Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit

Vor einigen Wochen war mein Warmwasserboiler kaputt und ich hatte kein warmes Wasser mehr. Zuerst kam der Installateur und meinte ihn reparieren zu können. Nachdem der Boiler aber mit Nachtstrom aufgeheizt wird, haben wir natürlich erst am nächsten Tag bemerkt, dass die Reparatur nicht funktioniert hat.

Also wieder kein warmes Wasser dafür ein Anruf beim Installateur mit der Bitte ein Angebot für einen neuen Boiler zu unterbreiten. Bis der dann geliefert und montiert wurde vergingen noch 2 Tage und eine weitere Nacht hat es gebraucht, dass das Wasser mit dem Nachtstrom erwärmt wurde.

Viel Zeit um über unser Leben heute nachzudenken und darüber, wie es früher so war.

Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit

Meine Oma wurde fast 80 Jahre alt und hat bis zu ihrem Ableben in einer sogenannten Substandard-Wohnung gelebt. Die klassische Zimmer-Küche-Kabinett Wohnung, wobei das Kabinett einen gesonderten Eingang hatte und nur über das Stiegenhaus erreichbar war. Es wurde eigentlich nur als Abstellraum genutzt um das Eingekochte zu lagern und blieb im Winter ungezeigt. Ja, es gab noch nicht einmal eine Möglichkeit, dieses Zimmer zu heizen!

Gelebt hat sie in der Küche von rd. 16 m², das kleine Schlafzimmer wurde tatsächlich nur zum Schlafen verwendet. Auch das Schlafzimmer konnte nicht beheizt werden. Man musste die Türe zur Küche offen lassen, damit ein wenig Wärme hinein kam.

Es gab zwar Strom aber kein fließendes Wasser, das eiskalte Wasser wurde im Gang geholt. Um nicht wegen jeder Kleinigkeit raus zu müssen, hatte sie in der Küche eine große Kanne, mit der sie mehrmals am Tag Wasser holte.

Im Winter war es mit dem eiskalten Wasser nicht so schwierig, nachdem sie die Küche als einziges Zimmer mit festen Brennstoffen heizte, stand immer ein großer Topf mit Wasser am Herd. Neben dem Ofen war ein Hocker, also ein Stuhl ohne Lehne. Auf diesem Hocker stand eine große Emailschüssel, die als „Waschbecken“ diente. Unter dem Hocker war der große Kübel, welcher den Abfluss ersetzte. Das schmutzige Brauchwasser und anderen flüssigen Abfälle wurden in diesem Kübel gesammelt.

Wenn der Kübel voll war, wurde er im WC, welches sich im Halbstock unter der Wohnung befand, entsorgt. Vor allem im Winter habe ich das WC gehasst, weil es nicht nur im Gang sondern auch im WC eiskalt war. Sich auf diese eisige Brille zu setzen war eine Qual.

Nachdem es keinen Wasseranschluss gab, hatte meine Oma natürlich weder Waschmaschine noch Geschirrspüler. Das Geschirr wurde in einem speziellen Kästchen abgewaschen. Es hatte einen aufklappbaren Deckel, damit die Arbeitsfläche verwendet werden konnte. Darunter kamen 2 Waschschüsseln zum Vorschein, in denen der Abwasch erledigt wurde. In der einen Schüssel wurde abgewaschen und in der anderen gespült.

so ähnlich sah der Spültisch aus

so ähnlich sah der Spültisch aus

Im Nebengebäude von dem Haus, in dem meine Oma wohnte, gab es eine baufällige Waschküche. Da wurde die Wäsche gewaschen. Aber natürlich gab es auch hier keinen Wasseranschluss und noch nicht einmal Strom. In der Waschküche war ein gemauerter Waschkessel, der mit Holz befeuert wurde. Auf einer Waschrumpel wurde die Wäsche vorbereitet und dann im Waschkessel ausgekocht. Je nach Material der Wäsche war zuerst die weiße dran, die tatsächlich gekocht wurde und dann, wenn das Feuer ausging und das Wasser abgekühlt war, wurde im selben Wasser dann die bunte Wäsche gewaschen.

Als ich klein war, hat meine Oma die gesamte Wäsche auch noch mit der Hand ausgewrungen bevor sie aufgehängt wurde. Später hatte sie sich eine Wäscheschleuder gegönnt. Die stand im Kabinett und darin konnte sie die Wäsche schleudern, das Wasser wurde in einer Schüssel aufgefangen.

Selbst im hohen Alter von rund 75 Jahren (das war bis zum Jahr 1985!) hat sie bis auf die Bettwäsche die gesamte Wäsche mit der Hand gewaschen.

Warum ich das alles erzähle?

Einerseits weil sich das junge Menschen mit der heutigen Technik gar nicht mehr vorstellen können. Das ist alles noch gar nicht so lange her!

Wir sind verwöhnt, können uns nicht vorstellen ohne fließendes warmes Wasser, ohne Strom und ohne eigenes WC zu leben.

In den Tagen ohne Warmwasserboiler habe ich bemerkt, dass es auch einfacher geht.

Wir sind ganz gut ohne warmes Wasser ausgekommen. Wenn ich meine Hände wasche, muss es kein warmes Wasser sein. Natürlich haben wir eine Geschirrspülmaschine und eine Waschmaschine und insofern war ich nur ganz wenig auf das warme Wasser aus meinem Boiler angewiesen. Das hat das Leben schon sehr vereinfacht.

Ein einziges Mal habe ich das Wasser erwärmt, als ich die großen Töpfe, die nicht mehr in den Geschirrspüler gepasst haben, abwaschen wollte.

Geduscht habe ich im Fitness-Studio (damals ist auch mein Beitrag „Wie weit haben wir uns eigentlich wirklich von der Natur entfernt #2“ entstanden) und Herr Widerstand bei seiner Mutter, als er bei ihr auf Besuch war.

Bei der Gelegenheit habe ich darüber nachgedacht, wie die Körperpflege damals war. Meine Oma hat sich jeden Abend mit Hilfe der Waschschüssel gewaschen. Dafür wurde am Herd das Wasser erwärmt. 1-2 mal pro Woche wurde der Waschzuber vom Dachboden geholt. Sie hatte ja kein Badezimmer! Dann wurde etwas mehr Wasser heiß gemacht. Das war natürlich kein Vollbad wie wir es kennen, aber als Kind hatte ich schon zur Gänze Platz. Meine Oma hat sich hinein gehockt und gewaschen.

Das war natürlich Schwerarbeit, so viel Wasser in den Waschzuber zu füllen und danach auch wieder zu entsorgen.

Hier liegen meine Wurzeln

Ich habe das einfache Leben bei meiner Oma kennen gelernt, vielleicht hat sie damit sogar dazu beigetragen, dass ich auch mit weniger zufrieden bin und in Situationen wie dieser ohne Boiler sofort weiß, wie ich damit umgehe und gut zurecht komme.

Es ist nicht so, dass ich in diese Zeit wieder zurück will, natürlich ist es bequem und viel einfacher wenn das warme Wasser direkt aus dem Wasserhahn fließt. Und ich habe mich auch ganz schnell darum bemüht, dass alles wieder funktioniert.

Wenn ich allerdings die heutige Gesellschaft betrachte nehme ich wahr, dass rasch eine hohe Unzufriedenheit herrscht, wenn das Leben nicht auf höchstem Niveau läuft. Es braucht einen Geschirrspüler und es braucht einen Wäschetrockner. Über Alternativen wird gar nicht nachgedacht. Wenn es aus finanziellen Gründen nicht gleich möglich ist ein defektes Gerät zu ersetzen, fühlen sich diese Menschen arm.

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass meine Oma so gelebt hat. Sie wurde 1911 also vor rund 100 Jahren geboren und ist 1988 verstorben.

Heute will keiner mehr so leben

Das Haus, in dem sie gelebt hat, wurde vor rund 20 Jahren renoviert. Nachdem ein Bewohner nach dem anderen herausgestorben war, konnten keine Nachmieter gefunden werden. Niemand wollte mehr unter diesen Umständen leben. Also wurden die Wohnungen umgebaut, 2 Wohnungen zusammengelegt und eine richtige Küche und ein Bad mit fließendem Wasser eingebaut.

Das ist nicht überall auf der Welt so

Was wir bei dem allem vergessen ist, dass es noch immer ganz viele Menschen auf der Welt gibt, die in winzigen Zimmern leben, viele Menschen auf engem Raum ohne elektrischen Strom, ohne eigenes WC. Diese Menschen kämpfen täglich ums Überleben, verdienen zu wenig um davon zu leben aber zu viel um zu sterben. Sie arbeiten auch hart dafür, oft viele Stunden am Tag, ein Arbeitsinspektorat und geregelte Pausen gibt es nicht. Auch die Kinder müssen mitarbeiten um die Familie zu ernähren, sie können daher nicht in die Schule gehen um sich zu bilden.

Wer davon profitiert sind wir in den westlichen Ländern. Mit unserem Konsumverhalten tragen wir dazu bei, dass es weiterhin so viel Ungerechtigkeit gibt auf dieser Welt. Vielleicht sagen wir uns sogar „Naja, wenn wir diese Kleidungsstücke nicht kaufen würden, dann hätten „die dort“ gar keine Arbeit!“

Aber damit können wir uns nicht rein waschen, wir waschen uns Hände keinesfalls in Unschuld sondern tragen aktiv dazu bei, wenn wir nicht bereit sind einen fairen Preis für Kleidung und Lebensmittel (vor allem Reis, Kaffee und Schokolade) zu bezahlen.

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66 Kommentare zu “Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit

  1. Vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag! Du sprichst mir aus der Seele! Die meisten Menschen wissen wirklich nicht, wie gut es ihnen heute geht. Aber geht es uns denn wirklich gut mit all dieser Fülle, die uns 24 Stunden am Tag angeboten wird? Nein, ganz sicher nicht! Wir sind einfach übersättigt, überfordert und wissen die einfachen Dinge des Lebens nicht mehr zu schätzen. Wir verlernen zu leben. Statt dessen jammern wir auf hohem Niveau, weil unser Fernseher nicht groß genug oder das Auto vor der Tür nicht schnell genug ist. Grund genug für mich umzudenken. Ich bin gerade dabei, mich von den Unmengen an Dingen, die mich umgeben und die ich eh gar nicht brauche, zu trennen, und mich mit wesentlicheren Dingen des Lebens zu befassen: das einfache Leben genießen und was ich kann selbst zu machen, um von dieser Konsumgesellschaft unabhängiger zu werden! Liebe Grüße, Doris

    • Hallo Doris!

      Du sagst es! Durch die Übersättigung mit Dingen, die viel zu leicht zu beschaffen sind, geht die tiefe Befriedigung verloren, etwas selbst zu schaffen.

      Viele fühlen sich innerlich leer, vermissen etwas, ohne zu wissen was.

      Einen möglichen Ausweg sprichst Du an, die Dinge loszuwerden, die man nicht braucht und sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren.

      Viel Erfolg und berichte mal ab und zu von Deinen Erfahrungen!

      lg
      Maria

    • Liebe Doris, da hast du recht. Aber das ist nicht mal böse gemeint von den jüngeren Generationen. Sie kennen es einfach nicht mehr anders. Schöne Grüße aus Dresden von der (38jährigen) Sandra

      • Hallo Sandra!

        Böse gemeint ist es ganz sicher nicht! Eigentlich finde ich die Situation eher traurig und tun mir die jungen Leute heute leid (die so um die 20 meine ich).

        Viele wirken so ziellos und chronisch unzufrieden auf mich. Als wüssten sie oft nicht, wofür es sich lohnt zu leben.

        Das 30. T-Shirt ändert nichts daran auch wenn die Werbung das oft anders erscheinen lässt.

        lg
        Maria

  2. Danke für diese Einsichten. Ich konnte mir zwar vorstellen, dass es damals nicht wirklich einfach war, aber deine Schilderungen haben mich sehr zum Nachdenken angeregt. Ob das heute alles wirklich so sein muss. Ob man wirklich alles immer so braucht. Einbauküche, Waschmaschine, Staubsauger…
    Wir Leben im Schlaraffenland. Das sollten wir nie vergessen. Aber woher sollen wir das wissen, wenn wir nie anders gelebt haben und dieses wirklich nicht „einfache Leben“ kennengelernt habe?

    • Hallo Daniel!

      Ich bin sehr dankbar, dass ich zumindest einen Einblick in diese sehr einfache Art zu leben bekommen habe.

      In den letzten 4 Jahren habe ich mich immer mehr versucht mich den Erfahrungen anzunähern, die ich früher gemacht habe.

      Bemerkt habe ich, dass es unglaublich befriedigend für mich ist, etwas zu erschaffen, etwas selbst herzustellen, etwas zu reparieren.

      Mir tut das gut.

      Vielleicht lese ich ja bald einmal auf Deinem Blog, worüber Du so nachgedacht hast?

      lg
      Maria

  3. Liebe Maria,
    meine Oma hat sehr viel von früher erzählt. Vom Leben auf dem Bauernhof, kein fließend Wasser, das Klo war auf der anderen Seite des Hofes, etc. Aus ihren Erzählungen konnte ich aber die Freude und die Zufriedenheit heraushören. Sie hat sich nie über die zu viele Arbeit beschwert.
    Ach ich halte manchmal inne und frage mich, ob wirklich dies und das brauche.
    Leider wissen die jungen Leute von heute (dazu gehört auch meine Tochter) die Annehmlichkeiten heutzutage gar nicht zu schätzen.

    Danke für diesen tollen Beitrag, der sehr zum Nachdenken anregt.
    Liebe Grüße
    Gusta

    • Hallo Gusta!

      Schön wieder einmal von Dir zu lesen!

      Ja die Sache mit den Kindern, die so ganz anders aufgewachsen sind und keine Not sondern nur Überfluss kennen ist wirklich schwierig. Nicht nur, dass sie die Annehmlichkeiten nicht zu schätzen wissen, es ist vielmehr so, dass sie trotz Überfülle chronisch unzufrieden sind.

      Aber kaufen macht nicht glücklich, nur etwas selbst zu schaffen macht zufrieden – zumindest ist das meine Erfahrung.

      Schön, dass Deine Oma Dir in Erzählungen so viel mitgeben konnte!

      lg
      Maria

  4. Ich kann mich auch noch an solche Zeiten erinnern, auch überwiegend durch meine Oma. Aber auch durch den Schrebergarten meiner Eltern. Da gab es ganz viele Jahre keinen Strom. Vermisst haben wir das trotzdem nicht und ich denke, dadurch weiß man sich heute oftmals besser zu helfen.

    • Hallo Uta!

      Ja im Garten der Schwiegermutter gibt es auch keinen Strom und eigentlich auch kein fließendes Wasser. Nur den Gartenschlauch halt. Und WC gibt es auch keines, für Notfälle ein Campingklo.

      Aber das stört gar nicht. Hauptsache wir haben immer gutes Gemüse zu ernten 😉

      lg
      Maria

  5. Ich war eben auch auf einer Zeitreise.
    In meiner Kindheit verbrachte ich sehr viel Zeit bei meiner Ur Oma.
    Einmal über die Straße und ich war da. Ich erinnere mich gerne daran und bei ihr war auch Handwäsche angesagt, hing immer im Hof zum trocknen.
    Meine Oma hatte es da etwas einfacher, aber sie betreute neben ihrer Arbeit noch einen Schrebergarten, ich denke oft an die Sommer die ich dort verbracht habe.
    Damals nicht wirklich begeistert vermisse ich es heute.
    Genauso wie ich mehr oder weniger begeistert die Handarbeitsgrundtechniken von ihr gelernt habe.
    Alles Dinge die kurz vorm vergessen sind…
    …und das ist das traurige daran.
    Keiner kann Wertschätzen wie gut wir es eigentlich haben.
    Aber das schlimme ist es geht so viel Wissen verloren.

    Manchmal wünsche ich mir das jemand den Strom ausschaltet,
    Was für ein Fest, aber ich kann sagen meine Familie hat mir gezeigt wie es ohne geht.

    Andrea

    PS
    Vor Jahren hat mein Trockner den Geist aufgegeben, für die Reperatur fehlte das Geld.
    In diesm Jahr haben wir zum ersten mal eine Stromgeldrückzahlung bekommen.

    Ich weigere mich immer noch einenneuen Trockner zu kaufen.
    Auch wenn es im Winter mit der Wäsche etwas länger dauert.

    • Hallo Andrea!

      Meine Oma hatte auch einen relativ großen Garten, den sie auch noch betreut hat. Ich habe ihr immer sehr gerne beim Ernten und kochen geholfen.

      Ein guter Teil meiner Liebe zur Natur ist ihr zu verdanken!

      Mit dem Trocknen der Wäsche ist es bei mir ganz seltsam, nämlich genau umgekehrt. Im Winter wird die Wäsche immer ganz schnell trocken, sie braucht nicht einmal einen ganzen Tag. Im Sommer wird die Wäsche manchmal 3 Tage lang nicht trocken wenn ich sie nicht in den Garten hängen kann. Ich wohne in der Nähe von einem Fluss und wenn es regnet ist die Luft im Sommer total feucht im Haus.

      Trotzdem bin ich nicht bereit das Geld für einen Trockner und schon gar nicht für den Strom auszugeben. Das kann man sich schon einteilen.

      lg
      Maria

      • Wir sind in 5 Minuten am Main. Und da kann es auch manchmal ziemlich fies sein.
        Aber ich habe von morgens 7 Uhr bis abends 18 Sonne satt, wenn sie denn scheint (Südbalkon).
        Ich trockne Wäsche fast nur im Bad.
        Höchstens mal Handtücher über den Heizkörpern, wg der trockenen Heizungsluft.

      • Das Badezimmer ist halt sehr klein und da ist ziemlich schnell die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt. Daher dauert das Trocknen dann länger. Je größer der Raum ist und je besser gelüftet wird, desto schneller wird die Wäsche trocken.

        Ich habe meine Wäsche im offenen Wohnbereich, da geht das echt schnell im Winter. Leider ist die Optik im Wohnzimmer halt nicht so toll, aber das nehme ich in Kauf.

        lg
        Maria

  6. Sehr schöner Text der mich an meine Uroma erinnert!
    Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass sie auf ihrem Holzherd immer einen Topf warmes Wasser stehen hatte! =)

    Ich selbst hab vor gut 10 Jahren für 6 Monate in brasilianischen Favelas gelebt. Wir hatten zwar fließend Wasser, dank einer Pumpe. Aber kein warmes Wasser. Auch keine Waschmaschine. Draußen gab es ein Becken aus Stein mit einer Art Waschbrett. Ausgewrungen wurde auch von Hand. Mir machte das damals nichts aus und selbst heute vermisse ich es als sogar! =)

    Viele Grüße,
    Sarah =)

  7. Liebe Maria,
    mal wieder ein sehr erfrischender Beitrag.
    Ich denke, damals haben gewisse Sachen auch einfach eine gewisse Zeit in Anspurch genommen (z. B. Wäsche waschen). Heute haben wir da meist keine Geduld mehr dafür. Leider sind wir aber nicht unbedingt zufriedener geworden. Ich habe die letzten Wochen auch oft darüber nachgedacht, wie weit wir uns häufig von unserem eigentlichen Leben und auch den einfachen Dingen wegbewegt haben.
    Alles Liebe
    Ina

    • Hallo Ina!

      Wir leben in einer Zeit, wo beide Partner arbeiten um sich alles kaufen zu können wovon sie träumen.

      Die modernen Maschinen im Haushalt haben diese Entwicklung sicher begünstigt.

      Die Frage ist, was wir damit „mitgekauft“ haben.

      Als Frau will ich ganz sicher nicht in die Zeit zurück, wo Frauen abhängig waren und nichts mitzureden hatten in der Partnerschaft.

      Aber die Lösung ist das auch nicht, dass beide bis zum Umfallen arbeiten und nicht mal mehr für die Kinder Zeit haben oder um zu kochen.

      Ein schweres Thema finde ich!

      lg
      Maria

      • Hallo Maria,

        durch meine Erkrankungen bin ich nicht mehr in der Lage, mit arbeiten zu gehen und deshalb finanziell abhängig von meinem Mann. Das hört sich schlimmer an, als es ist.
        Mir fehlt das zusätzliche finanzielle nicht und im nachhinein hat sich herausgestellt, dass wir damals nicht MEHR Geld zur Verfügung hatten. Ich habe immer in Jobs gearbeitet, die nicht toll bezahlt wurden und so ist mein Verdienst immer für das zweite Auto draufgegangen.
        Tatsache ist, dass wir jetzt tatsächlich Geld einsparen, da ich viele Dinge mittlerweile selber mache. Und das gibt mir so ein gutes Gefühl, was ich mit dem dazu verdienen niemals hatte.

        LG von Karin

      • Hallo Maria,

        ja, ich finde das einfach toll. Vor allem, weil ich auch noch Arthrose in verschiedenen Gelenken habe und deswegen auch noch körperlich eingeschränkt bin.

        Ich bin total überrascht, dass ich doch noch so viel (trotz Einschränkung) machen kann. Geht halt nicht mehr ganz so schnell, aber das macht ja auch nichts.

        LG von Karin

  8. Maria, du sprichst mir einmal wieder aus dem Herzen.
    Ich war auf der Suche nach einer neuen Waschmaschine. Meine 20 Jahre alte Miele fängt langsam an, die Wäsche zu zermalmen statt zu waschen. Da habe ich doch sehr gestaunt über die vielen neuen Programe und Funktionen, die Waschmaschinen heutzutage haben (müssen?). Wer braucht das eigentlich alles?
    Ich bin allerdings froh, nicht die gesamte Wäsche mit der Hand waschen zu müssen. Aber es kann nicht schaden, sich zwischendurch einmal daran zu erinnern, wie luxuriös wir hierzulande und heutzutage leben. Das erdet einen sehr gut. 🙂
    Liebe Grüße, Christine

    • Hallo Christine!

      Meine letzten Urlaubsreisen haben entweder mit kleinem Rucksack oder doch zumindest so lange gedauert, dass ich nicht genug Bekleidung mitnehmen konnte. Da musste auch immer wieder mal etwas ausgewaschen werden und so schlimm ist das eigentlich gar nicht.

      Meine Waschmaschine habe ich auch schon sicher mehr als 15 Jahre und ich hoffe, sie hält noch sehr lange.

      lg
      Maria

  9. Hach, das erinnert mich an die Urlaube beim Opa, der hatte nur fließend Kaltwasser und noch ein echtes Plumpsklo (was hatte ich da als Kind für faszinierte Angst). Ein ganz kleines bisschen erleben wir die Einfachheit beim Campen. Klar gibt es (saubere?) Duschen und WC-Anlagen, doch schon die Benutzung dieses Nebeneinanders fiel am Anfang etwas schwer und ich bin froh, von den hochtrabenden Ansprüchen regelmäßig auf den Boden der Tatsachen geholt zu werden. Und der Wert des Wassers wird auch umso klarer, je weiter der nächste Wasserhahn entfernt ist.
    Schöner Beitrag!
    lg Petra

    • Hallo Petra!

      Campingurlaube habe ich auch einige gemacht und ich muss sagen, die intensive Nähe zur Natur mag ich schon sehr gerne. Das ist jetzt nicht unbedingt auf einem großen Campingplatz zu finden, aber es gibt schon noch einige Kleinode, wo man das erleben kann.

      lg
      Maria

  10. Hallo Maria,
    danke für deine Erinnerungen! Bei meiner Oma muss das Wasser für die Küche immer aus dem Badezimmer (das sie irgendwann selbst eingebaut haben) geholt werden, da in der Küche kein Wasseranschluss ist. Außer in der Küche gibts nirgendwo eine Wärmequelle. Im Schlafzimmer ist es immer bitterkalt.

    Ja, die jüngere Generation (und da zähle ich halt auch dazu) hat sich an die Annehmlichkeiten gewöhnt. Für uns sind viele Dinge selbstverständlich. Kommt halt immer drauf an, was man von zu Hause her kennt. Meine Mutter hatte bis vor ein paar Jahren keinen Geschirrspüler. Auch mich stört das Abwaschen per Hand nicht.
    Einen Wäschetrockner würde ich gar nicht wollen. Frisst viel zu viel Strom und Platz. Mal ehrlich, wir haben alle genügend Kleidung um auf die paar Teile, die grade am Trockenständer hängen zu verzichten.
    Andererseits wüsste ich als Staubsauger-verwöhntes-Kind nicht mal wie ich meine Teppiche ohne ihn sauber kriegen sollte…

    Liebe Grüße, Daniela

    • Hallo Daniela!

      Gerade hast Du eine Erinnerung wach gerufen.

      Früher wurden die Teppich immer wenn es den ersten Neuschnee gab verkehrt in den ersten Schnee gelegt und dann ausgeklopft. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie erstaunt ich war, was da für ein Dreck im Schnee liegen blieb!

      Abgesehen davon hatten wir in der Siedlung eine Teppichklopfstange, wo die Teppich drüber gehängt wurden und dann mit Hilfe eines Teppichklopfers ausgeklopft wurden.

      Das hat immer wild gestaubt und ich fand es einfach nur furchtbar, weil ich immer husten musste. Im Schnee war es viel angenehmer, weil es nicht gestaubt hat.

      Heute sieht man Teppichklopfstangen nur noch in sehr alten Siedlungen, weil sich Dank Staubsauger keiner mehr diese Arbeit macht.

      lg
      Maria

      • Jaja…das Teppich klopfen kenne ich auch noch. Was hat das doch immer gestaubt.
        Heute habe ich nur noch einen recht großen Teppich und den kann ich alleine so ohne weiteres nicht bewältigen. Also wird gesaugt.

        LG von Karin

  11. Zurück in die Vergangenheit. Danke Maria für die Zeitreise. Viele sind unzufrieden heutzutage, dabei haben doch sicherlich auch viele in unserem Alter vergleichbare Erinnerungen an die Lebensumstände der Großeltern. Bei uns war es ähnlich zuhause. Wir hatten einen großen Waschkessel, von unten beheizbar. Darin wurde die Wäsche gewaschen mit einem Waschbrett. Am Samstag wurde darin gebadet. Man musste sich beeilen, denn bald schon wurden die Füße heiß! Einen Fernseher haben wir 1968 bekommen, natürlich schwarz-weiß und das erste Telefon sogar erst 1990!! Es gab ja eine Telefonzelle auf dem Dorfplatz. Unsere Zimmer waren auch nicht beheizt. Nur die Küche und Stube durch den Kachelofen. Wir hatten dicke Federbetten und wenn im Winter die Eisblumen von innen an den Scheiben blühten, haben wir Wärmflaschen aus Metall mit ins Bett genommen. Ich sage, ich hatte eine wunderbare Kindheit und es hat mir an nichts gefehlt 🙂
    Lieben Gruß
    Reni

    • Hallo Reni!

      Wir hatten lange weder Auto noch Fernseher und schon gar kein Telefon. Der Fernseher kam ca. 1974 und Telefon gab es bei den Nachbarn.

      Wenn jemand uns erreichen wollte, hat er bei den Nachbarn angerufen und jemand kam schnell gelaufen um uns zu holen.

      Mein Sohn hat mich mal gefragt, was ich so am Computer gespielt habe als Kind, bis er sich selbst korrigiert hat. Denn natürlich hatten wir keinen Computer und auch keine portable Spielekonsolen.

      Am liebsten saß ich am Kirschbaum im Garten meiner Oma und habe die Welt von oben betrachtet.

      lg
      Maria

      • Ich finde es war eine schöne Zeit. Nicht immer einfach und auf einem kalten Toilettendeckel zu sitzen ist auch nicht schön, aber ich habe die Zeit in guter Erinnerung.
        lg, Reni

  12. Sehr guter Artikel!
    Manches erinnert mich daran, wie meine Oma gelebt hat – allerdings gab´s bei ihr immerhin Strom. Und so selbstverständlich sind die Dinge eben auch heute nicht, jedenfalls nicht überall. Das sollte man sich immer wieder bewusst machen.
    Liebe Grüße
    Christiane

    • Hallo Christiane!

      Vielleicht ist das eine Möglichkeit zufriedener mit dem zu sein, was man hat, wenn man sich immer wieder einmal bewusst macht, dass das alles nicht so selbstverständlich ist und es noch gar nicht so lange her ist, dass alles ganz anders war.

      lg
      Maria

  13. Hallo Maria,
    wow ist das ein toller Beitrag für das Guckloch!
    Ich weiß ja ganz genau von was du schreibst, hatten wir doch bei uns zu Hause in meiner Kindheit auch keine Badewanne und ganz früher ging es sogar über den Hof zur Toilette und gewaschen wurde in einem Waschkessel auf dem Herd! Ja, heute geht es uns gut und wir haben alle Annehmlichkeiten des modernen Lebens, aber glücklicher als die Menschen von Früher, sind wir nicht! Ich werde dich jetzt verlinken und auch in meine Blog-roll aufnehmen, danke für deinen Beitrag!

    • Hallo Susi!

      Freut mich total, dass Dir mein Beitrag und auch mein Blog so gut gefällt. Herzlichen Dank!

      Und Danke auch für den Einblick in Deine Kindheit, wo Du ja offensichtlich auch einige ähnliche Erfahrungen gemacht hast.

      lg
      Maria

  14. Meine Eltern kommen aus der ehm. Sowjetunion. Sie haben dort ein ganz anderes Leben erlebt, zwar schon etwas komfortabler als deine Großmutter, aber ihre Erzählungen haben mich daran erinnert, was ich hier gelesen habe.
    Als wir zu meinen Verwandten dort gefahren sind, habe ich dort auch ein weniger komfortables Leben im Vgl. zu Deutschland erlebt. Es hat mich nie gestört.

    • In anderen Ländern war es sich auch noch einmal ganz anders als heute bei uns.

      Ich habe immer wieder den Eindruck, dass die Menschen früher genügsamer waren als es noch „die Regel“ war weniger zu haben.

      Heute, wo jeder alles habe kann, sind viele Menschen mehr unzufrieden als jemals zuvor.

      lg
      Maria

  15. Ein sehr interessanter Artikel, der Erinnerungen, aber auch zwiespältige Gefühle wachruft. Die Zeiten haben sich rasant verändert, so schnell, dass man in meinem und auch in deinem Alter noch Erinnerungen an dieses ‚Früher‘ hat, wie du es beschreibst.

    Auch ich kenne z.B. noch ein Plumpsklo, das außerhalb des eigentlichen Hauses meiner Großmutter stand, mit einem großen Holzdeckel auf dem kreisrunden Loch, Zeitungspapier zum Abputzen und wenn man den Deckel hob … das faszinierende Gewimmel von Maden. Brrrrr, das wollte ich heut nicht mehr sehen müssen. Als Kind fand ich das interessant.

    Kurz und gut: in frühere Zeiten möchte ich nicht mehr zurück, aber deshalb muss man es heute mit der Verschwendung auch nicht übertreiben. Man muss beim Zähneputzen nicht das Wasser laufen lassen, man muss nicht ständig Kleidung und Bettwäsche wechseln usw. usw.

    Wahrscheinlich kommt es darauf an, seine Verhaltensweisen zu überprüfen und kritisch zu konsumieren. Es gibt so vieles, was man nicht wirklich braucht …

    Liebe Grüße,
    Ingrid

    • Hallo Ingrid!

      Natürlich will keiner und ich schon gar nicht zurück zum Plumpsklo – wie furchtbar war das!

      Verwandte hatten ein Wochenendhaus am Waldrand, da gab es nur Plumpsklo, ich habe es nie geschafft, das war einfach zu eklig.

      Aber ich denke schon dass es darum geht zufriedener zu sein mit dem. was da ist und nicht immer alles sofort haben zu müssen. Auch einmal Alternativen erwägen und einfach achtsam mit den Dingen umzugehen.

      Mir kommt vor, dass Menschen, die das „früher“ kennen gelernt haben sich damit leichter tun und nicht alles sofort als „Verzicht“ deklarieren.

      Wenn der Geschirrspüler kaputt ist und man kein Geld für einen neuen hat, dann kann man auch mit der Hand abwaschen. Nur so als Beispiel.

      lg
      Maria

    • Ingrid, das Plumpsklo hatte mein Opa auch.
      Nu muss ich dabei sagen, dass das Klo direkt im Kuhstall war und es deswegen immer unzählige Brummer und anderes Kleingeflügel und-gekrabbel dort gab.
      Ich habe mich als Kind immer davor geekelt und dann bin ich lieber ins Stroh gegangen.
      Es war schon ganz anders als das Haus, in dem ich aufgewachsen bin. Es gab kein Badezimmer, dafür in der Küche aber eine große Kochmaschine mit einem Rauchfang darüber. Und für die Wasserversorgung gab es eine Pumpe. Das Wasser schmeckte immer sehr merkwürdig und ich mochte es nicht wirklich.

      LG von Karin

      • Hallo Maria,

        oh ja…das war es. Meistens habe ich es mir verkniffen, für kleine Mädchen zu gehen. Jedenfalls so lange, bis es nicht mehr ging. Und dann bin ich aber schleunigst ins Stroh gegangen.
        Nur gut, dass wir selber ein vernünftiges WC haben.

        LG von Karin

  16. Hallo Maria,

    bei deinem Beitrag werden bei mir Erinnerungen wach. 🙂

    Ich frage mich häufig, ob wir eines Tages wieder alle zu weniger kommen, dann aber nicht, weil wir wollen, sondern weil wir müssen.

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • Hallo Philipp!

      Ich würde mir wünschen, dass es eine freie Entscheidung sein wird, mit weniger zufrieden zu sein.

      So wie wir heute die Umwelt ausbeuten, wird sich sich das nicht mehr lange gefallen lassen. Ich hoffe sehr, dass wir in der Lage sind das noch positiv zu verändern.

      lg
      Maria

  17. Hallo Maria,

    dein Artikel ist für mich eine sinnvolle Dokumentation der Lebensumstände unserer Groß- und Urroßelterngeneration.

    Wenn ich heute allerdings einen tendenziell minimalistischen Lebensstil anstrebe, sind gerade Dinge des modernen Lebens wichtig um einen nicht unnötig aufwaendigen Alltag zu leben.

    Wir haben fließend warmes Wasser nur, wenn wir große Mengen brauchen, zum Duschen beispielsweise. Ansonsten bin ich beim Wasserwaermen mit Wasserkocher oder im Winter mit Topf am Ofen. Das ist sehr aufwaendig, laufend steht etwas herum. Wir haben keine Heizung, zum Heizen mit Öfen braucht man viel Ausstattung, Lagerraum für Brennmaterial und sehr viel Zeit. Das gleiche gilt für die Bewirtschaftung eines Nutzgartens.Wir machen viel selber, konsumieren wenig (zum „Shoppen“ fehlt mir schlicht die Zeit), nutzen vorhandenen Platz und Ressourcen produktiv und konstruktiv (Werkstätten, Raum für Lagerung selbst produzierter Lebensmittel…).
    Wir leben in einem alten Haus, in dem eine traditionsbewusste Familie seit Generationen lebt. Konsum hatte hier nie einen Stellenwert, obwohl – oder gerade weil – die Mittel dafür immer zur Verfügung gestanden wären. Es wurde nicht alle paar Jahre alles neu gemacht, ein großer Teil der Einrichtung ist so alt wie das Haus, ein Teil noch älter. Einfach und trotzdem luxuriös.

    Ich sehne mich allerdings nach einem wirklich einfachen Leben, in dem ich Zeit für Dinge finde, die nicht damit zu tun haben, den Allltagsbetrieb einer Familie aufrecht zu erhalten. Und einem Leben ohne all die vielen Dinge, die man zu diesem Zwecke braucht.

    Ich möchte aus meinen eigenen Erfahrungen heraus davor warnen, die guten alten Zeiten schön zu reden. Wirklich einfach leben geht anders.

    Theresia

    • Hallo Theresia!

      Schön reden will ich diese Zeit ganz sicher nicht, ich habe auch geschrieben, dass ich dort hin ganz sicher nicht zurück will.

      Das Leben war damals keinesfalls einfach im Sinne von leicht handzuhaben. Im Gegenteil, z.B. Wäsche waschen war tagesfüllend und ein wirklicher Kraftakt.

      Der wirklich wichtige Punkt ist für mich die Unzufriedenheit der Menschen mit dem, was sie haben obwohl diese beschwerlichen Lebensumstände noch gar nicht so lange her sind.

      Es muss nicht in jedem Zimmer ein Fernseher stehen, damit alle Familienmitglieder ALLEINE den Abend verbringen und sich einsam fühlen und das durch weitere Käufe kompensieren (plakativ ausgedrückt)

      Da würde mir noch viel mehr einfallen. Ich erlebe das bei vielen Jugendlichen heute, die in ihrer ersten Wohnung z.B. unzufrieden sind, wenn sie gebrauchte Möbel stehen haben statt sich daran zu freuen, mit 19 eine eigene Wohnung zu haben.

      lg
      Maria

  18. Ein wirklich toller Text. Bei meiner Oma gab es auch ein Plumpsklo. Bei beiden Großeltern stand ein Holzofen zum Kochen in der Küche, trotz Elektroofen. Ich hab die Schlafzimmer Möbel meiner Großeltern mit in meine erste Wohnung genommen, nicht weil ich mir nichts anderes leisten könnte, sondern weil ich sie so schön finde. Massives Holz, dem man sein Alter ansieht und das noch lange genutzt werden kann.

    Ich mag es beim Zelten, Bergwaldprojekten oder beim Praktikum beim Schäfer/ Landwirt einfach mal mit weniger auszukommen. Da wird man sich wieder bewusst, wie gut es einem geht.

    Ich bin 25 und finde es schlimm, wie vielen in meinem alter es egal ist, was und wie sie Konsumieren. Im Weltladenteam bin ich mit Abstand die jüngste. Und auch die Stammkundschaft ist leider eher die ältere Generation.

    Ich warte schon drauf, bis die heutige Gesellschaft zusammen bricht, denn es kann so wie es aktuell läuft nicht ewig weiter gehen. Aufschwung und Wachstum kann es nur geben, wenn man vorher ganz unten war, und dass ist in Deutschland schon länger her.

    Ramona

  19. Hallo Maria,

    2 Jahren ohne Staubsauger und Waschmaschine und 4 Jahre ohne Waschbecken im Bad kenne ich auch. Und jedes mal ging es total gut. Klar, ist es viel mehr Arbeit. Aber es macht auch Spaß. Die ganz alte Zeit kenne ich nicht, weil ich ohne Oma aufgewachsen bin. Allerdings kenne ich auch die ganz neue Zeit nicht. denke ich manchmal, weil ich S4 und R 8 erst mal googeln muss, wenn ich solche Begriffe auf Blogs lese. Ich hab neulich mal beim Apfelpflücken zu gesehen vom Balkon aus. Weil ich das noch nie gesehen habe. Dann fühle ich mich schon entfremdet.

    Liebe Grüße – Tanja

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  23. Hallo Maria,
    wow, ein toller Einblick in die Geschichte, die mich an die Erzählungen meiner Mama erinnert. Sie wuchs bei ihrer Oma auf – ohne eigenes WC (das auf dem Hof war!), auf die Waschsituation ist ähnlich. In der DDR kaufte sich später meine Mama auch eine eigene Schleuder, vorher wurde auch noch das Waschbrett benutzt zum Waschen. Heute unglaublich. Ich bin sehr froh, dass wir so viele technische Möglichkeiten haben. Die 5 Maschinen Wäsche heute wären sonst nicht möglich gewesen.

    Danke für deinen Beitrag! Teile ich morgen gerne auf Facebook. 🙂
    Magst du meinen Aufruf zur Blogparade #kindheit hier noch verlinken?

    Liebe Grüße
    Sarah

    • Hallo Sarah!

      Freut mich sehr, dass Dich mein Beitrag angesprochen hat. Es stimmt, aus heutiger Sicht ist das alles kaum noch vorstellbar, aber ich bin froh, dass ich es erleben durfte.

      Meinen eigenen Kindern habe ich auch davon erzählt. Manchmal hilft es mir, zufriedener mit dem zu werden, was ich habe und den Komfort wertzuschätzen.

      lg
      Maria

      PS: erledigt!

  24. Pingback: Fazit zur Blogparade zum Thema Kindheit - Auswertung

  25. Hallo Maria,
    so bin sogar ich (Jahrgang 1965) noch aufgewachsen. Wir lebten bis Mitter der 80er Jahre so. Die Toilette befand sich im Hinterhof (ohne Wasserspülung!), d. h. im Sommer Gestank und im Winter Kälte. Wenn ich meinen Kindern heute davon erzählen, können die das gar nicht glauben. Trotzdem weiss man den Luxux heutzutage oft nicht genug zu schätzen. Man muss sich das so oft wie möglich in Erinnerung rufen!
    LG Conny

    • Hallo Conny!

      Ich kenne es eben nur von meiner Oma, aber ich habe auch jede Menge Zeit bei ihr verbracht und das alles daher auch sehr hautnah miterlebt.

      Das mit dem Luxus und der Wertschätzung dafür, das ist wohl wahr!

      Vielen Dank für Dein Kommentar!

      lg
      Maria

  26. Pingback: was passiert mit dem, was wir nicht mehr brauchen? [Abfallberater – Exkursion #5] | widerstandistzweckmaessig

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