Müll reduzieren im Haushalt Teil 7.

Vor gut einem Jahr habe ich auf meinem Postkasten den Aufkleber „bitte kein unadressiertes Werbematerial“ angebracht.

Seither ist das ganze ungeliebte und unnütze Werbematerial in meinem Haushalt verschwunden und es fällt bei mir deutlich weniger Altpapier an.

ein guter Schutz vor der Werbeflut

ein guter Schutz vor der Werbeflut

Ich wohne in einer Siedlung von 10 Häusern, die sich die Mülltonnen gemeinsam teilen. Die 2 großen Altpapiercontainer sind immer sehr voll. Deshalb habe ich mir gedacht, ich schaue einmal, wer von den Mitbewohnern auch so ein Schild an seinem Postkasten angebracht hat.

Mein Schild ist ein Einzelfall

Zu meiner großen Überraschung war mein Postkasten beinahe der einzige, der so ein Schild kleben hatte. Nur eine Familie, die das Haus nicht mehr regelmäßig bewohnt, hatte ebenfalls ein Schild.

Die anderen 8 Parteien bekommen also jede Woche mehrmals eine große Menge Werbewurfsendungen frei Haus zugestellt. Dabei hätte ich angenommen, dass das anders ist, da mindestens 3 Parteien sehr umweltbewusst leben.

Informationsmaterial samt Aufkleber

Informationsmaterial samt Aufkleber

Ich starte ein Experiment

Bereits vor langer Zeit habe ich mehrere Aufkleber „bitte kein unadressiertes Werbematerial“ samt Informationsmaterial bestellt, um diese an interessierte Menschen weiterzugeben.

Anfang dieser Woche habe ich kurzerhand in jeden Postkasten eine Informationsbroschüre eingeworfen.

Meine Wunschvorstellung wäre, dass jeder Postkasten in der Siedlung einen Aufkleber hat, sodass der Austräger gar nicht mehr vorbei kommen muss. Wäre das nicht schön?

Vielleicht könnten wir dann sogar von 2 auf 1 Altpapiertonne reduzieren?

Experiment geglückt

Meine Idee und das Informationsmaterial sind gut angekommen, bereits eine halbe Stunde später sind die ersten Aufkleber an den Postkästen geklebt.

Die Rückmeldungen waren durchwegs sehr positiv. Es hat sich herausgestellt, dass das Werbematerial sehr vielen auf die Nerven geht und zumeist ungelesen im Altpapier gelandet ist. Nun sind bereits 6 von 10 Postkästen mit diesem Schild verziert. Ein großer Erfolg finde ich!

so einfach geht das!

so einfach geht das!

Die Bequemlichkeit ist der Feind des Guten

Da die Informationsbroschüren samt Aufkleber von mir frei Haus geliefert wurden, konnte diese Bequemlichkeitsschwelle direkt überwunden werden.

Scheinbar ist nicht die Entscheidung dagegen sondern das Organisieren des Aufklebers die größte Hürde.

Ich freue mich sehr, dass so viele meiner stillen Einladung zur Müllreduktion gefolgt sind!

Nachahmer gesucht

Da mein Experiment so erfolgreich verlaufen ist suche ich nun Nachahmer. Es wäre schön, wenn ganz viele diesem Beispiel folgen und an andere Menschen Aufkleber gegen die Werbeflut verteilen würden.

Sie müssen ja nicht in fremde Postkästen geworfen werden, man kann einfach mit Freunden und Bekannten darüber reden und auf Wunsch einen Aufkleber verschenken. Das habe ich inzwischen auch gemacht und so kleben mit recht wenig Aufwand schon eine ganze Menge neue Aufkleber auf den Postkästen.

Mein Traum von einer werbewurfsendungsfreien Welt

Wenn immer mehr die Werbewurfsendungen ablehnen, werden vielleicht irgendwann keine mehr gedruckt und der Altpapierberg wird immer kleiner. Wäre das nicht eine schöne Vorstellung?

Ich darf ja wohl träumen – träumst Du mit?

So sieht der Aufkleber in Deutschland aus

So sieht der Aufkleber in Deutschland aus

Linktipp:

Umweltberatung – Werbung einfach abbestellen

Die Aufkleber können hier gegen Ersatz der Versandkosten bestellt werden. Alternativ kann die Bilddatei herunter geladen und selbst ausgedruckt werden.


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Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

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42 Kommentare zu “Müll reduzieren im Haushalt Teil 7.

  1. Wir haben auch schon lange so einen Aufkleber auf unserem Postkasten. Wir wohnen in einem sechs Parteien Haus und sind die Einzigen mit einem solchen Aufkleber. Manchmal landet trotzdem noch Werbematerial bei uns im Briefkasten. Was ich mich auch immer Frage diese Restaurant oder Lieferservice Flyer mit Speisekarte drauf gehören die nicht dazu? Die landen bei uns nämlich wöchentlich im Briefkasten…. Vielleicht sollte ich den Aufkleber nochmal vergrößern. 😀

    • Hallo Jasmin!

      Ja, ich habe schon davon gelesen dass die vom Lieferservice oft die Hartnäckigsten sind.

      Vielleicht kommst Du ja einmal ins Gespräch mit den anderen zum Thema Werbematerial und es werden mit der Zeit doch mehr, die so einen Aufkleber drauf haben?

      lg
      Maria

  2. Die Idee ist nicht grundsätzlich schlecht. Das Problem bei der Sache ist, dass die Werbeflut dann zwar nicht in den jeweiligen Briefkästen landet, aber trotzdem gedruckt wird. Was nicht in Briefkästen wegkommt, landet dann quasi gleich ungenutzt im Altpapier. Weiß zwar nicht, wie das bei den o.g. Handzetteln ist, aber bei Werbezeitungen konnte ich das schon beobachten.

    • Hallo!

      Ich habe schon auf so ein Kommentar gewartet, denn ich habe mich schlau gemacht.

      Die Werbezettelzusteller melden an die Auftraggeber zurück, wie viele Prospekte übrig bleiben und wie viele neue „Aufkleber“ es gibt.

      Langfristig werden also schon weniger Werbezettel gedruckt werden 🙂

      Das habe ich aus verlässlicher Quelle von einem Menschen, der solche Werbezettel austrägt.

      lg
      Maria

      • Zugegeben, da bin ich skeptisch. Bis jetzt ist mir hier noch keine Veränderung aufgefallen, obwohl sich die Keine Werbung-Aufkleber gerade aufgrund der Werbefluten schon drastisch erhöht hat. Wäre schön, wenn du Recht haben würdest.

        Grüße von der Rabin

      • Hallo!

        Ich kann Deine Skepsis gut verstehen, glaube aber, dass die Firmen langfristig reagieren. Der einfache Grund – Geld. Je mehr sie drucken, desto mehr kostet es. Deshalb glaube ich, dass sie das sehr wohl anpassen, weil sie davon einen Vorteil haben.

        lg
        Maria

      • Genau das wäre auch meine Vermutung gewesen – und zugleich meine Hoffnung, dass durch immer mehr Werbungsverweigerer die Zahl der gedruckten Prospekte/Karten/Anzeigenblätter tatsächlich abnehmen wird.
        Super, liebe Maria, dass du die Aufkleber in deiner Nachbarschaft verteilt hast! Und super, dass sie nun an den Briefkästen kleben!
        Liebe Grüße
        Christiane

  3. Kleiner Nachsatz. Ich kann nur das Verhalten der großen Werbezeitungsverlage beurteilen, die ein paar Pseudonachrichten drucken und dass dann als *Verbraucherinfo* verkaufen. Möglich, dass es bei Werbezettel-Verteilungen umweltbewusster abläuft.

  4. Das ist ja eine tolle Sache. Ich glaube, dass du damit ganz viel erreicht hast, wahrscheinlich mehr als nur das Aufkleben des Schildchens, sondern ein Gedankenanstoß, der sich möglicherweise weiter auswirken wird.
    Ein weiterer Schritt ist: ‚Annahme verweigert‘ (aber das schrieb ich schon mal). Wir kriegen kaum noch adressierte Werbepost. Manchmal hilft da auch ein Anruf.
    LG, Ingrid

      • DAS ist mal eine wirklich gute Idee. Über personalisierte Werbenagebote hab ich mich schon ggl. mal geärgert. Perfekter Tip, ich danke. 🙂

      • Viel Arbeit ist das nicht. Ich schreib’s drauf und beim nächsten Mal, wenn wir an einem Briefkasten vorbeikommen, wird es eingeworfen. Der Absender muss dann Strafporto bezahlen 😉 so viel ich weiß.

  5. Bei uns haben fast alle Nachbarn die Schilder am Briefkasten – gut, oder? (Leider haben wir einen Nachbar, der im Treppenhaus raucht – hast du dafür vielleicht einen Tipp? Ich überlege noch zwischen persönlich ansprechen, worauf ich ehrlich gestanden keine Lust habe oder einen Zettel aufhängen, was ich blöd finde, da persönliche Ansprache eigentlich besser…)
    Ja, aber zum Thema: Lieferservice ignorieren diesen Zettel leider konsequent, ebenso wie ein Verein der regelmäßig Kleidung abholen möchte – und der definitiv nicht koscher wirkt. Aber ansonsten haben wir auch keine Werbung im Briefkasten.
    Liebe Grüße
    Nanne

    P.S. Dein Engagement ist einfach super!!!

    • Guten Abend,

      bei mir ist das leider leider sehr ähnlich. Ich stehe auf der Robinsonliste (https://www.robinsonliste.de), und habe an meinem Briefkasten (wie auch alle anderen Parteien im Haus) einen Werbung-verboten-Aufkleber.

      Es ist super frustrierend, dass beinahe jeden Tag trotzdem ein Zettel drin ist. Manchmal hängen die Lieferdienste sie sogar direkt vor die Tür. Das frustrierenste daran: Ich kann mich ja nicht mal wirklich wehren – außer ich gehe dazu über, jeden einzelnen Lieferdienst, jedes Taxiunternehmen, jede Umzugsfirma anzurufen und mich zu beschweren..

      Trotzdem schön zu lesen, dass es bei Euch so gut funktioniert! 🙂

      Liebe Grüße
      Lisa

      • Hallo Lisa!

        Das ist aber wirklich sehr ärgerlich, wenn sich offensichtlich so viele nicht daran halten.

        Ich hatte auch einige Zeit das Problem, dass die Werbesendungen einfach auf die Stiege gelegt wurden („ich habe den Aufkleber ja gar nicht gesehen“)

        Zum Glück ist das inzwischen wieder vorbei.

        lg
        Maria

  6. Danke für den coolen link. Ich hab einen handgeschriebenen Aufkleber, weil ich keine Ahnung hatte, wo ich so was Schickes herkriege. (Funktioniert aber auch.)
    LG von der Chaoskämpferin

  7. Die Idee ist cool. Ich hab das allerdings schon längst aufgegeben. Im Haus hat niemand mitgemacht. Und ich weiß es vom Zeitungen austragen mit meiner Tochter, dass es gar keinen Unterschied macht. Man wirft 50 cm hohen Stapel am Ende der Runde dann halt ins Altpapier ungelesen. Pizzablättchen krieg ich auch weiterhin trotz meinem (hässlichen) Aufkleber.

    Liebe Grüße – Tanja

  8. Sehr geniale Aktion, liebe Maria! Da haben sich Experimentierfreude, Tatendrang und Umweltbewusstsein zu einer schönen Aktion verschworen! Ich muss überlegen, ob ich mich traue, meine Nachbarn auch mal damit zu versorgen. Ich weiß nämlich bei mir selber hat es uach ein bissl gedauert, bis ich einen Aufkleber besorgt hatte (einen ganz chicen – so eine kleine gravierte Metallplatte).
    LG Zora

    • Hallo Zora!

      Danke schön, ja ich mag solche Aktionen und wenn es dann noch was bringt gleich umso mehr.

      Wenn ich ehrlich bin – ich war auch selber bequem, habe mich lange geärgert und mir gedacht, das will ich ändern. Erst als ich bei einer Veranstaltung die Aufkleber herumliegen sah, habe ich gehandelt.

      Nachdem ich sicher keine Ausnahme bin mit meiner Bequemlichkeit war es ein logischer Schritt.

      lg
      Maria

  9. Auf die Idee muss eine erst kommen, den Nachbarn einfach die Aufkleber frei Haus zu liefern! 🙂 Wahrscheinlich war das für mich so abwegig, weil ich ja dann selber „Werbung“ verteilen würde! *gg* Aber auf nen Versuch käms ja wirklich mal an.

    Wir sparen uns seitdem so dermaßen viel Papiermüll, seit wir den Aufkleber dran haben. Bei uns gibts jede Woche einen ganzen Packen Werbezettelchen. Ich hab den mal gewogen (vor paar Jahren), da war das über ein halbes Kilo. Und das jede Woche! Schon alleine dadurch sparen wir uns Unmengen an Müll.

    Und ich mach mir auch die Arbeit, bei adressierter Werbung die Verursacher anzuschreiben und zu bitten, dies doch bitte zu unterlassen. Immer schön höflich und mit Hinweis auf unsere Umwelt.

    Und natürlich sind wir auf der Robinsonliste.

  10. Hallo Maria – ich finde das eine sehr tolle Aktion von Dir! Ich habe bei mir den Aufkleber selbst „gebastelt“ und bekomme seit dem auch keine kostenlosen Zeitungen mehr.

  11. Hallo Maria! Super Initiative! 🙂 Bei manchen liegt es wirklich an so einer Kleinigkeit, wie dem Beschaffen oder Herstellen eines Aufklebers.
    Lg

  12. Der Aufkleber ist prima – aber bei uns ist es weniger die „allgemeine“ Werbung als die Werbeprospekte, die in Zeitungen eingelegt sind, z.B. der Tageszeitung, dem Wochenblättchen, usw… Will man die Zeitung lesen, kommt man um die Prospekte wohl kaum herum – oder gibt es da eine Möglichkeit…? LG Birthe

    • Hallo Birthe!

      Ich habe schon seit vielen Jahren die Tageszeitung abbestellt. Alle Informationen, die ich brauche, bekomme ich im Internet.

      Wenn ich für etwas eine Zeitung brauche kann ich mir jederzeit eine aus dem Altpapiercontainer holen.

      lg
      Maria

  13. Ja, das Internet ersetzt mehr und mehr das Papier, aber auf die regionale Tageszeitung zu verzichten würde mir im Moment schon schwerfallen. Das Papier nutze ich dann oft für Biomüll usw… Das Wochenblättchen wiederum enthält wichtige Informationen – und Prospekte… Besonders schlimm finde ich die Prospekt-Päckchen am Wochenende,die vom Briefträger verteilt werden und die noch einzeln in Folie verschweißt sind! Die werde ich definitiv abbestellen! Werde meinen Briefträger mal fragen, was ich dafür machen muss… LG Birthe

  14. Wow, ich bin beeindruckt von der Aktion. Eigentlich ist das ja nicht so schwer gewesen, aber da muss man ja auch erst mal drauf kommen und sich auch trauen! Wir haben einen selbstgeschriebenen Aufkleber – weil das nämlich weniger Arbeit war, als ständig wegzuschmeißen. Also aus Faulheit ein Umeltschützer 😛

  15. Hey,
    den Kampf kämpfe ich auch!
    Bei uns im Haus bin ich die treibende Kraft dahinter und habe vor ein paar Monaten die Initiative gestartet mit selbstgemachten Anti-Werbung-Schildern, aber selbst jetzt noch bedanken sich Nachbarn dafür, dass ich Allen diese aufklebbaren Schilder in den Briefkasten geworfen habe. Vorher klebte kein Einziges, man muss sich halt drum kümmern 😉

    Lieferservice scheint dagegen auch bei uns immun zu sein und die Urlaubsvertretung vom Briefträger sch****t auch drauf.

    Ein werbefreies Wochenende!

    Vreni von simplyzero.de

  16. Pingback: Müll reduzieren im Haushalt Teil 8. | widerstandistzweckmaessig

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