offener Brief eines Landwirtes an uns Verbraucher

Gerade eben bin ich über einen sehr emotionalen und gleichzeitig höchst informativen Beitrag gestolpert.

Du sagst, du würdest regional einkaufen? Stimmt doch nicht! Wer kauft denn jetzt, im Januar (!) die Weintrauben aus Chile, den Spargel aus Südafrika, die Mangos aus Brasilien und Äpfel aus China? Du doch! Sonst würden die beim REWE das längst nicht mehr anbieten. Aber unsere Möhren bleiben liegen. Schon mal was von Wirsing gehört, oder Weißkohl? Nein, Artischockenherzen müssen es sein. Falls du dein Essen überhaupt noch selbst zubereitest! Es gibt in der Tiefkühltheke ja so viele leckere Fertiggerichte mit so viel leckeren Zutaten wie E 222 = Natriumhydrogensulfit oder E 310 = Propylgallat. Da klingt ja schon der Name eklig.

Hier geht es zum vollständigen Beitrag „Lieber Verbraucher“

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46 Kommentare zu “offener Brief eines Landwirtes an uns Verbraucher

  1. Hallo Maria,

    wirklich ein sehr interessanter Brief! Und das lässt sich auf viele andere Branchen übertragen, finde ich.

    Ich sehe mich da selbst in einer Zwickmühle, zwar nicht in Bezug auf bio und konventionell, aber was Preise betrifft. Denn wenn ich die gleiche Qualität eines Produktes günstiger bekommen kann, gehe ich dem nach, ohne nachzudenken. Aber damit nimmt der Teufelskreis ja eigentlich schon seinen Lauf.

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • Hallo Philipp!

      Danke für Deine selbstkritischen Worte, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Das ist nämlich wirklich ein sehr schwieriger Aspekt.

      Bio ist aber leider eben nicht immer das selbe Bio, der günstige Preis bringt automatisch einen Verlust mit sich – in dem Fall leider eben der Arbeitsbedingungen der Menschen bzw. der Haltebedingungen der Tiere.

      Ich finde das kommt aus dem Brief auch sehr gut heraus.

      Wenn man selbst Gemüse gezogen hat (Kleidung selbst genäht, Brot gebacken etc.), dann weiß man, wie viel Arbeit wirklich dahinter steckt und was das kosten muss, um diese Arbeit zu bezahlen.

      Siehe auch mein Beitrag https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2014/02/12/welchen-wert-hat-die-arbeit/

      lg
      Maria

      • Auf bio im Supermarkt gebe ich genau aus diesem Grund gar nichts mehr. Hier in Jerusalem auf dem Markt macht sich das aber schon bemerkbar. Ich kaufe all mein Obst und Gemüse dort. Und dann versuche ich immer ein Mittel zwischen Qualität und Preis zu finden.

        Die Rechnung des Arbeitsaufwandes habe ich mir auch schon häufiger gestellt. Diese Rechnung geht mit den aktuellen Marktpreisen nie auf! Und dann fallen ja auch noch Steuern an.

        Ich habe schon mehrmals darüber nachgedacht und bin dann zu dem Schluss gekommen, dass die Niedrigpreise durch die Industrialisierung eingeführt wurden. Maschinen können standardisierte Prozesse schneller und günstiger ausführen als Menschenhände. Gleichzeitig wird damit aber Handarbeit degradiert.

        Im 18. und 19. Jahrhundert war man sich dieser Entwicklung sicher nicht bewusst, aber auch damals war schon ein ausschlaggebender Faktor, dass man günstiger und schneller für mehr produzieren konnte.

      • …und als die Maschinen nicht ausreichten suchte man Menschen, die für weniger Geld arbeiten.

        Das nennt man dann Globalisierung, damit hat es einen Namen und seine Legalisierung bekommen und hat nicht mehr den schalen Beigeschmack von Ausbeutung.

        Zum Thema Bauern und fairer Preis habe ich auch schon einmal im Zusammenhang mit Milch geschrieben https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2014/04/15/mull-reduzieren-beim-einkauf-teil-6/

        lg
        Maria

  2. Hallo Maria,
    ich habe neulich eine Reportage gesehen wo gezeigt wurde, dass die Hälfte der Biobauern wieder konventionell wird, weil sie das Getreide ins Ausland zu Spottpreisen verkaufen müssen und es hier nicht los kriegen.

    Ich bin wohl mit dem Brief gemeint. Ich esse Blumenkohl im Tiefkühlpäckchen für 50 Cent. Mehr davon essen wir einfach nicht. Kurz: Ich will keine Arbeit haben und warum soll ich mir die Sachen frisch in größerer Menge kaufen als wir brauchen? Der Aufwand würde sich nicht lohnen.

    Ich kaufe Obst und Gemüse aus der ganzen Welt und nicht nur regional. Ich nehme mir nicht die Zeit alles zu studieren, wo es her kommt. Ich hab dafür keine Geduld. Und weil es mir einfach schmeckt und das Abwechslung für mich ist. Es gibt auch nur das eine Päckchen Äpfel an dem Tag. Wenn es aus Italien kommt, warte ich ja nicht tagelang, bis welche aus dem Alten Land da sind. Außer regionalem Honig hab ich noch nix gefunden in dem Lädchen. Wie viel km ist regional? Ich meine 300 km?

    Liebe Grüße – Tanja

    • Hallo Tanja!

      Eine sehr wichtige Frage – wie viele Kilometer sind regional.

      Wenn z.B. jemand in Ö im Burgenland wohnt ist Ungarn durchaus als regional anzusehen jedoch Tirol nicht.

      Die Grenze wird teilweise bereits bei 50 km angesetzt, manche setzen das großzügiger an.

      Österreich / Deutschland als Kriterium zu nehmen ist einfach bedeutet aber nicht immer regional.

      Im Handel bekommt man auch gar keine näheren Angaben, da steht nur das Land drauf aber nicht woher in diesem Land.

      Nachhaltig an die Ernährung zu gehen ist einfach ganz etwas anderes als minimalstisch (im Sinne von minimalem Aufwand) an das Essen heranzugehen.

      lg
      Maria

  3. Ich kann die Empörung, die aus diesem Brief spricht, gut verstehen. Zwischen Verbraucher und Supermarktangebot besteht eine enge Wechselwirkung. Und es ist Unkenntnis. Gerade neulich las ich einen Post (unter dem Label ‚Nachhaltigkeit‘), wo Paprika gezeigt wurden, stolz in eine Papiertüte gepackt. Nachhaltig!? Die sind ja nun im Winter sehr nachhaltig 😉 Aber ich will nicht kritisieren; schließlich habe ich selbst vor noch nicht allzu langer Zeit Tomaten das ganze Jahr über gekauft. Das würde ich nie mehr tun. Sie schmecken ja auch überhaupt nicht.
    Und leider ist es so: uns Nordeuropäern ist das Essen nichts wert. Wir geben Geld fürs Nagelstyling und für Deko-Mist aus, aber nicht für gute Lebensmittel.
    Eigentlich kann das nur durch den entsprechenden Unterricht in den Schulen versucht werden zu verändern. Aber das ist wohl politisch nicht gewollt.
    LG und einen schönen Sonntag,
    Ingrid

    • Hallo Ingrid!

      Du sprichst etwas ganz Wichtiges an – was ist uns das wert, was wir konsumieren?

      Wofür geben wir das Geld aus?

      Wo sparen wir ein, damit wir auf der anderen Seite mehr Geld zur Verfügung haben?

      Was ist uns unser eigener Körper und der Erhalt der Gesundheit unseres Körpers wert? Unter dem Aspekt sieht die Sache jedoch plötzlich ganz anders aus, oder?

      lg
      Maria

      • Und ob. Aber wenn ich sehe, was so gekauft und konsumiert wird. Sicher, ich bin auch nicht perfekt, aber ich übe und versuche, mich zu bessern und mir in vielen Dingen eine andere Einstellung anzugewöhnen … 😉

    • Hallo Ingrid,

      ein paar Dinge werden in der Schule schon gelehrt, beispielsweise Ernährung. Aber was behalten die meisten Menschen davon? Aber sicherlich ist da noch Verbesserungsbedarf.

      Gruß,
      Philipp

      • Lieber Philipp, in deutschen Realschulen und Gymnasien wird es allerhöchstens theoretisch gelehrt, praktisch gibt es keinen derartigen Unterricht. Das wird als altmodisch und lächerlich angesehen (ich hab selbst mal über ‚Hauswirtschaft‘ gelästert 😉 ). Aber: ich denke, nur durch die praktische Umsetzung kann man etwas erreichen. Aber leider werden andere Schwerpunkte gesetzt. Unsere Schulen sind sehr literatur- und sprachenlastig. Die Philologen haben das Sagen, selbst Naturwissenschaften haben nicht den Stellenwert, der ihnen eigentlich zukommen müsste, möglicherweise wegen Lehrermangels in diesen Fächern.

      • Also meine Schule war sehr naturwissenschaftlich geprägt. Ich hätte mir mehr Sprachen gewünscht, aber es kam keine entsprechende Klasse zustande, weil alles Richtung Naturwissenschaften forciert wurde.

        Aber ich verstehe, was du meinst.

      • Ach ja, es gibt die ‚Zweige‘: neusprachlich, altsprachlich, naturwissenschaftlich, vielleicht deshalb …

      • Hallo Ingrid + Philipp!

        Jetzt muss ich mich noch einmal einschalten bei dem Thema. Ich habe ja 2 Kinder und ich habe es immer als Teil meiner Erziehungsaufgabe gesehen, ihnen beizubringen wie ein Haushalt funktioniert und wie man richtig einkauft und kocht. Beide Kinder (Tochter+Sohn) konnten bereits mit 15/16 Jahren so gut kochen, dass sie sich (zumindest wenn sie es so wollten) selbst versorgen konnten.

        Leider ist es so, dass sich ganz viele Eltern nicht die Zeit dazu nehmen. Beide arbeiten, essen zu MIttag in der Kantine und am Abend wird kalt gegessen. Die Kinder essen im Hort oder wo auch immer sie fremdbetreut sind. Und am WE wird im Gasthaus gegessen, weil da will man sich ja schließlich entspannen und nicht vor dem Herd stehen, schließlich arbeitet man ja so viel.

        Ich sehe es nicht als Aufgabe der Schule den Kindern das beizubringen sondern als Aufgabe der Eltern.

        Und das spielt jetzt auch gleich direkt in das Thema hier hinein. Wenn ich meinem Kind nicht richtig einkaufen und kochen beibringe, dann kann es Lebensmittel auch nicht wertschätzen. Wenn der Augenmerk in der Familie immer nur auf Erwerbsarbeiten oder Freizeitvergnügen liegt, dann wird es keine Beziehung zum häuslichen Leben haben. Eines greift ins andere finde ich!

        lg
        Maria

      • Du hast zwar im Prinzip recht, liebe Maria, aber leider nehmen heutzutage sehr viele Eltern ihre Erziehungsaufgabe nicht mehr wahr. Da sehe ich die einzige Chance in der Schule, zumal ja jetzt viele auf Ganztagesunterricht gehen. Da sind die Kinder sowieso den ganzen Tag in der Schule. Etliche Schulen haben übrigens brach liegende Schulgärten.

      • Hallo Ingrid!

        Ich persönlich finde die Verlagerung der Elternpflichten an die Schule nicht gut.

        Wenn ich Elternteil bin, dann würde ich das auch gar nicht wollen. Ich will meinem Kind meine Werte mitgeben und nicht die der Schule oder eines einzelnen Lehrers.

        Ergänzend kann ich viel damit anfangen, auch Schulgärten gemeinsam mit den Kindern zu reaktivieren finde ich eine sehr gute Idee. Aber die Eltern sollten keinesfalls aus der Pflicht gelassen werden.

        lg
        Maria

      • Ich verstehe deine Einwände gut. aber de facto werden die Kinder in der Schule abgegeben und kommen erst spätnachmittags nach Hause. Were werden in der Schule sowieso vermittelt, in manchem Unterricht viel stärker als wenn man über Ernährung und Kochen Bescheid wüsste. Übrigens: meine Söhne können beide kochen und interessieren sich sehr für Ernährung. Sie fangen jetzt schon an, mich zu belehren 😉

      • Ich persönlich finde es unterstützenswert, dass so etwas in der Schule gelehrt und vermittelt wird – sowohl praktisch (kochen etc.) als auch theoretisch (Auseinandersetzung mit dem Thema, die im idealfall auch kritisch hinterfragt).
        Maria, du sagst, du willst deinem Kind deine Werte mitgeben. Das wollen sicher die meisten Eltern. Da kommen wir aber zu einem heiklen Thema, denn diese Werte können völlig unterschiedlich sein und sich grundlegend unterscheiden.
        Bsp. In der Schule meines Sohnes müssen sich die Kinder ab nächstem Jahr zwischen zwei Wahlfächern entscheiden: Biologie oder Ernährungslehre (hauptsächl. kochen und ein bissi Theorie). Ein Schulkamerad von ihm entschied sich mit der Begründung für Biologie, dass Ernährungslehre für ihn unwichtig wäre, da schließlich später mal seine Frau für ihn kochen würde.
        In diesem Fall sind es die Werte, die von den Eltern mitgegeben wurden, die ausschlaggebend für die Prioritätensetzung sind.
        In anderen Fällen wird dieses Wissen den Kindern nicht mitgegeben, weil die Eltern es schlichtweg versäumen, nicht dazu kommen, wie auch immer. Damit diese Kinder dann in dieser Hinsicht nicht benachteiligt sind, könnte die Schule entgegenwirken.

      • Ich habe zu keinem Zeitpunkt bestritten, dass die Schule einen wertvollen Beitrag leisten kann, was ich sagen wollt ist, dass ich es wichtig finde, dass die Eltern dieses Thema nicht der Schule überlassen sondern selbst mit gutem Beispiel voran gehen und ihren Kindern beibringen, was man im Leben wissen sollte.

        Wenn die Schule das unterstützt, ist das natürlich gut.

        Mich stört nur, dass viele Eltern zwar Kinder haben aber die Verantwortung der Erziehung anderen überlassen.

        lg
        Maria

  4. Ich verstehe den Landwirt auch. Nur laut Paech ist es nur nachhaltig, wenn ich den deutschen Apfel nur zur Zeit der Apfelernte esse oder halt selbst lagere. Es muss auch in mein Leben passen. Ich will immer Äpfel esse.

    Die Eier mit Supertierfreundlabel, die ich neulich gekauft habe, sind laut Peta aus Tierquälerei. Genau das Gefühl hatte ich auch beim Kaufen. Hat mich wieder Googlezeit gekostet. Mir fehlt einfach die Transparenz vorne und hinten, sodass das alles schon lange keinen Spaß mehr macht.

    Und da ist plastikfrei einkaufen noch gar nicht mit einbegriffen. Was ich auch wieder aufgegeben habe, weil es in meinem Viertel nicht umsetzbar ist. Den kleinen Laden im Viertel zu unterstützen hat für mich Priorität.

    • Hallo Tanja!

      Das mit dem Apfel stimmt auf jeden Fall und fällt für mich unter „saisonal“ essen mit hinein.

      Eier sind sowieso eine ganz schwierige Sache – vor allem, weil die Eier, die so gut aussehen mit dunkelgelbem Dotter, immer mit etwas gefüttert sind, damit sie so aussehen. Leider gaukelt uns die Optik oft etwas falsch-gesundes vor.

      Fehlende Transparenz ist sicher ein total wichtiger Punkt, aber auch das müssen die Konsumenten einfordern, der Handel wird das von sich aus nicht machen, weil da könnten sie die Hälfte nicht mehr verkaufen.

      Leider finden die Produzenten schneller neue Schlupflöcher als man sie entdecken kann…

      Den Laden im eigenen Viertel zu unterstützen ist auf jeden Fall ganz wichtig, vor allem, wenn es keine Kette sondern ein kleiner Nahversorger ist.

      Oft kann man da aber auch regionale Nischenprodukte kaufen.

      lg
      Maria

  5. Ein wirklich ehrlicher und wahrer Brief. Lebensmittel sind meiner Meinung nach viel zu billig – vor allen Dingen Fleisch. Wären Nahrungsmittel – bei entsprechender Qualität – teurer, würde viel bewusster damit umgegangen werden und für den Verbraucher wäre es letztendlich nicht wirklich teurer … Die meisten Verbrauchter nehmen das, was angeboten wird (oft bleibt ihnen wohl auch gar nichts anderes übrig. Klar ist, dass es so auf Dauer nicht weitergehen kann, aber solange Gewinn über alles andere gestellt wird…!? LG Birthe

    • Hallo Birthe!

      Wenn man die prozentuellen Anteile des Essens am Einkommen früher (als ich Kind war) und heute vergleicht, sieht man, dass das wirklich so ist. Es wird deutlich weniger fürs Essen und mehr für Kleidung, „Zeug“ und Vergnügen ausgegeben.

      Sind wir deshalb zufriedener? Keineswegs.

      Gewinn über alles, Du sagst es – aber Gewinn sollte nicht über Lebensfreude und Zufriedenheit stehen, oder?

      lg
      Maria

      • Hallöle ihr Lieben, nur kurz eingeworfen aus einer Statistik die ich mal ergooglet hab:
        Ausgaben heute für Lebensmittel 10-11 % vom Lohn
        Ausgaben 1950 für Lebensmittel 48 % vom Lohn
        Ich hab die Quelle grad nicht mehr zur Hand, fand ich aber interessant.

        Liebe Grüße, Kim

  6. Hallo Maria,

    danke für den Link. Ein sehr gute Bericht, und es zeigt den extremen Preisverfall in einer Branche und die grundsätzliche Frage: Was ist Arbeit uns wert?
    Ich arbeite im sozialen Bereich und es ist ein Witz, was dort heute an Löhnen gezahlt wird. Auch diese Arbeit wird nicht wertgeschätzt, in gewissen Bereichen gibt es sogar die Tendenz das Ehrenamt als Alternative einzusetzen. Kostenlos natürlich…
    Die Frage ist aber auch, was können wir uns leisten: Die nachhaltigen Einkäufe, die ich mache, v.a. Nahrungsmittel und meist Kleidung, kann ich mir nur dank Ehemann aus einer anderen Branche leisten. Wir tun das sehr bewusst, es ist uns wichtig. Aber das wäre es mir auch, wenn ich alleine leben würde, und dann könnt ichs aber nicht. Egal, wie wichtig mir das ist.
    lg Nanne

    • Hallo Nanne!

      Du sprichst einen sehr wichtigen Punkt an. Ich verfolge seit einiger Zeit auch berufsbedingt den Arbeitsmarkt und bin immer wieder erstaunt, wie wenig teilweise bezahlt wird und andererseits, wie viel manche verdienen, wo man gar nicht weiß wofür.

      Es ist da ein seltsames Gefälle zwischen Arbeit, die wert hat und Arbeit, die keinen Wert hat.

      Dazu kommt, dass selbst in Branchen, die früher gut bezahlt haben und auf das Kapital „Mensch“ bauen, immer weniger bezahlt und dafür mehr verlangt wird.

      Und das alles im Namen der Aktionäre, die ja ihre Dividende haben wollen – die Ausbeutung der arbeitenden Menschen wird auch in unseren Breiten immer mehr (auch wenn man das natürlich in keinster Weise mit gewissen Ländern vergleichen darf, dennoch sollte diese Tatsache das Verhalten am Arbeitsmarkt nicht rechtfertigen).

      Sehr oft ist es so, dass Menschen Arbeit machen, die sie gar nicht mögen, damit sie sich ihr Leben leisten können. Und dann fragt man sich, warum Burnout immer mehr im Kommen ist…

      lg
      Maria

    • Hallo Nanne,

      gerade weil es so viele Menschen betrifft, frage ich mich in letzter Zeit häufiger, ob es nicht bald zu einem alternativen finanziellem System kommen könnte. Ansätze gibt es dazu schon ein paar, aber ich glaube, da müssen wir vorher noch etwas Öffentlichkeitsarbeit leisten. 😉

      Gruß,
      Philipp

      • Hallo Philipp,

        ich glaube da ehrlich gestanden nicht dran, dass es in nächster Zeit an anderes System geben wird.
        Momentan ist es doch so, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen ärmer (und Ihnen wird manchmal selber noch die Verantwortung dafür gegeben – sind faul, wollen nicht arbeiten…). Ich habe nicht das Empfinden, dass ein wirkliches Interesse für Veränderungen und überhaupt ein Bewusstsein da ist. So gesamtgesellschaftlich gesehen.
        Überall wird gespart (im ganzen sozialen System, z.B. Schule, Polizei etc.) und niemand ist wirklich bereit Geld zu investieren und sinnvolle Veränderungen anzustoßen.
        lg Nanne

      • Hallo Nanne!

        Die Hoffnung lebt! In den letzten Jahren sind Tauschkreise, Umsonstläden und andere alternative System immer häufiger zu finden. Was mir dabei gefällt ist, dass 1 Stunde eben 1 Stunde ist und nicht 1 Stunde Nachhilfe mehr wert ist als 1 Stunde putzen (nur so ein Beispiel). Natürlich ist Zeit noch immer eine Währung aber es ist zumindest von „besser, kostet mehr“ und „minderwertig, kostet weniger“ losgelöst.

        Und das ist ein wirklich wichtiger Schritt finde ich!

        lg
        Maria

  7. Mannmann, jetzt ist der Sonntag fast rum, nachdem ich all die Kommentare da gelesen habe… aber die Diskussionen dort unter dem Beitrag waren auch wirklich spannend, finde ich. Danke fürs verlinken!

  8. Lieber Maria, sehr schöner Post, danke!
    Die Diskussion ist daher so schwierig, weil sie so viele Lebensbereiche berührt: Gesundheit, Konsum, Gesundheit, Solidarität mit unseren Landwirten, Nachhaltigkeit, Zeit (haben), Werte.
    Ich für mich versuche mein bestes zu geben, aber den Spagat zwischen regional, saisonal, Bio, artgerecht, fairtrade und am besten noch vegan ist für mich beim besten Willen nicht zu schaffen. Ich kaufe inzwischen fast alles Bio- und verpackungsfrei ein, koche sehr viel, aber ich muss ehrlich sagen, dass das nichts für jemanden ist der vielleicht nur 2000 Euro Familieneinkommen hat.
    @ Philipp: ich denke das Thema Ernährung ist etwas, was in erster Linie zu Hause aktiv vorgelebt werden muss. Und zum Thema Konsum, Wachstum, Wirtschaftsordnung: Modelle einer Post-Wachstums-Ökonomie gibt es bereits, ein spannendes Thema……
    LG Miss Sunscreen

    • Hallo Miss Sunscreen!

      Ja, wenn man es versucht in alle Richtungen richtig zu machen, dann kommt man vom 100sten ins 1000ste und es ist nicht immer einfach einen praktikablen Weg zu finden. Kompromisse sind oft nötig. Man kann nur das beste versuchen und nicht zu streng mit sich selbst zu sein. Die Gefahr, die Freude zu verlieren, wenn man sich verzettelt ist einfach zu groß finde ich.

      Zu Deinem Kommentar zu Philipp – wie Du an anderer Stelle nachlesen kannst stimme ich Dir da zu – die Eltern müssen wieder viel mehr diese Aufgabe wahrnehmen!

      lg
      Maria

      • @ Maria + Miss Sunscreen: Da stimme ich euch vollkommen zu. Die Praxis sieht allerdings häufig anders aus. Und an der Stelle finde ich es gut, wenn man dennoch in der Schule darüber spricht. Und auch da kann man es vorleben: Zu meiner Schulzeit gab es in der Kantine sehr viele ungesunde Happen zu kaufen. Wenn die Eltern es dann verfehlt haben, ihren Kindern ein gesundes Speisebewusstsein mit auf dem Weg zu geben, kann das schnell in die Hose gehen. Da sehe ich auf jeden Fall Verbesserungsbedarf.

        Zur Postwachstums-Ökonomie: Die Modelle kennen wir, weil wir daran interessiert sind. Und nun halte ich es für wichtig, sie breiteren Kreisen bekannt zu machen, damit sich mehr Menschen damit auseinandersetzen.

      • Zur Kantine -> Ich kenne viele Eltern, die keinen Bock haben Jausenbrot für die Kinder zu richten und einfach 2,– bis 5,– Euro mitgeben. „Kauf Dir was“

        Das geht aber in genau die selbe Richtung, wie ich vorher geschrieben habe. Es scheitert an der Zeit, die Eltern mit Erwerbsarbeit und Freizeitvergnügen verbringen statt mit Familienarbeit.

        Wenn ich mich für Kinder entscheide gehört einfach mehr dazu finde ich, vor allem, dass ich sie gut versorge und ihnen das wichtigste fürs Leben beibringe.

        Das ist nicht immer einfach, das macht nicht immer Spaß und es braucht auf jeden Fall viel Zeit und eine gute Portion „sich selbst eine zeitlang in den Hintergrund rücken“

        Ich würde mir wünschen, dass Eltern ihre Verantwortung stärker wahrnehmen.

        Auch der Fernseher in jedem Zimmer trägt dazu bei, dass sich die Eltern selbst dann, wenn alle zu Hause sind, nicht mehr mit den Kindern beschäftigen.

        Was für eine traurige Welt ist das geworden. Kein Wunder, dass sich viele so leer fühlen und das mit immer mehr Konsum versuchen auszugleichen.

        lg
        Maria

      • Ja, da hast du Recht. Und was das Ganze noch trauriger macht, ist das die Kinder nicht einmal etwas dafür können, es sie aber schlimmstenfalls ihr Leben lang begleiten wird.

      • Ja, ist ein trauriges Thema. Dabei gibt es ja sie Caterer, die gutes Essen anbieten. Der Versuch, im Kindergarten meiner Großen damals Bio-Essen einzuführen ist an den Eltern gescheitert, die nicht mehr als 2,50 pro Essen für ihre Kinder zahlen wollten oder konnten. Bei meiner kleinen war das Essen so schlecht, dass die Erzieher das Essen nicht mehr essen wollte weil es zu salzig war etc.. Zum Glück durften sie seitens der Stadt jetzt eine neue Ausschreibung für einen Caterer machen. Aber bei dem Essen wundert es nicht, wenn so manch Kind durch die Kindergartenzeit kommt ohne zu wissen, was ein Broccoli ist. Daher ist es wichtig, dass die Eltern abfedern, denn da wo Stadt / Staat die Finger mit im Spiel hat, geht es nur um den Preis, weil die Kassen ja leer sind.

      • Oh ja, da werden Erinnerungen an die Kindergarten/Betreuungszeit meiner Kinder wach. Nach 2-3 Jahren haben sie das Essen vom Lieferservice verweigert, weil sie es einfach ungenießbar fanden.

        Ich habe immer vorgekocht und das Essen selbst mitgegeben, das wurde dann in einer Mikrowelle aufgewärmt. Mit der Zeit haben das immer mehr Kinder verweigert und dann wurde diese Möglichkeit verboten – so viel Individualität war für alle nicht möglich, sonst wären sie mit dem Essen nie fertig geworden. Zum Glück waren meine beiden mittlerweile so groß, dass wir keine Betreuung mehr brauchten.

        Und ja – es ist total wichtig, dass Eltern diese Probleme abfedern. Es ist traurig, dass es am Geld scheitert!

        lg
        Maria

  9. Der Landwirt spricht einen Punkt an, den ich gerne hervorheben würde. Die Wiederentdeckung von saisonalem Gemüse. Für mich ist es diesen Winter die rote Beete, die ich jetzt öfters auf den Tisch bringe. Dazu Möhren, Kohlrabi, Weißkraut oder Rotkraut, Steckrübe, Rosenkohl uvm. Natürlich gibt es scheinbar Winterobst, was eigentlich keines ist wie die Orangen. Bei Äpfeln ist es sortenabhängig. Es gibt welche, die bis in März gut gelagert werden können. Ansonsten koche ich Gemüse immer frisch.

    • Hallo Frau B.!

      Saisonales Gemüse zu verwenden und damit frisch zu kochen ist meiner Meinung nach das beste, was man für seine Ernährung machen kann.

      Das Rezept für Rote Bete Salat habe ich gerade erst veröffentlicht, falls Du es noch nicht gesehen hast mit Tipp zum Konservieren, damit man länger was davon hat.

      lg
      Maria

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