selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Melissensirup

Die Kräutersaison hat bereits vor längerem begonnen, im Garten wächst die Zitronenmelisse wunderbar heran. Dieses Jahr habe ich zusätzlich einen Stock Zitronenmelisse im Tontopf, den ich auf dem Balkon ziehe.

Gerade bei Getränken kann man durch Selbermachen sehr viel Müll, insbesondere Plastikmüll, reduzieren. Im vorigen Jahr habe ich bereits mehrere Anleitungen für Sirup veröffentlicht, aber ich habe natürlich noch lange nicht alles gezeigt.

Ich setze daher heute in meiner selbst.gemacht statt selbst.gekauft Serie mit dem Zitronenmelissensirup fort. Alternativ kann man auch Goldmelisse verwenden.

auch im Tontopf kann man die Zitronenmelisse gut ziehen

auch im Tontopf kann man die Zitronenmelisse gut ziehen

Basisrezept

1 l Wasser
1 kg Zucker
1 große Hand voll (also eigentlich beide Hände gemeinsam voll) Zitronenmelisse
(nach dem Putzen der Kräuter gemessen!)
2-3 ungespritzte Bio-Zitronen oder 5 – 10 gr Zitronensäure

(Ich mache üblicherweise die 3fache Menge, damit es sich auch auszahlt den Topf anzupatzen. Die 3fache Menge ergibt rund 5 l Zitronenmelissensirup.)

die Zitronenmelisse wird vor dem Einkochen gut gereinigt

die Zitronenmelisse wird vor dem Einkochen gut gereinigt

Zubereitung Teil 1

Als erstes wird die Zitronenmelisse verlesen, geputzt und kurz gewaschen. Nachdem die Schnecken bereits aktiv sind, entsteht leider sehr viel Abfall, da ich meist nur das obere Drittel für den Sirup verwenden kann.

In einem großen Topf den Zucker im Wasser auflösen und unter ständigem Rühren (wichtig!) zum Kochen bringen. Zuerst ist das Wasser ein wenig grau-trüb vom Zucker, der sich jedoch mit steigender Temperatur vollständig auflöst. Der Zuckersirup wird dadurch wieder klar.

Sobald das Wasser kocht gibt man die Kräuter ins heiße Wasser, rührt gut um und wartet kurz, bis alles noch einmal aufwallt.

Danach den Topf sofort vom Herd nehmen, damit er nicht weiterkocht, und in den Keller oder einen kühlen Raum stellen.

Im Keller bleibt der Topf für 24 – 48 Stunden stehen und wird in der Zeit mehrmals umgerührt.

Einblick in die Hexenküche

Einblick in die Hexenküche

Zubereitung Teil 2

Als erstes werden die Flaschen sehr gut gereinigt. Die Deckeln gebe ich in eine Schale und übergieße sie zur Desinfektion mit kochendem Wasser.

Danach die Zitronen waschen, ausdrücken und den Saft auffangen. Die Zitronen habe ich diesmal für ein ganz anderes Experiment aufgehoben. Darüber werde ich demnächst berichten.

die Zitronenschalen werden aufgehoben

die Zitronenschalen werden aufgehoben

Mit Hilfe von einem Sieb wird der kalte Sirup durch ein sauberes Tuch (ich verwende dazu eine Windel) geseiht.

Der abgeseihte Sirup wird sodann gemeinsam mit dem Zitronensaft bzw. der Zitronensäure aufgekocht und für 10 Minuten sanft köcheln gelassen. Bitte immer wieder gut umrühren!

meine plastikfreie Küche

meine plastikfreie Küche

Danach wird der noch kochend heiße Sirup mit Hilfe von einem Trichter aus Edelstahl in die sauberen Flaschen gefüllt und diese werden sofort gut verschlossen.

Zitronensaft versus Zitronensäure

Versuchsweise habe ich diesmal 2 unterschiedliche Varianten gekocht, um besser über den Unterschied berichten zu können.

links mit Zitronensäure und rechts mit Zitronensaft

links mit Zitronensäure und rechts mit Zitronensaft

Der Sirup mit Zitronensäure ist deutlich klarer und der Zitronenmelissensirup mit Zitronen wurde leicht trüb. Vom Geschmack her ist der Sirup mit Zitronensäure säuerlicher und der Sirup mit Zitronen deutlich milder.

hier der direkte Vergleich

hier der direkte Vergleich

Haltbarkeit

Der Sirup hält im dunklen Keller trocken gelagert länger als 1 Jahr. Wir haben noch geringe Restbestände vom Vorjahr im Keller, die unverändert gut schmecken.


Logo-EiNaBeinfach.nachhaltig.besser.leben [#EiNaB]

Nachdem es um Müllvermeidung und Plastikreduktion geht, schicke ich den Beitrag zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben.
Derzeit wird die Linkparty vom Blog foolfashion durchgeführt.

Weiters verlinkt zu Create in Austria sowie Rums.


Zitronenmelissensirup Collage


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Im Index selbst.gemacht findest Du eine Übersicht über alle bisherigen DIY-Beiträge.

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30 Kommentare zu “selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Melissensirup

  1. Hallo und Danke für den tollen Tipp!
    Wir bewahrst Du die Zitronenschalen auf? Bei mir fangen die immer an zu schimmeln. Danke für einen Tipp 🙂
    Liebe Grüsse, Heike

    • Hallo Heike!

      Das hängt davon ab, wofür Du sie verwenden möchtest.

      Für Kuchen kann man sie abreiben und gleich in geriebenem Zustand einfrieren.

      Man kann sie abschälen und die Schalen in Öl konservieren.

      Wenn Du mir sagst, wofür Du sie verwenden möchtest, fällt mir vielleicht etwas ein.

      lg
      Maria

      • Liebe Maria,
        naja, das weiss ich manchmal noch nicht.
        Also zum Backen brauche ich sie immer wieder. Auch für Seifen wäre das toll.
        Im Winter für Tee und Duftöl? Du merkst schon, nicht so einfach 🙂

        LG, Heike

  2. Guten Morgen, Maria!

    Sag mal, wie bekommt ihr eigentlich je all die Sirups alle, die du machst? Ich stelle mir bei euch die ganze Zeit einen Keller voll, wo bis an die Decke in Regalen Glasgefäße mit Füllungen in allen Farben des Regenbogens stehen. 🙂

    Melissensirup ist echt lecker! Und so erfrischend…

    Lieber Gruß,
    Philipp

    • Hallo Philipp!

      So ähnlich sieht es auch aus bei uns im Keller. Nein, nicht ganz so schlimm, aber verhungert ist noch niemand.

      Also meine Kinder sind schon ausgezogen und ich versorge z.B. Tochter und Lebensgefährten mit Sirup. Auch mein Sohn bekommt immer wieder einmal eine Flasche mit nach Hause.

      Wenn ich jemanden besuche, dann bringe ich als Gastgeschenk gerne 1-3 Flaschen mit.

      Herr Widerstand trinkt echt VIEL verdünnten Sirup (je nach Größe 1-3 Flaschen pro Woche).

      Ich selbst würde wahrscheinlich 100 Jahre dafür brauchen, ich habe nur die „Ehre“ alles zu kochen…

      Vorige Woche habe ich 15 l Holunderblütensirup eingekocht, die ersten Flaschen wurden bereits „abgeliefert“.

      lg
      Maria

  3. Gestern habe ich nach deinem Rezept Holunderblütensirup angesetzt. Den Zitronenmelissesirup werde ich auch auf jeden Fall ausprobieren. Ich mache jetzt nicht die riesigen Mengen, aber bei uns wird der auch gern verdünnt von den Kindern (bisher nur Rhabarbersirup) getrunken. Daher muss ich auch schauen, dass ich einiges an Vorrat anlege. Bei mir scheitert es momentan eher daran, dass ich zu wenig Gläser zum bevorraten habe. Gehen da auch Flaschen mit normalen Schraubverschlüssen, also keine Twist-Off-Deckel?

    • Hallo Bärbel!

      Ja auf jeden Fall! Auf den Bildern in diesem Beitrag sind auch ganz normale Flaschen mit Drehverschluss zu sehen.

      Diese Flaschen fassen 0,33l (deshalb sind es auch so viele) was ich perfekt finde, weil dann kann man öters abwechseln.

      lg
      Maria

  4. Wieder ein Sirup-Rezept! Mit geht es ähnlich wie Philipp, ich staune und staune, bei mir halten die drei selbergemachten Marmeladengläser schon immer zweiJahre, Sirup kriege ich so gut wie gar nicht weg. Obwohl er immer superlecker schmeckt, aber ich trinke so selten süße Getränke. Und dieses Jahr habe ich durch das Ingwer-Kandieren automatisch Ingwersirup erhalten (es gab massenweise Ingwer über Foodsharing). Vom Melissensirup würde ich ja gerne einfach mal ein Glas bei dir probieren, das würde mir reichen 😉
    Vor allem will ich mich aber für die Zitronenschalen bedanken – ich habe aus den letzten Orangen-Mandarinen-Schalen einen Reiniger hergestellt und es ist gut, dass mir das jetzt einfällt. Bei uns in der Wohngemeinschaft rotiert der Putzdienst immer, aber just morgen kann ich den Reiniger endlich ausprobieren. Vielen Dank also für die Erinnerung!

    Viele Grüße,
    E

    • Hallo E!

      Wie schon bei Philipp geantwortet – ich selbst würde 100 Jahre auskommen, da ich fast immer nur Wasser trinke.

      Aber ich bin so lieb, dass ich viele andere Menschen damit versorge (und hoffentlich glücklich mache *g*)

      Schön, dass ich Dir zumindest mit den Zitronen weiterhelfen konnte.

      lg
      Maria

  5. Servus Maria,

    ich habe nach dieser Art meinen Holundersirup gemacht, dieser ist dadurch wirklich haltbarer geworden. Allerdings habe ich mich bisher nicht getraut nur Zitrone alleine hinzuzufügen, ich dachte, Zitronensäure „muß“ zwecks der Haltbarkeit dazu. Nun werde ich es so ausprobieren.

    Aber beim Herausfiltern von den Kräutern finde ich, wird auch sehr viel Zucker „weggeschmissen“ (ich habe dieses immer an die Tiere gefüttert), deshalb wollte ich mal fragen, ob es auch funktioniert, zuerst einen „Tee“ herzustellen und in diesen den Zucker zu lösen. Was meinst du, Maria, würde das auch funktionieren, oder ist dabei der Geschmack anders?

    Ich hatte heuer wieder mal Löwenzahngelee gemacht und die Biozitronen mit dem Gelee (lange) mitgekocht, und kurz vor dem Gelieren erst herausgefischt. Dadurch habe ich auch Fruchtfleisch im Gelee, dieser schmeckt gut zitronig, lecker! Und die Zitronen sind jetzt total kandiert, die habe ich in ein Glas gegeben und verwende die für Kompotte (koche ich wieder mit) und kleingeschnitten für Backwerk (Striezel).

    Bin schon gespannt, was du damit machen wirst. Ich möchte mit in diesen gerne mal Wachs gießen für sogenannte Duftkerzen.

    Schönes Wochenende,

    Brigitte

    • Hallo Brigitte!

      Zitronen statt Zitronensäure habe ich vor 2 Jahren das 1. Mal aus der Not heraus gemacht. Ich habe im Urlaub einen Feigenbaum gefunden, den niemand geerntet hat. Also habe ich geerntet und im Urlaub (ja so verrückt muss man sein) in die bereits leer gegessenen Gläser eingekocht. Da ich in Italien keine Zitronensäure fand, habe ich Zitronen verwendet. Hat super funktioniert und hält heute – nach fast 2 Jahren – noch immer (das letzte Glas, das ich gespart habe).

      Nun zu Deiner anderen Frage – Ob man auch zuerst einen „Tee“ machen kann. Mit Kräutern habe ich es so noch nie ausprobiert. Sehr wohl aber mit Früchten, diese entsafte ich zuerst und koche sie dann erst mit dem Zucker auf.

      Es ist wohl auch eine Frage der Temperatur – den zu heiß darf das nicht sein, die Kräuter sollen ja nicht kochen. Ob man das mit Wasser auch so hinbekommt? Ausprobieren!

      Ich habe heute wieder Zitronenmelisse geerntet und werde sie für Tee trocknen.

      Das mit den mitgekochten Zitronen klingt sehr spannend. Kann ich mir gut vorstellen im Kuchen und im Kompott.

      lg
      Maria

      • Eines meiner Alltags-Wintergetränke ist Zitronenmelissentee. Beim Aufgießen gebe ich eine Messerspitze getrocknete, geriebene Bio-Zitronenschale dazu. Das ergänzt den Geschack gut.
        Von Sirup bin ich nicht so ein Fan, aber meine Tochter liebt ihn, also macht Mama jedes Jahr ein paar Flaschen 😉 Ich verwende Zitronensaft – daher auch die Schale für den Tee.

      • Hallo M@ria!

        Das mit den getrockneten Zitronenschalen ist ein super Tipp, danke schön!

        Ich selbst trinke auch kaum Sirup. So alle 2 Monate einmal vielleicht. Aber Herr Widerstand und meine beiden Kinder lieben das Zeug. Daher koche ich immer wieder ein.

        Dieses Jahr experimentiere ich gerade mit fruchtigen Alternativen. Vielleicht kommt bald eine Anleitung.

        lg
        Maria

      • Hihi, wir haben mal ganz geplant im Urlaub eingekocht. Einmal wollten wir uns das Erlebnis Fischmarkt gönnen und haben dann das Gekaufte zu Marmelade und Chutney verarbeitet.
        Der Melissensirup ist sehr lecker geworden, jetzt muss ich mal gucken, was ich damit alles anstellen kann.
        Viele Grüße, Anne.

      • Hallo Anne!

        Ist ja lustig, bin nicht nur ich so verrückt 😉 Im Urlaub hat man aber auch am meisten Zeit. Und immer nur rumhängen ist mir dann auch langweilig.

        Lass Dir denn Melissensirup gut schmecken!

        lg
        Maria

  6. Da haben also noch zwei die gleiche Frage gehabt wie ich. Es ist wirklich sehr nett von dir, andere mit Sirup zu versorgen. Wir trinken hier auch nur Wasser zum Durstlöschen, weil ich finde, dass im Sirup zu viel Zucker ist. (Ich sündige schon genug mit Kuchen 😉 ). Zitronenmelisse mag ich auch sehr; sie ist so frisch und jetzt passt sie gerade gut zu Erdbeeren.
    LG, Ingrid

    • Hallo Ingrid!

      Ich hoffe, sie ist jetzt ausreichend beantwortet.

      Bekomme übrigens kaum noch Flaschen nach, weil ich ja auch die Tomaten selber einkoche und da auch die alten Flaschen verwende.

      Ich muss schon zusätzlich meine Tochter sammeln lassen, damit ich überhaupt genügend habe.

      Die kleinen Fläschchen mit der Sonne drauf sammelt auch sie für mich.

      Selber kaufe ich ja auch kaum noch etwas in Flaschen!

      lg
      Maria

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  10. Der Beitrag ist nun schon ne Weile her, aber vielleicht schaust du trotzdem noch ab und zu in die Kommentare … was mich interessieren würde: wozu das erneute Aufkochen nach dem Ziehenlassen? Und macht es nichts aus, wenn die Stängel noch an den Blättern sind?

    • Hallo Ben!

      Danke für Dein Kommentar, ich bekomme Benachrichtigungen für jedes Kommentar – es geht nichts verloren!

      Danke für die Nachfrage!

      Das nochmalige Aufkochen erhöht die Haltbarkeit. Durch das mehrmalige Umrühren und beim Abseihen können Keime dazu kommen, die möglicherweise dazu führen, dass der Sirup zu schimmeln beginnt.

      Daher wird er noch einmal aufgekocht und kochend heiß abgefüllt. Das sterilisiert gleichzeitig die Flaschen.

      Die Stängel kann man – wenn sie schön sind – sicher auch dran lassen.

      Ich schneide immer die dicken Stängel weg und die dünnen lasse ich dabei. Dann ist es nicht so sperrig.

      Viel Spaß beim Einkochen und lass es Dir gut schmecken!

      lg
      Maria

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