Müll reduzieren während den Tagen – Teil 3.

Im ersten Teil der Serie habe ich über meine Beweggründe und die ersten Erfahrungen mit der Menstruationstasse berichtet. Der zweite Teil war dem Menstruationsschwämmchen gewidmet.

Bisher dahin hatte ich keinen Erfolg und daher habe ich nach einer weiteren Alternative gesucht. Dazu habe ich mich gefragt, wie Frauen das früher gemacht haben und im Internet zur Geschichte der Menstruation recherchiert.

Die ursprünglichste Art der Monatshygiene

Nachdem ich bereits 2 Kinder mit Stoffwindeln gewickelt habe, ist es naheliegend den Stoffbinden eine Chance zu geben. Alle hier gezeigten Binden stammen aus dem Shop von Kulmine. Sie sind aus Bio-Baumwolle, werden in Deutschland hergestellt und nahezu verpackungsfrei geliefert. Vor allem wird völlig auf Plastik verzichtet, was ich wirklich sehr gut finde.

Es gibt auch viele andere Hersteller, meist werden jedoch nur Flügelbinden angeboten, weil diese den Wegwerfprodukten am ähnlichsten sind. Nach meinen Erfahrungen mit den ersten Stoffbinden, die ich gekauft habe, wollte ich unbedingt zusätzlich Faltbinden testen, da diese nicht nur flexibler sind sondern vor allem die Naht innen liegt.

Welche Arten von Stoffbinden gibt es?

Im Wesentlichen kann man 3 Varianten von Stoffbinden unterscheiden.

3 Arten von Stoffbinden sind gängig

3 Arten von Stoffbinden sind gängig

Links im Bild ist die Faltbinde zu sehen, in der Mitte eine einfache Stoffbinde und rechts sieht man eine Flügelbinde.

Die einfache Stoffbinde hält im Slip durch die Haftung von Stoff auf Stoff. Sie ist etwas dicker, um das Blut gut aufzusaugen. Allerdings kann es sein, dass rechts oder links etwas daneben geht. Aus diesem Grund wurde die Flügelbinde entwickelt. Diese schützt den Slip zuverlässig vor Verunreinigungen durch das Blut. Beide Binden haben den Nachteil, dass sie etwas dicker sind und deshalb einige Zeit zu trocknen brauchen, wenn man sie wäscht.

Die Faltbinde ist eine eher primitive Variante der Binde, sie besteht im Wesentlichen aus einem Stück Stoff, das in der Mitte verstärkt ist. Durch verschiedene Falttechniken kann man die Binde unterschiedlich dick zusammen legen.

das Falten ist sehr einfach

das Falten ist sehr einfach


Zusätzlich hat die Faltbinde den Vorteil, dass sie wirklich sehr rasch an der Wäscheleine trocknet. Außerdem kann man die gefalteten Teile gegengleich zusammenlegen und hat dadurch beim Tragen die Möglichkeit, noch einmal eine frische Oberfläche zu erhalten.

für alle Bedürfnisse eine Variante

für alle Bedürfnisse eine Variante


Die Faltbinde ist sehr flexibel

Mit der Faltbinde habe ich endlich auch eine Möglichkeit gefunden, flexibel auf die Stärke der Blutung zu reagieren. Für die Nacht und für die starke Regelblutung werden besonders große Faltbinden angeboten (siehe Bild oben in der Mitte). Außerdem ist es möglich, die einzelnen Teile zu kombinieren.

Flügelbinde in Kombination mit Faltbinde bzw. Stoffbinde

Flügelbinde in Kombination mit Faltbinde bzw. Stoffbinde

Waschen von Stoffbinden

Die Stoffbinden sind nicht ganz billig und die Erstanschaffung bedeutet schon einen größere Investition. Ich bin mir noch nicht sicher, wie viele Stoffbinden wirklich für einen Zyklus nötig sind, damit man nicht in Stress gerät. Das hängt natürlich auch von der Stärke der Blutung ab. Sicher ist, dass man unbedingt zwischendurch waschen sollte, damit man nicht zu viele kaufen muss.

Allerdings trocknen die Stoffbinden, insbesondere die Faltbinden, wirklich sehr rasch, sodass man mit ein bisschen Organisation nicht für alle Tage auf einmal gerüstet sein muss.

die Stoffbinden auf der Wäscheleine

die Stoffbinden auf der Wäscheleine

Nach der Verwendung sollten die Stoffbinden sofort in kaltes Wasser eingeweicht werden, am besten für einige Stunden. So vorbehandelt lässt sich das Blut sehr leicht herauswaschen. Man kann die Binden mit der anderen Wäsche mitwaschen.

Mir persönlich gefällt die Farbe rot am besten. Sowohl auf den roten als auch den blauen Stoffbinden sind mögliche Verfärbungen durch das Blut kaum sichtbar. Außerdem fällt bei uns am meisten dunkle Wäsche an, diese muss ich sowieso mehrmals pro Woche waschen.

Mein Erfahrungsbericht

Was soll ich sagen – ich bin begeistert! Nämlich wirklich ohne Einschränkung, das war nach vielen Jahren endlich einmal wieder eine Menstruation ohne Schmerzen. Ich habe die Tampons keine Minute vermisst.

Mit allen hier gezeigten Stoffbinden bin ich hervorragend zurecht gekommen. Sie sind weich und fühlen sich richtig gut an. Auch bei den „konventionellen“ Stoffbinden haben die Nähte – im Gegensatz zu meiner ersten Stoffbinde – nicht gescheuert.

Die einfache Binde hat mir von der Farbe her nicht so zugesagt, ich würde wirklich nur rote oder blaue Binden verwenden. Wenn man allerdings auch auf die Chemie von Farbstoffen verzichten möchte, dann ist die ungefärbte Stoffbinde sicher die perfekte Alternative. Die Binde verrutscht nicht sondern hält durch die natürliche Reibung Stoff an Stoff super an der gewünschten Position. Sowohl Breite als auch Länge sind gut gewählt. Allerdings sind vom Gebrauch auf dem hellen Stoff leichte Verfärbungen geblieben, trotzdem ich zusätzlich mit Gallseife behandelt habe.

Die Flügelbinde hat ebenfalls eine perfekte Passform, die Flügeln sind schmal genug um die Binde dennoch flexibel zu positionieren. Dadurch ist man nicht an die Mitte vom Slip gebunden, sondern hat die Möglichkeit, die Binde weiter vorne oder weiter hinten zu tragen, je nach Bedarf.

Wenn man unterwegs ist kann man sie nach dem Gebrauch übrigens genial zusammenfalten, sodass nur die trockene Oberfläche außen ist. Das finde ich echt super!

die Flügelbinde lässt sich super klein zusammenfalten

die Flügelbinde lässt sich super klein zusammenfalten

Beide Arten von Stoffbinden saugen das Menstruationsblut gut auf und erfüllen ihre Bestimmung daher wunschgemäß. Wie schon beim Punkt „Waschen“ beschrieben trocknen diese beiden Produkte etwas langsamer, was die benötigte Menge an Stoffbinden möglicherweise leicht erhöht.

Mein absoluter Favorit ist aber die Faltbinde. Da komme ich jetzt wirklich ins Schwärmen, weil mich dieses sehr einfach System restlos begeistert hat. Neben der Funktionalität, dass natürlich das Blut bestimmungsgemäß aufgesaugt wird, ist der für mich herausragendste Pluspunkt die Flexibilität. Man kann die Faltung nach jedem WC-Gang verändern, sodass man 2-3 x eine (fast) frische Oberfläche zur Verfügung hat. Dadurch hat sich der Bedarf an Stoffbinden deutlich reduziert.

Je nach Stärke der Menstruation kann man die Faltbinde unterschiedlich falten, sodass sie entweder dicker und schmäler oder dünner und breiter im Slip liegt.

Außerdem lassen sich die Faltbinden viel leichter reinigen und sie trocknen nach der Wäsche deutlich schneller. Man kann sie auch einfach schnell einmal mit der Hand durchwaschen und hat noch am selben Tag die gleiche Faltbinde wieder zur Verfügung.

Auch in der Nacht hat die Sache problemlos und sauber geklappt. Die spezielle etwas längere Faltbinde hat den Vorteil, dass man sowohl für Bauchlage als auch Rückenlage gleichzeitig gerüstet ist. Wenn man sich in der Nacht im Schlaf dreht, rinnt absolut nichts daneben.

Von der Anzahl her habe ich viel weniger Stoffbinden gebraucht als ich gedacht habe. Dazu beigetragen hat die Verwendung der Faltbinde, das reduziert den Bedarf erheblich. Trotzdem meine Blutung recht stark ist, bin ich mit der vom Hersteller empfohlenen Menge von 12 Stück mit Zwischenwäsche wirklich sehr gut über die Runden gekommen.

Fortsetzung folgt…

Ich habe noch weitere Alternativen zur konventionellen Monatshygiene gefunden und werde darüber berichten. Außerdem möchte ich noch ein paar ergänzende Worte über das Waschen von Stoffbinden schreiben.


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Diesen Beitrag verlinke ich zur neuen Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Im April wird die Linkparty von Frederike durchgeführt.


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