Videotipp am Montag #33

Weihnachten und Umweltschutz gehen nicht immer leicht Hand in Hand. Daher hat mich das Video, das ich heute mit Dir teilen möchte, ganz besonders angesprochen.

Es wird nicht nur eine sehr bekannte weihnachtliche Melodie dafür genutzt, sondern auch ganz bewusst die sehr konträre Umgebung eines Christkindlmarktes gewählt, um die Botschaft an die Menschen zu bringen.

Morgen Kinder wird es nichts mehr geben
Canzonetta Kinderchor Berlin

Das traditionelle Weihnachtslied „Morgen Kinder wird’s was geben“ wurde von der Trenntstadt Berlin, einer Initiative der Berliner Stadtreinigung, umgedichtet. In dem verlinkten Video singt der Canzonetta Kinderchor Berlin die Neufassung des Liedes auf einem Adventmarkt.

Gerade weil es die Kinder singen, geht es mir sehr unter die Haut. Sie machen mit dem Lied auf die Umweltprobleme unserer Zeit aufmerksam und rufen zur Müllvermeidung, zur Mülltrennung und zu Recycling auf, um damit die Umwelt, das Klima und die Ressourcen für die Zukunft – ihrer Zukunft! – zu schützen.

Entdeckt habe ich das Video durch Beatrix, die gemeinsam mit Andrea auf dem Blog „nachhaltig in Graz“ schreibt. Eine wahre Quelle an Inspiration für alle, nicht nur Grazer, die umweltbewusst leben wollen.


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Im Index Videotipps findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Videotipps und im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Verlinkt zu EiNaB und ANL von Rostrose.
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Videotipp am Montag #32

Es ist schon lange her, dass es den letzten Videotipp am Montag gab. Umso mehr freue ich mich darüber ein Video zu zeigen, bei dem es um etwas geht, das ganz besonders am Herzen liegt, nämlich um das Reparieren von Dingen.

Dem Videokanal von Daniel Frerix folge ich schon seit einiger Zeit. Er ist mir durch seine kurzen und inhaltsintensiven Videos über Minimalismus und Selbstmanagement aufgefallen.

Seine Videos heben sich wohltuend von anderen ab. Nicht nur durch den Inhalt – sprich durch das, was er zu sagen hat – sondern auch durch die Qualität der Filme (wen wundert das, ist er doch freischaffender Filmemacher). Insbesondere haben es mir seine Zeichnungen angetan. Spätestens nach dem Video ERWACHSEN SEIN | Anders sein war ich restlos begeistert.

NACHHALTIGKEIT | Dinge reparieren
Daniel Frerix

In diesem Video sieht sich Daniel das Thema Reparieren genauer an, denn auch das ist für ihn Minimalismus: Seinen Kram einfach zu reparieren.

Daniel hat das Gefühl, dass wir in einer Zeit leben, in der die Dinge keinen Wert mehr besitzen (das denke ich auch und finde es ganz schrecklich!). Unaufhörlich wird konsumiert und Artikel mit Löchern und Kanten werden als defekt in die Ecke gestellt oder ganz einfach weggeworfen. Eine Sichtweise, welche unsere Großeltern seiner Meinung nach mit Sicherheit nicht teilen und ich natürlich auch ganz und gar nicht.

Aber sieh selbst, was Daniel dazu zu sagen hat.


Besonders spannend fand ich, dass ich vor langer Zeit einmal eine Bauchtasche auf ganz ähnliche Weise repariert habe. Nachzulesen in meinem Beitrag „Wieder einmal im Repair Café Graz“.

meine sehr einfach reparierte Bauchtasche


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fix it: Reparatur meiner Bauchtasche
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Verlinkt zu fix it, EiNaB und ANL von Rostrose.

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das Märchen vom nachhaltigen Konsum [Minimalismus vs. grünes Wachstum]

Vor einiger Zeit wurde ich durch einen Newsletter auf diesen Beitrag von „Utopia“ aufmerksam, in dem nachhaltige Yoga-Labels vorgestellt werden.

Nachdem mir Yoga seit über einem Jahr sehr viel Freude macht, habe ich ihn mir natürlich gleich angesehen und interessiert erfahren, was es alles an nachhaltiger Yogakleidung und Yogazubehör zu kaufen gibt.

Gibt es nachhaltigen Konsum?

Dieser Frage bin ich schon vor über 3 Jahren nach gegangen. Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto klarer ist mir geworden, dass jedes neue Produkt Ressourcen verbraucht und man daher sehr genau überlegen sollte, ob man das Teil überhaupt braucht oder ob es nicht doch eine Alternative gibt.

nachhaltige Yogakleidung

In diesem Fall war es sehr einfach. In meiner Freizeit trage ich sehr gerne „Knotzkleidung“ – so nenne ich Kleidungsstücke, die unglaublich bequem sind um sich auf die Couch zu lümmeln (= knotzen).

Daher habe ich einige Leggings (in verschiedenen Längen) und bequeme Shirts, die sich ganz wunderbar für Yogaübungen eignen. Ich brauche keine neue Kleidung fürs Yoga zu kaufen, sondern kann das verwenden, was ich bereits besitze.

Yoga kann man in fast jeder Kleidung machen

Yoga kann man in fast jeder Kleidung machen

5 Fragen, die Du dir vor jedem Kauf stellen solltest

Schon seit über 3 Jahren kaufe ich so gut wie nichts Neues mehr. Es geht mir auch gar nichts ab, ich besitze mehr als genug von allem.

In der Zeit der Umstellung habe ich mir den Einstieg in die „ich kauf nix“-Zeit durch verschiedene Fragen erleichtert

1. Brauche ich das wirklich?
2. Gibt es etwas in meinem Besitz, das diese Funktion ebenfalls erfüllt?
3. Kann ich mir dieses Teil irgendwo ausleihen?
4. Hat jemand anderer so etwas und benötigt es nicht mehr?
5. Kann ich es auf eine andere Weise gebraucht finden?

Nachgestellt habe ich dann noch die Dringlichkeit. Wenn die Anschaffung zwar nötig, aber nicht dringend war, dann habe ich mir manchmal viel Zeit gelassen, damit der Punkt 5. doch noch erfüllt werden konnte. Eine Möglichkeit dafür waren z.B. Suchanzeigen auf Online-Portalen für gebrauchte Waren.

Linktipp: Viele gute Tipps um Fehlkäufe zu vermeiden hat Gabi in ihrem Beitrag „5 Punkte-Liste gegen Fehl- und Frustkäufe“ gesammelt.

Minimalismus – use what you have

Durch die Frage 1. habe ich erkennen können, dass ich viel weniger brauche, als ich ursprünglich angenommen habe.

Und die Frage Nummer 2 hat mir gezeigt, dass mit den Mitteln der Kreativität sehr viel mehr möglich ist, als man vielleicht ursprünglich annimmt.

Die Wirtschaft, die auf den Verkauf von Produkten ausgelegt ist, versucht natürlich so viel wie möglich zu verkaufen. Eine Methode dafür ist die Spezialisierung. Universalprodukte werden zu vielen Spezialprodukten „zerlegt“, sodass der unkritische Konsument plötzlich eine Vielzahl von Dingen kauft, statt nur einem einzigen.

Ich besitze Sportschuhe und keine Lauf-, Wander-, Radfahr- sowie Freizeitschuhe. Mit meinen Leggings kann ich Yoga und Gymnastik machen, auch Laufen oder ins Fitness-Studio gehen, zu Hause auf der Couch liegen und in der Küche meine Essen zubereiten. Wenn es kalt ist, wärmen sie mich unter den Jeans und ich brauche keine langen Unterhosen oder Strumpfhosen.

In meiner Auflaufform kann ich sowohl mein Frühstücksbrot gehen lassen, als auch eine Lasagne backen. Bei der Herstellung von Holunderblütensirup werden die ausgedrückten Holunderblüten darin gesammelt und am Wochenende das Huhn für den Sohn im Rohr gebraten. Das Apfeltiramisu schmeckt danach genau so lecker wie immer.

universell einsetzbar, ein richtiges Multifunktionsteil

universell einsetzbar, ein richtiges Multifunktionsteil

Minimalismus im Kleiderschrank

Frühlingskleidung, Sommerkleidung, Herbstkleidung, Winterkleidung – jede Jahrzeit hat ihre Bedürfnisse und verlangt nach neuen Kleidungsstücken und immer mehr im Kleiderschrank.

Durch geschicktes Layering kann man auch mit wenigen Kleidungsstücken große Temperaturschwankungen ausgleichen. In dem Zusammenhang möchte ich noch einmal auf den sehr interessanten Beitrag von Anne „Sommerklamotten im Winter tragen“ hinweisen.

Ein ganz besonderes Beispiel für Minimalismus im Kleiderschrank zeigt uns Bea Johnson in ihrem Beitrag „one dress, 22 ways“, in dem sie Fotos zeigt, wie sie während ihrer Tournee das schwarzes Kleid auf 22 verschiedene Arten getragen hat.

Minimalismus bedeutet nicht Verzicht

Das Geheimnis des Minimalismus ist vermutlich die Kreativität. Der Minimalist besitzt zwar weniger Teile, aber dafür sind diese multifunktionell zu verwenden.

Ich verspüre keinen Verzicht, wenn ich z.B. eine alte Pralinendose aus Glas als Butterdose verwende. Ganz im Gegenteil, ich liebe sie sehr, da sie mir so gut gefällt, weil sie mich an meine Großmutter erinnert. Und wenn sie gerade keine Butter beherbergt, ist sie auch anders für mich nützlich.

meine Butterdose aus Glas

meine Butterdose aus Glas

Minimalismus bedeutet daher für mich, weg von speziellen hin zu universellen Dingen. Und das sowohl bei der Bekleidung als auch beim Geschirr in der Küche und bei vielem anderen auch.

es gibt keinen nachhaltigen Konsum

Jedes Teil, das neu angeschafft wird, verbraucht Ressourcen und belastet damit die Umwelt. Grünes Wachstum gibt es nicht, denn es ist noch immer Wachstum und in unserer heutigen Zeit kann die Wirtschaft nicht mehr wachsen ohne die Umwelt weiter zu belasten.

Der einzige Weg da heraus ist, weniger zu konsumieren und mit dem zu leben, was man bereits besitzt (siehe „Postwachstumsökonomie“). So wie vorhin schon beschrieben ist es wichtig sich zu fragen, ob es nicht doch möglich ist, seine Bedürfnisse mit dem abzudecken, was man bereits besitzt, bevor man etwas Neues kauft bzw. das Teil, das kaputt geworden ist, repariert.

Wenn eine Anschaffung unumgänglich ist, kann man sich umsehen, ob jemand so etwas besitzt, aber nicht mehr benötigt. Eine sehr gute Möglichkeit dazu ist ein Kostnixladen, auch unter dem Namen Umsonstladen bekannt. Weitere Alternativen sind auf Facebook bei regionalen Verschenkgruppen oder auf Verschenkportalen wie beispielsweise „willhaben-verschenken“ zu finden.

kein Neukauf ohne Müll

Und noch ein Punkt spricht aus meiner Sicht dafür, Bestehendes zu verwenden statt Neues zu kaufen. Bei jedem Neukauf entsteht Müll. Bei der Produktion werden die Ressourcen für den Transport der Rohstoffe und für die Herstellung der Ware verbraucht, aber natürlich auch jene für die Fabrik und die Maschine, welche die Ware herstellt.

Danach muss das Teil verpackt und zum Geschäft transportiert werden. Um den Transport heil zu überstehen, werden viele Waren zusätzlich zur handelsüblichen Verpackung mit jeder Menge Plastik gesichert. Darüber habe ich in meinen Beitrag „grauer Plastikmüll – die unsichtbare Gefahr“ geschrieben.

All das fällt weg, wenn ich mit dem, was ich bereits besitze, zufrieden bin und Ersatz auf dem Gebrauchtmarkt suche, wenn es wirklich nötig ist. Du siehst – nachhaltiges grünes Wachstum gibt es nicht.

jede Menge Plastikmüll im Warenlager

jede Menge Plastikmüll im Warenlager

warum ich „grünes Wachstum“ trotzdem (mit Vorbehalt) gut finde

Trotz all meiner eigenen Argumente dagegen finde ich es durchaus begrüßenswert, dass es mittlerweile einige Unternehmen gibt, die sich über die Umwelt Gedanken machen und grünes Wachstum propagieren. Es gibt sicher einen Markt dafür, denn meine Art zu denken und zu leben, ist wohl nicht für jeden Menschen möglich.

Und wenn diese mit grünen Gedanken agierenden Unternehmen mehr Menschen erreichen, die dann ressourcenschonend und fair produzierte Waren kaufen, welche die Umwelt weniger belasten als konventionell produzierte Dinge, dann ist insgesamt doch ein Schritt in die richtige Richtung getan.

Solange der Rebound-Effekt nicht dazu führt, dass mehr gekauft wird, weil ja alles so grün und nachhaltig ist und der Schaden in Summe doch größer ist als der Nutzen…


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.
Hier geht es zur aktuellen Linkparty.

Weiters verlinkt zu ANL von Rostrose.


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