Loslassen, was nicht mehr zu mir passt #3

Nicht umsonst heißt es im Feng Shui, dass der Keller die Vergangenheit darstellt. Bei meinem großen Entrümpelungsprojekt habe ich diesmal auch nicht vor dem Keller halt gemacht.

Obwohl sich dort wirklich extrem viele Erinnerungsstücke befunden haben. Genau deshalb war es mir sehr wichtig, endlich einmal genauer hin zu schauen.

auf die Reihenfolge kommt es an

Ich denke es hätte nicht so gut funktioniert, wenn ich mit dem Keller begonnen hätte. Es macht schon einen Sinn, sich Zeit für den Lernprozess zu lassen.

Nicht umsonst meint Marie Kondo, dass man zuerst mit dem Kleiderschrank beginnen soll. Es ist auch gut, wenn man mit Dingen beginnt, wo der Erfolg schnell sichtbar wird.

Also wenn man 5 Stunden vor dem Strickzeug sitzt und in erster Linie alles schlichtet, um zum Schluss endlich 70 Stricknadeln auszusortieren ist das zwar fein, aber die riesige Veränderung sieht man dadurch nicht wirklich. Auch das Sortieren und Ausmisten von Fotos ist sehr aufwändig und bringt kaum einen sichtbaren Erfolg.

So habe ich mich von einfachen zu schwierigeren Bereich durch gekämpft und mit jedem Stück, das ich losgelassen habe, wurde immer klarer, was mir wirklich wichtig ist und endlich war ich auch bereit, in den Keller zu gehen.

der Weg zu sich selbst

Entrümpeln ist auch immer ein Weg zu sich selbst. Vor allem, wenn man beginnt festzulegen, wie viel Raum welches Ding/welcher Themenbereich einnehmen darf, wird schnell deutlich, wo es hin geht.

Bei all den Entscheidungen war mir auch immer wichtig an meine Kinder zu denken. Daran, was ich einmal hinterlassen werde, wenn ich nicht mehr bin. In alle Überlegungen habe ich einbezogen, wie es ihnen gehen würde mit den Dingen. Ob ich will, dass sie einmal mit dem Teil belastet sind.

In meinem Keller befanden ganz viele Sachen, die ich von meinen Eltern übernommen habe. Sie sind beide sehr früh und überraschend verstorben. In der Situation habe ich mich an die Dinge geklammert, weil es mir Halt gab und ich darüber eine Verbindung zu ihnen verspürt habe.

vieles konnte endlich weg

die Vergangenheit loslassen

Meine Mutter ist 1988 und mein Vater 1994 verstorben. Jetzt kannst Du ausrechnen, wie lange ich gebraucht habe, um mich diesem Teil meiner Vergangenheit zu stellen.

Ich habe Unmengen von alten Papieren durchgesehen, weil ich alle Ordner meines Vaters einfach in den Keller gestellt hatte. Nun habe ich kistenweise Papiere zum Altpapier gebracht. Endlich konnte ich alles gehen lassen.

Und ich habe auch sehr deutlich gespürt, dass es gut war, so lange gewartet zu haben. Jetzt war ich endlich in der Lage Entscheidungen zu treffen, die sich gut anfühlen.

Erinnerungsstücke

Unter all den Sachen habe ich auch ganz viele Erinnerungsstücke gefunden. Das reichte vom Lieblingsglas meines Vaters über das Teehäferl meiner Oma bis zur Murano-Glasfiguren-Sammlung meiner Mutter.

Alles war mit Papier umhüllt verpackt in Kisten.

Ich habe mich gefragt, ob ich so mit den Erinnerungsstücken umgehen will und bin zu einer Entscheidung gekommen.

Mit Erinnerungsstücken, die mir wirklich wichtig sind, möchte ich mich umgeben. Sie sollen Teil meines Lebens sein und nicht im Keller in einer Kiste verkümmern. Denn sonst können sie auch gleich weg.

Daher habe ich eine kleine Glasvitrine gekauft und darin wohnen nun die geliebten Glasfiguren meiner Mutter, die ich als Kind immer so bewundert habe. Ich bin oft vor der elterlichen Vitrine gestanden und habe meine kleine Nase flach gedrückt und jedes einzelne Detail betrachtet. Heute kann ich das wieder machen und es macht mir Freude und ein gutes Gefühl.

Im Wohnzimmerschrank haben Glas und Teehäferl ihre Heimat gefunden. Nachdem die Bleikristallgläser gehen durften, wurde im Wohnzimmerschrank ein Fach für diese Erinnerungsstücke frei.

Ich mag die alten Geschirrteile nicht verwenden, weil ich Angst habe sie zu zerbrechen. Als Deko habe ich sie ständig in Verwendung, denn ich sehe sie gerne an. Es ist gut, dass sie da stehen. Statt dessen habe ich fast alle konventionellen Dekoteile weg gegeben.

Erinnerungsstücke sind die neue Deko!

auch von Erbstücken habe ich mich diesmal getrennt

loslassen was nicht mehr zu mir passt

Die veränderte Einstellung zu den Erinnerungsstücken, die bleiben dürfen, hat mir geholfen, andere Erinnerungsstücke gehen zu lassen. Mit einigen Dingen wollte ich mich plötzlich nicht mehr umgeben und die haben ich dann verschenkt oder verkauft.

Ich möchte meine Kinder nicht damit belasten. Sie sollen in der Situation, wo sie um mich trauern werden, nicht mit allerlei unnützem Kram beschäftigt sein.

Und auch ich will mich damit nicht mehr belasten; will keinen Wohnraum bezahlen, will sie nicht putzen, will mich nicht um sie kümmern, weil ich meine Zeit anders verwenden möchte.

mich selbst finden

Wenn man sich so intensiv wie ich mit dem ganzen Besitz auseinander setzt, dann ist das so wie mit einer Babuschka. Kennst Du diese Puppen, wo sich immer noch eine kleinere innen drinnen versteckt?

durch das Entrümpeln von außen nach innen kommen

Mit allem, was man weg gibt, legt man eine neue Schicht frei und kommt irgendwann zum Kern.

Es bleibt nur noch das, was im Moment wichtig ist und da sein soll. Das fühlt sich dann richtig gut an.

sich mit der Vergangenheit aussöhnen

Wenn man Dinge aus der Vergangenheit entrümpelt und entscheidet, was bleiben darf und was nicht, kommt es unweigerlich auch zu einer Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Erinnerungen werden wach, am Schorf der alten Wunden wird gekratzt.

In der Auseinandersetzung mit den Teilen meiner Vergangenheit, konnte ich mich nach sehr langer Zeit damit versöhnen. Und durch dieses versöhnliche Loslassen von allem, was nicht mehr zu mir passt, war ich in der Lage einen Schlussstrich zu ziehen.

Nur wenn man die Vergangenheit los lässt, kann man in der Gegenwart leben.
(Maria Widerstand)

Sogar meine alten Tagebücher habe ich weg gegeben, und davon gab es wirklich sehr viele! Auch alte Briefe und andere Andenken habe ich zur Sommersonnenwende verbrannt.

Ich brauche diese Zeugen meiner Vergangenheit nicht mehr, denn ich selbst bin ein Produkt meiner Vergangenheit, ich muss sie nicht durch allerlei Dinge lebendig halten.


Fortsetzung folgt…

Wenn Du eine Tür schließt, öffnet sich eine andere.


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Loslassen, was nicht mehr zu mir passt #2

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

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46 Kommentare zu “Loslassen, was nicht mehr zu mir passt #3

  1. Sehr schön und für mich auch traurig… Ich versuche auch seit langer Zeit meine Erinnerungsstücke „neu zu bewerten“. Wie viel behalte ich als Migrant von meiner alten Heimat und von der Familie? Wie versöhne ich mich mit der Vergangenheit, mit den alten Wunden und mit dem „alten Glück der Jugend“ in der Heimat? Was ist wichtiger?: die alte Goldkette meiner Oma, die sie mir bei meiner Uniabschlussfeier um den Hals gehängt hat, oder sind es die vielen Stunden mit ihr im Garten und somit bestimmte Blumen, die bei mir auch blühen, die sie mochte. Danke dir für diesen Text, hast mich auch inspiriert, dass ich auch einen Text darüber schreiben werde. Freue mich auf die Fortsetzung deines Textes. Liebe Grüße aus Karlsruhe. Martin

    • Hallo Martin!

      Es ist sicher eine ganz schwierige Situation, wenn man sich als Migrant mit seiner Vergangenheit auseinander setzt. In meiner Familie gibt es übrigens auch einen Migrationshintergrund aus dem zweiten Weltkrieg her.

      Ich hänge schon noch an vielen Dingen, es sind aber mehr Kleinigkeiten wie eben das erwähnte Teehäferl oder das Glas.

      Mir war wichtig zur Essenz zu kommen. Nicht 100 Teile sondern das eine bestimmte zu finden, das ich behalten möchte.

      Das mit den Blumen gefällt mir auch sehr gut. Es ist bei mir auch ähnlich, denn ich habe als Kind meiner Großmutter im Gemüsegarten geholfen. Nun fühle ich mich mit ihr über mein Hochbeet auch wieder ein Stück weit mehr verbunden.

      Ich freue mich schon auf Deinen Text!

      lg
      Maria

  2. Liebe Maria, danke für das Teilen Deiner Erfahrungen. Du hast mich schon sehr inspiriert. Allerdings finde ich auch das Kleider ausmisten sehr anstrengend und zeitaufwändig.
    Erinnerungsstücke sind und bleiben schwierig.
    Ich stelle auch immer wieder fest, wieviel ich vergessen habe und freue mich dann, wenn ich nachlesen kann. Da ich auch niemanden mehr hab, den ich fragen kann.
    Liebe Grüße
    Beatrice

    • Hallo Beatrice!

      Über den Kleiderschrank werde ich auch noch schreiben, da habe ich einige Beiträge in Vorbereitung. Du findest den Beitrag sicher wieder auf FB geteilt 🙂

      Mir war es wichtig, die Spreu vom Weizen zu trennen und nur das zu behalten, woran mir wirklich etwas liegt.

      Das Entscheidungskriterium war für mich, ob ich mich tatsächlich damit umgeben will oder mich nur nicht davon trennen kann.

      Da war die Entscheidung für mich auf einmal sehr einfach.

      lg
      Maria

  3. Ich lese auch gerade das Bch von Marie Kondo und finde es immer wieder sehr motivierend deine Ergebnisse zu lesen. Deine Idee mit der Vitrine finde ich toll und auch die schönen Alltagsdinge auszustellen, statt sie in Kisten zu vergessen.
    Ich habe auch festgestellt, das man mit jedem aussortierten Teil ein Stück weiter zu sich selbst kommt und meist die Gründe klärt, warum man es behalten musste.
    Danke dir für deine motivierenden und inspirienden Artikel und herzliche Grüße
    Sabine

    • Hallo Sabine!

      Ja, so erlebe ich das auch. Es freut mich sehr, dass Dir meine Gedanken zu meinem Entrümpelungsprojekt gefallen.

      Es fällt mir auf, dass es für mich wichtig war, das auch hier aufzuschreiben. Es hilft mir, meine Gedanken noch klarer zu formulieren.

      herzliche Grüße retour und viel Freude beim Loslassen!

      Maria

  4. Hallo liebe Maria,
    ich habe sehr wenig Erinnerungsstücke, die ich von lieben Menschen vererbt bekommen habe. Aber ich habe Erinnerungsstücke in meinem Kleiderschrank. Der war mal groß. Vermutlich eher normal im Vergleich mit anderen, aber mir war er immer viel zu groß und das war ja der Knackpunkt. Ich hatte so viele Kleidungsstücke, die ich ungern und deshalb selten angezogen habe. Manche passten auch einfach nicht mehr zu meinem Alltag. Man muss auch dazu sagen, dass sich meine Figur seit ich 14 Jahre alt bin auch nicht mehr wirklich verändert hatte, außer in den Schwangerschaften. So sammelte sich einiges an, auch wenn ich nicht gerade eine Shoppingqueen war und bin. Die Klamotten hatte ich für diverse Anlässe gebraucht und an vielen hing eine schöne Erinnerung. Erstes Date mit meinem Mann, Hochzeiten von meinen Lieben hier, eine tolle Zeit da. Zu so vielen Kleidungsstücken hätte ich eine Anekdote erzählen können. Erzählen ja, wieder anziehen selten. Und trotzdem hat mich die Masse jedes Mal belastet, weil ich gesehen habe: ich hab sie immer noch nicht getragen. Schließlich habe ich aussortiert. Über mehrere Etappen, langsam, mehrere Monate Abstand. Mal mit meinem Mann, mal mit meiner Mutter, mal alleine. Mittlerweile habe ich nur noch Lieblingsklamotten im Schrank. Das fühlt sich gut an. Von einigen Klamotten, die mich verließen, habe ich mir ein Foto gemacht. Das hat mir geholfen. Manche sehe ich auch wieder, weil sie jemand aus meinem Umkreis nun gerne trägt. Auf einmal hätte ich mich nicht von ihnen trennen können. Diesen Prozess habe ich gebraucht. Und ich habe sie nicht vermisst. Die Fotos habe ich mir auch noch nicht angeschaut. Die Erinnerungen habe ich noch in meinem Kopf. Und den Rest, trage ich.
    Liebe Grüße
    Stefanie

    • Liebe Stefanie!

      Vielen Dank für das Teilen Deiner Erfahrungen mit Deinem Kleiderschrank.

      Es hat mich sehr berührt, weil ich spüre, dass da wirklich ein tiefer Prozess dahinter steckt.

      Mir ging es übrigens sehr ähnlich, nur aus ganz anderen Gründen. Da sich meine Figur immer wieder verändert hat, hatte ich viel zu viele Klamotten. Weil mir halt vieles nicht mehr passte, aber ich wollte einfach nicht aufgeben, dass ich vielleicht wieder hinein passe.

      So war es für mich ein doppeltes Loslassen. Einerseits von der Kleidung und andererseits auch von meiner Vorstellung davon, wie ich aussehen sollte.

      Das ging über viele Jahre. Jetzt bin ich so weit, dass ich nur noch Kleidung besitze, die mir auch passt. Und das fühlt sich richtig gut an!

      Noch einmal herzlichen Dank für Dein ausführliches Kommentar und für Deine Gedanken!

      lg
      Maria

  5. Ja. Das ist wahr. Was bringt mir die Erinnerung, wenn sie mich nicht umgibt. Ich fotografiere fleissig, aber die Bildern schlummern auf der Festplatte. Unsere Kinder sind 8,5 und gerade 13 Jahre alt. Es gab kein Fotoalbum. Ich habe statt auszusortieren: Fotos bestellt und meine Tochter hat jetzt 4 AlbenAlben Ihrer 8 Lebensjahre und Felix hat die 1. Jahre, ich bin noch nicht fertig. Von Büchern trenne ich mich, ich lese erneut und frage mich, ob ich sie auch wieder und wieder lesen mag. Einige habe ich bereits abgegeben. Ja, wir sollten uns mit Erinnerungen umgeben. Im Keller sind diese meiste Ballast. Mein Kleiderschrank und die Schuhe sind sortiert, Geschirr auch…Stück für Stück. Es ist schön über Seinen Prozess/ Deine Entwicklung zu lesen.

    • Hallo Ani!

      Das mit den digitalen Fotos habe ich mir auch gedacht. Es ist zwar sehr praktisch und nichts liegt herum, aber es ist schade, weil man sie nie ansieht.

      Eine Lösung statt Fotos zu bestellen und sie einzukleben sind Fotobücher. Da habe ich jetzt einen Test gemacht.

      Auf der einen Seite schöner und individueller als Fotoalben auf der anderen Seite aber auch gewöhnungsbedürftig weil eben KEIN Foto.

      Danke für die Anregung, ich glaube ich werde da auch noch einmal genauer hin sehen. Dazu braucht es Zeit, aber die möchte ich mir nächstes oder übernächstes Jahr nehmen. Derzeit liegen die Fotos in Schachteln zum Stöbern.

      lg
      Maria

  6. Danke dafür!! Sehr hilfreich zu lesen! Und toll finde ich auch, mich mit dem Gedanken zu befassen, dass nicht alles aus meiner Vergangenheit weg muss… ich darf mich auch mit Dingen umgeben, die mir gut tun und die ich behalten möchte.

    • Hallo May!

      Ich bin kein Verfechter des „absoluten Minimalismus“, so wie Du sagst, das, was mir gut tut darf bleiben!

      Wichtig ist mir, nur noch das zu besitzen, was ich wirklich brauche und das, was meiner Seele gut tut. Ja, ich glaube das ist es auf den Punkt gebracht 🙂

      lg
      Maria

  7. Liebe Maria!
    Ich verfolge deinen Blog seit deiner Blogpause :-). Dein Buchtipp mit DanShaRi hat mich nicht losgelassen und ich habe mir sofort das Buch gekauft und in einem Rutsch gelesen. Schon während der ersten Seiten kribbelte es mir in den Fingern, endlich mit dem ausmisten zu beginnen. Als ob ich bis dahin nach einem Grund zum ausmisten gesucht hatte, mit dem Buch hatte ich ihn:-). Nun entrümpele ich schon seit Wochen und bin noch lange nicht am Ende (wo kommt nur das viele Zeug auf einmal her) aber es fühlt sich unheimlich gut an. Ich konnte feststellen dass durch die Tätigkeit im außen auch im inneren auf einmal viel in Bewegung kam und konnte immer besser und schneller innerlich bestimmte Dinge und Dramen loslassen, entrümpeln, verzeihen. Mein Asthma hat sich auch gebessert, als ob ich jetzt freier durchatmen kann. Insofern kann ich deine Ansichten und Erfahrungen alle bestätigen. Es ist unglaublich, wieviel Erinnerungsstücke ich los gelassen habe, bis dahin hätte ich nicht geglaubt dass es so viel ist. Und ja, du hast recht, die Erinnerung ist in einem selbst und man braucht eigentlich keine Gegenstände, um diese abzubilden :-). Genau dasselbe habe ich durch das Entrümpeln gelernt. Liebe Grüße, Jana

    • Hallo Jana!

      Jetzt läuft es mir gerade kalt über den Rücken. Dass Dein Asthma sich gebessert hat ist sensationell! Ich freue mich total für Dich!

      Du klingst auch wirklich richtig begeistert, man spürt, dass Du mit Herz und Seele dabei bist und wie gut es Dir tut!

      Ich danke Dir von ganzem Herzen für Deine nette Rückmeldung und für Deinen Erfahrungsbericht!

      liebe Grüße retour
      Maria

      • Liebe Maria!
        Oja, anscheinend hat meine Seele diese Entrümpelungskur gebraucht, ich war und bin immer noch mit Feuer und Flamme dabei ;-). Tagebücher verbrennen ist übrigens eine gute Idee von dir; ich hatte meine durch den Schredder gegeben was sich besser anfühlte als sie so in die Tonne zu legen. Wahrscheinlich ist auch ausschlaggebend, wie man mit den Dingen umgeht die man ausmistet, also nicht achtlos in die Tonne werfen sondern sie noch einem guten Zweck oder Ritual (verbrennen, Stück für Stück schreddern) zuführt. Ich habe immer irgendwie das Gefühl, diese Dinge haben mir einige Zeit gedient und nun entlasse ich sie dankbar aus meinem Besitz. Das hat mir das loslassen auch sehr erleichtert und mir Freude bereitet. Wegen dem Asthma hat mir meine Heilpraktikerin bestätigt, dass eine Besserung durchaus möglich ist wenn es der Seele richtig gutgeht. Ich schicke dir das Gute gern zu, auf dass es dir in deiner Arbeit hilft 🙂

      • Hallo Jana!

        Schredder ist auch gut für ein Ritual. Habe ich nur nicht, sondern einen Feuerkorb für die Terrasse, den ich schon mehrmals für Rituale dieser Art verwendet habe.

        Danke für die lieben Wünsche!

        lg
        Maria

  8. Erstaunlicherweise fingen mein Mann und mein Sohn auch irgendwann an, ihr Zeug zu entrümpeln, damit hatte ich nie im Leben gerechnet. Gerade mein Sohn, der mit 14 immer noch alles aus der Kinder- und Kleinkindzeit behalten wollte, trennte sich auf einmal von vielen Dingen. Entrümpeln wirkt also ansteckend ;-). Ich bin sehr dankbar, dass ich auf deinen Blog gestossen bin und freue mich auf deine Beiträge!

    • Hallo Jana,
      da stimm ich zu irgendwann packte es auch meinen Mann und er entsorgte so ca. 50 Gläser von Raciglas bis Weizenbierglas oder ging zu seiner Werkbank – wo alles liegt was man noch brauchen kann…. *grrr es wurde weniger und auch der Sohn machte plötzlich mit.
      LG
      Ursula
      PS: Und dass Dein Astma besser wurde das glaube ich darüber bin ich schon in Büchern gestoßen
      LG
      Ursula

  9. Hallo Maria,

    nachdem geraume Zeit dein Blog ruhte, um so schöner gleich so viel Neues von dir mitzubekommen. – Ich habe schon wochenlang nicht mehr vorbeigeschaut. –

    Ich bin die Entrümplerin im Alltag. Mein Ansatz ist, dass die Dinge nicht in ein paar Monaten zu mir gekommen sind, dann braucht es halt auch eine gewisse Zeit bis sie wieder gegangen sind. Wichtig ist bei mir vor allem, dass ich auf die Zufuhr neuer Dinge achte.

    Mittlerweile bin ich beim „Feintuning“ angekommen: CDs, Briefe, LPs, Fotos und sehr persönliche Gegenstände. Da brauche ich auch eine bestimmte Stimmung, um mich der Vergangenheit zu stellen. Und die wird irgendwann da sein und dann geht es sicherlich ruckzuck. Und wenn nicht, ist das auch in Ordnung.

    Und natürlich sind da Unmengen an Kleidungsstücke, die ich in dem Sinne nicht brauche. Es macht mich aber ganz im Sinne von M. Kondo glücklich, die Möglichkeit von zig Kombinationen zu haben.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende

    Charlotte

    • Hallo Charlotte!

      Es freut mich sehr, dass Du nach meiner Blogpause wieder zu meinem Blog zurück gefunden hast!

      Über die Methode des Entrümpelns im Alltag habe ich ja in meinem zweiten Beitrag geschrieben. Das mache ich auch laufend. Gerade heute habe ich wieder einiges ausgemistet und bringe es auch gleich in den Kostnixladen vorbei.

      Finetuning finde ich einen schönen Ausdruck. So geht es mir gerade beim Kleiderschrank. Ich bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden, aber das eine oder andere Teil kommt trotzdem noch weg. Weil ich beim Tragen drauf komme, dass ich mich doch nicht so wohl fühle wie gedacht.

      Danke für Dein langes Kommentar und ich wünsche Dir auch ein wunderschönes WE!

      lg
      Maria

  10. Ein wunderbarer Beitrag, liebe Maria. Ich habe jedes Wort verschlungen und schon beim Lesen an viele Gegenstände gedacht, die hier oben und unten schlummern und für die es bald Zeit wird, zu gehen. Danke für deine Anregungen und Gedanken dazu.

    Herzensgrüße ♥ Anni

    P.S. Die Vitrine ist toll. Da sind die Figürchen gut aufgehoben und beim Nase platt drücken bist du den Erinnerungen nah.

    • Hallo Anni!

      Es freut mich sehr, dass ich Dich wieder ein Stück weit anregen konnte auch bei Dir in die eine oder andere Ecke genauer zu schauen. Du bist ja auch schon lange am Entrümpeln dran. Ich habe Deine Beiträge dazu noch gut in Erinnerung. Sie haben mich damals auch immer wieder inspiriert und ich glaube, dass ich mich schon durch Dich dem Thema wieder angenähert habe im letzten Jahr.

      Das ist ja auch das, was mich am Bloggen so fasziniert, diese gegenseitige Inspiration!

      Herzliche Grüße retour und ein wundervolles WE!

      lg
      Maria

      • Und wie, liebe Maria! ich habe schon einen Papierstapel, der sich – warum auch immer – hier hartnäckig hielt, entsorgt. Yeah. Ich freue mich auch immer wieder über Entdeckungen in deinem und in anderen Blogs. ♥

        Das wundervolle Wochenende ist bei mir leider etwas getrübt von Halsweh und Schnupfen, aber egal, auch das geht irgendwann wieder vorbei und ich mache es mir jetzt auf dem Sofa gemütlich und trinke weiter fleißig heißen Tee.

        Hab es fein, Herzensgrüße ♥ Anni

  11. Pingback: Sonntags Top 7 #87 | antetanni sagt was | antetanni

  12. Liebe Maria,

    vielen Dank für Deinen Text.
    Die Frage, was mit Erinnerungsstücken geschehen soll, finde ich sehr interessant. Ich habe hier auch so manches Stück, das in irgendweiner Kiste im Keller oder Schrank sein Dasein fristet. Aber was bringt es mir, wenn ich es doch nie sehe?
    Deine Idee mit der Glasvitrine finde ich super! So hast Du die Erinnerungen immer in Deiner Nähe und holst Dir ein Stück Kindheit in den Alltag! Wunderbar!
    Ich werde es als Anregung mitnehmen und mir Gedanken dazu machen, wie ich mit meinen Erinnerungsstücken umgehen möchte.

    Viele Grüße von
    Tanja

    • Hallo Tanja!

      Es freut mich sehr, dass Dir meine Gedanken gefallen und dass Du was für Dich mit nehmen kannst.

      Der Aufbau der Vitrine ist jetzt ja schon gut 3 Monate her. Ich habe es noch keine Minute bereut, im Gegenteil. Die Entscheidung fühlt sich gut an und ich schaue die Glasfiguren einfach gerne an.

      Dabei mag ich Deko normalerweise gar nicht so gerne. Aber das ist etwas ganz Anderes.

      Ich wünsche Dir fruchtbringende Gedanken und sende liebe Grüße

      Maria

  13. Liebe Maria,
    ich bin noch weit weg vom Keller-Entrümpeln. Da unten liegen ebenfalls viele Erinnerungsstücke, die mit meinen Eltern zu tun haben – wobei meine Mutter ja noch lebt, aber als bettlägeriger Pflegefall nichts mehr mit den Dingen anfangen kann. Einige der Stücke habe ich bereits in mein Leben integriert, z.B. hängen ein paar Mitbringsel meiner Eltern jetzt bei uns im Garten an einer Mauer, weil sie da hinpassen. Manches ist einfach da, weil es da ist und weil ich es nicht wegwerfen möchte. Warum nicht? Weil ich an ein Weiterleben der Dinge nach dem eigenen Tod glaube 😉 Ich bin z.B. unheimlich froh, dass meine Mutter die alten Fotos ihrer Eltern aufbewahrt hat (das sind viele!) Sie erzählen mir Geschichten, bringen Bewegung in ein bereits vergangenes Leben. Meine Großmutter väterlicherseits war keine Aufheberin – und das tut mir heute sehr leid. Da gibt es viele Lücken für mich. Manchmal kann man selbst nicht absschätzen, wie wichtig den Nachkommen gewisse Erinnerungsstücke sind. Ich liebe z.B. das Tourentagebuch meines Vaters. Ich habe ihn dadurch auf eine andere Weise kennengelernt als ich ihn zuvor kannte. Ich konnte mit dem JUNGEN Vater Kontakt aufnehmen, den ich nie kennengelernt hatte. Darf ich meine eigenen Tagebücher daher wirklich verbrennen? Wie würde ich selbst über diesen Schritt in 20 Jahren denken, wenn ich vielleicht Lust bekomme, nochmal in meiner Vergangenheit zu kramen? Wie würde ein noch ungeborener Enkel von mir darüber denken, der womöglich die „Welt von Damals“ oder „Großmutters Gedanken“ gerne kennenlernen würde…? Und ich bin froh über jedes Kleidungsstück, das ich in den letzten 30 Jahren NICHT weggegeben habe, denn derzeit spiele ich mit allen begeistert herum! Stellt sich also die Frage – werde ich jemals den Keller (oder sonst etwas) entrümpeln?
    Herzlichst, die Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2017/11/herbstausstellung-herbstgeburtstag-und.html

    • Liebe Traude!

      Ich kann Deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Selbst bin ich auch sehr froh über die wenigen Bilder meiner Eltern und Großeltern, die ich aufbewahrt habe. Die würde ich auch nie weg geben. Sie sind ein Teil meiner Vergangenheit, der damit verschwinden würde, da meine Kinder ihre Großeltern nie kennen gelernt haben.

      Bei meinen Tagebüchern sehe ich das etwas anders. Darin sind wirklich sehr persönliche Gedanken fest gehalten, von denen ich nicht will dass sie irgend jemand liest.

      Also anders als mein Reisetagebuch von Frankreich z.B., das wäre voll ok. Da berichte ich über das, was ich gesehen habe und habe Andenken eingeklebt. Das könnte jeder ansehen.

      Ich denke, es geht wie so oft darum die Spreu vom Weizen zu trennen. Vieles ist unnötig und das darf gehen. Anderes sind wertvolle Erinnerungen und die sollen bleiben.

      Entscheidend für mich war, ob ich den Dingen einen Platz in meinem Leben geben möchte oder nicht. Wenn nicht, dann sollten sie auch nicht in einem Karton im Keller stehen.

      Vielen Dank für Dein ausführliches und anregendes Kommentar, hat mich nachdenklich gestimmt!

      lg
      Maria

  14. *Seufz* ja der Keller – der unter Anderem den Nachlass meines vor 3 Jahren verstorbenen Vaters beherbergt … den hab ich auch noch vor der Brust.
    Gerade das Nachlass sortieren schaffe ich auch nur in eher homöopathischen Dosen. Einiges an Papierkram habe ich im Laufe dieses Jahres bewältigt, etliche Bücher aus der geerbten Bibliothek, welche ich doch nie lesen werde, verschenkt. Aber es ist immer noch ein ziemlicher Berg übrig.
    Keller sind wie schwarze Löcher. Unversehens haben sie wieder Materie angezogen, ob man will oder nicht 😉
    Ich bewundere deinen Elan. vielleicht schaff ichs ja, mich anstecken zu lassen und über die Weihnachtspause ein Kellerentrümpelungsprojekt zu starten.
    LG
    Astrid

    • Hallo Astrid!

      Das hast Du schön gesagt mit den schwarzen Löchern.

      Aber ich kann (leider) auch bestätigen, dass das Sortieren eines Nachlasses immer emotional sehr herausfordernd ist und deshalb ist es gut, wenn man es in homöopathischen Dosen macht. Ich musste auch ganz oft eine Pause einlegen und tief durchatmen.

      Wenn es bei Dir erst 3 Jahre her ist, dann ist es sicher noch einmal schwerer als bei mir.

      Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!

      lg
      Maria

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  19. Hallo,

    ja die Sache mit den Erinnerungsstücken ……. mein alter Steiffbär 55 Jahre alt isser aber ganz ehrlich auf dem Speicher liegt er rum, im Kleiderschrank in der Ecke hinten isser gerade ich weiß nicht was ich mit ihm anfangen soll….. die Vase welche mir mein Vater mal aus einem Edelmetall gedreht hat ja die ist integriert und wird auch benutzt gerne sogar.

    Die Kinder haben jeder eine Kiste da sind ihre ersten Schuhe drin,ihre ersten Kleider ein Lieblingsspielzeug ein paar Erinnerungsstücke und wenn ich es schaffe Fotobücher und ein paar einzelne Fotos.
    Mein Tagebuch,Mein Poesiealbum das is weg. Die volluminöse Sammlung von den ganzen Playmobilfiguren der Kinder…. ehrlich wir haben sie weg.

    Mein Bruder ist 45 das ganze Spielzeug ist noch bei meiner Mutter benutzt keiner spielt keiner……

    Meine Mama die hat nach dem Tod meines Vaters vor drei Jahren vieles entsorgt. Und auch sonst vieles minimiert. Find ich gut -aber trotzdem wenn meine Mama mal nicht mehr ist das ganze Zeugs was noch drinsteckt im Haus…. mir graut.

    Die Vitrine finde ich super.

    LG
    Ursula
    PS: Ich werde die Sache mit den Fotos und Dias angehen und Erinnerungsstücke also Fotobücher erstellen ja genau das isses und ein bisschen digitalisieren lassen für die Kinder

    • Hallo Ursula!

      Finde ich schön, dass Du Dich durch meine Beiträge so inspirieren hast lassen und nun wieder einen Schritt weiter gehst!

      Meine Eltern sind beide schon verstorben, dadurch ist bei mir auch um einiges mehr herum gestanden als sonst üblich ist in dem Lebensalter. Aber es wurde halt einiges vorweg genommen, was üblicherweise etwas später ansteht.

      Spielsachen meiner Kinder stehen bei mir noch sehr viel herum. Jetzt ist es auch ein blöder Zeitpunkt die weg zu geben, wo ich sie schon so lange aufgehoben habe. Die Kinder sind erwachsen und stehen vor der Gründung einer eigenen Familie.

      Viel Freude beim Gestalten der Fotobücher!

      lg
      Maria

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