gelesen im Mai – Buchtipp #24

Es gibt immer wieder Phasen in meinem Leben, wo ich das starke Bedürfnis habe (noch) weniger zu besitzen, weil mir das ganze Zeug rund um mich herum auf die Nerven geht.

Letztes Jahr habe ich beispielsweise die Aktion „7 Tage 7 Bücher“ für über ein halbes Jahr durchgezogen und noch einmal rund 200 Bücher verschenkt.

Für dieses Jahr wollte ich zuerst mit dieser Aktion – jedoch nicht auf Bücher beschränkt – fortsetzen, um sehr schnell festzustellen, dass mir das viel zu wenig weit greift. Daher habe ich beschlossen, dass ich jede Woche zwischen 20 und 50 Teile verschenken möchte.

Das ziehe ich nun seit Anfang des Jahres durch und es ist wirklich sehr befreiend! Der Startschuss kam mit einem Zimmertausch und anschließend habe ich im Keller weiter gemacht.

Im letzten Monat habe ich zusätzlich an der #30TageDeclutterChallenge teilgenommen und über 500 Teile verschenkt. Was für ein Befreiungsschlag, es ist genial, wie viel Platz ich alleine in diesem Monat gewonnen habe.

Den Dachboden, der laut Feng Shui die Zukunft symbolisiert, habe ich bereits 2013 entrümpelt. Dieses Jahr habe ich mir den Keller vorgenommen, der laut Feng Shui die Vergangenheit darstellt.

Während solcher Aktionen lese ich gerne begleitend und inspirierend ein Buch zum Thema. Diesmal ist mir das Buch „Dan-SHA-RI“ in die Hände gefallen und hat meine Aufmerksamkeit erregt.

DAN-SHA-RI
Das Leben entrümpeln, die Seele befreien
von Hideko Yamashita
Verlag Integral

Die Autorin ist Japans bekannteste Aufräum- und Entrümpelungsexpertin und hat basierend auf der Yoga-Philosophie eine eigene Entrümpelungsphilosophie mit dem für Europäer fremd klingenden Namen „DAN-SHA-RI“ entwickelt.

Bei der Methode geht es darum, sich selbst besser kennen zu lernen, das innere Chaos im Herzen in Ordnung zu bringen und dadurch sein Leben wieder angenehm zu gestalten.

Jede der drei Silben steht für einen anderen Ansatzpunkt. Bei „DAN“ geht es darum, keine unnötigen Dinge in sein Leben gelangen zu lassen. Wenn man so will Minimalismus par excellence.

„SHA“ ist der Anfang von allem, denn dadurch verschwindet alles Überflüssige aus dem Leben, indem das sich ausbreitende Gerümpel entsorgt bzw. verschenkt wird. Damit startet wohl jeder Minimalist als erstes und wird auch bei DAN-SHA-RI dem eigentlichen Aufräumvorgang vorangestellt.

Durch „RI“ und der Befreiung vom Streben nach zu viel materiellen Besitz findet man zu geistiger Freiheit, um sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. Die Parallele zur Weiterentwicklung des Minimalismus ist auch hier nicht zu übersehen.

Worin unterscheidet sich diese Technik nun aber vom Minimalismus? Im Zentrum der Betrachtung stehen nicht die Gegenstände, die wir besitzen, sondern das eigene ICH. Es geht nicht um die Frage ob der Gegenstand nützlich ist sondern darum, ob ich den Gegenstand JETZT brauche und ob er tatsächlich zu mir passt. Die wichtigste Frage ist daher „Nutze ich das Teil jetzt oder bald, brauche ich es?“.

Die für mich wichtigste Erkenntnis im Buch war

Dinge bekommen erst ihren eigentlichen Wert, wenn wir sie auch benutzen.

Wenn man etwas nicht verwendet, dann nimmt man dem Gegenstand die Möglichkeit genutzt zu werden. Indem er einen neuen Besitzer erhält, bekommt er seinen Wert zurück.

Dadurch lösen wir uns vom Gedanken „etwas ist zu schade um es wegzuwerfen“. Gerade weil der Gegenstand zu schade ist um weggeworfen zu werden, sollte man das Ding nicht für irgendwann einmal aufheben, sondern es jetzt heraus holen und nutzen oder jemand anderem schenken, der es nutzt.

Dem Entrümpeln und Reduzieren des Besitzes wird im Buch viel Raum gegeben, denn die Autorin ist der Meinung, dass es nur sehr schwer möglich ist Ordnung zu schaffen, ohne den Besitz davor zu reduzieren. Wenn alle Oberflächen voll gestellt sind, kann man weder den Staub entfernen noch putzen. Nur durch das Konzept der „Subtraktion“, wie sie es nennt, ist es möglich, dass die Wohnung einen Zustand erreicht, in dem möglichst wenig geputzt werden muss.

Der radikalste Tipp im Buch ist wohl

Werfen Sie zuerst die Aufbewahrungsmöbel weg.

Der Gedanken dahinter ist jedoch bestechend einfach und logisch. Diese Möbelstücke dienen durch dazu, Angesammeltes aufzubewahren und kommen einer Erlaubnis gleich, noch mehr anzuhäufen.

Sehr spannend fand ich die 70-50-10-Prozent-Regel. Dabei geht es darum, dass wir Laden, Regalböden etc. nicht gänzlich voll füllen, sondern nur zu einem geringeren Prozentsatz, der je nach Nutzung unterschiedlich ist.

Beispielsweise sollten die Fächer vom Kleiderschrank nie mehr als zu 70% gefüllt sein, damit man auch Kleidungsstücke heraus nehmen kann, die im Stapel weiter unten liegen. Offene Regale werden zu maximal 50% gefüllt und Kunstwerke bzw. dekorative Teile brauchen Raum um zu wirken.

Kommen wir endlich zu DAN und der zentralen Regel, nur noch das einzukaufen, was wirklich benötigt wird statt Vorräte anzulegen. Wichtig ist lediglich das in unser Leben herein zu lassen, was wir in dem Moment wirklich brauchen.

Menschen, die nichts wegwerfen können, haben oft Angst vor der Zukunft. Wir können aber gar nicht für alle Eventualitäten, die auf uns zukommen werden, gerüstet sein. Durch DAN-SHA-RI lernen wir darauf zu vertrauen, dass das „Universum“ die notwendigen Dinge zum rechten Zeitpunkt bereit hält.

Das Buch schließt mit der sehr spannenden These, dass die Idee des Kaufens eine Erfindung des Menschen ist und nichts mit der Realität zu tun hat. Die Erkenntnis, dass jeglicher Besitz letzten Endes nur eine Illusion ist, führt schließlich zur Befreiung von der Abhängigkeit und der Möglichkeit wirklich loszulassen.

Linktipp:

Eine ausführliche Leseprobe wird vom Verlag als pdf zur Verfügung gestellt.

Meine Meinung zu dem Buch

Am Ende des Buchs, das ich in der E-Book-Ausgabe gelesen habe, war mein erster Gedanke „Wie schade, dass es schon aus ist! Das war aber ein sehr kurzes Buch.“

Beim Zusammenfassen des Inhalts für die Rezension habe ich erkannt, dass das Buch gar nicht so kurz ist, sondern so kurzweilig zu lesen war, trotz der sehr dichten und intensiven Inhalte.

Zwischen den einzelnen Kapiteln findet man Grafiken, die das Geschriebene verdeutlichen und besonders Wichtiges wird in Merkkästen hervorgehoben. Fallbeispiele lockern die Theorie auf und verdeutlichen den Inhalt.

Wenn man an das Entrümpeln eines Raums denkt, stellt man sich meist unweigerlich die Frage woher man denn die Zeit dafür nehmen soll. Wenn es sich um eine ganze Wohnung oder gar ein Haus mit Keller und Dachboden handelt, ist man versucht anzunehmen, dass das unmöglich sei.

Hideko Yamashita gibt im Buch den Rat, den Ort für das Aufräumen nach der zur Verfügung stehenden Zeitspanne zu bestimmen. Dadurch kann man mit dem Aufräumen sofort beginnen, auch wenn man gerade sehr beschäftigt ist.

Selbst wenn nur 5-10 Minuten zur Verfügung stehen, kann ich in dieser Zeitspanne doch eine Schublade oder eine einzelne Regalfläche aufräumen. Und so wie sich Unordnung wie von selbst ausbreitet, kann mit der Zeit auch die Ordnung sich erweitern und überhand nehmen.

Interessanterweise habe ich mir Anfang des Jahres – lange bevor ich das Buch gelesen habe – die 15-Minuten-Challenge gestellt. Jeden Tag schaffe ich 15 Minuten Ordnung und räume etwas weg, was im Weg liegt oder lege etwas an seinen Platz zurück.

Das hat sich wirklich sehr bewährt, denn große Aufräumaktionen benötigt es dadurch nicht mehr.

Mit meinem Entrümpelungsprojekt werde ich weiter fortfahren. Ich möchte in diesem Jahr zwischen 1.000 und 2.000 Gegenstände an andere Menschen verschenken. Die erste Zahl habe ich nach nur 5 Monaten bereits erreicht und es fühlt sich wirklich großartig an.

Videotipp:

Ein sehr beeindruckendes Video mit vielen „vorher-nachher“-Sequenzen habe ich auf Youtube gefunden.


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Bilder aller Buchtipps sind auf meiner Pinterest-Pinwand zu finden.

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

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45 Kommentare zu “gelesen im Mai – Buchtipp #24

  1. Hallo Maria,
    „…weil mir das ganze Zeug rund um mich herum auf die Nerven geht…“ So wunderbar simpel und so treffend beschrieben. Genau das ist es bei mir auch. Zuviel Kram geht mir einfach auf den Keks.

    Ich bastle gerade am Projekt, wie ich mein Zeugs so sortieren kann, das sich der unangenehme Haushaltskram möglichst minimiert. Bei mir: Ich will möglichst nix aufräumen und erst recht nichts suchen muss und die Putzerei soll auch nochmal einfacher funktionieren. Das Zeug was z.B. nicht auf der Küchenarbeitsplatte herum steht, bekommt dann auch definitiv nicht diese „nette“ Mischung aus Fett und Staub, der sich in Küchen ja gerne ansammelt. Oder: die T-Shirts, die ich anders falte, brauche ich nicht nicht oder kaum noch bügeln. Bügeln mag ich nämlich auch nicht. – Total spannend.

    Klasse Buchtipp, klingt wirklich sehr interessant – insbesondere der ganzheitliche Blickwinkel.

    • Hallo Gabi!

      Das mit der Putzerei ist auch ihr Ansatz, sie sagt, dass man nur ein Mal aufräumen muss und danach nie wieder. Wenn man es denn richtig macht.

      Davon bin ich nicht ganz überzeugt, denn 2013 habe ich das schon einmal gemacht und stelle jetzt fest, es war doch noch zu wenig. Weil ich mich verändert habe.

      Dieses WE geht es weiter, endlich habe ich wieder einmal ein größeres Zeitfenster. Ich freue mich schon darauf!

      Und auf die Sonnenwende, da werde ich einiges sehr persönliches verbrennen. Wieder ein Kapitel hinter mir gelassen.

      lg
      Maria

  2. Liebe Maria! Ein toller, inspirierender und motivierender Artikel! Ich möchte auch noch so einiges entrümpeln, komme aber wegen der Kleinen kaum dazu. Ich werde mir jetzt jeden Tag fünf Minuten Zeit dafür nehmen. Alles Liebe Melli

  3. Liebe Maria,
    vielen, vielen Dank für diesen wirklich interessanten Buchtipp und den sehr inspirierenden Artikel drum herum! Einige der Gedanken, die du vorstellst, hatte ich auch schon. Z.B. ist mir bei meinem Umzug vor einem knappen Jahr aufgefallen, dass ich, als ich meine erste eigene Wohnung einige Jahre zuvor eingerichtet habe, voll in die von Ikea und Co. eingerichtete Fall des „Du brauchst möglichst viel Stauraum“-Gedankens getappt bin. Letztendlich habe ich festgestellt, dass mehr Stauraum nur dazu führt, dass man den ganzen schönen Platz nur mit irgendwelchem Zeug vollstopft und immer mehr den Überblick über die eigenen Besitztümer verliert. In meiner jetzigen Wohnung habe ich mich dann dafür entschieden, nur eine relativ niedrige Kommode als Kleiderschrank zu benutzen und die wenigen Sachen, die ich wirklich aufhängen muss, in den schmalen Garderobenschrank mit reinzuhängen. Außer meinem Dirndl sind das sowieso nur ein Blazer, der Wintermantel und die Regenjacke. Und siehe da: Passt alles rein. Sobald die Kommode zu voll wird, heißt das letztendlich nur, dass ich mehr Klamotten habe, als ich brauche.

    Ich hab das Buch also gleichmal auf meine Bücherwunschliste gesetzt und werde es mit Sicherheit in naher Zukunft lesen.

    Viele liebe Grüße,
    Pip

    • Hallo Pip!

      Du sprichst da einen sehr wichtigen Punkt an

      „…dass mehr Stauraum nur dazu führt, dass man den ganzen schönen Platz nur mit irgendwelchem Zeug vollstopft und immer mehr den Überblick über die eigenen Besitztümer verliert“

      So ist es mir auch ergangen, vor allem, weil ich teilweise die Themen dann in der ganzen Wohnung verteilt hatte, was zu doppelten Anschaffungen geführt hat.

      Nun bin ich dabei alles zusammen zu führen und eine klare Linie hinein zu bekommen.

      Mittlerweile sind schon einige Möbel überflüssig geworden wie z.B. das zusätzliche DVD-Regal.

      lg
      Maria

      • Die Erfahrung habe ich auch gemacht! Als mein Mann und ich vor neun Jahren in unsere jetzige Wohnung zogen, haben wir uns eine Küche gekauft mit so vielen Schränken und Schubladenschränken, dass die Küche gefüllt wurde. Aus meiner heutigen Sicht schon bescheuert genug! Dann waren natürlich mehrere Schubfächer und Schränke leer, weil wir gar nicht so viel Zeug hatten. Nach wenigen Jahren stellte ich fest, dass auf einmal der ganze Stauraum voll war! Und fragte mich, wie das passiert ist…

  4. Durch einige Umzüge hat sich bei mir aus rein praktischen Gründen immer die Frage gestellt „Was brauche ich“. Von einer sehr großen Wohnung bin ich nun wieder in eine kleinere gezogen, womit ich sehr glücklich bin. Weniger Platz ist auch weniger Stauraum.
    Wie geht das Buch eigentlich mit Erinnerungsstücken um? Natürlich brauche ich nicht mehr das Freundebuch aus der Grundschule, aber wegschmeißen möchte ich es trotzdem nicht.
    Danke für die Hinweise der Challenges und der 15-Minuten-Aufräum-Idee. Die werde ich auf jeden Fall ausprobieren!

    • Hallo!

      Für Erinnerungsstücke soll man sich eine besonders schöne Kiste oder ähnliches besorgen. Die kann auch ruhig teuer sein.

      Darin werden alle Erinnerungsstücke aufbewahrt. Aber nicht nur das, sie sollen auch gefeiert werden und immer wieder betrachtet und „verwendet“ werden.

      Ich habe schon seit vielen Jahren so eine Kiste. Es dürfen halt nicht mit der Zeit 2/3/4… Kisten werden 😉

      lg
      Maria

  5. Hallo, Maria,
    danke für den super Buchtipp! Dein Artikel weckt Lust, dieses Buch zu lesen. Glücklicherweise habe ich dieses Buch in unserer Bücherei gefunden. Ich tue mich nämlich im Augenblick mit dem Kauf neuer (oder gebrauchter, aber für mich ist der Inhalt ja neu) Bücher sehr schwer und wähle sehr genau aus und überlege lange.
    Ich habe mir nun mal einen ausführlichen Auszug über am**on angesehen. Gut finde ich den Blick-winkel auf das Innere, darauf bin ich schon gespannt. Verbunden mit der Methode von Marie Kondo und deren Sicht auf die Dinge finde ich den Ansatz vielversprechend. Beide Autorinnen schätzen die Dinge wirklich wert, das ist ja heutzutage sehr verloren gegangen. Ich glaube auch, dass dieser „Funke“, dieses Glücksgefühl, das ein Ding auslösen sollte, ganz wichtig ist.
    Was nicht auf Sachen zutrifft, die einfach notwendig sind, wie z. B. Dokumente, die man aufbewahrt oder aufbewahren muss. Das ist im Moment mein Problembereich. Wir haben ordnerweise Dokumente, z. B. von einigen Ämtern, die Schriftstücke enthalten, auf die wir immer wieder zurückgreifen müssen. Mich belastet diese Menge sehr (digitalisieren ist für uns übrigens keine Option), aber weiter zu kürzen würde uns irgendwann in Schwierigkeiten bringen. Da greift der Ansatz, nur zu haben, was man jetzt braucht, nicht. Außerdem finde ich eine gewisse Vorratshaltung schon sinnvoll, ich will ja nicht jeden Tag losrennen, um mir für den Tag mein Essen zu kaufen…

    • Hallo Aeris!

      Ich finde, es gibt nicht „einen“ Weg sondern immer nur den „persönlichen“ Weg.

      Z.B. Vorratshaltung – wenn es für Dein Wohlbefinden wichtig ist, ein bestimmtes Maß an Vorräten zu besitzen, dann ist es gut so (ich habe das übrigens auch), es geht m.M.n. immer um eine bewusste Entscheidung statt etwas so zu machen, wie man es immer getan hat ohne darüber nachzudenken.

      Zu den Dokumenten – ein Weg kann sein, sie so vereinfacht wie möglich aufzubewahren, damit man so wenig manipulativen Aufwand hat, wie möglich, wenn man etwas braucht.

      Ich habe alles in Mappen thematisch sortiert. Im Schrank verräumt und damit unsichtbar, aber jederzeit griffbereit, wenn nötig.

      Man kann sogar sagen, die Dokumente machen glücklich. Denn wenn ich alles habe, was ich benötige, wenn ich von der Behörde aufgefordert werde, macht mich das glücklich 😀

      lg
      Maria

      • Hallo, Maria,
        vielen Dank für deine nette Rückmeldung! Meinen persönlichen Weg erkunde ich immer noch mit jeder Menge Trial and Error. Aber vermutlich kommt man nie an und kann sich zurücklehnen. Wenn sich die Situation oder eine Ansicht ändert, ändert sich der Weg auch gleich wieder. Daher sind Geduld und Akzeptanz die vorrangigen Dinge, an denen ich hart arbeite! ;o)
        Die Akzeptanz der Dokumente setzt sich langsam. Gerade gestern habe ich bewusst wahrgenommen, wie toll es ist, ein Schriftstück mit einem Handgriff sofort zu finden. (Ich habe sie auch nach Thema sortiert in einem Schrank.) Stimmt schon, irgendwie macht das auch glücklich!…

  6. Ich bin vor allem eine Sammlerin, die Schwierigkeiten hat, sich von Dingen zu trennen. Und doch habe auch ich das Bedürfnis nach Entrümpelung, nicht nur symbolisch im Inneren, sondern auch in meiner Wohnung, in der ohnehin nicht genug Platz für meine vielen Dinge ist.
    Dennoch immer die Angst – Ich könnte all die Sachen doch vielleicht noch einmal brauchen.

    Daher der zentrale Gedanke, den ich aus Deinem Beitrag mitkommen habe:

    „Wenn man etwas nicht verwendet, dann nimmt man dem Gegenstand die Möglichkeit genutzt zu werden. Indem er einen neuen Besitzer erhält, bekommt er seinen Wert zurück.“

    – diesen Gedanken habe ich schon öfter halbherzig gehabt, aber nicht so klar und einprägsam, wie Du es hier auf den Punkt gebracht hast. Vielleicht hilft mir das.
    Danke jedenfalls für Deine Anregung.

    • Hallo Agnes!

      Ich verstehe sehr gut, was Du meinst, weil es mir da sehr ähnlich geht. Auch mich hat genau dieser Satz sehr angesprochen.

      In den letzten Jahren habe ich durch meine Tätigkeit bei foodsharing und im Zusammenhang mit dem Kostnixladen erkennen dürfen, dass immer das da ist, was man braucht. Auch wenn es nicht immer das ist, was man gedacht hat zu brauchen.

      Das hat mir viel Sicherheit gegeben beim Aussortieren.

      Inzwischen ist es mehrfach vorgekommen, dass ich etwas, was ich weg gegeben habe, wieder benötigt hätte.

      Das war wohl meine letzte Lernphase 🙂 War dann letztendlich doch kein Problem, denn ich hatte zwar dieses Teil nicht mehr, aber es war genug da, um das zu machen, was ich wollte bzw. das zu ersetzen. Das hat für mich ein sehr gutes Gefühl gemacht.

      lg
      Maria

  7. Hallo Maria!

    Danke für den Buchtipp. Setze ich mal auf meine Wunschliste 😉

    Im Moment fühle ich mich schon wieder etwas erschlagen von dem ganzen Zeug um mich herum. Bei der Wohnungsauflösung von meiner Oma hab ich ja kistenweise Zeug „gerettet“, damals stand auch noch im Raum, möglichst bald in eine größere Bleibe zu ziehen. Da der Umzug sich aber weiter verzögert, krieg ich grad Platzangst. Aussortieren wäre sicherlich eine Lösung, nur hab ich den ganzen Kram grad erst mühsam in die Wohnung geschafft. Insofern befinde ich mich grad in einer Zwickmühle, denn eigentlich will ich nicht aussortieren, sondern nur umziehen…. Naja, vielleicht finde ich für dieses Dilemma auch mal einen Ausweg.

    LG, Daniela

    • Hallo Daniela!

      Oh, das ist wirklich eine schwierige Situation. Kann ich gut verstehen, denn Du willst ja auch die Teile deshalb behalten, weil sie eine Erinnerung an Deine Oma sind. Dadurch sind sie nicht so leicht zu ersetzen.

      Wenn Du einen Keller hast, dann wäre es eine Möglichkeit die Sachen in Kisten verpackt zu lagern, da mit die Wohnung damit nicht belastet wird. Falls Du keinen Keller hast, kannst Du vielleicht einen zeitlich befristeten Unterstand für die Kisten finden?

      Viel Erfolg bei der Suche nach einer Lösung!

      lg
      Maria

      • Hallo Maria!
        Mittlerweile hat sich das Problem wieder relativiert. Mit ein paar Monaten Abstand hab ich deinen Beitrag nochmal gelesen und kann dir und deinem Wunsch nach mehr Ordnung nur zustimmen. Und dem Teil mit den Aufbewahrungsmöbeln 😀 Natürlich ist das bei Leuten, die gerne selber Sachen machen immer schwierig, weil irgendwo will man Stoffe lagern und seine Marmeladenglässchen verstauen.
        Insgesamt hilft aber, und ich kann gar nicht glauben, dass ich das tatsächlich sage, eine (kurze) Innenschau am meisten. Wie lange hab ich mich dagegen gesträubt, mich mit mir und meinen Wünschen nochmal konkret auseinander zu setzen, so lange, bis es einfach nicht mehr anders ging. Aber wenn man sich erstmal dran macht und „entrümpelt“ tut es einfach gut…

        Liebe Grüße, Daniela

      • Hallo Daniela!

        Wie nett, dass Du Dich zu dem Thema noch einmal meldest! Es freut mich sehr, dass Du mittlerweile einen Schritt weiter gekommen bist.

        Mit Druck geht gar nichts, aber irgendwann ist dann die Zeit reif und dann lösen sich die Dinge auf.

        Entrümpeln hilft auf mehreren Ebenen habe ich festgestellt. Es reinigt nicht nur die Wohnung sondern auch das Innere. Durch die Auseinandersetzung mit den Dingen entsteht automatisch auch eine Auseinandersetzung mit einem selbst.

        In mir reift auch gerade wieder ein neuer Schritt – Du hast es selbst angesprochen – die Sache mit dem Stofflager. Ich möchte das noch einmal überdenken, wie viel Platz ich dem wirklich geben möchte.

        Habe mich wirklich sehr gefreut von Dir zu lesen!

        vlg
        Maria

  8. Liebe Maria,

    vielen Dank für die Zeit und Mühe, die Du in Deinen Blog steckst. Ich lese seit ca. einem Jahr mit und bin immer wieder begeistert. Das Buch hört sich sehr spannend an und ich hoffe, es ist bei uns in der Bücherei erhältlich.
    Hier bin ich auch immer wieder am aussortieren.
    Die beiden „Problemzonen“, die mich dabei immer wieder beschäftigen, sind der unkontrollierte Nachfluß (ich habe gerade wieder einen Bereich wunderbar leer bekommen, und schon stehen da frisch geschenkt bekommene oder vom Zauberkind gebastelte Dinge) und die leidigen Hobbies. Im Zuge von Nachhaltigkeit und fast-kein-Müll (und weil es Riesenspaß macht) mache ich so viel es geht selbst. Und für all diese Sachen brauche ich wieder Zubehör, und Material sammelt sich auch an. Für Seife muss alles extra vorhanden sein, wegen der Lauge darf da nichts mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Die Dinge werden alle regelmäßig und mit Begeisterung benützt, es ist halt einiges, was da verstaut werden will.
    Gibt es in dem Buch dazu auch Tipps? Oder noch besser, wie handhabst Du das?
    Oh, und auch ein ganz großes Kompliment für die Wäsche-wasch-Artikel. Ich hatte schon fast aufgegeben. Deine Tipps wurden gleich ausprobiert und es klappt super!

    Liebe Grüße

    Nicole

    • Hallo Nicole!

      Zuerst einmal herzlichen Dank für Dein nettes Kommentar und Dein Lob, das freut mich jetzt ganz besonders!

      Und vielen lieben Dank für die Rückmeldung zum Wäsche waschen, das ist sehr wertvoll für mich.

      Zu Deinem Problem, das nämlich durchaus auch mein Problem ist! Ich habe ja auch so viele Hobbys, die sehr „raumintensiv“ sind.

      Mein Glück ist, dass ich ein Zimmer für mich alleine habe und darin alles lagern kann. Eine zeitlang hat es dann da auch überhand genommen, weil ich so viel retten wollte, was im Kostnixladen niemand mitgenommen hat. Das war für mich natürlich dann schon ein Lernprozess.

      Außerdem war es ein Lernprozess zu beobachten, was ich nicht horten muss, weil es sowieso ständig wieder kommt.

      Und dann habe ich einen Platzbedarf festgelegt. Z.B. 3 Fächer im Kleiderschrank sind für Stoffe und Upcycling-Material reserviert. Wenn die voll sind und ich etwas unbedingt behalten will, muss was anderes weg kommen. KEINE NEUEN Dependancen!

      Das war mein Hauptproblem, dass ich immer wieder neue Lagerstätten eröffnet habe und dann mit der Zeit den Überblick verloren habe. Das habe ich dieses Jahr (weitgehend, fertig bin ich noch nicht) aufgelöst und alles zusammen geführt.

      Von vielen Dingen habe ich mich verabschiedet, weil ich sie nicht in der Menge benötige.

      Und es ist halt auch ein Lernprozess, dass ich nicht ALLES retten kann, so viel brauche ich nicht in meinem Leben.

      Das, was ich (so wie Du für die Herstellung von Seife) brauche, hat einen schönen Platz bekommen, damit ich mich auch daran freuen kann.

      lg
      Maria

      • Hallo Maria,

        wow, vielen Dank für die schnelle Antwort. Und sehr gerne wieder 🙂
        Das mit dem Platzbedarf festlegen finde ich eine sehr gute Idee. Das Zutrauen, dass alles da ist, was ich in diesem Moment brauche, darf noch etwas wachsen;-) manchmal neige ich doch noch zum horten…

        Liebe Grüße

        Nicole

    • Hallo, Nibujuni,
      in deinem Kommentar ist mir der Ausdruck „leidige Hobbies“ sofort ins Auge gestoßen. Genauso habe ich mein Hobby Basteln lange auch empfunden. Dabei ist das so schade, ein Hobby sollte doch dazu da sein, dass man sich daran erfreut, und du schreibst ja auch, dass du es mit Begeisterung machst. Um uns gut damit zu fühlen, müssen wir akzeptieren, dass damit nun mal viele Gegenstände einhergehen. Dafür macht es uns aber Freude und tut uns gut. Ein schwieriger Weg, bis man davon wirklich überzeugt ist und dahinter steht, ich weiß.
      Bis dahin finde ich Marias Lösung sehr gut: eine festgelegte Menge Platz.

      • Hallo Aeris,

        da hast Du recht:-) Und die Lösung mit dem festgelegten Platz werde ich auch ausprobieren. Muss dann nur aufpassen, dass mich die Begeisterung nicht wieder überrollt und ich dann doch mehr finde oder sammle, als Platz hat…

        Liebe Grüße

        Nicole

  9. Hallo Maria,
    ich bewundere echt alle, die nach und nach einen Großteil ihrer Habe aussortieren und abgeben können.
    Ich stehe meistens aber noch vor einem anderen Problem: Ich mache gerne Geschenke. Wenn ich dann stapelweise aussortiere, habe ich einen kleinen Stapel mit Dingen, die ich verschenken möchte, aber einen viel größeren Stapel mit Dingen, die ich lieber verkaufen möchte. Da sie in meinen Augen fürs Verschenken an jemanden, den ich nicht kenne, zu wertvoll sind. Das bedeutet aber eben auch Aufwand in Form von Kleinanzeigen, Flohmarkt etc. und daran scheitert es dann meistens. Irgendwie werde ich den Gedanken nicht los, die Dinge lieber zu verkaufen anstatt zu verschenken, dabei mache ich eigentlich gerne Geschenke. 😦
    Das hat zur Folge, dass ich 3 Sachen verschenke und 20 Sachen in den Verkaufen-Karton wandern, die ich dann doch nicht schaffe zu verkaufen.
    Vielleicht hast du einen Tipp?
    LG Anni

    • Hallo Anni!

      Ich habe nur ganz am Anfang Sachen aus der Küche verkauft. Aber das war sehr mühsam. Die Anzeige zu erstellen und dann die Kommunikation bis hin zur Abholung oder – viel häufiger – den Postversand.

      Mir war das alles viel zu mühsam. Wenn ich meinen zeitlichen Aufwand dagegen gerechnet habe, hat das Geld, das ich eingenommen habe, nicht einmal meinen Zeitaufwand gedeckt (wenn ich einen Stundenlohn berechnet habe). D. h. ich habe für die verkauften Teile genau gar nichts bekommen.

      Jetzt verschenke ich alles über den Kostnixladen. Das ist gegen 0 Aufwand. Und ich bekomme im Gegenzug dafür auch viele Dinge vom Kostnixladen geschenkt (vor allem Lebensmittel). Es ist halt eine „Umwegrentabilität“.

      Das ist dann für mich so ok.

      Wenn Du Sachen zum Hergeben hast, die Dir zu wertvoll sind zum Verschenken und Du das wirklich nicht machen willst, geh ein Mal auf den Flohmarkt und nimm alles mit um es zu verkaufen. Wenn danach noch was da ist, verschenke es leichten Herzens.

      lg
      Maria

  10. Liebe Maria, da habe ich noch so viel Bedarf etwas zu ändern. Bei mir ist es sogar so schlimm, dass alle ihre Sachen bei mir abladen, weil sie denken, ich kann es noch gebrauchen. Da muss ich unbedingt etwas tun! Die 15 Minuten Aufräumregel ist schon ein guter Anfang. Kaum zu glauben, aber ich habe für alles einen festgelegten Platz. LG Undine

    • Hallo Undine!

      Einen fest gelegten Platz für jedes Ding zu haben ist schon mal ein riesiges Plus! Daran arbeite ich noch.

      Versuche es ganz bewusst derzeit, immer wenn ich was in der Hand habe und wegräumen will und nicht weiß wo hin, gibt es die Regel, dass ich einen fixen Platz suche oder das Ding weg muss.

      Ich bin derzeit ganz streng bei solchen Sachen, denn ich bin so eine alte Sammeltante! Das mit „andere laden bei mir ab“ kenne ich auch, das war schon als Kind so, dass ich immer alles von anderen gebrauchen konnte. Da muss man irgendwann einen Riege vorschieben.

      Mir hilft der Kostnixladen sehr dabei. Denn ich weiß, dass andere Menschen Freude damit haben werden.

      lg
      Maria

  11. Ohhhh, liebe Maria, du weißt, dass du mit diesem Buchtipp einen Volltreffer bei mir gelandet hast.

    Wir waren ein paar Tage im Urlaub und vor der Reise habe ich an unzähligen Stellen wieder Dinge suchen müssen, die eigentlich einen festen Platz haben sollten (und teilweise auch hatten, aber entweder halte ich mich doch nicht 100 %ig daran, oder meine Männer tragen ihren Teil zur Unordnung bei…). Naja, für viele Sachen aber klappt es schon sehr gut, dass sie ihren festen Platz gefunden haben. Das ist ein Anfang und soll Motivation sein, am Thema dran zu bleiben!

    Und doch oder darüber hinaus…: Ich stelle mehr und mehr fest, dass es gar nicht der Platz an sich ist, der uns fehlt, sondern dass es einfach viel zu viele Dinge sind, die wir besitzen und dass es damit zu viele Dinge für den vorhandenen Raum sind. Wir haben trotz der ganzen Entrümpelei, mit der ich mich ja schon seit längerem beschäftige, noch immer so viele Dinge doppelt und dreifach, es ist schlimm. Und nicht nur ich trenne mich so schwer von Dingen. Mein Mann behauptet, das sei bei ihm nicht so, ich stelle aber fest, er ist da kein bisschen anders als ich. Fast glaube ich, er hängt noch stärker an manchen Sachen. Und Junior? Frag‘ nicht, der möchte auch alles aufheben. Klar, sieht er ja bei uns.

    Ich bin also längst nicht fertig in Sachen Ordnung schaffen und halten. Und so bin ich begeistert von deinem Buchtipp. Ich danke dir dafür.

    Viele Grüße sende ich dir ♥ Anni

    • Hallo Anni!

      Am vorhandenen Platz scheitert es bei mir auch nicht, im Gegenteil. Ich habe mittlerweile viel zu viel Platz und der füllt sich wie von Zauberhand, wenn ich nicht dagegen arbeite.

      Wichtig ist es m.M.n. nichts mehr herein zu lassen, wenn man entrümpelt. Daher achte ich genau darauf, was bei mir ins Haus kommt. Und mindestens die gleiche Anzahl an Teilen muss mich verlassen dafür!

      Zuletzt ein Paar Schuhe für die Arbeit gekauft, dafür musste ein anderes gehen.

      Nachdem ich ca 50 (!) Werbekugelschreiber entsorgt habe, durfte der neue aus dem Werbebrief der letzten Wochen gleich direkt in den Kostnixladen wandern. Sonst habe ich in wenigen Wochen wieder irgendwo 10 neue herumliegen, die ich nie wollte.

      Heute geht es wieder in den Keller. Vorbereitungen für mein Feuerritual nächste Woche zur Sommersonnenwende.

      Ich möchte einige Erinnerungsstücke (alte Brief etc.) verbrennen.

      Freut mich sehr, dass Dir mein Buchtipp so gut gefällt!

      lg
      Maria

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  14. Hallo, liebe Maria,
    in der Zwischenzeit habe ich mir dieses Buch in der Bücherei ausgeliehen und zwei Mal gelesen. Es hat mich zwar nicht so begeistert wie dich, aber trotzdem nochmal ein Stück weitergebracht. Bestimmte Erkenntnisse sind nachgesackt und haben sich fester verankert.
    Gerade bei einem meiner Problembereiche – „Das kann ich irgendwann bestimmt
    nochmal gebrauchen“ – hat sich die Perspektive verschoben. Was brauche ich JETZT? (resp. definitiv innerhalb eines Jahres, Stichwort Saisonartikel/-kleidung)
    Auch der Aspekt, nur so viel zu haben (auch Aufgaben!) wie ich gut kontrollieren kann, ist bei mir in den Fokus gerückt. Ich habe nämlich beständig mehr als ich gut kontrollieren kann!
    Was ich nicht so gut fand, war die Tendenz, dass man immer nur neue und gute Sachen haben sollte, weil man sich selbst sonst vllt. nicht wertschätzt. Wenn man die Dinge aus Umweltgründen (oder anderen) so lang wie möglich nutzt, sehen sie vllt. nach einer Zeit nicht mehr so toll aus. Wenn ich aber mit den Dingen „befreundet“ bin, schätze ich sie auch wert und tausche sie nicht so oft aus! Ich tausche ja auch Freunde nicht aus, weil sie jemand anderer evtl. noch gut „gebrauchen“ kann… Da halte ich es lieber mit meinen eigenen Prinzipien.
    Alles in allem bin ich froh, dass ich es durch deinen Tipp gelesen habe. Daher noch einmal danke dafür!
    Liebe Grüße,
    Aeris

    • Hallo Aeris!

      Ein bisschen konnte ich Deinen Kritikpunkt schon im Buch nachvollziehen, auch für mich. Allerdings – adaptiert auf mein Umweltbewusstsein!

      D.h. ich bleibe natürlich schon dabei, nur gebrauchte Sachen zu verwenden. Aber es gibt ja solche und solche. Und wenn ich mir die Mühe mache, etwas Besonderes zu finden, das mir besonders gut gefällt, ist die Wertschätzung sicher in mindestens ebensolchem Ausmaß gegeben.

      Und die Sache mit „befreundet“ sehe ich auch genau so. Ich habe einige Teile, die mit mir schon um die „halbe Welt“ gereist sind. Da hängen Erinnerungen dran, wann und wo und zu welchem Anlaß ich das Teil getragen habe! Diese Sachen haben bei mir eine dauerhafte Bleibe.

      Ich glaube, man darf nicht immer alles wörtlich nehmen sondern muss alles auf die eigenen Bedürfnisse adaptieren. Aus den Büchern versuche ich genau das zu ziehen, was ich gerade brauche.

      Was ich zuletzt gelernt habe und mich sehr weiter gebracht hat:

      Ich bin so der Typ, der für Eventualitäten aufhebt. Das ging so weit, dass ich immer die Kisten mit dem Aussortierten aufgehoben habe und nur wenn ich es in den nächsten 6-12 Monaten nicht gebraucht habe, dann habe ich es weg gegeben.

      Diesmal war ich rigoros und habe viel weg gegeben. Und es kam der Moment, wo ich einiges überraschend doch gebraucht hätte. Zuerst eine kurze Panik. Und so ein Über-Ich „ich habs Dir ja gesagt“

      Allerdings habe ich ganz schnell andere Alternativen gefunden, die mindestens ebenso gut waren.

      Das hat mir gezeigt, dass ich wirklich nicht für alle Eventualitäten vorsorgen muss. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Erfahrung machen durfte.

      Vielen herzlichen Dank für Deine Rückmeldung zum Buch!

      lg
      Maria

  15. Hallo, Maria,
    danke für die lange Antwort!
    Mittlerweile hole ich mir auch nur noch das aus Ratgebern, was für mich in dem Moment passt und passe es ggf. noch an. Früher habe ich lange Zeit alles genau so umsetzen wollen, wie es im Buch stand und bin natürlich jedes Mal kläglich gescheitert.
    Mir ist das auch passiert, dass ich etwas wieder „brauchte“ oder haben wollte, was ich mal weggegeben hatte. Jetzt schaue ich auch, ob es nicht doch ohne bzw. einfach anders geht. Meist ist es so! Das Wenigste ist so wichtig, dass man nicht ohne auskommt. Wir wollen nur meist nicht ohne auskommen, weil es nicht so bequem ist.
    Liebe Grüße,
    Aeris

  16. Pingback: Monatscollage Juni 2017, ein Grund zu feiern und #Blog.Pause | widerstandistzweckmaessig

  17. Liebe Maria,

    hier ist Nanne, die früher unter einfachsoleben gebloggt hat. Ich kommentiere nur noch selten, lese aber gerade deine ganzen Blogbeiträge nach, die ich noch nicht kenne.
    Wahnsinn wie viel Zeit, du für das Bloggen investierst – und auch schön zu sehen, dass du Leute damit erreichst. Ich wünsche dir hier an dieser Stelle eine schöne Blogpause und erspare dir die Arbeit zwei Kommentare freizuschalten 🙂

    Danke für die ausführliche Beschreibung des Buches. Ich habe mir heute direkt mal mein Kind geschnappt und wir sind in die Bücherei gefahren, wo es nämlich vorrätig war.

    Was mich interessieren würde: Kommt es bei euch im Kaufnixladen oft vor, dass Dinge keinen Abnehmer finden? Mir fällt aktuell nämlich bei den Baby- und Kindersachen auf, dass es da gebraucht so viel von gibt, dass Läden, die Spenden annehmen ganz oft einen Annahmestopp haben. Auch unseren ersten Buggy, der leider unserem Kind viel zu schnell zu klein wurde, will niemand so richtig kaufen.
    Es wird immer begründet: ich miste dieses oder jenes aus, dann hat noch jemand anderes was davon und ich frage mich mittlerweile: Gibt es den jemand wirklich immer? Oder häufig? Oder ist es nicht öfter viel besser, einfach auch mal was zu tragen, was einem nicht so gefällt, was einen nicht glücklich macht. (!) Aber diesen Anspruch einfach mal auszumisten. Oder was zu tragen, was eben nicht mehr so gut ist. (*)
    Ich habe z.B. gerade einen FiloFax Personal über ebay verkaufen wollen und so unfassbar wenig Geld dafür angeboten bekommen, dass es in so gar keinster Weise mit dem Aufwand zusammen hing. Das Papier, welches darin war, nutze ich jetzt einfach als Notizzettel in meinem A5 Filofax oder als Einkaufszettel, und den Filofax verschenk ich dann lieber (wobei ich mir noch unschlüssig bin wie).

    Ich bin mittlerweile echt sehr skeptisch, was diese Argumentation für einen Sinn hat und bin sehr bestärkt darin, dass das wichtigste ist, das eigene Kaufverhalten zu ändern bzw. die Käufe zu reduzieren, und wirklich nur noch das zu kaufen, was man wirklich benutzt.
    Ich würde mich freuen, deine Erfahrungen zu hören.

    Ich empfinde mich jetzt in der Minimalismus und danach-Phase… Wobei ob man das jetzt Minimalismus nennen mag, ich leb mit Mann und Kind, und bald noch einer größeren Wohnfläche, als ich selbst an sich haben wollen würde. Aber zusammen entscheidet man manchmal auch anders, als alleine und das ist auch okay. Auf jeden Fall finde ich es so interessant – es geht irgendwann nicht mehr ums Ausmisten. Es ist einfach der Punkt erreicht an dem es gut ist, und was ist danach? Bei mir ist es z.B. jetzt so, dass ich wirklich Kleidung noch aufhebe. Einfach weil ich sie mag. Weil ich sie hoffentlich noch mal auftrage, oder mich bei einiges Stücken einfach so an Ihnen erfreue. Entspannung ist eingetreten. Platz für Neues. Freiraum und Zeit. Ich bin jetzt sehr gespannt, wie das mit mehr Wohnraum (O-Ton aller anderen: Das wird schneller voll stehen als ich gucken könnt!) und meinen immer noch vorhandenen Konsumimpuls so läuft.

    So, du hast es geschafft! Du bist am Ende des Kommentars angekommen :o)
    Liebe Grüße
    Nanne

    • (*) Nachtrag: Ich würde mich wünschen, dass wir da gesellschaftlich wieder hinkommen, dass es okay und vertretbar ist, dass man der Kleidung ansieht, dass sie schon oft getragen und gebraucht wurde. Heute muss ja alles Neu aussehen. Ich glaube, dass es ganz wichtig wäre, wenn wir auch viel stärker unsere hohen Ansprüche hinterfragen sollten (Muss mich dieses oder jenes Teil glücklich machen? Kann ich nicht mal was tragen oder was benutzen, was mir nicht so gut gefällt? Da nehme ich mich überhaupt nicht aus, vielleicht fällt mir das so auf, weil mir das selbst so geht. Bei mir muss alles zusammen passen, die Rucksäcke müssen gut aussehen und gut sitzen. Die Kleidung soll zusammen passen). Wie viel würden wir vielleicht noch nutzen, wenn wir den Blick auf die Sachen verändern könnten?!?

    • Hallo Nanne!

      Es freut mich voll wieder einmal von Dir zu lesen und natürlich erinnere ich mich an Dich! Freut mich sehr, dass Du gerade ein wenig in meinen Blogbeiträgen stöberst. Die Chronologie in der rechten Seitenleiste kann Dir dabei helfen.

      Zu Deiner Frage – es kommt auch im Kostnixladen vor, dass sich Dinge nicht verschenken lassen. Vor allem Bekleidung, die nicht mehr schön ist und Löcher oder Flecken hat. Nur was tut die eigentlich im Kostnixladen? Sollte eigentlich gar nicht abgegeben werden.

      Wir bringen diese Sachen zur Caritas, die andere Verwertungswege hat. Ein Teil geht dann sicher in die Autoindustrie zur Verwertung für Füllmaterial.

      Grundsätzlich bin ich auch bei dem Schluss angekommen, dass der wichtigste Punkt ist nichts mehr zu kaufen bzw. nur das, was nicht auf einem anderen Weg möglich ist zu beschaffen (Beitragstipp: https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2017/05/14/die-9-stufen-zum-nachhaltigen-konsum-nachhaltiges-konsumverhalten/ )

      Vom Verkaufen bin ich ganz abgekommen, das geht mir nur auf die Nerven. Ich verschenke das, was ich nicht mehr brauche. Es kann schon sein, dass ich noch Geld dafür bekommen würde, aber will ich Zeit dafür aufwenden? Nein, will ich nicht! Die Dinge dieser Welt sollen fließen von einem zum anderen. Wer es gerade braucht, soll es bekommen. Zu mir kommt auch das, was ich gerade benötige. Mehr brauche ich nicht.

      Interessant finde ich Deinen zweiten Kommentar, denn ich bin gerade ein wenig in die andere Richtung unterwegs. Lange Jahre fand ich es nicht wichtig, was ich trage, es musste bequem und praktisch sein.

      Heute möchte ich dass es mir gefällt und ich mich darin wohl fühle. In letzter Zeit habe ich deshalb vieles verschenkt. Einfach weil es mir ein bisschen wichtiger geworden ist, was ich an Kleidung trage.

      Dadurch komme ich mit weniger Teilen aus als früher, alles passt besser zusammen und ich fühle mich wohler.

      Allerdings sind kleine Macken kein Ausschlusskriterium, es kann auch ein wenig abgetragen sein, kein Problem, aber es muss mir gefallen.

      Vielleicht ist es dann doch nicht wirklich ein ganz anderer Weg als Du meinst?

      Es ist kein Ausmisten nur wegen der Stückzahl, damit ich noch weniger besitze und schon gar nicht deshalb, damit ich Neues kaufe. Denn das mache ich schon seit 2013 nicht mehr. Meist tausche ich Kleidung im Kostnixladen. Manchmal finde ich etwas was mir gefällt und im Gegenzug bringe ich etwas anderes hin, womit jemand anderer Freude hat.

      Da ich so oft dort bin weiß ich, was von meinen Teilen andere mitgenommen haben und was als Ladenhüter bleibt. Manchmal nehme ich das Teil dann wieder mit, weil es mir leid tut.

      Alles Liebe!

      lg
      Maria

  18. Danke für deine schnelle Antwort, da hatte ich gar nicht mit gerechnet.

    Ich verkaufe gerade Sachen auch nur, weil wir das Geld an anderer Stelle gut nutzen können und ich Zeit habe. Ich bin momentan noch in Elternzeit. Nichtsdestotrotz: Es ist aufwendig und ich bin froh, wenn alles verkauft und verschenkt ist und die (alte) Wohnung verlassen hat. Das jetzige Verkaufen hat mir nochmal deutlich gezeigt, wie unglaublich die Dinge einen Wertverlust erfahren, ich hoffe, dass es noch mehr dazu führt, dass ich Käufe hinterfrage und sie ggf. nicht tätige. Sondern auch abwarte und gucken, ob dies oder jenes wirklich Sinn macht.

    Was die Kleidung angeht, glaub ich, dass wir eigentlich relativ ähnlich denken nur aus unterschiedlichen Richtungen kommen. Ich versuche nur das zu haben und ggf. nachzubesorgen, was ich wirklich trage. Es aber länger zu tragen und ggf. zu pflegen, wenn etwas kaputt gegangen ist. Bei meinem Mann klappt das z.B. hervorragend, weil der von seiner Körpergröße sehr passend ist – wir kaufen qualitativ hochwertig, bzw. vor allem trägt er seine Sachen komplett auf. Wir haben ein gemeinsamen Lieblingspullover, den er vor neun Jahren beim ersten Treffen anhatte, und der hat mittlerweile zwei Ellbogenflicken und wird weitergetragen. Ich habe grundsätzlich lieder Schwierigkeiten Kleidung zu finden. Egal, ob ökologisch, secondhand oder konventionell.
    Viele liebe Grüße!
    Nanne

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