gelesen im April und Mai – Buchtipp #10

schlankdurchachtsamkeitSchlank durch Achtsamkeit
Durch inneres Gleichgewicht zum Idealgewicht
von Ronald Pierre Schweppe

Natürlich geht es in diesem Buch, wie der Titel schon sagt, um das Thema Abnehmen. Aber eigentlich steht das gar nicht im Vordergrund, denn in erster Linie schreibt Ronald Pierre Schweppe über schädliche Ernährungsgewohnheiten, typische Fressfallen und warum Stress zum Übergewicht beiträgt.

Das Ziel ist inneres Gleichgewicht. Idealgewicht ist nur eine „Nebenwirkung“, wenn auch eine erfreuliche.
Zitat aus dem Buch

Die Theorie dahinter ist, dass wir uns im Leben Essensgewohnheiten angeeignet haben und durch gewisse Automatismen gar nicht mehr mitbekommen, ob wir wirklich hungrig und wann wir satt sind.

Besonders problematisch ist jedoch, wenn wir essen, obwohl wir eigentlich ganz andere Bedürfnisse haben, und das Essen dazu nutzen, um diese damit zu unterdrücken.

Kein Wunder also, dass wir an Gewicht zulegen, wenn wir zum Beispiel Schokolade essen, wenn wir müde sind und eigentlich eine Pause brauchen würden.

Es ist nicht die Torte, die dick macht, es ist die Seele.
Zitat aus dem Buch

Gier, Heißhunger und Lust auf Kalorienreiches entsteht oft aus dem Gefühl des Mangels. Irgend etwas fehlt uns, wir fühlen uns dadurch leer und versuchen diese Leere mit Essen zu füllen.

Inneres Ungleichgewicht führt of zu äußerem Übergewicht. Übergewicht verstärkt dann wiederum das innere Ungleichgewicht.
Zitat aus dem Buch

Wenn wir von unseren Gefühlen abgeschnitten sind (=“unachtsam“) dann entsteht ein innerer Mangel, wir gehen über unsere Grenzen hinweg, was Stress verursacht, welcher zu einem Fressanfall führen kann, welcher wiederum ein schlechtes Gewissen auslöst und dann beginnt alles wieder von vorne.

Oft erreichen wir unsere Ziele am sichersten dadurch, dass wir uns ausschließlich auf den Weg konzentrieren und das Ziel erst einmal ganz vergessen.
Zitat aus dem Buch

Achtsamkeit ist der Schlüssel zur Freiheit

Es geht also darum, sich wieder mit sich selbst zu verbinden, die eigenen Gefühle wahrzunehmen statt sie zu unterdrücken und adäquat darauf zu reagieren.

Wenn wir müde sind und eine Pause brauchen, dann hilft nur eine Pause und kein Schokoriegel. Es geht darum, sich aus alten Mustern und Zwängen zu lösen, sich selbst neu kennen zu lernen und neue Wege auszuprobieren.

Aller Anfang ist schwer

Nicht die sofortige Veränderung der Gewohnheiten steht am Anfang, sondern Achtsamkeit zu üben und wahrzunehmen, was ist und was geschieht. Achtsamkeit bedeutet im Jetzt zu sein, nicht in der Vergangheit und nicht in der Zukunft sondern ganz bei dem zu sein, was gerade geschieht.

Wenn man gedanklich bereits angekommen ist, wenn man sich körperlich doch gerade erst auf den Weg gemacht hat und mit den Gedanken nicht bei dem ist, was gerade passiert, sondern bei dem, was sein wird, dann ist es nur allzu logisch, dass sich Körper und Seele nicht in dem selben „Raum“ bewegen.

Mit 5 Achtsamkeitsübungen zur Leichtigkeit

Das Arbeitskonzept zum achtsamen Leben sowie achtsamen Essen basiert auf 5 Säulen

* achtsames Essen
* Bodyscan
* Achtsamkeitstagebuch
* Meditation
* Achtsamkeitsexperimente für zwischendurch

Diese Übungen werden im Buch ausführlich beschrieben und sind auch die Basis für das 5-Wochenprogramm, das im Arbeitsteil vom Buch vorgestellt wird.

Der Hunger nach Leben

Wenn wir von den eigenen Gefühlen abgeschnitten sind und nicht das Leben leben, wonach wir uns sehnen, uns nicht gestatten unsere Herzenswünsche zu erfüllen, dann werden wir vom Essen auch nicht satt.

Einen Ersatz für ungelebtes Leben werden Sie selbst im größen Kühlschrank nicht finden.
Zitat aus dem Buch

Achtsamkeit

Achtsamkeit im Alltag – sich selbst lieben

Achtsam zu sein heißt nicht nur, achtsam zu essen. Mindestens genauso wichtig ist es, achtsam auf die eigenen Bedürfnisse zu reagieren. Nur wer die Signale des Körper ernst nimmt, kann gesunde Alternativen zu Freßanfällen entwickeln.

Sich selbst innerlich zu nähren, befreit aus dem Zwang des emotionalen Essens und verhindert, dass wir uns immer wieder überessen um nicht innerlich zu verhungern.

Das 5-Wochen-Programm samt Arbeitsmaterial

Abergrundet wird das Buch durch das oben bereits erwähnte 5-Wochen-Programm, in denen die 5 Säulen der Achtsamkeit geübt werden. Unterstützend gibt es im Buch Kopiervorlagen, die jedoch auch im Internet auf der Homepage als Download zur Verfügung stehen.

schlankdurchachtsamkeit Downloads

Hier geht es zur Tagebuchvorlage sowie zu den „Notizen im Hier und Jetzt“.

Ergänzend gibt es bei den Downloads vom Institut für achtsames Essen zwei MP3-Dateien mit der Anleitung zum Bodyscan sowie zur Sitzmediation.

Meine Gedanken zu dem Buch:

Es ist mir nicht leicht gefallen das Buch zu lesen, denn im Grunde war mir auch vorher schon sehr viel davon bewusst. Ich weiß schon sehr lange, woran es immer wieder scheitert und warum ich so viel Schokolade brauche(!).

Zeitweise hatte ich eine richtige Leseblockade, da ich schon recht lange weiß, wie es gehen würde und trotzdem im Alltag daran scheitere und mich trotz besserem Wissen auch weiterhin selbst vergewaltige. Indem ich weiterhin aushalte, nicht reagiere und meine Grenzen ignoriere, hat das Buch in mir ein Gefühl des Versagens ausgelöst.

Da liegt wohl noch ein hartes Stück Arbeit vor mir. Das Problem liegt offensichtlich in meiner höchst persönlichen Vergangenheit versteckt, daher konnte ich die Lösung dafür auch nicht wirklich in dem Buch finden.

Gut für sich selbst zu sorgen ist alles andere als Zeitverschwendung. Wenn man keine Möglichkeiten findet, sich anders als nur durch Essen zu ernähren, wird man früher oder später immer wieder Probleme auf der Waage haben. Es ist daher wichtig herauszufinden, was die Seele wirklich nährt.

Achtsamesich



Linktipp:

Institut für achtsames Essen


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15 Kommentare zu “gelesen im April und Mai – Buchtipp #10

  1. Ein spannendes Thema. Ich finde durch achtsames Essen lässt sich insbesondere auch eins lernen: das Genießen. Ist die „Rosinenübung“ in dem Buch beschrieben? Eine winzige Rosine gerät durchaus zu einer Geschmacksexplosion, wenn sie wirklich achtsam gegessen wird. Das ist wirklich total spannend und schön – Ich habe festgestellt, dass nicht nur „Stressfuttern“ eine Rolle spielt, sondern auch Gewohnheit. Esse ich viel Zeug mit Zucker prescht das Insulin nach oben, baut den Zucker ab. Und dann brauchts Nachschub. Ohne Süßkrams ist das ausgeglichener. Was ich noch gemerkt habe: Immer mehr Zeug wird immer süßer, gerade zu ekelhaft süß. Wenn ich dann schaue, was stelle ich mir vorher vor (hmm, lecker Schokolade…) und achtsam gegessen mal schauen, wie sie wirklich schmeckt, dann gibts da z.T. deutliche Unterschiede. Meine Vorstellung von dem, was mich erwartet ist größer und schöner, als die Realität. – Ich wünsche dir auf jeden Fall eine gute Entdeckungsreise.

    • Hallo Gabi!

      Ja, die Rosinenübung ist auch beschrieben. Ich habe das voriges Jahr mit einer Banane und einmal auch schon mit einer Semmel gemacht.

      Zucker ist ein Kapitel für sich. Ein schweres vor allem. Ich versuche ihn mittlerweile zu vermeiden, wo es möglich ist, weil es mir ohne viel besser geht. Stichwort Blutzuckerschwankungen.

      lg
      Maria

  2. Das klingt jetzt alles ganz schwierig, ist es sicher auch … die große Aufgabe des Lebens. Aber das schon mal zu erkennen, ist der erste Schritt weg von einem gedankenlosen Leben. Es ist sicher schwer, zu Erkenntnissen zu kommen und sie zu akzeptieren, aber ich könnte mir vorstellen, dass einen das reicher macht.
    Liebe Grüße, Ingrid

    • Hallo Ingrid!

      Grundsätzlich ist es gar nicht schwer achtsam zu sein. Es ist nur schwer, es in den Alltag mit all den Anforderungen, die täglich auf uns herein stürmen, auch zu integrieren.

      Das ist für mich die große Herausforderung. In der Stille bin ich bereits Meister 😉

      lg
      Maria

  3. Liebe Frau Widerstand,
    ich halte mit Herrn Schweppe zusammen Seminare zum Thema achtsames essen. Ihre persönlichen Bemerkungen am Ende dieser Rezension zu Ihrer „Leseblockade“ haben mich sehr berührt. Deshalb wollte ich gerne einige Gedanken dazu mit Ihnen und Ihren Lesern teilen:

    Die Beschäftigung mit Essen, als Ersatz für die Beschäftigung mit unseren echten Bedürfnissen ist nicht falsch oder dumm. Es ist im Gegenteil ein wichtiger Schutzmechanismus. Wir haben diese Strategie entwickelt, um uns vor seelischen Verletzungen zu schützen und unser „Funktionieren“ im Alltag zu gewährleisten. Die dabei entstehenden Fettposter bilden eine konkrete physische Schutzbarriere.

    Wenn Sie sich schwer tun, diesen Schutz loszulassen, ist das kein (!) Zeichen von Versagen. Es ist ein Hinweis darauf, dass sie ihn im Moment noch brauchen. Es braucht seine Zeit, Kränkungen und Traumata aus der Kindheit aufzuarbeiten, und sich neue, direktere Bewältigungsstrategien zu erarbeiten.

    Achtsam sein heißt, liebevoll und geduldig mit sich zu sein. Auch – und gerade dann – wenn man den Eindruck hat, zu versagen.

    Herzlichst,
    Ihre Julia Bollwein

    • Liebe Frau Dr. Bollwein!

      Zuerst einmal vielen herzlichen Dank für Ihre ausführliches Kommentar, welches mich sehr berührt hat.

      Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, vielleicht würde es hier auch den Rahmen sprengen. Nur so viel – vielen herzlichen Dank, sehr gut auf den Punkt – mehrere Punkte – gebracht.

      Liebevoll und geduldig mit mir selbst sein, da liegt ein weiter Weg vor mir.

      herzliche Grüße retour
      Maria

  4. Pingback: Achtsamkeit in den Alltag bringen | widerstandistzweckmaessig

  5. Hallo Maria!

    „Es ist wichtig, herauszufinden, was die Seele nährt.“ – Das hast du schön gesagt! 🙂

    Ich achte schon eine Weile darauf, wann ich eigentlich warum Süßes möchte. Meist steckt ein ganz andere Grundbedürfnis dahinter, das gerade nicht gestillt wird.

    Außerdem versuche ich schon länger, wirklich bis zum letzten Bissen meines Essens in Ruhe zu kauen und hinterzuschlucken, bevor ich aufstehe. Das gelingt mir mal mehr mal weniger. Da möchte ich auch echt dranbleiben, weil es für mich unmittelbar mit Achtsamkeit beim Essen zu tun hat.

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • Hallo Philipp!

      Danke schön!

      Ja, leider ist das viel zu häufig auch bei mir so, dass ich mit „Hunger“ auf andere ungestillte Bedürfnisse reagieren.

      Und das mit dem letzten Bissen ist bei mir komisch. Ich schiebe den letzten Bissen rein und stehe schon auf und fange wieder zu arbeiten an (alles in die Küche räumen). Das versuche ich mir gerade abzugewöhnen. Ist gar nicht so einfach.

      lg
      Maria

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