Experiment Terrassengarten #1

Bereits seit vielen Jahren bereitet es mir große Freude, den Tomaten in den großen Töpfen auf der Terrasse beim Wachsen zuzusehen. Sie schmecken natürlich auch viel besser als alle anderen, egal woher sie kommen. Weil ich sie lange Zeit mit ganz viel Liebe versorgt habe und weil ich sie genau dann, wenn ich sie brauche, direkt vom Strauch pflücken kann.

Durch Zufall hat sich in diesem Jahr unser Miniaturgemüsegarten auf der Terrasse erweitert. Zuerst ist in einem Topf, wo wir Erde gesammelt habe, ein Liebstöckl gewachsen, das im letzten Jahr vermeintlich eingegangen ist. Dazu haben sich zwei Ruccolapflanzen gesellt, die wild aufgegangen sind.

Als wir einen Kürbis verarbeitet haben und sich in der Mitte bereits gekeimte Samen befunden haben, empfand ich das als Wink des Schicksals und habe einige der Samen einfach in die Erde von einem großen Topf gedrückt.

Tomaten und Kräuter auf der Terrasse

den Lauf der Jahreszeiten beobachten

Es hat mir unheimlich viel Freude gemacht, den Gemüsepflanzen beim Wachsen zuzusehen. Es war natürlich eine sehr dilettantische Angelegenheit. Vor allem der Kürbis hatte viel zu wenig Nährstoffe und ist daher winzig geblieben. Aber die zahlreichen Blüten waren wunderschön und es hat mir Spaß gemacht, zu sehen, wie er Richtung Balkon hoch klettert.

ich will ein Hochbeet haben

Eines Tages, als ich mir die Tomaten zum Abendessen schmecken ließ stand die Entscheidung sehr spontan fest. Ich will ein Hochbeet haben und mehr Gemüse selbst anbauen. Das macht mir so viel Freude, dass ich gerne Angenehmes mit Nützlichem verbinden möchte.

Das Angenehme ist das Gärtnern in dem Fall und selbst Gemüse zu ziehen ist auf jeden Fall sehr nützlich, wenn man auf seine Ernährung achtet und Müll vermeiden möchte.

der Traum vom Gemüse aus dem eigenen Garten

gesagt getan

Also habe ich mich auf die Suche nach einem gebrauchten Hochbeet gemacht und bin auch sehr schnell fündig geworden. In einem Baumarkt wurde eine Retourware abverkauft, weil die Packung geöffnet und das Holz dadurch verfärbt war.

Sofort war klar, dieses Hochbeet hat auf mich gewartet, ich werde es vor dem Müll retten, weil es sonst sicher keiner haben will.

Bereits einen Tag später war das Auto so reich beladen, dass Herr Widerstand mit dem Zug nach Hause fahren musste, weil er im Auto keinen Platz mehr fand.

einfacher Aufbau

Am darauf folgenden Wochenende habe ich meinen Sohn eingeladen, damit er gemeinsam mit Herrn Widerstand das Hochbeet bauen kann. Leider habe ich keine Fotos gemacht, das tut mir ewig Leid!

Solche Bausatz-Hochbeete sind sehr einfach aufzubauen, da sie mit Nut und Federbrettern gesteckt und mit Leisten fixiert werden. Nach wenigen Stunden stand es in seiner ganzen Pracht und vollen Größe von 2m x 1 m x 1,20 m bereits da.

viel mehr Arbeit als gedacht

Wie sich mit der Zeit heraus gestellt hat, war das der einfachere Teil. Das riesige Hochbeet mit über 2 m³ Volumen muss natürlich befüllt werden. Also habe ich ausführlich im Internet recherchiert, wie man das fachgerecht macht.

Denn Ahnung vom Gärtnern habe ich ehrlich gesagt sehr wenig. Außer Hilfsdiensten im Garten der Schwiegermutter (und da vor allem ernten und Fallobst aufheben) habe ich noch nicht sehr viel gemacht.

Aber wozu gibt es das Internet und Youtube, da findet man fast alles.

Also haben wir das Auto mit ganz vielen Ästen und grobem Schnittmaterial aus dem Garten der Schwiegermutter beladen. Bei der nächsten Fahrt wurde dann dünneres Schnittmaterial aus dem Garten abgeholt.

Blieb das Problem der Erde. Bei einem nahen Bauernhof durfte ich einige Säcke voll grobe Komposterde abholen. Zwei weitere Autoladungen habe ich nach Hause transportiert und festgestellt, dass ich damit echt nicht weit komme. Das Hochbeet ist einfach riesig!

hier siehst Du das Hochbeet nach 7 Autoladungen voll Erde

Also habe ich über eine Verschenkgruppe auf Facebook angefragt und zwei voll nette Angebote von Frauen bekommen, die gerade am Übersiedeln sind. Also wieder das Auto voll geladen, insgesamt habe ich weitere drei Fuhren Erde nach Hause gebracht und damit war das Hochbeet noch immer nicht voll.

Langsam ging mir die Puste aus. Einen guten Tipp habe ich von einer Foodsharing-Kollegin bekommen, dass es in der Nähe einen Pferdehof gibt, bei dem man kompostierten Pferdemist abholen kann. Nach zwei weiteren Autoladungen war das Hochbeet noch immer nicht voll.

Jedoch war ich langsam am Ende meiner Kräfte. Das Schleppen von diesen schweren Erdekübeln ist unglaublich anstrengend. Ich habe alles verwendet, was ich habe. Alte Wäschewannen, große Blumenkübeln etc. und alles musste auf die Terrasse geschleppt werden, weil der Durchgang so schmal ist, dass man mit keinem Gefährt durch kommt.

noch immer nicht voll, langsam geht die Puste aus

Wieder hat FB geholfen, über eine Verschenkgruppe wurde Bio-Hochbeeterde verschenkt und mit dieser Autoladung war das Hochbeet endlich voll gefüllt.

Der ganze Prozess hat insgesamt über 4 Wochen gedauert. Jetzt weiß ich auch, dass der beste Zeitpunkt für das Bauen und Füllen von einem Hochbeet auf jeden Fall der Herbst ist. Weil man danach nämlich einige Monate Zeit hat, um sich vom Bau vom Hochbeet zu erholen.

Grundsätzlich sagt der Fachmann, dass Frühjahr oder Herbst die beste Zeit für den Bau vom Hochbeet ist. Ich widerspreche da ganz entschieden. Frühjahr kann man voll vergessen, weil nach dem Aufbau und dem Befüllen ist man so fix und fertig, dass man froh ist, wenn man das zuvor begehrte Ding eine Weile nicht mehr sieht.

Müll reduzieren beim Hochbeetbau

Natürlich hätte es einfachere Wege gegeben, das Hochbeet zu befüllen. Erstens hätte man sich einen Anhänger ausleihen können, um die Erde zu transportieren. Ein PKW ist dafür natürlich nur bedingt geeignet und wird echt sehr schmutzig dadurch.

Zweitens hätte man auch einfach die Menge X an in Plastik verpackten Erdesäcken aus dem Baumarkt kaufen können. Die wären vermutlich sogar geliefert worden.

Aber das kam natürlich alles nicht in Frage. Erstens bin ich eigensinnig und will alles wirklich selber machen. Und zweitens wollte ich natürlich mein Hochbeetprojekt nicht mit einem riesigen Haufen Plastikmüll starten.

Zusätzlich ist da noch der Kostenfaktor, der nicht unterschätzt werden sollte. Neben den Kosten für das Holz zum Bau vom Hochbeet kommen nicht unbeträchtliche Kosten für die enorme Menge an Erde zusammen.

Bereits seit 2013 versuche ich nichts Neues zu kaufen und alles weitgehend gebraucht zu organisieren. Das wollte ich natürlich auch bei meinem Hochbeet so fortsetzen.

Der Bausatz für das Hochbeet hat Original Euro 300,– gekostet. Das beschädigte Abverkaufspaket kam auf Euro 60,–. Für das Füllmaterial hatte ich außer Benzinverbrauch fürs Auto keine Kosten.

Einige Samen habe ich schon selbst aus verschiedenen Gemüsepflanzen abgenommen. Ich hoffe, dass ich noch einiges aus dem Fundus meiner Schwiegermutter und von einer lieben Freundin bekommen kann und daher auch bei den Samen Müll reduzieren kann.

wie geht es weiter?

Inzwischen sind einige Wochen vergangen und ich habe mich erholt und ausgesöhnt. Einige Selbstversorgerblogs wurden inzwischen abonniert und ich sauge alle Informationen auf, die ich bekommen kann. Das erste Hochbeet-Buch habe ich bereits verschlungen und das zweite liegt schon bereit.

Ich habe nun begonnen, einen ersten Anbauplan zu machen. Da ich ja ein richtiger Laie bin, muss ich erst einmal genau schauen, was ich im ersten Jahr überhaupt anbauen kann. Das ist gar nicht so einfach. Da wird mit Begriffen wie Starkzehrer und Schwachzehrer um sich geworfen und für mich ist das alles ganz neu. Zumindest weiß ich inzwischen, dass es im ersten Jahr vermutlich nichts mit Salat wird, weil der sonst durch Überdüngung zu viel Nitrat enthalten würde. Salat werde ich daher in einem Kasten anbauen.

Auf jeden Fall möchte ich selbst die Pflanzen aus den Samen ziehen und darauf freue ich mich auch schon sehr. Das heißt es wird auch bald einmal los gehen. In ca. 3 Monaten beginnt die Gartensaison, weil ab Februar kann man schon die ersten Samen aussähen.

Herr Widerstand wird noch eine Frühbeetüberdachung bauen, damit wir im April mit dem Aussetzen beginnen können. Zusätzlich möchte ich dieses Jahr noch mehr Gemüse in Kübeln ziehen als bisher. Ich freue mich schon riesig darauf!

Wie es mit meinem kleinen Projekt zur (teilweisen) Selbstversorgung mit Gemüse weiter geht, werde ich ganz sicher immer wieder berichten.



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gelesen im April – Buchtipp #23

Durch meine Blogpause in der zweiten Aprilhälfte hatte ich etwas mehr Zeit um zu lesen, daher möchte ich heute gleich drei Bücher vorstellen.

Einen Blog zu schreiben ist mit sehr viel Zeitaufwand verbunden, daher ist es kein Wunder, dass immer mehr Blogger auch Bücher verfassen.

Alle Bücher, die ich heute vorstelle, wurden von Bloggern geschrieben, bei denen ich auch am Blog sehr gerne lese.

Einfach bewusst auf dem Jakobsweg
2904 km, 108 Tage, 4 Länder
von Christof Herrmann
Eigenverlag

Am 25.6.2016 ist Christof Herrmann vor seiner Haustüre in Nürnberg aufgebrochen, um nach 105 Tage am 7.10.2016 in Santiago de Compostella anzukommen. Drei Tage später erreicht er sein eigentlichen Ziel (wie sich im Laufe der Reise heraus stellte) nämlich Finisterre.

Von seiner langen Pilgerreise hat er jeden Tag via Internet berichtet und Fotos gepostet, die er nun zu einem E-Book verarbeitet hat.

In Form eines Reisetagebuchs kann man Christof auf dem Weg begleiten und seine Höhen und Tiefen miterleben.

von der Haustüre bis nach Kap Finisterre

Durch die zahlreichen Bilder erhält man einen guten Eindruck von der Landschaft und vom Geschehen rund um den Jakobsweg.

Obwohl Christof ein sehr geübter Fernwanderer ist, war der Weg nicht immer einfach für ihn. Er hatte mit großen Problemen durch Blasen an den Füßen zu kämpfen, die ihn fast zum Aufgeben gebracht hätten.

Neue Schuhe, viele Pflaster und Tapes halfen ihm doch noch ans Ziel zu kommen, was nicht immer ohne Schmerzen gelang.

Meine Gedanken zu dem Buch:

Man merkt, dass Christof gewohnt ist Reiseführer zu schreiben, denn für mich ist das Buch fast so etwas wie eine Mischung aus Reiseführer und Tagebuch.

Wer sich einen sehr persönlichen Einblick in die Welt des Pilgers Christof erwartet wird enttäuscht werden. Er erzählt zwar auch über sehr persönliche Erlebnisse am Jakobsweg, aber das, was ihn in der Zeit bewegt hat, seine Gedanken und Gefühle bleiben seine eigenen.

Dem Buch fehlt auch ein bisschen der Enthusiasmus und die Verklärung, die man immer wieder berichtet bekommt bzw. über die man meist liest. Im Gegenteil, Christof sieht vieles sehr kritisch und beschreibt das auch so. Daher bleibt für ihn das Hochgefühl auch aus, als er endlich nach 105 Tagen Santiago erreicht und an der Pilgermesse teilnimmt.

Christof schreibt, dass er das Gefühl hat, entgegen vieler Berichte, der Jakobsweg habe ihn nicht verändert. Für mich klingt da fast ein bisschen Enttäuschung mit.

Für viele Menschen ist der Jakobsweg die erste richtige Auszeit in ihrem Leben, wo sie Verpflichtungen und Alltag für lange Zeit hinter sich lassen und mit so wenig wie noch nie zuvor lange Zeit unterwegs sind. Das tägliche stundenlange Gehen fordert dazu heraus, über sich und sein Leben nachzudenken. Die völlig andere Art zu leben trägt ebenfalls dazu bei. Das ist sicher ein sehr einschneidendes Erlebnis und kann einen Menschen verändern.

Für Christof tritt das in der Form nicht zu. Vor vielen Jahren schon hat er sein Leben verändert, reduziert, minimalisiert, losgelassen und sich von den ausgetretenen Pfaden des Alltags verabschiedet. Lange Fernwanderungen wie z.B. von Salzburg nach Triest haben ihn bereits Erfahrungen damit machen lassen, ganz auf sich selbst zurück geworfen zu sein.

So tief greifende Erlebnisse, wie er sie bereits gemacht hat, lassen sich auch durch die gigantische Distanz und die lange Dauer der Wanderschaft nicht noch einmal hervorrufen. Der Jakobsweg bietet sicher nicht die schönste Landschaft für eine Fernwanderung, gehen doch weite Strecken durch Dörfer und auf Asphaltstraßen entlang.

So entzaubert er in seinen Texten den Jakobsweg ein wenig und lässt spüren, dass es andere Wege gibt, die ihn mehr fasziniert haben.

Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen, hatte ich doch im letzten Jahr lange mit dem Gedanken gespielt, selbst auf dem Jakobsweg zu pilgern. Nach dem, was ich hier gelesen habe, bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob es der richtige Fernwanderweg für mich wäre.

Wenn man für die Pilgerschaft keinen religiösen Hintergrund hat und auch nicht den intensiven Kontakt zu anderen Pilgern sucht, dann gibt es vermutlich schönere Weitwanderungen zu machen.

Linktipp:

Fotoimpressionen: Mein Jakobsweg 1. Teil – Deutschland und Schweiz
Fotoimpressionen: Mein Jakobsweg 2. Teil – Frankreich
Fotoimpressionen: Mein Jakobsweg 3. Teil – Spanien

Biokiste vegan
Meine Lieblingsrezepte
von Franzi Schädl
Verlag Kosmos

„Wo geht’s zum Gemüseregal?“ fragt Franzi auf ihrem Blog, dem ich schon seit sehr langer Zeit folge. Sie veröffentlicht nicht nur ausgesprochen leckere Rezepte, sondern beschäftigt sich auch mit den Themen „plastikfrei“ und schreibt gute Tipps für Zero Waste Anfänger.

Der Titel vom Buch hat mich besonders angesprochen und ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist nach den vier Jahreszeiten gegliedert und in jedem Kapitel gibt es leckere Rezepte mit Gemüse und Obst, das gerade zu der Zeit wächst.

Da sich Franzi für einen nachhaltigen Lebensstil entschieden hat, kocht sie vorwiegend mit dem, was in der Region wächst sowie gerade Saison hat und das findet sich auch in den Rezepten wieder.

bunte Rezeptvielfalt

Abgerundet wird das Buch einerseits durch einen ausführlichen Saisonkalender und andererseits durch Exkurse wie z.B. die Herstellung von Pflanzenmilch oder der Anleitung zum Fermentieren von Gemüse.

Die Rezepte und die Zutaten sind bewusst einfach gehalten und genau das schätze ich sehr daran. Wenn man eine Biokiste bezieht, dann will man nicht erst großartig zusätzlich einkaufen gehen, damit man die Gerichte kochen kann.

Die liebevoll gestalteten Bilder runden das Buch ab. Besonders beeindruckt hat mich, dass Franzi jedes Rezept für das Buch gekocht und auch selbst fotografiert hat.

Linktipp:

Das Rezept „Weißes Chili aus Wintergemüse“ aus dem Buch findest Du auf ihrem Blog.

Meine Gedanken zu dem Buch:

Seit Anfang 2009 lebt meine Tochter vegetarisch und hat sich nun in den Kopf gesetzt den nächsten Schritt zu gehen. Da kam mir das Buch gerade recht, um mir Anregungen dafür zu holen.

Nachdem ich selbst in den letzten beiden Jahren meinen Fleischkonsum nahe 0 reduziert habe und mich vorwiegend von Gemüse und Getreide ernähre, war ich sehr gespannt, was ich selbst für mich mitnehmen kann.

Alle Rezepte kommen mit ganz wenigen einfachen Zutaten aus, was genau meinem Kochstil entspricht. Ich schaue am liebsten in den Kühlschrank bzw. Keller was gerade da ist, wähle 3-4 Zutaten aus und koche daraus, was mir gerade in den Sinn kommt.

Besonders gut gefallen mir die Rezepte für Brotaufstriche auf Gemüsebasis. Auch dass für ganz viele Rezepte Varianten und Adaptierungen am Ende der Anleitung zu finden sind, finde ich sehr gut gelungen.

Das Buch von Franzi werde ich sicher noch öfters in die Hand nehmen um mir darin Anregungen zu holen.

Clean Eating
Kochen mit Superfoods

Bewusst genießen – besser leben
von Hannah Frey
Verlag h.f.ullmann

Hannah Frey ernährt sich seit 2011 nach dem Clean Eating Konzept und hat auf ihrem Blog Projekt: gesund leben bereits zahlreiche Informationen und Rezepte dazu veröffentlicht.

Zusätzlich arbeitet sie gerade sehr intensiv am Projekt „zuckerfrei“ und hat dieses auch während der Fastenzeit via Facebook begleitet.

Nachdem mir ihr erstes Kochbuch so gut gefallen hat, war ich auf dieses Buch schon sehr gespannt. Allerdings hat es ganz schön lange gedauert, bis ich endlich dazu gekommen bin das Buch zu lesen, obwohl es schon eine ganze Weile zu Hause gelegen ist. Es waren immer wieder andere Themen wichtiger.

Das Buch ist nämlich kein Kochbuch im engeren Sinne, man findet vielmehr eine ganze Fülle an Informationen zu den verschiedenen Superfoods.

Jedes einzelne Nahrungsmittel wird in einem eigenen Portrait vorgestellt und unter „Verwendung“ findet man die Querverweise zu den einzelnen Rezepten.

Das Buch selbst ist in 5 Kapitel unterteilt. Den Anfang macht ein Theorieteil über das Clean Eating Prinzip und allgemein über Superfoods.

Die weiteren Kapitel gliedern den Kochbuchteil in Frühstück, Vorspeise, Hauptspeise sowie Dessert und Gebäck.

Zu jedem Rezept findet man ein wunderschönes Bild, das Lust darauf macht das Rezept auszuprobieren. In zahlreichen Tipps werden die Rezepte variiert, ergänzt oder mit anderen Rezepten kombiniert, was ich sehr mag an dem Buch.

Informationen und Rezepte wechseln sich ab

Meine Gedanken zu dem Buch:

Die Portraits der einzelnen Superfood gefallen mir besonders gut, da die ich dadurch wirklich sehr viele Informationen erhalten habe. Bei der Auswahl der Superfoods hat Hannah Frey zwar darauf geachtet auch heimische Superfoods vorzustellen (beispielsweise Brokkoli, Grünkohl, Heidelbeeren, Kürbis, Spinat und Walnuss), aber leider überwiegen trotzdem die exotischen Lebensmittel wie z.B Kokosnuss, Acai-Beere, Avocado, Matcha und Chia-Samen.

Die Zutaten für die Rezepte sind meist überschaubar kurz, wenngleich mich bei manchen Anleitungen irritiert, dass die Zutatenliste zweigeteilt links und rechts neben der Zubereitung steht. Ich persönlich neige dazu in Kochbüchern nicht ganz so genau zu lesen und habe dadurch die Befürchtung, etwas zu überlesen.

Die durchwegs vegetarischen oder veganen Rezepte laden mich zum nachkochen ein, auch wenn ich sicher vorwiegend die Rezepte mit den einheimischen Superfoods ausprobieren werde.


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gelesen im März – Buchtipp #22

Soul Food
Das Kochbuch für achtsamen Genuss
von Dr. Ilse-Maria Fahrnow und Jürgen Fahrnow
Verlag Irisiana

Der Titel hat mich sehr angesprochen, werden in dem Buch doch gleich mehrere Themen behandelt, die mich beschäftigen. Seit dem Jahr 2015 befasse ich mich sehr intensiv mit der gesunden Ernährung und das Thema Achtsamkeit begleitet mich seit Anfang letzten Jahres intensiver.

Der erste Teil des wirklich wunderschön gestalteten Buches erzählt über den Zugang der Autoren zum Essen bzw. zur Zubereitung von Mahlzeiten. Das hat mich gleich einmal gefangen genommen, denn auch ich bin der Meinung, dass beispielsweise das Schälen und Schneiden von Gemüse ein durchaus meditativer Vorgang sein kann, der entspannt.

Eine liebevoll zubereitete Mahlzeit ist viel mehr als nur Nahrung für den Körper sondern nährt auch die Seele. Genau das wird im Buch beschrieben und sagt der Titel auch aus.

alle Rezepte werden ohne Fleisch zubereitet und sind teilweise sogar vegan

Viele gute Anregungen werden uns in den einleitenden Worten geschenkt, bevor es zum Haupttteil geht, dem Kochbuch nach der 5-Elemente-Lehre der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).

Besonders gut haben mir die zehn goldenen Regeln zur Achtsamkeit beim Einkauf gefallen. Die Tipps gehen alle in Richtung Nachhaltigkeit wie z.B. regional produzierte Lebensmittel, die jahreszeitlich passen. Frische Ware, gerne auch aus der Biokiste, Verzicht auf Tiefgefrorenes und Konserven. Und schließlich auch der Tipp Getränke nur in Glasflaschen zu kaufen, da Plastik nicht gut für den Körper ist. Ökologisches Verhalten gehört für Familie Fahrnow zur Küchen-Achtsamkeit, damit ist auch die Wertschätzung der Lebensmittel verbunden.

So findet man im Buch unter anderem den Tipp aus den Gemüseabschnitten eine Brühe zu kochen, die auch in zahlreichen Rezepten Einsatz findet.

Im Buch wird unter anderem der Ausspruch von Hippokrates von Kos zitiert

Deine Nahrung sei Deine Medizin

Und damit kommen wir auch schon zur TCM. Im allgemeinen Teil bekommt der Leser einen kurzen Einblick in die 5-Elemente-Lehre und wie man die fünf Seelenzustände mit Hilfe von den fünf Elementen in Balance bringt.

Daher ist das Kochbuch auch in fünf große Kapitel aufgeteilt, die den fünf Elementen entsprechen.

das Holzelement

Der Kreis beginnt mit Frische und Energie, was dem Element Holz entspricht. In diesem Kapitel findet man viele Rezepte, die das Holzelement stärken. Die wunderschönen Bilder laden zum Nachkochen ein.

Das Kapitelbild ist in hellem Olivgrün gestaltet und in dieser Farbe wurde auch die Schrift der Rezepte gehalten.

das Feuerelement

Weiter geht es mit Momenten der Freude und dem Feuerelement. Die Rezepte sind in sattes Magenta gefärbt, so kann man auch beim schnellen Durchblättern immer erkennen, wo man sich gerade befindet.

Kleine Infokästen ergänzen die Rezepte mit hilfreichen Tipps.

das Erdelement

Das Erdelement lädt dazu ein, mit anderen Feste zu feiern. Die Farbe des Kapitels ist natürlich ein erdiges Braun und hier findet man viele Rezepte, die den Körper wärmen.

Den Kartoffelsalat habe ich zuletzt bereits mehrfach für uns zubereitet.

das Metallelement

Trost für die Seele bekommen wir mit Hilfe des Metallelements. Die Farbe lila begleitet durch die Rezepte und die Kartoffel-Blumenkohlsuppe hat ganz wunderbar geschmeckt.

das Wasserlement

Beendet wird der Zyklus mit dem Wasserelement und dem Thema Wärme und Geborgenheit. Das Kapitel ist in einem dunklen petrolgrün gehalten und die Rezepte sprechen mich besonders durch die häufige Verwendung von Hülsenfrüchten an.

Abgerundet wird das Buch durch ein Sachregister, wo man nach einer bestimmten Zutat suchen kann und einem Rezeptregister, in dem alle Speisen nach der Art (Suppe, Salat, Hauptgericht, Süßes etc.) geordnet sind.

Rezept- und Sachregister

Meine Gedanken zu dem Buch:

Die Idee hinter dem Buch hat mich sehr begeistert und gerade beim Theorieteil habe ich viele meiner Gedanken und Vorstellungen wiedergefunden.

Schon vor vielen Jahren habe ich begonnen mich mit der Ernährung nach der fünf Elemente Küche zu beschäftigen. Diese Art des Kochens hat sich aber nie bei mir durchgesetzt, obwohl ich sogar einmal einen Kochkurs besucht habe.

Damit kommen wir auch schon zu meinem Problem. Die Rezepte sind nicht nur thematisch den fünf Elementen zugeordnet, sondern werden auch im fünf Elemente Zyklus zubereitet. Das bedeutet, dass die Zutaten in einer bestimmten Reihenfolge und Art dem Gericht hinzugefügt werden.

die Kartoffel-Blumenkohlsuppe war sehr lecker

Einen Zugang zu dieser Art des Kochens konnte ich leider auch diesmal nicht finden, es erscheint mir einfach zu kompliziert. Außerdem werden teilweise Gewürze eingesetzt, die ich üblicherweise nicht zu Hause habe.

Mittlerweile bin ich zum Schluss gekommen, dass nicht alles auf Punkt und Strich genau so gemacht werden muss und als ich mich von diesem Perfektionismus gelöst hatte, machte das Nachkochen gleich noch einmal so viel Freude.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2017]

achtsam-durch-den-tag-jahresprojekt-2016-2017Diese Rezension ist Teil von meinem Jahresprojekt.
Nähere Informationen dazu findest Du im Beitrag „Achtsam durch den Tag [Jahresprojekt]“, in welchem auch alle Links der Linkparty gesammelt werden.

Weiters verlinkt zu ANL von Rostrose


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