Müll reduzieren beim Einkauf Teil 7.

Kürzlich wurde ich in einem Kommentar gefragt, wie ich das mit dem Brot mache. Das möchte ich heute in diesem Beitrag ausführlich beantworten.

Das kommt nicht in die Tüte

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal Brot gekauft habe. Das hat mehrere Gründe. Angefangen hat es damit, dass ich sämtliches Brot und Gebäck im Supermarkt verweigert habe. In diesen Aufbackstationen werden hauptsächlich minderwertige Teiglinge aus China verwendet. Außerdem wird das meiste danach in Plastik verpackt.

Der gute Bäcker ist selten geworden

Gute Bäcker sind selten geworden. Man muss schon ein bisschen suchen, dass man einen Bäcker findet, der das Brot wirklich selbst bäckt und vor allem auch keine Backmischungen verwendet.

Wenn Du beim Bäcker Brot kaufst, kannst Du eine Baumwolltasche, die Du ausschließlich für Brot verwendest, mitbringen und das Brot ohne weitere Verpackung in dieser Tasche mit nach Hause nehmen. So fällt gar kein Müll an.

reiche Auswahl an frisch gebackenem Brot

reiche Auswahl an frisch gebackenem Brot

foodsharing

Brot ist das wohl das Lebensmittel, das am häufigsten im Müll landet. Mir persönlich tut das unglaublich weh und ich versuche etwas dagegen zu tun.

Durch mein Engagement gegen Lebensmittelverschwendung kaufe ich kein Brot mehr, sondern hole es beim Bäcker ab, damit es nicht im Müll landet.

Ich habe das Glück, dass ich einmal pro Woche bei einem richtig guten Bäcker abholen darf. Einen Teil vom Brot kann ich auch für mich verwenden, der Rest wird über Fairteiler verschenkt.

das Brot soll nicht im Müll landen

das Brot soll nicht im Müll landen

selbst gemacht schmeckt am besten

Trotz allem schmeckt mir selbst gemachtes Brot am besten. Ich mische auch das Brotgewürz selbst und wenn es ganz schnell gehen soll, kann ich am Abend den Teig für das Frühstücksgebäck bereits vorbereiten.

Selbst Brot zu backen ist natürlich nicht für jeden eine Alternative, aber – wie bereits oben geschrieben – bei einem guten Bäcker kann man das Brot im eigenen Beutel verpackungsfrei mitnehmen.

selbst gebackene Weckerl mögen wir sehr gerne

selbst gebackene Weckerl mögen wir sehr gerne

Aufbewahrung von Brot

Die Aufbewahrung von Brot ist gar nicht so einfach, denn das Brot soll weder austrocknen noch zu schimmeln beginnen. Die im Handel verwendeten Plastiktüten sind dafür in Wahrheit nicht geeignet!

Ich habe mehrere Möglichkeiten getestet und bin mittlerweile sehr zufrieden mit meinen Brottöpfen.

Anfangs habe ich eine alte Suppenterrine verwendet, der Auslass für den Schöpfer hilft die Feuchtigkeit zu regulieren. Damit war ich auch sehr zufrieden, allerdings passen nur kleine Mengen hinein.

Wenn ich einmal etwas mehr Brot zu Hause habe, kommt auch heute noch der umfunktionierte Brottopf zum Einsatz.

Danach habe ich am Internetflohmarkt einen kleinen runden Brottopf aus Keramik entdeckt. Er ist innen und außen glasiert, der Deckel ist innen jedoch unglasiert. Dadurch kann der Deckel die anfänglich überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen und gibt sie danach wieder ab.

umfunktionierte Terrine und Brottopf

umfunktionierte Terrine und Brottopf

Leider ist auch der runde Brottopf für Kastenbrot nicht geeignet, weil der Durchmesser einfach zu klein ist. Da ich mein Brot ja ganz oft selber backe, kann ich darauf Rücksicht nehmen.

Als ich jedoch im Kostnixladen einen großen Brottopf entdeckt habe, war die perfekte Lösung da. Auch dieser Brottopf ist aus Keramik, innen und außen glasiert und der Deckel ist innen ebenfalls unglasiert.

mein neuer Brottopf vom Kostnixladen

mein neuer Brottopf vom Kostnixladen

Eine gute Aufbewahrung von Brot ist sehr wichtig, denn dadurch hält es länger frisch und es landet viel weniger Brot im Müll.

Selbst wenn es alt wird, fängt es nicht zu schimmeln an sondern trocknet einfach aus. Trockenes Brot kann man immer noch zu Knödelbrot oder Semmelbröseln (Paniermehl) verarbeiten oder etwas anderes daraus kochen.


Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Diesen Beitrag verlinke ich zur neuen Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit wird die Linkparty vom Blog gruenezwerge durchgeführt.



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zero waste challenge – mach mit! [Linkparty]

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Viktualia Award 2015

Bereits zum dritten Mal vergab gestern das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft die Auszeichnung „VIKTUALIA Award“ im Rahmen seiner Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“.

Lebensmittel sind kostbar

Lebensmittel sind kostbar

Gesucht wurden ambitionierte Projekte und Ideen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen.

Eingereicht werden konnte in folgenden sechs Kategorien: Wirtschaft, Landwirtschaft und Regionale Projekte, Gastronomie und Großküchen, Schul- und Jugendprojekte, Soziale Initiativen und Projekte sowie Privates Engagement.

Die Sieger wurden von einer mehrköpfigen Jury gewählt

Eine Expertenjury hat aus den rund 100 Einreichungen in jeder Kategorie vier auszeichnungswürdige Projekte nominiert.

In einem weiteren Auswahlverfahren wurden daraus sodann die Sieger gewählt und gestern prämiert.

Viktualia Collage

In Vertretung von Bundesminister Andrä Rupprechter überreichte Generalsekretär Reinhard Mang die Preise. Durch den Abend führte die Fernsehmoderatorin Barbara Stöckl.

Obwohl es in einzelnen Bereichen schon Verbesserungen gibt, werden leider immer noch zu viele Lebensmittel weggeworfen. Alleine in Österreich beziffert sich der Wert der Lebensmittel, die im Müll landen, auf über eine Milliarde Euro.

Das ist nicht nur ein ökonomisches und ökologisches sondern vor allem ein ethisch-soziales Problem. Mit der Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“ setzt sich das BMLFUW gemeinsam mit seinen Partnern für einen sorgsamen Umgang mit unseren Lebensmitteln ein.

VIKTUALIA 2015 – die Siegerprojekte

Worüber ich mich besonders freue ist, dass gleich 2 Projekte, die ich bereits auf meinem Blog vorgestellt habe, prämiert wurden.

Sieger Collage

Foodsharing Österreich – auch ich habe gewonnen!

In der Kategorie Privates Engagement hat sich der Verein „Foodsharing Österreich“ beworben und gewonnen. Ich freue mich sehr darüber!

Wie ich bereits erzählt habe, arbeite ich bei Foodsharing mit und setze mich aktiv gegen Lebensmittelverschendung ein, indem ich mehrmals die Woche Lebensmittel abhole, die sonst im Müll landen würden, und über die Lebensmittelfairteiler in der Umgebung verschenke.

Foodsharing Österreich

Foodsharing Österreich

RestlFestl – Graz isst auf!

In der Kategorie Landwirtschaft und Regionale Projekte hat das Projekt „Restl Festl – Graz isst auf!“ gewonnen.

Infos zu diesem großartigen Projekt kannst Du in meinem seinerzeitigen Beitrag nachlesen.

RestlFestl - Graz isst auf!

RestlFestl – Graz isst auf!

Kostnixladen Gratkorn

Und auch zu einem weiteren nominierten Projekt besteht ein Naheverhältnis. Der Kostnixladen Gratkorn wurde in der Kategorie soziale Initiativen und Projekte für den Lebensmittel-Fairteiler im Kostnixladen nominiert.

Kostnixladen Gratkorn

Kostnixladen Gratkorn

Linktipp:

Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“
Viktualia Award 2015
Download Broschüre mit Infos über alle nominierten Projekte
Rückblick Viktualia Award 2014
Foodsharing international
Homepage „Restlfestl“
Kostnixladen Gratkorn

Wir alle haben gewonnen!

Abschließend möchte ich sagen, dass ich gestern unglaublich viele engagierte Menschen kennen gelernt habe. Die eingereichten Projekte waren sehr beeindruckend und vielversprechend.

Es gibt mir Hoffnung, dass sich so viele Menschen dafür einsetzen, damit nicht mehr so viele Lebensmittel im Müll landen. Dieses Thema liegt mir ganz besonders am Herzen und daher freue ich mich auch ganz besonders mit den Siegern des gestrigen Abends.

Ich sehe das auch so wie Herr Generalsekretär Mang gestern noch vor der Bekanntgabe der Sieger gesagt hat:

Wir alle haben bereits gewonnen durch das großartige Engagement aller hier Anwesenden!



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Videotipp: „Essen retten”
schenken und beschenkt werden (Info über foodsharing)

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

Videotipp am Montag #23

Essen retten

Weltweit landet rund die Hälfte aller produzierten Nahrungsmittel im Müll. In Ländern wie Österreich und Deutschland sind es vor allem Überproduktion und Verschwendung, die Berge von Nahrungsmüll erzeugen.

In einer Welt, in der zur gleichen Zeit fast eine Milliarde Menschen unter Hunger oder Mangelernährung leiden, stellt sich durch diesen verschwenderischen Umgang ein massives ethisches Problem.

Neben „foodsharing“ sind mögliche Alternativen Initiativen, die schon bei der Produktion und beim Einkauf ansetzen. So entstehen immer mehr „foodcoops“: Die Mitglieder dieser Einkaufsgemeinschaften beschaffen ihre Lebensmittel abseits der Logik und Logistik der großen Handelsketten direkt beim Produzenten.

In der Dokumentation wird auch die „solidarische Landwirtschaft“ als möglicher Lösungsansatz vorgestellt.



Linktipp:

foodsharing international
foodcoops Österreich
foodcoops Deutschland
solidarische Landwirtschaft in Österreich
solidarische Landwirtschaft in Deutschland

Buchtipp:

Die Essensvernichter: Warum die Hälfte aller Lebensmittel im Müll landet und wer dafür verantwortlich ist (Stefan Kreutzberger, Valentin Thurn)

Filmtipp:

„taste the waste“ von Valentin Thurn


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