selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Gemüsesäckchen nähen

Eines der ersten Hilfsmittel für den verpackungsfreien Einkauf, das ich selbst genäht habe, waren Gemüse- bzw. Obstsäckchen, um die dünnen Plastiksäckchen im Supermarkt zu ersetzen.

Da ich die Fummelei beim Einziehen von Bändern hasse, habe ich den Einkaufsbeutel bewusst schlicht gehalten und darauf verzichtet. Dass ich sie nicht zubinden kann ist mir auch noch nie abgegangen wenn ich ehrlich bin.

Bei den meisten Anleitungen, die man im Internet findet, sind jedoch Bänder eingezogen. Und auch Daniela vom Blog „Green Bird“ hat mir rückgemeldet, dass sie ihr gemeinsam genähtes Säckchen aus diesem Grund nicht so gerne verwendet.

Anlässlich meines Bloggeburtstages habe ich darüber nachgedacht, welche Blogaktion ich dieses Jahr machen möchte. Nach zwei Jahren Herzkissen nähen gemeinsam mit Gabi von „made with Blümchen“ wollte ich diesmal etwas direkt für Dich machen. Und da sind mir diese kleinen Einkaufshilfen eingefallen.

Daher wird es heute eine neue Anleitung für Gemüsesäckchen mit Bändern geben, die man jedoch nicht einziehen muss. Dadurch sind sie besonders einfach zu nähen und man erspart sich die Fummelei. Zusätzlich möchte ich an eine meiner treuen Leserinnen bzw. Leser das heute gezeigte Set Gemüsesäckchen verschenken.

Anleitung:

Material:

Für die Säckchen habe ich einen dünnen, eng gewebten Vorhangstoffrest verwendet. Zusätzlich wurden Satinbänder, die ich aus Kleidungsstücken heraus geschnitten habe, angenäht.

Diese Satinbänder befinden sich oft am Halsausschnitt, damit die Teile im Geschäft nicht vom Kleiderbügel rutschen. Da sie mich beim Tragen kratzen, trenne ich sie immer heraus.

Upcyclingprojekt: dünner Vorhangrest und Satinbänder

Zuschnitt:

kleiner Beutel: 25 cm x 60 cm
mittlerer Beutel: 30 cm x 70 cm
größerer Beutel: 35 cm x 85 cm

Das sind Richtwerte, so genau ist es jedoch nicht. Meistens orientiere ich mich am vorhandenen Vorhangrest und nehme das, was sich ergibt. Dadurch habe ich keinen Verschnitt.

Wenn der Stoff nicht so groß ist, kann man die doppelte Höhe auch halbieren, muss dann jedoch die Nahtzugabe für die Bodennaht dazu rechnen.

Bei den gezeigten Beuteln sind nur die beiden Seitennähte nötig, da der Boden sich durch das Halbieren vom Stoff automatisch ergibt.

Nähanleitung:

1. Der Stoff wird mit der schönen Seite nach außen in der Hälfte zusammen gelegt und die beiden gegenüber liegenden Seiten mit Stecknadeln zusammen gesteckt. Durch den Bug entsteht der Boden, die gegenüber liegende Seite vom Bug bleibt offen.

2. Das Satinband wird ebenfalls in der Hälfte gefaltet und im oberen Drittel vom Stoff wie am Bild zu sehen fest gesteckt

gefaltetes Satinband feststecken

3. Die beiden Seiten werden mit geraden Stichen zusammen genäht. Wenn man mag kann man beim Satinband ein kurzes Stück zurück nähen, damit es fester hält. Die obere Kante bleibt natürlich offen.

die erste Naht ist schon fertig

4. Das Teil wird nun gewendet, gebügelt und der Rand abermals mit Hilfe von Stecknadeln festgesteckt. Das Satinband kommt dadurch innen zu liegen, denn die zweite Naht wird auf der linken Seite (Innenseite) gesetzt.

nun wird auf der linken Seite gesteckt für die Naht

5. Nun wird wieder genäht. Durch die zweite Naht kann der Stoff nicht mehr ausfransen und hält auch besser das Gewicht vom Obst und Gemüse aus. Man nennt das „französische Naht“.

Die genaue Anleitung habe ich schon einmal beim Nussmilchbeutel gezeigt. Schau gerne beim Beitrag vorbei, wenn Du mit diesen Bildern nicht zurecht kommst. Bei der Anleitung für den Nussmilchbeutel sind bessere Übersichtsbilder zu sehen als diesmal, wo ich hauptsächlich Detailbilder zeige.

nach dem Wenden auf die schöne Seite

6. Auf die rechte Seite wenden und die Ränder gut zurecht zupfen, bevor Du alles noch einmal gut bügelst. Danach den oberen Rand doppelt einschlagen, stecken und mit geraden Stichen nähen.

der obere Saum wird doppelt umgeschlagen

7. Schneide die Enden der Satinbänder schräg ab, damit sie nicht ausfransen. Fertig!

beim Einkauf

Wenn Du einkaufst füllst Du Obst, Gemüse oder Nüsse in den Beutel und kannst ihn sodann mit dem Band zubinden. Das meist nötige Preisschild klebst Du einfach auf den Stoff. Es lässt sich danach wieder sehr gut ablösen.

ab sofort gibt es keine Plastiksackerln mehr!

Der kleine Beutel eignet sich besonders gut für Nüsse, Maroni und andere kleinere Früchte. Der mittlere Beutel ist ein Universalbeutel für fast alles und im größten Beutel kannst Du auch einen großen Salatkopf ohne Plastikbeutel einkaufen.

doppelt Müll sparen durch Upcycling

Geburtstagsgeschenk

Unter allen Kommentaren hier auf meinem Blog und auf Facebook verlose ich anlässlich des 4. Bloggeburtstages das gezeigte Set für Deinen verpackungsfreien Einkauf.

mein Geschenk zum Bloggeburstag

Wenn Du die Gemüsesäckchen gerne von mir geschenkt bekommen und auch verwenden möchtest, dann schreibe mir das in Deinem Kommentar bis spätestens Sonntag 21.1.2018 (24h). Der Gewinner/die Gewinnerin wird von mir persönlich per Mail verständigt.


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Hier geht es zur aktuellen Linkparty.


Weiteres verlinkt zu Create in Austria, ANL, Upcycling-Linkparty, Alt trifft neu, Creadienstag, Dienstagsdinge, HoT und Nähfrosch.


Das könnte Dich auch interessieren:

Nussmilchbeutel nähen [Anleitung]
selbst genähte Stoffbinden [Anleitung]
Spültücher nähen [Anleitung]
Spültücher nähen [vereinfachte Anleitung]
waschbare Toilettentücher [Anleitung]
waschbare Toilettentücher [I did it again]

Im Index selbst.gemacht findest Du eine Übersicht über alle bisherigen DIY-Beiträge.

Advertisements

Müll reduzieren in der Küche Teil 4.

Als wir Ende 2013 die Küche auf waschbare Spültücher ohne Plastik umgestellt haben, hätte ich mir nicht gedacht, dass das irgendwann so selbstverständlich für uns werden würde. Vor allem wäre ich ursprünglich nicht auf die Idee gekommen, dass es viel angenehmer ist mit kleinen Frotteetüchern abzuwaschen und aufzuwischen statt Wegwerfspültücher und Plastikschwämmchen zu verwenden.

Da wir schon seit längerer Zeit das Geschirr mit der Hand abwaschen (meine Beweggründe dazu findest Du im Beitrag „R.I.P. – ich werde dich vermissen“ bzw. „R.I.P. – ich werde dich doch nicht vermissen“), nutzen wir die selbst genähten Abwaschtücher mehrmals täglich.

In meinem heutigen Beitrag möchte ich Dir gerne über unsere Langzeiterfahrungen und über mögliche Alternativen, wenn man nicht so gerne näht oder strickt, erzählen.

wie alles begann

Im Herbst 2013 Jahren habe ich begonnen, meinen Haushalt zu entplastifizieren. Einer der allerersten Schritte war, die Abwaschschwämme in der Küche zu entfernen. Als erste Alternative habe ich statt dessen Waschlappen verwendet, die sich bereits in meinem Haushalt befanden.

Nachdem wir sofort begeistert waren, habe ich aus alten Handtüchern, die schon Löcher hatten, die Prototypen für Abwaschtücher genäht.

meine allerersten Abwaschtücher

stricken und häkeln

Da ich wirklich sehr begeistert stricke und häkle, habe ich zusätzlich im Internet nach Anleitungen gesucht, um Abwaschtücher bzw. -schwämme zu stricken und zu häkeln.

gestrickte und gehäkelte Alternativen

Die Anfertigung hat mir viel Freude bereitet, aber ganz ehrlich gesagt war ich mit dem Ergebnis nicht so zufrieden wie erwartet. Das Abwaschtuch wurde sehr schnell kaputt, da durch einen kleinen Schnitt mit einem Küchenmesser die Maschen zu laufen begonnen haben. Vielleicht war aber auch das Garn zu fein gewählt, dass es dazu gekommen ist.

Die Spülschwämme sehen zwar voll nett aus, aber sie trocknen unglaublich schwer. Vor lauter Sorge, dass sie nicht ordentlich trocken werden und zu stinken beginnen, haben wir sie nur sehr selten verwendet.

gekaufte Alternativen zu Plastik

Gekauft haben wir uns statt dessen verschiedene Naturbürsten und Edelstahlschwämmchen für das ganz Grobe. Das funktioniert wirklich gut und ist zwar nicht zero waste aber zumindest plastikfrei und langlebig.

plastikfreier Abwasch

Getestet habe ich im Jahr 2015 einen Ökoschwamm, der mich jedoch nicht wirklich überzeugen konnte. Einerseits wird recyceltes Plastikmaterial verwendet, was ich nicht so gut finde da ich kein Plastik verwenden möchte. Aber auch die Haltbarkeit ließ im Gegensatz zu meinen selbst genähten Abwaschtüchern zu wünschen übrig und durch den Abrieb kommt (recyceltes) Microplastik ins Abwasser, was ich unbedingt vermeiden will.

Öko-Abwaschschwamm 2 Monate im Gebrauch

erste Anleitung für Spültücher

Nachdem wir mit den selbst genähten Abwaschtüchern sehr zufrieden waren, habe ich neuerlich die Nähmaschine angeworfen und zusätzliche Spültücher genäht. Die erste Anleitung entstand und ist im Beitrag „selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Spültücher“ zu finden.

Klick aufs Bild zur Anleitung

Die allerersten Spültücher habe ich nach dieser Anleitung genäht und das hat großartig funktioniert. Da die Handtücher schon sehr abgenutzt und teilweise sogar zerschlissen waren, konnte ich sie dadurch trotzdem verwenden.

Als ich das zweite Mal Spültücher nach der Anleitung genäht habe, war der Zustand der Handtücher wesentlich besser. Dadurch wurden die Abwaschtücher etwas dicker, was nicht so optimal war. Erstens kam man damit nicht so gut in die Ecken vom Geschirr hinein und sie haben auch deutlich mehr Zeit zum Trocknen benötigt.

vereinfachte Anleitung

Ziemlich genau ein Jahr später habe ich daher die Anleitung stark vereinfacht und weitere Abwaschtücher genäht.

Die ausführliche Bildanleitung findest Du im Beitrag „selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Spültücher 2“.

Klick aufs Bild zur Anleitung

Diesmal habe ich die Handtücher einfach genommen und das Ergebnis war wirklich perfekt. Je nach Dicke und Zustand der Handtücher ist also entweder diese oder die erste Anleitung besser geeignet.

was hat sich bewährt?

Zum Jahreswechsel habe ich wieder neue Abwaschtücher nach meiner vereinfachten Anleitung genäht. Je nach genähter Stückzahl und Qualität der vernähten Handtücher halten die Abwaschtücher so circa ein Jahr im Dauereinsatz.

meine neuen Abwaschtücher, genäht Ende 2017

Nach einem Tag im Gebrauch werden sie getrocknet und kommen in die Schmutzwäsche. Auch Zwischendurch spüle ich sie nach der Verwendung aus und hänge sie zum Trocknen auf, damit sich keine Keime ansetzen.

Für das ganz Grobe verwenden wir nach wie vor Edelstahlschwämme, die man ohne Plastikverpackung nur in ganz wenig Karton verpackt kaufen kann. So ein Edelstahlschwamm hält je nach Pflege zwischen 6 und 9 Monate.

Die Flaschenbürsten, die am oberen Bild zu sehen sind, leben noch immer und werden sicher auch noch einige weitere Jahre überstehen. Das sind wirklich sehr langlebige Produkte. Schmale Gefäße und Flaschen lassen sich damit wunderbar reinigen.

Die grobe Bürste am Stiel wird je nach Gebrauch so alle 6-9 Monate ersetzt. Der Kopf der Bürste kann nachgekauft werden, sodass der Stiel noch immer der erste ist. Die Bürste eignet sich hervorragend um Ränder, Siebe und alles, wo man mit dem Abwaschtuch nicht hin kommt, zu säubern.

Weiterverwendung als Putzlappen

Die alten Spültücher werfe ich übrigens nicht weg, wenn ich neue nähe. Sie dürfen noch eine Weile bei mir bleiben und dienen als Putzlappen.

Dazu schneide ich die Aufhänger ab, damit man sie auch sicher bei der Wäsche auseinander kennen kann.

Fazit

Als ich den Abwasch auf waschbare Spültücher umgestellt habe, waren noch 4 Plastikschwämme im Vorrat. Seitdem sind mehr als 4 Jahre vergangen und wir haben in der Zeit genau 2 davon verwendet. Das liegt vor allem daran, dass wir einige Zeit eine Putzfrau beschäftigt haben, die zusätzlich zu unseren Putztüchern auf ein Schwämmchen bestanden hat.

Die konventionellen Spültücher und Abwaschschwämme gehen uns nicht ab. In der Zeit konnten mehr als 100 Plastikschwämme samt Umverpackung aus Plastik eingespart werden, da wir üblicherweise durchschnittlich 2-4 Schwämme pro Monat verbraucht hatten. Darüber hinaus wurde auch noch jede Menge Mikroplastik, das durch den Abrieb ins Abwasser gelangt wäre, vermieden.

Mikroplastik entsteht durch den Abrieb vom Küchenschwamm

Verwendet habe ich für die selbst genähten Abwaschtücher ausschließlich sehr alte Handtücher, die man üblicherweise weg geworfen hätte. Die Spültücher sind dadurch vielleicht nicht so hübsch wie sie sein könnten, aber aus ökologischer Sicht ist das einfach der beste Weg.

Alternativen für Menschen, die nicht nähen bzw. stricken

Nicht jeder näht oder strickt gerne, aber das ist auch nicht nötig um das Geschirr plastikfrei und müllreduziert zu spülen. In fast jedem Haushalt befinden sich Waschlappen, die nicht mehr gebraucht werden.

Wenn man selbst keine besitzt, kann man im Umsonstladen bzw. Kostnixladen fündig werden.

Waschlappen und einfache Topflappen als Alternative

Auch einfache Topflappen aus Frottee sind sehr gut geeignet. Die Topflappen, die am rechten Bild zu sehen sind, habe ich im Kostnixladen entdeckt. Sie eignen sich ebenfalls sehr gut als Abwaschtücher und sind sogar nett anzusehen.

Vielleicht kann ich Dich ja damit motivieren, es auch einmal auszuprobieren?


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Diesmal bin ich Gastgeber und eröffne mit meinem Beitrag über den müllreduzierten Abwasch die nächste Runde der Blogparade „einfach.nachhaltig.besser.leben“.

Die Linkparty findet auf unserem gemeinsamen Blog statt. Bis 9.3.2018 hast Du die Möglichkeit Deine grünen Ideen und Gedanken hier zu teilen.


Das könnte Dich auch interessieren:

selbst.gemachte Spültücher – Anleitung 1
selbst.gemachte Spültücher – Anleitung 2
Müll reduzieren in der Küche Teil 1. – Spültücher und Spülschwämme
Müll reduzieren in der Küche Teil 2. – Alufolie und Frischhaltefolie
Müll reduzieren in der Küche Teil 3. – Aufbewahrung von Müll
Müll reduzieren im Haushalt Teil 1. – Taschentücher, Servietten, Küchenrolle
Müll reduzieren im Haushalt Teil 2. – Altpapier
Müll reduzieren im Haushalt Teil 3. – Wäsche waschen
Müll reduzieren im Haushalt Teil 4. – Geschirr spülen und putzen
Müll reduzieren im Haushalt Teil 5. – mein Müll im Überblick
Müll reduzieren im Haushalt Teil 6. – Abschied vom Perfektionismus
Müll reduzieren im Haushalt Teil 7. – Aktion gegen die Werbeflut
Müll reduzieren im Haushalt Teil 8. – müllreduziert Putzen

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Weiteres verlinkt zu Create in Austria, ANL, Upcycling-Linkparty und Alt trifft neu.

5 alternative Waschmittel [Langzeiterfahrung]

Beim Wäsche waschen wird nicht nur durch das Waschmittel die Umwelt belastet, sondern auch durch die Verpackung der Pflegemittel. Aus diesem Grund komme ich immer wieder einmal auf das Thema „Wäsche waschen“ zurück. Mittlerweile habe ich sehr viele verschiedene Varianten von alternativen Waschmitteln ausprobiert.

Das heißt, es ist endlich an der Zeit über meine Langzeiterfahrungen zu schreiben und zu erzählen, was sich aus den verschiedenen Experimenten ergeben hat.

Heute kommt daher die Fortsetzung bzw. Ergänzung zu meinem vorigen Beitrag „grün grün grün sind alle meine Kleider“ über die Wäschepflege aus ökologischer Sicht.

selbst gemachtes Waschpulver

Gleich zu Beginn habe ich es mit selbst gemachtem Waschpulver versucht. Die Anleitung dazu findest Du in meinem Beitrag „selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Waschmittel“.

selbst gemachtes Waschpulver

Es war leider keine Liebe auf den ersten Blick, auch wenn das selbst gemachte Waschpulver für normal verschmutzte Wäsche ganz gut funktioniert. Für mich hat es definitiv an der Zubereitung gelegen. Das Raspeln der Seife zu Seifenflocken und das Vermengen mit dem Soda hat meine Nasenschleimhäute gereizt. Ich habe es daher bei dem einen Versuch belassen.

Wenn Du es ausprobieren möchtest empfehle ich eine Gesichtsmaske zu tragen, damit Deine Atemwege geschützt sind. Das würde ich bei einem weiteren Versuch selbst auch so machen.

Alternativ kann man nach dem selben Rezept auch ein Flüssigwaschmittel herstellen. Dazu verwendet man die selben Zutaten und vermengt sie mit Wasser. Eine Anleitung dafür findest Du am Blog „foolfashion“.

nachfüllbares Waschmittel aus dem Bioladen

Meine erste Alternative dazu war das in eigene Behälter abgefüllte Waschmittel aus dem Bioladen. Vom Duft her sehr neutral wie ich es mag und es wäscht auch prima sauber.

Nicht so zufrieden gestellt hat mich die Antwort auf die Frage was mit den Kanistern passiert, wenn sie leer sind. Denn die werden zu Müll. Daher war das für mich langfristig auch keine Alternative, zumal der Laden nicht gerade um die Ecke ist.

dieses Waschmittel wird in die selbst mitgebrachten Behälter gefüllt

Waschnüsse aus Indien

Als im Kostnixladen eine Packung Waschnüsse abgegeben wurde, war sofort klar, dass ich das ausprobieren möchte.

Die Waschnüsse stammen aus Indien und werden daher sehr weit transportiert um zu uns nach Europa zu kommen. Für den Transport und Verkauf werden sie in Plastik verpackt.

Abgesehen von dem Problem, dass wir den Indern die Waschnüsse abkaufen, sodass der Preis in Indien so hoch getrieben wurde, dass sich die Leute dort die Waschnüsse nicht mehr leisten können, entzieht sich mir auch der ökologische Vorteil der Waschnüsse. Sie werden weit transportiert und sind in Plastik verpackt.

Aus den genannten Gründen würde ich mir keine Waschnüsse kaufen. Aber wenn sie im Kostnixladen abgegeben werden und sie kein anderer haben will, nehme ich sie mit und verwende sie.

indische Waschnüsse mit dem Waschsäckchen

Üblicherweise zerklopft man 3-4 Waschnüsse, steckt sie in das beiliegende Wäschesäckchen und legt dieses gemeinsam mit der Wäsche in die Waschtrommel.

In meinem Urlaub in der Toskana hatte die Waschmaschine keine direkten Abfluss, sodass ich sehen konnte, wie das Wasser aussieht. Als erstes fiel mir positiv auf, dass die Waschwirkung der Waschnüsse sehr gut ist, das Wasser war schaumig und verschmutzt.

Allerdings war das Wasser nach dem Schwemmen noch immer schaumig und das hat mich dann stutzig gemacht. Irgendwie auch klar, die Waschnüsse kann man für 2-3 Waschgänge verwenden und das Säckchen bleibt während des Schwemmvorgangs in der Waschmaschine. Die Waschnüsse wissen ja nicht, dass sie gerade nicht waschen sollen…

Daher verwenden wir seitdem die Waschnüsse als Flüssigwaschmittel. Dazu werden 3-4 Waschnüsse zerklopft, mit ca. 250 – 300 ml Wasser aufgefüllt und einige Stunden stehen gelassen. Mit dem Auszug der Waschnüsse kann man danach 2 Waschladungen waschen.

Es wird immer wieder einmal darüber geschrieben, dass die Wäsche mit der Zeit zu müffeln beginnt, wenn man mit Waschnüssen wäscht. Seitdem wir die „Flüssigwaschmittelmethode“ verwenden, können wir uns darüber nicht beklagen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es zu Problemen kommen könnte, wenn man die Waschnüsse mit der „Säckchenmethode“ verwendet (siehe weiter oben).

Kastanienwaschmittel

Letzten Herbst haben wir ganz viele Kastanien gesammelt, um daraus Waschmittel herzustellen. Die Anleitung findest Du im Beitrag „selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Kastanienwaschmittel für den Vorrat“.

Wäsche waschen mit selbst gesammelten Kastanien

Nach wie vor waschen wir die Wäsche sehr gerne mit dem Kastanienwaschmittel, welches ebenfalls zuvor als Flüssigwaschmittel angesetzt wird. Die Wäsche wird ausreichend sauber und wir haben auch nach wie vor keine Probleme mit dem Geruch der Wäsche. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass wir immer wieder einmal beim Waschmittel abwechseln?

Aus ökologischer Sicht finde ich das Waschen der Wäsche mit Kastanien einfach perfekt. Wir sind mit den Fahrrädern in den Park gefahren, haben dort die Kastanien gesammelt und es ist dadurch weder durch Transport noch durch Verpackung eine Belastung der Umwelt gegeben. Und der Kostenpunkt ist natürlich auch genial, oder?

Wäsche waschen mit Efeu

Diese Möglichkeit der alternativen Wäsche möchte ich nicht unerwähnt lassen, obwohl ich es selbst noch nicht ausprobiert habe. Das liegt aber vor allem daran, dass ich durch das Kastanienwaschmittel und die geschenkten Waschnüsse ausreichend mit Waschmittel versorgt bin.

Eine ausführliche Anleitung für die Zubereitung des Waschmittels ist am Blog Grüne Zwerge zu finden. Die Zwergenmama stellt mit Hilfe der Efeublätter ein Flüssigwaschmittel her, mit dem die Wäsche gewaschen wird.

auch mit Efeublättern kann man Wäsche waschen

Gefunden habe ich im Internet auch die Möglichkeit, die Efeublätter mit Hilfe von einem Säckchen direkt zur Wäsche zu geben. Aus den weiter oben angeführten Gründen würde ich das jedoch nicht empfehlen.

Fazit – Lanzeiterfahrung

Waschmittelalternativen aus der Natur haben grundsätzlich eine sehr gute Waschleistung für leicht bis kaum verschmutzte Wäsche. Der Geruch der Wäsche ist neutral, was ich grundsätzlich gut finde.

Die Handhabung ist sehr einfach, es braucht lediglich ein wenig vorausschauendes Denken, da man den Waschmittelauszug ein paar Stunden ansetzen muss.

Stark verschmutzte Wäsche und vor allem Fettflecken brauchen mehr „Zuwendung“, das heißt wir nutzen das Waschmittel quasi als Baukastensystem. Wenn Fettflecken dabei sind, kommt auf jeden Fall auch Soda in die Waschmaschine.

Kleinere Schmutzflecken z.B. vom Essen oder Kochen werden mit Gallseife vorbehandelt und lassen sich dadurch auch mit Waschmittelalternativen sehr gut entfernen. Mehr dazu findest Du in meinem Beitrag über die Wäschepflege.

Sehr stark verschmutzte Wäsche fällt bei uns im Haushalt nicht an, daher kann ich dazu leider nichts sagen.

Die von vielen so gefürchtete Geruchsbelastung hat sich bei uns nicht eingestellt. Vielleicht liegt es daran, dass wir meist 2-3 Maschinen Wäsche pro Woche waschen und daher das Restwasser nie lange in der Waschmaschine steht. Möglicherweise hilft es auch, dass wir die Waschmittelalternativen immer als Flüssigwaschmittel nutzen und daher die Wäsche (und damit auch die Waschmaschine) ausreichend geschwemmt wird.

links: lüften der feuchten Wäsche rechts: Utensilien zur Fleckenbehandlung

Am ehesten denke ich jedoch, dass die Vorbehandlung der Schmutzwäsche sowie das rasche Trocknen der gewaschenen Wäsche, wie ich es im Beitrag „grün grün grün sind alle meine Kleider“ beschrieben habe, dazu beiträgt.

Konventionelles Waschmittel nutze ich nur noch ganz selten für die Wollwäsche. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal Waschmittel gekauft habe.


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.
Hier geht es zur aktuellen Linkparty.

Weiters verlinkt zu ANL von Rostrose.


Das könnte Dich auch interessieren:

grün grün grün sind alle meine Kleider – Wäschepflege
selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Waschmittel
selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Kastanienwaschmittel für den Vorrat
Müll reduzieren im Haushalt Teil 3. – Wäsche waschen
Müll reduzieren im Haushalt Teil 4. – Geschirr spülen und putzen
Müll reduzieren im Haushalt Teil 8. – müllreduziert putzen

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.