ReDESIGN – Neues nähen aus alten Kleidern [nachgemacht: Tunika aus altem Kleid]

Vom Verlag Haupt wurde ich eingeladen, bei der Blogtour anlässlich der Veröffentlichung des Buchs „ReDESIGN – Neues nähen aus alten Kleidern“ mitzuwirken.

Nachdem mich das Thema „Upcycling“ sehr interessiert und ich schon selbst einige Teile umgestaltet habe, konnte ich dazu natürlich nicht nein sagen. Und es hat sich gelohnt, soviel kann ich jetzt schon verraten.

ReDesign BuchReDESIGN
Neues nähen aus alten Kleidern
von Frau Jona&son
Verlag Haupt

Frau Jona&son aka Sonja Wöhrenschimmel-Wahl hat an der Kunstuniversität Linz Textilkunst und Modedesign studiert und dass sie wirklich vom Fach ist, kann man in jedem Winkel des Buchs erkennen.

Es geht in dem Buch nicht um Upcycling sondern darum, sich seine Kleidung mit Hilfe von alten Kleidern selbst zu designen.

Aber der Reihe nach, denn auch das Buch ist sehr systematisch aufgebaut und das ist etwas, was mir daran sehr gut gefällt.

Im Kapitel 1 geht es um die Basis, die Theorie beschäftigt sich damit, aus welchen Quellen sich unsere Garderobe nähren soll. Und bereits damit hat Frau Jona&son mein Herz im Galopp erobert, rät sie doch erst einmal im eigenen Kleiderschrank nachzusehen, denn jeder hat mehr als er/sie tragen kann.

Danach wird das, was wir bereits haben, umgestaltet und nur dann, wenn noch etwas fehlt, geht die Suche in Secondhand-Läden weiter. Zu guter Letzt, und nur dann, wenn es damit wirklich nicht geklappt hat, wird der Kauf von Grüner Mode empfohlen.

aus alt wird neu - Redesign vom Feinsten

aus alt wird neu – Redesign vom Feinsten

Weiter geht es mit der Wahl der richtigen Farben und auch da rennt sie bei mir offene Türen ein, habe ich mich doch kürzlich mit dem Thema „Farben“ im Kleiderschrank auseinander gesetzt.

Im Kapitel 3 ist neben den verschiedenen Techniken der Umgestaltung auch ein ausführlicher Exkurs zum Thema Reparieren zu finden. Sehr genial finde ich die Anleitung, wie man am Ärmel durchgescheuerte Wollpullover kreativ umgestalten und damit gleichzeitig reparieren kann.

fix it - reparieren ist nachhaltig

fix it – reparieren ist nachhaltig

Bevor es im Kapitel 4 in medias res geht, gibt es einleitend noch ein paar Tipps für die praktische Arbeit wie z.B. Infos zu Materialien, Werkzeug und den verwendeten Techniken.

Der praktische Teil gliedert sich in vier Bereiche, die einander logisch folgen. Von „light“ über „medium“ werden kleinere bis mittlere Adaptierungen an der Kleidung vorgenommen, um im Bereich „dekonstruktion“ und „new“ noch tiefer in die Materie des ReDesigns einzusteigen.

dekonstruiert und neu zusammen gesetzt

dekonstruiert und neu zusammen gesetzt

Meine Meinung zu dem Buch

Ich habe das Buch unglaublich inspirierend empfunden, für mich war deutlich spürbar, dass hier nicht die Näherin sondern die Künstlerin gearbeitet hat.

Frau Jona&son näht nicht einfach Kleidungsstücke um, sondern zeigt, dass man mit verschiedenen Techniken künstlerisch gestalten kann. Die Modelle sind sehr extravagant und heben sich deutlich von der Massenware der Textildiskonter ab. Es sind sicher keine Basics, die hier entstehen, sondern besondere Teile für besondere Gelegenheiten.

Im Buch werden viele verschiedene Modelle und ReDesign-Möglichkeiten gezeigt, die jeweiligen Anleitungen lassen jedoch viel Spielraum für eigene Interpretationen und Kreativität. Man darf das Buch daher nicht mit einem Heft für Nähanleitungen verwechseln, es will vielmehr inspirieren und Muse sein.

Das ist in meinem Fall zur Gänze gelungen, war meine Kreativität bis dahin noch im Winterschlaf verfangen, fingen die Gehirnwindungen zu glühen an. Projekte, die ich bereits länger geplant, aber nicht so recht vom Fleck gebracht habe, sind endlich in die Gänge gekommen. Mehr dazu später.

Nähen sollte man schon können und wissen, wie verschiedene Kleidungsstücke genäht werden. Auch ein paar persönliche Standardschnitte sollten vorhanden sein, um mit den Anleitungen klar zu kommen.

ReDesign lebt auch vom ursprünglichen Kleidungsstück und daher kann man die Modelle vermutlich nicht wirklich 1:1 nachnähen. Quelle der Inspiration ist das Buch aber auf jeden Fall und ich werde sicher noch öfters darin schmökern. Ein weiteres Modell daraus ist bereits in Arbeit.

Wer Kleidung selbst umgestalten möchte sollte über zwei grundlegende Fähigkeiten verfügen: Einerseits ist eine große Portion Kreativität wichtig, aber vor allem sollte man in der Lage sein, die Schönheit von einem Kleidungsstück hinter seinen offensichtlichen Mängeln zu erkennen. (Maria Widerstand)

nachgemacht – Tunika aus altem Kleid

das war die Ausgangsbasis

das war die Ausgangsbasis

Ich habe dieses Kleid gesehen und mich darin verliebt. Es ist auf den ersten Blick vermutlich nicht so gut erkennbar warum, denn es ist bereits sehr abgetragen auch nicht wirklich modern. Es war mir auch um gut eine Nummer zu klein und das Brustteil fand ich furchtbar.

Obwohl ich eine ungefähre Ahnung hatte, was daraus werden sollte, fehlte mir der zündende Funke und so lag es einige Monate herum. Bis ich in dem Buch die Anleitung für das Farbtropfen-Shirt sah und meine Kreativität plötzlich zu fließen begann.

Vorbereitung zur Umgestaltung

Vorbereitung zur Umgestaltung

Im einem ersten Schritt habe ich das Brustteil und die Borten abgetrennt, um den restlichen Stoff zur weiteren Gestaltung zur Verfügung zu haben. Von einem gut passenden Oberteil habe ich den Schnitt abgenommen und Hals- und Armausschnitt festgelegt.

Schnittmuster aus alter Zeitung

Schnittmuster aus alter Zeitung

Aus dem Brustteil konnte ich Schrägbänder schneiden, um die Armausschnitte zu gestalten. Die Borte wurde wieder am neuen Halsausschnitt fest genäht. Mit der Borte unter dem Brustteil wurde das Oberteil verziert und sogar das Zugband mit den Perlen habe ich gestaltend eingebunden.

Besonders genial finde ich, dass die Taillen-Abnäher durch das geschickte Auflegen vom Schnitt zu perfekt positionierten Brustabnähern wurden.

Da die Basis ein rückenfreies Kleid war, ist fast nichts vom abgeschnittenen Teil übrig geblieben.

kreative Gestaltung durch Weiterverwendung

kreative Gestaltung durch Weiterverwendung

In rund 4 Stunden habe ich aus dem alten Kleid eine extravagante Tunika für den kommenden Sommer genäht. Ich freue mich schon darauf, wenn es warm genug ist, um sie das erste Mal auszuführen.

Quelle der Inspiration war wie gesagt das Farbtropfen-Shirt in A-Form aus dem Buch (siehe Bild), auch wenn ich keine Tropfen auf die Tunika gedruckt habe.

nachgemacht - Tunika aus altem Kleid

nachgemacht – Tunika aus altem Kleid

ReDesign BlogtourLinktipp:

Blog: Frau Jona&son
ReDesign-Gallerie von Frau Jona&son
Buchverlosung vom Haupt-Verlag

Blogtour:

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der Sommer kann kommen

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nachgemacht – Mini-Stulpen

Meine Tochter liebt Strickstücke aus ganz dicker Wolle, am liebsten mit einem Zopfmuster. Darin ist sie wirklich ganz verliebt! Ihr gefällt auch mein Strickrucksack sehr gut und sie möchte am liebsten auch so einen haben. Wir stehen bereits in Verhandlungen wegen der Farbe von Futter und Wolle.

Als ich das Buch „Dicke Maschen“ entdeckt habe war klar, das muss ich alleine schon für meine Tochter unbedingt besorgen.

Das erste Teil daraus habe ich daher auch gleich für Fräulein Widerstand angefertigt. Passend zu den neuen Schuhen, die sie von mir zu Weihnachten geschenkt bekommen hat, habe ich aus der Wolle, die vom Strickrucksack übrig geblieben ist, Mini Stulpen gestrickt.

dicke Maschendicke Maschen
Accessoies und Wohndesign stricken
mit dicker Wolle
von Ashley Little
Verlag Bassermann

Wie der Titel schon verspricht sind alle Modelle mit dicker Wolle gestrickt. Mit Stricknadeln ab 5,5 mm ist man mit dabei. Geschickt wird die dicke Wolle ausgenutzt, um kreative Modelle mit besonderen Strukturmustern anzufertigen.

Ein Teil ist schöner und ansprechender als das andere! Wenn man dicke Wolle mag, wird man sich schwer tun auszuwählen, was man als erstes stricken will.

Begonnen habe ich wie gesagt mit den Mini-Stulpen, die ich für Fräulein Widerstand nachgestrickt habe. Das ging ganz flott von der Nadel, denn sie werden einfach rechteckig gestrickt und danach zusammen genäht. Dadurch muss man es mit der Maschenprobe auch nicht so genau nehmen und kann munter drauf los stricken.

Einfach am Fuß nachmessen, wann das Strickstück die passende Länge erreicht hat und fertig. Durch die dicke Wolle waren die beiden Stulpen in nur 3 Abenden fertig gestrickt und können ihrer Bestimmung nachgehen und die Beine meiner Tochter wärmen.

ein schnelles Winteraccessoir aus Wollresten

ein schnelles Winteraccessoir aus Wollresten

kleiner Blick ins Buch

Zu finden sind im Buch Anleitungen für Accessoires aber auch viele tolle Ideen für die Gestaltung des Wohnraums. Einige Teile sind aus besonders dicker Wolle gestrickt, sodass ich noch nicht einmal eine Stricknadel in der passenden Stärke hätte. Meine hören nämlich bei 9 mm auf.

Neben dem Inhaltsverzeichnis ist eine Übersicht mit Bildern von allen Modellen zu finden. Das hat mir ganz besonders gut gefallen, denn es erleichtert später einmal das gewünschte Modell wieder aufzufinden.

die Glashüllen haben es mir angetan

die Glashüllen haben es mir angetan

Mir persönlich haben es die Glashüllen mit Lochmuster (oberstes Bild der Collage) angetan. Das würde sicher sehr nett aussehen in der Küche, nachdem ich u.a. alte Schraubgläser zur Aufbewahrung von Lebensmitteln verwende.

Auch als Geschenk kann ich mir die Glashüllen gut vorstellen, insbesondere wenn das Glas mit selbst gebackenen Keksen gefüllt wird.

Der theoretische Teil im Buch wurde auf das Nötigste beschränkt und umfasst gerade einmal 10 Seiten. Wenn man Zopf- und Lochmuster beherrscht, sind die Modelle einfach nachzustricken.

Bei einigen relativ einfachen Modellen wurde auf die Strickschrift verzichtet, was ich persönlich nicht so gut finde. Ich bin ein sehr visueller Mensch und gerade beim Stricken werfe ich lieber einen Blick auf die Zeichnung als den Text nachzulesen.

Mir persönlich gefällt das Buch richtig gut und ich werde sicher noch einige Teile daraus nachstricken. Geburtstag und Weihnachten für Fräulein Widerstand bieten sich da geradezu an.


Mini Stulpen nachgemacht


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nachgemacht – zweifärbiger Möbius-Loop

Nachdem es mir vor kurzem so viel Freude gemacht hat, meinen neuen Halswärmer aus einem Buch nachzustricken, habe ich mir gedacht, da könnte man doch glatt eine Serie daraus machen.

Inspiriert dazu wurde ich auch von Jakaster und ihrer Aktion 12 Monate – 12 Bücher – 12 Projekte.

nachgemacht

Meine neue Serie nenne ich „nachgemacht“ und ich möchte in diesem Rahmen immer wieder einmal ein Projekt zeigen, das ich aus einem Buch, einer Zeitung oder von einem Blog nachgearbeitet habe.

Den Anfang hat im Grunde genommen im letzten Jahr bereits mein kuscheliger Halswärmer gemacht, den ich sehr liebe und der mir bei der jetzigen Kälte wirklich gute Dienste leistet.

Heute geht es mit einem sehr außergewöhnlichen Möbius-Loop weiter.

Loops und Schals BuchLoops und Schals
Tolle Modelle zum Stricken
von Ann Budd
Verlag Bassermann

Dieses Strickbuch hat mir unheimlich gut gefallen. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich Loops und Schals einfach liebe und sehr gerne stricke.

Sofort angesprungen ist mich ein sehr besonderer Möbius-Schal in zweifärbigem Patentmuster. Da ich die Wolle bereits zu Hause hatte, habe ich mich dafür entschieden. *)

Möbius Loop in zweifärbigem Patentmuster

Möbius Loop in zweifärbigem Patentmuster

Die Anleitung ist sehr gut beschrieben und das Nacharbeiten dadurch wirklich keine Hexerei. Das kompliziert wirkende Muster hat mich angesprochen, ist es aber in Wirklichkeit gar nicht.

Die dünne Wolle wird mit viel dickeren Nadeln als üblich verstrickt, dadurch wird der Loop sehr leicht und fluffig. Für dieses Modell habe ich insgesamt nur rund 100 g Wolle verstrickt.

hier sieht man zwei Tragevarianten

hier sieht man zwei Tragevarianten

Da es sich um einen Möbius handelt, kommt das zweifärbige Muster besonders gut zur Geltung. Durch die besondere Technik beim Abketten entsteht ein hübsches Abschlussmuster an der Naht.

Loops und Schals 5

*) Weil ich bereits mehrfach danach gefragt wurde:
Meine Wolle kaufe ich fast ausschließlich Second-Hand über einen lokalen Internetflohmarkt. Manchen bleiben kleine oder größere Reste übrig, die sie nicht mehr selbst verstricken wollen. Oder das angestrebte Hobby wird aufgegeben und die übrige Wolle verkauft und dann komme ich ins Spiel.

kleiner Blick ins Buch

Das Buch hält sich nicht mit ergänzender Theorie auf und wendet sich daher meiner Meinung nach auch nicht unbedingt an Anfänger. Lediglich ein Glossar ergänzt die einzelnen Anleitungen und sehr spezielle Techniken sind im Anhang beschrieben. Ich habe hier z.B. eine neue Anschlagtechnik kennen gelernt, die ich für den Loop benötigt habe (siehe Bild oben).

Abkürzungen und Technikinfos

Abkürzungen und Technikinfos

Die Modelle in dem Buch sind teilweise schon recht anspruchsvoll in Loch- und Zopfmuster gestrickt. Das mag ich sehr gerne, viel lieber als ein ganzes Teil nur in glatt oder kraus rechts zu stricken.

Meine Tochter hat das Buch auch schon durchgeblättert und sich in den grünen Schal verliebt. Vermutlich habe ich in nächste Zeit noch einiges zu tun, sie hat bald Geburtstag.

der grüne Schal hat es nicht nur mir angetan

der grüne Schal hat es nicht nur mir angetan

Mir gefällt das nachfolgende Modell mit dem sehr außergewöhnlichen Zopfmuster ganz besonders gut.

grüner Loop mit extravagantem Zopfmuster

grüner Loop mit extravagantem Zopfmuster


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