selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Deo

In meinem Beitrag Brustkrebs durch Deodorants? habt Ihr ja schon einiges über das Thema Deodorants bzw. Antitranspirants, die Aluminium enthalten und unter dem Verdacht stehen, Brustkrebs zu verursachen, gelesen.

Wie angekündigt möchte ich Euch einige Alternativen aufzeigen, insbesondere für alle, nicht nur Aluminium sondern auch Plastik und Müll vermeiden wollen.

Eine mögliche müllreduzierte gekaufte Alternative will ich Euch jedoch nicht vorenthalten. Von Lush gibt es ein festes Deo ohne Verpackung, das ohne Tierversuche hergestellt wird.

Mir persönlich hat das jedoch nicht gereicht. Im Internet sind sehr viele unterschiedliche Tipps und Rezepte zu finden, also habe ich mich mal wieder mit DIY versucht.

natürliches Öl als Deo:

Im Video Deos ohne Aluminium #4 – Kokosöl, Ernährung und am Ziel angekommen erzählt uns „Allerlei Julchen“ darüber, dass sie reines Kokosöl als Deoersatz verwendet. Anmerkung: Zu meinem großen Bedauern wurden sowohl der Blog als auch die Videos von „Allerlei Julchen“ von Sabrina gelöscht.

Ich habe das mit Sanddorn Pflegeöl getestet, weil ich das schon zu Hause hatte und immer zuerst nachschaue, was ich bereits besitze.

Zu meiner großen Verwunderung hat das echt gut geklappt und ich denke, dass ich an den meisten Tagen damit wirklich gut auskommen kann.

Kokosöl hat den Vorteil, dass es bei Zimmertemperatur fest und daher einfacher aufzutragen ist als flüssiges Öl. Der Schmelzpunkt liegt bei ca. 25° und daher schmilzt es beim Auftragen auf unsere Haut, was ziemlich perfekt ist. Außerdem enthält es wirklich keinerlei Zusätze.

Ob ich, wenn das Sanddornöl (Inhaltsstoffe: Sesamöl, Sanddornöl, Mischung natürlicher ätherischer Öle) aufgebraucht ist, Kokosöl kaufe weiß ich noch nicht. Derzeit habe ich mal genug Öl um damit für echt lange Zeit auszukommen. Kokosöl gibt es in Bioqualität im Glas zu kaufen.

Warum ich bezüglich Kokosnussöl zögere ist, dass bei uns Kokosnüsse so gar nicht gut gedeihen und daher der ökologische Aspekt umstritten ist. Heimische Alternativen wären Nussöle wie Mandelöl, Walnussöl und Haselnussöl, welche in Österreich in Bioqualität von der Ölmühle Fandler zu beziehen sind. Im Handel sind diese Öle in fast jedem Naturkostladen zu finden.

selbst gemachtes Deo:

Angelehnt an das Rezept von Tatiana habe ich mich ans Werk gemacht.

Deozutaten_quer

Verwendet habe ich das schon erwähnte Sanddornöl. Maisstärke und Speisenatron habe ich aus meiner Küche geholt.

Maisstärke findet man im Lebensmittelhandel im Karton und Speisenatron kann ich in der Apotheke lose im selbst mit gebrachten Glas kaufen.

Als Duft und zusätzlichen Wirkstoff habe ich Teebaumöl verwendet.

Basisrezept:

3 Teile Kokosöl oder natürliches Öl
2 Teile Natron
2 Teile Maisstärke
Duft nach Wunsch (natürliches Duftöl)

Angerührt ist die Deocreme sehr schnell, abgefüllt habe ich in eine gut gereinigte Glasdose von einer Gesichtscreme.

Deo_quer

Die Handhabung ist etwas gewöhnungsbedürftig. Durch die Maisstärke und das Natron krümelt die Deocreme etwas und das macht das Auftragen schwierig finde ich.

Die Wirkung hat mich aber auf jeden Fall überzeugt, dieses Deo wirkt echt gut und hält nicht nur den Geruch ab sondern auch trocken.

Was ich nicht verschweigen will ist, dass das selbst gemachte Deo die Haut aber auch austrocknen kann. Bei sehr empfindlicher Haut kann es zu Reizungen kommen. Unangenehm für mich war auch das Austrocknen der Haut an den Fingerspitzen beim Auftragen.

Ich bin also nicht uneingeschränkt zufrieden, wie Ihr seht.

Anmerkung:
Das Austrocknen kommt vom Teebaumöl und nicht vom Natron. Für das nächste Deo verwende ich doch Kokosöl und lasse das Teebaumöl weg.

Mit Kokosöl ist das Auftragen wesentlich einfacher und die Masse ist nicht mehr krümelig.

Fazit:

Industriell hergestelltes Deo werde ich nicht mehr kaufen. Ich kann Euch daher auch nichts zum Deo von Lush sagen, diese Alternative habe ich nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Erste Wahl ist für mich das natürliche Öl als Pflege und um Geruch und Schweiß einzudämmen.

An stressigen Tagen, möglicherweise auch wenn es sehr heiß ist, möchte ich das selbst gemachte Deo verwenden. Man kann auch sehr kleine Mengen anrühren. Ich habe z.B. 1 TL Speisenatron, 1 TL Maisstärke, 2 TL Öl (da mein Öl flüssig ist, habe ich etwas mehr genommen, weil ich den Teelöffel nicht so anfüllen kann wie mit festem Öl) und 2 Tropfen Teebaumöl gemischt.

Mit dieser Menge komme ich wahrscheinlich für die nächsten 2 Monate aus. Preiswert ist es also auch noch!

Videotipp:

natürliches Deo selber machen

Anmerkung:

In meinem Beitrag „wie gefährlich ist Aluminium wirklich für uns?“ habe ich noch einmal über meine Erfahrungen mit dem selbst gemachten Deo geschrieben. Insbesondere bin ich dabei auch auf „kein Deo“ als Möglichkeit eingegangen und es ist in den Kommentaren zu einer regen Diskussion gekommen.

Ergänzung:

Ich habe im Mai 2015 eine weitere ausführliche und reich bebilderte Anleitung geschrieben, wie man ein Deo ohne Aluminium selber machen kann. Um diese anzusehen bitte hier klicken.


Das könnte Dich auch interessieren:

Im Index selbst.gemacht findest Du eine Übersicht über alle bisherigen DIY-Beiträge.

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25 Kommentare zu “selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Deo

  1. mh, das wäre ja auch noch eine Idee. Mit den im Handel erhältlichen Produkten ohne Aluminium bin ich nicht sehr zufrieden. Das Rezept werde ich mir mal notieren und schauen, wo ich welche Zutaten bekomme. Danke für das Rezept….

  2. Ich habe das Deo mit dem Rezept und Kokosoel hergestellt und mit Limettenoel beduftet. Es funktioniert sehr gut, allerdings habe ich ein paar Tage gebraucht um mich daran zu gewoehnen. Das Auftragen finde ich ganz praktisch, aber die trockenen Fingerspitzen dabei mag ich auch nicht. Aber besser als alles andere.

    • Ich denke das, was die Haut irritiert ist eher das Speisenatron und nicht die Maisstärke. Pfeilwurz wächst halt nicht bei uns soviel ich weiß und ich versuche immer bei heimischen Alternativen zu bleiben.

      Trotzdem vielen Dank für Deine Anregung!

  3. Pingback: Selbstgemacht: Deo | minimalismus und mehr

  4. Pingback: selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Backpulver

  5. Hm, ich habe verschiedene Deos durchprobiert. Weil ich im Sommer beim Unterrichten brav ein Hemd trage …. ähm, ja.
    Dann bin ich über einen Arte-Beitrag gestolpert, in dem es um Aluminiumsalze ging, und dass diese in den Körper gelangen können.
    Dann habe ich mich damit beschäftigt und die Zusammenfassungen veschiedener Studien gelesen (zu mehr komme ich einfach nicht bzw. ich versteh‘ das auch nicht).
    Dann wollte ich noch wissen, was „Titanium-Dioxid“ ist, das sich in den ALVERDE-Deos (dm) findet, denn die hatte ich meiner Freundin geschenkt, nachdem ich ihre alten Plastik-Deoreoller entsorgt hatte.
    Also schrieb ich dm an … und war erstaunt: „Die Gefährlichkeit von Aluminiumverbindungen in Deos ist nicht erwiesen.“
    Da war ich baff. Alles Panikmache? Diesen Sommer werde ich ein wenig experimentieren.
    Ich find’s toll: 2013 ist bei mir auch das eine oder andere Plastikteil aus der Küche verschwunden. Nicht alles, aber immerhin.
    LG
    David

    • Hallo David!

      Ich persönlich möchte nicht darauf warten, bis der Zusammenhang jemals erwiesen wird (oder auch nicht). Dann wäre es für mich längst zu spät.

      Wenn ich einen fragwürdigen Zusatzstoff vermeiden kann, dann mache ich das einfach. Meine Mikrowelle ist auch schon seit vielen Jahren ersatzlos gestrichen worden.

      Ich möchte möglichst naturnah leben, da haben viele Dinge einfach keinen Platz mehr.

      lg
      Maria

  6. Pingback: Unsere Netzhighlights – Woche 9/14 | Apfelmädchen & sadfsh

    • Hallo Tanja!

      Ich hatte Teebaumöl auch schon pur verwendet und damals kein Problem damit gehabt.

      Aber danke für den Hinweis, ich werde das nächste Deo ohne Teebaumöl anrühren und testen, ob das trockene Gefühl dann weg ist.

      lg
      Maria

  7. Hallo. Das ist schon das zweite, sehr ähnliche Deorezept, das ich heute lese. Wie sieht es im Landzeittest aus?

    Ich benutze ebenfalls ein selbst zusammengerührtes Deo: Wodka und Lavendelöl. Hab ein Rezept gefunden, daran gedacht, dass seit Ewigkeiten ein alter Wodka in unserer Bar herumsteht und das gleich ausprobiert. Da im alten gekauften Deo ebenfalls der Hauptbestandteil Alkohol war und mir das immer noch lieber ist als Aluminium, bin ich eigentlich recht zufrieden damit. Dadurch, dass es flüssig ist, ist es auch recht leicht aufzutragen 😉

    Liebe Grüße

    • Hallo Daniela!

      Ich bin sehr zufrieden im Langzeittest. Mein Deo verwende ich nur an Tagen, wo ich echt Stress habe und viel schwitze und es hilft sehr verlässlich bis am Abend. Ich schwitze zwar (aber das ist normal und gut so) aber ich rieche gar nicht.

      Da ich flüssiges Öl statt Kokosöl wie im Rezept angegeben verwendet habe, ist es etwas krümelig im Auftragen, meine Freundin hat es wie angegeben mit Kokosöl gemacht und da ist die Konsistenz auch sehr gut und angenehm aufzutragen.

      Es wird ganz sicher ein nächstes Mal geben, da mache ich es dann auch mit Kokosöl.

      lg
      Maria

  8. ich habe auch gerade so eine Deocreme hergestellt 🙂 jetzt muss sie nur noch fest werden, dann gehts bald ans testen. Noch ist sie recht flüssig, ich habe Kokosöl bzw. Fett benutzt und davon evtl zu viel. Aber wer weiß, vielleicht wirds ja doch noch was

    • Kokosöl ist bei Zimmertemperatur fest. Das heißt Du brauchst nur noch ein bisschen Geduld.

      Ich bin mit meinem selbst gemachten Deo wirklich sehr zufrieden. Es ist halt eine Umstellung, aber wenn man sich daran gewöhnt hat, dann ist es perfekt.

      lg
      Maria

  9. Pingback: plastic free july – Zwischenbericht #1 | widerstandistzweckmaessig

  10. Die Idee gefällt mir wirklich unheimlich gut. Gerade für empfindliche Haut ist so etwas eine echte Wohltat! Im Übrigen finde ich deine Seite im Allgemeinen schon ganz wunderbar – die Ideen, Müll zu reduzieren haben mir echt einen Anstoß für vielerlei Veränderungen gegeben.

  11. Pingback: Wie gefährlich ist Aluminium wirklich für uns? | widerstandistzweckmaessig

  12. Pingback: selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Deo | widerstandistzweckmaessig

  13. Pingback: Neues Deo, aber kein Plastik | mueckeblog

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