Videotipp am Montag #31

Hast Du es schon gehört? Die Nikolos streiken, denn sie wollen nicht länger Schokolade aus Kinderarbeit an Kinder verteilen!

Nikolo Streik – Make Chocolate Fair!

Die Südwind AktivistInnen haben sich Anfang Dezember auf der Wiener Mariahilferstraße für eine Protestaktion unter dem Titel „Nikolos setzen sich zur Wehr, wollen ihre Schokolade fair!“ den Raum genommen, um auf grobe Missstände in der Kakaoproduktion aufmerksam zu machen.

Mit der Aktion macht die INKOTA-Kampagne Make Chocolate Fair! darauf aufmerksam, dass die Mehrheit der 5,5 Millionen Kakaobauern noch immer weit unterhalb der Armutsgrenze lebt.


zum Weiterlesen

mcf-logo_0
make chocolate fair!




meine Bitte an Dich

Wenn Du Schokolade kaufst, achte auf das „fair-trade“ Zeichen.


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.
Hier geht es zur aktuellen Linkparty.

Weiters verlinkt zu ANL von Rostrose.

Das könnte Dich auch interessieren:

Videotipp: „Schmutzige Schokolade“

Im Index Videotipps findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Videotipps.

Müll reduzieren beim Einkauf Teil 9.

Vor einiger Zeit wurde ich in einem Kommentar gefragt, wie ich das denn mit dem Tee mache. Darüber wollte ich eigentlich schon länger einmal schreiben und daher greife ich die Frage sehr gerne auf.

Das Thema ist ausgesprochen umfassend, ich habe ziemlich lange an dem Beitrag gearbeitet und er ist dadurch auch sehr umfangreich geworden. Und es hat wirklich sehr lange gedauert, bis er fertig war, angefangen habe ich damit schon im Oktober letzten Jahres.

ein bisschen Warenkunde

Ich bin jetzt kein Experte und kann das sicher nicht wirklich professionell erklären, wer es ganz genau wissen will kann z.B. bei Wikipedia nachlesen. Tee ist ja eine Wissenschaft ganz für sich.

Tee aus der Teepflanze

Das ist der Tee im eigentlichen Sinne, er wird aus einem Aufguss von Teilen der Teepflanze hergestellt. Bei uns bekannt als schwarzer Tee, weißer Tee, grüner Tee etc.

im Tee steckt jede Menge händischer Arbeit

im Tee steckt jede Menge händischer Arbeit

Aus Sicht der Nachhaltigkeit ist diese Art von Tee sehr problematisch. Die Anbaugebiete liegen weit weg, der Anbau und die Ernte sind teilweise kritisch zu betrachten (Thema „fairtrade“ und Arbeitsbedingungen) und dann kommen noch die langen Transportwege dazu.

Da reden wir noch gar nicht davon, ob der Tee in Beuteln oder lose gekauft wird und auch noch Verpackungsmüll anfällt.

Beute vs. lose

Beute vs. lose

Früchtetee

Hierbei handelt es sich um einen Aufguss aus Teilen von Früchten. Früchtetee wird sehr gerne getrunken und wurde daher von der Lebensmittelindustrie schon seit langem als gutes Geschäft entdeckt. Durch fantasievolle Mischungen und Aromazusätze werden immer neue Sorten erfunden. Aufpassen muss man beim Kauf daher vor allem bei den künstlichen Aromastoffen.

nicht alle Früchte im Tee sind heimisch

nicht alle Früchte im Tee sind heimisch

Auch Früchtetee kann man lose oder in Beuteln verpackt kaufen und wird sowohl konventionell als auch in Bioqualität angeboten. Natürlich muss man auch hier die Herkunft der Früchte beachten, auch wenn die Transportwege üblicherweise kürzer sind.

Tee aus Kräutern

Die meisten Menschen beschränken sich beim Kräutertee auf Pfefferminze und Kamille wenn sie krank sind, aber es gibt viel mehr als das.

Kräutertees werden oft in Verbindung mit Heiltee gebracht und daher unterscheidet man auch zwischen konventionellen Kräutertees und jenen in Apothekenqualität.

viele Kräuter sind bei uns heimisch

viele Kräuter sind bei uns heimisch

Tee aus Wurzeln und Zweigen

Der bekannteste Tee, der aus Zweigen aufgebrüht wird, ist der Rotbuschtee. Auch beim Rooibos-Tee sollte man auf fairtrade achten, denn der Strauch wächst vorwiegend in Afrika.

Tees, die aus den Wurzeln aufgebrüht werden, sind eher dem Heilbereich zugeordnet. Der bekannteste Vertreter ist Ingwer, aber auch die Kalmuswurzel wird häufig eingesetzt.

links Ingwer, rechts Rotbusch

links Ingwer, rechts Rotbusch

Müll reduzieren beim Einkauf

Die meisten Menschen kaufen den Tee in Beuteln, weil das ja so praktisch ist. Aber natürlich fällt dabei sehr viel Müll an, da aus Aromaschutzgründen oft jeder einzelne Beutel in Plastik verpackt wird.

jeder einzelne Beutel verursacht Müll

jeder einzelne Beutel verursacht Müll

Eine Alternative dazu wäre den Tee lose verpackt zu kaufen. Auch dabei fällt natürlich Müll an, aber gar kein Vergleich mit den Teebeuteln. Der lose Tee ist in einem größeren Sack verpackt und dadurch entsteht insgesamt weniger Müll.

In Teefachgeschäften bekommt man Tee auch unverpackt zu kaufen. Wenn man die eigene Teedose mitbringt, fällt gar kein Müll an. Die meisten Kräutertees kann man auch in guten Apotheken offen kaufen.

die meisten Sorte Tee kann man lose kaufen

die meisten Sorte Tee kann man lose kaufen

Verwendung von losem Tee

Es gibt mehre Möglichkeiten, wie man losen Tee aufbrühen kann. Ich habe meine beiden Kannen sowie Zubehör fotografiert.

Links ist mein Single-Tee-Set. Die Teekanne steht auf der Teetasse. Ich gebe am liebsten den Tee lose in die Kanne hinein und verwende das linke Sieb um den Tee abzuseihen. Rechts neben der Kanne ist ein kleines Teesieb zu sehen, da wird der Tee direkt in das Sieb eingefüllt. Das hat den Vorteil, dass man nach einiger Zeit die Blätter entfernen kann, wenn der Tee nicht noch intensiver werden soll.

Am rechten Bild ist unsere große Teekanne zu sehen, sie hat einen Dauerfilter aus Edelstahl. Die Teeblätter werden in den Filter gefüllt und können dadurch nach beliebiger Zeit wieder entfernt werden.

Durch die Verwendung von Edelstahlsieb und Dauerfilter fällt kein weiterer Müll an, wenn ich Tee zubereite.

beide Teekannen sind im Dauereinsatz

beide Teekannen sind im Dauereinsatz

selbst.gemacht statt selbst.gekauft

Wenn man den Weg konsequent beschreitet, dann ist die beste Möglichkeit den Müll zu reduzieren, die Teezutaten selbst zu sammeln und zu trocken.

Natürlich funktioniert das nicht mit „echtem“ Tee, aber die Kräuter und Früchte für Teezubereitungen kann man wirklich sehr einfach selbst sammeln und trocknen.

selbst.gemacht statt selbst.gekauft

selbst.gemacht statt selbst.gekauft

Früchtetee

Man kann im Prinzip aus fast allen Obstschalen und Trockenfrüchten einen Tee zubereiten. Natürlich sollte man unbedingt auf die Qualität achten, vor allem, wenn man die Schalen von Zitrusfrüchten verwendet.

Derzeit liebe ich gerade Apfelschalentee. Birthe hat dazu auf ihrem Blog eine Anleitung mit vielen wunderschönen Fotos geschrieben.

Alternativ kann man auch einfach frische Apfelschalen für ca. 10 – 15 Minuten im Wasser kochen und diesen Sud als Tee trinken. Das spart die Mühe des Trocknens.

auch aus Abfall kann leckerer Tee entstehen

auch aus Abfall kann leckerer Tee entstehen

Wastecooking ist beim Früchtetee auf jeden Fall ein Thema, denn man kann ganz viele Obstschalen für Früchtetee verwenden. Sammle einfach die Schalen und lass sie im Raum trocknen. Um den Vorgang zu beschleunigen kann man auch nach dem Gebrauch des Backrohrs die Resthitze nutzen.

Auch aus Trockenfrüchten kann ein Teesud zubereitet werden. Wenn Du Deinen Tee natürlich süßer möchtest, dann gib einfach ein paar Rosinen dazu, wenn Du den Früchtetee kochst.

Man kann ruhig ein wenig experimentieren, was gut schmeckt und aus dem, was sonst im Müll landen würde, leckeren Tee zubereiten. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Kräutertee

Viele Kräuter wachsen einfach am Wegrand und könnten bei schönen Spaziergängen gesammelt werden. Auch im Garten oder auf dem Balkon kann man Pflanzen ziehen, um sie für Kräutertee zu ernten und zu trocknen.

Es bieten sich Melisse, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Salbei, Kamille, Ringelblume und vieles mehr an.

Ich habe im letzten Jahr sehr viel von der Zitronenmelisse geerntet, zu Büscheln gebunden und kopfüber im Stiegenhaus aufgehängt. Nachdem die Büschel trocken waren, das erkennt man am Rascheln, wurden die trockenen Blätter abgezupft und in ein Glas gefüllt.

Einblick in mein Stiegenhaus

Einblick in mein Stiegenhaus

Auch Brennnesseln, Pfefferminze und Salbei kann man auf die gleiche Art und Weise behandeln.

Für Kamillentee pflückt man nur die Blüten, breitet diese auf einem Papier aus und lässt sie an einem geschützten Platz trocknen. Wenn sie ausreichend getrocknet sind, werden sie wiederum in luftdichte Gläser abgefüllt.

Natürlich kann man die verschiedenen Kräuter auch miteinander mischen und eine leckere Kräuterteemischung vorbereiten. Vor allem Ringelblumenblüten sehen sehr nett aus.

selbst getrockneter Melissentee

selbst getrockneter Melissentee

Beim „Schlemmerbalkon“ ist eine Anleitung für einen Rosmarintee zu finden. Auch das ist eine sehr schöne und ausgesprochen minimalistische Möglichkeit, müllfreien Tee zuzubereiten.

Aufmerksam machen möchte ich unbedingt darauf, dass viele Pflanzen, die man für Tees verwendet, auch eine Wirkung haben. Daher sollte man sich unbedingt informieren, wie die Pflanze wirkt, bevor man damit einen Tee aufbrüht. Brennnesseln entwässern beispielsweise, Fenchelsamen helfen bei der Verdauung und Lindenblüten bei Fieber.

Mein Weg

Ich trinke gar keinen echten Tee, da ich einerseits kein Koffein zu mir nehme und andererseits auch die Produktionsbedingungen nicht unterstützen möchte. Wir haben so viele heimische Möglichkeiten für Tee, dass er auch nicht von so weit zu mir transportiert werden muss.

Außer Apfelschalentee trinke ich keinen Früchtetee, da ich diesen aufgrund meiner Fruktoseintoleranz nur sehr schlecht vertrage.

Apfelschalentee selbst gemacht

Kräutertees liebe ich sehr und setze sie teilweise auch sehr bewusst zu Heilzwecken ein. Die meisten Kräuter sind aus dem Garten gesammelt und getrocknet. Alternativ kaufe ich z.B. Fenchel, Kümmel und Anis für meinen Verdauungstee lose im Geschäft.

Rotbusch-Tee habe ich lange Zeit sehr geliebt, bin jedoch im Zuge meiner Müllreduktion etwas abgekommen davon, da ich diesen nur verpackt in Fair-Trade-Qualität kaufen kann. Derzeit verbrauche ich Restbestände, die ich geschenkt bekommen habe.

ganz ohne Plastik

ganz ohne Plastik

Das Teewasser bereite ich in einem Wasserkocher aus Edelstahl zu, der leider doch ein paar Plastikteile besitzt. Wenn er kaputt wird, kaufe ich jedoch keinen neuen mehr sondern werde auf einen Teekessel aus Edelstahl umsteigen, mit dem ich das Wasser am Herd erhitzen kann.


Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Diesen Beitrag verlinke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit wird die Linkparty gerade auf meinem Blog durchgeführt.


Das könnte Dich auch interessieren:

Müll reduzieren beim Einkauf Teil 1. – Aluverpackungen
Müll reduzieren beim Einkauf Teil 2. – Obst und Gemüse
Müll reduzieren beim Einkauf Teil 3. – Convenience Food
Müll reduzieren beim Einkauf Teil 4. – Obst und Gemüse
Müll reduzieren beim Einkauf Teil 5. – Wurst, Käse und Fleisch
Müll reduzieren beim Einkauf Teil 6. – Milch
Müll reduzieren beim Einkauf Teil 7. – Brot
Müll reduzieren beim Einkauf Teil 8. – Einkaufsplanung

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit

Vor einigen Wochen war mein Warmwasserboiler kaputt und ich hatte kein warmes Wasser mehr. Zuerst kam der Installateur und meinte ihn reparieren zu können. Nachdem der Boiler aber mit Nachtstrom aufgeheizt wird, haben wir natürlich erst am nächsten Tag bemerkt, dass die Reparatur nicht funktioniert hat.

Also wieder kein warmes Wasser dafür ein Anruf beim Installateur mit der Bitte ein Angebot für einen neuen Boiler zu unterbreiten. Bis der dann geliefert und montiert wurde vergingen noch 2 Tage und eine weitere Nacht hat es gebraucht, dass das Wasser mit dem Nachtstrom erwärmt wurde.

Viel Zeit um über unser Leben heute nachzudenken und darüber, wie es früher so war.

Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit

Meine Oma wurde fast 80 Jahre alt und hat bis zu ihrem Ableben in einer sogenannten Substandard-Wohnung gelebt. Die klassische Zimmer-Küche-Kabinett Wohnung, wobei das Kabinett einen gesonderten Eingang hatte und nur über das Stiegenhaus erreichbar war. Es wurde eigentlich nur als Abstellraum genutzt um das Eingekochte zu lagern und blieb im Winter ungezeigt. Ja, es gab noch nicht einmal eine Möglichkeit, dieses Zimmer zu heizen!

Gelebt hat sie in der Küche von rd. 16 m², das kleine Schlafzimmer wurde tatsächlich nur zum Schlafen verwendet. Auch das Schlafzimmer konnte nicht beheizt werden. Man musste die Türe zur Küche offen lassen, damit ein wenig Wärme hinein kam.

Es gab zwar Strom aber kein fließendes Wasser, das eiskalte Wasser wurde im Gang geholt. Um nicht wegen jeder Kleinigkeit raus zu müssen, hatte sie in der Küche eine große Kanne, mit der sie mehrmals am Tag Wasser holte.

Im Winter war es mit dem eiskalten Wasser nicht so schwierig, nachdem sie die Küche als einziges Zimmer mit festen Brennstoffen heizte, stand immer ein großer Topf mit Wasser am Herd. Neben dem Ofen war ein Hocker, also ein Stuhl ohne Lehne. Auf diesem Hocker stand eine große Emailschüssel, die als „Waschbecken“ diente. Unter dem Hocker war der große Kübel, welcher den Abfluss ersetzte. Das schmutzige Brauchwasser und anderen flüssigen Abfälle wurden in diesem Kübel gesammelt.

Wenn der Kübel voll war, wurde er im WC, welches sich im Halbstock unter der Wohnung befand, entsorgt. Vor allem im Winter habe ich das WC gehasst, weil es nicht nur im Gang sondern auch im WC eiskalt war. Sich auf diese eisige Brille zu setzen war eine Qual.

Nachdem es keinen Wasseranschluss gab, hatte meine Oma natürlich weder Waschmaschine noch Geschirrspüler. Das Geschirr wurde in einem speziellen Kästchen abgewaschen. Es hatte einen aufklappbaren Deckel, damit die Arbeitsfläche verwendet werden konnte. Darunter kamen 2 Waschschüsseln zum Vorschein, in denen der Abwasch erledigt wurde. In der einen Schüssel wurde abgewaschen und in der anderen gespült.

so ähnlich sah der Spültisch aus

so ähnlich sah der Spültisch aus

Im Nebengebäude von dem Haus, in dem meine Oma wohnte, gab es eine baufällige Waschküche. Da wurde die Wäsche gewaschen. Aber natürlich gab es auch hier keinen Wasseranschluss und noch nicht einmal Strom. In der Waschküche war ein gemauerter Waschkessel, der mit Holz befeuert wurde. Auf einer Waschrumpel wurde die Wäsche vorbereitet und dann im Waschkessel ausgekocht. Je nach Material der Wäsche war zuerst die weiße dran, die tatsächlich gekocht wurde und dann, wenn das Feuer ausging und das Wasser abgekühlt war, wurde im selben Wasser dann die bunte Wäsche gewaschen.

Als ich klein war, hat meine Oma die gesamte Wäsche auch noch mit der Hand ausgewrungen bevor sie aufgehängt wurde. Später hatte sie sich eine Wäscheschleuder gegönnt. Die stand im Kabinett und darin konnte sie die Wäsche schleudern, das Wasser wurde in einer Schüssel aufgefangen.

Selbst im hohen Alter von rund 75 Jahren (das war bis zum Jahr 1985!) hat sie bis auf die Bettwäsche die gesamte Wäsche mit der Hand gewaschen.

Warum ich das alles erzähle?

Einerseits weil sich das junge Menschen mit der heutigen Technik gar nicht mehr vorstellen können. Das ist alles noch gar nicht so lange her!

Wir sind verwöhnt, können uns nicht vorstellen ohne fließendes warmes Wasser, ohne Strom und ohne eigenes WC zu leben.

In den Tagen ohne Warmwasserboiler habe ich bemerkt, dass es auch einfacher geht.

Wir sind ganz gut ohne warmes Wasser ausgekommen. Wenn ich meine Hände wasche, muss es kein warmes Wasser sein. Natürlich haben wir eine Geschirrspülmaschine und eine Waschmaschine und insofern war ich nur ganz wenig auf das warme Wasser aus meinem Boiler angewiesen. Das hat das Leben schon sehr vereinfacht.

Ein einziges Mal habe ich das Wasser erwärmt, als ich die großen Töpfe, die nicht mehr in den Geschirrspüler gepasst haben, abwaschen wollte.

Geduscht habe ich im Fitness-Studio (damals ist auch mein Beitrag „Wie weit haben wir uns eigentlich wirklich von der Natur entfernt #2“ entstanden) und Herr Widerstand bei seiner Mutter, als er bei ihr auf Besuch war.

Bei der Gelegenheit habe ich darüber nachgedacht, wie die Körperpflege damals war. Meine Oma hat sich jeden Abend mit Hilfe der Waschschüssel gewaschen. Dafür wurde am Herd das Wasser erwärmt. 1-2 mal pro Woche wurde der Waschzuber vom Dachboden geholt. Sie hatte ja kein Badezimmer! Dann wurde etwas mehr Wasser heiß gemacht. Das war natürlich kein Vollbad wie wir es kennen, aber als Kind hatte ich schon zur Gänze Platz. Meine Oma hat sich hinein gehockt und gewaschen.

Das war natürlich Schwerarbeit, so viel Wasser in den Waschzuber zu füllen und danach auch wieder zu entsorgen.

Hier liegen meine Wurzeln

Ich habe das einfache Leben bei meiner Oma kennen gelernt, vielleicht hat sie damit sogar dazu beigetragen, dass ich auch mit weniger zufrieden bin und in Situationen wie dieser ohne Boiler sofort weiß, wie ich damit umgehe und gut zurecht komme.

Es ist nicht so, dass ich in diese Zeit wieder zurück will, natürlich ist es bequem und viel einfacher wenn das warme Wasser direkt aus dem Wasserhahn fließt. Und ich habe mich auch ganz schnell darum bemüht, dass alles wieder funktioniert.

Wenn ich allerdings die heutige Gesellschaft betrachte nehme ich wahr, dass rasch eine hohe Unzufriedenheit herrscht, wenn das Leben nicht auf höchstem Niveau läuft. Es braucht einen Geschirrspüler und es braucht einen Wäschetrockner. Über Alternativen wird gar nicht nachgedacht. Wenn es aus finanziellen Gründen nicht gleich möglich ist ein defektes Gerät zu ersetzen, fühlen sich diese Menschen arm.

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass meine Oma so gelebt hat. Sie wurde 1911 also vor rund 100 Jahren geboren und ist 1988 verstorben.

Heute will keiner mehr so leben

Das Haus, in dem sie gelebt hat, wurde vor rund 20 Jahren renoviert. Nachdem ein Bewohner nach dem anderen herausgestorben war, konnten keine Nachmieter gefunden werden. Niemand wollte mehr unter diesen Umständen leben. Also wurden die Wohnungen umgebaut, 2 Wohnungen zusammengelegt und eine richtige Küche und ein Bad mit fließendem Wasser eingebaut.

Das ist nicht überall auf der Welt so

Was wir bei dem allem vergessen ist, dass es noch immer ganz viele Menschen auf der Welt gibt, die in winzigen Zimmern leben, viele Menschen auf engem Raum ohne elektrischen Strom, ohne eigenes WC. Diese Menschen kämpfen täglich ums Überleben, verdienen zu wenig um davon zu leben aber zu viel um zu sterben. Sie arbeiten auch hart dafür, oft viele Stunden am Tag, ein Arbeitsinspektorat und geregelte Pausen gibt es nicht. Auch die Kinder müssen mitarbeiten um die Familie zu ernähren, sie können daher nicht in die Schule gehen um sich zu bilden.

Wer davon profitiert sind wir in den westlichen Ländern. Mit unserem Konsumverhalten tragen wir dazu bei, dass es weiterhin so viel Ungerechtigkeit gibt auf dieser Welt. Vielleicht sagen wir uns sogar „Naja, wenn wir diese Kleidungsstücke nicht kaufen würden, dann hätten „die dort“ gar keine Arbeit!“

Aber damit können wir uns nicht rein waschen, wir waschen uns Hände keinesfalls in Unschuld sondern tragen aktiv dazu bei, wenn wir nicht bereit sind einen fairen Preis für Kleidung und Lebensmittel (vor allem Reis, Kaffee und Schokolade) zu bezahlen.

Linktipps:
fairtrade

Fairtrade Österreich
Fairtrade Deutschland






Dieser Beitrag wurde verlinkt zur Blogparade #kindheit

Das könnte Dich auch interessieren:

Welchen Wert hat die Arbeit?
Der Geschirrspüler – Feind des Minimalismus
Bittere Ernte – Preis des billigen Kaffees
schmutzige Schokolade

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.