was passiert mit dem, was wir nicht mehr brauchen? [Abfallberater – Exkursion #5]

Der letzte Schwerpunkt meiner Ausbildung als Abfallberater war dem Thema Re-Use gewidmet. Daher hat uns die nächste Exkursion auch zu einem wirklich sehenswerten Re-Use-Shop in Graz geführt.

Wie schon in meinem Beitrag über das Recyclingcenter Sturzgasse berichtet, gibt es von der Stadt Graz große Bemühungen, gebrauchte Gegenstände nicht zu Müll werden zu lassen.

Zu diesem Zweck wurde eine Kooperation mit „BAN Ökoservice“ gestartet. Nicht nur der Umwelt ist gedient, es werden auch Arbeitsplätze für den zweiten Arbeitsmarkt geschaffen.

BAN – Ökoservice

Die Mitarbeiter von BAN selektieren, reparieren, renovieren oder gestalten all das um, was am Re-Use Freitag im Recyclingcenter sowie mit der Re-Use Box gesammelt wird, um es danach im Re-Use-Shop zu verkaufen.

auch im Re-Use-Shop kann allerlei Nützliches abgegeben werden

auch im Re-Use-Shop kann allerlei Nützliches abgegeben werden

Upcycling Deluxe

Speziell die Upycling-Werkstatt von BAN hat es mir angetan. So viele geniale Ideen werden hier umgesetz! Das Unternehmen bietet Menschen über sogenannte „Arbeitsplätze am zweiten Arbeitsmarkt“ die Chance, in der Arbeitswelt wieder Fuß zu fassen. Der Großteil der Mitarbeiter kommt über das Arbeitsamt und bleibt für eine befristete Zeit. Es wird nicht gewinn- sondern umweltorientiert gearbeitet.

Hier ein paar Impressionen der Upcyclingprodukte, die es zu erstehen gibt. Der Großteil der Bilder für diese beiden Collagen stammt vom Grazer Umwelt Zirkus 2015.

exklusive Blumentische durch Upcycling

exklusive Blumentische durch Upcycling

Sind diese Blumentische bzw. als Blumentopf umfunktionierten Laden und Töpfe nicht einfach genial? Ich finde das einfach großartig und nehme mir jedes Mal vor, endlich einmal auch selbst wieder kreativ zu werden.

kreatives Upcycling

kreatives Upcycling

Der Re-Use-Shop

Wer eine Liebe zu außergewöhnlichen Gegenständen hat, dem geht das Herz auf, wenn er den Re-Use-Shop betritt. Ein Paradies für alle, die Plastik vermeiden wollen! Hier findet man wirklich alles. Da BAN auch ein Entrümpelungsservice anbietet, geht alles Hand in Hand.

Siehst Du die absolut geniale uralte Küchenwaage auf dem Foto? So eine hatte meine Oma auch, da werden Erinnerungen an meine Kindheit wach.

kleiner Blick in den BAN-Shop

kleiner Blick in den BAN-Shop

Neben Möbeln findet man in der großen Halle natürlich auch Hausrat, Dekoratives, Bücher, Bekleidung und Fahrräder.

Blick von der Galerie

Blick von der Galerie

Gscheit feiern

Bei vielen großen Veranstaltungen fehlt es den Gastgebern an der nötigen Menge an Geschirr oder an den Ressourcen, dieses wieder sauber zu bekommen.

Mit Hilfe vom Geschirrverleih von BAN soll Abhilfe geschaffen werden. Als letzten Programmpunkt unserer Ausbildung haben wir im Jänner die Geschirrwaschanlage besichtigt. Leider konnte ich nicht dabei sein, was ich sehr bedauerlich fand.

Daher kann ich von der Aktion „Gscheit feiern“ und dem Geschirrverleih nicht persönlich berichten.

Linktipp:

Infos zur Aktion „Re-Use Friday“
Infos über die Re-Use Box
Homepage „BAN – Ökoservice“


Logo einab grueneinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.
Hier geht es zur aktuellen Linkparty.

Weiters verlinkt zu ANL von Rostrose.


Das könnte Dich auch interessieren:

Praxis trifft auf Theorie
was passiert mit unserem Plastikmüll? [Abfallberater – Exkursion #1]
was passiert mit unserem Müll? [Abfallberater – Exkursion #2]
was passiert mit unserem Biomüll? [Abfallberater – Exkursion #3]
was passiert mit alten PCs? [Abfallberater – Exkursion #4]
Re-Use boomt! [Impressionen von der Re-Use Konferenz 2016]
der bewusste Umgang mit den Dingen

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Advertisements

28 Kommentare zu “was passiert mit dem, was wir nicht mehr brauchen? [Abfallberater – Exkursion #5]

  1. Tolle Sache und so viele schöne alte Sachen.
    So eine Küchenwage habe ich noch im Keller. Die ist auch von meiner Oma auf der wurde ich als Baby sogar gewogen und ich hatte sie mir zum wiegen für meine Älteste auch von meiner Oma geliehen. Als meine Oma verstarb habe ich die Wasge gerettet 🙂
    Lg Aurelia

      • Oh schade, am 26. sind wir nicht da…
        Ja, Graz ist eine tolle Stadt! Und im Spektral gibts sowieso oft gute Veranstaltungen! Vielleicht sehen wir uns ja mal dort 😉
        Alles Liebe cao

  2. Ich finde es klasse, dass immer mehr Firmen, die sonst den Müll abholen (oder auch Gemeinden) sich da was einfallen lassen. Hier bei uns tut sich da langsam auch etwas. Unsere städtische Müllentsorgungsfirma hat einen Internetflohmarkt ins Leben gerufen, wo man Sachen anbieten kann. Und die Mitarbeiter geben gut erhaltene Dinge auch weiter, gefällt mir gut

    • Hallo Uta!

      Dass immer mehr Gemeinden in diese Richtung gehen wurde uns auch beim Re-Use-Workshop, den ich vor einiger Zeit besucht habe, gesagt.

      Es entstehen immer mehr Re-Use-Shops als „Nebenprodukt“ von Abfallentsorgern. Ich finde das ist eine sehr gute Entwicklung.

      Danke für Dein Kommentar! Freue mich wieder einmal von Dir zu lesen!

      lg
      Maria

  3. Was heißt: So eine uralte Waage besaß Deine Oma? So eine uralte Waage habe ich in Verwendung! Und ich bin (noch) keine Oma. 😉 Wie super, danke für den Bericht! BAN kannte ich vom Namen her, wusste aber nicht, dass die upcyceln und wieder verkaufen. Super! Muss ich bald man hinschauen. lg, Gabi

    • Hallo Gabi!

      Oh ja, bei BAN lohnt auf jeden Fall ein Besuch! Sie sind auch immer am Grazer Umweltfest zu finden.

      Im letzten Jahr haben sie mit Arbeitslosen ein neues Projekt entwickelt, sie machen Minihochbeete für den Balkon. Finde ich großartig!

      lg
      Maria

  4. Es ist immer wieder erstaunlich und macht auch ein bisschen neidisch, was in Graz alles getan wird. Aber hier gibt es wenigstens Selbsthilfegruppen, die gebrauchtes Aussortiertes annehmen. Kreativ ist da allerdings nichts; sie verkaufen in ihren Räumen und auf Flohmärkten, haben auch ein Möbellager. Wenigstens das.

    Kreativ sind die von dir gezeigten Sachen schon, aber einiges ist auch Augenwischerei. Wer will schon mehrere alte Stühle oder Schubladen haben, um dort Blumen einzupflanzen. Ich denke immer praktisch und vor allem an die Löcher, die man dann auch bohren muss, wenn die Sachen draußen stehen (Regenwasser).

    Ich denke, man kommt immer wieder darauf zurück (oder müsste), dass man einfach nicht so viel unsinnig konsumieren sollte und Gebrauchsgegenstände reparieren und renovieren, wie du das ja auch machst. Das geht mit Möbeln besonders gut.

    Liebe Grüße, Ingrid

    • Hallo Ingrid!

      Da gebe ich Dir 100%ig recht! Weniger konsumieren ist der sinnvolle Weg.

      Ich glaube der Punkt reparieren ist zu wenig raus gekommen in meinem Beitrag, denn BAN repariert auch alte Dinge und verkauft sie dann im Re-Use-Shop.

      Auch das machen sie mit dem Team vom zweiten Arbeitsmarkt. Viele Regale, Kästen, Stühle etc. werden wieder voll funktionsfähig gemacht bevor sie weitergegeben werden.

      lg
      Maria

    • Alte Möbel wieder reparieren und renovieren ist eine gute Sache. Natürlich ist weniger konsumieren besser.
      Allerdings sehe ich das ganze nicht als Augenwischerei, wenn man aus Weggeworfenen etwas anderes herstellt. Das sehe ich eher als reuse und etwas neues.
      Wir haben zum Beispiel alte – wirklich alte Stühle, bei denen der Lack vom Holz abfällt und schon die ersten Holzstriemen abgehen. Diese wieder neu zu machen würde keinen Sinn machen, da man diese nicht reparieren kann. Deshalb würde ich daraus lieber etwas anderes machen – wie zum Beispiel eine Ablage im Schlafzimmer.
      Es gibt immer wieder Sachen, die nicht zu reparieren sind. Bei denen sind diese Sachen zu neuen oder anderen Sachen zu verwerten eine bessere Wahl als einfach wegwerfen.

  5. Das ist absolut interessant und tolle Ideen. So entstehen neue Sachen aus dem Weggeworfenen. Super Sache, dass bei euch so etwas gibt. Österreich scheint sehr viel umweltbewusster zu sein als ich dachte.
    Irgendwann im Sommer war ich am Tag der Offenen Tür bei der Verwertungshalle bei uns in Fribourg. Denn auch dort hat es einiges was du gesehen hast. So wird Metall recycelt und aus dem weggeworfenen Metall etwas neues hergestellt. Aus altem Holz werden Bänke für die Stadt und andere Konsumenten, Böden, Zäune und ähnliches gemacht. Auch kann man hier einiges reparieren lassen. Es hat zudem Auftragsarbeiten.
    Das ganze ist wahnsinnig gross und es wird praktisch geschaut, welche Materialien wieder verwenden kann und erst dann wird es verbrannt oder recycliert.

    Wie immer hast du einen interessanten Bericht geliefert.

    • Hallo Eva!

      Das sind auch sehr interessante Verwertungsideen, die Du da gesehen hast.

      Ich finde es super, dass sich immer mehr Menschen Gedanken machen, was man aus dem „Abfall“ machen kann, wodurch er dann doch nicht zu Müll wird.

      lg
      Maria

  6. Liebe Maria,
    Nette Ideen! Dennnoch bin ich dem Upcycling gegenüber allgemein sehr skeptisch. Erstens entstehen selten wirklich nützliche Dinge – gut das ist sicher Betrachtungssache. Zweitens werden oft Materialien kombiniert die eigentlich für sich recycelbar wären es dann aber nicht mehr sind. Drittens sind die meisten Materialien nicht für diesen Zweck geeignet und geben gesundheitsschädliche Stoffe ab z.B. LKW Plane als Kleidungsstück oder Tasche.

    Die Geschirrverleih-Aktion finde ich spitze! Reparieren und weiterverkaufen auch!

    LG ~Anne

    • Hallo Anne!

      Ich gebe Dir insofern recht, als es nicht immer sinnvoll ist aus allem etwas Neues zu machen vor allem weil Du die Sache mit den gesundheitsschädlichen Stoffen ansprichst.

      Auf der anderen Seite – meine Tochter verwendet seit vielen Jahren eine Tasche aus einer alten Malermontur. Sieht nicht nur gut aus, sondern hält auch bombenfest, weil das Material so super ist. Ähnlich wie alte Jeans, die auch so ein robustes Material sind, kann so wirklich sinnvolles Neues entstehen.

      Schilder aus den Buchstaben von alten Tastaturen finde ich auch sehr cool. Das Tastenmaterial würde sonst vermutlich verbrannt werden.

      lg
      Maria

  7. Liebe Maria,

    mal wieder ein sehr wertvoller Beitrag mit einer Menge Inspiration. Früher habe ich gerade billige Sachen wie Kleidung einfach weggeworfen, anstatt über eine Reparatur oder einen anderen Nutzen nachzudenken.

    Seitdem ich so wenig wie möglich kaufe und keine Kleidung mehr shoppe, hat sich diese Einstellung geändert. Man kann aus so vielem Altem/ Kaputten noch etwas schönes machen. Es kommt nur auf die Perspektive an.

    Liebe Grüße, Anna

    • Hallo Anna!

      Ich finde es schön, dass immer mehr Menschen über die Auswirkungen ihrer Handlungen auf die Umwelt nachdenken und ihr Verhalten entsprechend verändern!

      Gerade bei Kleidung ist wirklich sehr viel Veränderung nötig und auch möglich.

      Vielen Dank für Dein Kommentar!

      lg
      Maria

  8. Hallo Maria,

    jedes Mal, wenn du von den Bestrebungen zum Wohle der Umwelt in Graz berichtest, stelle ich mir die Stadt wie ein Eldorado vor! Eines Tages sollte ich wirklich mal vorbeischauen 🙂

    Lieber Gruß,
    Philipp

  9. Pingback: Monatscollage November 2016 | widerstandistzweckmaessig

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s