Die 9 Stufen zum nachhaltigen Konsum [nachhaltiges Konsumverhalten]

Wenn man im Internet nach dem Begriff „nachhaltiger Konsum“ sucht, liest man vor allem davon, was es bedeutet, nachhaltig zu konsumieren. Sprich nach welchen Kriterien sollte das neue Produkt gewählt werde, um den Schaden für die Umwelt zu reduzieren.

Angestellt wird dabei der Vergleich zwischen einem konventionell und einem nach ökologischen Kriterien produzieren Produkt.

9-stufen-zum-nachhaltigen-konsum

Für mich setzt das jedoch viel zu weit hinten an. Es geht dabei zwar darum, die Umweltbelastung für eine bzw. diese Kaufentscheidung zu vermindern, aber ich möchte gerne noch einen Schritt weiter gehen.

Oder eigentlich zurück gehen, denn alle nachstehenden Überlegungen finden lange vor dem Akt des Kaufens statt.

reusecloudNachhaltiges Konsumverhalten ist für mich, wenn ich auch die Frage nach der Notwendigkeit bzw. der Art des Konsums mit einbeziehe. Denn dieser Punkt macht aus ökologischer Sicht meiner Meinung nach den wirklich großen Unterschied aus.

Deshalb möchte ich Dir heute die von mir selbst konzipierten Stufen zum nachhaltigen Konsum präsentieren.

1. use what you have

Nutze das, was Du hast und gehe sorgsam damit um auf dass die Dinge lange leben. Mache Dir immer wieder bewusst, dass Du bereits alles besitzt, was Du zum Leben brauchst.

2. zweckentfremde das, was Du bereits besitzt

Wenn Du etwas brauchst, das Du noch nicht besitzt, dann schau Dich mal um, ob Du bereits etwas besitzt, was diesen Zweck ebenfalls erfüllen könnte. Beispielsweise kann dadurch eine alte Suppenterrine zum Brottopf werden oder Apfelmusgläser, die eigentlich für den Müll sind, werden so zu Vorratsgläsern. Ich verwende eine Pralinendose zur Aufbewahrung für meine Butter und alte Gläser für die Gewürze.

nutze das, was Du bereits besitzt

nutze das, was Du bereits besitzt

3. repariere, was kaputt ist

Statt Neues zu kaufen, wenn etwas kaputt ist, kannst Du es entweder selbst reparieren oder von Freunden reparieren reparieren lassen, es zum Repair-Café bringen oder den Fachmann beauftragen.

4. nicht alles muss man besitzen

Vieles, was wir benutzen wollen, müssen wir nicht selbst besitzen. Leihe es Dir von Freunden aus oder nutze die Möglichkeiten des Leihladens.

5. brauche ich das wirklich?

Hinterfrage Deinen Konsumwunsch. Warte ein paar Tage, ob Du das Teil noch immer haben möchtest. Oft stellt sich heraus, dass der Kaufimpuls eine momentane Laune war.

6. mach es selbst

Vieles kann man selbst herstellen egal ob stricken, häkeln oder nähen. Besonders gut für die Umwelt ist dafür das zu nutzen, was es schon gibt. Stichwort Upcycling. Auch das ist eine Form von use what you have. Mit ein wenig Kreativität entstehen sehr besondere Unikate.

einige meiner DIY Projekte der letzten Jahre

einige meiner DIY Projekte der letzten Jahre

7. Nutze das, was andere nicht mehr haben wollen

Wenn Du zu dem Schluss kommst, dass Du Deinen Besitz dennoch erweitern möchtest, dann nutze die Möglichkeiten des Gebrauchtmarktes. Das ist gut für die Umwelt, weil nichts Neues produziert werden muss, das die Umwelt bereits in der Produktion belastet. Darüber hinaus werden keine wertvollen Rohstoffe verbraucht, das Verpackungsmaterial fällt weg und die Ware muss auch nicht um die halbe Welt transportiert werden.

In erster Linie denke ich da an den Umsonstladen, Verschenkregale, Tauschmärkte, offene Bücherschränke u.ä. Alternativ gibt es auch zahlreiche Flohmärkte, wo man fündig werden kann. Im Internet findet man ebenfalls viele Möglichkeiten wie z.B. Verschenkbörsen und Internetflohmärkte.

Bilder einer Kleidertauschparty

Bilder einer Kleidertauschparty

8. Gebrauchtwarenladen

Den Second-Hand-Laden setze ich erst danach an, weil dahinter doch wiederum ein Geschäft und vor allem kommerzielles Handeln steht. Waren werden transportiert und in einem Geschäftslokal präsentiert. Und es fällt oft dennoch viel Müll im Hintergrund an. Und was passiert mit dem, was doch keiner haben will?

Aber grundsätzlich ist der Secondhand-Laden natürlich immer noch die bessere Wahl als Neues zu kaufen.

9. warte auf Mr. Perfect

Nicht jeder Konsumwunsch muss sofort erfüllt werden. Wenn Du heute am Gebrauchtmarkt nicht das findest, was Du gerne möchtest, nimm Dir Zeit um auf Mr. Right zu warten.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es zwar manchmal einige Zeit dauern kann, aber die Freude ist dafür umso größer, wenn man nach langer Suche das richtige Teil entdeckt. Das war z.B. mit meinem Brottopf so. Ich habe sicher ein halbes Jahr gewartet und nun schon seit wirklich langer Zeit viel Freude damit.

nachhaltiger-konsum

kaufe regional produzierte Waren, die fair gehandelt werden

Nun kommen wir doch noch zum Neukauf, dem nachhaltigen Konsum im engeren Sinne wie ich es nennen möchte.

Achte beim Erwerb darauf, dass die Waren möglichst in Deiner Region gefertigt und dass die Hersteller fair bezahlt werden.

Das ist gar nicht immer so einfach und führt Dich möglicherweise wieder ein paar Stufen zurück auf der Leiter des nachhaltigen Konsums.

Achte auf die Qualität der Ware, dass sie gut verarbeitet und langlebig hergestellt wurde. Hinterfrage die Möglichkeiten der Reparatur bzw. der Ersatzteile. Manche Firmen bieten selbst ein Reparaturservice an.


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Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.

Hier geht es zur aktuellen Linkparty, in der wir den 2. Geburtstag der Blogparade mit ganz tollen Neuigkeiten feiern.

Hab ich Dich jetzt neugierig gemacht? Dann klick schnell auf den Link zum Beitrag „EiNaB #21: Alles neu macht der Mai“.


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AllerLEIHLaden Graz
Leihladen Leila
Repair Cafe

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Impressionen vom GrazerUmweltZirkus 2016

Endlich habe ich Zeit gefunden, die Fotos vom 2. GrazerUmweltZirkus 2016, der am 29.4.2016 im Joanneumsviertel stattgefunden hat, zu bearbeiten.

Hiermit lade ich Dich sehr herzlich zu einem kleinen Rundgang ein.

Repair-Café Graz

Wie schon im letzten Jahr war auch das Repair-Café Graz wieder vertreten und man konnte die Gelegenheit nützen, um defekte Gegenstände reparieren zu lassen.

wieder mit dabei - das Repair-Café Graz

wieder mit dabei – das Repair-Café Graz

Nadelfin – öffentliche Reparaturarbeiten für Kleidungsstücke

Ein ganz tolles Projekt habe ich gleich gegenüber entdeckt. Sarah repariert Kleidungsstücke im öffentlichen Raum, um ihnen ein längeres Leben zu schenken.

Sie möchte damit auf die Missstände in der Textilindustrie aufmerksam machen und verteilt bei diesen Aktionen Flyer mit Informationsmaterial. Was für eine geniale Idee!

fix it - reparieren ist nachhaltig!

fix it – reparieren ist nachhaltig!

nachhaltige Gartengestaltung

Möglichkeiten am zweiten Arbeitsmarkt tätig zu sein bietet BAN und hat als neuestes Projekt begonnen Pflanzentröge zu gestalten. Diese stellen eine gute Alternative zu Hochbeeten für Kleinstgärten oder Balkone dar.

diese Pflanztröge gefallen mir super gut!

diese Pflanztröge gefallen mir super gut!

Und dann gab es auch noch einen Samen- und Pflanzentauschmarkt mit einem Workshop, in dem gemeinsam Seedbombs angefertigt wurden.

hier schlägt das Gärtnerherz höher!

hier schlägt das Gärtnerherz höher!

Upcycling everywhere

Am meisten haben mich natürlich wiederum die vielen Upcycling-Projekte fasziniert und ich habe endlos viele Fotos gemacht, weil ich die einzelnen Objekte so genial fand.

Unglaublich viel Kreativität steckt in „Omas Teekanne“. Aus altem Geschirr entstehen Teelichter, Blumentöpfe oder Etageren und mit liebevollen Zeichnungen verziert werden die Teller zu Gemälden für die Wand.

neues Leben für altes Geschirr

neues Leben für altes Geschirr

In einem Workshop konnte man lernen, wie man mit Kreidefarben Möbeln und kleinen Gegenständen einen bunten Anstrich verleihen kann.

kreatives Gestalten mit Kreidefarben

kreatives Gestalten mit Kreidefarben

Nicht nur ich sortiere Bücher aus, auch viele andere Menschen wollen ihre Bücherschränke reduzieren. Leider finden nicht alle Bücher neue Leser und daher haben sich einige Menschen sehr interessante alternative Verwendungsmöglichkeiten überlegt.

Aus alten Büchern entstehen liebevoll handgefertigte Unikate wie z.B. Taschen und Geldbörsen, aber auch Notizblöcke.

zweckentfremdet - aus dem Buch wird eine Tasche

zweckentfremdet – aus dem Buch wird eine Tasche

Upcycling-Mode

Zwei sehr interessante Modeunternehmen habe ich am Umweltzirkus entdeckt, die beide Upcycling-Kindermode anbieten. Aus gebrauchten Kleidungsstücken und Bettwäsche entsteht kreative und außergewöhnliche Kinderbekleidung.

Besonders gut gefallen hat mir das Konzept von Rockocco. Alle Teile haben ein Etikett, dem der Käufer entnehmen kann, woraus das neue Kleidungsstück genäht wurde. So entstehen Unikate, die fair, sozial und regional produziert werden. Eine ganz andere Möglichkeit, um Altkleider länger leben zu lassen.

fair, sozial und regional produzierte Kinderbekleidung

fair, sozial und regional produzierte Kinderbekleidung

Gleich daneben war der Stand von Lieblingsstücke, einem jungen Unternehmen, das ebenfalls einzigartige Kinder- und Erwachsenenmode produziert. Verwendet werden recycelte Materialien sowie GOTS zertifizierte Biobaumwolle für die Bündchen.

ungewöhnliche Einzelstücke für Kinder und Erwachsene sind hier zu finden

ungewöhnliche Einzelstücke für Kinder und Erwachsene sind hier zu finden

Stoffsackerl statt Plastik

Stoffsackerl statt Plastik

Als ich gerade am Fotografieren von dem Stand war, ist Sandra Krautwaschl um die Ecke gekommen.

Sie hatte an einem Workshop zur Gestaltung einer Upcycling-Tasche (die man auch am Bild sieht) teilgenommen und war von der kreativen Upcycling-Mode sehr angetan.

Ich war ebenfalls ganz begeistert davon, dass sich so viele Menschen für die Weiterverwendung von alten Dingen engagieren und dabei so viele kreative Ideen umsetzen.

handgemachte Seifen

Von dem wundervollen Duft, der von den handgemachten Seifen ausging, wurde ich angezogen. Katja siedet die Seifen selbst und fertigt in liebevoller Handarbeit auch etwas für das Auge.

Alle Seifen können auf Wunsch unverpackt erworben werden. Unter anderem werden auch Haarseifen angeboten.

außergewöhnlich gestaltete Alltagsobjekte

außergewöhnlich gestaltete Alltagsobjekte

Schulprojekt gegen Lebensmittelverschwendung

Ein wirklich außergewöhnliches Schulprojekt der Grazer Schulschwestern habe ich am Umweltzirkus entdeckt. „Bis zum letzten Brösel“ wird das Altbrot verwendet. In der Schule wurden neue Rezepte mit altem Brot entwickelt und damit ein Rezeptheft gestaltet.

Das kleine Büchlein mit zahlreichen kreativen pikanten und süßen Brotrezepten kann käuflich erworben werden, was ich auch gemacht habe. Nachdem ich demnächst einen Beitrag zur Verwendung von altem Brot schreiben möchte, kam mir diese Inspirationsquelle gerade recht.

am Stand gab es auch Kostproben der Rezepte

am Stand gab es auch Kostproben der Rezepte

Bio-Gastromeile

Bereits im Vorfeld fand auch dieses Jahr ein Palettenmöbelbau-Workshop statt, an dem wir diesmal allerdings nicht teilgenommen haben.

Für das leibliche Wohl sorgte die Bio-Gastromeile und die Besucher konnten sich auf den während des Workshops selbst gebauten Palettenmöbeln ausruhen.

für den Umweltzirkus gebaute Palettenmöbel

für den Umweltzirkus gebaute Palettenmöbel

Erstmals mit dabei war das Team vom neuen Unverpacktladen in Graz „Das Gramm“. Seit 30.4. hat der Laden offiziell geöffnet und erfreut sich bereits jetzt großer Beliebtheit.

Übrigens habe ich bereits einen Blick in das Geschäft werfen können und bei dieser Gelegenheit auch Fotos gemacht, welche ich demnächst gerne zeigen möchte.

unverpackte Köstlichkeiten vom Gramm

unverpackte Köstlichkeiten vom Gramm

Linktipp:

GrazerUmweltZirkus
GrazerUmweltZirkus auf Facebook


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Re-Use boomt! [Impressionen von der Re-Use Konferenz 2016]

Der bewusste Umgang mit den Dingen ist ein Thema, das auf meinem Blog schon seit langem sehr viel Raum einnimmt, da mir das Thema wirklich sehr am Herzen liegt.

Re-Use und Reparieren sind die zentralen Punkt für mich und daher war klar, dass ich unbedingt mit dabei sein will, wenn auf einer Konferenz innovative Projekte gezeigt werden.

LogoIch möchte Dich natürlich nicht mit vielen Fakten langweilen und daher wird es keine chronologische Aufzählung geben, wer worüber gesprochen hat. Wer das doch möchte kann im Internet nachlesen. Auf der Seite der Arge sind die Fakten sowie alle Präsentationen, Links und Bilder zu finden.

Weiterverwendung der Dinge

Übergeordnetes Thema der Konferenz war die Abfallvermeidung aus der Perspektive der Abfallwirtschaft. Trotzdem möchte ich gleich vorweg ein Thema heraus greifen, das am Ende bei der Podiumsdiskussion besprochen wurde.

Re-Use ist nicht nur ein Thema der Abfallwirtschaft sondern findet lange davor in vielen Bereichen statt.

Das fängt damit an, dass sich jemand entschließt ein Ding weiter zu verwenden, statt sich etwas Neues zu kaufen, geht weiter mit der Hose, die vom älteren Geschwisterkind an das jüngere „vererbt“ wird und endet noch lange nicht damit, dass ich ein bereits gelesenes Buch an die Freundin verschenke.

Daneben gibt es sowohl den realen als auch den Internet-Flohmarkt, um alte Sachen zu verkaufen und ich kann Dinge persönlich oder über einen Kostnixladen bzw. eine Givebox verschenken. Aber auch Tauschkreise sowie Tauschpartys boomen derzeit und auf Facebook sind Gruppen wie „share und care“ zu finden.

Aber egal ob entgeltlich oder unentgeltlich, das alles ist re-use und trägt zur Abfallvermeidung bei.

Und auch die Möglichkeit des Leihens fällt meiner Meinung nach in diesen Bereich hinein, immer mehr Leihläden werden eröffnet wie z.B. der AllerLeihladen Graz oder Leila Wien, worüber ich bereits berichtet habe.

Impressionen
wenn etwas kaputt geht

Dem Bereich der Abfallwirtschaft nähern wir uns, wenn ein Ding kaputt wird und dadurch nicht mehr verwendet werden kann. In vielen Fällen ist das Reparieren angeblich nicht mehr wirtschaftlich und daher wird im Handel vielfach empfohlen, das defekte Gerät gleich auszutauschen.

Da sind wir natürlich gleich bei meinem Lieblingsthema angelangt und ich war auf den Vortrag von Lars Gauster, der das „Gauster-Haus“ leitet besonders gespannt.

Am meisten fasziniert hat mich, dass Lars einen Reparaturbetrieb führt, damit sein Geld verdient und gleichzeitig der Mitbegründer vom örtlichen Repair-Café ist. Aber nicht nur das, auf Facebook veröffentlicht er jede Menge Reparaturvideos, die anleiten, wie man es selbst machen kann. Ist das nicht genial?

viele interessante Referate wurden gehalten

viele interessante Referate wurden gehalten

Wie so ein Repair-Café abläuft, kannst Du übrigens in meinem Beitrag über das Repair-Café Graz nachlesen.

Die Aktion „fix it – reparieren ist nachhaltig“ ist ja auch so eine Art virtuelles Repair-Café, nur dass es bei mir halt keine Kaffee gibt. Dafür habe ich mittlerweile weit über 100 Anleitungen gesammelt, wie man etwas reparieren kann. Alle Bilder samt Verlinkungen sind auf meiner Pinterest-Pinwand zu finden.

Vorbereitung zur Wiederverwendung

Grundsaetze der AbfallwirtschaftSo heißt jene Stufe in der Abfallwirtschaft, die neben der Vermeidung (die nicht nur beim beim Einzelnen stattfindet!), als die wichtigste gesehen wird.

Das ist nun auch das zentrale Thema der Konferenz und es werden viele „best practice“ Beispiele vorgestellt. Gezeigt wird u.a. das Konzept der Re-Use-Zentren in Flandern, über die Anne Vandeputte mit großer Begeisterung spricht, aber auch der Re-Use-Shop in Leoben sowie der 48er Tandler (Tandler = Händler) in Wien sind gute Beispiele für eine sehr gelungene Umsetzung von Re-Use.

Graz hat ausgesprochen engagierte Projekte entwickelt, um das Sammeln von gebrauchsfähige Gegenstände zu erleichtern. Auf der einen Seite gibt es die „Re-Use-Box“ (siehe Bild ganz oben) und andererseits wurde der „Re-Use Friday“ eingeführt, wo man gebrauchsfähige Gegenstände abgeben kann, die von „BAN“ im „Re-Use Shop“ verkauft werden. Der Besuch des Sammelzentrums sowie des Verkaufsshops von BAN war auch Teil meiner Ausbildung als Abfallberater, der Bericht über diese Exkursion ist schon fertig und wird demnächst veröffentlicht werden.

Wichtig ist natürlich, dass es auch Menschen gibt, die sich für die Dinge interessieren und diese dann im Re-Use-Shop kaufen. Von Franziska Howorka, die den 48er Tandler vorgestellt hat, wurde ein Video gezeigt, in dem Öffentlichkeitsarbeit betrieben wird – sogar der Bürgermeister von Wien und andere Prominente gehen in den Re-Use-Shop einkaufen.

es geht noch deutlich mehr

Aber bei der Abfallvermeidung geht es nicht nur darum gebrauchsfähige Gegenstände weiterzugeben sondern auch Dinge mit einem leichten Defekt vor dem Müll zu bewahren. Dazu wurden neue sehr innovative Konzepte entwickelt. Unter anderem werden von „BAN“ Gegenstände repariert, bevor sie weiter gegeben werden, aber auch Upcycling ist eine viel genutzte Möglichkeit. In meinem Beitrag „Impressionen vom GrazerUmweltZirkus 2015“ sind zwei Collagen von den vielen Upcyclingprojekten von BAN zu sehen.

Besonders beeindruckt hat mich der Vortrag von Sepp Eisenriegler „OREG – Optimales Ressourcenmanagement von Elektro-Geräten“. Nachhaltig in Erinnerung geblieben ist mir die Aussage über die Sinnhaftigkeit ein funktionierendes Elektrogerät wie z.B. eine Waschmaschine zu ersetzen, weil das neue eine (angeblich) bessere Energieeffizienz hat.

Über 50% der Umweltbelastung durch ein Elektrogerät entsteht bei der Herstellung desselben und diese muss zur Verbrauchsbelastung hinzugerechnet werden. Daraus ergibt sich folglich, dass es sinnvoll ist ein Gerät so lange wie möglich zu nutzen, da sich dadurch die Gesamtbelastung der Umwelt automatisch reduziert.

Als Maßnahme dazu wird das mobile Sammelzentrum vorgestellt. Mit diesem Containerwagen werden Elektrogeräte gesammelt, die serviciert, nötigenfalls repariert und danach weiter verkauft werden. Nicht nur der Umwelt ist gedient, es werden auch Arbeitsplätze für den zweiten Arbeitsmarkt geschaffen, wie das übrigens auch bei anderen Projekten wie z.B. „BAN“ der Fall ist.

die mobile Elektrogerätesammlung

die mobile Elektrogerätesammlung

Speziell bei Geräten wie PCs, wo sich die Technik rasch weiterentwickelt und oftmals der Anlass für einen Austausch derselben ist, kann durch entsprechende Projekte sehr viel bewegt werden. Altgeräte von Firmen werden überarbeitet und für die Weitergabe aufbereitet. Verwendung finden sie in Schulen und anderen sozialen bzw. gemeinnützigen Organisation. Oder sie werden im Re-Use-Shop angeboten, wodurch sich eine sehr einfache Möglichkeit ergibt, einen ökologisch nachhaltigen PC zu erwerben. Auch dazu wird es demnächst einen Bericht von einer meiner Exkursionen zur Firma Compuritas geben.

nachhaltiges Buffet

Die Gäste der Konferenz wurden mit einem großartigen, sehr nachhaltig gestalteten Buffet vom Catering der Firma „Tischlein deck dich“ versorgt. Abgesehen davon, dass es hervorragend geschmeckt hat, wurde ich davon überrascht, dass die Reste vom Vormittagsbuffet auch beim Mittagessen angeboten wurden und auch der Nachmittagskuchen durch übrig gebliebene Brötchen ergänzt wurde. Zwischenzeitig gekühlt konnten sie danach hübsch angerichtet wieder angeboten werden.

nicht nur optisch ein Genuss

nicht nur optisch ein Genuss


Natürlich wurde auf Einweggeschirr verzichtet und das „hauseigene“ Geschirrservice von der Aktion „G’scheit feiern“ verwendet. Die Getränke wurden aus wieder befüllbaren Glasflaschen angeboten.

Auf die Nachfrage nach den dennoch möglichen Resten vom Buffet wurde mitgeteilt, dass auf keinen Fall etwas weg geworfen sondern alles weitergegeben wird.

Upcycling-Geschenke

Jeder Gastredner hat ein Geschenk erhalten, das von den Mitarbeitern von „BAN“ angefertigt wurde. Verwendet wurden dazu Holzreste aus anderen Upcycling-Projekten und die Glaskuppel stammt von Weingläsern aus dem Geschirrservice von „G’scheit feiern“. Immer wieder gehen einiges Stile von den Weingläsern kaputt und dadurch können zumindest die Oberteile der Gläser weiterverwendet werden. Eine wirklich geniale Idee finde ich!

Aufmerksam machen möchte ich auch auf den Spruch, der auf dem Upcycling-Objekt auf sehr kreative Weise geschrieben steht „If not now then when“ als Motto für die Konferenz.

Verpackt wurden die Geschenke in Hüllen von alten Schallplatten, die sonst zu Müll werden würden, denn die Schallplatten selber dienen einem anderen Upcycling-Projekt.

verpackt in Hüllen von alte Schallplatten

verpackt in Hüllen von alte Schallplatten

Podiumsdiskussion

Abgerundet wurde der sehr dichte Konferenztag – was sich auch in der Länge dieses Beitrages widerspiegelt – mit einer Podiumsdiskussion, woran unter anderem Sandra Krautwaschl (links im Bild) teilgenommen hat. Leider war der zeitlich geplante Rahmen bereits weit überschritten und das Publikum entsprechend müde und ausgedünnt.

die Gäste der Podiumsdiskussion

die Gäste der Podiumsdiskussion

Alles in allem war es ein Tag, der sehr viel Hoffnung gemacht hat, denn es wird wirklich sehr viel auch von öffentlicher Hand getan, um Müllbewusstsein zu schaffen und die Menge an Abfällen zu reduzieren.

Gezeigt wurde vor allem auch, dass Re-Use keinesfalls eine Konjunkturbremse ist, sondern im Gegenteil Arbeitsplätze schaffen kann.

Das war für mich eine sehr wichtige Information, da beim Thema Müllvermeidung, Reduzieren, Konsumauszeit etc. immer wieder damit argumentiert wird, dass es der Wirtschaft schade. Es handelt sich jedoch vielmehr um ein Umlageprinzip, das Geld wird anders verwendet bzw. kann man es auch so sehen, dass durch meine Arbeitszeitreduktion sogar ein neuer (Teilhzeit-)Arbeitsplatz frei wird.


Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Diesen Beitrag verlinke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit wird die Linkparty gerade auf meinem Blog durchgeführt.

Weiters verlinkt zu ANL von Rostrose.


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