Die 9 Stufen zum nachhaltigen Konsum [nachhaltiges Konsumverhalten]

Wenn man im Internet nach dem Begriff „nachhaltiger Konsum“ sucht, liest man vor allem davon, was es bedeutet, nachhaltig zu konsumieren. Sprich nach welchen Kriterien sollte das neue Produkt gewählt werde, um den Schaden für die Umwelt zu reduzieren.

Angestellt wird dabei der Vergleich zwischen einem konventionell und einem nach ökologischen Kriterien produzieren Produkt.

9-stufen-zum-nachhaltigen-konsum

Für mich setzt das jedoch viel zu weit hinten an. Es geht dabei zwar darum, die Umweltbelastung für eine bzw. diese Kaufentscheidung zu vermindern, aber ich möchte gerne noch einen Schritt weiter gehen.

Oder eigentlich zurück gehen, denn alle nachstehenden Überlegungen finden lange vor dem Akt des Kaufens statt.

reusecloudNachhaltiges Konsumverhalten ist für mich, wenn ich auch die Frage nach der Notwendigkeit bzw. der Art des Konsums mit einbeziehe. Denn dieser Punkt macht aus ökologischer Sicht meiner Meinung nach den wirklich großen Unterschied aus.

Deshalb möchte ich Dir heute die von mir selbst konzipierten Stufen zum nachhaltigen Konsum präsentieren.

1. use what you have

Nutze das, was Du hast und gehe sorgsam damit um auf dass die Dinge lange leben. Mache Dir immer wieder bewusst, dass Du bereits alles besitzt, was Du zum Leben brauchst.

2. zweckentfremde das, was Du bereits besitzt

Wenn Du etwas brauchst, das Du noch nicht besitzt, dann schau Dich mal um, ob Du bereits etwas besitzt, was diesen Zweck ebenfalls erfüllen könnte. Beispielsweise kann dadurch eine alte Suppenterrine zum Brottopf werden oder Apfelmusgläser, die eigentlich für den Müll sind, werden so zu Vorratsgläsern. Ich verwende eine Pralinendose zur Aufbewahrung für meine Butter und alte Gläser für die Gewürze.

nutze das, was Du bereits besitzt

nutze das, was Du bereits besitzt

3. repariere, was kaputt ist

Statt Neues zu kaufen, wenn etwas kaputt ist, kannst Du es entweder selbst reparieren oder von Freunden reparieren reparieren lassen, es zum Repair-Café bringen oder den Fachmann beauftragen.

4. nicht alles muss man besitzen

Vieles, was wir benutzen wollen, müssen wir nicht selbst besitzen. Leihe es Dir von Freunden aus oder nutze die Möglichkeiten des Leihladens.

5. brauche ich das wirklich?

Hinterfrage Deinen Konsumwunsch. Warte ein paar Tage, ob Du das Teil noch immer haben möchtest. Oft stellt sich heraus, dass der Kaufimpuls eine momentane Laune war.

6. mach es selbst

Vieles kann man selbst herstellen egal ob stricken, häkeln oder nähen. Besonders gut für die Umwelt ist dafür das zu nutzen, was es schon gibt. Stichwort Upcycling. Auch das ist eine Form von use what you have. Mit ein wenig Kreativität entstehen sehr besondere Unikate.

einige meiner DIY Projekte der letzten Jahre

einige meiner DIY Projekte der letzten Jahre

7. Nutze das, was andere nicht mehr haben wollen

Wenn Du zu dem Schluss kommst, dass Du Deinen Besitz dennoch erweitern möchtest, dann nutze die Möglichkeiten des Gebrauchtmarktes. Das ist gut für die Umwelt, weil nichts Neues produziert werden muss, das die Umwelt bereits in der Produktion belastet. Darüber hinaus werden keine wertvollen Rohstoffe verbraucht, das Verpackungsmaterial fällt weg und die Ware muss auch nicht um die halbe Welt transportiert werden.

In erster Linie denke ich da an den Umsonstladen, Verschenkregale, Tauschmärkte, offene Bücherschränke u.ä. Alternativ gibt es auch zahlreiche Flohmärkte, wo man fündig werden kann. Im Internet findet man ebenfalls viele Möglichkeiten wie z.B. Verschenkbörsen und Internetflohmärkte.

Bilder einer Kleidertauschparty

Bilder einer Kleidertauschparty

8. Gebrauchtwarenladen

Den Second-Hand-Laden setze ich erst danach an, weil dahinter doch wiederum ein Geschäft und vor allem kommerzielles Handeln steht. Waren werden transportiert und in einem Geschäftslokal präsentiert. Und es fällt oft dennoch viel Müll im Hintergrund an. Und was passiert mit dem, was doch keiner haben will?

Aber grundsätzlich ist der Secondhand-Laden natürlich immer noch die bessere Wahl als Neues zu kaufen.

9. warte auf Mr. Perfect

Nicht jeder Konsumwunsch muss sofort erfüllt werden. Wenn Du heute am Gebrauchtmarkt nicht das findest, was Du gerne möchtest, nimm Dir Zeit um auf Mr. Right zu warten.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es zwar manchmal einige Zeit dauern kann, aber die Freude ist dafür umso größer, wenn man nach langer Suche das richtige Teil entdeckt. Das war z.B. mit meinem Brottopf so. Ich habe sicher ein halbes Jahr gewartet und nun schon seit wirklich langer Zeit viel Freude damit.

nachhaltiger-konsum

kaufe regional produzierte Waren, die fair gehandelt werden

Nun kommen wir doch noch zum Neukauf, dem nachhaltigen Konsum im engeren Sinne wie ich es nennen möchte.

Achte beim Erwerb darauf, dass die Waren möglichst in Deiner Region gefertigt und dass die Hersteller fair bezahlt werden.

Das ist gar nicht immer so einfach und führt Dich möglicherweise wieder ein paar Stufen zurück auf der Leiter des nachhaltigen Konsums.

Achte auf die Qualität der Ware, dass sie gut verarbeitet und langlebig hergestellt wurde. Hinterfrage die Möglichkeiten der Reparatur bzw. der Ersatzteile. Manche Firmen bieten selbst ein Reparaturservice an.


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.

Hier geht es zur aktuellen Linkparty, in der wir den 2. Geburtstag der Blogparade mit ganz tollen Neuigkeiten feiern.

Hab ich Dich jetzt neugierig gemacht? Dann klick schnell auf den Link zum Beitrag „EiNaB #21: Alles neu macht der Mai“.


Das könnte Dich auch interessieren:

Der bewusste Umgang mit Dingen
Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie
Tauschen und Teilen – Alternativen zum Konsum
schenken und beschenkt werden
Widerstand gegen den Konsumrausch
das Märchen vom nachhaltigen Konsum
Gedanken zum Konsum [Konsumkritik]
AllerLEIHLaden Graz
Leihladen Leila
Repair Cafe

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

Weiters verlinkt zu ANL von Rostrose.

Vorstellung: AllerLEIHLaden Graz

Leihen statt kaufen

AllerLEIHLogoAngeschafft, einmal genutzt und nie wieder angerührt?

Viele kennen das Problem: Alltagsgegenstände werden gekauft, vielleicht auch nur für einen bestimmten Zweck einmalig gebraucht und verstauben dann in den eigenen vier Wänden.

Der AllerLEIHLaden Graz als Plattform des Teilens und Tauschens möchte diese Staubfänger anderen Menschen zugänglich zu machen. Gegenstände können hier geteilt, getauscht und immer wieder von denen, die sie gerade wirklich benötigen, genutzt werden.

so sieht der AllerLEIHLaden von außen aus

so sieht der AllerLEIHLaden von außen aus

Wer kann mitmachen?

Voraussetzung ist eine Vereinsmitgliedschaft und ein damit verbundener, frei wählbarer Mitgliedsbeitrag ohne festgesetzte Mindesthöhe. Das Ausleihen selbst ist gratis.

das engagierte Team vom AllerLEIHLaden

das engagierte Team vom AllerLEIHLaden

Weiterverwenden statt Wegwerfen

Die angebotenen Gegenstände werden als Sachspenden von Mitgliedern und Nichtmitgliedern an das Projekt übergeben. Von Alltagsgegenständen wie Werkzeug und Haushaltsartikeln bis hin zur Grundausstattung für die nächste Europareise offeriert der AllerLEIHLaden Graz ein breitgefächertes Sortiment an bunt durchmischten Gegenständen, die darüber hinaus anregen, Neues zu probieren.

Leihen statt kaufen ist eine ressourcenschonende Möglichkeit, Dinge zu verwenden. Nicht alles muss man besitzen um es zu benutzen, das entlastet die Umwelt weil weniger produziert wird und die Ressourcen daher geschont werden.

Damit ist der AllerLEIHLaden auch Teil der „6 R-Regel“ im bewussten Umgang mit Dingen („reuse“).

allerLEIH Nützliches in den Regalen

allerLEIH Nützliches in den Regalen

Müll reduzieren mit dem AllerLEIHLaden

Der ökologische Ansatz ist im Prinzip der gleiche wie bei einem Kostnixladen, nur dass der AllerLEIHLaden noch einen Schritt weiter geht.

Das, was im AllerLEIHLaden im Regal liegt, gehört quasi allen Mitgliedern gemeinsam. Das funktioniert natürlich nur mit Dingen, die selten verwendet werden wie z.B. eine Bohrmaschine oder ein Fondue-Set.

das Leihcafé

jeden Freitag im AllerLEIHLaden

jeden Freitag im AllerLEIHLaden

Seit kurzem wurde die Idee des Leihcafé unmgesetzt. Jeden Freitag öffnet der AllerLEIHLaden nicht nur seine Regale. Bei einem guten Schluck Kaffee kommen Menschen zusammen, um sich auszutauschen und bei der Gelegenheit z.B. das passende Spiel für das Wochenende auszuborgen.

Vorerst handelt es sich um einen Probelauf im Oktober. Ich hoffe, dass ganz viele Menschen dieses Angebot annehmen und dass es sich zur Dauereinrichtung entwickeln kann.

Linktipp:

AllerLEIHLaden Graz

Der AllerLEIHLaden Graz befindet sich im Büro der Nachbarschaften, ein von der Stadt Graz finanziertes Nachbarschaftszentrum in der Kernstockgasse 20, 8020 Graz, als eigenständiges Projekt.

Infoflyer

noch mehr Leihläden:

Leila Wien
Leila Wien auf Facebook
Leila Berlin
fairleihen (virtueller Leihladen)


Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit wird die Linkparty vom Blog gruenezwerge durchgeführt.


Das könnte Dich auch interessieren:

Der bewusste Umgang mit Dingen
Tauschen und Teilen – Alternativen zum Konsum
Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie
schenken und beschenkt werden
Widerstand gegen den Konsumrausch
Leihladen Leila

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

Ich danke dem Team vom AllerLEIHLaden sehr herzlich, dass ich die Bilder für meinen Blogbeitrag nutzen darf. Die Rechte aller Bilder liegen beim AllerLEIHLaden.