Wer hat an der Uhr gedreht?

Manchmal kann ich Menschen verstehen, die sagen „Dazu haben ich einfach keine Zeit“, wenn es darum geht, etwas selbst zu machen statt das fertige Produkt zu kaufen.

Es ist ja so praktisch! Es wird uns so viel Arbeit abgenommen! Der Kuchen ist schon gebacken, ich brauche nur noch die Kunststoffverpackung zu öffnen und schon kann ich mir ein Stück abschneiden und genießen.

Kein Trennen von Eiern, schaumig rühren von Butter, Unterheben vom Mehl, kein Ausfetten der Backform, kein Warten bis der Kuchen gebacken und ausgekühlt, gefüllt und verziert ist. Und vor allem auch kein Berg Geschirr abzuwaschen.

Der Faktor Zeit ist heute sehr wichtig

Es gibt ja so einen Fülle an Möglichkeiten, was wir alles tun könnten! Und der Alltag raubt uns die Zeit. Will ich wirklich in der Küche stehen um mein Essen zuzubereiten, wenn ich deshalb so viel anderes verpasse?

Wo finde ich die Zeit für das, was mir wichtig ist?

Wo finde ich die Zeit für das, was mir wichtig ist?

Beispiel Kohlsprossen (Rosenkohl)

In letzter Zeit habe ich im Rahmen meiner Tätigkeit für Foodsharing ab und zu Kohlsprossen bekommen. Wir lieben Kohlsprossen, daher habe ich mich darüber sehr gefreut.

Übrigens – so sehen die Kohlsprossen aus, wenn sie noch im Garten oder am Feld wachsen.

so wachsen die Kohlsprossen im Garten

so wachsen die Kohlsprossen im Garten

Und so sehen sie aus, wenn man sie im Geschäft oder beim Bauern kauft. Die Kohlsprossen müssen noch geputzt werden, damit man sie weiterverarbeiten kann.

die Kohlsprossen müssen noch geputzt werden

die Kohlsprossen müssen noch geputzt werden

Eines Abends als ich Kohlsprossen kochen wollte, hat sich in mir ein Widerwille geregt. Da war der Gedanke „Nicht schon wieder eine halbe Stunde vor den Kohlsprossen stehen, nur damit sie geputzt sind. Gekocht wollen sie ja auch noch werden.“

Irgendwie hatte ich auf einmal sehr viel Verständnis dafür, dass manche Menschen lieber Fertigprodukte statt das Gemüse vom Bauernmarkt kaufen, weil es danach noch vorbereitet werden muss.

eine halbe Stunde Arbeit später

eine halbe Stunde Arbeit später

Diese Gedanken sind mir durch den Kopf gegangen, während die ich äußeren Schalen abgeschnitten habe. Eine halbe Stunde später hatte ich dann endlich eine Schüssel voll kochfertiger Kohlsprossen und habe mir gedacht, das wäre wirklich sehr viel einfacher gegangen. Ein einziger Schnitt mit der Schere und ich hätte ein halbe Stunde Zeit gehabt um zu lesen oder Spazieren zu gehen oder was auch immer.

tiefgekühle convenience food

tiefgekühle convenience food

Ich gestehe es unumwunden – in dem Moment habe ich jene Menschen beneidet, die einfach einen Beutel tiefgekühltes Gemüse nehmen und diese Zeit für was auch immer haben.

Und gar nicht über die ganze Problematik mit dem Plastikmüll und die Umwelt nachdenken. Denen es vielleicht noch nicht einmal bewusst ist, wie problematisch der ganze Müll für die Umwelt wirklich ist und die Art, wie wir uns heute ernähren (Art des Anbaus, Düngung/Insektenschutz, industrielle Aufbereitung, Verpackung, lange Transportwege…).

das Essen ist fertig

das Essen ist fertig

Als ich die Kohlsprossen in der Pfanne gebraten und anschließend gedünstet habe, der Geruch in meine Nase stieg und ich mich auf das Kartoffelpüree als Beilage gefreut habe, wusste ich wieder, warum ich mich doch in die Küche stelle. Auch wenn es mir nicht immer leicht fällt.

Ja, manchmal kann ich Menschen verstehen, die sagen „Dazu haben ich einfach keine Zeit“. Ich hätte auch gerne etwas mehr davon und überlege manchmal, wo ich sie herbekomme, die Zeit um all das zu machen, was ich gerne machen möchte. Aber meistens denke ich anders darüber.


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Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Kastanienwaschmittel für den Vorrat

Das Thema „Wäsche waschen“ hat mich im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit und Verpackungsmüll immer wieder einmal beschäftigt. Ich habe mittlerweile einige verschiedene Varianten durch, ganz zufrieden war ich jedoch leider bisher noch mit keiner.

im Herbst ist Kastanienzeit

Dieses Jahr hatten wir uns vorgenommen endlich Kastanien als Waschmittel zu testen. Anleitungen sind im Internet und auf den Blogs einige zu finden und gerade in letzter Zeit ist vermehrt darüber zu lesen. Eh klar – ist ja gerade Herbst und die beste Zeit Kastanien am Boden zu finden.

Es waren einige Versuche nötig, bis wir auf die für uns perfekte Lösung gekommen sind. Frische Kastanien für das Waschmittel zu verwenden ist ja keine Hexerei. Aber wie auf vielen Blogs zu lesen ist, gibt es leider Probleme mit der späteren Verwendung. Die Frage war daher, wie können wir die Kastanien lagern, um auch später im Winter, Frühjahr oder gar bis in den Sommer welche zum Waschen zur Verfügung zu haben.

Erster Versuch gescheitert

Als erstes haben wir die gesammelten Kastanien einfach ausgebreitet und versucht, luftig zu trocknen (viel lockerer gelagert als auf dem Bild zu sehen ist!).

unsere gesammelten Kastanien fürs Waschmittel

unsere gesammelten Kastanien fürs Waschmittel

Das ist aus zwei Gründen gescheitert. Einerseits sind aus unerklärlichen Gründen ganz schön viele schimmlig geworden und andererseits war es eigentlich unmöglich, die harten Kastanien zu schälen.

Das war wohl nix.

Nachdem ich bei „Birthes bunter blog-garten“ von ihren Problemen mit dem Trocknen von den bereits zerteilten Kastanien gelesen habe, hat Herr Widerstand eine ganz andere Lösung gefunden, die ich heute mit Dir teilen möchte.

Kastanien für das Waschmittel haltbar machen

Auch wenn wir die Kastanien nur für Buntwäsche verwenden wollen, haben wir uns dafür entschieden, die Kastanien von den Schalen zu befreien. Mit einem kleinen scharfen Messer hat Herr Widerstand daher die Kastanien geschält.

die Kastanien werden von den Schalen befreit

die Kastanien werden von den Schalen befreit

Am nächsten Tag (die Finger brauchen ein wenig Schonung!) werden die Kastanien sodann in kleine Stücke geschnitten und auf einem Backblech zum Trocknen ausgelegt.

Damit das Trocknen zügig erfolgen kann, haben wir die Restwärme vom Backrohr verwendet. In letzter Zeit gab es öfters Auflauf und ich habe auch regelmäßig Kuchen für Herrn Widerstand gebacken. Eine kleine Belohnung muss schon sein…

in kleine Stücke geschnitten und zum Trocknen ausgelegt

in kleine Stücke geschnitten und zum Trocknen ausgelegt

Sobald die Kastanienschnitze ausreichend trocken sind, werden sie in einen Baumwollsack umgefüllt. Darin bewahren wir sie auf, bis sie ihrer Bestimmung folgen und zu Waschmittel werden.

luftige Aufbewahrung im Baumwollsack

luftige Aufbewahrung im Baumwollsack

Wir hatten viel Glück, da wir einen Kastanienbaum gefunden haben, bei dem noch niemand geerntet hatte. Im Keller warten noch immer ganz schön viele Kastanien darauf geschält zu werden.

warum so viel Mühe?

Wenn man die Kastanien so stark zerkleinert, wie wir das machen, dann ist die Ausbeute deutlich höher und man braucht weniger Kastanien für die Herstellung vom Waschmittel. Damit reduziert sich im Grunde der Aufwand wieder deutlich bzw. kann man, auch wenn man nicht so viele Kastanien gefunden hat, viele Maschinen Wäsche waschen.

In vielen Anleitungen ist die Rede von 5-8 Kastanien auf 250 – 300 ml Flüssigkeit (=1 Waschmaschinenladung). Durch das Zerkleinern reduziert sich der Kastanienbedarf um 75% (siehe Dosierung)! Da zahlt sich der Aufwand schon aus finde ich.

Kastanienwaschmittel selber machen

Und nun kommt die Anleitung, wie man das Waschmittel macht.

3-4 EL Kastanienschnitze*)
400 ml Wasser

*) das entspricht in etwa 3-4 Kastanien

Die Kastanienschnitze werden mit dem Wasser bedeckt ca. 1 Tag stehen gelassen.

Danach kannst Du das Waschmittel in eine Flasche umfüllen bzw. sofort verwenden.

Die Kastanien können insgesamt zwei Mal für die Herstellung von Kastanienwaschmittel verwendet werden. Daher füllen wir das Glas anschließend gleich noch einmal mit Wasser auf.

unser Kastanienwaschmittel

unser Kastanienwaschmittel

Dosierung

Pro Waschmaschinenladung verwenden wir genau die Hälfte, sprich 200 ml Flüssigkeit. Das bedeutet, dass wir mit den 3-4 EL Kastanienschnitzen genau 4 x Wäsche waschen. Anders ausgedrückt – pro Kastanie kann man 1 x Wäsche waschen! In den meisten anderen Anleitungen kommt man auf 3-4 Kastanien pro Waschladung. Das ist schon ein großer Unterschied finde ich.

Haltbarkeit

Das fertige Waschmittel ist nur sehr kurz haltbar. Wir setzen daher nur dann Waschmittel an, wenn wir mindestens 2 Waschmaschinenladungen auf einmal waschen wollen und voraussichtlich in den nächsten beiden Tagen wieder Wäsche waschen müssen.

Praxistest

Im Internet findet man sehr unterschiedliche Meinungen zum Kastanienwaschmittel. Einige kritisieren, dass die Wäsche mit der Zeit nicht mehr so gut riecht.

Das Problem liegt wohl hauptsächlich darin, dass Kastanien organisch sind und immer eine kleine Restmenge an Flüssigkeit in der Waschmaschine zurück bleibt. Gerade wenn nicht so häufig gewaschen wird, kann das dann zu Veränderungen beim Geruch führen.

Wir haben das Problem für uns so gelöst, dass wir ab und zu mit einem konventionellen Waschmittel waschen, dadurch hatten wir noch nie ein Geruchsproblem.

Die Wäsche wird wirklich wunderbar sauber und ist völlig geruchlos. Wir sind sehr zufrieden mit dieser Möglichkeit, die nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern uns noch dazu von der Natur geschenkt wird.

Fazit

Die Wäsche mit Kastanien zu waschen ist eine wirklich einfache, ökologisch sinnvolle und noch dazu billige Möglichkeit, die Schmutzwäsche zu waschen ohne Verpackungsmüll zu produzieren.

Leider ist es wohl die zeitintensivste Methode Waschmittel selbst herzustellen – dafür allerdings gratis.

Das Sammeln der Kastanien macht Spaß und geht auch schnell. Das ist der einfachste Teil der Sache.

Das Schälen ist sehr arbeitsintensiv und eine recht große Belastung für die Finger (Blasen!).

Schneiden und Trocknen geht wiederum relativ flott. Aus ökologischen Gründen sollte man für das Trocknen der Kastanien das Backrohr natürlich nicht extra andrehen. Das haben wir bisher auch noch nie gemacht.

Das Ansetzen vom Waschmittel ist schnell erledigt und unkompliziert. Also wenn man die Kastanienschnitze einmal hat, dann ist es wirklich einfach.

Ich gestehe unumwunden, ohne Herrn Widerstands fleißige Hände (deshalb habe ich auch immer in WIR-Form geschrieben) würde ich wohl daran verzweifeln. Ganz ehrlich – ich backe lieber Kuchen und koche Marmelade ein oder was auch immer.

Durch die Unterstützung von Herrn Widerstand werden wir jedoch voraussichtlich bis zum nächsten Herbst ausreichend Kastanienwaschmittel haben.

Unter anderem auf „Smarticular“ ist zu lesen, dass man die Kastanien auch mit der Küchenmaschine zu einem Pulver zerkleinern kann. Das klingt nach einer großen Verlockung wenn ich ehrlich bin. Allerdings sind die Kastanien – auch wenn sie noch relativ frisch sind – recht hart. Ich vermute, dass die Schneidemesser der Küchenmaschine nach so einer Kastanienzerkleinerung für anderes nicht mehr wirklich zu gebrauchen sind. Das finde ich dann auch nicht so sinnvoll, daher bleiben wir bei der hier vorgestellten Methode.

kastanienwaschmittel-anleitung


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Im Index selbst.gemacht findest Du eine Übersicht über alle bisherigen DIY-Beiträge.

Müll reduzieren während den Tagen – Teil 9. [mit Verlosung]

Vor kurzem habe ich ein Mail von Kulmine erhalten, in dem ich eingeladen wurde, die neue Stoffbinde „Hela“ zu testen.

Entdeckt hatte ich sie bereits einige Zeit davor und war von dem innovativen System sehr angetan. Daher habe ich mich über das Mail sehr gefreut und gerne zugesagt.*)

müllreduzierter und plastikfreier Versand

Nur wenige Tage später habe ich das kleine Päckchen bekommen und war hoch erfreut, dass der Versand sehr müllreduziert und plastikfrei erfolgte.

Bitte schön wer braucht auch schon Stoffbinden, die man auf jeden Fall vor dem ersten Gebrauch waschen soll (damit sie gut saugen) keimfrei in Plastik verpackt?

Es ist auch nicht jede Stoffbinde einzeln in Papier verpackt, sondern alle gleichartigen Binden wurden in ein einziges Seidenpapier eingedreht.

minimalistisch in losem Seidenpapier verpackt

minimalistisch in losem Seidenpapier verpackt

Hela – die neue Stoff-Falt-Binde mit Steg

Das neue Konzept finde ich einfach genial und frage mich ernsthaft, warum noch niemand vorher darauf gekommen ist.

Es wurden die Vorteile von den Flügelbinden und den Faltbinden miteinander kombiniert, heraus gekommen ist eine Faltbinde in Form von einem H. Durch den Steg wird der Slip vor einer möglichen seitlichen Verschmutzung geschützt und die beiden Seitenteile können unterschiedlich gefaltet werden, sodass frau eine zusätzliche frische Lage nach oben falten kann.

die neue Stoff-Falt-Binde Hela mit Steg

die neue Stoff-Falt-Binde Hela mit Steg

Auf dem Foto sieht man alle 3 Größen, die angeboten werden. Im Vordergrund Mini in kräftigem Rot, sie ist deutlich kleiner als die beiden anderen, der Steg ist schmäler und kürzer. Ich finde, sie ist perfekt für junge Mädchen und zierliche Frauen geeignet (ca. bis Kleidergröße 36/38).

Oberhalb sind die Hela midi in himbeer und die Hela maxi in blau zu sehen. Am mittleren Bild übereinander gelegt kann man erkennen, dass sowohl der Steg als auch die Flügel genau gleich breit sind. Einzig bei der maxi ist eine Seite um 2 cm länger gearbeitet.

Durch die Extralänge ist sie besonders auslaufsicher in der Nacht. Je nachdem ob man Rücken- oder Bauchschläfer ist, kann man sie unterschiedlich einlegen.

Sehr genial finde ich auch, dass diese Binde ganz ohne Druckknöpfe auskommt und daher ein mögliches Verschleißteil wegfällt.

doppelt hält besser

Was mir besonders gefällt – darüber habe ich bereits seinerzeit im Beitrag über die Stoffbinden geschrieben – ist die besondere Flexibilität, die frau durch das System hat. Es ist möglich Slipeinlagen oder classische Binden mit den Helas zu kombinieren und dadurch die Saugstärke zu erhöhen.

Mini.Slipeinlage classic kombiniert mit Hela midi

Mini.Slipeinlage classic kombiniert mit Hela midi

Bild links oben – die mini Slipeinlage wird auf die Hela mini aufgelegt, rechts davon habe ich sie zwischen die beiden Flügel der Hela midi eingelegt. Am rechten Bild sieht man beide Binden in zusammen gelegtem Zustand.

Am unteren Bild wird die Slipeinlage als Backup für den Slip verwendet und kommt zwischen Slip (den man sich zwischen den beiden Teilen vorstellen muss) und der Faltbinde zu liegen.

Die verschiedenen Stoffbindenmodelle im Vergleich

An dieser Stelle möchte ich noch einen kurzen Überblick über die verschiedenen Varianten von Stoffbinden geben.

vier verschiedene Modelle stehen zur Auswahl

vier verschiedene Modelle stehen zur Auswahl

Links in blau ist die Faltbinde zu sehen, das war bisher meine bevorzugte Wahl. Unglaublich flexibel und in Verbindung mit der freien Menstruation sehr langlebig, ich brauche durchschnittlich nur 2 Stück pro Tag.

Mit der Stoffbinde classic – hier in naturweiß – bin ich am wenigsten glücklich. Durch die Stärke vom Stoff trocknet sie viel schlechter und ich bilde mir ein, dass sie auch nicht so gut sauber wird wie die dünne Faltbinde (das kann möglicherweise aber auch an der Farbe liegen). Trotzdem kein Seitenschutz besteht, habe ich noch nie über den Rand hinaus geblutet.

Ganz rechts ist in rot die klassische Flügelbinde zu sehen. Ich mag sie deutlich lieber als die einfache klassische Stoffbinde, aber bis jetzt konnte auch sie die Faltbinde nicht schlagen.

Am unteren Bild sieht man noch einmal die neue Hela-Stoff-Falt-Binde in den 3 verschiedenen Größen. Wie schon oben beschrieben vereint sie die Stärke der Faltbinde mit dem Plus an Wäscheschutz der Flügelbinde.

Was legt der Osterhase dieses Jahr ins Nest?

Von Kulmine wurden für diesen Beitrag 3 weitere Testpakete zur Verfügung gestellt. Ich freue mich daher sehr, dass ich 3 Leserinnen eine Freude machen kann!

ja ist denn schon Ostern?

ja ist denn schon Ostern?

Jedes Testset besteht aus einer Slipeinlage classic mini, einer Stoff-Falt-Slipeinlage „Libelle“ mini (Infos dazu sind im Beitrag waschbare Slipeinlagen zu finden) und je einer Stoff-Falt-Binde „Hela“ midi und maxi in verschiedenen Farben.

2 Testpakete verlose ich unter den Kommentaren hier am Blog und das dritte Testpaket wird auf Facebook unter den Antworten zu diesem Beitragslink verlost.

Seit kurzem hat mein Blog nun endlich auch eine eigene Blogseite auf Facebook, ich freue mich sehr über ein „gefällt mir“ von Dir.

finde_mich_auf_facebook

Infos zur Verlosung

Alle Kommentare, die bis 24h des 20. März 2016 abgegeben werden, landen im Lostopf. Bitte hinterlasse Dein Mailadresse, damit ich Dich kontaktieren kann, wenn Du gewonnen hast. Der Versand erfolgt durch mich persönlich, es werden keine Adressen weitergegeben.

Die Gewinner werde ich zusätzlich hier in diesem Beitrag bekannt geben.

Edit 21.3.2016

Von der Menge an Kommentaren zu diesem Beitrag war ich völlig überwältigt! Ich habe mich wirklich unglaublich darüber gefreut, dass sich so viel für alternative Monatshygieneprodukte interessieren. Ein sehr wichtiges Thema, wie ich finde.

Gewinnen konnten natürlich nicht alle, es musste das Los entscheiden. Via FB wurde Sabrina gezogen und über die Kommentare auf meinen Blog ist das Los auf Daniela und Antonia gefallen.

Ich gratuliere allen sehr herzlich und werde noch heute Kontakt aufnehmen.

Gewinnerinnen


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Müll reduzieren während den Tagen – Teil 6. – waschbare Slipeinlagen
Müll reduzieren während den Tagen – Teil 8. – Stoffbinden im Urlaub

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

*) Die gezeigten Stoffbinden wurden von Kulmine gratis zur Verfügung gestellt.
Der Inhalt dieses Beitrags spiegelt meine persönliche Erfahrung und Meinung mit Stoffbinden wider und wurde nicht bezahlt.

 

Vorstellung: Das Gramm

Graz bekommt einen Unverpacktladen

Bald kann man in Graz unverpackt einkaufen, denn im Frühjahr diesen Jahres wird der erste gänzlich verpackungsfreie Lebensmittelladen in Graz eröffnet werden.

“Das Gramm” soll er heißen, weil man hier seine Lebensmitteleinkäufe grammgenau auf den eigenen Bedarf abstimmen kann. Das spart neben Einweg-Verpackungs-Müll auch noch Lebensmittelabfälle.

die Waage als Symbol für "das Gramm"

die Waage als Symbol für „das Gramm“

Müll reduzieren beim Einkauf

Für den Einkauf bringt man entweder eigene Behälter mit oder leiht bzw. kauft sich diese im Geschäft. Die Gefäße werden zuerst an der Kasse abgewogen und mit der Tara versehen, welche danach selbstverständlich wieder abgezogen wird.

Und für ganz Spontane wird es auch Papiersackerl geben, die man beim nächsten Einkauf selbstverständlich wieder mitbringen kann.

was wird es zu kaufen geben?

Neben saisonalem Obst und Gemüse, Milch und Milchprodukten, Fleischwaren, Tee, Kräutern, Gewürzen und frischem Brot werden auch Getreide und Getreideprodukte sowie Hülsenfrüchte verkauft werden.

Ergänzend dazu soll es eine Müsli- und eine Snackecke sowie Flüssiges wie z.B. Säfte, Bier, Wein, Essig, Öl u.ä. sowie Haltbares wie Marmelade und Honig geben.

auf dem Gruppenfoto ist ein Teil des Teams rund um "Das Gramm" zu sehen

auf dem Gruppenfoto ist ein Teil des Teams rund um „Das Gramm“ zu sehen

aktiv gegen Lebensmittelverschwendung

Neben dem Verkauf von Lebensmitteln will das engagierte Team rund um „das Gramm“ auch heiße und kalte Getränke sowie einen Mittagsteller anbieten.

Hier werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Anstatt Obst und Gemüse bei Herannahen des Verfallsdatums wegwerfen zu müssen, wird es zu Eintöpfen, Suppen, Currys, Aufläufen und Quiches verkocht bzw. das Obst zu Smoothies gemixt.

schon bald wird hier "Das Gramm" zu finden sein

schon bald wird hier „Das Gramm“ zu finden sein

wo?

Das Geschäft wird sich an einem Radweg und mit Blauzonen-Parkmöglichkeiten vor der Haustüre in der Innenstadt von Graz befinden. Für die warmen Monate ist auch ein kleiner Gastgarten eingeplant.

Edit 16.2.2016

Der Knackpunkt der Finanzierung wurde erreicht und so konnte heute mit großer Freude die offizielle Anschrift bekannt gegeben werden.
„Das Gramm“ wird in die Neutorgasse 7, ganz in der Nähe von Hauptplatz und Hauptbrücke, einziehen.

Die Personen hinter dem Projekt

Verena Kassar und Sarah Reindl (v.l.n.r.)

Verena Kassar und Sarah Reindl (v.l.n.r.)

Verena Kassar und Sarah Reindl wollen mit ihrem geplanten Unverpacktladen etwas Gutes von früher ins Jetzt zu holen und das Kostbare von Lebensmitteln begreifbar zu machen.

Lebensmittel sind wertvoll, ein Schatz, der von großen Ketten und Konzernen auf eine Weise dargestellt wird, die nicht mit ihren Wertvorstellungen zusammenpasst.

„Das Gramm“ soll auch ein Zeichen für selbstbestimmten Konsum sein und Einkaufen mit Hirn ermöglichen.

Startnext

Das ganze Projekt befindet sich gerade in der Finanzierungsphase, welche mittels Crowdfunding abläuft. Alle Infos dazu sind auf „Start next“ zu finden.

der Konsument hat die Macht

Ich betone es immer wieder in meinen verschiedenen Beiträgen, dass der Konsument die Macht hat. Diesmal ganz unmittelbar, denn wer unverpackt einkaufen will, der kann durch die Unterstützung von „das Gramm“ ein Zeichen setzen.

Durch den Kauf von u.a. Einkaufsgutscheinen über „Start next“ wird dieses sehr ambitionierte Unternehmen vorfinanziert, um auch ein Stückchen Unabhängigkeit von den Banken zu erreichen.

Und Du kannst morgen mit dem Geld einkaufen gehen, das Du heute zur Verfügung gestellt hast. Drei Fliegen mit einer Klappe – gut für Dich, für die Umwelt und für „das Gramm“.

Weil ich mich sehr darüber freue, dass es künftig einen Unverpacktladen in Graz geben wird, habe ich gleich am zweiten Zeichnungstag ein Paket Einkaufsgutscheine erworben.

Linktipp:

Homepage „Das Gramm“
„Das Gramm“ auf Facebook
„Start next“

start next

Mit diesem Beitrag möchte ich auf meine Art dieses tolle Projekt unterstützen, damit es in Zukunft noch mehr Möglichkeiten gibt, in Graz unverpackt einkaufen zu gehen.

Alle Bilder wurden von „Das Gramm“ zur Verfügung gestellt, das Copyright liegt bei Tinksi.


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Vorstellung: Bioladen Kornwaage
Vorstellung: Lunzers Maß-Greißlerei

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

Müll reduzieren während den Tagen – Teil 8.

Wie funktioniert das mit der alternativen Monatshygiene im Urlaub, wenn man nicht zu Hause ist?

Aufgrund der Nachfrage einer Leserin habe ich mich entschlossen, diese Serie um einen weiteren Teil zu ergänzen.

Wie in meiner Serie zur alternativen Menstruationshygiene zu lesen war, habe ich mich nach einigen Fehlversuchen für die Stoffbinde entschieden und bin nach wie vor sehr begeistert und zufrieden.

Endlich fühle ich mich während den Tagen wieder wohl. Lange Zeit hatte ich Tage davor schon Angst, weil es immer unangenehm und schmerzhaft war.

Als mein Urlaub näher kam, habe ich darüber nachgedacht, wie ich das wohl machen werde, wenn ich nicht zu Hause bin.

Urlaub in einem Hotel o.ä.

Zuerst dachte ich ja, ich werde ausnahmsweise wieder Tampons verwenden, weil noch einige zu Hause herumliegen. Aber bereits nach einer Anwendung habe ich mich anders entschieden.

Ich hatte vorsorglich einige Stoffbinden eingepackt und habe nun diese wiederum in Kombination mit der freien Menstruation verwendet.

Nach dem Gebrauch müssen sie natürlich eingeweicht und gereinigt werden. Dazu habe ich eine Plastikdose mit Deckel verwendet, die im Badezimmer nun für einige Stunden herum stand. Für das Reinigungspersonal war durch den Deckel nicht erkennbar, was darin ist und so hatte ich auch kein unangenehmes Gefühl dabei.

Nach einigen Stunden habe ich die Stoffbinde einfach mit der Handseife ausgewaschen und am überdachten Balkon aufgehängt.

Dadurch bin ich mit 5-6 meiner selbst genähten Stoffbinden gut über die Runden gekommen. Das hat nicht viel mehr Platz im Koffer weg genommen als eine Packung Tampons.

Auch mit den Stoffbinden am Balkon hatte ich kein Problem, wenn man es nicht weiß, dann sehen sie einfach wie Tücher aus und die meisten erkennen gar nicht, dass es sich um Stoffbinden handelt.

meine selbst genähten Faltbinden

meine selbst genähten Faltbinden

in der Wildnis

Nach den Erfahrungen im Juni habe ich natürlich auch in meinen Griechenlandurlaub die Stoffbinden mitgenommen. Insgesamt hatte ich zwei Tagbinden und zwei Nachtbinden in den Rucksack eingepackt und das hat sehr gut gereicht.

Auch in diesem Urlaub habe ich zum Einweichen eine Plastikdose verwendet und die Tücher danach im Bach ausgeschwemmt. Mit Hilfe der Olivenölseife sind keine Flecken zurück geblieben.

Die 4 Stoffbinden haben gut gereicht. Durch die Sonne wurden sie an der Leine immer sehr schnell trocken.

die gebrauchte Stoffbinde* wird in einer Dose eingeweicht

die gebrauchte Stoffbinde* wird in einer Dose eingeweicht

Auch in Griechenland war es über weite Teile der Zeit möglich, die freie Menstruation zu praktizieren. Ich war wirklich erstaunt, wie einfach das alles geklappt hat.

Vor 3 Jahren habe ich Tampons verwendet und das war eigentlich gar nicht so unproblematisch. Die gebrauchten Tampons wurden in einem eigenen Abfallsack gesammelt, der am Baum hing. Der Blutgeruch hat jedoch einige Insekten angezogen und plötzlich war da eine richtige Invasion von Ameisen, die den Müllsack zerbissen haben, um zu den Tampons zu gelangen. Durch die Sonne war die Geruchsbelästigung innerhalb von einem Tag auch schon gegeben.

Das habe ich mir diesmal alles erspart und finde, das ist ein großer Pluspunkt.

*) Anmerkung: Die Stoffbinde am Foto ist natürlich nicht gebraucht, es handelt sich um ein „gestelltes“ Foto.

Fazit

Wenn man nicht zu Hause ist, dann bedeutet es schon einiges an Organisation, um Stoffbinden verwenden zu können. Sicher ist es weniger Aufwand Wegwerfprodukte zu verwenden, das will ich gar nicht verschweigen.

Ich bin es gewohnt, dass vieles in meinem neuen Leben ein wenig organisatorischem Aufwands bedarf. Das macht mir aber nichts aus, denn dafür bekomme ich mehr Lebensqualität und das ist es mir wert.

Daher kann ich zusammenfassend nur sagen, dass es aus eigener Erfahrung auf jeden Fall gut und ohne großen Aufwand möglich ist auch auf der Reise im Urlaub Stoffbinden zu verwenden.

andere alternative Hygieneprodukte im Urlaub

Ergänzen möchte ich noch, dass natürlich auch die Menstruationstasse oder der Menstruationsschwamm gute Möglichkeiten sind, im Urlaub eine plastik- und müllfreie Menstruation zu praktizieren.

Beide Produkte sind in dem Fall natürlich noch unkomplizierter zu verwenden als Stoffbinden. Nachdem ich jedoch leider mit beiden Möglichkeiten aus verschiedenen Gründen nicht zurecht komme, war das für mich auch im Urlaub keine Alternative.

Die Leserfrage ging speziell um Stoffbinden im Urlaub, was ich in diesem Beitrag wirklich sehr gerne aufgegriffen habe.


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Müll reduzieren während den Tagen – Teil 7.

In meinem Beitrag über das Menstruationsschwämmchen habe ich zwei Menstruationsschwämmchen verlost und im Gegenzug dazu um einen Erfahrungsbericht in Form eines Gastkommentars auf meinem Blog gebeten.

Heute ist es so weit und zur weiteren Ergänzung der Serie über alternative Menstruationshygiene wird der allererste Gastkommentar mit dem Erfahrungsbericht von Zauberweib auf meinem Blog erscheinen.

Für allgemeine Informationen zum Menstruationsschwämmchen bitte meinen ersten Beitrag anklicken.

Gastkommentar


Ich hatte das Glück, dass ich bei der Schwämmchen-Auslosung gezogen wurde. Vielen Dank noch einmal an Maria fürs Verschenken! (Noch dazu mit Porto ins Ausland!)

Zauberweibs Gewerkel

Nun habe ich eine Premiere – mein erster Gastbeitrag überhaupt! Üblicherweise blogge ich unter „Zauberweibs Gewerkel“ bzw. „Zauberweibs Blogexperiment.

zaubsi

Meine Themen sind hauptsächlich Handarbeiten, Recycling – und meine Blogrunde, auf der ich immer wieder auf teilenswerte Links stoße. Maria ist da immer wieder dabei [Anmerkung: Danke schön, ich freue mich immer total darüber, wenn Dir ein Beitrag von mir so gut gefällt, dass Du darauf verlinkst!]

Nun aber los: Nachdem es bei mir endlich soweit war, dass Anwendungsbedarf bestand, habe ich das Schwämmchen – wie in der Anleitung beschrieben – zunächst in Essigwasser eingeweicht, ca. eine Stunde.

man bekommt eine ausführliche Anleitung beim Kauf

man bekommt eine ausführliche Anleitung beim Kauf

Einführen des Schwämmchens

Da ich lange Jahre eine Mondtasse (Keeper) in Verwendung hatte, bin ich nicht davon ausgegangen, beim Einführen eines Schwämmchens auf Schwierigkeiten zu stoßen. Da wurde ich jedoch eines Besseren belehrt.

Nach dem dritten Anlauf (und einer beherzten Verkleinerung des Schwämmchens) hatte ich die Technik dann aber raus: Mit dem Finger an der Scheidenwand entlang hineinschieben – wenn eine erst weiß wie, klappt das wunderbar.

nass lässt sich der Schwamm ganz klein zusammendrücken

nass lässt sich der Schwamm ganz klein zusammendrücken

Da ich es mit der Schere zugeschnitten hatte, war das Schwämmchen nun natürlich relativ klein geworden. Damit war ich für ca. zwei Stunden versorgt. Bei dem größeren Teil, den man auch auf dem nachstehenden Foto sieht, auch drei Stunden.

hier sieht man den zugeschnittenen Schwamm

hier sieht man den zugeschnittenen Schwamm

Zeit zu wechseln

Im Gegensatz zur Mondtasse hält das Schwämmchen nicht dicht. Wenn es sich vollgesaugt hat, fühlst du es ein bisschen – höchste Zeit, die Toilette aufzusuchen. Ich glaube mich aber zu erinnern, dass das bei Tampons auch so ist, dass frau merkt, wenn Wechselzeit ist.

Es ist unumgänglich, ein Waschbecken zur Hand zu haben! Bei der Mondtasse geht das im Notfall schon mal: auskippen, wieder einsetzen, Finger notdürftig reinigen und halt das nächstverfügbare Waschbecken aufsuchen. Hier muss jedoch direkt eins vorhanden sein. Das Schwämmchen will ja ausgewaschen werden. Wenn eine die Mondtasse schon eklig findet, kommen Schwämmchen also keinesfalls in Frage.

Wechseln geht sehr einfach. Falls der vorgesogene Schwamm nicht eh schon nach vorne gerutscht ist, einfach ein bisschen pressen (dran denken, dass der nicht dicht hält) und dann mit den Fingern rausziehen. Geht völlig einfach und unkompliziert – 100 Punkte.

Das Blut immer mit kaltem Wasser auswaschen damit es nicht gerinnt, danach aber gern etwas warmes Wasser drüberlaufen lassen, damit es beim Einsetzen angenehmer ist. Schwämmchen vorher gut ausdrücken.

Hygiene

den Schwamm immer trocken und luftig aufbewahren

den Schwamm immer trocken und luftig aufbewahren

Vor zwei Jahren bin ich auf Stoffbinden umgestiegen, da ich mit der Mondtasse nicht mehr so recht klar gekommen bin.

Die Stoffbinden werden im Deckeleimerchen mit kaltem Wasser eingeweicht, dann bei 60 Grad mitgewaschen und alles ist wieder sauber. An „Tröpfeltagen“ reicht notfalls auch mal bisschen gefaltetes Klopapier.

Die Schwämmchen hingegegen dürfen z.B. keinesfalls mit kochendem Wasser übergossen werden, da sie sonst porös werden. Einfach nur in (warmes) Essigwasser einlegen, gern auch über Nacht. Zwischen den Zyklen trocknen lassen sowie trocken und staubfrei z.B. in einem Baumwollsackerl aufbewahren. Der Hygiene sollte damit wirklich genüge getan werden – ein bisschen Skepsis bleibt bei mir allerdings.

Komfort

Der Tragekomfort ist super – nichts zu spüren. Außer das Schwämmchen möchte gewechselt werden, dann meldet es sich, was ja eher praktisch ist.

Stoffbinden haben den Nachteil, dass die Suppe manchmal im unpassenden Moment zu laufen beginnt. Da bringt das Schwämmchen ein dickes Plus an Sicherheit!

Allerdings beim Ausklingen der Blutung lohnt es sich nicht wirklich, extra rumzupfriemeln. Da ich bisher mit nur-Binden gut gefahren bin, kann ich mir den zusätzlichen Aufwand da also sparen.

Ich freu mich aber sehr, für die starken Tage und Nächte jetzt einen Extra-Schutz zu haben, der gerade auch im Arbeitsalltag spürbare Erleichterung bedeutet.

Was ich vorher nicht bedacht hatte, war, dass das Schwämmchen (naturgemäß) nicht dicht ist (im Vergleich zur Mondtasse). Das ist nicht weiter schlimm, da ich eh eine Binde zusätzlich trage. Ich hatte einfach vorher nicht daran gedacht und war daher sehr überrascht.

es gibt für jeden die richtige Größe

es gibt für jeden die richtige Größe

Fazit

Meine Empfehlung wäre, sich die größere Variante zuzulegen und auf zwei-drei unterschiedliche Stücke zuzuschneiden. So lässt es sich langsam an die passende Größe „herantasten“.

Ich bin sehr froh, dass ich diese Möglichkeit hatte. Und nochmal ein-zwei „Ersatz-Teile“ schaden schließlich auch nicht…

Falls eine von euch Schwämmchen nutzt und ich irgend etwas Wichtiges vergessen habe anzumerken – bitte sagen!

Dank nochmals an Maria für die Schwämmchen und die Gelegenheit, meinen Bericht hier gastzuposten.

Zauberweib



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Müll reduzieren während den Tagen – Teil 6.

In den bisherigen Teilen der Serie zur alternativen Monatshygiene habe ich mich vor allem mit „den“ Tagen beschäftigt.

Nicht nur am Ende der Menstruation braucht man einen Wäscheschutz, manche fühlen sich insgesamt wohler, wenn sie Slipeinlagen tragen.

Ich persönlich mochte das nie, aber vielleicht hat das auch daran gelegen, dass ich konventionelle Slipeinlagen einfach unangenehm empfunden habe und immer schon eine Aversion gegen Wegwerfprodukte hatte.

Waschbare Alternativen

Natürlich gibt es auch für Slipeinlagen waschbare Alternativen und davon gar nicht so wenige.

Im Shop von Kulmine sind viele verschiedene Varianten, je nach bevorzugter Größe, Farbe und Slipform zu finden. Sie sind aus Bio-Baumwolle, werden in Deutschland hergestellt und nahezu verpackungs- und vor allem plastikfrei geliefert.

die 3 gängigem Varianten sind hier zu sehen

die 3 gängigem Varianten sind hier zu sehen

Links im Bild ist die klassische Slipeinlage zu sehen, in der Mitte eine Slipeinlage mit Flügeln und rechts die Slipeinlage zum Falten.

Diese Varianten sind gleich wie bei den Stoffbinden.

Ergänzend gibt es noch ein ganz besonderes Produkt, eine Slipeinlage mit Flügeln zum Falten.

faltbare Slipeinlage mit Flügeln (midi + mini)

faltbare Slipeinlage mit Flügeln (midi + mini)

Alle Slipeinlagen gibt es in den Größen Mini und Midi. Auf den beiden Bildern sind die Größenunterschiede recht gut zu erkennen.

2 x mini und 2 x midi

2 x mini und 2 x midi

Übrigens gibt es neben den Farben rot, blau und natur nun auch ganz neu die Farbe „Himbeere“.

Mein Erfahrungsbericht

Ich bin noch immer kein Fan des ständigen Tragens von Slipeinlagen. Aber am Ende der Menstruation, wenn ich wirklich nur noch einen Sicherheitsschutz für den Slip haben möchte, ist die Slipeinlage aus Stoff definitiv eine Möglichkeit für mich.

Bisher habe ich an diesen Tagen einfach schwarze Slips getragen, da man hier keine bleibenden Flecken sieht.

Aber es gibt mir natürlich schon ein Gefühl von Sicherheit, wenn ich zusätzlich eine Slipeinlage trage.

Ganz klarer Testsieger ist für mich die faltbare Slipeinlage mit Flügeln. Ich bin einfach total begeistert ich von der Flexibilität der Faltlasche.

hier sind verschiedene Faltmöglichkeiten zu sehen

hier sind verschiedene Faltmöglichkeiten zu sehen

Durch die faltbare Lasche kann man die Slipeinlage ganz individuell gestalten. Vor allem ist es möglich, die Lasche so zu falten, dass man mehrmals eine frische Auflagefläche hat.

Zuerst trägt man die volle Länge der Lasche unterhalb der Flügel. Wenn man die Oberfläche frisch haben will, kann man die Lasche auf die andere Seite klappen und zuletzt sogar ein mal noch falten. Dadurch kommt man mit 1-2 Slipeinlagen wirklich durch den ganzen Tag.

Auf dem Foto unten sieht man die 3 Stufen des Tragens der Slipeinlage.

aus 1 mach 3

aus 1 mach 3

Die einfachen Slipeinlagen ohne Flügeln waren nicht so ganz mein Ding. Dadurch, dass sie so dünn und leicht sind, können sie beim Herabziehen vom Slip am WC leichter verrutschen oder gar zu Boden fallen und das hat mich ein wenig genervt.

Aber vielleicht habe ich ihnen aus Begeisterung über die faltbare Flügel-Slipeinlage einfach keine wirkliche Chance gegeben. Das mag sein. Nur wenn ich eine für mich perfekte Lösung habe, warum soll ich mich dann mit etwas anderem zufrieden geben?

Die einfache Slipeinlage mit Flügeln hat das oben geschilderte Problem natürlich nicht und ist definitiv auch eine Möglichkeit. Sie ist etwas dünner als die faltbare Slipeinlage mit Flügeln und insofern als reiner Wäscheschutz eine wirklich gute Möglichkeit.

Bezüglich der Wahl der Größe würde ich sagen, dass die Größe Mini vor allem für die kleineren Konfektionsgrößen bestens geeignet ist. In der Größe Mini gibt es übrigens auch eine Slipeinlage für String. Ich persönlich fühle mit mit der Größe Midi besser.

In Kombination mit der freien Menstruation kann mit ein wenig Übung tatsächlich bereits eine Slipeinlage als ergänzender Schutz während den Tagen ausreichen.


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Alle Beiträge zur alternativen Monatshygiene auf einen Blick

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Müll reduzieren während den Tagen – Teil 5.

Im ersten Teil der Serie habe ich über meine Beweggründe und die ersten Erfahrungen mit der Menstruationstasse berichtet. Der zweite Teil war dem Menstruationsschwämmchen gewidmet, im dritten Teil konntest Du über meinen erfolgreichen Versuch mit Stoffbinden zu lesen und im vierten Teil gab es eine Nähanleitung für Stoffbinden.

Heute schreibe ich über eine sehr außergewöhnliche Möglichkeit mit den monatlichen Blutungen umzugehen.

Die freie Menstruation

Im Internet bin ich über die Möglichkeit der „freien Menstruation“ gestolpert und das hat mich sofort angesprochen. Vor allem, weil ich mich schon seit längerer Zeit mit den historischen Aspekten der Menstruation befasse. Es muss ja eine sinnvolle natürliche Möglichkeit geben, damit umzugehen.

Wie schon in den Folgen davor geschrieben, hatte ich zuletzt einige Probleme mit der Benutzung von Tampons. Daher habe ich schon seit langem an den schwachen Tagen keinen Tampon verwendet und festgestellt, dass ich auch gar keinen Schutz brauche.

Ich habe einfach nicht geblutet und nur ab und zu, wenn ich am WC war, ist eine gewisse Menge an Blut abgegangen.

Lange Zeit habe ich das (ja ich bin manchmal naiv) für einen Zufall gehalten bis ich auf das Thema der freien Menstruation gestoßen bin.

Scheinbar habe ich auf eine sehr natürliche und instinktive Weise angefangen die Regelblutung zu kontrollieren.

Die Theorie dahinter

Wenn wir der Natur ihren Lauf lassen bemerken wir, dass wir gar nicht die ganze Zeit bluten sondern immer wieder einmal eine gewisse Menge an Blut abgeht. Das kommt davon, dass sich das Blut in der Gebärmutter sammelt und, erst wenn der Druck groß genug ist, durch den Muttermund abfließt.

Das kann man mit etwas Übung kontrollieren und dadurch rechtzeitig die Toilette aufsuchen, um das Blut dort heraus fließen zu lassen.

natürlicher geht es nicht

natürlicher geht es nicht

Erste Erfolge

Seitdem ich keine Tampons sondern die Stoffbinden verwende, konnte ich immer besser spüren, wann es so weit ist. Bereits am allerersten Tag meines Versuchs mit der freien Menstruation samt Stoffbinde als Backup habe ich fast das gesamte Blut bei den Toilettegängen abgelassen und die Stoffbinde hat dadurch den ganzen Tag gereicht.

Auch die erste Nacht war ganz und gar erstaunlich, die Stoffbinde war überhaupt nicht blutig, weil ich 3 Mal am WC war und das gesamte Blut dabei abgeronnen ist.

Alles eine Sache der Übung

Je länger ich die Stoffbinden verwendet habe, desto genauer habe ich die Anzeichen im Körper gespürt und konnte dadurch die benötigte Anzahl an Faltbinden deutlich reduzieren.

Es war für mich ganz und gar erstaunlich, der ganze Krampf mit der Menstruation in den letzten Jahren war einfach verschwunden. Ich habe mich die ganze Zeit total wohl gefühlt und die Regel war auch viel schneller vorbei.

Dazu habe ich auch im Internet eine Theorie gelesen, nämlich dass durch die Chemikalien in den Tampons und den Wegwerfbinden die Blutung verlängert wird, weil der Körper diese entgiften muss. Ob das stimmt weiß ich nicht, aber es hat eine gewisse Logik.

ich bin nun super ausgerüstet für die freie Menstruation

ich bin nun super ausgerüstet für die freie Menstruation

Mein Erfahrungsbericht

Natürlich kann ich mir nicht vorstellen, ganz ohne Schutz die freie Menstruation zu praktizieren, es befindet sich auch immer ein gewisses Restblut in der Scheide, sodass schon alleine daher ein gewisser Wäscheschutz nötig ist.

Die freie Menstruation hat auch nicht immer geklappt, manchmal war ich in Gedanken und manchmal habe ich mir gedacht, es geht schon noch ein bisschen. Aber ich mache mir da auch keinen Stress. Es war für mich einfach sehr verblüffend, dass das überhaupt funktionieren kann. Im Berufsalltag ist diese Methode wahrscheinlich gerade an den ganz starken Tagen nicht so einfach durchzuführen. Auch wenn man unterwegs ist und sich nicht ständig ein WC in der Nähe befindet, wird das möglicherweise nicht so gut klappen.

Erstaunlich finde ich, dass die Menstruationsschmerzen sehr eng im Zusammenhang mit Tampons gesehen werden. Durch die Tampons kann es zu Stauungen vom Blut in der Gebärmutter kommen.

Ich habe einige Erfahrungsberichte von Frauen gelesen, die extrem starke Schmerzen während den Tagen hatten, sodass sie nicht mehr arbeitsfähig waren. Und diese haben alle übereinstimmend erklärt, dass sie durch das Praktizieren der freien Menstruation innerhalb von wenigen Zyklen völlig schmerzfrei waren.

Da ich selbst dieses Problem in jungen Jahren hatte, hätte ich dieses Wissen gerne bereits früher gehabt!

Für mich hat sich eine neue Welt aufgetan. Nach all den Problemen und Schmerzen der letzten Jahre habe ich endlich wieder eine entspannte Menstruation und ein gutes Gefühl. Vor allem muss ich mich nicht mehr davor fürchten, auch tagelang danach noch durch schmerzhafte Verletzungen eingeschränkt zu sein.

Linktipp:

unabhängig von Tampon und Co
Freie Menstruation – die häufigsten Fragen

Buchtipp:

Regelschmerz ade!
Die freie Menstruation: Methode ohne Binden, Tampons und Co
von Caroline Oblasser

RegelschmerzadeIn dem Buch, das sich meiner Meinung nach vor allem an Mädchen und junge Frauen richtet, geht es nicht nur um die freie Menstruation sondern es wird vielmehr versucht die wichtigsten körperlichen Aspekte des Frauseins zu vermitteln.

Schmerzen bei der Menstruation können auch einen psychosomatischen Hintergrund haben, die Vorgänge zu kennen und sich mit dem eigenen Körper zu versöhnen ist in dem Fall sicher ein ganz wichtiger Punkt.

Es handelt sich um ein Arbeitsbuch, das sehr zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper anregt. Der zweite Teil des Buchs ist als Menstruationskalender gestaltet.

Ein weiteres Thema in dem Zusammenhang ist die natürliche Empfängnisverhütung.

Alles in allem ein kleines aber feines sehr praxisbezogenes Buch, das ich, nachdem ich es bereits ausgelesen habe, gerne meiner Tochter in die Hand drücken werde.

Fortsetzung folgt…

Ich bin mit diesem Thema noch immer nicht am Ende..


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Müll reduzieren während den Tagen – Teil 4.

Im ersten Teil der Serie habe ich über meine Beweggründe und die ersten Erfahrungen mit der Menstruationstasse berichtet. Der zweite Teil war dem Menstruationsschwämmchen gewidmet und im dritten Teil war über meinen erfolgreichen Versuch mit Stoffbinden zu lesen.

Wer mich kennt kann sich schon denken, was jetzt kommt. Richtig, ich habe Stoffbinden selbst gemacht und möchte diese heute zeigen.

Meine Wahl sind Faltbinden

Im Internet sind ja zahlreiche Anleitungen und Gratisschnittmuster für Flügelbinden zu finden, aber ich bin ehrlich gesagt mit den Faltbinden am besten zurecht gekommen.

Natürlich fühlen sich dünnere Flügelbinden viel besser an, aber die Möglichkeit, immer wieder eine frische Oberfläche zu haben, ohne ständig die Binde wechseln zu müssen, hat mich total überzeugt.

Die ursprünglichste Art der Monatshygiene

Irgendwie hat es für mich auch etwas archaisch Ursprüngliches. Ich fühle mich so mit den Vor-Vor-Vorgenerationen verbunden, da früher vielfach einfach Stofffetzen dafür verwendet wurden.

Ich habe daher im Kostnixladen nach einem geeigneten Stoff Ausschau gehalten und bin bei der Bettwäsche fündig geworden. Interessanterweise werden immer wieder Einzelteile von Bettwäsche abgegeben, die dann meist niemand haben will. Dabei habe ich 3 Kissenüberzüge aus Flanell gefunden und daraus Faltbinden in verschiedenen Größen genäht.

Das ist ganz einfach und geht unheimlich schnell.

Anleitung:

Nachdem ich sowieso unterschiedliche Varianten nähen wollte, habe ich je nach Größe des Kissenüberzuges flexibel die Maße gewählt.

Die Größe einer Faltbinde kann man im Prinzip wirklich nach eigenem Wunsch festlegen. Ich habe mich für 2 Varianten entschieden, die kleinere für den Tag und die größere für starke Tage bzw. in der Nacht. Wer noch mehr Sicherheit in der Nacht braucht, kann sie bis zu 30 cm lang machen.

Fertige Stoffbinde: 33 cm x 20 cm bzw. 42 cm x 23 cm

Zuschnitt: entweder 66 cm x 20 cm oder 33 cm x 40 cm bzw. 84 cm x 23 cm oder 42 cm x 46 cm

Wie gesagt, so ganz genau ist das nicht, man kann das durchaus an die eigenen Bedürfnisse (Körperbau, Stärke der Menstruationsblutung etc.) beziehungsweise an den vorhandenen Stoff anpassen.

Wenn man ein Kissen verwendet, werden als erstes die vorhandenen Nähte und die Knopflochleiste weggeschnitten, damit man den reinen Stoff hat.

Bei meinem ersten Versuch habe ich die Naht mitverwendet (ich wollte ja schlau sein und weniger zu nähen haben). Das war aber nicht so geschickt, weil die Binden nach dem Falten an dieser Stelle zu dick geworden sind.

vorbereitende Arbeiten fürs Nähen

vorbereitende Arbeiten fürs Nähen

Aus dem so vorbereiteten Stoff schneidest Du das gewünschte Maß zu. Danach wird das zugeschnittene Stoffteil in der Hälfte zusammen gelegt, gut gebügelt und mit Zickzack-Stich umnäht. Fertig, mehr ist nicht zu tun.

Durch die doppellagige Verarbeitung vom Stoff ergibt sich eine schöne Vorder- und Rückseite.

meine selbst genähten Faltbinden

meine selbst genähten Faltbinden

Links im Bild sieht man die fertig genähten Faltbinden und rechts sind sie zusammengefaltet zu sehen. Man sieht auf dem Bild auch gut den Größenunterschied nach dem Falten.

Faltanleitung:

Man kann die Faltbinden im Grunde falten wie man will, am unteren Bild sind 2 Möglichkeiten zu sehen.

Variante 1:

Der Stoff wird von beiden Seiten her 2 x gefaltet und dann zusammen gelegt. Das ergibt eine etwas schmälere dafür dickere Binde.

Variante 2:

Der Stoff wird von einer Seite her 2 x gefaltet und von der anderen Seite her nur 1 x gefaltet, dann ebenfalls zusammenlegen. Diese Binde ist etwas breiter und dafür nicht ganz so dick.

hier sieht man die beiden Faltvarianten

hier sieht man die beiden Faltvarianten

Aller guten Dinge sind in dem Fall zwei oder sogar drei

Wenn man die Faltbinde verwendet hat und die Flecken nicht in die Tiefe gehen, dann kann man einfach den unteren Teil nach oben umschlagen und hat so noch einmal eine frische Oberseite zur Verfügung.

Auf diese Art und Weise habe ich viel weniger Stoffbinden benötigt, als ich gedacht habe.

Mein Erfahrungsbericht

Die Möglichkeit der Faltbinden hat mich restlos überzeugt. Das war die entspannteste Menstruation seit vielen, vielen Jahren, die ich dadurch hatte. Ich möchte wirklich nie wieder Tampons verwenden.

Auch unterwegs ist das kein Problem, ich habe eine kleine Tasche mit zwei Fächern. Auf der einen Seite bewahrt man die sauberen Stoffbinden auf und auf der anderen Seite kommen die gebrauchten Stoffbinden hinein. Man kann aber natürlich auch einfach 2 verschiedene Beutel dafür verwenden.

meine Aufbewahrungstasche für Stoffbinden

meine Aufbewahrungstasche für Stoffbinden

Die Sache mit dem Waschen hat sich auch einfacher herausgestellt als gedacht. Während der Tage steht im Badezimmer ein kleinen Eimer mit kaltem Wasser in der Badewanne. Die gebrauchte Stoffbinde wird kurz im Waschbecken ausgewaschen und anschließend in diesem Eimer eingeweicht. Jeweils am Abend ist es gut, wenn man das Wasser wechselt, damit nichts zu riechen beginnt. Man braucht dazu nicht sehr viel Wasser, die Stofftücher sind sehr dünn und ich habe nicht sehr viele verbraucht. Wichtig ist, dass man zur Behandlung von Blut immer nur kaltes Wasser verwendet.

Am 3. Tag habe ich dann alles mit der normalen Buntwäsche mitgewaschen. Blut war zu dem Zeitpunkt schon keines mehr an den Faltbinden, das hatte sich durch das Einweichen bereits längst herausgelöst. Die Flecken habe ich nicht vorbehandelt, weil es mich einfach interessiert hat, was passiert.

Das Ergebnis der Wäsche war, dass ca. die Hälfte der Stoffbinden sauber wurden und auf der anderen Hälfte leichte Verfärbungen zu sehen sind.

Ich finde das jetzt nicht so schlimm, weil sauber sind sie ja trotzdem, sie haben ja nur ein paar Flecken bekommen. Wenn man einen dunkleren Stoff verwendet, sieht man wahrscheinlich gar nichts.

Wenn das jemanden stört, kann man die Flecken mit Gallseife vorbehandeln, dann ist sicher nichts mehr zu sehen. Mir war das aber nicht so wichtig.

Die selbst genähten Stoffbinden waren innerhalb von 4-6 Stunden auf der Wäscheleine wieder trocken. Man braucht wirklich keine riesigen Vorräte. Ich habe sowieso mehrere Maschine Wäsche pro Woche, da muss nichts extra gewaschen werden.

Eines möchte ich in dem Zusammenhang jedoch nicht verschweigen, die gekauften Stoffbinden von Kulmine fühlen sich besser an. Der Stoff ist weicher und angenehmer und durch die andere Verarbeitung mit der Verstärkung in der Mitte sind sie auch im Tragekomfort besser, weil sie an den Rändern (vorne und hinten) dünner sind.

Ökobilanz:

Ökologisch betrachtet ist das für mich die optimalste Lösung. Verwendet wurden gebrauchte Stoffe, die keiner mehr haben wollte. Die Gesamtmenge an Faltbinden, die ich während einer Menstruation verbraucht habe, entsprach ungefähr einem Handtuch. Der Mehraufwand beim Waschen ist daher wirklich sehr gering. Die Menge an zusätzlichem Wasser beim Ausspülen und Einweichen ist meiner Meinung nach im Vergleich zu Tampon und Binde (virtuelles Wasser!) sehr klein.

Fortsetzung folgt…

Vor kurzem bin ich im Internet auf eine sehr interessante Alternative gestoßen, das wird in meinem nächsten Beitrag das Thema sein.

Faltbinden Collage


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Müll reduzieren während den Tagen – Teil 3.

Im ersten Teil der Serie habe ich über meine Beweggründe und die ersten Erfahrungen mit der Menstruationstasse berichtet. Der zweite Teil war dem Menstruationsschwämmchen gewidmet.

Bisher dahin hatte ich keinen Erfolg und daher habe ich nach einer weiteren Alternative gesucht. Dazu habe ich mich gefragt, wie Frauen das früher gemacht haben und im Internet zur Geschichte der Menstruation recherchiert.

Die ursprünglichste Art der Monatshygiene

Nachdem ich bereits 2 Kinder mit Stoffwindeln gewickelt habe, ist es naheliegend den Stoffbinden eine Chance zu geben. Alle hier gezeigten Binden stammen aus dem Shop von Kulmine. Sie sind aus Bio-Baumwolle, werden in Deutschland hergestellt und nahezu verpackungsfrei geliefert. Vor allem wird völlig auf Plastik verzichtet, was ich wirklich sehr gut finde.

Es gibt auch viele andere Hersteller, meist werden jedoch nur Flügelbinden angeboten, weil diese den Wegwerfprodukten am ähnlichsten sind. Nach meinen Erfahrungen mit den ersten Stoffbinden, die ich gekauft habe, wollte ich unbedingt zusätzlich Faltbinden testen, da diese nicht nur flexibler sind sondern vor allem die Naht innen liegt.

Welche Arten von Stoffbinden gibt es?

Im Wesentlichen kann man 3 Varianten von Stoffbinden unterscheiden.

3 Arten von Stoffbinden sind gängig

3 Arten von Stoffbinden sind gängig

Links im Bild ist die Faltbinde zu sehen, in der Mitte eine einfache Stoffbinde und rechts sieht man eine Flügelbinde.

Die einfache Stoffbinde hält im Slip durch die Haftung von Stoff auf Stoff. Sie ist etwas dicker, um das Blut gut aufzusaugen. Allerdings kann es sein, dass rechts oder links etwas daneben geht. Aus diesem Grund wurde die Flügelbinde entwickelt. Diese schützt den Slip zuverlässig vor Verunreinigungen durch das Blut. Beide Binden haben den Nachteil, dass sie etwas dicker sind und deshalb einige Zeit zu trocknen brauchen, wenn man sie wäscht.

Die Faltbinde ist eine eher primitive Variante der Binde, sie besteht im Wesentlichen aus einem Stück Stoff, das in der Mitte verstärkt ist. Durch verschiedene Falttechniken kann man die Binde unterschiedlich dick zusammen legen.

das Falten ist sehr einfach

das Falten ist sehr einfach


Zusätzlich hat die Faltbinde den Vorteil, dass sie wirklich sehr rasch an der Wäscheleine trocknet. Außerdem kann man die gefalteten Teile gegengleich zusammenlegen und hat dadurch beim Tragen die Möglichkeit, noch einmal eine frische Oberfläche zu erhalten.

für alle Bedürfnisse eine Variante

für alle Bedürfnisse eine Variante


Die Faltbinde ist sehr flexibel

Mit der Faltbinde habe ich endlich auch eine Möglichkeit gefunden, flexibel auf die Stärke der Blutung zu reagieren. Für die Nacht und für die starke Regelblutung werden besonders große Faltbinden angeboten (siehe Bild oben in der Mitte). Außerdem ist es möglich, die einzelnen Teile zu kombinieren.

Flügelbinde in Kombination mit Faltbinde bzw. Stoffbinde

Flügelbinde in Kombination mit Faltbinde bzw. Stoffbinde

Waschen von Stoffbinden

Die Stoffbinden sind nicht ganz billig und die Erstanschaffung bedeutet schon einen größere Investition. Ich bin mir noch nicht sicher, wie viele Stoffbinden wirklich für einen Zyklus nötig sind, damit man nicht in Stress gerät. Das hängt natürlich auch von der Stärke der Blutung ab. Sicher ist, dass man unbedingt zwischendurch waschen sollte, damit man nicht zu viele kaufen muss.

Allerdings trocknen die Stoffbinden, insbesondere die Faltbinden, wirklich sehr rasch, sodass man mit ein bisschen Organisation nicht für alle Tage auf einmal gerüstet sein muss.

die Stoffbinden auf der Wäscheleine

die Stoffbinden auf der Wäscheleine

Nach der Verwendung sollten die Stoffbinden sofort in kaltes Wasser eingeweicht werden, am besten für einige Stunden. So vorbehandelt lässt sich das Blut sehr leicht herauswaschen. Man kann die Binden mit der anderen Wäsche mitwaschen.

Mir persönlich gefällt die Farbe rot am besten. Sowohl auf den roten als auch den blauen Stoffbinden sind mögliche Verfärbungen durch das Blut kaum sichtbar. Außerdem fällt bei uns am meisten dunkle Wäsche an, diese muss ich sowieso mehrmals pro Woche waschen.

Mein Erfahrungsbericht

Was soll ich sagen – ich bin begeistert! Nämlich wirklich ohne Einschränkung, das war nach vielen Jahren endlich einmal wieder eine Menstruation ohne Schmerzen. Ich habe die Tampons keine Minute vermisst.

Mit allen hier gezeigten Stoffbinden bin ich hervorragend zurecht gekommen. Sie sind weich und fühlen sich richtig gut an. Auch bei den „konventionellen“ Stoffbinden haben die Nähte – im Gegensatz zu meiner ersten Stoffbinde – nicht gescheuert.

Die einfache Binde hat mir von der Farbe her nicht so zugesagt, ich würde wirklich nur rote oder blaue Binden verwenden. Wenn man allerdings auch auf die Chemie von Farbstoffen verzichten möchte, dann ist die ungefärbte Stoffbinde sicher die perfekte Alternative. Die Binde verrutscht nicht sondern hält durch die natürliche Reibung Stoff an Stoff super an der gewünschten Position. Sowohl Breite als auch Länge sind gut gewählt. Allerdings sind vom Gebrauch auf dem hellen Stoff leichte Verfärbungen geblieben, trotzdem ich zusätzlich mit Gallseife behandelt habe.

Die Flügelbinde hat ebenfalls eine perfekte Passform, die Flügeln sind schmal genug um die Binde dennoch flexibel zu positionieren. Dadurch ist man nicht an die Mitte vom Slip gebunden, sondern hat die Möglichkeit, die Binde weiter vorne oder weiter hinten zu tragen, je nach Bedarf.

Wenn man unterwegs ist kann man sie nach dem Gebrauch übrigens genial zusammenfalten, sodass nur die trockene Oberfläche außen ist. Das finde ich echt super!

die Flügelbinde lässt sich super klein zusammenfalten

die Flügelbinde lässt sich super klein zusammenfalten

Beide Arten von Stoffbinden saugen das Menstruationsblut gut auf und erfüllen ihre Bestimmung daher wunschgemäß. Wie schon beim Punkt „Waschen“ beschrieben trocknen diese beiden Produkte etwas langsamer, was die benötigte Menge an Stoffbinden möglicherweise leicht erhöht.

Mein absoluter Favorit ist aber die Faltbinde. Da komme ich jetzt wirklich ins Schwärmen, weil mich dieses sehr einfach System restlos begeistert hat. Neben der Funktionalität, dass natürlich das Blut bestimmungsgemäß aufgesaugt wird, ist der für mich herausragendste Pluspunkt die Flexibilität. Man kann die Faltung nach jedem WC-Gang verändern, sodass man 2-3 x eine (fast) frische Oberfläche zur Verfügung hat. Dadurch hat sich der Bedarf an Stoffbinden deutlich reduziert.

Je nach Stärke der Menstruation kann man die Faltbinde unterschiedlich falten, sodass sie entweder dicker und schmäler oder dünner und breiter im Slip liegt.

Außerdem lassen sich die Faltbinden viel leichter reinigen und sie trocknen nach der Wäsche deutlich schneller. Man kann sie auch einfach schnell einmal mit der Hand durchwaschen und hat noch am selben Tag die gleiche Faltbinde wieder zur Verfügung.

Auch in der Nacht hat die Sache problemlos und sauber geklappt. Die spezielle etwas längere Faltbinde hat den Vorteil, dass man sowohl für Bauchlage als auch Rückenlage gleichzeitig gerüstet ist. Wenn man sich in der Nacht im Schlaf dreht, rinnt absolut nichts daneben.

Von der Anzahl her habe ich viel weniger Stoffbinden gebraucht als ich gedacht habe. Dazu beigetragen hat die Verwendung der Faltbinde, das reduziert den Bedarf erheblich. Trotzdem meine Blutung recht stark ist, bin ich mit der vom Hersteller empfohlenen Menge von 12 Stück mit Zwischenwäsche wirklich sehr gut über die Runden gekommen.

Fortsetzung folgt…

Ich habe noch weitere Alternativen zur konventionellen Monatshygiene gefunden und werde darüber berichten. Außerdem möchte ich noch ein paar ergänzende Worte über das Waschen von Stoffbinden schreiben.


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