Müll reduzieren in der Küche Teil 4.

Als wir Ende 2013 die Küche auf waschbare Spültücher ohne Plastik umgestellt haben, hätte ich mir nicht gedacht, dass das irgendwann so selbstverständlich für uns werden würde. Vor allem wäre ich ursprünglich nicht auf die Idee gekommen, dass es viel angenehmer ist mit kleinen Frotteetüchern abzuwaschen und aufzuwischen statt Wegwerfspültücher und Plastikschwämmchen zu verwenden.

Da wir schon seit längerer Zeit das Geschirr mit der Hand abwaschen (meine Beweggründe dazu findest Du im Beitrag „R.I.P. – ich werde dich vermissen“ bzw. „R.I.P. – ich werde dich doch nicht vermissen“), nutzen wir die selbst genähten Abwaschtücher mehrmals täglich.

In meinem heutigen Beitrag möchte ich Dir gerne über unsere Langzeiterfahrungen und über mögliche Alternativen, wenn man nicht so gerne näht oder strickt, erzählen.

wie alles begann

Im Herbst 2013 Jahren habe ich begonnen, meinen Haushalt zu entplastifizieren. Einer der allerersten Schritte war, die Abwaschschwämme in der Küche zu entfernen. Als erste Alternative habe ich statt dessen Waschlappen verwendet, die sich bereits in meinem Haushalt befanden.

Nachdem wir sofort begeistert waren, habe ich aus alten Handtüchern, die schon Löcher hatten, die Prototypen für Abwaschtücher genäht.

meine allerersten Abwaschtücher

stricken und häkeln

Da ich wirklich sehr begeistert stricke und häkle, habe ich zusätzlich im Internet nach Anleitungen gesucht, um Abwaschtücher bzw. -schwämme zu stricken und zu häkeln.

gestrickte und gehäkelte Alternativen

Die Anfertigung hat mir viel Freude bereitet, aber ganz ehrlich gesagt war ich mit dem Ergebnis nicht so zufrieden wie erwartet. Das Abwaschtuch wurde sehr schnell kaputt, da durch einen kleinen Schnitt mit einem Küchenmesser die Maschen zu laufen begonnen haben. Vielleicht war aber auch das Garn zu fein gewählt, dass es dazu gekommen ist.

Die Spülschwämme sehen zwar voll nett aus, aber sie trocknen unglaublich schwer. Vor lauter Sorge, dass sie nicht ordentlich trocken werden und zu stinken beginnen, haben wir sie nur sehr selten verwendet.

gekaufte Alternativen zu Plastik

Gekauft haben wir uns statt dessen verschiedene Naturbürsten und Edelstahlschwämmchen für das ganz Grobe. Das funktioniert wirklich gut und ist zwar nicht zero waste aber zumindest plastikfrei und langlebig.

plastikfreier Abwasch

Getestet habe ich im Jahr 2015 einen Ökoschwamm, der mich jedoch nicht wirklich überzeugen konnte. Einerseits wird recyceltes Plastikmaterial verwendet, was ich nicht so gut finde da ich kein Plastik verwenden möchte. Aber auch die Haltbarkeit ließ im Gegensatz zu meinen selbst genähten Abwaschtüchern zu wünschen übrig und durch den Abrieb kommt (recyceltes) Microplastik ins Abwasser, was ich unbedingt vermeiden will.

Öko-Abwaschschwamm 2 Monate im Gebrauch

erste Anleitung für Spültücher

Nachdem wir mit den selbst genähten Abwaschtüchern sehr zufrieden waren, habe ich neuerlich die Nähmaschine angeworfen und zusätzliche Spültücher genäht. Die erste Anleitung entstand und ist im Beitrag „selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Spültücher“ zu finden.

Klick aufs Bild zur Anleitung

Die allerersten Spültücher habe ich nach dieser Anleitung genäht und das hat großartig funktioniert. Da die Handtücher schon sehr abgenutzt und teilweise sogar zerschlissen waren, konnte ich sie dadurch trotzdem verwenden.

Als ich das zweite Mal Spültücher nach der Anleitung genäht habe, war der Zustand der Handtücher wesentlich besser. Dadurch wurden die Abwaschtücher etwas dicker, was nicht so optimal war. Erstens kam man damit nicht so gut in die Ecken vom Geschirr hinein und sie haben auch deutlich mehr Zeit zum Trocknen benötigt.

vereinfachte Anleitung

Ziemlich genau ein Jahr später habe ich daher die Anleitung stark vereinfacht und weitere Abwaschtücher genäht.

Die ausführliche Bildanleitung findest Du im Beitrag „selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Spültücher 2“.

Klick aufs Bild zur Anleitung

Diesmal habe ich die Handtücher einfach genommen und das Ergebnis war wirklich perfekt. Je nach Dicke und Zustand der Handtücher ist also entweder diese oder die erste Anleitung besser geeignet.

was hat sich bewährt?

Zum Jahreswechsel habe ich wieder neue Abwaschtücher nach meiner vereinfachten Anleitung genäht. Je nach genähter Stückzahl und Qualität der vernähten Handtücher halten die Abwaschtücher so circa ein Jahr im Dauereinsatz.

meine neuen Abwaschtücher, genäht Ende 2017

Nach einem Tag im Gebrauch werden sie getrocknet und kommen in die Schmutzwäsche. Auch Zwischendurch spüle ich sie nach der Verwendung aus und hänge sie zum Trocknen auf, damit sich keine Keime ansetzen.

Für das ganz Grobe verwenden wir nach wie vor Edelstahlschwämme, die man ohne Plastikverpackung nur in ganz wenig Karton verpackt kaufen kann. So ein Edelstahlschwamm hält je nach Pflege zwischen 6 und 9 Monate.

Die Flaschenbürsten, die am oberen Bild zu sehen sind, leben noch immer und werden sicher auch noch einige weitere Jahre überstehen. Das sind wirklich sehr langlebige Produkte. Schmale Gefäße und Flaschen lassen sich damit wunderbar reinigen.

Die grobe Bürste am Stiel wird je nach Gebrauch so alle 6-9 Monate ersetzt. Der Kopf der Bürste kann nachgekauft werden, sodass der Stiel noch immer der erste ist. Die Bürste eignet sich hervorragend um Ränder, Siebe und alles, wo man mit dem Abwaschtuch nicht hin kommt, zu säubern.

Weiterverwendung als Putzlappen

Die alten Spültücher werfe ich übrigens nicht weg, wenn ich neue nähe. Sie dürfen noch eine Weile bei mir bleiben und dienen als Putzlappen.

Dazu schneide ich die Aufhänger ab, damit man sie auch sicher bei der Wäsche auseinander kennen kann.

Fazit

Als ich den Abwasch auf waschbare Spültücher umgestellt habe, waren noch 4 Plastikschwämme im Vorrat. Seitdem sind mehr als 4 Jahre vergangen und wir haben in der Zeit genau 2 davon verwendet. Das liegt vor allem daran, dass wir einige Zeit eine Putzfrau beschäftigt haben, die zusätzlich zu unseren Putztüchern auf ein Schwämmchen bestanden hat.

Die konventionellen Spültücher und Abwaschschwämme gehen uns nicht ab. In der Zeit konnten mehr als 100 Plastikschwämme samt Umverpackung aus Plastik eingespart werden, da wir üblicherweise durchschnittlich 2-4 Schwämme pro Monat verbraucht hatten. Darüber hinaus wurde auch noch jede Menge Mikroplastik, das durch den Abrieb ins Abwasser gelangt wäre, vermieden.

Mikroplastik entsteht durch den Abrieb vom Küchenschwamm

Verwendet habe ich für die selbst genähten Abwaschtücher ausschließlich sehr alte Handtücher, die man üblicherweise weg geworfen hätte. Die Spültücher sind dadurch vielleicht nicht so hübsch wie sie sein könnten, aber aus ökologischer Sicht ist das einfach der beste Weg.

Alternativen für Menschen, die nicht nähen bzw. stricken

Nicht jeder näht oder strickt gerne, aber das ist auch nicht nötig um das Geschirr plastikfrei und müllreduziert zu spülen. In fast jedem Haushalt befinden sich Waschlappen, die nicht mehr gebraucht werden.

Wenn man selbst keine besitzt, kann man im Umsonstladen bzw. Kostnixladen fündig werden.

Waschlappen und einfache Topflappen als Alternative

Auch einfache Topflappen aus Frottee sind sehr gut geeignet. Die Topflappen, die am rechten Bild zu sehen sind, habe ich im Kostnixladen entdeckt. Sie eignen sich ebenfalls sehr gut als Abwaschtücher und sind sogar nett anzusehen.

Vielleicht kann ich Dich ja damit motivieren, es auch einmal auszuprobieren?


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Diesmal bin ich Gastgeber und eröffne mit meinem Beitrag über den müllreduzierten Abwasch die nächste Runde der Blogparade „einfach.nachhaltig.besser.leben“.

Die Linkparty findet auf unserem gemeinsamen Blog statt. Bis 9.3.2018 hast Du die Möglichkeit Deine grünen Ideen und Gedanken hier zu teilen.


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Müll reduzieren im Haushalt Teil 6. – Abschied vom Perfektionismus
Müll reduzieren im Haushalt Teil 7. – Aktion gegen die Werbeflut
Müll reduzieren im Haushalt Teil 8. – müllreduziert Putzen

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Weiteres verlinkt zu Create in Austria, ANL, Upcycling-Linkparty und Alt trifft neu.

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R.I.P. – ich werde dich doch nicht vermissen

Seit über einem halben Jahr waschen wir das Geschirr mit der Hand ab. Im März ging der Geschirrspüler kaputt und wir haben beschlossen, aus ökologischen Gründen keinen neuen Geschirrspüler zu kaufen.

ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht

Es war eine sehr bewusste Entscheidung und wir gehen mit dem benötigten Wasser auch sehr bewusst um, worüber ich auch in meinem seinerzeitigen Beitrag geschrieben habe.

Trotzdem gab es darauf einige Kommentare worin kritisiert wurde, dass es ökologisch besser wäre, das Geschirr im Geschirrspüler zu reinigen. Verwiesen wurde mehrmals auf Studien im Internet, die besagen, dass das Spülen mit der Maschine weniger Wasser und weniger Strom verbraucht.

Nachforschend habe ich allerdings in dem Zusammenhang entdeckt, dass diese Studien von den namhaften Geschirrspüler-Herstellern finanziert wurden, was die Aussagekraft vielleicht dann doch ein wenig in Frage stellt. Abgesehen davon, dass die Herstellung des Geschirrspülers auch sehr ressourcenintensiv ist, was in diese Studien nicht einfließt.

Auf jeden Fall wollte ich mir selbst ein Bild machen und habe daher meine schon seit vielen Jahren geführte Stromverbrauchsliste mit großem Interesse beobachtet.

dieser Anblick ist nun Vergangenheit

dieser Anblick ist nun Vergangenheit

ich weiß es jetzt ganz genau

Schon seit fast 10 Jahren führe ich eine monatliche Statistik über unseren Stromverbrauch, die Verbrauchsaufzeichnungen gehen sogar 15 Jahre zurück. Ich habe 2 Stromzähler, einen für den sogenannten Tagstrom und einen für den Nachtstrom.

Mit dem Nachtstrom wird ausschließlich der Heißwasserboiler betrieben, der in der Nacht aufheizt. Der gesamte restliche Stromverbrauch läuft über den Tagstrom.

Jedes Monat lese ich am 1. den Stromverbrauch beider Zähler ab, trage das in eine Tabelle ein und vergleiche es mit dem jeweiligen Monat im Vorjahr. Seitdem ich das mache konnte ich durch ergänzende Maßnahmen den Stromverbrauch um über 40% reduzieren.

Durch den laufenden Monatsvergleich mit dem Vorjahr kann ich plötzlich auftretende Probleme besser beurteilen und rasch in den Griff bekommen.

Dadurch kann ich nun direkt vergleichen, wie sich das Ableben des Geschirrspülers bzw. der Umstieg auf Handwäsche auf den Stromverbrauch auswirkt.

Besonders genau habe ich natürlich den Nachtstrom beobachtet, da ich wissen wollte, ob wir tatsächlich viel mehr Warmwasser verbrauchen als vorher. Von einer Reduktion des Tagstromverbrauchs bin ich sowieso ausgegangen. Spannend war für mich vor allem der Gesamtvergleich, ob sich der Verzicht auf den Geschirrspüler auch wirklich auszahlt.

nun ist er weg, kein schöner Anblick!

nun ist er weg, kein schöner Anblick!

das überraschende Ergebnis

Nicht erwartet hatte ich, was sich letztendlich herausgestellt hat. Der Verbrauch an Nachtstrom ist in diesem Jahr unverändert gleich geblieben und der verbrauchte Tagstrom hat sich deutlich reduziert (rd. 300 kWh).

Wie kann es das geben? Auf den ersten Blick konnte ich mir das nicht erklären, da sich andere Gewohnheiten nicht verändert haben.

Bei genauerem Hinschauen wurde mir jedoch die Ursache klar. Da wir einen 45 cm Geschirrspüler hatten, wurden die Töpfe und großen Auflaufformen meist mit der Hand abgewaschen. Im Geschirrspüler wurden hauptsächlich Gläser, Besteck und Teller gewaschen.

Ganz offensichtlich ist es effizienter mehr Geschirr mit der Hand abzuwaschen als einzelne Teile. Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen, dass wir für den Abwasch vom restlichen Geschirr kein zusätzliches Wasser verbraucht haben und uns dafür die Spülgänge mit dem Geschirrspüler erspart haben.

Bei näherem Hinblicken hat mich das gar nicht mehr überrascht, auch wenn ich wirklich nicht damit gerechnet hatte.

Fazit

Ich bin total zufrieden mit unserer Entscheidung. Das Abwaschen mit der Hand ist nicht so viel Mehraufwand und wir verbrauchen weniger Strom und gleich viel Wasser wie vorher. Ein neuer Geschirrspüler musste nicht angeschafft werden.

Also war das aus ökologischer Sicht eine ganz und gar sinnvolle Maßnahme.

nun bin ich wieder zufrieden

nun bin ich wieder zufrieden

räumliche Lösung

Am Anfang hat mich sehr gestört, dass das Geschirr nun länger im Weg herum steht. Wir waschen meist nur 1 x pro Tag ab, auch das ist ökologisch durchaus sinnvoll.

Nachdem klar war, dass die Situation bleiben wird, wurde der Geschirrspüler ausgebaut und durch ein Regal, das durch meine letzten Entrümpelungsaktionen im ehemaligen Zimmer meiner Tochter leer wurde, ersetzt.

Das Regal musste nur ein klein wenig adaptiert werden, um in das Loch zu passen, das der Geschirrspüler hinterlassen hat. Insbesondere die Höhe und Tiefe des letzten Brettes wurde genau an die Abschlussleiste der Küchenzeile angepasst. Auf dem oberen Bild ist das vielleicht zu sehen.

Nun stellen wir das schmutzige Geschirr in dieses Regal hinein und es stört nicht mehr auf der Arbeitsfläche.

Alles in allem für mich eine perfekte widerstandistzweckmaessig Aktion!

ich liebe mein neues Regal in der Küche

ich liebe mein neues Regal in der Küche



Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit wird die Linkparty vom Blog verrücktes Huhn durchgeführt.

Banner fix itfix it – reparieren ist nachhaltig

Natürlich darf dieser Beitrag auch bei meiner Linkparty „fix it – reparieren ist nachhaltig“ nicht fehlen.


Weiters verlinkt zu Create in Austria, Creadienstag, Handmade on Tuesday, Dienstagsdinge, Upcyclinglinkparty und happyrecycling

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R.I.P. – ich werde dich vermissen

Als ich voriges Jahr in meinem Beitrag „Der Geschirrspüler – Feind des Minimalismus“ laut darüber nachdachte, ob ich mir wieder einen neuen Geschirrspüler anschaffen würde, wenn meiner kaputt geht, hätte ich nicht erwartet, dass dieser Umstand so bald eintreten würde.

Seit 21.3. ist es leider so weit, der Frühlingsbeginn brachte gleichzeitig auch einen sehr umfassenden Neubeginn in meiner Küche.

Nachdem er schon seit vielen Wochen gezickt hat, ist mein Geschirrspüler nun den Weg alles Irdischen gegangen und kaputt. Ich hatte das Leiden mit Kummerfalten auf der Stirn beobachtet und mich beinahe täglich gefragt, wie es wohl ohne ihn sein würde und ob ich damals den Mund nicht zu voll genommen habe.

so kenne ich ihn eigentlich gar nicht...

so kenne ich ihn eigentlich gar nicht…

Das Leben geht weiter

Wir haben uns tatsächlich entschieden, vorerst (man muss sich ja eine Hintertüre offen lassen) keinen neuen Geschirrspüler anzuschaffen. Und es klappt bis jetzt besser als erwartet, ein wenig Neuorganisation ist natürlich nötig.

Abgewaschen wird nur 1-2 mal pro Tag, wir sind faul, aber es ist auch ökologisch sinnvoll. Das Frühstücksgeschirr darf zu Mittag abgewaschen werden. Und wenn wir am Abend nicht viel gebraucht haben, dann wird das auch bis zum nächsten Abwasch zu Mittag stehen gelassen.

Meine Theorie bestätigt sich

Dass der Geschirrspüler der Feind des Minimalismus ist, bestätigt sich immer mehr. Es geht nämlich viel einfacher. Seitdem mit der Hand abgewaschen wird, verbrauchen wir viel weniger Geschirr.

Ja, ja, Faulheit ist auch eine gute Motivation, ich gebe es zu. Aber es ist auch gut für die Umwelt, darüber kann man nicht streiten.

Kurz darauf habe ich auch gleich einiges in der Küche aussortiert, was wir eigentlich schon länger nicht verwendet haben. Noch ein Pluspunkt mehr ohne Geschirrspüler zu leben. Ich habe jetzt wieder mehr Platz.

plastikfreie Küche

Mein Geschirrspülmittel kaufe ich offen im Bioladen, es wird in die mitgebrachte Flasche abgefüllt. Die Kosten dafür liegen unter 2,– Euro.

Danach fülle ich das Handwaschmittel in einen Spender aus Edelstahl um, damit es gut dosiert werden kann.

Plastikfreiheit beim Abwasch

Plastikfreiheit beim Abwasch

Abgewaschen wird mit selbst gemachten Spültüchern sowie gestrickten und gehäkelten Spülschwämmen. In den Kommentaren zu den Spülschwämmen habe ich einige Anleitungen verlinkt.

Für Flaschen gibt es Flaschenbürsten und fürs Grobe hilft der Edelstahlschwamm, damit wird jeder Topf wieder sauber.

Abwasch collage

Die Abtropftasse aus Plastik habe ich schon vor ganz langer Zeit entsorgt. Das abgewaschene Geschirr wird einfach auf der Ablagefläche von der Abwasch gestapelt und abtropfen gelassen.

ökologischer Aspekt

Im Internet findet man auf vielen Seite Vergleiche „Geschirrspüler – Handabwasch“ und es wird immer wieder in verschiedenen Varianten erklärt, dass das Abspülen mit der Maschine ökologisch sinnvoller und auch kostengünstiger ist.

Abgesehen davon, dass die zitierten Studien von Herstellern von Geschirrspülmaschinen finanziert wurden, zweifle ich auch aus anderen Gründen das Ergebnis an.

Beim Vergleich Abwasch mit der Hand und Abwasch mit dem Geschirrspüler wurde nämlich die Produktion der Geschirrspülmaschine einfach nicht berücksichtigt. Und dieser Faktor ist meiner Meinung nach nicht unerheblich, wenn man beides miteinander vergleicht.

Auch vom Müllaufkommen her macht für mich der Umstieg total viel Sinn. Das Handwaschmittel kann ich unverpackt kaufen während Geschirrspülpulver, Tabs & Co nicht ohne Plastikverpackung auskommen.

Wasserverbrauch

In den Vergleichen wird immer wieder angeführt, dass die Geschirrspülmaschine deutlich weniger Wasser verbraucht als die Handwäsche. Abgesehen davon, dass das Vorreinigen vom Geschirr nicht in diesen Vergleich eingeflossen ist, gibt es viele Möglichkeiten, den Wasserverbrauch bei der Handwäsche deutlich zu reduzieren.

* Um das Geschirr anzuweichen verwenden wir nicht extra Wasser sondern das Wasser, das sowieso zwischendurch beim Händewaschen aus dem Hahn fließt.

* Das Einweichwasser vom Topf kann zum Vorspülen verwendet werden.

* Kein Abwasch unter fließendem Wasser.

* Wir verwenden den Weitling um das Geschirr abzuwaschen. Da passt deutlich weniger Wasser hinein als in die Abwaschtasse, das spart ebenfalls Wasser.

* Nicht alles muss sofort abgewaschen werden. Wenn man das Frühstücksgeschirr gemeinsam mit dem Mittagsgeschirr abwäscht spart das Wasser und Spülmittel.

So sieht es beim Abwasch in der Küche aus

So sieht es beim Abwasch in der Küche aus

Bei meinem letzten Abwasch habe ich die benötigte Wassermenge gemessen. Es waren rund 8 l, die ich für abwaschen und spülen insgesamt verbraucht habe. Laut Internet verbraucht der Abwasch mit der Hand rund 46 l (=2 x Waschbecken voll Wasser). Diese Menge kann ich wirklich nicht bestätigen. Die Spülmaschine benötigt rd. 15 l pro Spülgang.

weniger ist mehr

Wenn wir uns entschließen, den Geschirrspüler wirklich endgültig aufzugeben, wird Herr Widerstand diesen ausbauen und aus der dadurch entstehenden Lücke ein Regal bauen. Nachdem die Küche sehr klein ist, wird das einen guten Zuwachs an Platz bedeuten.

Das ist natürlich eine zusätzliche Motivation, auf den Geschirrspüler zu verzichten!


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