Plastikfreier Alltag – 5 wirkungsvolle Tipps

Mittlerweile versuchen immer mehr Menschen Plastik zu vermeiden, aber das ist nicht so einfach wie es auf den ersten Blick aussieht. Hier findest Du 5 Tipps, mit denen Du Deinen Alltag auf einfache Weise von Plastik befreien kannst.

Die Umweltbelastung durch Plastik ist schrecklich!

Welche gigantischen Berge an Plastikmüll auf unserem Planeten sind, liegt jenseits unserer Vorstellungskraft. Mehr als 150 Millionen Tonnen Plastik schwimmen in unseren Meeren und die Strände sind übersät mit Abfall.

Zero Waste gibt es nicht

Vorweg eine schlechte Nachricht: Du wirst es nie schaffen komplett auf Plastik zu verzichten. Lass Dich davon jedoch nicht abbringen, Deinen Alltag so plastikfrei wie möglich zu gestalten.

Lebe nach dem Pareto-Prinzip. Mit nur 20% Aufwand kannst Du 80% Deines Plastikmülls vermeiden! Je einfacher Du alles handhabst, desto eher kannst Du die Veränderungen langfristig in Deinen Alltag integrieren.

1. Kaufe nichts, was nach einmaliger Nutzung für den Müll bestimmt ist wie beispielsweise Müllsäcke, Einwegbecher, Küchenrolle, Frischhaltefolie, Alufolie, Tiefkühlbeutel, Strohhalme etc.

Gerade Wegwerfvarianten können sehr einfach durch mehrfach nutzbare Dinge ersetzt werden. Die Trinkflasche unterwegs ersetzt den Einwegbecher bzw. die Wegwerftrinkflasche, die Zwischenmahlzeit für die Wanderung kann in einer Dose aus Edelstahl mit genommen werden statt sie in Folie zu verpacken. Statt Küchenrolle verwendest Du ein altes Handtuch um das, was Du gerade verschüttet hast, rasch vom Tisch aufzuwischen.

Frischhalte- und Alufolie kann man im Alltag sehr einfach ersetzen, indem man die Lebensmittel in verschließbare Behälter umfüllt oder – noch einfacher – eine Schüssel über den Teller stülpt bzw. umgekehrt eine Schüssel mit einem Teller abdeckt.

Lebensmittel abdecken ohne Plastik

2. Vermeide industriell verarbeitete Nahrungsmittel, denn diese müsse durch Plastikverpackungen vor Verunreinigungen geschützt bzw. länger haltbar gemacht werden. Natürliche Lebensmittel hingegen werden meist unverpackt angeboten. Für den Einkauf von losem Obst und Gemüse nimm leichte, dünne Einkaufsnetze mit. Diese kann man kaufen oder selbst – beispielsweise aus Vorhangstoffresten – nähen.

Der einfachste Trick ist jedoch Wäschenetze zu verwenden, die Du vermutlich bereits zu Hause hast. Damit schlägst Du mehrere Fliegen mit einer Klappe: Du brauchst nichts Neues zu kaufen und die Einkaufsnetze werden nach dem Einkauf mit schmutziger Wäsche gefüllt und wieder ihrer ursprünglichen Verwendung zugeführt. So brauchst Du sie nicht einmal extra zu waschen!

Verpackungsfreier Einkauf von Gemüse.

Fertignahrung und Lieferservice war gestern!

Wenn Du weißt, dass Du später nach Hause kommst und keine Zeit für die Zubereitung von Deinem Essen hast, dann koche bereits am Vortag etwas mehr, das Du am nächsten Tag aufwärmen kannst.

3. Kaufe bevorzugt auf kleinen Bauernmärkten und bei Direktvermarktern ein. Lebensmittel, die mit dem LKW zu Supermärkten transportiert werden, verbrauchen zusätzlich zum Treibstoff noch mehr Plastik als auf den ersten Blick sichtbar ist, denn die Waren werden mit Plastikfolien auf den Paletten gegen Transportschäden gesichert.
Selbst Waren, die plastikfrei verpackt sind (wie beispielsweise Mehl in Papierpackungen) haben auf diese Weise bereits jede Menge Plastikmüll verursacht, ohne dass es für den Käufer sichtbar ist.

Jede Menge Plastikmüll im Warenlager.

4. Wenn Du unterwegs bist, packe eine Trinkflasche und eine Kleinigkeit zu essen ein. Gerade wenn alles länger als erwartet dauert, lässt einen der Hunger leicht alle guten Vorsätze über Board werfen. Mit ein bisschen Planung kannst Du dem sehr gut entgegen wirken.

Upcycling-Trinkflasche ohne Plastik.

5. Wenn Du für etwas wirklich keine sinnvolle Alternative findest, frage Dich, ob nicht eine Änderung Deines Verhaltens die Lösung ist! Musst Du wirklich einen Coffe-Shop finden, in dem Du Deinen Coffe-to-go-Becher selbst mitbringen kannst? Wäre es nicht schöner die Tasse Kaffee zu Hause in Ruhe am Balkon zu trinken und erst dann zur Arbeit aufzubrechen, statt den Kaffee ohne es wirklich mitzubekommen nebenbei in dich hinein zu schütten?

Du findest keine unverpackten Kekse, obwohl Du so gerne mal was Süßes isst? Wie wäre es statt dessen die Kekse selbst zu backen und jedes Mal ein neues Rezept auszuprobieren? Selbst gebackene Kekse sind übrigens problemlos einige Wochen haltbar und können auf Vorrat gebacken werden!

Werde kreativ und gestalte Dein Leben so wie es zu Dir passt! Veränderungen wie diese bringen immer auch Chancen mit sich, die eigenen Prioritäten neu zu setzen und damit das Leben in eine andere Richtung zu lenken.

Und schließlich noch ein letzter Rat – fange langsam an und führe jede Veränderung nach und nach ein. Überfordere Dich nicht indem Du Dein ganzes Leben von heute auf morgen auf den Kopf stellst, sondern suche nach Lösungen, die zu Dir und in Deinen Alltag passen.

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Hier geht es zur aktuellen Linkparty.


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selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Gemüsesäckchen nähen

Eines der ersten Hilfsmittel für den verpackungsfreien Einkauf, das ich selbst genäht habe, waren Gemüse- bzw. Obstsäckchen, um die dünnen Plastiksäckchen im Supermarkt zu ersetzen.

Da ich die Fummelei beim Einziehen von Bändern hasse, habe ich den Einkaufsbeutel bewusst schlicht gehalten und darauf verzichtet. Dass ich sie nicht zubinden kann ist mir auch noch nie abgegangen wenn ich ehrlich bin.

Bei den meisten Anleitungen, die man im Internet findet, sind jedoch Bänder eingezogen. Und auch Daniela vom Blog „Green Bird“ hat mir rückgemeldet, dass sie ihr gemeinsam genähtes Säckchen aus diesem Grund nicht so gerne verwendet.

Anlässlich meines Bloggeburtstages habe ich darüber nachgedacht, welche Blogaktion ich dieses Jahr machen möchte. Nach zwei Jahren Herzkissen nähen gemeinsam mit Gabi von „made with Blümchen“ wollte ich diesmal etwas direkt für Dich machen. Und da sind mir diese kleinen Einkaufshilfen eingefallen.

Daher wird es heute eine neue Anleitung für Gemüsesäckchen mit Bändern geben, die man jedoch nicht einziehen muss. Dadurch sind sie besonders einfach zu nähen und man erspart sich die Fummelei. Zusätzlich möchte ich an eine meiner treuen Leserinnen bzw. Leser das heute gezeigte Set Gemüsesäckchen verschenken.

Anleitung:

Material:

Für die Säckchen habe ich einen dünnen, eng gewebten Vorhangstoffrest verwendet. Zusätzlich wurden Satinbänder, die ich aus Kleidungsstücken heraus geschnitten habe, angenäht.

Diese Satinbänder befinden sich oft am Halsausschnitt, damit die Teile im Geschäft nicht vom Kleiderbügel rutschen. Da sie mich beim Tragen kratzen, trenne ich sie immer heraus.

Upcyclingprojekt: dünner Vorhangrest und Satinbänder

Zuschnitt:

kleiner Beutel: 25 cm x 60 cm
mittlerer Beutel: 30 cm x 70 cm
größerer Beutel: 35 cm x 85 cm

Das sind Richtwerte, so genau ist es jedoch nicht. Meistens orientiere ich mich am vorhandenen Vorhangrest und nehme das, was sich ergibt. Dadurch habe ich keinen Verschnitt.

Wenn der Stoff nicht so groß ist, kann man die doppelte Höhe auch halbieren, muss dann jedoch die Nahtzugabe für die Bodennaht dazu rechnen.

Bei den gezeigten Beuteln sind nur die beiden Seitennähte nötig, da der Boden sich durch das Halbieren vom Stoff automatisch ergibt.

Nähanleitung:

1. Der Stoff wird mit der schönen Seite nach außen in der Hälfte zusammen gelegt und die beiden gegenüber liegenden Seiten mit Stecknadeln zusammen gesteckt. Durch den Bug entsteht der Boden, die gegenüber liegende Seite vom Bug bleibt offen.

2. Das Satinband wird ebenfalls in der Hälfte gefaltet und im oberen Drittel vom Stoff wie am Bild zu sehen fest gesteckt

gefaltetes Satinband feststecken

3. Die beiden Seiten werden mit geraden Stichen zusammen genäht. Wenn man mag kann man beim Satinband ein kurzes Stück zurück nähen, damit es fester hält. Die obere Kante bleibt natürlich offen.

die erste Naht ist schon fertig

4. Das Teil wird nun gewendet, gebügelt und der Rand abermals mit Hilfe von Stecknadeln festgesteckt. Das Satinband kommt dadurch innen zu liegen, denn die zweite Naht wird auf der linken Seite (Innenseite) gesetzt.

nun wird auf der linken Seite gesteckt für die Naht

5. Nun wird wieder genäht. Durch die zweite Naht kann der Stoff nicht mehr ausfransen und hält auch besser das Gewicht vom Obst und Gemüse aus. Man nennt das „französische Naht“.

Die genaue Anleitung habe ich schon einmal beim Nussmilchbeutel gezeigt. Schau gerne beim Beitrag vorbei, wenn Du mit diesen Bildern nicht zurecht kommst. Bei der Anleitung für den Nussmilchbeutel sind bessere Übersichtsbilder zu sehen als diesmal, wo ich hauptsächlich Detailbilder zeige.

nach dem Wenden auf die schöne Seite

6. Auf die rechte Seite wenden und die Ränder gut zurecht zupfen, bevor Du alles noch einmal gut bügelst. Danach den oberen Rand doppelt einschlagen, stecken und mit geraden Stichen nähen.

der obere Saum wird doppelt umgeschlagen

7. Schneide die Enden der Satinbänder schräg ab, damit sie nicht ausfransen. Fertig!

beim Einkauf

Wenn Du einkaufst füllst Du Obst, Gemüse oder Nüsse in den Beutel und kannst ihn sodann mit dem Band zubinden. Das meist nötige Preisschild klebst Du einfach auf den Stoff. Es lässt sich danach wieder sehr gut ablösen.

ab sofort gibt es keine Plastiksackerln mehr!

Der kleine Beutel eignet sich besonders gut für Nüsse, Maroni und andere kleinere Früchte. Der mittlere Beutel ist ein Universalbeutel für fast alles und im größten Beutel kannst Du auch einen großen Salatkopf ohne Plastikbeutel einkaufen.

doppelt Müll sparen durch Upcycling

Geburtstagsgeschenk

Unter allen Kommentaren hier auf meinem Blog und auf Facebook verlose ich anlässlich des 4. Bloggeburtstages das gezeigte Set für Deinen verpackungsfreien Einkauf.

mein Geschenk zum Bloggeburstag

Wenn Du die Gemüsesäckchen gerne von mir geschenkt bekommen und auch verwenden möchtest, dann schreibe mir das in Deinem Kommentar bis spätestens Sonntag 21.1.2018 (24h). Der Gewinner/die Gewinnerin wird von mir persönlich per Mail verständigt.


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Hier geht es zur aktuellen Linkparty.


Weiteres verlinkt zu Create in Austria, ANL, Upcycling-Linkparty, Alt trifft neu, Creadienstag, Dienstagsdinge, HoT und Nähfrosch.


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Verpackungsfreier Januar – die Challenge von Franzi Schädel

Franzi Schädel vom Blog Franzi Schädel (ehemals „Wo geht’s zum Gemüseregal?“) fordert sich selbst heraus und sagt: „Franzi, der Januar wird frei von Plastik und unnötigen Verpackungen.“

Um sich nicht selbst auszutricksen, macht sie die Idee auf ihrem Blog öffentlich. Und um diesen Weg mit anderen gemeinsam zu gehen, lädt sie alle dazu ein, sich mit ihr gemeinsam dieser Herausforderung zu stellen. Um gemeinsam die Hindernisse zu entdecken und neue Lösungen zu finden, aber auch um gemeinsam ganz viel Spaß dabei zu haben.

(c) Franzi Schädel

#verpackungsfreierJanuar – Kurzübersicht zur Challenge

* Kauft immer so unverpackt wie möglich!
* Kauft nichts extra, nur weil es unverpackt ist.
* Was noch da ist wird aufgebraucht!
* Mehrweggläser oder Gläser, die später wiederverwendet werden, sind ok!
* Papierverpackungen sind dann ok, wenn ihr sie wiederverwenden könnt.
* Schafft Klarheit in euren Vorratsschränken.
* Fragt bewusst in euren Supermärkten nach verpackungsfreiem Einkaufen.
* Bewusster Konsum statt Schnäppchenjagd
* Stellt Gläser, Stoffbeutel, Trinkflaschen gut sichtbar bereit
* Seid nicht zu streng zu euch!

Hier geht es zum Beitrag von Franzi „Verpackungsfreier Januar – die Challenge“. Begleitet wird die Challenge auf Facebook durch die Gruppe „#verpackungsfreier Januar“, um sich aktiv auszutauschen.

Ich habe mich schon angemeldet. Bist auch Du mit dabei?

Auf meinem Blog habe ich bereits viele Tipps für den verpackungsfreien Einkauf gesammelt. Einige der Beiträge habe ich hier für Dich zusammen gestellt.

Zusätzlich möchte ich Dir gerne die Möglichkeit geben in den Kommentaren zu diesem Beitrag Fragen zu stellen, wenn Du bei einem speziellen Problem alleine nicht weiter kommst. Ich werde versuchen mit Dir gemeinsam eine Lösung zu finden.


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