Müll reduzieren beim Einkauf Teil 5.

Wurst, Käse und Fleisch

In vielen Supermärkten ist Wurst, Käse und Fleisch portioniert und in Plastik verpackt. Im Vordergrund geht es um Haltbarkeit und Hygiene, aber in Wahrheit ist der Hintergrund meiner Meinung nach ganz ähnlich wie bei Obst und Gemüse.

In unserem Wirtschaftsleben soll alles schnell gehen, schließlich ist Arbeitszeit Geld, die Kosten müssen minimiert werden. Die Wurst und der Käse werden daher maschinell geschnitten und abgepackt, was Zeit und menschliche Arbeitskraft spart.

Plastikmüll ist billiger als der Mensch, der an der Schneidemaschine steht und die Wurst und den Käse aufschneidet und den Kunden bedient.

Aber selbst wenn man Wurst und Käse frisch aufgeschnitten in Bedienung bekommt, werden die Lebensmittel auf ein mit Plastikfolie beschichtetes Papier gelegt und danach in einen Papier- oder Plastiksack gesteckt.

es geht aber auch anders

Bei meinem Fleischer um die Ecke kann ich Wurst und Fleisch unverpackt und in der Menge kaufen, wie ich es brauche. Meine Dosen bringe ich zum Einkauf mit und es entsteht gar kein Müll.

meine Edelstahldosen vor dem Einkauf

meine Edelstahldosen vor dem Einkauf

Auch das Fleisch kaufe ich beim Fleischer in den mitgebrachten Dosen. Falls es mal ein bisschen mehr sein soll, habe ich ein größeres Transportgefäß zur Verfügung.

Edelstahlgeschirr mit Verschluss

Edelstahlgeschirr mit Verschluss

Käse

Der Käseeinkauf war lange Zeit das größte Problem, gelöst habe ich es ähnlich wie Obst und Gemüse. Entweder nehme ich meine Dosen zum Bauernmarkt mit oder ich bestelle den Käse gemeinsam mit dem Gemüse über die „grüne Kiste“. In der grünen Kiste bekomme ich über Wunsch den Käse in einem Papiersack ohne Plastikverpackung herum.

nach dem Einkauf

nach dem Einkauf

Edelstahldosen: mögliche Einkaufsquellen

Meine Edelstahldosen habe ich als dreiteiliges Set auf dem Flohmarkt gefunden. Das war aber wirklich ein glücklicher Zufall, denn ich suche noch weitere Dosen, da ich sie auch als Jausendose verwenden möchte. Bisher habe ich noch keine weiteren Edelstahldosen am Gebrauchtmarkt gefunden.

Zu kaufen gibt es ähnliche Edelstahldosen im Sporthandel bzw. im Outdoor/Adventur-Bereich. In einem sehr kleinen Fachgeschäft für Berg- und Wandersport, die auch Adventure-Ausrüstung führen, habe ich den Edelstahltopf gekauft. Wenn man ihn öffnet wird er zur Kasserolle.

Umweltfreundliche, faire, langlebige und vegane Produkte sind bei bee change zu finden. Es handelt sich um ein ganz junges österreichisches Unternehmen, das bei der Auswahl des Sortiments sorgfältig darauf achtet, dass weder Umwelt, Menschen, noch Tiere für die Herstellung ausgebeutet werden und sehr strenge Kriterien für sich selbst formuliert hat.

Weitere Alternativen bietet ein österreichischer Versandhandel mit dem Namen pure & green

Eine reiche Auswahl an Edelstahl-Trinkflaschen und Edelstahl-Behältern ist bei Kivanta zu finden. Diese Marke wird auch in gängigen Sportfachgeschäften gehandelt.

Ein wahres Paradies für Edelstahl-Behälter ist der Gastronomiefachhandel. In den Großküchen und Restaurantküchen kommt sehr viel Edelstahlgeschirr zum Einsatz. Zu finden beispielsweise bei Edelstahl in Bestform

Ökobilanz:

Die drei Edelstahldosen wurden am Gebrauchtmarkt für Euro 17,50 gekauft. Es musste daher nichts Neues für uns produziert werden. Sie sind vielfältig einsetzbar und ersetzen daher auch meine Jausendosen aus Plastik.

Der Edelstahltopf wurde neu gekauft, am Gebrauchtmarkt habe ich zu dem Zeitpunkt keine Alternative gefunden. Die Kosten lagen bei rund 20,– Euro.

Da dieser Topf dicht ist, kann ich darin auch mein Mittagessen in die Arbeit mitnehmen. Das Mikrowellengeschirr, das ich bis dahin verwendet habe, wurde verkauft und wird daher von anderen verwendet. Es entstand kein Müll.

Durch den Verkauf vom Mikrowellengeschirr habe ich den neuen Topf finanziert. Da ich noch keine weiteren Edelstahldosen am Gebrauchtmarkt gefunden habe, wurden die Plastik-Jausendosen noch nicht verkauft, da ich sie ab und zu noch verwende, wenn ich gar keine plastikfreie Alternative zur Verfügung habe.

Fazit:

Für mich ist das trotz des Neukaufs eine sehr gelungene widerstandistzweckmäßig-Aktion, da ich durch den plastikfreien Einkauf unglaublich viel Verpackungsmüll einspare.



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Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

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19 Kommentare zu “Müll reduzieren beim Einkauf Teil 5.

  1. Das scheint bei Dir in der Gegend einfacher zu sein als hier. Ich muss jedes Mal diskutieren, wenn ich meine Gefäße mitbringe und bekomme dann die Hygienevorschriften als Dauerargument. Selbst in den kleinen Läden ist es schwer. Und die Bioläden haben auch sehr viele Sachen in Plastik eingepackt. Pft, ich würde was drum geben, wenn da mal ein Umdenken einsetzen würde.

    • Hallo Uta!

      Je mehr Menschen danach verlangen, desto eher wird in den Geschäften ein Umdenken einsetzen.

      Gerade kleine Geschäfte, die zu keiner Kette gehören, können flexibler reagieren und werden dadurch wieder neue Kunden gewinnen.

      lg
      Maria

  2. Da beneide ich dich fast um die Dosen. Die sind nämlich ganz schön teuer. Wir haben uns fürs Wandern Edelstahl-Trinkflaschen zugelegt, mit Metall-Bambus-Verschluss. Da ist allerdings ein ganz kleiner Silikonring zum Abdichten und man darf sich nicht vor einem leichten Metallgeruch ekeln. Mineralwasser mit Kohlensäure kann man auch nicht einfüllen, weil sie nicht 100%ig dicht sind. Dann eben Leitungswasser. „Dat Wasser vun Kölle es jot“ sinden die Bläck Föös 😉 Na ja …
    Butterbrotdosen haben wir im Moment gar keine mehr. Mal sehen …

    Übrigens, am Käsestand (Ökomarkt, Demeter) sind manche Käsestücke in Folie verpackt und wenn frisch vom Laib abgeschnitten wird, kommt der Käse in Papier mit einer hauchdünnen Folie. Tz … Ich glaube, ich muss mir auch Dosen besorgen.

    LG und danke für deine immer fundierten und gut recherchierten Tipps.

    • Hallo Franka!

      Ja, einfach ist es nicht. Aber mir kommt vor, bereits im letzten halben Jahr haben die Angebote und vor allem die Anbieter zugenommen.

      Die Hoffnung wächst, dass es irgendwann einmal genauso normal wird plastikfreie Alternativen wie Bioware im Supermarkt zu kaufen.

      lg
      Maria

  3. Ja, du sprichst mir aus dem Herzen. Alles schnell, schnell, und ohne Wert irgendwie auch. Wir müssen wieder lernen, langsamer zu werden. So können wir uns auch besser entscheiden und auf einzelne Dinge achten und sie wertschätzen. Eine Bloggerin schrieb vor kurzem, wir hätten zuviel Auswahl, zu große Vielfalt – aber das ist denke ich kein Problem, solange man weiß, was man will. Da wir aber allgemein zu Eile und schnellen (übereilten) Entscheidungen angespornt werden, ist es auch kein Wunder, dass alles wir auch unsere Lebensmittel fertig abgepackt und am besten schon vorgekocht präsentiert bekommen – zur schnellen Entscheidung beim Einkauf, ohne Nachdenken zu müssen.

    • Hallo Christine!

      Ja, langsamer zu werden und mehr im Augenblick zu leben/zu verweilen ist sicher ein ganz wichtiger Punkt.

      Mir hat das Buch „Slow down your life“ von Kai Romhardt sehr gut gefallen.

      Wenn ich gehe, dann gehe ich und bin nicht schon am Ziel und wenn ich koche, dann koche ich und esse nicht bereits mein Essen.

      lg
      Maria

  4. Hallo Maria,
    schön,dass es immer wieder Beispielfotos zu deinen Berichten gibt.
    Ich habe so meinen geerbten Suppenterrinen eine neue Aufgabe gegeben.In die eine kommen nun die Kartoffeln hinein,und die andere bewahrt die Kekse (selbstgebacken) auf.
    Da hast du ja richtig Glück mit den gebrauchten Brotdosen aus Metall gehabt.
    Ich habe mir nach und nach Edelstahldosen und -flaschen gekauft.Sie sind leider
    nicht ganz billig.Allerdings schmeckt mir das Essen und Trinken daraus besser als aus den Kunststoffschachteln.
    Aus Bequemlichkeit habe ich früher schon manches Essen im Edelstahltopf gelassen und nach dem Abkühlen in den Kühlschrank gestellt.Ebenso habe ich die Schale/Teller-Technik angewandt.
    Viele Plastikschachteln schlummerten unbenutzt im Schrank.Nach und nach habe ich sie verkauft und verschenkt.Es gibt Leute,die sie trotz der Problematik
    benutzten wollen.Für mich habe ich festgestellt,dass ich sie gar nicht gern benutzt habe.Andere Alternativen kannte ich nicht.
    Ich freue mich schon auf weitere Berichte.
    Ach so,einige wenige Möglichkeiten habe ich für Käse und Wurst gefunden,um
    sie ohne Plastik zu kaufen.Ich kann die Edelstahldosen auch gleich so in den
    Kühlschrank stellen.Wahrscheinlich bin ich die einzige,die ihre Dosen mitbringt.
    Die Verkäufer/innen kommen manchmal durcheinander,wenn man den Wunsch
    äußert,ohne Verpackung die Sachen zu bekommen.Ja,und dann erzählen sie einem etwas von den Hygienevorschriften.Da muß ich immer an das Gammel-
    fleisch denken,das so hübsch in Plastik eingepackt wurde.
    Die Supermärkte (auch Biosupermärkte) sind inzwischen extrem auf Effizienz
    ausgerichtet,Personal wird eingespart wo es nur geht.
    Außerdem können die Kunden so auch mehr einkaufen,die Sachen sind schnell
    in den Einkaufswagen gelegt.
    Liebe Grüße

    • Hallo Sabine!

      Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Ich freue mich immer total, wenn ich eine Rückmeldung bekomme, dass jemand mit meinen Beiträgen etwas anfangen kann und Inspirationen bekommt, etwas in seinen Alltag zu übernehmen.

      Als ich das erste Mal beim Fleischer war, wurde ich auch ganz seltsam angesehen. Die Tara-Taste wurde scheinbar das erste Mal ausprobiert und 2 Verkäuferinnen sind sich bei der Eingabe dann in die Quere gekommen, weil die andere die Tara wieder überschrieben hat.

      Inzwischen sind wir dort bekannt, sie wissen schon, dass ich alle Gefäße selbst mitbringe und auch keinen Plastiksack rundherum möchte. Auch wenn ich 2 verschiedene Sorten Schinken oder zum Rohschinken ein kleines Trockenwürstchen dazu packen lasse, ist das längst kein Problem mehr.

      Also einfach hartnäckig bleiben und darauf bestehen, im Grunde geht es doch allen ums Geschäft und ich muss ja nicht dort kaufen, wo man auf meine Wünsche nicht eingeht.

      lg
      Maria

  5. Hallöle,
    als wir noch einen TV besaßen, gab es mal einen Beitrag im WDR (Yvonne Willicks) zum Thema Plastik vermeiden. Da wurde gesagt, dass die Hygienevorschriften schon ein Problem sein könnten, baer solange die Dosen etc nicht hinter die Theke kommen, wäre das kein Thema. Also, Dose auf die Theke stellen, Verkäufer legt die Sachen rein und gut ist. Das geht nicht bei Allem, aber so hat man mal ein Argument 🙂

    Liebe Grüße aus Norddeutschland!
    Kim

    • Hallo Kim!

      Danke für die Infos, soweit ich mitbekommen habe liegt es hauptsächlich am guten Willen vom Personal, weil – so wie Du schreibst – auf die Theke kann man die Dose auf jeden Fall legen, auch wenn hinter die Theke nichts kommen darf.

      lg
      Maria

  6. Pingback: plastic free july – Zwischenbericht #2 | widerstandistzweckmaessig

  7. Pingback: Müll reduzieren im Haushalt Teil 5. | widerstandistzweckmaessig

  8. Ich habe bis dato weder bei unserem Fleischer noch bei den örtlichen Supermärkten Probleme mit meinen mitgebrachten Blechdosen gehabt. Hat sowohl bei Unimarkt als auch bei Spar problemlos geklappt, die Verkäuferinnen fanden das nicht einmal „komisch“ ;-). Wir leben auf dem Land, vielleicht gehts ja da noch einfacher?

    LG,
    Astrid

  9. Pingback: verpackungsfrei einkaufen in Graz | widerstandistzweckmaessig

  10. Ich bin gerade durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und bin begeistert 🙂 Das mit dem Hygienewahn bei der Fleischtheke hat aber auch erst in den letzten 10-15 Jahren begonnen. Ich kann mich noch erinnern, dass meine Mutter zum Spar eine Tupperdose für den Aufschnitt mitgenommen hat…irgendwann ist das dann leider nicht mehr gegangen. Ich bin ja versucht es dort wieder zu probieren 😉

    • Hallo!

      Es ist recht unterschiedlich, bei einigen Geschäften funktioniert es recht gut bei anderen wieder gar nicht. Es hängt wohl wirklich viel vom guten Willen ab!

      Schön, dass Du zu meinem Blog gefunden hast und dass Dir meine Beiträge so gut gefallen!

      Ich hoffe, wir lesen uns bald wieder!

      lg
      Maria

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