gelesen im April – Buchtipp #23

Durch meine Blogpause in der zweiten Aprilhälfte hatte ich etwas mehr Zeit um zu lesen, daher möchte ich heute gleich drei Bücher vorstellen.

Einen Blog zu schreiben ist mit sehr viel Zeitaufwand verbunden, daher ist es kein Wunder, dass immer mehr Blogger auch Bücher verfassen.

Alle Bücher, die ich heute vorstelle, wurden von Bloggern geschrieben, bei denen ich auch am Blog sehr gerne lese.

Einfach bewusst auf dem Jakobsweg
2904 km, 108 Tage, 4 Länder
von Christof Herrmann
Eigenverlag

Am 25.6.2016 ist Christof Herrmann vor seiner Haustüre in Nürnberg aufgebrochen, um nach 105 Tage am 7.10.2016 in Santiago de Compostella anzukommen. Drei Tage später erreicht er sein eigentlichen Ziel (wie sich im Laufe der Reise heraus stellte) nämlich Finisterre.

Von seiner langen Pilgerreise hat er jeden Tag via Internet berichtet und Fotos gepostet, die er nun zu einem E-Book verarbeitet hat.

In Form eines Reisetagebuchs kann man Christof auf dem Weg begleiten und seine Höhen und Tiefen miterleben.

von der Haustüre bis nach Kap Finisterre

Durch die zahlreichen Bilder erhält man einen guten Eindruck von der Landschaft und vom Geschehen rund um den Jakobsweg.

Obwohl Christof ein sehr geübter Fernwanderer ist, war der Weg nicht immer einfach für ihn. Er hatte mit großen Problemen durch Blasen an den Füßen zu kämpfen, die ihn fast zum Aufgeben gebracht hätten.

Neue Schuhe, viele Pflaster und Tapes halfen ihm doch noch ans Ziel zu kommen, was nicht immer ohne Schmerzen gelang.

Meine Gedanken zu dem Buch:

Man merkt, dass Christof gewohnt ist Reiseführer zu schreiben, denn für mich ist das Buch fast so etwas wie eine Mischung aus Reiseführer und Tagebuch.

Wer sich einen sehr persönlichen Einblick in die Welt des Pilgers Christof erwartet wird enttäuscht werden. Er erzählt zwar auch über sehr persönliche Erlebnisse am Jakobsweg, aber das, was ihn in der Zeit bewegt hat, seine Gedanken und Gefühle bleiben seine eigenen.

Dem Buch fehlt auch ein bisschen der Enthusiasmus und die Verklärung, die man immer wieder berichtet bekommt bzw. über die man meist liest. Im Gegenteil, Christof sieht vieles sehr kritisch und beschreibt das auch so. Daher bleibt für ihn das Hochgefühl auch aus, als er endlich nach 105 Tagen Santiago erreicht und an der Pilgermesse teilnimmt.

Christof schreibt, dass er das Gefühl hat, entgegen vieler Berichte, der Jakobsweg habe ihn nicht verändert. Für mich klingt da fast ein bisschen Enttäuschung mit.

Für viele Menschen ist der Jakobsweg die erste richtige Auszeit in ihrem Leben, wo sie Verpflichtungen und Alltag für lange Zeit hinter sich lassen und mit so wenig wie noch nie zuvor lange Zeit unterwegs sind. Das tägliche stundenlange Gehen fordert dazu heraus, über sich und sein Leben nachzudenken. Die völlig andere Art zu leben trägt ebenfalls dazu bei. Das ist sicher ein sehr einschneidendes Erlebnis und kann einen Menschen verändern.

Für Christof tritt das in der Form nicht zu. Vor vielen Jahren schon hat er sein Leben verändert, reduziert, minimalisiert, losgelassen und sich von den ausgetretenen Pfaden des Alltags verabschiedet. Lange Fernwanderungen wie z.B. von Salzburg nach Triest haben ihn bereits Erfahrungen damit machen lassen, ganz auf sich selbst zurück geworfen zu sein.

So tief greifende Erlebnisse, wie er sie bereits gemacht hat, lassen sich auch durch die gigantische Distanz und die lange Dauer der Wanderschaft nicht noch einmal hervorrufen. Der Jakobsweg bietet sicher nicht die schönste Landschaft für eine Fernwanderung, gehen doch weite Strecken durch Dörfer und auf Asphaltstraßen entlang.

So entzaubert er in seinen Texten den Jakobsweg ein wenig und lässt spüren, dass es andere Wege gibt, die ihn mehr fasziniert haben.

Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen, hatte ich doch im letzten Jahr lange mit dem Gedanken gespielt, selbst auf dem Jakobsweg zu pilgern. Nach dem, was ich hier gelesen habe, bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob es der richtige Fernwanderweg für mich wäre.

Wenn man für die Pilgerschaft keinen religiösen Hintergrund hat und auch nicht den intensiven Kontakt zu anderen Pilgern sucht, dann gibt es vermutlich schönere Weitwanderungen zu machen.

Linktipp:

Fotoimpressionen: Mein Jakobsweg 1. Teil – Deutschland und Schweiz
Fotoimpressionen: Mein Jakobsweg 2. Teil – Frankreich
Fotoimpressionen: Mein Jakobsweg 3. Teil – Spanien

Biokiste vegan
Meine Lieblingsrezepte
von Franzi Schädl
Verlag Kosmos

„Wo geht’s zum Gemüseregal?“ fragt Franzi auf ihrem Blog, dem ich schon seit sehr langer Zeit folge. Sie veröffentlicht nicht nur ausgesprochen leckere Rezepte, sondern beschäftigt sich auch mit den Themen „plastikfrei“ und schreibt gute Tipps für Zero Waste Anfänger.

Der Titel vom Buch hat mich besonders angesprochen und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist nach den vier Jahreszeiten gegliedert und in jedem Kapitel gibt es leckere Rezepte mit Gemüse und Obst, das gerade zu der Zeit wächst.

Da sich Franzi für einen nachhaltigen Lebensstil entschieden hat, kocht sie vorwiegend mit dem, was in der Region wächst sowie gerade Saison hat und das findet sich auch in den Rezepten wieder.

bunte Rezeptvielfalt

Abgerundet wird das Buch einerseits durch einen ausführlichen Saisonkalender und andererseits durch Exkurse wie z.B. die Herstellung von Pflanzenmilch oder der Anleitung zum Fermentieren von Gemüse.

Die Rezepte und die Zutaten sind bewusst einfach gehalten und genau das schätze ich sehr daran. Wenn man eine Biokiste bezieht, dann will man nicht erst großartig zusätzlich einkaufen gehen, damit man die Gerichte kochen kann.

Die liebevoll gestalteten Bilder runden das Buch ab. Besonders beeindruckt hat mich, dass Franzi jedes Rezept für das Buch gekocht und auch selbst fotografiert hat.

Linktipp:

Das Rezept „Weißes Chili aus Wintergemüse“ aus dem Buch findest Du auf ihrem Blog.

Meine Gedanken zu dem Buch:

Seit Anfang 2009 lebt meine Tochter vegetarisch und hat sich nun in den Kopf gesetzt den nächsten Schritt zu gehen. Da kam mir das Buch gerade recht, um mir Anregungen dafür zu holen.

Nachdem ich selbst in den letzten beiden Jahren meinen Fleischkonsum nahe 0 reduziert habe und mich vorwiegend von Gemüse und Getreide ernähre, war ich sehr gespannt, was ich selbst für mich mitnehmen kann.

Alle Rezepte kommen mit ganz wenigen einfachen Zutaten aus, was genau meinem Kochstil entspricht. Ich schaue am liebsten in den Kühlschrank bzw. Keller was gerade da ist, wähle 3-4 Zutaten aus und koche daraus, was mir gerade in den Sinn kommt.

Besonders gut gefallen mir die Rezepte für Brotaufstriche auf Gemüsebasis. Auch dass für ganz viele Rezepte Varianten und Adaptierungen am Ende der Anleitung zu finden sind, finde ich sehr gut gelungen.

Das Buch von Franzi werde ich sicher noch öfters in die Hand nehmen um mir darin Anregungen zu holen.

Clean Eating
Kochen mit Superfoods

Bewusst genießen – besser leben
von Hannah Frey
Verlag h.f.ullmann

Hannah Frey ernährt sich seit 2011 nach dem Clean Eating Konzept und hat auf ihrem Blog Projekt: gesund leben bereits zahlreiche Informationen und Rezepte dazu veröffentlicht.

Zusätzlich arbeitet sie gerade sehr intensiv am Projekt „zuckerfrei“ und hat dieses auch während der Fastenzeit via Facebook begleitet.

Nachdem mir ihr erstes Kochbuch so gut gefallen hat, war ich auf dieses Buch schon sehr gespannt. Allerdings hat es ganz schön lange gedauert, bis ich endlich dazu gekommen bin das Buch zu lesen, obwohl es schon eine ganze Weile zu Hause gelegen ist. Es waren immer wieder andere Themen wichtiger.

Das Buch ist nämlich kein Kochbuch im engeren Sinne, man findet vielmehr eine ganze Fülle an Informationen zu den verschiedenen Superfoods.

Jedes einzelne Nahrungsmittel wird in einem eigenen Portrait vorgestellt und unter „Verwendung“ findet man die Querverweise zu den einzelnen Rezepten.

Das Buch selbst ist in 5 Kapitel unterteilt. Den Anfang macht ein Theorieteil über das Clean Eating Prinzip und allgemein über Superfoods.

Die weiteren Kapitel gliedern den Kochbuchteil in Frühstück, Vorspeise, Hauptspeise sowie Dessert und Gebäck.

Zu jedem Rezept findet man ein wunderschönes Bild, das Lust darauf macht das Rezept auszuprobieren. In zahlreichen Tipps werden die Rezepte variiert, ergänzt oder mit anderen Rezepten kombiniert, was ich sehr mag an dem Buch.

Informationen und Rezepte wechseln sich ab

Meine Gedanken zu dem Buch:

Die Portraits der einzelnen Superfood gefallen mir besonders gut, da die ich dadurch wirklich sehr viele Informationen erhalten habe. Bei der Auswahl der Superfoods hat Hannah Frey zwar darauf geachtet auch heimische Superfoods vorzustellen (beispielsweise Brokkoli, Grünkohl, Heidelbeeren, Kürbis, Spinat und Walnuss), aber leider überwiegen trotzdem die exotischen Lebensmittel wie z.B Kokosnuss, Acai-Beere, Avocado, Matcha und Chia-Samen.

Die Zutaten für die Rezepte sind meist überschaubar kurz, wenngleich mich bei manchen Anleitungen irritiert, dass die Zutatenliste zweigeteilt links und rechts neben der Zubereitung steht. Ich persönlich neige dazu in Kochbüchern nicht ganz so genau zu lesen und habe dadurch die Befürchtung, etwas zu überlesen.

Die durchwegs vegetarischen oder veganen Rezepte laden mich zum nachkochen ein, auch wenn ich sicher vorwiegend die Rezepte mit den einheimischen Superfoods ausprobieren werde.


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Übersicht über alle Buchtipps

Bilder aller Buchtipps sind auf meiner Pinterest-Pinwand zu finden.

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

gelesen im September – Buchtipp #13

heimische SuperfoodsHeimische Superfoods
Natürliche Lebensmittel und ihre positive Wirkung
Gesundes vom Markt und aus eigenem Anbau
von Dr. Barbara Rias-Bucher
Verlag Mankau

Immer häufiger tauchen in den Medien oder im Supermarkt exotische Lebensmittel auf, die über wahre Wunderkräfte verfügen sollen. Auch ich habe darüber vor kurzem geschrieben.

Das hat zu einigen Diskussionen geführt, auch in meinem Bekanntenkreis, denn es gibt natürlich auch ganz viele heimische Superfoods.

Superfoods aus der Region sind frischer, weniger mit Schadstoffen belastet und schonen die Umwelt, da sie nicht so weit transportiert werden müssen. Das ist natürlich auch ganz in meinem Sinne.

Als ich dieses Buch entdeckt habe, war ich daher ganz begeistert und habe es innerhalb von wenigen Tagen verschlungen.

„Heimische Superfoods sind wertvolle Geschenke unserer Natur, die wir bewusst auswählen und genießen sollten!“
(Dr. Barbara Rias-Bucher)

In dem Ratgeber steht alles, was man über heimische Superfoods wissen muss. In jedem der 6 Hauptkapitel wird zuerst ein wenig Theorie erklärt und die darauf folgenden Rezepte regen zum Nachkochen an. Zu einzelnen Zutaten gibt es noch weitere ergänzende Erklärungen direkt beim Rezept.

Superfoods sind keine Neuerfindung, schon immer gab es pflanzliche Lebensmittel, die unseren Organismus vor Beschwerden schützen oder ihn bei der Heilung unterstützen. Dr. Rias-Bucher hat für dieses Buch ganz viel altes und neues Wissen zusammen getragen und zeigt uns, dass in Wahrheit alles ganz einfach ist, wenn man natürliche statt industriell gefertigte Lebensmittel wählt.

Meine Gedanken zu dem Buch:

Die Mischung aus Ratgeber und Kochbuch finde ich sehr gut gelungen. Die Theoriekapitel sind kurz und prägnant und sprechen durch die schönen Bilder zusätzlich an.

die Bilder sind ein Augenschmaus

die Bilder sind ein Augenschmaus

Besonders gefallen hat mir, dass die Erklärungen zu den einzelnen Nahrungsmitteln direkt in den Rezeptteil eingearbeitet wurden. So muss man nicht im Theorieteil des Hauptkapitels nachschlagen, sondern hat die Info direkt beim Rezept greifbar.

Rezepte, wunderschöne Fotos und informative Details zu den Rezepten

Rezepte, wunderschöne Fotos und informative Details zu den Rezepten

In dem Buch werden keine einzelnen Wundermittel vorgestellt, so wie z.B. Chiasamen derzeit in den Medien dargestellt werden. Wer so etwas sucht, wird in diesem Buch nicht fündig. Vielmehr wird gezeigt, dass in heimischem Obst, Gemüse, Kräutern und Ölen alles steckt, was unser Körper benötigt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine bunte, abwechslungsreiche, natürliche Ernährung mit dem Schwerpunkt auf Obst, Gemüse, Kräutern, Saaten und Ölen alles bietet, was wir für einen gesunden Körper brauchen.

Das ist ökologisch sinnvoll, weil die Lebensmittel direkt vor unserer Haustüre reif werden können, dadurch eine größere Nährstoffdichte aufweisen und nicht rund um die Erde transportiert werden müssen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass es auch ein Kapitel über Wildpflanzen gibt, da ich mich bereits seit einiger Zeit mit diesem Thema befasse.


Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit wird die Linkparty vom Blog gruenezwerge durchgeführt.


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Übersicht über alle Buchtipps

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clean eating – gesünder leben durch gesunde Ernährung #3

Das Thema „Ernährung“ ist nach wie vor das, was mich derzeit am meisten beschäftigt. Meine Ernährungsumstellung läuft nach wie vor ganz gut und sowohl meine Blutwerte als auch die Anzeige auf der Waage haben sich deutlich verbessert.

Ab und zu hätte ich zwar Lust, in meine alten Muster wieder zurück zu fallen (vor allem, wenn ich einen stressigen Tag hatte), aber ich bin hoch motiviert. Mit Hilfe von einigen Blogs und dem Buch von Hannah Frey gelingt mir das recht gut.

Am meisten zu schaffen macht mir noch immer das Thema Zucker und Süßkram. Eine gesunde Alternative ist für mich immer wieder einmal der selbst gemachte Chia Pudding, den ich auch gerne in verschiedenen Varianten zubereite.

der Pudding entsteht durch die hohe Quellfähigkeit von Chia

der Pudding entsteht durch die hohe Quellfähigkeit von Chia

Chia ist in aller Munde

Dadurch sowie durch den Beitrag von Eva angeregt habe ich mich mit dem Thema Chia näher befasst. Das Buch, das Eva in ihrem Beitrag zeigt, hat mich sehr angesprochen und ich wollte es lieber gleich lesen statt darauf zu hoffen, dass ich es durch ihre Linkparty gewinne.

Chiabuch Collage

Auf dem Foto ist übrigens mein selbst gemachter Buchsack zu sehen. Nachdem das Buch nicht offen bleiben wollte für das Foto, hat er mir sehr gute Dienste geleistet.

Superfood

Die Samenkörner der dem Salbei ähnlichen Pflanze waren schon bei den Inkas und Azteken als Energiespender hoch begehrt. Wer sie aß, stand in dem Ruf, übermenschliche Kraft zu besitzen.
(Klappentext)

Das Buch ist in 3 große Kapitel unterteilt. Im ersten erhalten wir allgemeine Informationen über die Pflanze und einen kleinen historischen Überblicke.

klein aber oho

klein aber oho

Das Kernstück des Buchs ist das 2. Kapitel „Chia als Heilmittel“. Und hier wird auch schnell klar, warum diese winzig kleinen Samen als „Superfood“ bezeichnet werden.

Die Liste der Leiden, für die Chia eine Verbesserung bringt, ist sehr lang. Der Blutdruck wird ebenso wie der Cholesterinspiegel gesenkt und die Samen werden daher vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Auch bei Diabetes Typ 2, Krebserkrankungen, Verdauungsproblemen, Entzündungen, Depressionen, Demenz, Burnout und Übergewicht soll Chia Wunder wirken.

Im letzten Teil finden wir einige Basisrezepte für die Verwendung von Chia. Allen voran wird die Herstellung von Sprossen beschrieben. Eine kleine Anleitung, wie man Sprossen zieht, habe ich vor kurzen bereits geschrieben.

Chiasprossen sind Superfood hoch2

Chiasprossen sind Superfood hoch2

Da Chia ebenso wie Kresse schleimbildend ist, können die Samen in Kresseschalen oder einfach in einem Glas auf feuchter Küchenrolle gekeimt werden, das Sprossenglas ist nicht dazu geeignet.

Als erstes lässt man die gewünschte Menge an Samen 15 – 30 Minuten zum Chiagel quellen. Dieses bringt man dann auf die feuchte Küchenrolle auf. Es reicht, den Chia einmal pro Tag zu befeuchten, da dieser nur sehr wenig Wasser benötigt.

Auf den Bildern sieht man Fotos von den Tagen 1, 3, 6 und 8.

Chiasprossen Collage

Verwendung

Um Chia als Heilmittel einzusetzen werden täglich 1-2 Esslöffel (15 gr) empfohlen. Die Samen haben eine extrem hohe Quellfähigkeit und können die 7 bis 12fache Menge an Wasser speichern.

Daher soll man die Samen nie direkt verzehren sondern immer vorher einweichen, da es, wenn man nicht gleichzeitig genügend Flüssistkeit zuführt, zu Magenkrämpfen kommen kann.

Basisrezept:

2 Esslöffel Chia
125 – 200 ml Flüssigkeit

Wer es puristisch mag, kann die Chiasamen einfach in Wasser einweichen und bekommt dann ein relativ neutral schmeckendes Gel.

Die Mindestquelldauer sind 15 Minuten, besser sind jedoch einige Stunden. Im Kühlschrank hält das Chiagel bzw. der Chiapudding mehrere Tage.

Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt ob Pflanzenmilch, Fruchtmus, Joghurt oder Smoothie – Chia kann in viele verschiedene Flüssigkeiten eingerührt werden. Dadurch dickt die Flüssigkeit ein und je nach Mischungsverhältnis entsteht eine Creme oder ein Pudding.

Rezept für zuckerfreie Marmelade

Wenn man streng auf Industriezucker verzichten möchte, kann man mit Hilfe von Chia eine zuckerfreie „Marmelade“ als Brotaufstrich herstellen.

200 gr Früchte
2 EL Chiasamen

Die Früchte werden püriert und anschließend rührt man die Chiasamen ein. Nach einigen Stunden kann man die „Marmelade“ genießen.

Um die Marmelade natürlich zu süßen besteht die Möglichkeit, etwas Banane in das Fruchtmus zu mischen.

veganer Eiersatz

Chia ist auch interessant in der veganen Küche, da er sich (ebenso wie Leinsamen) wunderbar als Eiersatz verwenden lässt.

1 EL Chia
3-5 EL Wasser

miteinander verrühren und 15 Minuten quellen lassen. Anschließend das „Ei“ nach Rezept weiterverarbeiten.

Wastecooking mit Chia

Kürzlich habe ich aus einigen angeschlagenen Äpfeln für Herrn Widerstand Apfelsaft mit Ingwer gekocht. Wie in dem Beitrag beschrieben, entsteht dadurch zusätzlich Apfelmus, in dem Fall mit Ingwer gemischt, als „Abfall“ bei der Saftherstellung.

Daraus ist ein sehr leckeres Chiarezept entstanden. Nachdem ich frei Schnauze gekocht habe, gibt es diesmal nur Circa-Angaben.

Wenn man keine Apfelmusreste vom Apfelsaft mit Ingwer hat, kocht man ein Apfelmus aus 2-3 Äpfeln, 2 cm Ingwerwurzel, 1/2 Zitrone und etwas Zucker.

Das abgekühlte Mus wird mit etwas Zimt, 2-3 EL Chiasamen und 3-4 EL Joghurt vermengt und in ein Glas mit Schraubverschluss gefüllt. Anschließend für einige Stunden in den Kühlschrank stellen und andicken lassen.

Als Topping habe ich tiefgekühlte Heidelbeeren verwendet.

und schon ist das gesunde Desert fertig

und schon ist das gesunde Desert fertig

Erfahrungsbericht

Ein Bekannter von mir hat diagnostizierte Diabetes Typ 2 und konnte mit Hilfe von einem gezielten Bewegungs- und Ernährungsprogramm die Zuckerwerte so gut in den Griff bekommen, dass keine Medikamente nötig sind. Teil der Ernährungsumstellung sind 2 EL Chiasamen täglich.

Seit einigen Wochen esse ich durchschnittlich 1 EL Chiasamen täglich. Meine Cholesterinwerte haben sich mittlerweile verbessert und ich merke einen sehr postiven Einfluss auf die Verdauung.

Chia ist natürlich keine heimische Pflanze und wird es auch nie werden, weil es in Mitteleuropa keine Lebensbedingungen für Chia gibt. Verkauft wird Chia in Plastikverpackungen, ich habe die Samen noch nirgends unverpackt gefunden.

Das sind 2 Gründe, die gegen Chia sprechen. ABER – die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit überwiegen für mich und daher mache ich hier eine Ausnahme. Ich verbrauche nicht mehr als 2 Packungen Chia im Monat, das ist vertretbar im Sinne von „Abschied vom Perfektionismus“.

Dieser Beitrag wird verlinkt zur Linkparty „Kleine Alleskönner – das Chia-Samen-Blogevent“ vom Histamin-Piraten Eva.


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