Achtsam durch den Tag [Woche 46]

Als ich im Jänner 2016 mit meinem Projekt „Achtsam durch den Tag“ begonnen habe, hätte ich mir nie träumen lassen, dass es mich über so einen langen Zeitraum beschäftigen wird.

Ausgelegt als Jahresprojekt – jede Woche im Jahr eine andere Übung – dachte ich mir, dass ich Ende 2016 mit den 53 Achtsamkeitsübungen durch sein würde.

Aber weit gefehlt, ich gehe nun in das dritte Jahr. Es gab Zeiten, in denen ich nicht die Ruhe fand, mich mit den Übungen in der Tiefe zu beschäftigen, wie ich es gerne getan hätte. Wenn das so war, habe ich die Praxis ausgedehnt und über die eine Woche hinaus durchgeführt.

Manche Achtsamkeitsübungen wie z.B. die Ungeduld haben mich so sehr beschäftigt, dass ich sie ganz bewusst mehrere Wochen durchgehend ausführen wollte.

Vieles hat sich anders entwickelt als ich es erwartet hätte, die Auswirkungen der Achtsamkeitsübungen haben das, was ich mir erhofft hatte, bei weitem übertroffen.

Daher freue ich mich sehr darüber, dass ich auch für das Jahr 2018 noch einige Übungen vor mir habe und weiter experimentieren kann.

#46 achtsames Autofahren

Bei der Übung der Woche 46 geht es darum, die achtsame Aufmerksamkeit auf das Autofahren zu lenken. Es gibt viel zu beobachten: die eigenen Körperbewegungen, die Bewegungen des Wagens, Geräusche, Gewohnheitsmuster und Gedanken, die mit dem Fahren nichts zu tun haben.

Seit jeher nutze ich die Zeit des Autofahrens sehr gerne dazu um über vieles nachzudenken. Im Alltag ist immer irgend etwas zu tun, während der Fahrt kann ich nichts anderes tun als das Fahrzeug zu lenken und auf die Straße zu achten. Dazwischen bleibt jede Menge Freiraum um über das nachzudenken, was mich gerade beschäftigt.

Durch die Übung habe ich allerdings versucht, über das hinaus zu gehen und zu beobachten, wie ich den Wagen lenke und worauf ich besonders achte.

Aufgefallen ist mir beispielsweise, dass ich nicht sehr lange nach vor schaue, ohne auch die Autos hinter und neben mir zu beobachten. Durch ständige Kontrollblicke in den Rück- und die beiden Seitenspiegeln verschaffe ich mir einen sehr genauen Überblick über die gesamte Verkehrssituation.

Wichtig ist mir auch, sehr weit nach vor zu schauen um dadurch schneller auf Situationen reagieren zu können. Beispiel dafür ist eine Ampel im Stadtverkehr. Auf einer gerade Straße beobachte ich den Verkehr vor der Ampel und die Ampelphase, soweit ich das von der Ferne sehen kann.

Das hilft mir frühzeitig zu erkennen, wann ich stehen bleiben muss, weil die Ampel auf rot springt oder ein anderes Hindernis den Verkehrsfluss behindert. Dadurch verhindere ich, dass ich davon überrascht werde und wild abbremsen muss, um dem Auto vor mir nicht hinein zu fahren. Das ist wohl auch der Grund, warum ich so ungern hinter größeren Autos fahre, weil ich dadurch am vorausschauenden Fahren gehindert werde.

wo liegt Deine Aufmerksamkeit beim Autofahren?

Beobachtet habe ich auch meine Haltung beim Autofahren. Aufgefallen ist mir, dass ich gegenüber früher viel aufrechter sitze. Als ich jung war, habe ich mich beim Autofahren immer angelehnt und meinen Kopf entspannt auf die Nackenstütze gelehnt. Seit mehreren Jahren sitze ich aufrecht und der Kopf wird nicht mehr unterstützt.

Durch die Achtsamkeitsübung habe ich begonnen darüber nachzudenken, warum das wohl so ist und habe verschiedene Kopfhaltungen ausprobiert. Erkannt habe ich dadurch sehr schnell, dass es sich um keine plötzlich veränderte Gewohnheit handelt, sondern die Ursache in meiner Gleitsichtbrille zu finden ist.

Wenn ich den Kopf anlehne, dann sehe ich den Verkehr durch den Nahsichtbereich meiner Brille verschwommen. Nur wenn ich den Oberkörper und den Kopf aufrecht halte, kann ich durch den Fernsichtbereich der Brille schauen.

Ich musste über mich selbst lachen, denn ich hätte nicht erwartet, dass die Antwort so simpel ist und frage mich noch immer, warum ich die Zusammenhänge nicht früher erkannt habe.

Mittlerweile habe ich die Lehne vom Sitz deutlich aufrechter eingestellt als früher und siehe da – ich kann mich entspannt anlehnen und auch der Kopf wird durch die Nackenstütze unterstützt. Seitdem ermüdet mich das Fahren nicht mehr so sehr und ich fühle mich insgesamt entspannter.

Durch das Buch habe ich schon so viel gelernt über mich und mein Leben! So vieles hat sich deutlich verbessert, dass ich es nur immer wieder betonen kann, wie froh ich bin, diese Achtsamkeitspraxis erlernt zu haben.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2016-2018]

Diese Gedanken sind Teil von meinem Jahresprojekt.
Nähere Informationen dazu findest Du im Beitrag „Achtsam durch den Tag [Jahresprojekt]“, in welchem auch alle Links der Linkparty gesammelt werden.

Ergänzend dazu sind alle verlinkten Beiträge auf meinem Pinterest-Board „Achtsamkeit“ zu sehen.

Weiters verlinkt zu ANL von Rostrose


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Achtsam durch den Tag [Woche 32-35]
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Achtsam durch den Tag [Woche 42-43]
Achtsam durch den Tag [Woche 44]
Achtsam durch den Tag [Woche 45]

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

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Loslassen, was nicht mehr zu mir passt #6

Ein paar Tage war es sehr ruhig auf meinem Blog. Ich bin mit dem Zug ins nahe Ausland verreist, um ein paar freie Tage an einem anderen Ort zu verbringen und war offline.

Diese Zeit habe ich neben ausgiebigen Bewegungseinheiten mit viel Ruhe und lesen verbracht. Ich merke, wie gut mir das getan hat und habe viel Energie gesammelt, die nach Veränderungen ruft.

digital detox

Es geht noch immer ums Loslassen. Diesmal zieht es mich an einen Ort, der zwar im realen Leben nicht viel Platz einnimmt, aber dennoch sehr viel Raum für Unnötiges bietet.

den Computer entrümpeln

Newsletter, Infomails von verschiedenen Anwendungen, Benachrichtigungen von Facebook und anderen Netzwerken und vieles mehr müllt den Posteingang zu. Oft ist man nicht in der Lage, die wichtigen Nachrichten zwischen all den unwichtigen zu erkennen.

In den letzten Wochen hatte ich bereits angefangen einige dieser Mails abzubestellen. Seitdem meiner Auszeit bin ich radialer geworden.

Alles, was ich zuletzt weg geklickt habe, wird abbestellt. Für andere Zwangsbeglückungen, die ich nicht erhalten will und sich nicht abbestellen lassen, habe ich Ordner und dazugehörige Filter eingerichtet. Dadurch landen sie nicht im Posteingang sondern sofort in dem Ordner. Den Inhalt kann ich von Zeit zu Zeit einfach löschen.

Das Leben ist seitdem viel einfach geworden.

Ich genieße die digitale Ruhe.

Altlasten

Derzeit arbeite ich an den Altlasten. Ich werde die vielen Mails löschen, die ich nicht mehr brauche und die nicht abgelegten Dateien (Downloads!) sortieren, zuordnen bzw. löschen.

Auch die Favoritenleiste ist mit unnötigen Lesezeichensammlungen verstopft und braucht dringend Zuwendung.

Blogpause

Es wird daher auch weiterhin ruhig bleiben auf meinem Blog, denn ich habe viel zu tun. Das Entrümpeln geht weiter. Diesmal muss die Festplatte meines PCs daran glauben. Es wird wirklich Zeit Ordnung zu schaffen. Den gesäuberten Datenbestand möchte ich anschließend sichern und das Betriebssystem neu aufsetzen. Alles auf Neustart!


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Loslassen, was nicht mehr zu mir passt #4 – Weihnachtsschmuck
Loslassen, was nicht mehr zu mir passt #5 – Vertrauenn

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

Loslassen, was nicht mehr zu mir passt #5

Wenn man so viele Dinge wie ich verschenkt, dann kommt unweigerlich einmal der Zeitpunkt, wo man ein Teil, das man weg gegeben hat, doch gebraucht hätte.

Vor diesem Zeitpunkt habe ich mich gefürchtet. Ganz ehrlich. Weil ich ja so eine „Notfall-Sammlerin“ bin und mich aus dem Grund so schwer von allem trennen kann. Weil man es ja noch brauchen kann – irgendwann. Es könnten ja Notzeiten kommen.

Die waren auch bereits da, es ist ja nicht so, dass ich dazu nicht (leider) ausreichend Erfahrungen gesammelt hätte (aber das ist eine ganz andere Geschichte).

Die Befürchtung, die ich hatte war, dass ich nach diesem „Oh mein Gott, das hätte ich ja doch noch gebraucht!“ gehemmt sein würde weiter so rigoros auszumisten.

Mist, das hätte ich jetzt wirklich gut gebrauchen können

Als es tatsächlich so weit war, habe ich erst einmal einen halben Herzinfarkt bekommen, weil die Situation tatsächlich eingetreten ist. Ich wusste ganz genau, wo das Teil früher gelegen hat und wie es aussieht und was ich mir dabei gedacht hatte, als ich es aussortiert habe, um es in den Kostnixladen zu bringen.

Manchmal neige ich – gerade bei so nichtigen Situationen wie diesen – dazu mich total unangemessen aufzuregen. Hyperventilierend und hirntot stand ich also da und war zu erstarrt, um mit der Situation umzugehen.

Die ganze Zeit hat es in meinem Hirn gehämmert „Oh mein Gott, jetzt wird das mit dem Ausmisten sicher nicht mehr so gut klappen wie bisher!“. Dieser Satz hat sich in meinem Kopf wieder und wieder gedreht.

Also in Wirklichkeit war es mir scheinbar total egal, dass das Ding nicht mehr da war. Übrigens habe ich nach kurzer Zeit eine alternative Lösung gefunden. Aber das ist eigentlich bereits Nebensache.

Fakt ist, dass die Sorge, wie es mit dem Entrümpelungsprojekt weiter geht, mich noch sehr lange beschäftigt hat. Viel länger, als das Ding, um das es ging.

so viele Stifte braucht kein Mensch

Ups – I did it again

Und dann kam der Zeitpunkt, wo es wieder passiert ist. Schon wieder hätte ich etwas, das ich weg gegeben habe, gebraucht. Der Panikanfall hielt sich diesmal in Grenzen und eine Lösung für dieses Problem hat sich auch sehr schnell abgezeichnet.

Vertrauen

Langsam wurde mir klar, dass ich gerade in einem sehr massiven Lernprozess stecke.

Ich muss nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet sein! Das Leben sorgt für mich!
(Maria Widerstand)

Geschenk vom Universum

Und das ist das schönste Geschenk, das ich vom Universum bekommen habe. Dass ich wieder mehr Vertrauen habe, dass sich die Dinge fügen werden. Und dass ich zum richtigen Zeitpunkt das bekommen werde, was ich brauche. Es ist nicht nötig, dass ich alles für diesen Fall in meinem Keller oder meinem Kleiderschrank aufbewahre.


Fortsetzung folgt…

Wenn Du eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Noch einmal.


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