkalorie bis zu 12 Pflanzenkalorien nötig sind, was zur herrschenden Ernährungsproblematik auf unserer Erde beiträgt.

Die Übersicht der Treibhausgasemissionen verschiedener Nahrungsmittelkategorien macht es deutlich. Rindfleisch führt mit dem gut 20fachen Wert(!) von Obst und Gemüse die Tabelle weit an. Es folgt Schweinefleisch mit dem rund 8fachen Wert gefolgt von Hühnerfleisch, das noch immer vier mal so viel Treibhausgase entstehen lässt. (Quelle CO²Fasten)

CO² Fastenaktion

CO² Fastenaktion

der Transport der Lebensmittel

Der Transport von Lebensmitteln führt zu einer hohen Freisetzung von Treibhausgasen, insbesondere von CO² durch die Verbrennung von Kraftstoffen. Der Transport per Flugzeug führt zu deutlich höheren Emissionen als der per Lkw. Dieser wiederum transportiert klimaschädlicher als die Bahn, die ihrerseits von der Schifffahrt, insbesondere der Hochseeschifffahrt, diesbezüglich noch unterboten wird. (Quelle CO²Fasten)

Viel hängt also von der Art des Transports und den Entfernungen ab. So ist es durchaus möglich, dass von weit her, aber effizient transportierte Lebensmittel weniger Treibhausgas-Emissionen verursachen als regionale, aber aufwendig (z.B. durch Kühlung) und lang gelagerte Produkte.

Das führt uns unweigerlich zum Punkt „regional und saisonal“. Beachten wir bei unserer Ernährung, welche Lebensmittel gerade Saison haben und achten darauf, dass sie regional produziert wurden, müssen sie weder mit hohem Stromverbrauch gelagert noch weit transportiert werden.

Wer seinen Einkauf dann noch zu Fuß oder per Fahrrad nach Hause transportiert, statt den PKW zu nehmen, vermeidet eine signifikante Verschlechterung der Transport-Klimabilanz der eingekauften Lebensmittel.

industrielle Fertigung, Transport und Verpackung hängen zusammen

Nahrungsmittel, die industriell verarbeitet werden, bedeuten automatisch eine größere Belastung für die Umwelt. Abgesehen davon, dass die Fabrik bzw. die Maschinen gebaut werden müssen und das an sich schon ein großes Problem darstellt, werden intensiv verarbeitete Nahrungsmittel großzügig verpackt und mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen.

Dadurch entsteht sehr viel Müll. Einerseits durch die Verpackung und andererseits auch dadurch, dass mehr Lebensmittel im Müll landen, weil sie nach Erreichen vom Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr verkauft werden dürfen.

grauer Plastikmüll

Noch einmal möchte ich an dieser Stelle auf die für uns meist unsichtbare Verpackungsproblematik beim Transport hinweisen. Mehr dazu in meinem Beitrag „grauer Plastikmüll – die unsichtbare Gefahr“.

jede Menge Plastikmüll im Warenlager

jede Menge Plastikmüll im Warenlager

Lebensmittelverschwendung

Jedes Lebensmittel, das unnötig im Müll landet, hat im Laufe der Produktionskette Einfluss auf unser Klima genommen! Obst, Gemüse und Getreide wurde angebaut, gedüngt, geerntet (mit Maschinen), verarbeitet (Industrie) und transportiert. Fleisch wurde gezüchtet, ernährt, geschlachtet, verarbeitet und transportiert.

Kaum etwas hat einen größeren negativen Einfluss auf die Treibhausgase und damit auf unser Klima bei gleichzeitiger Vermeidbarkeit als Lebensmittel, die weggeworfen werden!

aktiv gegen Lebensmittelverschwendung

Der Verein Foodsharing setzt sich gegen die Lebensmittelverschwendung ein. Ich arbeite nun schon das dritte Jahr mit und ernähre mich mittlerweile fast ausschließlich von Lebensmitteln, die sonst im Müll landen würden.

Das ist doppelt gut für die Umwelt, denn diese Lebensmittel werden vor dem Müll gerettet und für mich müssen keine anderen Lebensmittel produziert werden.

Für alle, die nicht aktiv mitarbeiten wollen, stehen öffentliche Fairteiler für Lebensmittel zur Verfügung. Aus diesen Fairteilern kann jeder Lebensmittel entnehmen, die sonst im Müll landen würden.

jeder kann Lebensmittel aus dem Fairteiler entnehmen

jeder kann Lebensmittel aus dem Fairteiler entnehmen

Geschenke der Natur

Eine viel zu selten beachtete Alternative zum Einkauf im Supermarkt finden wir in der Natur. Unsere Ernährung können wir durch Wildkräuter und allerlei andere Geschenke der Natur wunderbar ergänzen! Am Wegrand finden wir Brennnesseln, Gänseblümchen, Löwenzahn und allerlei Wildkräuter, die ganz herrlich schmecken.

Aus den frischen Holunderblüten koche ich Holundersirup und im Sommer aus den Mirabellen den Mirabellensirup. Aus getrockneten Holunderblüten und vielen verschiedenen Kräutern kann man einen herrlichen Tee kochen.

Gerade ist die Zeit des Bärlauch, aus dem man eine Vielzahl von Speisen zubereiten kann. Im Herbst bereichern Pilze und Schwammerl unseren Speiseplan.

Selbst wenn man keinen Garten hat, kann man Kleinigkeiten wie z.B. Gewürzkräuter in Töpfen ziehen.

Solange wir die Natur nicht so massiv berauben, dass sie sich selbst nicht mehr regenerieren kann, ist das eine perfekte Möglichkeit abseits der Nahrungsmittelindustrie für herrliche Speisen am Tisch zu sorgen.

Viele Tipps über das, was in der Natur wächst, sowie eine umfangreiche Landkarte, wo Du diese Schätze finden kannst, gibt es auf der Seite von Mundraub.

essbare Wildpflanzen sehen nicht nur gut aus, sondern schmecken auch herrlich

essbare Wildpflanzen sehen nicht nur gut aus, sondern schmecken auch herrlich

meine Tipps für eine umweltbewusste Ernährung

Wie soll also unsere Ernährung aussehen, damit sie so wenig negativen Einfluss wie möglich auf das Klima hat?

* ernähre Dich möglichst fleischarm oder vegetarisch
* koche Deine Nahrung selbst
* verzichte auf industriell gefertigte Produkte
* beachte, was derzeit Saison hat
* schau Dich in der Natur um, was sie gerade verschenkt
* kaufe regional produzierte Lebensmittel
* ziehe unverpackte Ware vor
* geh zu Fuß oder fahre mit dem Fahrrad einkaufen
* kaufe nur so viel, wie Du wirklich benötigst
* wirf keine Lebensmittel weg
* unterstütze foodsharing

umweltbewusste-ernaehrung

Linktipp:

Homepage CO² Fasten
Aktionsbroschüre (pdf Download)
Homepage Klimafasten
Klimafasten-Broschüre (pdf Download)
Aktion Fleischfasten
Foodsharing
Mundraub

Philipp hat sich mit dem Thema Wasser beschäftigt und zeigt in seinem Beitrag „über den Jordan“ sehr informativ auf, welche Probleme zusätzlich entstehen, wenn wir Gemüse, das eigentlich bei uns wächst, aus Israel importieren.


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aktiv gegen Lebensmittelverschwendung #5

Der achtsame Umgang mit Lebensmitteln

Jedem passiert es manchmal, dass man zu viel eingekauft hat. Selbst wenn man mit Einkaufsliste und Wochenplan versucht, das zu vermeiden, so passieren doch immer wieder unvorhersehbare Ereignisse, die den ganz schönen Plan zunichte machen.

Daher ist es wichtig, die Nahrungsmittel in der Küche und im Vorratsschrank im Auge zu behalten und entsprechend zu reagieren. Im heutigen Teil der Serie möchte ich mich mit dem Tiefkühlen beschäftigen.

Lebensmittel sind kostbar

Der einfachste Weg ist nicht immer der beste

Wenn man den Platz hat, einen Tiefkühlschrank aufzustellen, ist das natürlich eine sehr einfach und bequeme Möglichkeit, Lebensmittel zu konservieren und vor dem Verderben zu bewahren.

Allerdings ist das ganz sicher nicht die beste Variante, da die Herstellung des Tiefkühlschrankes viele Ressourcen und der laufende Betrieb Strom verbraucht.

Ich muss gestehen, dass ich dennoch sehr gerne mit dem Tiefkühlschrank arbeite und schon beinahe alles eingefroren habe, was möglich und teilweise auch unmöglich ist. Daher kann ich hier wirklich auf eine reichhaltige Erfahrung zurückgreifen, an der ich Dich gerne teilhaben lasse.

Milchprodukte

Grundsätzlich ist zu sagen, dass alle Milchprodukte eingefroren werden können, um die Haltbarkeit zu verlängern.

Hier kommt das große ABER – nicht bei allen bleibt die bisherige Konsistenz erhalten, das Produkt ist oft nur noch zum Kochen geeignet.

Butter wird am besten in geeignete Portionsgrößen zerteilt und kann wie frische verwendet werden. Ein Singlehaushalt kann z.B. die Hälfte der Packung in die Butterdose geben und den Rest in der Orginalpackung einfrieren.

Topfen (Quark) verändert sich kaum, ich verwende ihn nach dem Auftauen jedoch auch meist nur noch zum Backen.

Auch Milch kann wunderbar eingefroren werden, das ist vor allem praktisch, wenn man wegfährt. Milch ist nahezu unverändert nach dem Einfrieren. Wenn man nur sehr selten Milch für den Kaffee benötigt, kann man diese auch in Eiswürfelbehälter einfrieren und diese dann einzeln portionieren.

Schlagobers (Sahne) wird durch das Einfrieren grieslig, kann aber wunderbar zum Backen oder Kochen verwendet werden. Zuletzt ist es mir sogar problemlos gelungen, den zuvor eingefrorenen Schlagobers wieder aufzuschlagen.

Auch Frischkäse, Joghurt, Sauerrahm und Creme fraiche habe ich schon eingefroren und können zum Kochen noch gut verwendet werden. Die Konsistenz ist jedoch etwas verändert gegenüber frischen Produkten.

Hartkäse ist nach dem Auftauen so gut wie frischer Käse, auch Weichkäse ist zum Einfrieren geeignet, jedoch verändert sich manchmal die Beschaffenheit der Rinde durch die Feuchtigkeit beim Auftauen.

Obst

Obst kann grundsätzlich sehr gut eingefroren werden, ist jedoch für den rohen Genuss nur noch bedingt geeignet. Eingefrorenes Obst verwende ich zum Kochen und Backen oder für Obstknödel.

Beerenfrüchte werden noch gefroren in das Müsli oder ein Joghurt eingerührt und schmecken wie frisch. Man muss natürlich das Joghurt ein wenig bei Raumtemperatur stehen lassen, damit es nicht so kalt ist.

Insbesondere für die Fülle einer Topfentorte (Käsesahnetorte) verwende ich sehr gerne gefrorenes Obst wie z.B. Heidelbeeren oder Himbeeren, weil diese nicht zergatschen (zermatschen) und der Topfen so schön weiß bleibt.

gefrorene Heidelbeeren als Topping für den Chiapudding

gefrorene Heidelbeeren als Topping für den Chiapudding

Gemüse

Gemüse kann mit Ausnahme von Kartoffeln hervorragend eingefroren werden. Aufgrund des hohen Wassergehalts ist das Gemüse nach dem Einfrieren jedoch nicht mehr für den rohen Verzehr geeignet, da die Zellen durch das Einfrieren zerstört werden. Trotzdem ist es eine gute Möglichkeit, die überzähligen Karotten zu schälen und fix fertig vorbereitet für die nächste Suppe einzufrieren.

Wenn man gerne gemischtes Gemüse kocht, dann kann man dieses auch gut selbst vorbereiten und spart künftig Verpackungsmüll.

Wer einen Garten hat, der weiß die Vorzüge des Tiefkühlschrankes speziell beim Gemüse sicher sehr zu schätzen.

Hülsenfrüchte

Getrocknete Hülsenfrüchte haben den Nachteil, dass man sie vor dem Kochen relativ lange einweichen muss. Daher greifen sehr viele Menschen auf industriell vorgefertigte Ware in Dosen zurück. Aber das ist aus ökologischer Sicht natürlich eine wirkliche Katastrophe.

Es geht nämlich viel einfacher. Um sich die Arbeit zu erleichtern kann man mit Hilfe des Tiefkühlschrankes den Aufwand reduzieren. Am besten kocht man gleich eine größere Menge von Kichererbsen, Bohnen & Co vor und friert einen Teil davon portionsweise ein.

Die gekochten Hülsenfrüchte kann man sogar in gefrorenem Zustand beispielsweise in den Gemüseeintopf schütten, sie leiden gar nicht unter dem Einfrieren und sind in weiterer Folge ähnlich schnell verwendet wie die Geschwister in der Dose.

Hülsenfrüchte lassen sich sowohl roh als auch gekocht sehr gut einfrieren

Hülsenfrüchte lassen sich sowohl roh als auch gekocht sehr gut einfrieren

Einen ganz besonderen Tipp habe ich für alle, die einen Garten nutzen und selbst Bohnen anbauen. Man erntet die Bohnen so frühzeitig, dass sie zwar reif, aber noch nicht trocken sind, und friert sie sofort ein.

Dadurch erspart man sich das Einweichen und reduziert die Kochzeit auf ein Minimum. Bohnen, die so behandelt wurden, brauchen oft nicht einmal 20 Minuten um gar zu werden, also noch einmal deutlich weniger als getrocknete Bohnen, die lange eingeweicht wurden.

Kräuter

Kräuter sind natürlich der Klassiker beim Einfrieren. Petersilie und andere Kräuter kann man ganz hervorragend auch in Gläsern einfrieren.

Petersilie im Glas eingefroren

Petersilie im Glas eingefroren

Eier

Teile von Eiern können sehr gut eingefroren werden. Gerade in der weihnachtlichen Backzeit bleiben oft Eiklar übrig. Ich friere diese je Eiklar in kleinen Behältern ein. Nach dem Durchfrieren kann man die Eiklarwürfel in größere Behälter umfüllen. So bleibe ich flexibel und kann auch nach dem Einfrieren die Menge an Eiklar individuell wählen.

Auch Eidotter kann wie oben beschrieben eingefroren werden. Allerdings wird er etwas fester dadurch, kann jedoch noch sehr gut zum Backen verwendet werden.

Mein Experiment, Eidotter und Eiklar gemeinsam einzufrieren ist gescheitert. Ich habe Dotter und Klar von 5 Eiern gemeinsam in einem Behälter eingefroren, um sie danach zu einem Kuchen zu verbacken. Das Ergebnis war sehr überraschend für mich, da der Dotter nach dem Auftauen ganz hart war, wie von einem gekochten Ei. Warum das so ist, weiß ich zwar nicht, aber ich nehme an, dass es möglicherweise an unterschiedlichen Gefrierpunkten liegt. Jedenfalls konnte ich den Kuchen zwar backen, aber der Dotter ließ sich nur leicht krümelig verarbeiten.

Ich kann daher nicht empfehlen, ganze Eier einzufrieren. Nur um Missverständissen vorzubeugen, natürlich habe ich sie vor dem Einfrieren aufgeklopft.

Brot

Gerade Kleinhaushalte klagen darüber, dass immer wieder Brot hart oder gar schimmlig wird. Am besten reduziert man das Brot direkt nach dem Einkauf oder dem Backen auf die passende Portionsgröße und friert den Rest ein.

Manche Menschen, die wirklich sehr wenig Brot essen, frieren vorgeschnittenes Brot ein. Das mindert die Qualität jedoch sehr, da gerade Brot sehr schnell in der Kälte austrocknet.

Wenn ich einen Brotteig ansetze, backe ich gerne ein paar Weckerln und ein Brot gemeinsam. Die Weckerln werden gleich gegessen und das Brot friere ich dann für später ein. Manchmal mache ich das natürlich auch umgekehrt.

unser selbst gebackenes Frühstücksbrot

unser selbst gebackenes Frühstücksbrot

Kuchen

Auch Kuchen kann sehr gut eingefroren werden. Gerne auch in kleinen Portionen, dann kann man sich auch einfach nur ein einziges Stück zum Kaffee heraus nehmen.

Fertige Speisen

Selbst zubereitete fertige Speisen sind ganz wunderbar geeignet, um in Notfällen das Lieferservice zu vermeiden. Ich friere meist Einzelportionen ein und habe immer ein selbst gekochtes Notfallsessen.

Der Vorteil beim Einfrieren ist, dass man auch Miniportionen, die zu klein sind für ein eigenständiges Gericht, verwenden kann. Wenn ein kleiner Rest gekochter Reis übrig bleibt, dann friere ich den ein. Entweder bleibt irgendwann noch eine Miniportion übrig, dann ergänze ich die bestehende Portion oder man kann den Reisrest auch wunderbar für Gemüselaibchen oder Gemüse- bzw. Fleischfüllungen für Kürbis & Co verwenden.

Gerade Nudelsoßen koche ich nach Plan in größeren Portionen, um eine Reserve einfrieren zu können.

Kartoffelgerichte eignen sich nur bedingt zum Einfrieren, da sich die Konsistenz von Kartoffeln sehr verändert. Wenn es sich vermeiden lässt, dann mache ich das nicht.

Auch gekochte Nudeln kann man einfrieren. Entweder brät man sie nach dem Auftauchen oder wirft sie gerne auch gefroren für maximal 1 Minute in kochendes, gesalzenes Wasser.

Darüber, dass man Pizza auf Vorrat zubereiten kann und dadurch selbst gemachtes Fastfood hat, habe ich bereits geschrieben.

Beilagen

Außer Kartoffeln lässt sich jede Art von Beilage sehr gut einfrieren und weiterverwenden und ermöglicht es, ein rasches Essen auf den Tisch zu stellen. Gerade aufwändigere Beilagen wie Knödeln und Spätzle friere ich gerne für Notfälle ein.

sehr lecker, aber ein wenig aufwändig zuzubereiten

sehr lecker, aber ein wenig aufwändig zuzubereiten

Fortsetzung folgt

Ich möchte immer wieder einmal einzelne Lebensmittel aufgreifen, die öfters im Müll landen. Zu jedem Lebensmittel werde ich Verarbeitungsmöglichkeiten zeigen, die den Verbrauch beschleunigen oder die Haltbarkeit erhöhen.


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Impressionen vom GrazerUmweltZirkus 2016

Endlich habe ich Zeit gefunden, die Fotos vom 2. GrazerUmweltZirkus 2016, der am 29.4.2016 im Joanneumsviertel stattgefunden hat, zu bearbeiten.

Hiermit lade ich Dich sehr herzlich zu einem kleinen Rundgang ein.

Repair-Café Graz

Wie schon im letzten Jahr war auch das Repair-Café Graz wieder vertreten und man konnte die Gelegenheit nützen, um defekte Gegenstände reparieren zu lassen.

wieder mit dabei - das Repair-Café Graz

wieder mit dabei – das Repair-Café Graz

Nadelfin – öffentliche Reparaturarbeiten für Kleidungsstücke

Ein ganz tolles Projekt habe ich gleich gegenüber entdeckt. Sarah repariert Kleidungsstücke im öffentlichen Raum, um ihnen ein längeres Leben zu schenken.

Sie möchte damit auf die Missstände in der Textilindustrie aufmerksam machen und verteilt bei diesen Aktionen Flyer mit Informationsmaterial. Was für eine geniale Idee!

fix it - reparieren ist nachhaltig!

fix it – reparieren ist nachhaltig!

nachhaltige Gartengestaltung

Möglichkeiten am zweiten Arbeitsmarkt tätig zu sein bietet BAN und hat als neuestes Projekt begonnen Pflanzentröge zu gestalten. Diese stellen eine gute Alternative zu Hochbeeten für Kleinstgärten oder Balkone dar.

diese Pflanztröge gefallen mir super gut!

diese Pflanztröge gefallen mir super gut!

Und dann gab es auch noch einen Samen- und Pflanzentauschmarkt mit einem Workshop, in dem gemeinsam Seedbombs angefertigt wurden.

hier schlägt das Gärtnerherz höher!

hier schlägt das Gärtnerherz höher!

Upcycling everywhere

Am meisten haben mich natürlich wiederum die vielen Upcycling-Projekte fasziniert und ich habe endlos viele Fotos gemacht, weil ich die einzelnen Objekte so genial fand.

Unglaublich viel Kreativität steckt in „Omas Teekanne“. Aus altem Geschirr entstehen Teelichter, Blumentöpfe oder Etageren und mit liebevollen Zeichnungen verziert werden die Teller zu Gemälden für die Wand.

neues Leben für altes Geschirr

neues Leben für altes Geschirr

In einem Workshop konnte man lernen, wie man mit Kreidefarben Möbeln und kleinen Gegenständen einen bunten Anstrich verleihen kann.

kreatives Gestalten mit Kreidefarben

kreatives Gestalten mit Kreidefarben

Nicht nur ich sortiere Bücher aus, auch viele andere Menschen wollen ihre Bücherschränke reduzieren. Leider finden nicht alle Bücher neue Leser und daher haben sich einige Menschen sehr interessante alternative Verwendungsmöglichkeiten überlegt.

Aus alten Büchern entstehen liebevoll handgefertigte Unikate wie z.B. Taschen und Geldbörsen, aber auch Notizblöcke.

zweckentfremdet - aus dem Buch wird eine Tasche

zweckentfremdet – aus dem Buch wird eine Tasche

Upcycling-Mode

Zwei sehr interessante Modeunternehmen habe ich am Umweltzirkus entdeckt, die beide Upcycling-Kindermode anbieten. Aus gebrauchten Kleidungsstücken und Bettwäsche entsteht kreative und außergewöhnliche Kinderbekleidung.

Besonders gut gefallen hat mir das Konzept von Rockocco. Alle Teile haben ein Etikett, dem der Käufer entnehmen kann, woraus das neue Kleidungsstück genäht wurde. So entstehen Unikate, die fair, sozial und regional produziert werden. Eine ganz andere Möglichkeit, um Altkleider länger leben zu lassen.

fair, sozial und regional produzierte Kinderbekleidung

fair, sozial und regional produzierte Kinderbekleidung

Gleich daneben war der Stand von Lieblingsstücke, einem jungen Unternehmen, das ebenfalls einzigartige Kinder- und Erwachsenenmode produziert. Verwendet werden recycelte Materialien sowie GOTS zertifizierte Biobaumwolle für die Bündchen.

ungewöhnliche Einzelstücke für Kinder und Erwachsene sind hier zu finden

ungewöhnliche Einzelstücke für Kinder und Erwachsene sind hier zu finden

Stoffsackerl statt Plastik

Stoffsackerl statt Plastik

Als ich gerade am Fotografieren von dem Stand war, ist Sandra Krautwaschl um die Ecke gekommen.

Sie hatte an einem Workshop zur Gestaltung einer Upcycling-Tasche (die man auch am Bild sieht) teilgenommen und war von der kreativen Upcycling-Mode sehr angetan.

Ich war ebenfalls ganz begeistert davon, dass sich so viele Menschen für die Weiterverwendung von alten Dingen engagieren und dabei so viele kreative Ideen umsetzen.

handgemachte Seifen

Von dem wundervollen Duft, der von den handgemachten Seifen ausging, wurde ich angezogen. Katja siedet die Seifen selbst und fertigt in liebevoller Handarbeit auch etwas für das Auge.

Alle Seifen können auf Wunsch unverpackt erworben werden. Unter anderem werden auch Haarseifen angeboten.

außergewöhnlich gestaltete Alltagsobjekte

außergewöhnlich gestaltete Alltagsobjekte

Schulprojekt gegen Lebensmittelverschwendung

Ein wirklich außergewöhnliches Schulprojekt der Grazer Schulschwestern habe ich am Umweltzirkus entdeckt. „Bis zum letzten Brösel“ wird das Altbrot verwendet. In der Schule wurden neue Rezepte mit altem Brot entwickelt und damit ein Rezeptheft gestaltet.

Das kleine Büchlein mit zahlreichen kreativen pikanten und süßen Brotrezepten kann käuflich erworben werden, was ich auch gemacht habe. Nachdem ich demnächst einen Beitrag zur Verwendung von altem Brot schreiben möchte, kam mir diese Inspirationsquelle gerade recht.

am Stand gab es auch Kostproben der Rezepte

am Stand gab es auch Kostproben der Rezepte

Bio-Gastromeile

Bereits im Vorfeld fand auch dieses Jahr ein Palettenmöbelbau-Workshop statt, an dem wir diesmal allerdings nicht teilgenommen haben.

Für das leibliche Wohl sorgte die Bio-Gastromeile und die Besucher konnten sich auf den während des Workshops selbst gebauten Palettenmöbeln ausruhen.

für den Umweltzirkus gebaute Palettenmöbel

für den Umweltzirkus gebaute Palettenmöbel

Erstmals mit dabei war das Team vom neuen Unverpacktladen in Graz „Das Gramm“. Seit 30.4. hat der Laden offiziell geöffnet und erfreut sich bereits jetzt großer Beliebtheit.

Übrigens habe ich bereits einen Blick in das Geschäft werfen können und bei dieser Gelegenheit auch Fotos gemacht, welche ich demnächst gerne zeigen möchte.

unverpackte Köstlichkeiten vom Gramm

unverpackte Köstlichkeiten vom Gramm

Linktipp:

GrazerUmweltZirkus
GrazerUmweltZirkus auf Facebook


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aktiv gegen Lebensmittelverschwendung #4

Mindesthaltbarkeitsdatum – Fiktion und Wirklichkeit

Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist bedeutet das nicht, dass ein Lebensmittel automatisch nicht mehr gegessen werden kann. Der Hersteller garantiert mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum lediglich, dass das Produkt bei einer ordnungsgemäßen Lagerung seine volle Genussfähigkeit mindestens bis zu diesem Zeitpunkt behält.

So eine Garantie kann aber nur dann abgegeben werden, wenn das Produkt normalerweise viel länger genießbar bleibt. Diesen Punkt sollte man sich immer vor Augen führen, wenn man über dieses Thema nachdenkt.

Wie viel länger das Lebensmittel hält, hängt von der Art des Lebensmittels, aber auch von der Lagerung bis zu diesem Zeitpunkt ab.

Tipps zur richtigen Lagerung sind zum Beispiel hier zu finden.

noch genießbar?

Grundsätzlich kann man bei den meisten Lebensmitteln davon ausgehen dass sie noch genießbar sind, wenn bei einer Überprüfung mit den eigenen Sinnen keine Auffälligkeiten zu bemerken sind (Farbe, Aussehen, Geruch und Geschmack).

In meinem heutigen Beitrag möchte ich meine Erfahrungswerte aus über drei Jahren foodsharing und dumpstern weitergeben.

Lebensmittel sind kostbar

Verbrauchsdatum

Gleich vorab möchte ich auf einen ganz wichtigen Punkt eingehen – wenn auf Lebensmitteln ein Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis“) angegeben ist, dann rate ich zu keinen Experimenten. Auch der Geruchstest kann hier in die Irre führen! Ein Verbrauchsdatum wird bei mikrobiell sehr leicht verderblichen Waren angegeben. Daher kann ein Produkt, bei dem das Verbrauchsdatum überschritten ist, nicht mehr als sicher angesehen werden.

In diese Kategorie fallen z.B. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Wurst. Da diese Produkte am schnellsten verderben, verzehre ich sie nicht über das Verbrauchsdatum hinaus.

Darüber soll es in meinem heutigen Beitrag aber nicht gehen, ich schreibe nur über Waren, die mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet sind.

Obst und Gemüse

Je nach Sorte sollte Obst und Gemüse unterschiedlich gelagert werden. Vor allem ist es wichtig, manches Obst bzw. Gemüse von anderen fern zu halten, da dieses den Reifungsprozess beschleunigt. Äpfel und Tomaten sind dabei hervor zu heben.

Bei sachgemäßer Lagerung hält Obst und Gemüse recht lange. Dass im Handel mittlerweile auch Obst und Gemüse mit einem Ablaufdatum versehen werden („zu verkaufen bis“), ist meiner Meinung nach eine wirkliche Unsitte (vorsichtig ausgedrückt).

Solange diese Lebensmittel nicht schimmeln, können sie gegessen werden. Auch wenn sie schon etwas welk oder verschrumpelt sind heißt das nicht, dass dieses Obst bzw. Gemüse dadurch ungenießbar geworden ist. In dem Fall eignet es sich noch immer zum Verkochen. Aus Obst kann Kompott oder Mus gemacht werden und Gemüse wird beispielsweise zu einer leckeren Gemüsecremesuppe. Auch kleine braune Stellen können ausgeschnitten werden. Wer lieber roh genießt, kann einen Obstsalat oder Smoothies herstellen.

Tipps zu Verwertung von Obst und Gemüse werden in einem der nächsten Teile dieser Serie zu lesen sein.

aus überreifen Bananen werden Bananenmuffins gebacken

aus überreifen Bananen werden Bananenmuffins gebacken

Milchprodukte

Frische ungesäuerte Milchprodukte wie z.B. Milch und Schlagobers (Sahne) verderben vor allem im Sommer sehr schnell. Pasteurisierte Milchprodukte, die verdorben sind, riechen leicht säuerlich und schmecken bitter.

Ultrahoch-erhitzte Milch („länger frisch“) und H-Milch kann bedenkenlos über das Haltbarkeitsdatum hinaus verwendet werden. Ich würde das allerdings auch nicht als Frischmilch bezeichnen, das aber nur am Rande.

Rohmilch, die sauer wurde, kann als Sauermilch getrunken bzw. gelöffelt werden. Sie riecht zwar säuerlich, schmeckt jedoch gut und bekommt mit der Zeit eine ähnliche Konsistenz wie Joghurt.

Gesäuerte Milchprodukte wie Joghurt und Topfen halten sehr lange über das Ablaufdatum hinaus. Riech- und Schmeckprobe reichen, wenn es gut schmeckt dann ist es ok. Entgegen der landläufigen Meinung sagen auch leicht geblähte Packungen nicht unbedingt etwas über darüber aus, ob ein Produkt verdorben ist. Allerdings rate ich in dem Fall unbedingt zu einer vorsichtigen Geschmacksprobe. Sollte das Lebensmittel leicht alkoholisch schmecken oder auf der Zunge prickeln, hat ein Gärungsprozess eingesetzt. In dem Fall sollte das Produkt entsorgt werden.

Vor kurzem habe ich ein Naturjoghurt gegessen, das 2 Monate abgelaufen war. Es hat hervorragend geschmeckt und war keine Spur von verdorben!

Aufbewahrungsmöglichkeiten von Käse

Aufbewahrungsmöglichkeiten von Käse

Käse kann man so lange essen als er nicht schimmlig ist, je älter desto besser. Richtig guter Weichkäse wird mit der Zeit weicher und schärfer. Manchmal wird er so scharf, dass ich ihn nur noch verkochen aber nicht mehr auf dem Brot essen mag. Dann eignet er sich noch hervorragend um eine Käsesoße für Nudeln herzustellen.

Hartkäse kann mit der Zeit etwas austrocknen. Wenn er richtig gelagert wird, fängt er jedoch nicht zu schimmeln an. Trockenen Hartkäse kann man reiben und statt Parmesan verwenden.

Guter Parmesan hat eine Reifungszeit von 2 Jahren aufwärts, warum sollte er innerhalb von einigen Tagen zu Hause ungenießbar werden? Auch alter Gouda wird viele Monate gereift. Diese Fakten werden leider oft vergessen, wenn man die Haltbarkeit von Käse beurteilt.

Ich lagere meinen Käse in einer Käseglocke oder einer Edelstahldose, darin hat noch nie etwas geschimmelt.

Eier

Hühnereier dürfen vom Handel nur bis eine Woche vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft werden. Daher landen viel zu viele Eier, die noch sehr lange haltbar sind, im Müll. In Hinblick auf die Problematik bei der Eierproduktion tut das ganz besonders weh.

Die Haltbarkeit von Eiern geht weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus, ich habe schon Eier verwendet, die mehrere Wochen abgelaufen waren. Auch hier gilt die Riechprobe, wenn ein Ei gut riecht, dann ist es genießbar. Verdorbene Eier sind vom Geruch her auf jeden Fall erkennbar, denn sie riechen schwefelig verdorben.

nicht nur zu Ostern ein Genuss

nicht nur zu Ostern ein Genuss

Aufgrund der möglichen Salomonellenproblematik wird empfohlen, Eier gut durchzukochen (Kernerwärmung mindestens 70°). Das mache ich auf jeden Fall. Eier, die schon länger abgelaufen sind, verwende ich daher zum Kochen und zum Backen und hatte noch nicht ein verdorbenes Ei dabei.

Getreide

Getreidekörner halten ewig, man hat mehrere 100 Jahre altes Getreide als Grabbeigabe gefunden und es war noch keimbar. Es muss nur richtig gelagert werden und das bedeutet in dem Fall trocken und das ganze Korn.

Grundnahrungsmittel halten sehr lange

Grundnahrungsmittel halten sehr lange

Auch Nudeln und Reis halten ewig lange über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Wichtig ist in dem Fall der Schutz gegen Insektenbefall. Dazu verwende ich teilweise luftdichte Gläser aber auch einfache Twist-Off-Gläser, die ich dadurch vor dem Müll bewahre.

Bügelgläser und Twist-Off-Gläser zur Aufbewahrung von Vorräten

Bügelgläser und Twist-Off-Gläser zur Aufbewahrung von Vorräten

Brot

Richtig gelagertes Brot fängt nicht zu schimmeln an, sondern wird einfach nur trocken. Trockenes Brot hält ewig und noch länger.

Bitte wirf trockenes Brot nicht in den Müll, es gibt unzählige Rezepte, was man daraus noch alles kochen kann. Über die Weiterverwendung von getrocknetem Brot werde ich einen eigenen Beitrag schreiben, da dies den Rahmen hier sprengen würde.

Seitdem ich so viel Plastik wie möglich aus der Küche verbannt habe, bewahre ich mein Brot in einem Brottopf auf. Beide Brottöpfe habe ich auf dem Flohmarkt gefunden. Der Deckel ist innen unglasiert und gleicht dadurch die Feuchtigkeit aus. Auch eine alte Suppenterrine dient als Brottopf, durch das Loch für den Schöpfer wird die Feuchtigkeit reguliert.

verschiedene Möglichkeiten der Brotaufbewahrung

verschiedene Möglichkeiten der Brotaufbewahrung

Hülsenfrüchte

Getrocknete Hülsenfrüchte halten grundsätzlich sehr lange, aber es kann sein, dass man sie nach 2-3 Jahren nicht mehr so einfach weich bekommt. Dann muss man sie länger einweichen und das Kochen dauert etwas länger.

Auch getrocknete Hülsenfrüchte sollten sicher vor Insektenbefall aufbewahrt werden. Manchmal hilft es auch, wenn man sie unmittelbar nach dem Einkauf für 24 Stunden einfriert, um mögliche Verunreinigungen zu reduzieren.

Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Co werden getrocknet gelagert

Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Co werden getrocknet gelagert

Fette und Öle

Auch beim Öl hängt die Haltbarkeit von der sachgerechten Lagerung ab. Es sollte möglichst dunkel und kühl aufbewahrt werden. Dafür bietet sich der Keller an, kleinere Mengen hebe ich – ja nach Sorte – im Kühlschrank auf.

Vor 2 Jahren habe ich eine größere Menge abgelaufenes Olivenöl gefunden, welches auch nach 2 Jahren noch gut genießbar ist. Wenn Öl ranzig wird, schmeckt es leicht säuerlich und riecht nicht mehr so gut. Das habe ich allerdings selbst noch nie erlebt.

Butter fängt relativ rasch zu oxidieren an und bekommt dann eine gelbliche Oberfläche. Wenn man die äußerste Schicht abträgt, kann man den Rest ohne weiteres noch aufs Brot genießen. Die abgeschnittenen, verfärbten Randschichten müssen nicht unbedingt entsorgt werden, ich verwende sie noch immer zum Kochen. Das hängt allerdings sehr davon ab, ob die Butter nur leicht verfärbt ist oder bereits unangenehm riecht. In dem Fall verwende ich sie nicht mehr.

Für die Lagerung von Fetten ist wichtig, dass so wenig Luft, Licht und Wärme wie möglich dazu kommen.

Öle werden selbst oft zur Konservierung von Gemüse und Gewürzen verwendet.

Konservierung durch Einlegen in Öl

Konservierung durch Einlegen in Öl

Tiefkühlprodukte

Tiefkühlen ist eine sehr gute Möglichkeit, die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern. Tiefgefrorene Produkte halten deutlich länger, als von den Herstellern der Tiefkühlwaren angegeben. Ich verwende alles, auch wenn es schon einige Wochen lang abgelaufen ist. Auch bei Fisch, Fleisch und Wurstwaren, die zum Zeitpunkt des Tiefkühlens noch genießbar waren, habe ich keine Bedenken, diese einige Wochen danach noch zu verzehren.

Zu Beachten ist in dem Fall, dass der Tiefkühlschrank eine Temperatur von mindestens -18° hat. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass Tiefgekühltes nicht noch einmal eingefroren werden darf, wenn es einmal aufgetaut war, bin ich anderer Meinung. Manche Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, leiden zwar von der Konsistenz her unter dem Auftauen und nochmals einfrieren, aber grundsätzlich hat das keine Auswirkung auf die Genießbarkeit.

das Angebot an Tiefkühlware ist riesengroß

das Angebot an Tiefkühlware ist riesengroß

Konserven und Eingekochtes

Lebensmittel, die in Gläsern oder Dosen konserviert wurden, halten deutlich länger als das Mindesthaltbarkeitsdatum angibt. Als Faustregel gilt, je länger die Konserve ursprünglich haltbar war, desto länger kann man auch das Mindesthaltbarkeitsdatum überschreiten.

Senf, Tomatenmark, Erbsen, Mais, Bohnen, Kompott, Marmelade etc. also alles, was eingemacht wurde, hält unangebrochen geradezu ewig. Ich habe einmal ein Marmeladeglas im Keller vergessen und nach langer Zeit wieder gefunden. Der Geschmack war nicht mehr berauschend, aber sie war auch nach fast 10 Jahren noch ok.

Auch Honig fällt in diese Kategorie, er verdirbt nur dann, wenn er bei der Entnahme verunreinigt wurde (d.h. wenn man mit einem schmutzigen Löffel in das Honigglas fährt).

Alles das, wo Salz, Zucker und/oder Essig/Zitrone in nennenswerten Mengen enthalten ist (z.B. Marmelade, Sirup, Chutney, sauer eingelegtes Gemüse u.ä.), hält nahezu ewig, da Keime in diesem Milieu keine Wachstumsbedingungen vorfinden.

Marmelade, Sirup und Chutney werden durch Zuckerzusatz haltbar gemacht

Marmelade, Sirup und Chutney werden durch Zuckerzusatz haltbar gemacht

Gewürze, Zucker, Salz, Natron und Co

Gewürze halten extrem lange, sie rauchen vielleicht ein bisschen aus, aber dann verwendet man halt ein bisschen mehr. Salz, Zucker, Natron hält ewig.

Wie am Bild weiter oben zu sehen ist, verwahre ich meinen Zucker in einem Bügelglas. Gewürze habe ich in Twist-Off-Gläser umgefüllt. Salz wurde z.B Millionen von Jahren im Berg gelagert, das verdirbt nicht, nur weil es bei uns zu Haus steht. Salz und Zucker müssen unbedingt vor Feuchtigkeit bewahrt werden, trocken gelagert können sie nicht verderben.

Im Salzstreuer hilft es, ein paar Reiskörner als Schutz vor der Feuchtigkeit darunter zu mischen.

der Schutz vor der Feuchtigkeit ist das wichtigste beim Salz

der Schutz vor der Feuchtigkeit ist das wichtigste beim Salz

sidestep: Reste von gekochtem Essen

Immer wieder einmal bleiben vom Essen Reste übrig. Je nachdem, welche Zutaten im Essen enthalten sind, kann man die Speisen auch 1-3 Tage danach noch aufwärmen und verzehren. Voraussetzung ist natürlich, dass alles gut gekühlt wird. Wenn im Essen Fleisch enthalten ist, muss dieses natürlich so schnell wie möglich aufgegessen werden. Eine klare Gemüsesuppe ist auch noch 3 Tage später genießbar.

Gerade von den Beilagen bleibt sehr gerne etwas übrig. Meist machen wir dann am nächsten Tag einfach etwas weniger Beilage und braten dafür die Kartoffeln oder den Reis dazu an.

Auch dem Thema „Resteküche“ möchte ich mich gerne demnächst einmal widmen.

wir lieben Bratkartoffeln

wir lieben Bratkartoffeln

wichtiger Hinweis

In diesem Beitrag schreibe ich über meine persönlichen Erfahrungen mit abgelaufenen Lebensmitteln. Aus verschiedenen Gründen können immer wieder einmal Abweichungen vorkommen, sodass ein Lebensmittel sogar vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum ungenießbar wird!

Daher ist eine sorgfältige Prüfung auf Konsistenz, Farbe, Geruch und Geschmack immer zu empfehlen. Da diese Prüfung jeder einzelne für sich selbst durchführen muss, kann ich natürlich keine Verantwortung dafür übernehmen und rate im Zweifelsfall immer dazu, auf den Verzehr zu verzichten.

Essen verschwenden ist Mist!

Bei Greenpeace Österreich läuft gerade eine Petition gegen Lebensmittelverschwendung.

Wir brauchen endlich gesetzliche Rahmenbedingungen, die unser Essen vor dem Mist retten. Wir fordern daher, einen konkreten österreichweiten Umsetzungsplan zur Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030!
(Greenpeace)

mit einem Klick aufs Bild kommst Du zur Seite von Greenpeace (c) Greenpeace

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Videotipp:

Lebensmittelabfälle: Es ist durchaus üblich, dass ein Drittel des produzierten Obstes und Gemüse nie den Konsumenten erreichen. Ist eine Frucht zu groß, zu dünn oder gar unförmig, wird sie von Maschinen aussortiert. Was die Lebensmittelindustrie jedoch gern verschweigt: eine bestimmte Menge an Überschuss wird bereits in der Produktion eingerechnet.

Fortsetzung folgt…

Im nächsten Beitrag beschäftige ich mich mit der Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln.


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aktiv gegen Lebensmittelverschwendung #3

Lebensmittel sind kostbar

Neben der Produktion und dem Handel fällt die größte Menge an Lebensmittelabfällen in Privathaushalten an.

Durchschnittlich werfen z.B. der Wiener und die Wienerin jährlich rd. 40 kg an Lebensmitteln weg, die eigentlich gegessen hätten werden können (Quelle). Das konnte ich lange Zeit gar nicht glauben, denn in meinem Haushalt fällt so gut wie kein Lebensmittelmüll (außer Gemüseabschnitte wie z.B. Zwiebelschalen etc.) an.

Über die Fakten rund um die Lebensmittelverschwendung habe ich in meinem Beitrag „aktiv gegen Lebensmittelverschwendung #2“ bereits ein wenig geschrieben.

Ich denke daher, dass man mit ein bisschen Organisation wirklich viel dazu beitragen kann, dass keine Lebensmittel mehr verderben.

Lebensmittel sind kostbar

Planung der Menüs

An erster Stelle steht natürlich die Planung dessen, was ich kochen werde. Viele Menschen sind der Meinung, das funktioniert nicht, keiner kann das Essen für eine Woche im Vorhinein planen.

Dem stimme ich sogar bedingt zu, eine Woche ist wirklich ein viel zu langer Zeitraum für viele. Vor allem Menschen, die sehr spontan über ihre Freizeit entscheiden, werden damit nicht zurecht kommen.

Am besten fängt man im Kleinen an, sich erst einmal nur 1-3 Tage im Voraus zu überlegen, was man essen möchte.

Wie macht man das am besten?

Der erste Schritt ist in den Kühlschrank und in das Vorratsregal zu schauen um zu sehen, was als erstes verbraucht werden muss. Das ist der wichtigste Schritt überhaupt!

Gehe niemals einkaufen ohne vorher in Deinen Kühlschrank geschaut zu haben! (widerstandistzweckmaessig)

Danach überlegt man sich, was man damit kochen könnte. Im Idealfall sollte das Rezept nur Zutaten benötigen, die sich im Haus befinden.

In meiner Küche hängt ein Klemmboard, auf dem es 2 Steckplätze gibt. In der einen Klammer steckt die Einkaufsliste (dazu später mehr) und in der anderen mein Menüplan für die kommenden Tage.

rechts davon ist übrigens mein Kühlschrank

rechts davon ist übrigens mein Kühlschrank

nicht aller Anfang muss schwer sein

Am besten fängt man damit an, nur 1-2 Tage im Voraus zu planen. Das ist ein überschaubarer Zeitraum und meist weiß man dann schon, welche Freizeitaktivitäten geplant sind, die Einfluss auf die Nahrungsaufnahme habe (Einladungen, Restaurantbesuche, keine Zeit um zu kochen).

Mit etwas mehr Übung kann man den Menüplan dann auf 3-4 Tage erweitern. Ich habe es auch schon mit Wochenplänen versucht und relativ schnell wieder aufgegeben. Obwohl ich ein wirklich sehr strukturiert denkender Mensch bin, hat das selbst bei mir nicht geklappt. Daher bin ich wieder bei 2-4 Tagen gelandet, das hat sich wirklich sehr gut bewährt.

Reste einplanen

Das mit den 2-4 Tagen ist auch deshalb so ideal für mich, weil immer wieder einmal Reste bleiben. Da heißt es dann flexibel zu reagieren und nicht stur nach Plan zu kochen, sondern die Menüs auch einmal zu verschieben.

Meine Planung für 3 Tage reicht meist für 4 Tage aus. Das ist ein Zeitraum, um den man auch ein geplantes Essen gut verschieben kann.

Als besonders hilfreich hat es sich erwiesen, immer wieder einmal Zwischendurch reine Vorratsgerichte mit lange haltbaren Zutaten einzuplanen. Die kann man dann problemlos ausfallen lassen bzw. auf den nächsten Menüplan verschieben.

Restl-Festl

Nicht immer bleibt genug übrig, damit alle davon satt werden. In diesem Fall gibt es dann ein kleines Restl-Festl und ein kunterbuntes Buffet mit verschiedenen Resten, die geblieben sind. Jeder nimmt sich das, was er am liebsten hat. Wenn nötig, wird eine kleine Beilage und Salat ergänzt.

auch Essensreste sind kostbar

auch Essensreste sind kostbar

Hülsenfrüchte

Auf einen ganz besonderen Vorteil im Zusammenhang mit Hülsenfrüchten möchte ich hinweisen. Viele Menschen verwenden lieber Kichererbsen, Bohnen und Linsen aus Dosen, weil man getrocknete Hülsenfrüchte einweichen muss und das bekanntlich mehrere Stunden dauert. Also nix mit spontan Kichererbseneintopf, wenn man gerade Hunger hat, außer man nimmt die besagte Dose.

Wenn man einen Menüplan hat, weiß man natürlich wann man die Bohnen für das Bohnengulasch braucht und kann sie daher am Vortag einweichen. Damit ich nicht darauf vergessen kann, stelle ich mir gleich wenn ich die Liste erstelle am Handy eine Erinnerung für das Einweichen.

Wobei ich das immer seltener mache, weil ich in meine Abendroutine aufgenommen habe, den nächsten Tag in Hinblick auf Essen kochen noch einmal durchzugehen. Wenn es also geplanterweise Hülsenfrüchte gibt, dann werden sie am Abend einfach eingeweicht.

Ich verwende schon seit Jahren keine Konservendosen mehr. Meist werden die getrockneten Hülsenfrüchte in Kartons verpackt angeboten, wodurch ich auch auf Plastikverpackungen verzichten kann. Im Garten selbst Bohnen und Erbsen zu ziehen spart natürlich noch einmal mehr Müll.

die Einkaufsliste

Gleichzeitig mit dem Menüplan für die kommenden Tage wird auch die Einkaufsliste geschrieben. Darauf sollte alles stehen, was gerade beim Ausgehen ist und im allgemeinen Vorrat enthalten sein sollte. Dazu haben wir ja auch vorhin die Vorratsschränke inspiziert.

Ich führe diesen Teil der Einkaufsliste laufend. Immer wenn ich gerade koche und sich etwas zu Ende neigt, kommt es gleich auf die Liste.

Weiters wird natürlich in die Einkaufsliste eingetragen, was für die geplanten Gerichte benötigt wird.

digitale Einkaufsliste

Für alle, die es lieber digital haben, gibt es eine ganze Menge hilfreicher Apps, die beim Erstellen einer Einkaufsliste zur Seite stehen. Einfach in den Playstore „Einkaufsliste“ eingeben und dann kommen einige Möglichkeiten. So viel ich gesehen habe ist „Bring!“ am bekanntesten und sehr einfach zu bedienen.

Nachdem ich noch immer kein Smartphone habe und auch ein sehr visueller Mensch bin, gefällt mir mein Klemmboard allerdings viel besser.

Beim Checken der Einkaufslistenapp habe ich entdeckt, dass es noch viel mehr nützliche Apps gibt, die den nachhaltigen Einkauf erleichtern wie z.B. eine Saisonkalender-App oder auch den vom WWF veröffentlichten Einkaufsratgeber für Fisch und Meeresfrüchte, der ebenfalls als App erschienen ist.

verpackungsfreier Einkauf am Wochenmarkt

verpackungsfreier Einkauf am Wochenmarkt

Einkaufen mit der Einkaufsliste

Beim Einkauf ist es wichtig, sich gut an die Einkaufsliste zu halten und den Lockangeboten der Supermärkte zu widerstehen. Das bedeutet natürlich nicht, dass man gar nicht mehr auf das Angebot reagieren darf.

Nachdem wir schon wissen, was wir kochen wollen, können wir die Zutaten auch flexibel austauschen. Daher schreibe ich teilweise auch einfach nur „Salat“ auf die Liste und nicht ganz genau, welchen.

Oder beim Gemüse notiere ich mir verschiedene Sorten, die in Frage kommen und wähle dann aus dem Angebot aus.

Wenn mich etwas ganz besonders anspringt, dann tausche ich auch schon einmal im Kopf ein komplettes Gericht gegen ein ganz anderes aus. Das geht jedoch nur dann, wenn ich nichts zu Hause habe, was gerade unbedingt verkocht werden sollte.

Wichtig ist es dann natürlich alles auf der Einkaufsliste zu streichen, was dafür benötigt wird und nicht einfach zusätzlich einzukaufen.

Müll reduzieren beim Einkauf

Nachdem wir eine genaue Liste haben, was wir einkaufen wollen, ist es natürlich sehr einfach sich anhand der Einkaufsliste auf einen müllreduzierten Einkauf vorzubereiten und die entsprechenden Taschen, Sackerln, Gefäße etc. einzupacken.

Basisausrüstung für den verpackungsfreien Einkauf

Basisausrüstung für den verpackungsfreien Einkauf

Aktivitäten in den Menüplan einbauen

Wenn ich den Menüplan der nächsten Tage erstelle, habe ich den Kalender daneben. Es ist sehr wichtig die geplanten Freizeitaktivitäten bei der Wahl der Gerichte zu berücksichtigen.

Logischerweise kann ich kein aufwändiges Menü servieren, wenn ich keine Zeit habe um zu kochen.

Da kommen wir dann auch schon zu dem in meinen Augen größten Vorteil der Planung. Ich kann für solche Gelegenheiten vorkochen, selbst eingefrorene Nudelsoßen einbauen oder bewusst am Vortag mehr kochen, damit Reste bleiben und vieles mehr.

Seitdem ich bewusst unser Essen plane, gibt es keinen Stress mehr mit „was koche ich heute?“, „…aber dazu fehlt mir…“ oder „das geht sich zeitlich einfach nicht mehr aus“.

Kettenkochen

Ein weiterer Vorteil der Planung ist die Möglichkeit des sogenannten Kettenkochens.

Tag 1 – Gericht mit Reis als Beilage, es wird gleich eine zusätzliche 2. Portion Reis gekocht
Tag 2 – Gemüsereislaibchen, es werden gleich etwas mehr Laibchen gebraten
Am 3. Tage gehe ich für den nächsten Menüplan einkaufen und habe daher wenig Zeit. Daher gibt es nur einen bunt gemischten Salat und die Gemüselaibchen werden gleich kalt dazu gegessen

Auch Kartoffeln lassen sich gut vorkochen, es gibt einige Gerichte, wo es sogar empfehlenswert ist Kartoffeln vom Vortag zu verwenden.

einfach organisiert lebeneinfach organisiert leben

Dieser Beitrag ist gleichzeitig auch ein Teil der Serie einfach organisiert leben.

Mit ein bisschen Organisation kann man Lebensmittelabfälle deutlich reduzieren und aktiv etwas gegen die Lebensmittelverschwendung unternehmen.

Fortsetzung folgt…

Nachdem mir das Thema Lebensmittelverschwendung ein sehr großes Anliegen ist, möchte ich gerne immer wieder darauf eingehen und versuchen, hilfreiche Tipps zu geben.


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Aktiv gegen Lebensmittelverschwendung #2

Zu keiner Zeit des Jahres landen so viele Lebensmittel im Müll wie zu Weihnachten. Ich kämpfe das ganze Jahr gegen Lebensmittelverschwendung und es ist mir wichtig, gerade zu Weihnachten noch einmal ein deutliches Zeichen zu setzen.

Fakten

1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel werden im Jahr weggeworfen oder sind Verluste entlang der Wertschöpfungskette. Das ist rund ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel. (Quelle)

Im Privathaushalt sind die häufigsten Gründe falsche Planung von Einkäufen und Mahlzeiten (ungeplante Genusskäufe) sowie falsche Lagerung bzw. Aufbewahrung von Lebensmitteln. Viele verlassen sich auf das Mindesthaltbarkeitsdatum, das umgangssprachlich auch Ablaufdatum genannt wird. Damit wird fälschlicherweise assoziiert, dass nach seinem Erreichen ein Lebensmittel ungenießbar ist. Aber auch zu große Lock-Packungen oder häufiges Außer-Haus-Essen sind Anlass zum Wegschmeißen. (Quelle)

Zu Weihnachten kommen gleich mehrere Faktoren zusammen, warum gerade zur angeblich schönsten Zeit des Jahres noch mehr weggeworfen wird als sonst.

Lebensmittel sind kostbar

Lebensmittelmüll vermeiden

Bei den Lebensmitteln wird zu den Festtagen meist nicht gespart, schließlich ist Weihnachten ja das größte Fest des Jahres.

Oft wird viel zu viel eingekauft, die Geschäfte sind ja ein paar Tage geschlossen. Dieses Jahr wird es aufgrund des nachfolgenden Wochenendes noch länger sein. Der Besuch bei den Verwandten endet mit vollem Bauch, denn da gibt es zusätzlich noch leckere Weihnachtskekse zum Kaffee. Und wenn man dann endlich wieder zu Hause ist, mag man das geplante Abendessen gar nicht mehr essen.

die süße Verführung zu Weihnachten

die süße Verführung zu Weihnachten

Aber das muss nicht so sein. Mit etwas Organisation und gutem Willen kann man die Mahlzeiten gut planen, kauft ganz gezielt ein und berücksichtigt sowohl die Kekse am Nachmittag als auch den spontanen Besuch der Sprösslinge bei Freunden, wodurch das Abendessen ausfällt.

Schließlich hat fast jeder einen Tiefkühlschrank oder zumindest ein paar Trockenvorräten, aus denen man spontan doch noch etwas zaubern könnte.

Tipps für die Feiertage

* Menüplan erstellen vor dem Einkauf
* Essen aus dem Vorratsschrank einplanen
* einkaufen mit Einkaufszettel
* keine Mengenlockangebote kaufen
* Lebensmittel richtig lagen
* gezielt Reste einplanen und diese zu neuen leckeren Gerichten verkochen
* lange haltbare Alternative statt rasch verderblicher Lebensmitteln
* mehrere kleine Resten ergeben ein buntes „eat-what-you-want“-Menü
* kleinere Reste in Dosen einfrieren und später verbrauchen

ich will Essensreste nicht wegwerfen

ich will Essensreste nicht wegwerfen

Rezeptideen

Am besten plant man 2-3 Gerichte ein, die ausschließlich aus Zutaten gekocht werden, die ständig im Trockenvorrat bzw. Tiefkühlschrank lagernd sind.

Eine gute Möglichkeit wären z.B. Nudeln mit einer Soße, die man bereits vorgekocht und eingefroren hat. Dann spart man sich auch noch das Kochen und hat dadurch mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Und wenn man doch keinen Hunger hat, dann ist es auch kein Problem, diese Mahlzeit ausfallen zu lassen.

Mit den Resten vom Festtagsaufschnitt oder -braten könnte man einen Grenadiermarsch zubereiten. In dieses Gericht kann alles rein, was übrig geblieben ist. Auch Eintöpfe und Gemüsepfannen sind hervorragend geeignet, um die angefallenen Reste zu verwerten und selbst gemachte Pizza ist sowieso ein perfektes Rumfort-Gericht.

wenn es doch zu viel ist

In vielen Orten stehen bereits Lebensmittelfairteiler von Foodsharing, hier kann man das, was zu viel ist, an andere verschenken, die es brauchen.

Zusätzlich zu den Fairteilerkästen gibt es auch Fairteiler-Kühlschränke, darin können auch Lebensmittel veschenkt werden, die gekühlt werden müssen.

foodsharing collage


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selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Sauerkraut

Seitdem ich denken kann liebe ich Sauerkraut (Sauerkohl). Am liebsten esse ich es roh als Salat aber auch gekocht als Szegediner-Gulasch jedoch ohne Fleisch mag ich es sehr.

Allerdings bin ich sehr heikel, denn das Sauerkraut darf auf keinen Fall aus dem Plastikpackerl kommen. Abgesehen vom Plastikmüll finde ich, dass das wirklich nicht gut schmeckt.

Vor einigen Jahren habe ich entdeckt, dass man auch zu Hause im Kleinen Sauerkraut machen kann. Das hat mich natürlich gleich fasziniert, wie Du Dir denken kannst.

Heute möchte ich Dir daher eine ganz einfache Möglichkeit vorstellen, wie Du selbst Sauerkraut machen kannst. Damit entsteht dann wirklich fast kein Müll und es schmeckt unglaublich lecker!

selbst gemachtes Sauerkraut im Glas schmeckt super lecker

selbst gemachtes Sauerkraut im Glas schmeckt super lecker

wastecooking

Im Winter hat das Weißkraut (Weißkohl) saison, man bekommt es derzeit wirklich sehr günstig. Oft sind die Krautköpfe einfach riesig, für Singles gar nicht zu schaffen, aber auch für kleine Familien viel zu groß.

Mein Rezept ist daher hervorragend geeignet, um die 2. Hälfte vom Krautkopf zu konservieren und daraus Sauerkraut zu machen. Das ist dann auch wirklich nicht sehr aufwändig. Man schneidet einfach das ganze Kraut klein, die eine Hälfte verkocht man, die andere Hälfte wird zu Sauerkraut und hat dadurch keine Chance mehr zu verderben.

Basisrezept:

1 kg Weißkraut (Weißkohl)
12 gr Salz
optional: Kümmel, Wacholderbeeren, Lorbeerblatt etc.

Zubereitung:

Wenn nötig werden zuerst die äußeren Blätter vom Krautkopf entfernt. Je nach Größe vom Kopf wird dieser halbiert oder geviertelt, der Strunkt entfernt und danach gehobelt, mit dem Messer oder mit der Küchenmaschine klein geschnitten.

Die Dicke wählt man nach den persönlichen Vorlieben. Ich mag das Sauerkraut eher dünn.

zuerst wird das Kraut klein geschnitten

zuerst wird das Kraut klein geschnitten

Nun wird das geschnittene Kraut abgewogen, die nötige Menge an Salz berechnet und darüber gestreut. Jetzt kommt der handwerkliche Teil, mit den bloßen Händen knetest Du das Kraut gemeinsam mit dem Salz so lange gut durch, bis es weich wird und deutlich Wasser lässt. Wenn es die gewünschte Konsistenz hat, dann werden die restlichen Gewürze gut vermengt.

Das nunmehr weiche Kraut wird gemeinsam mit der ausgetretenen Flüssigkeit ganz fest in die sauber vorbereiteten Gläser eingefüllt. Ich habe dazu wie immer meinen Edelstahltrichter verwendet, aber man kann alles natürlich auch mit den Fingern in das Glas füllen.

das Kneten dauert nur ein paar Minuten

das Kneten dauert nur ein paar Minuten

Die Gläser werden mit etwas Frischhaltefolie abgeckt und danach mit dem Deckel zugeschraubt.

Warum ist die Frischhaltefolie nötig? Durch das Salz und die milchsaure Gärung würden die Deckel von den Gläser zerstört und die Plastikfolie verhindert das.

Ich habe noch eine Packung Frischhaltefolie zu Hause, die ich vor ca. 15 Jahren gekauft habe. So lange hält die schon bei mir, weil ich sie nur 1 x im Jahr brauche, nämlich genau für dieses Rezept. Wenn die Folie jemals leer wird, werde ich natürlich keine mehr kaufen und statt dessen Bügelgläser verwenden.

Ich empfehle die Gläser in eine Auflaufform oder einen großen Topf zu stellen, da es sein kann, dass etwas Flüssigkeit austritt wenn die Gärung einsetzt.

Für 3 – 6 Tage bleiben die Gläser bei ca. 18 – 20° stehen und kommen anschließend zur weiteren Reifung und Lagerung in den Keller. Nach 2-3 Wochen kann man das erste Glas öffnen und sich über das leckere Sauerkraut freuen.

Aufbewahrung der Gläser während des Gärprozesses

Aufbewahrung der Gläser während des Gärprozesses

es darf auch ein bisschen mehr sein

Kerstin hat voriges Jahr auf ihrem Blog „Moorblume“ gezeigt, wie sie gemeinsam mit ihrer Mutter Sauerkraut macht. Sie hat eine richtig professionelle Ausrüstung mit einer großen Schneidemaschine und mehreren Steinguttöpfen für die Aufbewahrung.

Haltbarkeit:

Das Sauerkraut ist zwar rund 1 Jahr haltbar, ich verbrauche aber immer alles bis spätestens März, weil ich mich dann schon auf das Frühlingsgemüse freue und Kraut nicht mehr so gerne esse.

PS: Wäre das nicht auch noch ein schnelles DIY-Weihnachtsgeschenk?

Sauerkraut im Glas Collage


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Alle ausführlichen von mir selbst geschriebenen Anleitungen sind auf der Übersichtsseite „Anleitungen – Tutorials“ zusammengefasst.

selbst.gemacht statt selbst.gekauft – grüne Tomatenmarmelade

Langsam wird es richtig kalt draußen, es hat sogar schon das erste Mal gefroren. Die letzten Tomaten werden es wohl nicht mehr schaffen rot zu werden.

Trotzdem sind die grünen Tomaten wunderschön, viel zu schade zum Wegwerfen!

die Tomaten werden Ende Oktober nicht mehr reif

die Tomaten werden Ende Oktober nicht mehr reif

Wer kennt nicht den Film „grüne Tomaten“ (ich LIEBE ihn!!!), daher schwirrte es schon lange in meinem Kopf herum, endlich etwas aus den grünen Tomaten zu machen. Leider waren meine Tomaten sehr klein, daher kamen die im Film immer wieder zitierten „fried green tomatoes“ nicht in Frage.

Nach einigem Hadern und vielen Überlegungen habe ich mich für grüne Tomatenmarmelade entschieden.

Rezept:

1 kg grüne Tomaten
2-3 süße Äpfel
500 gr Gelierzucker 2:1
1 gute Prise Salz
frischer Ingwer oder Ingwerpulver

Zubereitung:

Die Tomaten werden geschält, ich habe das mit einem scharfen Messer wie bei Äpfeln gemacht. Grüne Tomaten sind sehr hart, da geht das ganz einfach. Auch die Äpfel schälen und alles in kleine Stücke schneiden.

Danach mit etwas Wasser in einem Topf aufkochen, ca. 5-10 Minuten unter Rühren kochen lassen und danach mit dem Pürierstab zerkleinern.

In die pürierte Masse werden die restlichen Gewürze und der Gelierzucker untergemengt und nach Packungsvorschrift (meist 3-5 Min.) sprudelnd kochen gelassen.

Die noch heiße Marmelade rasch in die sauber vorbereiteten Gläser abfüllen und sofort verschließen. Wie immer verwende ich zum Abfüllen meinen Edelstahltrichter, damit der Glasrand sauber bleibt.

gruene Tomaten

Verwendung:

Grüne Tomatenmarmelade ist recht würzig, daher verwendet man sie zu Gegrilltem, kurz gebratenem Fleisch und natürlich auch zu Getreide- oder Gemüselaibchen.

Es ist somit eine gute Alternative zu fertigem Ketchup, ein perfektes Wastecooking-Rezept, das keine Konservierungsstoffe enthält und verursacht keinen Plastikmüll.

Haltbarkeit:

Die grüne Tomatenmarmelade hält mindestens ein Jahr.


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selbst.gemacht statt selbst.gekauft im Herbst

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selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Walnussmilch

Nachdem mein Sohn keine Kuhmilch verträgt, haben wir vor ca. 7 Jahren auf Pflanzenmilch umgestellt. Es gibt viele verschiedene Sorten angefangen von Reismilch über Hafermilch, Dinkelmilch aber auch Nussmilch aus Mandeln, Cashew oder Haselnüssen und natürlich Sojamilch.

Leider werden so gute wie alle im Handel üblichen Milchersatzprodukte in Plastik bzw. Tetrapak verpackt angeboten. Trotzdem konnte ich mich lange nicht entschließen, die Pflanzenmilch selbst herzustellen. Die Motivation war insofern nicht sehr groß, weil der Großteil der bekannten Ersatzprodukte nicht bei uns heimisch ist. Dinkel oder Hafer wären noch eine Alternative gewesen, aber wir haben Nussmilch viel lieber.

Motiviert wurde ich noch einmal darüber nachzudenken durch meine Ernährungsumstellung auf clean eating, da ich seit mehreren Monaten Kuhmilchprodukte vermeide.

Walnüsse sind Gehirnnahrung

Walnüsse sind Gehirnnahrung

warum in die Ferne schweifen

Nachdem wir noch sehr viele Walnüsse aus der Vorjahresernte haben und die neue Ernte bereits vor der Türe steht, kam mir der Gedanke, ob es nicht auch möglich wäre eine Pflanzenmilch aus Walnüssen zu machen.

Im Handel konnte ich Walnussmilch bisher nicht finden, aber das heißt ja nicht, dass es nicht möglich wäre. Also habe ich die Internetsuchmaschine bemüht und bin tatsächlich sofort fündig geworden.

Heute kommt daher meine Anleitung, wie man ganz einfach Walnussmilch selber machen kann.

Wenn man selbst die Walnussmilch herstellt, ist das eine wirklich ausgesprochen ökologische Alternative. Walnüsse sind bei uns heimisch und wachsen sogar oft im eigenen oder in Nachbars Garten. Die Bäume tragen meist so viel, dass eine Familie alleine gar nicht alle Nüsse verbrauchen kann. Außerdem gibt es keine CO²-Belastung durch Transport, kein graues Plastik, keine Plastikverpackung für die Pflanzenmilch – eine absolut müllreduzierte Alternative.

meine Ausrüstung um Walnussmilch zu machen

meine Ausrüstung um Walnussmilch zu machen

Rezept:

50 gr Walnüsse (geschält gewogen)
500 ml Wasser
1 Prise Salz

Anleitung:

Die Walnüsse werden mit etwas Wasser bedeckt mindestens 12 Stunden eingeweicht. Danach das Wasser abgießen und die Nüsse abschwemmen. Durch das Einweichen erreicht man einerseits, dass das leicht Bittere der braunen Haut ausgeschwemmt wird und andererseits sind die Nüsse weicher zum Pürieren.

hier sieht man schön den Unterschied

hier sieht man schön den Unterschied

Am nächsten Tag werden die Nüsse im Universalzerkleinerer oder Hochleistungsmixer gemeinsam mit den 500 ml frischem Wasser sowie einer Prise Salz mindestens 5 Minuten püriert. Alternativ kann man auch einen Stabmixer verwenden, damit dauert es aber deutlich länger.

Walnussmilch unmittelbar nach dem Mixen

Walnussmilch unmittelbar nach dem Mixen

Danach gießt man die milchige Flüssigkeit durch einen Nussmilchbeutel, welcher anschließend gut ausgedrückt wird.

Nussmilchbeutel im Krug

Nussmilchbeutel im Krug

Dass die Walnussmilch wirklich so hell wird hat mich doch überrascht.

sieht doch super aus, oder?

sieht doch super aus, oder?

Anschließend wird die Walnussmilch in eine saubere Flasche gefüllt und im Kühlschrank aufbewahrt.

sieht nun richtig nach Milch aus

sieht nun richtig nach Milch aus

Anpassung vom Rezept

Wenn diese Walnussmilch zu intensiv nussig schmeckt, kannst Du den Nussanteil auf 40gr oder sogar weniger reduzieren, alternativ natürlich auch die Milch bei der Verwendung mit etwas Wasser verdünnen.

„Nusssahne“ bekommst Du, wenn Du den Wasseranteil reduzierst, dann wird die Milch dick cremig.

Wastecooking-Tipp:

Den Nusstrester kann man für Müsli, ins Joghurt, für Laibchen verwenden oder in einem Kuchen verbacken. Ich gebe die gut ausgedrückten Nussreste in ein verschließbares Glas und hebe es bis zur Verwendung im Kühlschrank auf. Der Nusstrester sollte innerhalb von 2-3 Tagen verbraucht werden. Alternativ kann man die Nussreste natürlich auch trocknen oder einfrieren um die Haltbarkeit zu verlängern.

die trockenen Nussreste bleiben übrig

die trockenen Nussreste bleiben übrig

Haltbarkeit:

Die Nussmilch sollte bei Lagerung im Kühlschrank innerhalb von 2-3 Tagen verbraucht werden.

Walnussmilch Collage

Nussmilchbeutel

Wie Du selbst einen Nussmilchbeutel nähen kannst, werde ich nächste Woche am Dienstag verraten.


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herbstliches Wastecooking für Gourmets

In den letzten Tagen war es etwas ruhiger bei mir, weil ich immer wieder unterwegs war, um Lebensmittel vor oder auch aus dem Müll zu retten.

Der Grund dafür war das Herbstfest vom Kostnixladen Gratkorn, genauer gesagt das Buffet, das für rund 200 erwartete Gäste gestaltet wurde.

Ich bin schon lange Mitglied bei Foodsharing und so habe ich gemeinsam mit Herrn Widerstand in letzter Zeit ganz besonders viele Lebensmittel vor dem Müll gerettet. Ab und zu haben wir auch nach brauchbaren Lebensmittel in den Containern der Lebensmittelgeschäfte gesucht und leider auch sehr viel gefunden.

Mit großer Liebe und Hingabe wurden die riesigen Lebensmittelmengen, die wir angeschleppt haben, von Brigitte und Hans verkocht.

So lecker kann Wastecooking aussehen

Aus dem Gemüse, Topfen, Joghurt und vielen anderen Lebensmitteln wurden leckere Aufstriche für Brot gezaubert. Neben Kürbisquiche, Gnocchisalat und Minipizza gab es auch frisch gebratene (Grat)Kornlaibchen.

Buffet pikant

Natürlich konnte auch viel Obst gerettet werden, sodass es neben Obstsalat auch eine fruchtige Tiramisutorte (mit Brot statt Biskotten) gab sowie verschiedene Obststrudel gebacken werden konnten.

wastecooking

Mit dem reichhaltigen Buffet konnten gut 200 Menschen verköstigt werden. Es ist immer wieder unglaublich, dass so viele gute und noch genießbare Lebensmittel im Müll gelandet wären.

doppelt hält besser

Und die Reste vom Buffet wurden noch ein zweites Mal vor dem Müll gerettet. In und um Graz gibt es mittlerweile einige Fairteiler mit Kühlschrank, in die ich die Reste der Aufstrichbrote und Minipizzen gebracht habe.


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Aktiv gegen Lebensmittelverschwendung

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