selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Wastecookingsirup

Im Herbst gibt es Obst im Überfluss. Das merkt man auch, wenn man die Mülltonnen der Lebensmittelgeschäft betrachtet. Es ist eine unglaubliche Verschwendung, wie viele Lebensmittel da im Müll landen, die noch gut und genießbar sind.

Wie schon im Beitrag „Aktiv gegen Lebensmittelverschwendung“ geschrieben, arbeite ich bei foodsharing mit und besuche auch ab und zu die Container der Lebensmittelgeschäfte.

Was ich wirklich schlimm finde ist, dass viele in Plastik verpackte Lebensmittel in der schwarzen Tonne landen. Der Müll wird nicht korrekt getrennt und die Nahrungsmittel lande noch nicht einmal im Biomüll.

Zum Glück gibt es mittlerweile wirklich viele Menschen, die dagegen etwas unternehmen wollen und die Lebensmittel aus dem Müll retten. Über Fairteiler werden diese Lebensmittel dann mit anderen Menschen geteilt.

Zuletzt habe ich einiges an Obst gefunden und damit einen bunt gemischten Wastecooking-Sirup gemacht. Auf den Bildern ist übrigens eine Mischung aus Himbeeren, Weintrauben, Nektarine und Apfel zu sehen.

So ein gemischter Obstsirup ist auch für alle, die einen Garten besitzen oder einmal zu viel Obst eingekauft haben, eine gute Möglichkeit eine größere Menge Obst rasch haltbar zu machen.

Man kann das Obst mit einem ganz normalen Topf entsaften, ich besitze selbst keinen Entsafter. Bei kleinen Mengen geht das wirklich ganz schnell.

wastecookingsirup collage

Entsaften von Obst

2 kg Obst bunt gemischt
1 l Wasser

Das Obst wird gut gewaschen, allfällige Druckstellen und Kerne entfernt, zerkleinert und mit Hilfe von Wasser aufgekocht. Man lässt alles ca. 10 Minuten kochen, bis die Früchte sehr gut zerfallen sind. Mit dem Schneebesen kann man nachhelfen.

Danach seiht man die Flüssigkeit durch ein feines Haarsieb, um den reinen Saft zu erhalten. Wenn Du einen klaren Saft erhalten willst, darfst Du nicht drücken oder quetschen, sonst wird der Saft trüb.

Basisrezept für den Wastecooking-Sirup

1 l reiner Obstsaft (siehe oben)
1 kg Zucker
Saft von 2 Zitronen oder 10 gr Zitronensäure

Zubereitung

Der auf oben beschriebene Weise gewonnene Obstsaft wird abgemessen und in einem großen Topf mit der berechneten Menge Zucker sowie Zitronensaft bzw. Zitronensäure versetzt. Die Flüssigkeit wird unter ständigem Rühren aufgekocht und 3-5 Minuten sanft wallen gelassen.

Danach wird der noch kochend heiße Sirup mit Hilfe von einem Trichter aus Edelstahl in die sauberen Flaschen gefüllt und diese werden sofort gut verschlossen.

Haltbarkeit

Der Sirup hält im dunklen Keller trocken gelagert länger als 1 Jahr. Wir haben noch geringe Restbestände verschiedener Sirupe vom Vorjahr im Keller, die unverändert gut schmecken. Nicht vollständig gefüllte Flaschen sollten gleich aufgebraucht werden.


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Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit ist mein Blog gerade Gastgeber.

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Im Index selbst.gemacht findest Du eine Übersicht über alle bisherigen DIY-Beiträge.

selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Melissensirup

Die Kräutersaison hat bereits vor längerem begonnen, im Garten wächst die Zitronenmelisse wunderbar heran. Dieses Jahr habe ich zusätzlich einen Stock Zitronenmelisse im Tontopf, den ich auf dem Balkon ziehe.

Gerade bei Getränken kann man durch Selbermachen sehr viel Müll, insbesondere Plastikmüll, reduzieren. Im vorigen Jahr habe ich bereits mehrere Anleitungen für Sirup veröffentlicht, aber ich habe natürlich noch lange nicht alles gezeigt.

Ich setze daher heute in meiner selbst.gemacht statt selbst.gekauft Serie mit dem Zitronenmelissensirup fort. Alternativ kann man auch Goldmelisse verwenden.

auch im Tontopf kann man die Zitronenmelisse gut ziehen

auch im Tontopf kann man die Zitronenmelisse gut ziehen

Basisrezept

1 l Wasser
1 kg Zucker
1 große Hand voll (also eigentlich beide Hände gemeinsam voll) Zitronenmelisse
(nach dem Putzen der Kräuter gemessen!)
2-3 ungespritzte Bio-Zitronen oder 5 – 10 gr Zitronensäure

(Ich mache üblicherweise die 3fache Menge, damit es sich auch auszahlt den Topf anzupatzen. Die 3fache Menge ergibt rund 5 l Zitronenmelissensirup.)

die Zitronenmelisse wird vor dem Einkochen gut gereinigt

die Zitronenmelisse wird vor dem Einkochen gut gereinigt

Zubereitung Teil 1

Als erstes wird die Zitronenmelisse verlesen, geputzt und kurz gewaschen. Nachdem die Schnecken bereits aktiv sind, entsteht leider sehr viel Abfall, da ich meist nur das obere Drittel für den Sirup verwenden kann.

In einem großen Topf den Zucker im Wasser auflösen und unter ständigem Rühren (wichtig!) zum Kochen bringen. Zuerst ist das Wasser ein wenig grau-trüb vom Zucker, der sich jedoch mit steigender Temperatur vollständig auflöst. Der Zuckersirup wird dadurch wieder klar.

Sobald das Wasser kocht gibt man die Kräuter ins heiße Wasser, rührt gut um und wartet kurz, bis alles noch einmal aufwallt.

Danach den Topf sofort vom Herd nehmen, damit er nicht weiterkocht, und in den Keller oder einen kühlen Raum stellen.

Im Keller bleibt der Topf für 24 – 48 Stunden stehen und wird in der Zeit mehrmals umgerührt.

Einblick in die Hexenküche

Einblick in die Hexenküche

Zubereitung Teil 2

Als erstes werden die Flaschen sehr gut gereinigt. Die Deckeln gebe ich in eine Schale und übergieße sie zur Desinfektion mit kochendem Wasser.

Danach die Zitronen waschen, ausdrücken und den Saft auffangen. Die Zitronen habe ich diesmal für ein ganz anderes Experiment aufgehoben. Darüber werde ich demnächst berichten.

die Zitronenschalen werden aufgehoben

die Zitronenschalen werden aufgehoben

Mit Hilfe von einem Sieb wird der kalte Sirup durch ein sauberes Tuch (ich verwende dazu eine Windel) geseiht.

Der abgeseihte Sirup wird sodann gemeinsam mit dem Zitronensaft bzw. der Zitronensäure aufgekocht und für 10 Minuten sanft köcheln gelassen. Bitte immer wieder gut umrühren!

meine plastikfreie Küche

meine plastikfreie Küche

Danach wird der noch kochend heiße Sirup mit Hilfe von einem Trichter aus Edelstahl in die sauberen Flaschen gefüllt und diese werden sofort gut verschlossen.

Zitronensaft versus Zitronensäure

Versuchsweise habe ich diesmal 2 unterschiedliche Varianten gekocht, um besser über den Unterschied berichten zu können.

links mit Zitronensäure und rechts mit Zitronensaft

links mit Zitronensäure und rechts mit Zitronensaft

Der Sirup mit Zitronensäure ist deutlich klarer und der Zitronenmelissensirup mit Zitronen wurde leicht trüb. Vom Geschmack her ist der Sirup mit Zitronensäure säuerlicher und der Sirup mit Zitronen deutlich milder.

hier der direkte Vergleich

hier der direkte Vergleich

Haltbarkeit

Der Sirup hält im dunklen Keller trocken gelagert länger als 1 Jahr. Wir haben noch geringe Restbestände vom Vorjahr im Keller, die unverändert gut schmecken.


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Zitronenmelissensirup Collage


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Apfelsaft
Holunderblütensirup
Kräutersirup
Kriachalsirup (Mirabellensirup)
Rhabarbersirup

Im Index selbst.gemacht findest Du eine Übersicht über alle bisherigen DIY-Beiträge.

selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Rhabarbersirup

Derzeit hat gerade der Rhabarber Saison. Wir lieben ihn sehr und freuen uns, dass die Ernte dieses Jahr besonders gut ausfällt.

Rhabarber

Rhababer ist eigentlich ein Gemüse, von der Verwendung her wird er jedoch eher als Obst betrachtet, obwohl Rhabarber auch sehr gut zu Fisch oder Currygerichten passt.

Erdbeeren gemischt mit Rhabarber ist eine unserer liebsten Marmeladen und auch als Fruchtmus mag ich ihn sehr. Das Rezept im verlinkten Beitrag zu finden.

Rhabarbersirup

Ein weiterer Favorit ist Rhabarbersirup. Er schmeckt unglaublich gut und ist wirklich sehr einfach zuzubereiten.

Basisrezept

1 kg Rhabarber (geputzt gewogen)
1 l Wasser
1 kg Zucker
2-3 ungespritzte Bio-Zitronen oder 5 – 10 gr Zitronensäure

(Ich mache üblicherweise die 3fache Menge, damit es sich auch auszahlt den Topf anzupatzen. Die 3fache Menge ergibt rund 5 l Rhabarbersirup.)

Rhabarbersirup

Zubereitung

Der Rhabarber wird geschält, in kleine Stücke geschnitten und mit 1 l Wasser gemeinsam so lange gekocht, bis der Rhabarber in feine Fäden zerfällt. Das dauert in etwa 5 – 10 Minuten.

Rhabarbersirup2

Danach wird das Rhabarbermus mit Hilfe von einem feinen Haarsieb vom Saft getrennt. Wichtig ist, dass das Rhabarbermus weder gequetscht noch durch das Sieb gestrichen wird, da der Sirup sonst trüb wird.

Das Rhabarbermus sammle ich in einem Glas. Was damit passiert, erzähle ich später.

Rhabarbersirup3

Die klare, leicht rötliche Flüssigkeit wird mit dem Zucker sowie dem Zitronensaft bzw. der Zitronensäure noch einmal aufgekocht. Achtung! Die Flüssigkeit schäumt sehr stark. Dieser Schaum wird abgeschöpft, da der Zuckerschaum die Haltbarkeit negativ beeinflussen könnte (zumindest hat mir das meine Oma so beigebracht).

Der Sirup wird für ca. 3-5 Minuten sprudelnd kochen gelassen und sodann mit Hilfe von einem Edelstahltrichter in die gut gereinigten Flaschen abgefüllt. Die Deckeln desinfiziere ich immer mit kochendem Wasser.

Rhabarbersirup4

Haltbarkeit

Der Sirup hält im dunklen Keller trocken gelagert länger als 1 Jahr. Wir haben noch geringe Restbestände vom Vorjahr im Keller, die unverändert gut schmecken.

Müllvermeidung beim Einkauf

Gerade bei Getränken kann man durch Selbermachen sehr viel Müll, insbesondere Plastikmüll, reduzieren. Im vorigen Jahr habe ich bereits einige Anleitungen für verschiedene Sirupvarianten veröffentlicht, aber ich habe natürlich noch lange nicht alles gezeigt.

Wastecooking-Tipp

Ähnlich wie bei der Herstellung von Apfelsaft nach meinem Rezept entsteht als „Abfallprodukt“ Rhabarbermus. Dieses kann man in Joghurt einrühren oder für Kuchen verwenden. Natürlich ist es auch möglich, einen fruchtigen Chiapudding daraus zu machen.

Meine Idee war diesmal jedoch ein Rhabarbertiramisu in Anlehnung an das Rezept für Apfeltiramisu.

Rhabarbertiramisu

Verwendet habe ich nicht nur das Rhabarbermus sondern auch den abgeschöpften Zuckerschaum, somit wurde wirklich gar nichts verschwendet.

Das Rhabarbertiramisu ist wirklich ausgesprochen lecker und erfrischend geworden!

Noch ein Wastecooking-Tipp

Den Rhabarbersirup kann man auch gänzlich aus Abfällen zubereiten. Dazu sammelt man die Abschnitte und Schalen vom Rhabarber, den man für Kuchen oder anderes verwendet hat, und kocht daraus nach der obigen Anleitung den Sirup.

Der Rhabarbersirup aus den Rhabarberschalen hat eine absolut geniale Farbe, da diese viel besser färben als die Stiele.

Rhabarberschalensirupcollage

Anmerken möchte ich jedoch, dass „Abfallrhabarbersirup“ etwas mehr Oxalsäure enthält, da diese in den Schalen in einer größeren Menge als in den Stielen vorkommt.


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Nachdem es um Müllvermeidung, Plastikreduktion und Wastecooking geht, schicke ich den Beitrag zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.
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Weiters verlinkt zu Create in Austria sowie Rums (Ich liebe Rhabarbertiramisu!).


Rhabarbersirup Collage


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Holunderblütensirup
Kräutersirup
Kriachalsirup (Mirabellensirup)

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selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Kriachalsirup

„Bitte was sind Kriachaln?“ werden sich jetzt sicher einige fragen. Aber wenn ich von Anfang an von „Mirabellen“ spreche, dann fragen sich die anderen, was denn bitte schön Mirabellen sind. Für eine kleine Übersetzungshilfe den Link anklicken bitte.

Heute setze ich also mit meiner selbst.gemacht statt selbst.gekauft Serie mit „Kriachalsirup“ aka „Mirabellensirup“ fort.

Vor kurzem habe ich bereits die Rezepte für Holunderblütensirup, Kräutersirup und Apfelsaft veröffentlicht.

Wilde Obstbäume

In meiner Gegend gibt es einige wilde Obstbäume. Vor allem Mirabellen – bei uns in Österreich wie oben bereits erwähnt „Kriachaln“ genannt – sind in der Nähe des Hauptflusses zu finden. Informationen, wo man was finden kann, sind übrigens auf „Mundraub“ zu finden.

beim Spaziergang entdeckt

beim Spaziergang entdeckt


Wir haben entlang von unserem Spazierweg gelbe, rote und blaue Mirabellenbäume entdeckt und natürlich gleich einiges davon gepflückt. Aus den blauen Mirabellen, die ähnlich wie Zwetschgen sind, habe ich Marmelade gekocht und auch die gelben Mirabellen wurden zu Marmelade verarbeitet.

Die roten Mirabellen habe ich zu Sirup verkocht und alles auf Bildern festgehalten.

Entsaften der Mirabellen

2 kg Mirabellen
1 l Wasser

die Mirabellen im Wasser vor dem Kochen

die Mirabellen im Wasser vor dem Kochen

Die gut gewaschenen Mirabellen werden ohne den Kern zu entfernen mit Hilfe von Wasser aufgekocht. Man lässt alles ca. 5 Minuten kochen, bis die Früchte sehr gut zerfallen sind. Mit dem Schneebesen kann man nachhelfen.

hier sieht man die zerkochten Mirabellen

hier sieht man die zerkochten Mirabellen

Danach seiht man die Flüssigkeit durch ein feines Haarsieb um den reinen Saft zu erhalten. Auf keinen Fall drücken oder quetschen, sonst wird der Saft trüb.

das Mus mit den Kernen bleibt übrig

das Mus mit den Kernen bleibt übrig

Wenn alles gut abgetropft ist, sammle ich das Mirabellenmus mit den Kernen in einem anderen Topf und schütte auf diese Masse noch einmal ca. 500 ml heißes Wasser drauf. Mehr dazu später.

hier entsteht der Zweitsaft

hier entsteht der Zweitsaft

Basisrezept für Mirabellensirup

1 l reiner Mirabellensaft (siehe oben)
1 kg Zucker
Saft von 2 Zitronen oder 10 gr Zitronensäure

Zubereitung

Der auf oben beschriebene Weise gewonnene Mirabellensaft wird abgemessen und in einem großen Topf mit der entsprechenden Menge Zucker sowie Zitronensaft bzw. Zitronensäure versetzt. Die Flüssigkeit wird unter ständigem Rühren aufgekocht und 3-5 Minuten sanft wallen gelassen.

Danach wird der noch kochend heiße Sirup mit Hilfe von einem Trichter aus Edelstahl in die sauberen Flaschen gefüllt und diese werden sofort gut verschlossen.

der Mirabellensirup ist fertig

der Mirabellensirup ist fertig

Recycling-Sirup

Bei mir entsteht danach zusätzlich der von mir so getauften „Recycling-Sirup“. Weiter oben habe ich ja schon beschrieben, dass ich das Obstmus vom Entsaften in einem Topf mit heißem Wasser gemischt habe. Während ich den „guten Saft“ fertig einkoche, lasse ich diese Masse ziehen, damit das restliche Aroma ins Wasser übergeht.

Hier entsteht gerade Recycling-Saft

Hier entsteht gerade Recycling-Saft

Die Flüssigkeit wird anschließend wiederum durch das Haarsieb geseiht. Diesmal darf jedoch nach Belieben gequetscht und gedrückt werden, damit wirklich alles in den Saft übergeht. Der so gewonnene Saft schmeckt auch noch sehr gut, er hat etwas weniger Farbe und ist durch das Ausdrücken ein wenig trüb.

Im Anschluss wird auch dieser Saft nach dem Basisrezept eingekocht.

kannst Du den Unterschied erkennen?

kannst Du den Unterschied erkennen?

Auf dem Bild sieht man auf der linken Seite den „Erstsaft“ und rechts den „Recycling-Saft“. Der „Erstsaft“ hat eine kräftigere Farbe und ist ganz klar, während der „Recyclingsaft“ ganz leicht trüb ist.

Anmerkung:
Die Gläser auf dem letzten Bild sind nicht voll, weil es sich um den letzten Rest handelt, mit dem ich keine Flasche mehr voll bekommen hätte. Diese Gläser sind immer heiß begehrt, weil das die ersten Kostproben sind, die sofort getrunken werden dürfen.

Haltbarkeit

Der Sirup hält im dunklen Keller trocken gelagert länger als 1 Jahr. Wir haben noch geringe Restbestände vom Vorjahr im Keller, die unverändert gut schmecken.


Das könnte Dich auch interessieren:

Im Index selbst.gemacht findest Du eine Übersicht über alle bisherigen DIY-Beiträge.

selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Apfelsaft

Vor kurzem habe ich die Rezepte für Holunderblütensirup und Kräutersirup veröffentlicht.

Heute setze ich mit meiner selbst.gemacht statt selbst.gekauft Serie mit Apfelsaft bzw. Birnensaft fort.

Fallobst ist nicht Abfall

Im Obstgarten fällt um diese Zeit sehr viel Obst von den Bäumen. Überall in der Wiese liegen Äpfel und Birnen herum, die durch das Herabfallen angeschlagen sind, teilweise Sprünge haben oder von Würmern befallen wurden.

Der Reiz in dieses Obst hineinzubeißen ist nicht sehr groß, da die meisten Stücke dadurch nicht gerade appetitlich aussehen.

Aber deshalb sind sie noch lange kein Abfall, man kann das Fallobst sehr gut zu Mus aber auch Obstsaft verarbeiten.

Basisrezept für Apfelsaft

1 l Wasser
200 – 300 gr Zucker
1 kg Fallobst Äpfel (netto ca. 500 – 700 gr)
1-2 ungespritzte Bio-Zitronen oder 5-10 gr Zitronensäure
nach Belieben etwas Zimt oder ein kleines Stück Ingwer

Alternativ kann das Rezept natürlich auch mit Birnen gemacht werden.

Zubereitung Teil 1

Die benötigte Menge an Wasser wird direkt in den Topf gemessen und mit dem Zucker, dem Zitronensaft bzw. der Zitronensäure sowie den Gewürzen versetzt. Die gut gewaschene Schale der Zitronen kann man hinein reiben. Alles gut umrühren bis sich der Zucker weitgehend aufgelöst hat.

Die Äpfel werden gut gewaschen. Alle angeschlagenen Stellen sowie allenfalls der Wurmbefall werden ausgeschnitten und die Kerngehäuse entfernt.

Die Schalen der Äpfel können grundsätzlich verwendet werden. Das Obst in kleine Stücke zerschneiden und gleich in das vorbereitete Wasser werfen, damit die Stücke nicht braun wird.

die Apfelstücke werden gleich ins Wasser geschnitten

die Apfelstücke werden gleich ins Wasser geschnitten

Anschließend wird alles zum Kochen gebracht und für ca. 5 Minuten auf kleiner Flamme wallen gelassen. Ich lasse den Topf danach meistens noch ein paar Minuten ziehen.

Zubereitung Teil 2

Während dessen kann man die zuvor bereits sehr gut gereinigten Flaschen bereit stellen. Die Deckeln gebe ich in eine Schale und übergieße sie zur Desinfektion mit kochendem Wasser.

Der sehr heiße Apfelsaft wird durch eine feines Haarsieb geseiht. Die Flüssigkeit nur sanft abtropfen lassen, keinesfalls mit einem Löffel drücken, da der Saft sonst einen musigen Bodensatz bekommt.

Das Sieb mit dem Obstmus beiseite stellen.

Den klaren Saft noch einmal kurz aufkochen und sofort mit Hilfe von einem Trichter aus Edelstahl in die sauberen Flaschen abfüllen.

der Apfelsaft ist fertig

der Apfelsaft ist fertig

Trinkfertige Zubereitung

Anders als beim Sirup wird der Apfelsaft nicht so stark verdünnt. Man schenkt in das Glas bis etwa 1/3 – 1/2 Apfelsaft ein und füllt sodann mit Wasser auf.

Unterschied Saft und Sirup

Beim Sirup kommt auf 1 l Flüssigkeit jeweils 1 kg Zucker, beim Saft wird deutlich weniger Zucker verwendet. Dementsprechend wird der Sirup auch viel stärker verdünnt, wenn man ihn trinkt.

Haltbarkeit

Da für die Herstellung von diesem Saft einerseits Fallobst und andererseits nicht so viel Zucker wie bei einem Sirup verwendet wird, ist die Haltbarkeit reduziert. Angebrochener Saft sollte daher immer im Kühlschrank aufbewahrt werden. Im verschlossenen Zustand hält der Saft ungefähr 3-6 Monate.

Doppelter Nutzen

Im Haarsieb befinden sich noch die ausgekochten Reste vom Fallobst, die wir natürlich keinesfalls wegwerfen. Das ist ein super leckeres Apfelmus und kann mit etwas Zucker, Zimt und Zitronensaft versetzt wie üblich verspeist werden.

Falls es zu trocken ist gibt man einfach ein kleines bisschen Wasser oder fertigen Apfelsaft dazu.

Zusatznutzen - das fertige Apfelmus

Zusatznutzen – das fertige Apfelmus

Demnächst wird es mit der Anleitung für Fruchtsirup weitergehen.


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selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Kräutersirup

Vor kurzem habe ich das Rezept für selbst gemachten Holunderblütensirup veröffentlicht.

Gerade bei Getränken kann man durch selber machen sehr viel Müll, insbesondere Plastikmüll, reduzieren. Ich setze daher heute mit meiner selbst.gemacht statt selbst.gekauft Serie mit dem Kräutersirup fort, weitere Anleitungen werden folgen.

Im Garten findet man viele verschiedene Kräuter

Sehr gut geeignet für Kräutersirup sind Goldmelisse, Zitronenmelisse, Apfelminze, Pfefferminze und Zitronenverbene. Besonders lecker fand ich den bunt gemischten Gartenkräutersirup, der mich im Geschmack tatsächlich an eine im österreichischen Handel sehr weit verbreitete Kräuterlimonade erinnert hat.

Basisrezept für Kräutersirup

1 l Wasser
1 kg Zucker
1 große Hand voll (also eigentlich beide Hände gemeinsam voll) Gartenkräuter
(nach dem Putzen der Kräuter gemessen!)
2-3 ungespritzte Bio-Zitronen oder 10 gr Zitronensäure

(Ich mache üblicherweise die 3fache Menge, damit es sich auch auszahlt. Die 3fache Menge ergibt rund 5 l Zitronenmelissensirup oder Apfelminzesirup. Man kann auch alle Kräuter beliebig mischen und das ergibt dann einen sehr leckeren Gartenkräutersirup.)

die Kräuter wurden gut gereinigt

die Kräuter wurden gut gereinigt

Zubereitung Teil 1

Als erstes werden die Gartenkräuter verlesen, geputzt und kurz gewaschen. Ich habe immer einen ganzen Berg Kräuter, weil durch die Schnecken so viel Abfall entsteht. Für den Sirup verwende ich meist nur das obere Drittel.

Danach die Zitronen waschen, ausdrücken und den Saft auffangen. Die Schalen der Zitronen werden mit einem Gemüseschäler fein abgehobelt.

In einem großen Topf den Zucker im Wasser auflösen und unter ständigem Rühren (wichtig!) zum Kochen bringen. Zuerst ist das Wasser ein wenig grau-trüb vom Zucker, der sich jedoch mit steigender Temperatur vollständig auflöst. Der Zuckersirup wird dadurch wieder klar.

Sobald das Wasser kocht gibt man die Kräuter gemeinsam mit dem Zitronensaft und den Zitronenschalen in das Wasser, rührt gut um und wartet kurz, bis alles noch einmal aufwallt.

Danach den Topf sofort vom Herd nehmen, damit es nicht weiterkocht, und in den Keller oder einen kühlen Raum stellen.

Im Keller bleibt der Topf für 24 – 48 Stunden stehen und wird in der Zeit mehrmals umgerührt.

Zubereitung Teil 2

Als erstes werden die Flaschen sehr gut gereinigt. Die Deckeln gebe ich in eine Schale und übergieße sie zur Desinfektion mit kochendem Wasser.

die gut gereinigten Flaschen warten bereits

die gut gereinigten Flaschen warten bereits

Der kalte Sirup wird mit Hilfe von einem Sieb durch ein sauberes Tuch (ich verwende dazu eine Windel) geseiht.

Der abgeseihte Sirup wird aufgekocht und für 10 Minuten sanft köcheln gelassen. Bitte immer wieder gut umrühren!

Danach wird der noch kochend heiße Sirup mit Hilfe von einem Trichter aus Edelstahl in die sauberen Flaschen gefüllt und diese werden sofort gut verschlossen.

der Kräutersirup ist fertig

der Kräutersirup ist fertig

Haltbarkeit

Der Sirup hält im dunklen Keller trocken gelagert länger als 1 Jahr. Wir haben noch geringe Restbestände vom Vorjahr im Keller, die unverändert gut schmecken.

Wildkräutersirup

Blüten von Giersch, Gundermann und Gänseblümchen eigenen sich auch sehr gut um zwischen die Gartenkräuter gemischt zu werden und der Sirup schmeckt sehr lecker.

würzige Alternativen

Auch Salbei, Thymian und Basilikum u.ä. können zum Kräutersirup beigemengt werden.

Einfach mal ausprobieren und nach Lust und Laune experimentieren!

Fruchtsirup

Nachdem ich während der Erntezeit der Beerenfrüchte nicht zu Haus war, ruht die bisherige Ernte im Winterschlaf im Tiefkühlschrank und wartet darauf, von mir verarbeitet zu werden. Sobald ich etwas mehr Zeit habe, werde ich Fotos machen und die Anleitung zu schreiben.

Den ersten Apfelsaft habe ich jedoch bereits gemacht, da kommt die Anleitung demnächst.


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selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Holunderblütensirup

Verpackungsmüll und unnötige Zusatzstoffe in unserer Nahrung zu vermeiden steht wie so oft bei meinem „selbst.gemacht statt selbst.gekauft“-Tipp in dieser Woche wieder einmal im Vordergrund.

Ich selbst trinke am liebsten Leitungswasser, aber meine Kinder und mein Partner mögen doch lieber den süßen Geschmack im Getränk. Das, was man im Handel zu kaufen bekommt, finde ich einfach nur furchtbar.

Ein Teil der im Handel üblichen Getränke besteht nur aus Zucker, Farbstoff und Kohlensäure und verursacht jede Menge Plastikmüll. Oder sie haben als 100% Fruchtgetränk zwar einen relativ guten Inhalt, aber dafür werden sie in Tetra Pak verkauft, einem Verbundstoff mit Aluminium und Plastik, der sehr umweltschädlich ist.

Von den unzähligen Getränken, die in Aludosen verkauft werden, will ich gar nicht erst anfangen, da sind sowohl Inhalt als auch Verpackung die pure Katastrophe.

Im Garten findet man viele Alternativen

Seit einigen Jahren koche ich verschiedene Säfte selbst ein. Im Frühsommer werden Holunderblüten gesammelt, im Garten wächst Zitronenmelisse, Goldmelisse und Apfelminze. Und die Beerensträucher reichen von verschiedenen Sorten Johannisbeeren über Jostabeeren und Himbeeren bis hin zu Stachelbeeren und Brombeeren.

Aus all diesen Geschenken der Natur (und auch vielen anderen mehr) kann man Sirup und Fruchtsaft herstellen. Durch das Selbermachen weiß man, was drinnen ist und abgefüllt wird in gesammelten Flaschen, die dadurch nicht zu Müll werden und immer wieder verwendet werden können.

die gut gereinigten Flaschen warten bereits

die gut gereinigten Flaschen warten bereits

Rezept für Holunderblütensirup

1 l Wasser
1 kg Zucker
30 – 40 Stück Holunderblüten
2-3 ungespritzte Bio-Zitronen oder 10 gr Zitronensäure

(Ich mache üblicherweise die 3fache Menge, damit es sich auch auszahlt. Die 3fache Menge ergibt rund 5 l leckeren Holunderblütensirup.)

Zubereitung Teil 1

Als erstes werden die Holunderblüten auf Ungeziefer durchgesehen und kurz ausgeschüttelt. Bitte die Blüten auf keinen Fall waschen, weil sonst der Blütenstaub verloren geht.

Danach die Zitronen waschen, ausdrücken und den Saft auffangen. Die Schalen der Zitronen werden mit einem Gemüseschäler fein abgehobelt.

In einem großen Topf den Zucker im Wasser auflösen und unter ständigem Rühren (wichtig!) zum Kochen bringen. Zuerst ist das Wasser ein wenig grau-trüb vom Zucker, der sich jedoch mit steigender Temperatur vollständig auflöst. Der Zuckersirup wird dadurch wieder klar.

Sobald das Wasser kocht, gibt man die Blüten gemeinsam mit dem Zitronensaft und den Zitronenschalen in das Wasser und rührt gut um. Danach den Topf sofort vom Herd nehmen, damit es nicht mehr kocht, und in den Keller oder einen kühlen Raum stellen.

Im Keller bleibt der Topf für 24 – 48 Stunden stehen und wird in der Zeit mehrmals umgerührt.

Zubereitung Teil 2

Als erstes werden die Flaschen sehr gut gereinigt. Die Deckeln gebe ich in eine Schale und übergieße sie zur Desinfektion mit kochendem Wasser.

Der kalte Sirup wird mit Hilfe von einem Sieb durch ein sauberes Tuch (ich verwende dazu eine Windel) geseiht.

zum Schluss wird noch kräftig ausgedrückt

zum Schluss wird noch kräftig ausgedrückt

die Holunderblüten nach dem Ausdrücken

die Holunderblüten nach dem Ausdrücken

Der abgeseihte Sirup wird aufgekocht und für 10 Minuten sanft köcheln gelassen. Bitte immer wieder gut umrühren!

es riecht schon voll gut in der Küche

es riecht schon voll gut in der Küche

Danach wird der noch kochend heiße Sirup mit Hilfe von einem Trichter aus Edelstahl in die sauberen Flaschen gefüllt und diese werden sofort gut verschlossen.

Holunderblütensirup ist unser Lieblingssirup

Holunderblütensirup ist unser Lieblingssirup

Haltbarkeit

Der Sirup hält im dunklen Keller trocken gelagert länger als 1 Jahr.

Alle Bilder vom Holunderblütensirup stammen vom Vorjahr, da die Holunderblütenernte dieses Jahr leider total verregnet war. Wir konnten dieses Jahr keinen frischen Sirup machen, haben aber noch einige wenige Flaschen vom Vorjahr im Keller, die unverändert gut schmecken.

Weitere Anleitungen für das Einkochen von Kräutersirup bzw. Fruchtsaft werden folgen


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