Experiment Terrassengarten #1

Bereits seit vielen Jahren bereitet es mir große Freude, den Tomaten in den großen Töpfen auf der Terrasse beim Wachsen zuzusehen. Sie schmecken natürlich auch viel besser als alle anderen, egal woher sie kommen. Weil ich sie lange Zeit mit ganz viel Liebe versorgt habe und weil ich sie genau dann, wenn ich sie brauche, direkt vom Strauch pflücken kann.

Durch Zufall hat sich in diesem Jahr unser Miniaturgemüsegarten auf der Terrasse erweitert. Zuerst ist in einem Topf, wo wir Erde gesammelt habe, ein Liebstöckl gewachsen, das im letzten Jahr vermeintlich eingegangen ist. Dazu haben sich zwei Ruccolapflanzen gesellt, die wild aufgegangen sind.

Als wir einen Kürbis verarbeitet haben und sich in der Mitte bereits gekeimte Samen befunden haben, empfand ich das als Wink des Schicksals und habe einige der Samen einfach in die Erde von einem großen Topf gedrückt.

Tomaten und Kräuter auf der Terrasse

den Lauf der Jahreszeiten beobachten

Es hat mir unheimlich viel Freude gemacht, den Gemüsepflanzen beim Wachsen zuzusehen. Es war natürlich eine sehr dilettantische Angelegenheit. Vor allem der Kürbis hatte viel zu wenig Nährstoffe und ist daher winzig geblieben. Aber die zahlreichen Blüten waren wunderschön und es hat mir Spaß gemacht, zu sehen, wie er Richtung Balkon hoch klettert.

ich will ein Hochbeet haben

Eines Tages, als ich mir die Tomaten zum Abendessen schmecken ließ stand die Entscheidung sehr spontan fest. Ich will ein Hochbeet haben und mehr Gemüse selbst anbauen. Das macht mir so viel Freude, dass ich gerne Angenehmes mit Nützlichem verbinden möchte.

Das Angenehme ist das Gärtnern in dem Fall und selbst Gemüse zu ziehen ist auf jeden Fall sehr nützlich, wenn man auf seine Ernährung achtet und Müll vermeiden möchte.

der Traum vom Gemüse aus dem eigenen Garten

gesagt getan

Also habe ich mich auf die Suche nach einem gebrauchten Hochbeet gemacht und bin auch sehr schnell fündig geworden. In einem Baumarkt wurde eine Retourware abverkauft, weil die Packung geöffnet und das Holz dadurch verfärbt war.

Sofort war klar, dieses Hochbeet hat auf mich gewartet, ich werde es vor dem Müll retten, weil es sonst sicher keiner haben will.

Bereits einen Tag später war das Auto so reich beladen, dass Herr Widerstand mit dem Zug nach Hause fahren musste, weil er im Auto keinen Platz mehr fand.

einfacher Aufbau

Am darauf folgenden Wochenende habe ich meinen Sohn eingeladen, damit er gemeinsam mit Herrn Widerstand das Hochbeet bauen kann. Leider habe ich keine Fotos gemacht, das tut mir ewig Leid!

Solche Bausatz-Hochbeete sind sehr einfach aufzubauen, da sie mit Nut und Federbrettern gesteckt und mit Leisten fixiert werden. Nach wenigen Stunden stand es in seiner ganzen Pracht und vollen Größe von 2m x 1 m x 1,20 m bereits da.

viel mehr Arbeit als gedacht

Wie sich mit der Zeit heraus gestellt hat, war das der einfachere Teil. Das riesige Hochbeet mit über 2 m³ Volumen muss natürlich befüllt werden. Also habe ich ausführlich im Internet recherchiert, wie man das fachgerecht macht.

Denn Ahnung vom Gärtnern habe ich ehrlich gesagt sehr wenig. Außer Hilfsdiensten im Garten der Schwiegermutter (und da vor allem ernten und Fallobst aufheben) habe ich noch nicht sehr viel gemacht.

Aber wozu gibt es das Internet und Youtube, da findet man fast alles.

Also haben wir das Auto mit ganz vielen Ästen und grobem Schnittmaterial aus dem Garten der Schwiegermutter beladen. Bei der nächsten Fahrt wurde dann dünneres Schnittmaterial aus dem Garten abgeholt.

Blieb das Problem der Erde. Bei einem nahen Bauernhof durfte ich einige Säcke voll grobe Komposterde abholen. Zwei weitere Autoladungen habe ich nach Hause transportiert und festgestellt, dass ich damit echt nicht weit komme. Das Hochbeet ist einfach riesig!

hier siehst Du das Hochbeet nach 7 Autoladungen voll Erde

Also habe ich über eine Verschenkgruppe auf Facebook angefragt und zwei voll nette Angebote von Frauen bekommen, die gerade am Übersiedeln sind. Also wieder das Auto voll geladen, insgesamt habe ich weitere drei Fuhren Erde nach Hause gebracht und damit war das Hochbeet noch immer nicht voll.

Langsam ging mir die Puste aus. Einen guten Tipp habe ich von einer Foodsharing-Kollegin bekommen, dass es in der Nähe einen Pferdehof gibt, bei dem man kompostierten Pferdemist abholen kann. Nach zwei weiteren Autoladungen war das Hochbeet noch immer nicht voll.

Jedoch war ich langsam am Ende meiner Kräfte. Das Schleppen von diesen schweren Erdekübeln ist unglaublich anstrengend. Ich habe alles verwendet, was ich habe. Alte Wäschewannen, große Blumenkübeln etc. und alles musste auf die Terrasse geschleppt werden, weil der Durchgang so schmal ist, dass man mit keinem Gefährt durch kommt.

noch immer nicht voll, langsam geht die Puste aus

Wieder hat FB geholfen, über eine Verschenkgruppe wurde Bio-Hochbeeterde verschenkt und mit dieser Autoladung war das Hochbeet endlich voll gefüllt.

Der ganze Prozess hat insgesamt über 4 Wochen gedauert. Jetzt weiß ich auch, dass der beste Zeitpunkt für das Bauen und Füllen von einem Hochbeet auf jeden Fall der Herbst ist. Weil man danach nämlich einige Monate Zeit hat, um sich vom Bau vom Hochbeet zu erholen.

Grundsätzlich sagt der Fachmann, dass Frühjahr oder Herbst die beste Zeit für den Bau vom Hochbeet ist. Ich widerspreche da ganz entschieden. Frühjahr kann man voll vergessen, weil nach dem Aufbau und dem Befüllen ist man so fix und fertig, dass man froh ist, wenn man das zuvor begehrte Ding eine Weile nicht mehr sieht.

Müll reduzieren beim Hochbeetbau

Natürlich hätte es einfachere Wege gegeben, das Hochbeet zu befüllen. Erstens hätte man sich einen Anhänger ausleihen können, um die Erde zu transportieren. Ein PKW ist dafür natürlich nur bedingt geeignet und wird echt sehr schmutzig dadurch.

Zweitens hätte man auch einfach die Menge X an in Plastik verpackten Erdesäcken aus dem Baumarkt kaufen können. Die wären vermutlich sogar geliefert worden.

Aber das kam natürlich alles nicht in Frage. Erstens bin ich eigensinnig und will alles wirklich selber machen. Und zweitens wollte ich natürlich mein Hochbeetprojekt nicht mit einem riesigen Haufen Plastikmüll starten.

Zusätzlich ist da noch der Kostenfaktor, der nicht unterschätzt werden sollte. Neben den Kosten für das Holz zum Bau vom Hochbeet kommen nicht unbeträchtliche Kosten für die enorme Menge an Erde zusammen.

Bereits seit 2013 versuche ich nichts Neues zu kaufen und alles weitgehend gebraucht zu organisieren. Das wollte ich natürlich auch bei meinem Hochbeet so fortsetzen.

Der Bausatz für das Hochbeet hat Original Euro 300,– gekostet. Das beschädigte Abverkaufspaket kam auf Euro 60,–. Für das Füllmaterial hatte ich außer Benzinverbrauch fürs Auto keine Kosten.

Einige Samen habe ich schon selbst aus verschiedenen Gemüsepflanzen abgenommen. Ich hoffe, dass ich noch einiges aus dem Fundus meiner Schwiegermutter und von einer lieben Freundin bekommen kann und daher auch bei den Samen Müll reduzieren kann.

wie geht es weiter?

Inzwischen sind einige Wochen vergangen und ich habe mich erholt und ausgesöhnt. Einige Selbstversorgerblogs wurden inzwischen abonniert und ich sauge alle Informationen auf, die ich bekommen kann. Das erste Hochbeet-Buch habe ich bereits verschlungen und das zweite liegt schon bereit.

Ich habe nun begonnen, einen ersten Anbauplan zu machen. Da ich ja ein richtiger Laie bin, muss ich erst einmal genau schauen, was ich im ersten Jahr überhaupt anbauen kann. Das ist gar nicht so einfach. Da wird mit Begriffen wie Starkzehrer und Schwachzehrer um sich geworfen und für mich ist das alles ganz neu. Zumindest weiß ich inzwischen, dass es im ersten Jahr vermutlich nichts mit Salat wird, weil der sonst durch Überdüngung zu viel Nitrat enthalten würde. Salat werde ich daher in einem Kasten anbauen.

Auf jeden Fall möchte ich selbst die Pflanzen aus den Samen ziehen und darauf freue ich mich auch schon sehr. Das heißt es wird auch bald einmal los gehen. In ca. 3 Monaten beginnt die Gartensaison, weil ab Februar kann man schon die ersten Samen aussähen.

Herr Widerstand wird noch eine Frühbeetüberdachung bauen, damit wir im April mit dem Aussetzen beginnen können. Zusätzlich möchte ich dieses Jahr noch mehr Gemüse in Kübeln ziehen als bisher. Ich freue mich schon riesig darauf!

Wie es mit meinem kleinen Projekt zur (teilweisen) Selbstversorgung mit Gemüse weiter geht, werde ich ganz sicher immer wieder berichten.



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Loslassen, was nicht mehr zu mir passt #2

Heute möchte ich darüber erzählen, mit welchen Methoden ich entrümpelt habe. Wenn ich von meinem Entrümpelungsprojekt erzähle, dann kommt immer wieder einmal die Rückmeldung: „Ich würde ja selbst so gerne Ausmisten, aber ich habe zu wenig Zeit und deshalb klappt das nicht.“ Auch in einigen Kommentaren ist ähnliches angeklungen.

Selbst habe ich nach 3 unterschiedlichen Ansätzen ausgemistet und die verschiedenen Methoden miteinander kombiniert. Jede dieser Varianten hat Vor- und Nachteile, von denen ich ebenfalls erzählen werde.

Ich bin sehr froh, dass ich Anfang des Jahres „klein“ angefangen habe und schon viele Erfahrungen sammeln konnte. Je nach Zeitbudget, das zur Verfügung stand, habe ich die eine oder andere Methode angewendet.

Entrümpeln im Alltag – für alle, die wenig bis gar keine Zeit haben

Am einfachsten und mit dem wenigsten Aufwand verbunden ist das Entrümpeln im Alltag. Immer, wenn man etwas in die Hand nimmt fragt man sich, ob man das Ding noch weiter verwenden will.

Diese Methode ist besonders gut geeignet für den Kleiderschrank. Alles, was man immer wieder auf die Seite schiebt, weil man es doch nicht anziehen mag, kommt weg.

Am besten hat man eine Klappbox oder eine große Tasche irgendwo herum stehen und gibt alles, was man nicht mehr haben will, in die Tasche bzw. Box rein. Mindestens 1 x pro Woche bringt man alles in einen Kostnixladen oder zu einer Verschenkbox.

Klappbox oder große Tasche sind super geeignet um alles zu sammeln, was weg soll

Diese Methode ist keine Crashdiät sondern wird durch die lange Dauer zu einem nachhaltigen Konzept, das mit der Zeit verinnerlicht wird. Es gibt kaum Rückfälle, da man ständig am Überprüfen ist.

Man lernt sich selbst mit der Zeit gut kennen und gewinnt Sicherheit für schwere Entscheidungen.

Voraussetzung für das Gelingen ist allerdings, dass man parallel dazu eine Konsumauszeit macht bzw. Konsumruhe einhält. Sonst wird man vermutlich nie fertig mit dem Entrümpeln.

Diese Methode ist besonders gut dazu geeignet, um nach dem großen Entrümpeln den Status zu erhalten.

Vorteile

* Braucht ganz wenig Zeit, es geht wirklich nebenbei
* Besonders gut geeignet für den Kleiderschrank
* Lerneffekt
* nachhaltiges Umdenken wird gefördert
* kein Jojo-Effekt
* hilft den Status zu erhalten nach dem großen Entrümpeln

Nachteile

* Einer der größten Nachteile ist – neben der Dauer – dass man blinde Flecken leicht auslassen kann. Wo ich nicht hin komme, da wird auch nicht ausgemistet. Und wenn ich immer nur die zwei obersten Shirts verwende, dann wird für die unteren keine Entscheidung getroffen.
* es dauert lange bis man einen Erfolg sieht
* man hat das Gefühl, dass man nie zu einem Ende kommen wird
* ohne Konsumauszeit funktioniert es nicht
* es wird keine neue Ordnung geschaffen

Grundsätzlich halt ich jedoch unglaublich viel von dieser Methode und wende sie schon seit über einem Jahr sehr erfolgreich an. Kein „irgendwann sollte ich das Teil ausmisten“ sondern „weg damit!“. Aber wenn man große „Baustellen“ hat, dann ist es natürlich zu wenig.

Entrümpeln nach „Raumeinheiten“ – für alle, die ein geringes bzw. variables Zeitbudget haben

Schon deutlich schneller geht es, wenn man sich immer wieder einmal ganze „Raumeinheiten“ vornimmt. Jetzt fällt mir kein besseres Wort ein, das beschreibt, was ich meine. Je nach Zeitbudget kann so eine „Raumeinheit“ beispielsweise ein Regalfach oder eine Schublade sein, wenn man mehr Zeit hat auch ein ganzes Regal oder ein Kastenteil.

Es ist fast jeden Tag möglich 15 Minuten am Stück aufzubringen und damit kann man schon gut eine Lade oder ein Fach ausräumen, putzen und entscheiden, was wieder zurück darf.

So wie sich Unordnung ausbreitet, kann sich nun endlich die Ordnung ausbreiten. Man hat schnell Erfolgserlebnisse und es geht auch ordentlich was weiter.

Vorteile

* die Größe der Raumeinheit wird nach der Größe des Zeitbudgets gewählt
* Erfolge werden schnell sichtbar
* nachhaltiges Umdenken wird gefördert
* Ordnung zieht Ordnung an

Nachteile

* Einer der größten Nachteile ist, dass man immer nur kleine Raumeinheiten betrachtet und nicht das große Ganze. Alles, was in dem Fach ist, das bleibt auch dort. Man kann mit dieser Methode zwar entrümpeln, aber wenn davor nicht schon ein gewisses Maß an Ordnung herrscht, wird damit keine Ordnung geschaffen.
* Es dauert trotzdem sehr lange, bis man ans Ende kommt. Wenn man nicht sehr konsequent ist, dann kann es passieren, dass man am Ende wieder von vorne anfangen muss, weil sich die Unordnung wieder ausbreitet.

aussortierte Bücher, die verschenkt wurden

Exkurs: Die 3 bzw. 4 Kistenmethode (adaptiert von Maria Widerstand)

Diese Variante kann man durch die von mir adaptierte 3 bzw. 4 Kisten-Methode erweitern. Alles, was man behalten möchte kommt in das Fach bzw. die Schublade etc. zurück.

In die erste Kiste kommt das hinein, was man behalten möchte, aber an einen anderen Ort gehört. Auch Dinge, die repariert werden müssen für eine weitere Verwendung, kommen in diese Kiste.

Die zweite Kiste wird mit dem befüllt, was man verschenken oder verkaufen möchte.

Es ist nicht empfehlenswert diese beiden Kisten noch weiter zu detaillieren! Denn das würde im Augenblick zu viele zusätzliche Entscheidungen erfordern, die das Gehirn von den eigentlichen, wichtigen Entscheidungen ablenken. Lieber schaut man sich in einer ruhigen Minute die jeweilige Kiste an und entscheidet für diese Dinge, was damit geschehen soll.

Der ganze Müll kommt in die dritte Kiste.

Die Methode kann um eine vierte, die „Vielleicht“-Kiste erweitert werden. Das ist aber bei ernsthaften Entrümpelungsversuchen nicht wirklich empfehlenswert, weil es dazu verleitet, Entscheidungen aufzuschieben. Ich habe sie komplett weg gelassen, weil ich alles auf einmal abschließen wollte.

Statt dessen habe ich jene Dinge, bei denen ich mir im Augenblick unsicher war, nach hinten gestellt. Wenn alle „Fixstarter“ eingeräumt sind, fällt die Entscheidung viel leichter. Entweder man sieht, dass man bereits genug hat bzw. ein oder genügend gleichartige Dinge vorhanden sind oder man erkennt, dass die Raumeinheit, so wie sie jetzt befüllt ist, keine weiteren Dinge mehr aufnehmen kann oder soll.

Selten einmal habe ich einen Fixstarter mit einem Vielleicht ausgetauscht, weil sich letztendlich gezeigt hat, dass es anders doch besser ist. Deshalb finde ich die „Vielleicht-Kiste“ eher kontraproduktiv. Es ist nicht nur effektiver, schnell zu entscheiden sondern führt meist zu einem deutlich besseren Gesamtergebnis.

Entrümpeln nach System – für alle, die viel Energie und Zeit haben

Entrümpeln in großem Stil. Das wichtigste ist, sich zuerst einen groben Plan zu machen, was man alles erreichen möchte. Ich habe das mit Hilfe einer Excel-Tabelle gemacht. Zuerst habe ich alle Räume aufgeschrieben und grob welche Schwerpunkte ich in dem Raum setzen möchte.

Ergänzt wurde die Liste durch Hilfsmittel, die nötig sind (Ordnungshelfer, Körbe, Hilfe durch liebe Menschen). Immer wenn etwas erledigt war, habe ich das Feld grün hinterlegt und dadurch sichtbar gemacht, was ich schon geschafft habe.

Durch den Gesamtplan wurde schnell sichtbar, wo die Problemzonen sind und welche Dinge eigentlich in andere Räume gehören. Das habe ich ebenfalls in der Liste fest gehalten.

Ausschnitt aus meiner Entrümpelungsliste

Gearbeitet habe ich immer mit der 3-Kisten-Methode (siehe oben). Hilfreich waren meine verwendeten Klappboxen nicht nur für Dinge, die ich aussortiert habe, sondern auch für all das, was einen neuen Platz bekommen sollte.

Nach dem Ausräumen haben diese Dinge einen vorübergehenden Platz in „mobilen Schubladen“ bekommen. Klappboxen lassen sich sehr gut stapeln und man kann daraus provisorische mobile Kommoden bauen. Das hilft die Unordnung, die durch das Verlagern von Dingen entsteht, im Rahmen zu halten. Eine erweiterte Version der 3-Kisten-Methode á la Maria Widerstand. Ich sollte mir das patentieren lassen.

links: 3 Kisten zum Entrümpeln rechts: mobile Klappboxkommode

Für diese Entrümpelungsvariante haben mir die Anregungen von Marie Kondo sehr geholfen. Jedes Ding soll seinen Platz haben. Der sollte aber natürlich auch sinnvoll gewählt werden, sonst klappt es nicht mit der Ordnung. Dadurch wurde mir das erste Mal bewusst, wie wichtig es ist, dass die Dinge „ihren“ Platz an dem Ort, wo sie auch verwendet werden, bekommen. Alles andere führt nämlich mit Garantie dazu, dass wieder Unordnung entsteht.

Vorteile

* Systematisches Vorgehen nach Plan
* über jedes Ding wird entschieden
* gleichartige Dinge bekommen einen gemeinsamen Platz
* Dinge bekommen ihren Platz dort, wo sie auch verwendet werden
* relativ kurze Zeitspanne für das Gesamtprojekt

Nachteile

* großer Zeitaufwand
* nicht jeder kann so viel Zeit auf einmal aufbringen
* großer Kraftaufwand auf einmal
* Zwischendurch herrscht (große) Unordnung
* das Verschenken von großen Mengen ist manchmal aufwändig
* „Crash-Diät“ mit Rückfallgefahr

Fotos helfen beim Verschenken von sperrigen Sachen

Anmerkung: Es müssen natürlich keine Klappboxen sein, man kann jeden beliebigen stabilen Karton vom Supermarkt verwenden. Grundsätzlich würden sich natürlich auch Bananenschachteln anbieten, aber da die Bananen meist stark mit Spritzmitteln behandelt wurden, kann ich das nicht empfehlen.

Selbst habe ich für das Entrümpeln natürlich keine Klappboxen gekauft, denn ich besitze sie schon seit über 20 Jahren. Zuerst waren sie im Kinderzimmer für das Spielzeug in Verwendung. Danach haben sie sich nicht nur zum Entrümpeln sondern auch für Foodsharing und vieles mehr als hilfreich erwiesen.

Entrümpeln im Detail

Um in Schwung zu kommen und das ganze Ausmaß des Dramas wirklich zu sehen, habe ich immer alles aus dem Fach/der Schublade etc. heraus geräumt. Eine Raumeinheit, egal ob die zweite oder die dritte Methode gerade angewendet wurde.

Am besten legt man alles einfach auf den Boden oder einen Tisch. Ich bevorzuge den Boden, denn der Tisch ist sowieso meist zu klein. Schon während des Ausräumens kann man gleichartige Dinge zusammen legen und bekommt eine bessere Übersicht.

Dadurch sieht man wirklich alles auf einen Haufen und bekommt erst einmal einen richtigen Schock. Sooo viel! Echt jetzt? Wie kann das sein, dass in diese winzige Schublade so viel Zeug hinein passt?

Wenn man das verdaut hat – ein kleiner Spaziergang oder ein Glas Wasser kann helfen – wird zuerst geputzt. Bis das Fach/Regal bzw. die gerade ausgeräumte Raumeinheit schön glänzt und sauber ist.

Dann kommt der Hauptteil: Jedes Stück, das am Boden herum liegt, wird einzeln in die Hand genommen und darüber entschieden, was damit passiert. Die oben beschriebene 3 Kisten-Methode ist auf jeden Fall hilfreich.

Mit dem inzwischen leicht feuchten Putztuch wische ich beim Einräumen von dem, was bleiben darf, kurz drüber (oder auch länger, je nach Bedarf) und räume alles wieder schön ein.

Gleichzeitig wird alles andere zügig auf die Kisten „anderer Ort“, „verschenken – verkaufen“ und „Müll“ aufgeteilt.

Wichtig ist, den Müll anschließend sofort zu entsorgen. Auch die Kiste „verschenken – verkaufen“ sollte nicht zu lange im Haus bleiben. Das ist mit ein Grund, warum ich lieber verschenke. Dadurch habe ich in der Situation, wo ich meine Energie für das Entrümpeln benötige, keine zusätzlichen Belastungen und die Dinge immer schnell außer Haus.

Über das Thema möchte ich bei Gelegenheit extra noch einmal schreiben.

Der wichtigste Punkt jedoch ist, sich anschließend ausgiebig über das zu freuen, was man gerade erreicht hat. Den Anblick zu genießen, wo alles schön sauber und ordentlich und vor allem luftig und nicht nicht mehr überfüllt ist.

Am besten wiederholt man das in den nächsten Stunden und Tagen immer wieder, um motiviert zu bleiben. Und zeigt alles dem Partner, den Kindern, den Freundinnen/Freunden voller Stolz und lässt sich ordentlich dafür loben. Auch das motiviert ungemein zum Weitermachen.

Fazit

Ich habe letztendlich alle drei Methoden miteinander kombiniert. Je nachdem, wie viel Zeit ich zur Verfügung hatte, kam die eine oder andere Variante zum Einsatz. „Basiszustand“ war immer die einfache Methode der Integration in den Alltag. Das führe ich auch jetzt noch weiter fort.

Ohne sich das Gesamtbild anzusehen und ganz ohne Plan würde ich nicht empfehlen vorzugehen. Für mich war entscheidend, dass ich gleichartige Dinge an einem Ort aufbewahre und den richtigen Ort wähle, an dem die Dinge auch genutzt werden.

Das ist aufwändig, aber notwendig. Nur so kann man einen Überblick bekommen, wie viel man wirklich besitzt. Ich habe beispielsweise 5 Maßbänder bei meinen Näh- bzw. Stricksachen gefunden. Das kam, weil immer wieder einmal eines mit einem unfertigen Projekt verschwunden ist.

Die 3 Kisten-Methode habe ich als sehr hilfreich empfunden und wende sie auch schon seit vielen Jahren erfolgreich an. Meiner Meinung nach klappt Entrümpeln in größerem Stil gar nicht anders.

PS: An der Sache mit der Länge meiner Beiträge muss ich noch arbeiten. Manchmal sprudeln meine Gedanken einfach nur so raus und lassen sich nur schwer stoppen.

Fortsetzung folgt…

Wie bereits angekündigt möchte ich demnächst erzählen, was das Entrümpeln mit mir gemacht hat, was sich für mich verändert hat. Und ob ich schon etwas vermisse, was ich verschenkt habe.


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selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Gemüsesuppe einkochen

Winter ist Suppenzeit. Wenn es draußen kalt ist, wärmt Suppe von innen wieder auf. Ich liebe Gemüsecremesuppe, sie schmeckt nicht nur herrlich und kann vielfältig variiert werden, sondern ist auch eine ganz wunderbare Möglichkeit, Gemüsereste zu verwerten.

Durch meine Mitarbeit bei Foodsharing, aber auch durch das Dumpstern habe ich ab und zu größere Mengen an Gemüse zu Hause, welches schnell verkocht werden muss.

Deshalb habe ich eine Möglichkeit gesucht, verschiedene Gemüsesorten in unterschiedlichen Mischungen auf einfache Weise rasch zu verarbeiten und gleichzeitig haltbar zu machen.

Daraus entstanden ist eine Gemüsesuppe, die noch heiß in Gläser abgefüllt und dadurch haltbar gemacht wird.

Gemüsesuppe aus Gemüseresten

Man braucht dazu beliebig viele Reste von Gemüse. Derzeit bietet sich gerade Kürbis an, weil ein Kürbis an sich schon so groß ist, dass eine größere Menge Suppe entsteht.

So eine Gemüsecremesuppe ist auch eine gute Möglichkeit, Gemüseteile zu verkochen, die man in der Form nicht gerne auf den Teller bringt wie z.B. Brokkolistiele. Auf dem rechten Bild kannst Du sie sehen, es sind die grünen unregelmäßigen Würfeln zwischen dem Karfiol und dem Kürbis. Viele Leute werfen Brokkolistiele einfach in den Müll und verwenden nur die Rosen. Aber die Stiele schmecken auch sehr lecker und sind bloß optisch nicht so ansprechend!

Anleitung

Das Gemüse wird geputzt und klein geschnitten und sofort in das gesalzene Wasser eingelegt (siehe Bild).

Gemüse klein geschnitten für die Suppe

Für die Haltbarkeit ist es wichtig, dass keine Kartoffeln und kein Lauch bzw. keine Zwiebeln verarbeitet werden. Kartoffeln gebe ich immer erst dann dazu, wenn ich die Suppe essfertig mache.

Die Gemüsestücke werden sodann ca. 20-25 Minuten gekocht und anschließend pürriert. Noch einmal aufkochen und ca. 5 Minuten kochen lassen.

links das Gemüse vor dem Kochen, rechts die fertige Suppe

Anschließend wird die Suppe kochend heiß in Gläser, von denen ich die Deckeln mit heißem Wasser sterilisiert habe, abgefüllt und sofort verschlossen.

Haltbarkeit

Im Kühlschrank gelagert hält die Suppe für rund 2-4 Wochen (je nach Gemüsesorte). Gerade wenn man Reste verkocht, hat man meist keine großen Mengen und die Suppe ist schnell weg gegessen. Da reicht aus meiner Erfahrung heraus das heiße Abfüllen. Achten sollte man jedoch unbedingt darauf, ob das Glas noch korrekt geschlossen ist („Vakuum“) bevor man die Suppe verwendet.

Wenn man eine längere Haltbarkeit möchte, weil die Mengen größer sind, sollte man die Gläser unbedingt zusätzlich noch einkochen, wie ich das beim Rote Rüben Salat beschrieben habe.

Dadurch erhöht sich die Haltbarkeit auf mindestens 12 Monate.

Ich rate ausdrücklich von der Verarbeitung von Fleisch und Hülsenfrüchten ab, Fleischgerichte und Gerichte mit Hülsenfrüchten sollte man nie heiß abfüllen sondern immer korrekt einkochen.

links siehst Du die Gemüsesuppe im Glas

gesundes Fast-Food

Diese Gemüsesuppe ist ein gesundes schnelles Essen. Wenn Du keine Zeit zu kochen hast, dann brauchst Du nur ein Glas zu öffnen, die Suppe zu erwärmen und anschließend ein bisschen Creme fraiche oder Sahne dazu geben. Schmeckt super lecker als Vorspeise!

Wenn wir die Suppe als Hauptspeise essen wollen, dann schäle ich ein paar Kartoffeln, schneide sie klein und koche sie in wenig Wasser mit etwas Salz. Anschließend zerdrücke ich die Kartoffelstücke grob mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer im Kochwasser. Zum Schluss gebe ich noch die Gemüsesuppe dazu, koche alles gemeinsam auf und verfeinere ebenfalls mit Creme fraiche oder Sahne und ein paar Kräutern.

Wir mögen es sehr gerne, wenn ein paar Kartoffelstückchen in der Suppe sind und man noch ein bisschen zu beißen hat. Durch die zerdrückten Kartoffeln wird die Suppe sehr cremig und nahrhaft.

Wenn man sich vegan ernährt, kann man natürlich Creme fraiche und. Sahne weg lassen bzw. statt dessen Pflanzensahne verwenden.

Selbst gemachtes Fastfood ist nicht nur billiger, gesünder und schmeckt besser, sondern hilft auch Müll und vor allem Plastikverpackungen zu vermeiden. Gerade wenn es schnell gehen soll, ist es oft schwierig seinen Prinzipien treu zu bleiben. Wenn man ein wenig vorausschauend kocht, dann ist das einfacher.

In dem Fall schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe – man hat sich gute Vorräte geschaffen und die Gemüsereste vor dem Müll bewahrt.

alternative Verwendung

Mit der Gemüsesuppe als Basis kann man beispielsweise Gemüsespätzle herstellen sowie Gemüsebrot oder Muffins backen. Sicher fallen Dir noch weitere leckere Verwendungsmöglichkeiten ein.


„Resteküche – mach was draus!“

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