Müll reduzieren im Haushalt Teil 6.

Abschied vom Perfektionismus

Über dieses Thema wollte ich schon lange einmal schreiben, der Gedanke reift seit meinem Beitrag „plastic free july – ein Rückblick“.

Den letzten Anstoß dazu gab das „grüne Einhorn“ mit dem „Rückblick Februar“ in dem sie sich fragt, ob es so schlimm ist, wenn sie sich ab und zu was gönnt.

Das Pareto Prinzip

Schon vor vielen Jahren habe ich über das Paretoprinzip gelesen und seitdem beschäftigt es mich sehr.

Nachdem ich ein Mensch bin, der sehr stark zu Perfektionismus neigt, konnte ich die Auswirkungen am eigenen Leib verspüren.

Das Paretoprinzip (80:20-Regel) besagt, dass 80 % der Ergebnisse in 20% der Gesamtzeit eines Projekts erreicht werden. Um ein perfektes Ergebnis (100%) zu erreichen, werden weitere 80% Einsatz benötigt.

100% bedeuten Verzicht

Ich konnte meinen Müll ohne große Opfer und ohne wirklichen Verzicht zu verspüren um gut 80% reduzieren.

Jede weitere Reduktion hat aber einen deutlichen Mehraufwand und ein Gefühl der Entsagung mit sich gebracht.

Im Juli habe ich es das erste Mal wirklich deutlich verspürt. Um (nahe) 100% an Plastikmüll zu vermeiden, ist es erforderlich auf das eine oder andere zu verzichten, anders geht es einfach nicht.

Das aber kostet wirklich viel Kraft und Einsatz im Gegensatz zu dem, was bisher sehr leicht ging.

Ist es das wert?

Dazu sage ich ganz klar „nein“ so viel Einsatz ist es definitiv nicht wert. Ich will gar keinen „zerowaste-Haushalt“ haben, denn das würde meine Lebensqualität deutlich einschränken.

Die 80% Energie, die ich mir hier spare, kann ich viel besser und effektiver einsetzen.

Meine Wunschvorstellung

Statt diese 80% Energieaufwand dazu einzusetzen, dass meine 20% Müll noch verschwinden, setze ich diese Energie lieber dazu ein, andere Menschen zu motivieren, selbst müllreduzierende Maßnahmen zu ergreifen.

Wenn ich also zum Beispiel mit meinem Blog mehrere Menschen erreiche, die ihrerseits den Müll reduzieren, so gut es mit den 20% Einsatz geht, dann erreiche ich damit eine viel höhere Müllreduktion in Summe als ich mit meinem eigenen Müll jemals erreichen kann!

Es ist eine ganz einfache mathematische Rechnung

Ich verabschiede mich daher von meinem Perfektionismus und kann auch hinnehmen, dass es ab und zu nicht so gut gelingt.

Wenn ich mein restliches Leben mit diesen 20% Aufwand weiterhin 80% meines Mülls reduzieren kann, dann habe ich damit sehr viel mehr erreicht, als wenn ich einige Jahre 100% Aufwand betreibe um 100% Müll zu vermeiden. Es wird mir sicher nach einiger Zeit so auf die Nerven gehen, dass ich aufgebe, weil sich meine Lebensqualität deutlich verschlechtert hat.

Müllvermeidung collage

Es gibt nicht nur entweder – oder

Wichtig ist es meiner Meinung nach einen Weg zu finden, mit dem man sich wohl fühlt. Es gibt nicht nur die Möglichkeit entweder viel Müll oder gar keinen Müll zu verursachen.

Der Weg muss zum Menschen und zum Umfeld des Menschen passen. Was für mich funktioniert, kann für den anderen viel zu radikal und daher unmöglich sein und umgekehrt. Was andere schaffen, ist für mich unmöglich und liegt jenseits meiner Vorstellungskraft.

Liebevoll und nachsichtig mit sich selbst sein

Natürlich braucht es eine gewisse Konsequenz, wenn man etwas erreichen will. Aber das sollte nie auf Kosten der Lebensqualität gehen, es ist wichtig, mit sich selbst liebevoll umzugehen.

Wenn ich krank bin, dann darf auch einmal etwas ganz anders ablaufen. Und wenn ich einen furchtbaren Tag hatte und keine Kraft mehr habe um ein aufwändiges Abendessen zu zaubern, dann wird es auch einmal eine andere Alternative sein dürfen.

Zu radikal schreckt ab

Ich will nicht als radikale Müllvermeiderin hoch oben und unerreichbar auf einem Podest stehen. Mein Wunsch ist es einfache Lösungen für alltägliche Probleme zu zeigen, die für jeden leicht umsetzbar sind.

Dazu kommt, dass ich bei mir selbst wahrnehme, dass mich zu radikale Maßnahmen abschrecken. Ich kann mir manchmal gar nicht vorstellen, dass das in meinem Leben umsetzbar ist.

Damit wird meiner Meinung nach jede Vorbildfunktion zunichte gemacht. Das möchte ich auf keinen Fall, denn ich glaube, dass nicht jeder das Rad neu erfinden muss und wir von anderen Menschen viel lernen können.

Gemeinsam wissen wir mehr

Deshalb ist für mich der Austausch über die Kommentarfunktion auch so wichtig, denn ich freue mich immer, wenn ich von anderen Tipps bekomme und etwas Neues lernen kann.

An dieser Stelle möchte ich mich daher ganz besonders für die vielen Kommentare und den regen Austausch hier am Blog bedanken. Ohne Dich, wäre das alles nicht möglich!

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Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

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49 Kommentare zu “Müll reduzieren im Haushalt Teil 6.

  1. Spricht mir aus dem Herzen. Danke.
    Es tut einfach gut, wenn man auf dem Weg zur Müllreduzierung schon Freude am Erreichten haben kann, statt sich ständig mit dem Müll, der da noch immer anfällt, rumzuärgern.

  2. Das seh ich genauso. Ich tippe diese Zeilen gerade auf meinem Laptop (der aus Plastik besteht) und schaue Abends in die Glotze, die ebenfalls aus Plastik besteht. Also 100% werde ich wohl auch nie erreichen, aber da ich damit dann auch niemanden mehr mitreißen könnte, weil ich dann für bekloppt erklärt würde, finde ich es so auch viel besser. Denn so sehen die Leute wenigstens, dass jeder es schaffen kann, auch durch nur einen kleinen Aufwand. Man muss nicht zwingend Berge versetzen. Vor allem dein Satz „Ich möchte nicht als radikale Müllvermeiderin hoch oben und unerreichbar auf meinem Podest stehen“ gefällt mir, denn wenn man über den Leuten steht, hört einem niemand mehr zu. Die Leute brauchen Menschen die sie „anfassen“ können und die auf der selben Stufe mit ihnen stehen. Lieben Gruß.

  3. Hallo Maria,

    ich hätte ehrlich gesagt liebend gern einen Haushalt komplett ohne Plastikmüll. Manchmal verzichte ich dafür tatsächlich auf Dinge, wobei es ein einfaches Abwägen ist: Ist es mir das jetzt wert?

    Gleichzeitig fällt mir häufig auf, dass von außen gern Seitenhiebe kommen, wenn ich irgendetwas aus Plastik konsumiere. Da finde ich es wichtig, nicht aus der Ruhe zu geraten und es sachlich zu erklären. Denn obgleich jeglicher Mühen leben wir nun mal in einem Plastik System.

    Das Pareto-Prinzip finde ich selbst prima und versuche es, häufiger umzusetzen. (Vor allem wenn man bedenkt, dass man ja mit nur 20% der verbleibenden 80% bereits 80% des erreichbaren Menschenkreises erreichen kann. 😉 )

    Den Gedanken, dass es noch zu viele Menschen gibt, die sich über die Folgen von Plastik überhaupt keine Gedanken machen, lasse ich mittlerweile nicht mehr so häufig zu. Die Zeit investiere ich lieber in Maßnahmen, die etwas bewirken, also vorleben und Gespräche. Und generell denke ich mir häufiger, „jeder wie er kann“.

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • Hallo Philipp!

      Das ist ja fies, wenn einem die anderen dann auch noch kleine „Sünden“ vorhalten.

      Die Frage „ist es mir das wert“ ist immer eine wichtige. Auch ich verzichte manchmal, wenn es dann doch nicht wirklich wichtig ist für mich oder ich eine einfache Alternative finde. Aber dann empfinde ich es eben nicht als Verzicht und das habe ich damit gemeint.

      Auf etwas zu verzichten bedeutet nicht immer einen Verzicht zu empfinden. Das ist für mich der springende Punkt.

      lg
      Maria

  4. Ich finde es auch wichtig einen Mittelweg für sich selbst zu finden, den man seinen Mitmenschen dann auch kommunizieren kann. Zu extremes Verhalten schreckt ab und blockiert jedes mögliche aufkeimende Verhalten von seinem Gegenüber. Weil der oft einfach noch viel zu weit weg davon ist oder gar nicht erst dahin will…

    Es hat aber auch nicht jeder die gleichen Möglichkeiten Müll zu vermeiden. Während sich in der Stadt teilweise wieder verpackungsfreie Läden etablieren, wirds das am Land noch längere Zeit nicht geben. Dafür hat man vielleicht einen Markt oder Bauernladen, wo man seine Wünsche anbringen kann. Das Umfeld kann so unterschiedlich sein und mir persönlich ist wichtig, solche Verhaltensmuster zu erlernen, die ich dann dort, wo es vielleicht nicht so viele Möglichkeiten gibt, ebenfalls umsetzen kann.

    Es hat aber auch was mit den persönlichen Vorlieben zu tun, wie viel man vermeiden kann. Was für den einen „lebenswichtig“ ist, ist für den anderen überflüssig (wie z.B.: Flaschenwasser).

    Liebe Grüße, Daniela

    • Hallo Daniela!

      Du sagst es! Es hängt ganz sicher auch von den Lebensumständen ab aber auch von den Möglichkeiten im Umfeld.

      Besonders gut gefällt mir das Beispiel mit Stadt und Land, was Du anführst. Das stimmt, am Land sind da einfach andere Möglichkeiten auch wenn gewisse nur beschränkt bis gar nicht möglich sind.

      lg
      Maria

  5. Super spannend. Was denkst du, wo (bei dir) die größten Stellhebel zur Plastikvermeidung sind? Ich glaube, bei uns sind es die Lebensmittel – wobei mich da am meisten die Sachen aus dem Biomarkt auf die Palme bringen: alles doppelt und dreifach in Plastik verpackt.

    • Hallo!

      Am meisten Erfolg hatte ich bei den Lebensmitteln, da habe ich früher extrem viel Plastikverpackung mitgekauft. Mittlerweile habe ich diesen Müll um sicher gut 90% reduzieren können und das finde ich sehr erstaunlich, zumal das nämlich wirklich nicht schwer zu erreichen war.

      Wir verbrauchen z.B. gut 150 Tetrapackungen Milch pro Jahr nicht mehr!

      lg
      Maria

  6. Mir geht es ähnlich. Ich habe den Drang zum Perfekten „getauscht“ gegen „so gut wie ich kann“. Ich suche Alternativen, manchmal finde ich sie, manchmal nicht, manchmal verzichte ich dann, manchmal auch nicht. Ich muss es für mich verantworten können. Wichtiger als der Perfektionismus ist der Austausch mit anderen. So konnte ich schon viele Kollegen dazu anregen, keine Plastiktüten mehr zu nutzen und Müll zu vermeiden. Das ist mir wichitger als die letzten 20%.

    Gruß Uta

    • Hallo Uta!

      So wie Du denke ich, dass es total wichtig ist sich nicht selbst aufzureiben sondern einfach bestmöglich langfristig alles hinzubekommen. Mir ist der Aspekt der Nachhaltigkeit bei meinem Verhalten in dem Zusammenhang so wichtig. Manches würde ich nur kurzfristig hinbekommen, das macht aber dann keinen Sinn für mich. Da versuche ich dann andere Wege zu finden.

      lg
      Maria

  7. *applaus* – die Frustration, wenn man sich anguckt, was man alles NICHT hinkriegt ist so groß! Ich werde sicherlich nie so konsequent werden wie Du schon jetzt bist, deshalb geht es bei mir ja auch um „Kleinvieh“ https://fjonka.wordpress.com/?s=Kleinvieh&submit=Suchen
    aber auch dabei hilft, sich klarzumachen, daß bei allem Müll und Plastik, das anfällt, schon eine Ecke WENIGER anfällt als noch vor einem Jahr. Und ich bin auch Eine, die von Deinen restlichen 20% erreicht und weiter motiviert wird. 🙂 Dankeschön!

    • Hallo Fjonka!

      Vielen Dank für Dein Kommentar, habe mich total gefreut über Deine Worte!

      Ja ich bin auch der Meinung, dass Kleinvieh sehr wohl Mist macht. Und das, was Du bei Dir beobachtet hast, kenne ich auch. Wenn man einmal anfängt, dann kann es auch durchaus sein, dass man mit der Zeit noch bessere Möglichkeiten findet. Aber genau das funktioniert nur, wenn man sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzt und langsame Entwicklung zulässt.

      lg
      Maria

  8. Und genau so denke ich auch. Wenn man zu radikal vorgeht, verschwendet man nicht nur Zeit, die man anderweitig besser verwenden könnte, sondern man stößt auch Leute ab, die sonst vielleicht einem Argument zugänglich wären oder ein Vorbild als Modell in Betracht ziehen würden. Und letztendlich wird diese Sache nur Erfolg haben, wenn wir andere Menschen erreichen.
    Zum Perfektionismus neige ich leider auch, aber ich versuche ebenfalls dagegen anzugehen. Da ist das Pareto-Prinzip natürlich eine große Hilfe.
    Liebe Grüße, Ingrid

    • Hallo Ingrid!

      Genau dieser Punkt ist mir auch wichtig, dass man nicht zu radikal wirkt und damit seinen Zugang zu anderen Menschen verliert.

      Das ist mir auf meinem Blog auch sehr wichtig, denn wenn ein „Neuling“ hinsieht und sich gleich einmal denkt, das ist doch alles viel zu viel, das schaffe ich sowieso nie, dann kann ich diesen Menschen damit nicht erreichen und das wäre sehr schade.

      Deshalb ist es mir so wichtig Wege zu zeigen, wie man es ohne große Anstrengung viel erreichen kann.

      lg
      Maria

      • Das hast du ja auch ganz wunderbar aufgezeigt. Weg mit dem Perfektionismus und tun, was man kann.

  9. Der Weg ist das Ziel :-). Jeder steckt in einer anderen Lebenssituation und kann an unterschiedlichen Schrauben was drehen. Hauptsache, er dreht! Das wichtigste ist doch, Bewusstsein und Sensibilität dafür zu entwickeln, wie wir mit den Ressourcen dieses Planeten umgehen und versuchen, Alternativen aufzuzeigen. Und damit die Leute mitzuziehen. Und genau das machst Du ganz großartig.
    Ich könnte nicht mit Leidenschaft und Energie am Thema sein, wenn es mir keinen Spaß mehr machen würde. LG Miss Sunscreen

    • Hallo!

      Du sprichst etwas sehr wichtiges an, der Spaß darf nicht verloren gehen bei dem, was man macht.

      Aber dennoch bewusst mit den Ressourcen unserer Erde umgehen und bewusste Entscheidungen treffen, die zur eigenen Lebenssituation passen.

      Vieles hängt vom Umfeld ab aber auch ob man zu Hause ist oder den ganzen Tag berufstätig und deshalb zu gar nichts kommt. Im Rahmen der Gegebenheiten hat man aber immer einen Handlungsspielraum.

      lg
      Maria

  10. Hi Maria,
    mensch, nach diesem Prinzip hab ich studiert, aber nie daran gedacht, es mal auf meinen Plastikkonsum anzuwenden. Ehrlich – vielen Dank für diesen Augenöffner!
    Das mit den Seitenhieben von Freunden, wenn ich zu was Verpacktem greife kenne ich auch. Ich reagier da aber leider eher schnippisch, weil es mich so anätzt, wenn Leute, die sich selber null drum scheren, bei mir den Zeigefinger auspacken.
    Und ja, die Blogs haben eine unglaubliche Reichweite. So als würdest du jeden Monat auf einer Großdemo reden. Wenn ich mir das selbst klarmach, wird mir ganz anders…
    LG Zora

    • Hallo Zora!

      Die Menschen, die gedankenlos andere damit „aufziehen“ weil sie doch einmal eine nicht so ganz perfekte Möglichkeit wählen, leben doch bloß nach dem Prinzip „Angriff ist die beste Verteidigung“ und wollen damit ihr eigenes gedankenloses (rücksichtsloses?) Handeln rechtfertigen. Ich glaube da sollte man wirklich drüber stehen und das Gesagte ignorieren.

      lg
      Maria

  11. Wie man an den vielen Kommentaren sieht, hast du hier ein zentrales Thema angesprochen. Ich finde man darf sich selbst und andere natuerlich nicht fertigmachen aber mich motiviert es eigentlich den Masstab hoch zu halten weil man sonst einfach in seinen Mustern haengen bleibt ohne zu merken dass es inzwischen vielleicht bessere Moeglichkeiten gibt. Es heisst zudem ja Zero Waste und ein langlebiger Gebrauchsgegenstand wie ein Computer ist fuer mich in erster Linie kein Muell. Ich muss sagen, weil wir eben nicht mit den 80 Prozent zufrieden waren haben wir fuer Vieles inzwischen andere Loesungen gefunden. Unser Leben hat dadurch eher an Qualitaet gewonnen als verloren. Sicher hat nicht jeder die gleichen Moeglichkeiten aber ich finde es schoen alle Moeglichkeiten die ich persoenlich habe auch zu nutzen. Ich finde „Zero Waste“ klingt attraktiver als „bisschen weniger Waste“ und macht eher neugierig darauf wie nah jeder selbst nun an die Null herankommen kann. Es ist wie bei einem Messebesuch oder dem Laufsteg: Es wird eine Traumwelt vorgestellt die schliesslich jeder so umsetzen kann wie es in sein Leben passt.

    • Hallo!

      Ich denke, dass wir in Wahrheit viel näher beeinander liegen als es auf den ersten Blick erscheint.

      Natürlich ist es wichtig, sich Ziele zu setzen und den Müll in Richtung 0 zu reduzieren ist sicher ein gutes Ziel. Um dieses zu erreichen kreativ zu sein finde ich total gut und wichtig und ist (wie man sicher auf meinem Blog sehen kann) auch ein sehr wichtiger Weg für mich.

      Sich selbst herauszufordern ist auch sehr spannend und das mache ich auch immer wieder sehr gerne.

      Aber es ist nicht alles ständig möglich und alles hat seine Grenzen. Der eine kommt früher an diese und der andere später.

      Wichtig ist meiner Meinung nach einen Weg zu finden, den man langfristig gehen kann und nicht nur für kurze Zeit. Wenn etwas zu sehr als Einschränkung empfunden wird gibt man das Verhalten nach einiger Zeit wieder auf. Und dieser Punkt war mir so wichtig anzusprechen.

      lg
      Maria

  12. Hallo! Ich freue mich über den Artikel und, dass es mehr Menschen gibt, die beim Anblick des kleinsten Plastiksackerl nicht so tun als wäre man Pol Pot. Zu radikal schreckt ab, da gebe ich dir recht und die 20% Energie zu nutzen andere zu motivieren find ich super!
    Ich habs zwar nicht nachgerechnet wie du aber ich denke auch, dass wenn jeder ein bissl was macht schon viel gewonnen ist.
    Ich habe einige Jahre sehr radikal gelebt und es ist genau das passiert, von dem du schreibst. Es war zu anstrengend – ich habs gelassen. Mein Ansatz: Ich verzichte auf nichts mehr, aber ich suche immer Dinge die zB aus Holz oder Keramik besser sind als aus Plastik – und davon gibt es genug!

  13. Ein sehr guter und wichtiger Ansatz, der eben auch zeigt, wie viel jeder einzelne mit ganz wenig Einsatz bewirken kann. Das überzeugt dann auch andere, während ein perfektionistischer Zero-Waste-Lebensstil nach außen wohl eher exotisch und als kaum nachahmenswert (weil mit Verzicht verbunden) wirken würde.
    Liebe Grüße
    Christiane

  14. Ganz ohne Müll und ohne Plastik geht es nunmal nicht -mehr-. Schade, aber finde Deine Einstellung sehr „gesund“, alles andere würde wohl auf Dauer nur zu Unzufriedenheit führen. Ich finde das, was Du bisher erreicht hast, einfach toll und bewundernswert! LG Birthe

  15. Pingback: . | Grünes Einhorn

  16. Hallo Maria,

    Es war schön das zu lesen.
    Auf der einen Seite ist es sehr erfrischend zu lesen wie Klasse du das alles umsetzt, die andere Seite flüsterte immer boah dass schaffst du nie.

    Ich hatte vor kurzem echt massive Zweifel.
    Ich bin ein absoluter Cola Junkie.
    Mittlerweile entwöhne ich mich von der Zuckerbrühe.
    Meine Alternative Tee.
    Für Tee brauche ich heißes Wasser, ziemlich logisch und wenn ich im Büro bin auch kein Problem.
    An meinem WE Arbeitsplatz ist das nicht so einfach.
    Wasser kann ich von zu Hause mitnehmen Teebeutel auch, Steckdosen hat es auch.
    Mein Wasserkocher zuhause ist aus Glas und Metall, mitnehmen ist doof, denn er ist zu groß.
    Und kleine Wasserkocher sind alle aus Plastik. Grummel….
    Ich hab wirklich 2 Wochen überlegt was ich mache…

    Schließlich hat der kleine Wasserkocher gewonnen.
    Denn die Positiven punkte Punkte waren in der Überzahl.

    Die Alternative mit der Thermoskanne geht leider nicht, denn die Dienste dort gehen 12 Stunden und das Wasser / Tee ist spätestens am Nachmittag kalt.

    Manchmal muß einfach einen Weg gehen der erst mal nicht so ist wie man eigentlich möchte,
    Aber ich habe mein Ziel gesündere Lebensmittel, weniger Plastikflaschen und sparen einhalten können.
    Und das mit einem Wasserkocher aus Plastik.

    Liebe Grüße Andrea

    • Hallo Andrea!

      Vielen lieben Dank für Deinen Bericht, der so deutlich zeigt, dass man (fast) immer eine Lösung findet aber manchmal dafür Kompromisse nötig sind.

      Finde ich super, dass Du gegen Dein „Cola“Problem angehst!

      lg
      Maria

  17. Liebe Maria,
    da hast du wahre Worte geschrieben.Ich komme immer mal wieder an meine Grenzen.Ich brauche nur morgens mit Kopfschmerzen aufzuwachen,und der restliche Tag läuft dann nicht mehr so,wie ich geplant habe.Letztes Jahr hatte ich massive gesundheitliche Probleme,da ist das mit der Plastikreduzierung in den Hintergrund gerückt.
    Mit dem Plastik und dem ganzen Müll hat es einfach überhand genommen,und die Plastikreduzierung ist eine Gegenbewegung geworden.Ich versuche einzusparen,wo es geht,aber nicht um jeden Preis.Allein auf meine Medikamente möchte ich nicht verzichten.Reis,Linsen,Hirse usw.bekomme ich nicht lose.
    Es findet ein Prozess des Nachdenkens statt.Was brauche ich,was ist mir wichtig,weniger gedankenlos mit den Dingen umgehen und auch welche Dinge aus Plastik sind mir wichtig
    wie z.B. Brillen,Zeichenstifte und Haarklemmen.
    Essen selber kochen steht immer mehr im Mittelpunkt. Vielleicht klappt es dann mal mit der Pizza statt fertig gekauft.
    Liebe Grüße

    • Hallo Sabine!

      Das ist ja ein Zufall, meinen Beitrag zum Pizza selber machen habe ich schon fertig. Vielleicht gibt das ja den nötigen Input?

      Wenn man gesundheitlich angeschlagen ist, dann ist vieles schwerer, weil sich die Prioritäten verschieben.

      Ich finde es bewundernswert, dass Du trotzdem versuchst einen Weg zu finden!

      lg
      Maria

  18. Liebe Maria,

    Ich mag deinen Post sehr gerne. Er spricht mir aus dem Herzen. Nur bei Zero Waste ist mir ein Punkt aufgefallen, wo wir vermutlich die gleiche Einstellung haben, aber Zero Waste anders definieren. Zero Waste muss für mich nicht radikal und einschränkend sein. Zero Waste ist für mich vielmehr ein Lebensstil geworden, bei dem ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten möglichst wenig Müll zu produzieren. Da Zero Waste eine Utopie, ist es unerreichbar keinen Müll zu haben. CO2 ist schließlich auch Müll. Das werden wir nicht 100% vermeiden können. Für mich ist daher jeder Haushalt, der sich anstrengt, soweit es möglich ist, Müll zu reduzieren, ein Zero Waste Haushalt. Jeder hat aufgrund seiner Lebensumstände unterschiedliche Möglichkeiten und deshalb unterschiedlich viel Müll. Deshalb scheinst du für mich auch einen Zero Waste Haushalt zu haben, der nicht radikal ist, sondern sympatisch.

    Liebe Grüße

    Steffi

    • Hallo Steffi!

      Ich denke Du hast recht, dass es eine Definitionssache ist. Für mich bedeutet Zero-Waste wirklich die 0-Linie anzustreben und konsequent zu verfolgen.

      Für mich steht jedoch die Müllreduzierung ohne meine Lebensqualität zu verlieren im Vordergrund und so wie Du schreibst denke ich dass zerowaste Utopie ist, die man nicht erreichen kann. Deshalb distanziere ich mich auch eher von diesem Begriff.

      Das ist jetzt natürlich kein Angriff auf Dich – ich finde jeden bewussten Weg der Müllreduzierung super! – sondern es ist einfach wirklich nur eine Sache der unterschiedlichen Definition.

      Vielleicht hat es für mich auch etwas mit Frustration zu tun – ich weiß, dass ich 0 nicht schaffe und daher strebe ich es auch nicht an. Ich bekomme z.B. Briefe und die sind irgendwann auch Müll oder zumindest der Umschlag ist Müll.

      Den Kassazettelausdruck kann ich auch nicht vermeiden, auch wenn ich ihn ablehne. Das sind nur Beispiele.

      Ich mag Deinen Blog sehr gerne!

      lg
      Maria

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  22. Hallo Maria,

    ich freue mich das ich deinen Beitrag entdeckt habe und habe auch einige der Kommentare dazu gelesen. Die Collage fiel mir auf, durch die bin ich auf deine Seite gekommen:)
    Ich eröffne im Mai einen Unverpackt Laden in Karlsruhe und mache mir natürlich tagtäglich Gedanken rund um dieses Thema. Warum Müll vermeiden so wichtig ist lese ich ständig in Berichten die nicht nur die Weltmeere und die Tierarten betrifft sondern auch uns Menschen. Viele hören nicht hin. Viele schließen Ihre Augen vor der Tatsache, das es längst Zeit ist, das Ruder rumzureißen. Dies bedeutet für mich, auch einen Schritt zurück zu gehen. Zum bedarfsgerechten Einkauf, so regional und saisonal wie möglich. Zum planen des Einkaufes. Aber jeder, und das ist mir auch wichtig, jeder hat seine Grenzen. Ich schreibe dies in einen Computer, ich fahre mit dem Auto und die Ware kommt auch nicht mit der Pferdekutsche in meinen Laden,
    Aber genau aus diesem Grund bin ich jemand, der nicht mit erhobenem Zeigefinger dasteht. Ich habe auch immer noch Themen in meinem Leben, die ich nicht Verpackungsfrei ersetzen konnte (Milch ist so ein Thema und auch Quark). Ich besitze immer noch Plastikschüsseln und schmeiße sie auch nicht weg- sie landen, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, als Schraubendose im Keller- denn mit einem Wegwerfwahn macht man den ganzen Plastikkonsum wie man ihn bis dato getrieben hat, auch nicht mehr wett.
    Aber zu deiner Seite und zu deinen Zeilen- ich denke du sprichst ganz vielen Menschen aus der Seele und ich finde deine 80/ 20 Regel klasse! Sicher erreichst du mit deiner Art viel mehr, inspirierst und motivierst die Menschen und was am wichtigsten ist- änderst genau das, was zu deinem Leben passt.
    Ich würde diese Regel von dir gerne übernehmen wenn ich darf, weil ich deine Erklärung dazu so unglaublich passend finde.

    Gute Zeit- Antonia aus Karlsruhe

    • Hallo Antonia!

      Vielen Dank für Dein langes Kommentar, es freut mich sehr, dass Dich mein Beitrag so angesprochen hat. Und noch mehr freut mich, dass Du einen Unverpacktladen eröffnen willst, denn damit können wieder mehr Menschen ohne Verpackungsmüll einkaufen.

      In Graz wird demnächst auch ein Unverpacktladen eröffnen, diesen habe ich kürzlich in meinem Beitrag „Vorstellung: Das Gramm“ gezeigt (falls es Dich interessiert, sehr gutes Konzept!).

      Die 80/20 Regel ist keine Erfindung von mir sondern von Vilfredo Pareto entdeckt worden.

      Wenn man sich mit dem Zeitmanagement beschäftigt, kommt man in keiner dazupassenden Literatur darum herum.

      Schön, dass Dir der Gedanke zusagt!

      lg
      Maria

  23. Pingback: Müll reduzieren im Haushalt Teil 8. | widerstandistzweckmaessig

  24. dein Beitrag bringt es mal wieder auf den Punkt..
    mich schrecken zu radikale „Methoden“ auch eher ab
    und Menschen die wie in einem Glaubenskrieg anderen ihren Müll „um die Ohren hauen“sind mir suspekt 😉
    man sollte vielleicht auch die Definition von Müll überdenken..
    ein Fernseher z.B. besteht aus Plastik und Metallteilen (aus Holz werde ich keinen bekommen 😉 ) doch er steht 10 Jahre oder länger in Diensten und wird erst zu Müll wenn ich ihn entsorgen muss..(heute wird er ja auch schon recyclet)
    ein Holztisch der ebenfalls lange Jahre bei mir steht und irgendwann auf den Sperrmüll muss.. wird genau dann auch zu Müll..
    für mich ist Müll eher dass was in großen Mengen (meist) nur einmal gebraucht wird und dann fortgeworfen wird..
    auch manche Dinge von denen man denkt dass sie besser sind als andere in Bezug auf die Umwelt sind es gar nicht ..z.B . soll z.B.einTetrapackgetränk ab ca.150 Km Entfernung günstiger in der Umweltbilanz sein als eine Glasmehrwegflasche (Gewicht –> Transportkosten ..ect.)..
    viele Zusammenhänge sind dem Laien ja auch gar nicht bewusst
    ich denke jeder muss da seinen eigenen Weg finden
    er kann sich Anregungen und Denkanstöße holen..
    sollte sich aber nicht unter Druck setzen lassen..
    liebe Grüße
    Rosi

    • Hallo Rosi!

      Vielen Dank für Dein langes Kommentar, es freut mich sehr, dass Dich mein Beitrag bzw. meine Gedanken dazu so angesprochen haben.

      Wie Du schon schreibst, als Laie kann man gar nicht alles durchblicken, das ist echt nicht so einfach. Man kann nur versuchen das Beste – auch in Hinblick auf die persönliche Situation – daraus zu machen.

      Auf Deinem Blog lese ich auch immer wieder gerne mit und denke, dass Du auch einen sehr guten Weg für Dich gefunden hast.

      lg
      Maria

  25. Pingback: Müll reduzieren im Job | widerstandistzweckmaessig

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