selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Toilettentücher [I did it again]

Seit rund einem Jahr verwende ich nun waschbare Toilettentücher, die ich selbst genäht habe. Die ausführliche Anleitung dafür ist in meinem Beitrag „selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Toilettentücher“ zu finden.

Nach rund einem halben Jahr Gebrauch habe ich auch über meine Langzeiterfahrungen geschrieben.

Nach wie vor bin ich voll zufrieden damit und möchte sie nicht mehr vermissen. Sogar in meinem Urlaub waren sie mit dabei.

alles neu macht der Jänner

Das neue Jahr brachte nicht nur neue Abwaschtücher für mich, sondern auch neue waschbare Toilettentücher.

Meinen ersten Versuch habe ich mit einem uralten gebrauchten Flanell-Nachthemd gestartet, von dem der Stoff bereits zum Zeitpunkt des Nähens eher steif und verbraucht war. Nach rund einem Jahr Verwendung sind die Toilettentücher nun sehr dünn geworden und fühlen sich auch nicht mehr so gut an wie anfangs.

Also habe ich mir gedacht, dass der Jahresbeginn ein guter Zeitpunkt ist um neue Toilettentücher zu nähen.

aus Erfahrung wird man klug

Diesmal habe ich ein altes Flanell-Leintuch verwendet. Das war gleich in mehrfacher Hinsicht eine gute Idee.

Das Zuschneiden ging deutlich schneller, da ich einfach 5 Streifen zu 20 cm abgerissen habe. Danach war die Hälfte von Leintuch verbraucht und den Rest davon werde ich wahrscheinlich erst in zwei Jahren vernähen.

Die Streifen habe ich gebügelt und danach in 6 Teile zerschnitten, sodass ich insgesamt 6 Tücher mit je 20 cm x 24 cm erhalten habe.

das ging wirkich schnell

das ging wirkich schnell

Nun musste ich nur noch die Tücher doppelt zusammen legen, kurz drüber bügeln und mit dem Zick-Zack-Stich umnähen. Innerhalb von einer Stunde hatte ich meine 30 neuen waschbaren Toilettentücher fertig.

und schon sind sie fertig

und schon sind sie fertig

Ich habe ja so eine Freude damit! Sie sind etwas dicker und deutlich kuscheliger als bisher. Außerdem freut sich nun auch mein Auge, da sie alle gleich groß und so schön bunt sind. Wobei sich über die Schönheit vom Muster natürlich streiten ließe, ich stehe aber voll auf Retro!

Aufbewahrung

Aufbewahrt werden die Tücher wie bisher in den beiden Töpfen direkt am WC. Das hat sich sehr bewährt und somit habe ich keine Veranlassung, daran etwas zu verändern.

meine beiden WC-Tuch-Töpfe

meine beiden WC-Tuch-Töpfe

Aufbewahren der gebrauchten Tücher und Waschen

Weil die Frage wirklich extrem oft gekommen ist, möchte ich hier noch einmal darauf eingehen. Die gebrauchten Tücher werfe ich einfach in einen kleinen Korb, der im selben Raum wie die übrige Schmutzwäsche steht. Sie sind ja nicht nass sondern nur ganz wenig feucht und werden daher ganz schnell wieder trocken.

Gewaschen werden sie gemeinsam mit der normalen Buntwäsche. Ich würde ja auch nicht meine Slips extra waschen oder dafür besondere Hygienemaßnahmen ergreifen.

Nach wie vor verwende ich sie jedoch ausschließlich für das „kleine Geschäft“. Der Verbrauch an WC-Papier ist dadurch wirklich sehr deutlich gesunken und gleichzeitig mein Komfort gestiegen. Die Tücher sind viel angenehmer und weicher als das gekaufte WC-Papier.

Wasserverbrauch

Auch auf diesen Punkt möchte ich noch einmal extra eingehen, weil immer wieder einmal eingeworfen wurde, dass die waschbaren Toilettentücher aus ökologischer Sicht gar keinen Vorteil bringen würden, weil sie ja gewaschen werden müssen und dadurch ja dann mehr Wasser verbraucht wird.

Im Internet habe ich die Information gefunden, dass für eine einzige Seite Papier rund 10 l Wasser bei der Herstellung verbraucht werden. Viel mehr muss dazu nicht gesagt werden finde ich.


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Toilettentuecher collage 20163


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waschbare Toilettentücher [Langzeiterfahrung]

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Müll reduzieren während den Tagen – Teil 8.

Wie funktioniert das mit der alternativen Monatshygiene im Urlaub, wenn man nicht zu Hause ist?

Aufgrund der Nachfrage einer Leserin habe ich mich entschlossen, diese Serie um einen weiteren Teil zu ergänzen.

Wie in meiner Serie zur alternativen Menstruationshygiene zu lesen war, habe ich mich nach einigen Fehlversuchen für die Stoffbinde entschieden und bin nach wie vor sehr begeistert und zufrieden.

Endlich fühle ich mich während den Tagen wieder wohl. Lange Zeit hatte ich Tage davor schon Angst, weil es immer unangenehm und schmerzhaft war.

Als mein Urlaub näher kam, habe ich darüber nachgedacht, wie ich das wohl machen werde, wenn ich nicht zu Hause bin.

Urlaub in einem Hotel o.ä.

Zuerst dachte ich ja, ich werde ausnahmsweise wieder Tampons verwenden, weil noch einige zu Hause herumliegen. Aber bereits nach einer Anwendung habe ich mich anders entschieden.

Ich hatte vorsorglich einige Stoffbinden eingepackt und habe nun diese wiederum in Kombination mit der freien Menstruation verwendet.

Nach dem Gebrauch müssen sie natürlich eingeweicht und gereinigt werden. Dazu habe ich eine Plastikdose mit Deckel verwendet, die im Badezimmer nun für einige Stunden herum stand. Für das Reinigungspersonal war durch den Deckel nicht erkennbar, was darin ist und so hatte ich auch kein unangenehmes Gefühl dabei.

Nach einigen Stunden habe ich die Stoffbinde einfach mit der Handseife ausgewaschen und am überdachten Balkon aufgehängt.

Dadurch bin ich mit 5-6 meiner selbst genähten Stoffbinden gut über die Runden gekommen. Das hat nicht viel mehr Platz im Koffer weg genommen als eine Packung Tampons.

Auch mit den Stoffbinden am Balkon hatte ich kein Problem, wenn man es nicht weiß, dann sehen sie einfach wie Tücher aus und die meisten erkennen gar nicht, dass es sich um Stoffbinden handelt.

meine selbst genähten Faltbinden

meine selbst genähten Faltbinden

in der Wildnis

Nach den Erfahrungen im Juni habe ich natürlich auch in meinen Griechenlandurlaub die Stoffbinden mitgenommen. Insgesamt hatte ich zwei Tagbinden und zwei Nachtbinden in den Rucksack eingepackt und das hat sehr gut gereicht.

Auch in diesem Urlaub habe ich zum Einweichen eine Plastikdose verwendet und die Tücher danach im Bach ausgeschwemmt. Mit Hilfe der Olivenölseife sind keine Flecken zurück geblieben.

Die 4 Stoffbinden haben gut gereicht. Durch die Sonne wurden sie an der Leine immer sehr schnell trocken.

die gebrauchte Stoffbinde* wird in einer Dose eingeweicht

die gebrauchte Stoffbinde* wird in einer Dose eingeweicht

Auch in Griechenland war es über weite Teile der Zeit möglich, die freie Menstruation zu praktizieren. Ich war wirklich erstaunt, wie einfach das alles geklappt hat.

Vor 3 Jahren habe ich Tampons verwendet und das war eigentlich gar nicht so unproblematisch. Die gebrauchten Tampons wurden in einem eigenen Abfallsack gesammelt, der am Baum hing. Der Blutgeruch hat jedoch einige Insekten angezogen und plötzlich war da eine richtige Invasion von Ameisen, die den Müllsack zerbissen haben, um zu den Tampons zu gelangen. Durch die Sonne war die Geruchsbelästigung innerhalb von einem Tag auch schon gegeben.

Das habe ich mir diesmal alles erspart und finde, das ist ein großer Pluspunkt.

*) Anmerkung: Die Stoffbinde am Foto ist natürlich nicht gebraucht, es handelt sich um ein „gestelltes“ Foto.

Fazit

Wenn man nicht zu Hause ist, dann bedeutet es schon einiges an Organisation, um Stoffbinden verwenden zu können. Sicher ist es weniger Aufwand Wegwerfprodukte zu verwenden, das will ich gar nicht verschweigen.

Ich bin es gewohnt, dass vieles in meinem neuen Leben ein wenig organisatorischem Aufwands bedarf. Das macht mir aber nichts aus, denn dafür bekomme ich mehr Lebensqualität und das ist es mir wert.

Daher kann ich zusammenfassend nur sagen, dass es aus eigener Erfahrung auf jeden Fall gut und ohne großen Aufwand möglich ist auch auf der Reise im Urlaub Stoffbinden zu verwenden.

andere alternative Hygieneprodukte im Urlaub

Ergänzen möchte ich noch, dass natürlich auch die Menstruationstasse oder der Menstruationsschwamm gute Möglichkeiten sind, im Urlaub eine plastik- und müllfreie Menstruation zu praktizieren.

Beide Produkte sind in dem Fall natürlich noch unkomplizierter zu verwenden als Stoffbinden. Nachdem ich jedoch leider mit beiden Möglichkeiten aus verschiedenen Gründen nicht zurecht komme, war das für mich auch im Urlaub keine Alternative.

Die Leserfrage ging speziell um Stoffbinden im Urlaub, was ich in diesem Beitrag wirklich sehr gerne aufgegriffen habe.


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Müll reduzieren während den Tagen – Teil 4. – selbst genähte Stoffbinden
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waschbare Toilettentücher [Langzeiterfahrung]

In einem Kommentar zu meinem Beitrag „plastikreduzierter Urlaub“ kam die Frage auf, wie das in der freien Natur so gelaufen ist mit der Notdurft.

Das habe ich zum Anlass genommen um über meine Erfahrungen mit den waschbaren Toilettentüchern zu berichten, da das Interesse daran scheinbar wirklich sehr groß ist.

Noch kein Beitrag hat am ersten Veröffentlichungstag so viele Klicks erhalten wie „selbst.gemacht statt selbst.gekauft – waschbare Toilettentücher“. Die Resonanz war gigantisch, ich war total überwältigt. Auch unter den 10 meist kommentierten Beiträgen ist er zu finden.

zu Hause

Bei mir zu Hause klappt alles wirklich wunderbar. Nach wie vor verwende ich die waschbaren Toilettentücher für das kleine Geschäft. Zu mehr bin ich nach wie vor nicht bereit und das finde ich ganz ok so.

Der Verbrauch an WC-Papier ist seitdem drastisch gesunken, wir verbrauchen kaum eine Rolle pro Woche. Mir war bis dahin nicht bewusst, dass ich selbst so ein großer Verbraucher bin. Aber irgendwie auch klar, nur nicht nachgedacht. Männer brauchen einfach von Natur aus nicht so viel.

Die Aufteilung der zwei unterschiedlichen Tücher auf die beiden WCs gefällt mir sehr gut und ist auch praktikabel. Die Menge passt auch gut, ich komme immer damit aus.

meine beiden WC-Tuch-Töpfe

meine beiden WC-Tuch-Töpfe

Im unteren WC, das auch von Gästen benutzt wird, steht der helle Topf, der einen Deckel hat. Dadurch ist das ganz unauffällig, keiner weiß, was sich darin verbirgt. Die Gäste verwenden natürlich „normales“ WC-Papier.

Mir ist es sehr wichtig, dass ich niemanden vor den Kopf stoße mit meiner Art zu leben.

unterwegs

Mitte Juni war ich einige Tage in einem Hotel und habe ohne groß darüber nachzudenken das konventionelle WC-Papier verwendet. Irgendwie auch logisch, wenn man keine Möglichkeit hat die Wäsche zu waschen.

Schon am 2. oder 3. Tag habe ich meine waschbaren WC-Tücher vermisst. Das ist ungefähr so wie mit den Stofftaschentüchern, die sehr viel sanfter als Papiertaschentücher zur Nase sind. Selbst bei sehr starkem Schnupfen bekomme ich keine wunden Nasenflügel mehr, seitdem ich Stofftaschentücher verwende.

Das hat mich allerdings sehr überrascht, denn damit hatte ich gar nicht gerechnet! War ich froh, als ich wieder zu Hause war und meine waschbaren Toilettentücher wieder hatte. Ich gebe sie ganz sicher nicht mehr her.

Trotzdem ich die Tücher viel angenehmer empfinde, werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit die waschbaren Toilettentücher nicht auf einen weiteren möglichen Hotelaufenthalt mitnehmen, da es meist keine Möglichkeit gibt, nasse Wäsche aufzuhängen. (Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich ins Schwanken. Vielleicht doch mitnehmen, je nachdem, wo ich hinfahre und wie lange.)

Auch in der Arbeit und wenn ich irgendwo zu Gast bin verwende ich das übliche WC-Papier. Alles andere wäre völlig unpraktikabel.

in der Wildnis

Aufgrund der Erfahrungen im Juni aber auch aus dem letzten „Wildnisurlaub“ hatte ich beschlossen, dass ich meine waschbaren Toilettentücher auch in den Urlaub nach Griechenland mitnehme.

Beweisfoto

Beweisfoto

Die von mir angedachten 5 Stück waren viel zu hoch dimensioniert, ich habe durchschnittlich 2 Stück pro Tag verwendet. Nachdem wir direkt am Bach gelebt haben, wurde das Tuch sofort nach der Verwendung ausgewaschen und auf der Leine aufgehängt (siehe Foto).

Die heiße Sonne Griechenlands hat das winzige Stück Stoff sehr schnell getrocknet, sodass es nur wenige Stunden danach wieder einsatzbereit war.

Auf unseren verschiedenen Wanderungen habe ich mich immer sehr geärgert, wenn die Menschen das benutze WC-Papier in die Natur geworfen haben. Gerade in Griechenland, wo es sehr trocken ist, verrottet das Papier nur sehr, sehr langsam. Ich verstehe auch nicht, warum man das Papier nicht in den Müll werfen kann und sein eigenes Umfeld und die Natur so verschmutzen muss.

An unsem Wohnplatz haben wir natürlich einen Abfallsack und als ich vor 3 Jahren dort war, ist das benutze Papier immer im Müllsack gelandet. Nein, das ist nicht unhygienisch und nein, es stinkt nicht mit der Zeit, der Müll wird eh jeden Tag ausgeleert. Und meine Finger werden nicht mehr schmutzig als wenn ich das Papier sofort fallen lasse.

Wer es ganz genau wissen will, das große Geschäft wurde im Urlaub beim Frühstück im Dorf erledigt und für Notfälle haben wir die Servietten vom Frühstück gesammelt. Dadurch war unser Urlaub im Wald gänzlich frei von Wc-Papier.

Haltbarkeit

Mittlerweile verwende ich die waschbaren Toilettentücher seit gut einem halben Jahr. Der Stoff hat zwar mit der Zeit durch das viele Waschen etwas gelitten, aber ich denke, sie werden sicher noch mindestens 1-2 Jahre halten.

Großwaschtag

Großwaschtag

Die oberen beiden Bilder sind zum Zeitpunkt der Anfertigung und das untere Bild aktuell entstanden.


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Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit ist mein Blog gerade Gastgeber.


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