selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Nudelteig

Da man Nudeln meist in Plastik, selten auch in Kartons verpackt zu kaufen bekommt, war ein Projekt zur Müllvermeidung den Nudelteig selbst zu machen. Das ist gar nicht so schwierig wie man denkt!

Es gibt eine Vielzahl von Rezepten mit unterschiedlichen Zutaten. Der große Unterschied ist jedoch, ob man Nudeln mit Ei oder ohne Ei zubereitet.

Wir haben uns für ein ganz einfaches Nudelrezept ganz ohne Ei entschieden, die Nudeln sind also vegan. Der Teig ist dadurch lange haltbar und lässt sich wunderbar verarbeiten.

man braucht nicht unbedingt eine Nudelmaschine

man braucht nicht unbedingt eine Nudelmaschine

Rezept:

200 gr Mehl
200 gr Weizengries
180 ml Wasser
1-2 EL Öl
1/2 TL Salz

Zubereitung:

Mehl und Gries werden auf der Arbeitsfläche aufgetürmt und in der Mitte eine Mulde gemacht.

Das Öl sowie nach und nach insgesamt 180 ml warmes Wasser hinzufügen und von innen beginnend alles gut miteinander vermengen. Langsam den Rest vom Mehl-Griesgemisch hinzufügen und mit den Händen alles durchkneten bis ein schöner, elastischer und glatter Teig entsteht.

Nach rund 10 Minuten Kneten ist der Teig geschmeidig und homogen. Wenn der Teig nicht mehr klebt und die Hände trocken bleiben, dann hast Du genug geknetet.

Am besten stülpt man über den Teigklumpen eine kleine Schüssel, die nur wenig größer ist als die Teigmenge, damit der Teig nicht austrocknet während der mindestens 30 Minuten Ruhezeit. Das ist aber nicht so genau, er kann auch gerne länger rasten.

Danach wird der Teig mit Hilfe von einem Nudelwalker (Nudelholz) ausrollt und in die gewünschte Form geschnitten.

die Lasagneplatten werden mit den Nudelholz ausgewalkt

die Lasagneplatten werden mit den Nudelholz ausgewalkt

Wenn man eine Nudelmaschine hat, kann man diese statt dem Nudelholz verwenden und damit die Teigplatten auf die gewünschte Dicke bringen.

Der Teig ist für alle Nudelarten geeignet, man kann damit sowohl Beilagennudeln wie z.B. Bandnudeln als auch Lasagneplatten oder gefüllte Nudeln zubereiten.

Für gefüllte Nudeln braucht man kein eigenes Werkzeug, ein rundes Glas reicht zum Ausstechen. In die Mitte kommt ein Teelöffel Fülle und anschließend wird der Teig in der Mitte zusammen geklappt. Mit Hilfe von einer Gabel werden die Ränder zusammen geklebt und bekommen dieses hübsche Muster wie am Bild zu sehen ist.

selbst gemachte Nudeln sind schon etwas Besonderes

selbst gemachte Nudeln sind schon etwas Besonderes

Tipp zum Kochen von selbst.gemachten Nudeln

Im Gegensatz zu getrockneten Nudeln werden die selbst gemachten Nudeln nur für ca. 3-4 Minuten gekocht. Sie kommen in nicht mehr sprudelnd kochendes Wasser, sondern werden eher an der Siedegrenze gegart.

für den Vorrat

Wenn man die Nudeln lagern möchte, muss man das Salz weglassen, da Salz Feuchtigkeit anzieht. Die Nudeln werden in die gewünschte Form geschnitten und anschließend an der Luft getrocknet.

Am besten legst Du die Nudeln lose auf, damit sie nicht aneinander kleben bleiben (siehe Bild oberhalb). Sie behalten genau die Form, in der Du sie aufgelegt hast.

Wenn die Nudeln ganz trocken sind, können sie in einem Vorratsglas aufbewahrt werden und sind mindestens 6 Monate haltbar.


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Im Index selbst.gemacht findest Du eine Übersicht über alle bisherigen DIY-Beiträge.

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Wer hat an der Uhr gedreht?

Manchmal kann ich Menschen verstehen, die sagen „Dazu haben ich einfach keine Zeit“, wenn es darum geht, etwas selbst zu machen statt das fertige Produkt zu kaufen.

Es ist ja so praktisch! Es wird uns so viel Arbeit abgenommen! Der Kuchen ist schon gebacken, ich brauche nur noch die Kunststoffverpackung zu öffnen und schon kann ich mir ein Stück abschneiden und genießen.

Kein Trennen von Eiern, schaumig rühren von Butter, Unterheben vom Mehl, kein Ausfetten der Backform, kein Warten bis der Kuchen gebacken und ausgekühlt, gefüllt und verziert ist. Und vor allem auch kein Berg Geschirr abzuwaschen.

Der Faktor Zeit ist heute sehr wichtig

Es gibt ja so einen Fülle an Möglichkeiten, was wir alles tun könnten! Und der Alltag raubt uns die Zeit. Will ich wirklich in der Küche stehen um mein Essen zuzubereiten, wenn ich deshalb so viel anderes verpasse?

Wo finde ich die Zeit für das, was mir wichtig ist?

Wo finde ich die Zeit für das, was mir wichtig ist?

Beispiel Kohlsprossen (Rosenkohl)

In letzter Zeit habe ich im Rahmen meiner Tätigkeit für Foodsharing ab und zu Kohlsprossen bekommen. Wir lieben Kohlsprossen, daher habe ich mich darüber sehr gefreut.

Übrigens – so sehen die Kohlsprossen aus, wenn sie noch im Garten oder am Feld wachsen.

so wachsen die Kohlsprossen im Garten

so wachsen die Kohlsprossen im Garten

Und so sehen sie aus, wenn man sie im Geschäft oder beim Bauern kauft. Die Kohlsprossen müssen noch geputzt werden, damit man sie weiterverarbeiten kann.

die Kohlsprossen müssen noch geputzt werden

die Kohlsprossen müssen noch geputzt werden

Eines Abends als ich Kohlsprossen kochen wollte, hat sich in mir ein Widerwille geregt. Da war der Gedanke „Nicht schon wieder eine halbe Stunde vor den Kohlsprossen stehen, nur damit sie geputzt sind. Gekocht wollen sie ja auch noch werden.“

Irgendwie hatte ich auf einmal sehr viel Verständnis dafür, dass manche Menschen lieber Fertigprodukte statt das Gemüse vom Bauernmarkt kaufen, weil es danach noch vorbereitet werden muss.

eine halbe Stunde Arbeit später

eine halbe Stunde Arbeit später

Diese Gedanken sind mir durch den Kopf gegangen, während die ich äußeren Schalen abgeschnitten habe. Eine halbe Stunde später hatte ich dann endlich eine Schüssel voll kochfertiger Kohlsprossen und habe mir gedacht, das wäre wirklich sehr viel einfacher gegangen. Ein einziger Schnitt mit der Schere und ich hätte ein halbe Stunde Zeit gehabt um zu lesen oder Spazieren zu gehen oder was auch immer.

tiefgekühle convenience food

tiefgekühle convenience food

Ich gestehe es unumwunden – in dem Moment habe ich jene Menschen beneidet, die einfach einen Beutel tiefgekühltes Gemüse nehmen und diese Zeit für was auch immer haben.

Und gar nicht über die ganze Problematik mit dem Plastikmüll und die Umwelt nachdenken. Denen es vielleicht noch nicht einmal bewusst ist, wie problematisch der ganze Müll für die Umwelt wirklich ist und die Art, wie wir uns heute ernähren (Art des Anbaus, Düngung/Insektenschutz, industrielle Aufbereitung, Verpackung, lange Transportwege…).

das Essen ist fertig

das Essen ist fertig

Als ich die Kohlsprossen in der Pfanne gebraten und anschließend gedünstet habe, der Geruch in meine Nase stieg und ich mich auf das Kartoffelpüree als Beilage gefreut habe, wusste ich wieder, warum ich mich doch in die Küche stelle. Auch wenn es mir nicht immer leicht fällt.

Ja, manchmal kann ich Menschen verstehen, die sagen „Dazu haben ich einfach keine Zeit“. Ich hätte auch gerne etwas mehr davon und überlege manchmal, wo ich sie herbekomme, die Zeit um all das zu machen, was ich gerne machen möchte. Aber meistens denke ich anders darüber.


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Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

aktiv gegen Lebensmittelverschwendung #5

Der achtsame Umgang mit Lebensmitteln

Jedem passiert es manchmal, dass man zu viel eingekauft hat. Selbst wenn man mit Einkaufsliste und Wochenplan versucht, das zu vermeiden, so passieren doch immer wieder unvorhersehbare Ereignisse, die den ganz schönen Plan zunichte machen.

Daher ist es wichtig, die Nahrungsmittel in der Küche und im Vorratsschrank im Auge zu behalten und entsprechend zu reagieren. Im heutigen Teil der Serie möchte ich mich mit dem Tiefkühlen beschäftigen.

Lebensmittel sind kostbar

Der einfachste Weg ist nicht immer der beste

Wenn man den Platz hat, einen Tiefkühlschrank aufzustellen, ist das natürlich eine sehr einfach und bequeme Möglichkeit, Lebensmittel zu konservieren und vor dem Verderben zu bewahren.

Allerdings ist das ganz sicher nicht die beste Variante, da die Herstellung des Tiefkühlschrankes viele Ressourcen und der laufende Betrieb Strom verbraucht.

Ich muss gestehen, dass ich dennoch sehr gerne mit dem Tiefkühlschrank arbeite und schon beinahe alles eingefroren habe, was möglich und teilweise auch unmöglich ist. Daher kann ich hier wirklich auf eine reichhaltige Erfahrung zurückgreifen, an der ich Dich gerne teilhaben lasse.

Milchprodukte

Grundsätzlich ist zu sagen, dass alle Milchprodukte eingefroren werden können, um die Haltbarkeit zu verlängern.

Hier kommt das große ABER – nicht bei allen bleibt die bisherige Konsistenz erhalten, das Produkt ist oft nur noch zum Kochen geeignet.

Butter wird am besten in geeignete Portionsgrößen zerteilt und kann wie frische verwendet werden. Ein Singlehaushalt kann z.B. die Hälfte der Packung in die Butterdose geben und den Rest in der Orginalpackung einfrieren.

Topfen (Quark) verändert sich kaum, ich verwende ihn nach dem Auftauen jedoch auch meist nur noch zum Backen.

Auch Milch kann wunderbar eingefroren werden, das ist vor allem praktisch, wenn man wegfährt. Milch ist nahezu unverändert nach dem Einfrieren. Wenn man nur sehr selten Milch für den Kaffee benötigt, kann man diese auch in Eiswürfelbehälter einfrieren und diese dann einzeln portionieren.

Schlagobers (Sahne) wird durch das Einfrieren grieslig, kann aber wunderbar zum Backen oder Kochen verwendet werden. Zuletzt ist es mir sogar problemlos gelungen, den zuvor eingefrorenen Schlagobers wieder aufzuschlagen.

Auch Frischkäse, Joghurt, Sauerrahm und Creme fraiche habe ich schon eingefroren und können zum Kochen noch gut verwendet werden. Die Konsistenz ist jedoch etwas verändert gegenüber frischen Produkten.

Hartkäse ist nach dem Auftauen so gut wie frischer Käse, auch Weichkäse ist zum Einfrieren geeignet, jedoch verändert sich manchmal die Beschaffenheit der Rinde durch die Feuchtigkeit beim Auftauen.

Obst

Obst kann grundsätzlich sehr gut eingefroren werden, ist jedoch für den rohen Genuss nur noch bedingt geeignet. Eingefrorenes Obst verwende ich zum Kochen und Backen oder für Obstknödel.

Beerenfrüchte werden noch gefroren in das Müsli oder ein Joghurt eingerührt und schmecken wie frisch. Man muss natürlich das Joghurt ein wenig bei Raumtemperatur stehen lassen, damit es nicht so kalt ist.

Insbesondere für die Fülle einer Topfentorte (Käsesahnetorte) verwende ich sehr gerne gefrorenes Obst wie z.B. Heidelbeeren oder Himbeeren, weil diese nicht zergatschen (zermatschen) und der Topfen so schön weiß bleibt.

gefrorene Heidelbeeren als Topping für den Chiapudding

gefrorene Heidelbeeren als Topping für den Chiapudding

Gemüse

Gemüse kann mit Ausnahme von Kartoffeln hervorragend eingefroren werden. Aufgrund des hohen Wassergehalts ist das Gemüse nach dem Einfrieren jedoch nicht mehr für den rohen Verzehr geeignet, da die Zellen durch das Einfrieren zerstört werden. Trotzdem ist es eine gute Möglichkeit, die überzähligen Karotten zu schälen und fix fertig vorbereitet für die nächste Suppe einzufrieren.

Wenn man gerne gemischtes Gemüse kocht, dann kann man dieses auch gut selbst vorbereiten und spart künftig Verpackungsmüll.

Wer einen Garten hat, der weiß die Vorzüge des Tiefkühlschrankes speziell beim Gemüse sicher sehr zu schätzen.

Hülsenfrüchte

Getrocknete Hülsenfrüchte haben den Nachteil, dass man sie vor dem Kochen relativ lange einweichen muss. Daher greifen sehr viele Menschen auf industriell vorgefertigte Ware in Dosen zurück. Aber das ist aus ökologischer Sicht natürlich eine wirkliche Katastrophe.

Es geht nämlich viel einfacher. Um sich die Arbeit zu erleichtern kann man mit Hilfe des Tiefkühlschrankes den Aufwand reduzieren. Am besten kocht man gleich eine größere Menge von Kichererbsen, Bohnen & Co vor und friert einen Teil davon portionsweise ein.

Die gekochten Hülsenfrüchte kann man sogar in gefrorenem Zustand beispielsweise in den Gemüseeintopf schütten, sie leiden gar nicht unter dem Einfrieren und sind in weiterer Folge ähnlich schnell verwendet wie die Geschwister in der Dose.

Hülsenfrüchte lassen sich sowohl roh als auch gekocht sehr gut einfrieren

Hülsenfrüchte lassen sich sowohl roh als auch gekocht sehr gut einfrieren

Einen ganz besonderen Tipp habe ich für alle, die einen Garten nutzen und selbst Bohnen anbauen. Man erntet die Bohnen so frühzeitig, dass sie zwar reif, aber noch nicht trocken sind, und friert sie sofort ein.

Dadurch erspart man sich das Einweichen und reduziert die Kochzeit auf ein Minimum. Bohnen, die so behandelt wurden, brauchen oft nicht einmal 20 Minuten um gar zu werden, also noch einmal deutlich weniger als getrocknete Bohnen, die lange eingeweicht wurden.

Kräuter

Kräuter sind natürlich der Klassiker beim Einfrieren. Petersilie und andere Kräuter kann man ganz hervorragend auch in Gläsern einfrieren.

Petersilie im Glas eingefroren

Petersilie im Glas eingefroren

Eier

Teile von Eiern können sehr gut eingefroren werden. Gerade in der weihnachtlichen Backzeit bleiben oft Eiklar übrig. Ich friere diese je Eiklar in kleinen Behältern ein. Nach dem Durchfrieren kann man die Eiklarwürfel in größere Behälter umfüllen. So bleibe ich flexibel und kann auch nach dem Einfrieren die Menge an Eiklar individuell wählen.

Auch Eidotter kann wie oben beschrieben eingefroren werden. Allerdings wird er etwas fester dadurch, kann jedoch noch sehr gut zum Backen verwendet werden.

Mein Experiment, Eidotter und Eiklar gemeinsam einzufrieren ist gescheitert. Ich habe Dotter und Klar von 5 Eiern gemeinsam in einem Behälter eingefroren, um sie danach zu einem Kuchen zu verbacken. Das Ergebnis war sehr überraschend für mich, da der Dotter nach dem Auftauen ganz hart war, wie von einem gekochten Ei. Warum das so ist, weiß ich zwar nicht, aber ich nehme an, dass es möglicherweise an unterschiedlichen Gefrierpunkten liegt. Jedenfalls konnte ich den Kuchen zwar backen, aber der Dotter ließ sich nur leicht krümelig verarbeiten.

Ich kann daher nicht empfehlen, ganze Eier einzufrieren. Nur um Missverständissen vorzubeugen, natürlich habe ich sie vor dem Einfrieren aufgeklopft.

Brot

Gerade Kleinhaushalte klagen darüber, dass immer wieder Brot hart oder gar schimmlig wird. Am besten reduziert man das Brot direkt nach dem Einkauf oder dem Backen auf die passende Portionsgröße und friert den Rest ein.

Manche Menschen, die wirklich sehr wenig Brot essen, frieren vorgeschnittenes Brot ein. Das mindert die Qualität jedoch sehr, da gerade Brot sehr schnell in der Kälte austrocknet.

Wenn ich einen Brotteig ansetze, backe ich gerne ein paar Weckerln und ein Brot gemeinsam. Die Weckerln werden gleich gegessen und das Brot friere ich dann für später ein. Manchmal mache ich das natürlich auch umgekehrt.

unser selbst gebackenes Frühstücksbrot

unser selbst gebackenes Frühstücksbrot

Kuchen

Auch Kuchen kann sehr gut eingefroren werden. Gerne auch in kleinen Portionen, dann kann man sich auch einfach nur ein einziges Stück zum Kaffee heraus nehmen.

Fertige Speisen

Selbst zubereitete fertige Speisen sind ganz wunderbar geeignet, um in Notfällen das Lieferservice zu vermeiden. Ich friere meist Einzelportionen ein und habe immer ein selbst gekochtes Notfallsessen.

Der Vorteil beim Einfrieren ist, dass man auch Miniportionen, die zu klein sind für ein eigenständiges Gericht, verwenden kann. Wenn ein kleiner Rest gekochter Reis übrig bleibt, dann friere ich den ein. Entweder bleibt irgendwann noch eine Miniportion übrig, dann ergänze ich die bestehende Portion oder man kann den Reisrest auch wunderbar für Gemüselaibchen oder Gemüse- bzw. Fleischfüllungen für Kürbis & Co verwenden.

Gerade Nudelsoßen koche ich nach Plan in größeren Portionen, um eine Reserve einfrieren zu können.

Kartoffelgerichte eignen sich nur bedingt zum Einfrieren, da sich die Konsistenz von Kartoffeln sehr verändert. Wenn es sich vermeiden lässt, dann mache ich das nicht.

Auch gekochte Nudeln kann man einfrieren. Entweder brät man sie nach dem Auftauchen oder wirft sie gerne auch gefroren für maximal 1 Minute in kochendes, gesalzenes Wasser.

Darüber, dass man Pizza auf Vorrat zubereiten kann und dadurch selbst gemachtes Fastfood hat, habe ich bereits geschrieben.

Beilagen

Außer Kartoffeln lässt sich jede Art von Beilage sehr gut einfrieren und weiterverwenden und ermöglicht es, ein rasches Essen auf den Tisch zu stellen. Gerade aufwändigere Beilagen wie Knödeln und Spätzle friere ich gerne für Notfälle ein.

sehr lecker, aber ein wenig aufwändig zuzubereiten

sehr lecker, aber ein wenig aufwändig zuzubereiten

Fortsetzung folgt

Ich möchte immer wieder einmal einzelne Lebensmittel aufgreifen, die öfters im Müll landen. Zu jedem Lebensmittel werde ich Verarbeitungsmöglichkeiten zeigen, die den Verbrauch beschleunigen oder die Haltbarkeit erhöhen.


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selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Essig

Bis Ende letzten Jahres habe ich Essig in Glasflaschen gekauft. Der Ausguss war trotzdem aus Plastik und auch der Metallstöpsel hatte eine Plastikauskleidung.

Als mir Brigitte, eine ganz liebe Bekannte, einen Kombuchapilz zur Essigherstellung angeboten hat, wurde ich gleich ganz begeistert hellhörig und habe mich nach einigen Recherchen ans Werk gemacht.

je nach verwendetem Tee hat der Kombucha eine unterschiedliche Farbe

je nach verwendetem Tee hat der Kombucha eine unterschiedliche Farbe

Rezept:

8 gr Tee
1 l Wasser
70 gr Zucker

Kombuchapilz, mind. 100 ml Ansatzlösung (vom ursprünglichen Getränk)
ein großes Glasgefäß mit mind. 1,4 l Fassungsvermögen z.B. ein Glaskrug

Zubereitung:

Das Wasser aufkochen und über den Tee gießen. Den Tee 15 Minuten ziehen lassen, anschließend abseihen und den Zucker im noch heißen Teewasser auflösen.

Danach die Flüssigkeit auf Handwärme abkühlen lassen. Am besten stellt man das Gefäß in kaltes Wasser, dann geht es schneller.

Während dessen wird der Kombuchapilz unter fließendem Wasser gewaschen. Die Ansatzflüssigkeit wird sodann mit dem Tee vermengt und anschließend gibt man den Kombuchapilz in die lauwarme Zuckerlösung.

Das Gefäß wird mit einem Mulltuch abgedeckt, ich verwende dazu einen alten Vorhangstoff, den ich doppelt nehme und mit einem Gummiringerl befestige.

Nun heißt es geduldig sein, der Pilz muss seine Arbeit tun und den Zucker zuerst in Alkohol umwandeln. Das dauert je nach Zimmertemperatur ca. 8 – 14 Tage. Wenn keine Gärbläschen mehr aufsteigen ist das Kombuchagetränk fertig.

Nun wird der Pilz entnommen, die Flüssigkeit durch ein feines Sieb oder einen Kaffeefilter abgeseiht und in einem weiteren Glasgefäß mit relativ breitem Hals aufbewahrt.

Danach ist weitere Geduld erforderlich, denn es dauert – je nach Zimmertemperatur – weitere 4-6 Wochen bis aus dem Kombuchagetränk der Essig entsteht. Dazu braucht die Flüssigkeit Sauerstoff, daher decke ich auch diese Flasche nur mit einem Mulltuch ab.

Erst der fertige Essig wird in eine alte Tomatenflasche gefüllt und verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt.

die verschiedenen Stadien der Kombuchaessigherstellung

die verschiedenen Stadien der Kombuchaessigherstellung

der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt

Je nachdem welchen Tee man verwendet, hat der Essig eine unterschiedliche Farbe und schmeckt auch unterschiedlich.

In vielen Rezepten wird ausschließlich Schwarztee oder Grüntee empfohlen. Ich habe schon alle möglichen Teesorten verwendet. Man kann hier sehr erfinderisch sein und vor allem auch Teesorten verwenden, die endlich verbraucht werden sollten. Auch verschiedene Kräuter aus dem Garten eignen sich hervorragend um einen Tee zuzubereiten, mehr dazu in meinem Beitrag „Müll reduzieren beim Einkauf Teil 9.“ geschrieben.

Vermehrung

Der Kombuchapilz vermehrt sich während er den Tee und den Zucker umwandelt. An der Oberfläche der Flüssigkeit sammelt sich eine schleimige Masse, die mit der Zeit immer dicker wird. Das nennt man Kombuchababy. Wenn der Kombucha lange genug reift, wird das Baby so fest, dass es mit der Zeit ein neues „Kombuchauniversum“ gründen kann.

Angefangen habe ich mit 2 Scheiben, mittlerweile haben sich diese verdoppelt und ich kann bereits 2 Gefäße mit Kombucha ansetzen. Da der gesamte Reifungsprozess bis zum Essig doch rd. 8 Wochen benötigt, ist das auch gut so, denn ich komme mit einer Flasche Kombuchaessig nicht so lange aus.

Je kürzer er reift, desto milder ist er. Nachdem Herr Widerstand den Salat nicht so sauer mag, genießt er es sehr, dass ich nun einen deutlich milderen Essig in der Küche verwende.

leckerer Salat mit Kombuchaessig abgemacht

leckerer Salat mit Kombuchaessig abgemacht

ergänzende Infos und Tipps

Der Zucker ist nötig, um zuerst in Alkohol und danach zu Essig abgebaut zu werden. Der Essig selbst ist nicht süß sondern sauer. In einigen Rezepten im Internet wird eine höhere Zuckermenge angegeben. Ich verwende die geringste Menge, die ich jemals gefunden habe.

Der Kombuchapilz mag kein Metall, daher habe ich in allen Anleitungen den Hinweis gefunden, dass man ein Sieb aus Plastik und keinen Metall-Löffel verwenden sollte. Das ignoriere ich und habe bis jetzt keine nachteiligen Erfahrungen damit gemacht. Allerdings weise ich trotzdem darauf hin und übernehme keine Garantie dafür, dass das bei jedem Kombuchapilz so ist.

Manchmal hat das Kombuchagetränk noch ein ganz wenig gegärt, als ich den Pilz bereits entnommen habe, weil ich den Reifegrad falsch eingeschätzt hatte. Das hatte jedoch keine negativen Auswirkungen auf das Endergebnis vom Essig.

Nicht benötigte Kombuchababys können im Freudeskreis verschenkt werden. Umgekehrt kommt man durch Nachfragen im Bekanntenkreis oder in Verschenkgruppen zu einem Kombuchababy.

einfach.nachhaltig

Ich bin sehr begeistert von dieser einfachen und gleichzeitig nachhaltigen Möglichkeit, Essig selbst herzustellen. Es fällt vor allem noch weniger Müll an als bisher und der Geschmack ist auch hervorragend.

Die Arbeit hält sich sehr in Grenzen, denn einen Tee aufstellen und etwas Zucker darin aufzulösen ist nun wirklich nicht sehr zeitaufwändig.

Der Pilz selbst ist sehr unempfindlich, genügsam und vermehrungsfreudig. Ich bin wirklich sehr begeistert!

Linktipp:

weiterführende Infos zu Kombucha
Die Selbstversorger – Essigherstellung

Edit 7.4.2017

Durch die Vermehrungsfreudigkeit der Kombuchapilze konnte ich die Essigherstellung etwas vereinfachen. Ich koche nun einfach die doppelte Menge Tee und lasse den Pilz so lange in der Teelösung, bis Essig geworden ist. Wenn der „alte“ Essig im Kühlschrank leer ist, fülle ich den frischen Essig ab und mache einen neuen Ansatz. Dadurch erspare ich mir den Zwischenschritt mit dem Umfüllen zur Reifung.


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minimalistisch und müllreduziert putzen

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#EiNaB im Mai

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Mindesthaltbarkeitsdatum – Fiktion und Wirklichkeit

Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht ist bedeutet das nicht, dass ein Lebensmittel automatisch nicht mehr gegessen werden kann. Der Hersteller garantiert mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum lediglich, dass das Produkt bei einer ordnungsgemäßen Lagerung seine volle Genussfähigkeit mindestens bis zu diesem Zeitpunkt behält.

So eine Garantie kann aber nur dann abgegeben werden, wenn das Produkt normalerweise viel länger genießbar bleibt. Diesen Punkt sollte man sich immer vor Augen führen, wenn man über dieses Thema nachdenkt.

Wie viel länger das Lebensmittel hält, hängt von der Art des Lebensmittels, aber auch von der Lagerung bis zu diesem Zeitpunkt ab.

Tipps zur richtigen Lagerung sind zum Beispiel hier zu finden.

noch genießbar?

Grundsätzlich kann man bei den meisten Lebensmitteln davon ausgehen dass sie noch genießbar sind, wenn bei einer Überprüfung mit den eigenen Sinnen keine Auffälligkeiten zu bemerken sind (Farbe, Aussehen, Geruch und Geschmack).

In meinem heutigen Beitrag möchte ich meine Erfahrungswerte aus über drei Jahren foodsharing und dumpstern weitergeben.

Lebensmittel sind kostbar

Verbrauchsdatum

Gleich vorab möchte ich auf einen ganz wichtigen Punkt eingehen – wenn auf Lebensmitteln ein Verbrauchsdatum („zu verbrauchen bis“) angegeben ist, dann rate ich zu keinen Experimenten. Auch der Geruchstest kann hier in die Irre führen! Ein Verbrauchsdatum wird bei mikrobiell sehr leicht verderblichen Waren angegeben. Daher kann ein Produkt, bei dem das Verbrauchsdatum überschritten ist, nicht mehr als sicher angesehen werden.

In diese Kategorie fallen z.B. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Wurst. Da diese Produkte am schnellsten verderben, verzehre ich sie nicht über das Verbrauchsdatum hinaus.

Darüber soll es in meinem heutigen Beitrag aber nicht gehen, ich schreibe nur über Waren, die mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet sind.

Obst und Gemüse

Je nach Sorte sollte Obst und Gemüse unterschiedlich gelagert werden. Vor allem ist es wichtig, manches Obst bzw. Gemüse von anderen fern zu halten, da dieses den Reifungsprozess beschleunigt. Äpfel und Tomaten sind dabei hervor zu heben.

Bei sachgemäßer Lagerung hält Obst und Gemüse recht lange. Dass im Handel mittlerweile auch Obst und Gemüse mit einem Ablaufdatum versehen werden („zu verkaufen bis“), ist meiner Meinung nach eine wirkliche Unsitte (vorsichtig ausgedrückt).

Solange diese Lebensmittel nicht schimmeln, können sie gegessen werden. Auch wenn sie schon etwas welk oder verschrumpelt sind heißt das nicht, dass dieses Obst bzw. Gemüse dadurch ungenießbar geworden ist. In dem Fall eignet es sich noch immer zum Verkochen. Aus Obst kann Kompott oder Mus gemacht werden und Gemüse wird beispielsweise zu einer leckeren Gemüsecremesuppe. Auch kleine braune Stellen können ausgeschnitten werden. Wer lieber roh genießt, kann einen Obstsalat oder Smoothies herstellen.

Tipps zu Verwertung von Obst und Gemüse werden in einem der nächsten Teile dieser Serie zu lesen sein.

aus überreifen Bananen werden Bananenmuffins gebacken

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Milchprodukte

Frische ungesäuerte Milchprodukte wie z.B. Milch und Schlagobers (Sahne) verderben vor allem im Sommer sehr schnell. Pasteurisierte Milchprodukte, die verdorben sind, riechen leicht säuerlich und schmecken bitter.

Ultrahoch-erhitzte Milch („länger frisch“) und H-Milch kann bedenkenlos über das Haltbarkeitsdatum hinaus verwendet werden. Ich würde das allerdings auch nicht als Frischmilch bezeichnen, das aber nur am Rande.

Rohmilch, die sauer wurde, kann als Sauermilch getrunken bzw. gelöffelt werden. Sie riecht zwar säuerlich, schmeckt jedoch gut und bekommt mit der Zeit eine ähnliche Konsistenz wie Joghurt.

Gesäuerte Milchprodukte wie Joghurt und Topfen halten sehr lange über das Ablaufdatum hinaus. Riech- und Schmeckprobe reichen, wenn es gut schmeckt dann ist es ok. Entgegen der landläufigen Meinung sagen auch leicht geblähte Packungen nicht unbedingt etwas über darüber aus, ob ein Produkt verdorben ist. Allerdings rate ich in dem Fall unbedingt zu einer vorsichtigen Geschmacksprobe. Sollte das Lebensmittel leicht alkoholisch schmecken oder auf der Zunge prickeln, hat ein Gärungsprozess eingesetzt. In dem Fall sollte das Produkt entsorgt werden.

Vor kurzem habe ich ein Naturjoghurt gegessen, das 2 Monate abgelaufen war. Es hat hervorragend geschmeckt und war keine Spur von verdorben!

Aufbewahrungsmöglichkeiten von Käse

Aufbewahrungsmöglichkeiten von Käse

Käse kann man so lange essen als er nicht schimmlig ist, je älter desto besser. Richtig guter Weichkäse wird mit der Zeit weicher und schärfer. Manchmal wird er so scharf, dass ich ihn nur noch verkochen aber nicht mehr auf dem Brot essen mag. Dann eignet er sich noch hervorragend um eine Käsesoße für Nudeln herzustellen.

Hartkäse kann mit der Zeit etwas austrocknen. Wenn er richtig gelagert wird, fängt er jedoch nicht zu schimmeln an. Trockenen Hartkäse kann man reiben und statt Parmesan verwenden.

Guter Parmesan hat eine Reifungszeit von 2 Jahren aufwärts, warum sollte er innerhalb von einigen Tagen zu Hause ungenießbar werden? Auch alter Gouda wird viele Monate gereift. Diese Fakten werden leider oft vergessen, wenn man die Haltbarkeit von Käse beurteilt.

Ich lagere meinen Käse in einer Käseglocke oder einer Edelstahldose, darin hat noch nie etwas geschimmelt.

Eier

Hühnereier dürfen vom Handel nur bis eine Woche vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft werden. Daher landen viel zu viele Eier, die noch sehr lange haltbar sind, im Müll. In Hinblick auf die Problematik bei der Eierproduktion tut das ganz besonders weh.

Die Haltbarkeit von Eiern geht weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus, ich habe schon Eier verwendet, die mehrere Wochen abgelaufen waren. Auch hier gilt die Riechprobe, wenn ein Ei gut riecht, dann ist es genießbar. Verdorbene Eier sind vom Geruch her auf jeden Fall erkennbar, denn sie riechen schwefelig verdorben.

nicht nur zu Ostern ein Genuss

nicht nur zu Ostern ein Genuss

Aufgrund der möglichen Salomonellenproblematik wird empfohlen, Eier gut durchzukochen (Kernerwärmung mindestens 70°). Das mache ich auf jeden Fall. Eier, die schon länger abgelaufen sind, verwende ich daher zum Kochen und zum Backen und hatte noch nicht ein verdorbenes Ei dabei.

Getreide

Getreidekörner halten ewig, man hat mehrere 100 Jahre altes Getreide als Grabbeigabe gefunden und es war noch keimbar. Es muss nur richtig gelagert werden und das bedeutet in dem Fall trocken und das ganze Korn.

Grundnahrungsmittel halten sehr lange

Grundnahrungsmittel halten sehr lange

Auch Nudeln und Reis halten ewig lange über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus. Wichtig ist in dem Fall der Schutz gegen Insektenbefall. Dazu verwende ich teilweise luftdichte Gläser aber auch einfache Twist-Off-Gläser, die ich dadurch vor dem Müll bewahre.

Bügelgläser und Twist-Off-Gläser zur Aufbewahrung von Vorräten

Bügelgläser und Twist-Off-Gläser zur Aufbewahrung von Vorräten

Brot

Richtig gelagertes Brot fängt nicht zu schimmeln an, sondern wird einfach nur trocken. Trockenes Brot hält ewig und noch länger.

Bitte wirf trockenes Brot nicht in den Müll, es gibt unzählige Rezepte, was man daraus noch alles kochen kann. Über die Weiterverwendung von getrocknetem Brot werde ich einen eigenen Beitrag schreiben, da dies den Rahmen hier sprengen würde.

Seitdem ich so viel Plastik wie möglich aus der Küche verbannt habe, bewahre ich mein Brot in einem Brottopf auf. Beide Brottöpfe habe ich auf dem Flohmarkt gefunden. Der Deckel ist innen unglasiert und gleicht dadurch die Feuchtigkeit aus. Auch eine alte Suppenterrine dient als Brottopf, durch das Loch für den Schöpfer wird die Feuchtigkeit reguliert.

verschiedene Möglichkeiten der Brotaufbewahrung

verschiedene Möglichkeiten der Brotaufbewahrung

Hülsenfrüchte

Getrocknete Hülsenfrüchte halten grundsätzlich sehr lange, aber es kann sein, dass man sie nach 2-3 Jahren nicht mehr so einfach weich bekommt. Dann muss man sie länger einweichen und das Kochen dauert etwas länger.

Auch getrocknete Hülsenfrüchte sollten sicher vor Insektenbefall aufbewahrt werden. Manchmal hilft es auch, wenn man sie unmittelbar nach dem Einkauf für 24 Stunden einfriert, um mögliche Verunreinigungen zu reduzieren.

Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Co werden getrocknet gelagert

Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Co werden getrocknet gelagert

Fette und Öle

Auch beim Öl hängt die Haltbarkeit von der sachgerechten Lagerung ab. Es sollte möglichst dunkel und kühl aufbewahrt werden. Dafür bietet sich der Keller an, kleinere Mengen hebe ich – ja nach Sorte – im Kühlschrank auf.

Vor 2 Jahren habe ich eine größere Menge abgelaufenes Olivenöl gefunden, welches auch nach 2 Jahren noch gut genießbar ist. Wenn Öl ranzig wird, schmeckt es leicht säuerlich und riecht nicht mehr so gut. Das habe ich allerdings selbst noch nie erlebt.

Butter fängt relativ rasch zu oxidieren an und bekommt dann eine gelbliche Oberfläche. Wenn man die äußerste Schicht abträgt, kann man den Rest ohne weiteres noch aufs Brot genießen. Die abgeschnittenen, verfärbten Randschichten müssen nicht unbedingt entsorgt werden, ich verwende sie noch immer zum Kochen. Das hängt allerdings sehr davon ab, ob die Butter nur leicht verfärbt ist oder bereits unangenehm riecht. In dem Fall verwende ich sie nicht mehr.

Für die Lagerung von Fetten ist wichtig, dass so wenig Luft, Licht und Wärme wie möglich dazu kommen.

Öle werden selbst oft zur Konservierung von Gemüse und Gewürzen verwendet.

Konservierung durch Einlegen in Öl

Konservierung durch Einlegen in Öl

Tiefkühlprodukte

Tiefkühlen ist eine sehr gute Möglichkeit, die Haltbarkeit von Lebensmitteln zu verlängern. Tiefgefrorene Produkte halten deutlich länger, als von den Herstellern der Tiefkühlwaren angegeben. Ich verwende alles, auch wenn es schon einige Wochen lang abgelaufen ist. Auch bei Fisch, Fleisch und Wurstwaren, die zum Zeitpunkt des Tiefkühlens noch genießbar waren, habe ich keine Bedenken, diese einige Wochen danach noch zu verzehren.

Zu Beachten ist in dem Fall, dass der Tiefkühlschrank eine Temperatur von mindestens -18° hat. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass Tiefgekühltes nicht noch einmal eingefroren werden darf, wenn es einmal aufgetaut war, bin ich anderer Meinung. Manche Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, leiden zwar von der Konsistenz her unter dem Auftauen und nochmals einfrieren, aber grundsätzlich hat das keine Auswirkung auf die Genießbarkeit.

das Angebot an Tiefkühlware ist riesengroß

das Angebot an Tiefkühlware ist riesengroß

Konserven und Eingekochtes

Lebensmittel, die in Gläsern oder Dosen konserviert wurden, halten deutlich länger als das Mindesthaltbarkeitsdatum angibt. Als Faustregel gilt, je länger die Konserve ursprünglich haltbar war, desto länger kann man auch das Mindesthaltbarkeitsdatum überschreiten.

Senf, Tomatenmark, Erbsen, Mais, Bohnen, Kompott, Marmelade etc. also alles, was eingemacht wurde, hält unangebrochen geradezu ewig. Ich habe einmal ein Marmeladeglas im Keller vergessen und nach langer Zeit wieder gefunden. Der Geschmack war nicht mehr berauschend, aber sie war auch nach fast 10 Jahren noch ok.

Auch Honig fällt in diese Kategorie, er verdirbt nur dann, wenn er bei der Entnahme verunreinigt wurde (d.h. wenn man mit einem schmutzigen Löffel in das Honigglas fährt).

Alles das, wo Salz, Zucker und/oder Essig/Zitrone in nennenswerten Mengen enthalten ist (z.B. Marmelade, Sirup, Chutney, sauer eingelegtes Gemüse u.ä.), hält nahezu ewig, da Keime in diesem Milieu keine Wachstumsbedingungen vorfinden.

Marmelade, Sirup und Chutney werden durch Zuckerzusatz haltbar gemacht

Marmelade, Sirup und Chutney werden durch Zuckerzusatz haltbar gemacht

Gewürze, Zucker, Salz, Natron und Co

Gewürze halten extrem lange, sie rauchen vielleicht ein bisschen aus, aber dann verwendet man halt ein bisschen mehr. Salz, Zucker, Natron hält ewig.

Wie am Bild weiter oben zu sehen ist, verwahre ich meinen Zucker in einem Bügelglas. Gewürze habe ich in Twist-Off-Gläser umgefüllt. Salz wurde z.B Millionen von Jahren im Berg gelagert, das verdirbt nicht, nur weil es bei uns zu Haus steht. Salz und Zucker müssen unbedingt vor Feuchtigkeit bewahrt werden, trocken gelagert können sie nicht verderben.

Im Salzstreuer hilft es, ein paar Reiskörner als Schutz vor der Feuchtigkeit darunter zu mischen.

der Schutz vor der Feuchtigkeit ist das wichtigste beim Salz

der Schutz vor der Feuchtigkeit ist das wichtigste beim Salz

sidestep: Reste von gekochtem Essen

Immer wieder einmal bleiben vom Essen Reste übrig. Je nachdem, welche Zutaten im Essen enthalten sind, kann man die Speisen auch 1-3 Tage danach noch aufwärmen und verzehren. Voraussetzung ist natürlich, dass alles gut gekühlt wird. Wenn im Essen Fleisch enthalten ist, muss dieses natürlich so schnell wie möglich aufgegessen werden. Eine klare Gemüsesuppe ist auch noch 3 Tage später genießbar.

Gerade von den Beilagen bleibt sehr gerne etwas übrig. Meist machen wir dann am nächsten Tag einfach etwas weniger Beilage und braten dafür die Kartoffeln oder den Reis dazu an.

Auch dem Thema „Resteküche“ möchte ich mich gerne demnächst einmal widmen.

wir lieben Bratkartoffeln

wir lieben Bratkartoffeln

wichtiger Hinweis

In diesem Beitrag schreibe ich über meine persönlichen Erfahrungen mit abgelaufenen Lebensmitteln. Aus verschiedenen Gründen können immer wieder einmal Abweichungen vorkommen, sodass ein Lebensmittel sogar vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum ungenießbar wird!

Daher ist eine sorgfältige Prüfung auf Konsistenz, Farbe, Geruch und Geschmack immer zu empfehlen. Da diese Prüfung jeder einzelne für sich selbst durchführen muss, kann ich natürlich keine Verantwortung dafür übernehmen und rate im Zweifelsfall immer dazu, auf den Verzehr zu verzichten.

Essen verschwenden ist Mist!

Bei Greenpeace Österreich läuft gerade eine Petition gegen Lebensmittelverschwendung.

Wir brauchen endlich gesetzliche Rahmenbedingungen, die unser Essen vor dem Mist retten. Wir fordern daher, einen konkreten österreichweiten Umsetzungsplan zur Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030!
(Greenpeace)

mit einem Klick aufs Bild kommst Du zur Seite von Greenpeace (c) Greenpeace

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Videotipp:

Lebensmittelabfälle: Es ist durchaus üblich, dass ein Drittel des produzierten Obstes und Gemüse nie den Konsumenten erreichen. Ist eine Frucht zu groß, zu dünn oder gar unförmig, wird sie von Maschinen aussortiert. Was die Lebensmittelindustrie jedoch gern verschweigt: eine bestimmte Menge an Überschuss wird bereits in der Produktion eingerechnet.

Fortsetzung folgt…

Im nächsten Beitrag beschäftige ich mich mit der Verlängerung der Haltbarkeit von Lebensmitteln.


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aktiv gegen Lebensmittelverschwendung #3

Lebensmittel sind kostbar

Neben der Produktion und dem Handel fällt die größte Menge an Lebensmittelabfällen in Privathaushalten an.

Durchschnittlich werfen z.B. der Wiener und die Wienerin jährlich rd. 40 kg an Lebensmitteln weg, die eigentlich gegessen hätten werden können (Quelle). Das konnte ich lange Zeit gar nicht glauben, denn in meinem Haushalt fällt so gut wie kein Lebensmittelmüll (außer Gemüseabschnitte wie z.B. Zwiebelschalen etc.) an.

Über die Fakten rund um die Lebensmittelverschwendung habe ich in meinem Beitrag „aktiv gegen Lebensmittelverschwendung #2“ bereits ein wenig geschrieben.

Ich denke daher, dass man mit ein bisschen Organisation wirklich viel dazu beitragen kann, dass keine Lebensmittel mehr verderben.

Lebensmittel sind kostbar

Planung der Menüs

An erster Stelle steht natürlich die Planung dessen, was ich kochen werde. Viele Menschen sind der Meinung, das funktioniert nicht, keiner kann das Essen für eine Woche im Vorhinein planen.

Dem stimme ich sogar bedingt zu, eine Woche ist wirklich ein viel zu langer Zeitraum für viele. Vor allem Menschen, die sehr spontan über ihre Freizeit entscheiden, werden damit nicht zurecht kommen.

Am besten fängt man im Kleinen an, sich erst einmal nur 1-3 Tage im Voraus zu überlegen, was man essen möchte.

Wie macht man das am besten?

Der erste Schritt ist in den Kühlschrank und in das Vorratsregal zu schauen um zu sehen, was als erstes verbraucht werden muss. Das ist der wichtigste Schritt überhaupt!

Gehe niemals einkaufen ohne vorher in Deinen Kühlschrank geschaut zu haben! (widerstandistzweckmaessig)

Danach überlegt man sich, was man damit kochen könnte. Im Idealfall sollte das Rezept nur Zutaten benötigen, die sich im Haus befinden.

In meiner Küche hängt ein Klemmboard, auf dem es 2 Steckplätze gibt. In der einen Klammer steckt die Einkaufsliste (dazu später mehr) und in der anderen mein Menüplan für die kommenden Tage.

rechts davon ist übrigens mein Kühlschrank

rechts davon ist übrigens mein Kühlschrank

nicht aller Anfang muss schwer sein

Am besten fängt man damit an, nur 1-2 Tage im Voraus zu planen. Das ist ein überschaubarer Zeitraum und meist weiß man dann schon, welche Freizeitaktivitäten geplant sind, die Einfluss auf die Nahrungsaufnahme habe (Einladungen, Restaurantbesuche, keine Zeit um zu kochen).

Mit etwas mehr Übung kann man den Menüplan dann auf 3-4 Tage erweitern. Ich habe es auch schon mit Wochenplänen versucht und relativ schnell wieder aufgegeben. Obwohl ich ein wirklich sehr strukturiert denkender Mensch bin, hat das selbst bei mir nicht geklappt. Daher bin ich wieder bei 2-4 Tagen gelandet, das hat sich wirklich sehr gut bewährt.

Reste einplanen

Das mit den 2-4 Tagen ist auch deshalb so ideal für mich, weil immer wieder einmal Reste bleiben. Da heißt es dann flexibel zu reagieren und nicht stur nach Plan zu kochen, sondern die Menüs auch einmal zu verschieben.

Meine Planung für 3 Tage reicht meist für 4 Tage aus. Das ist ein Zeitraum, um den man auch ein geplantes Essen gut verschieben kann.

Als besonders hilfreich hat es sich erwiesen, immer wieder einmal Zwischendurch reine Vorratsgerichte mit lange haltbaren Zutaten einzuplanen. Die kann man dann problemlos ausfallen lassen bzw. auf den nächsten Menüplan verschieben.

Restl-Festl

Nicht immer bleibt genug übrig, damit alle davon satt werden. In diesem Fall gibt es dann ein kleines Restl-Festl und ein kunterbuntes Buffet mit verschiedenen Resten, die geblieben sind. Jeder nimmt sich das, was er am liebsten hat. Wenn nötig, wird eine kleine Beilage und Salat ergänzt.

auch Essensreste sind kostbar

auch Essensreste sind kostbar

Hülsenfrüchte

Auf einen ganz besonderen Vorteil im Zusammenhang mit Hülsenfrüchten möchte ich hinweisen. Viele Menschen verwenden lieber Kichererbsen, Bohnen und Linsen aus Dosen, weil man getrocknete Hülsenfrüchte einweichen muss und das bekanntlich mehrere Stunden dauert. Also nix mit spontan Kichererbseneintopf, wenn man gerade Hunger hat, außer man nimmt die besagte Dose.

Wenn man einen Menüplan hat, weiß man natürlich wann man die Bohnen für das Bohnengulasch braucht und kann sie daher am Vortag einweichen. Damit ich nicht darauf vergessen kann, stelle ich mir gleich wenn ich die Liste erstelle am Handy eine Erinnerung für das Einweichen.

Wobei ich das immer seltener mache, weil ich in meine Abendroutine aufgenommen habe, den nächsten Tag in Hinblick auf Essen kochen noch einmal durchzugehen. Wenn es also geplanterweise Hülsenfrüchte gibt, dann werden sie am Abend einfach eingeweicht.

Ich verwende schon seit Jahren keine Konservendosen mehr. Meist werden die getrockneten Hülsenfrüchte in Kartons verpackt angeboten, wodurch ich auch auf Plastikverpackungen verzichten kann. Im Garten selbst Bohnen und Erbsen zu ziehen spart natürlich noch einmal mehr Müll.

die Einkaufsliste

Gleichzeitig mit dem Menüplan für die kommenden Tage wird auch die Einkaufsliste geschrieben. Darauf sollte alles stehen, was gerade beim Ausgehen ist und im allgemeinen Vorrat enthalten sein sollte. Dazu haben wir ja auch vorhin die Vorratsschränke inspiziert.

Ich führe diesen Teil der Einkaufsliste laufend. Immer wenn ich gerade koche und sich etwas zu Ende neigt, kommt es gleich auf die Liste.

Weiters wird natürlich in die Einkaufsliste eingetragen, was für die geplanten Gerichte benötigt wird.

digitale Einkaufsliste

Für alle, die es lieber digital haben, gibt es eine ganze Menge hilfreicher Apps, die beim Erstellen einer Einkaufsliste zur Seite stehen. Einfach in den Playstore „Einkaufsliste“ eingeben und dann kommen einige Möglichkeiten. So viel ich gesehen habe ist „Bring!“ am bekanntesten und sehr einfach zu bedienen.

Nachdem ich noch immer kein Smartphone habe und auch ein sehr visueller Mensch bin, gefällt mir mein Klemmboard allerdings viel besser.

Beim Checken der Einkaufslistenapp habe ich entdeckt, dass es noch viel mehr nützliche Apps gibt, die den nachhaltigen Einkauf erleichtern wie z.B. eine Saisonkalender-App oder auch den vom WWF veröffentlichten Einkaufsratgeber für Fisch und Meeresfrüchte, der ebenfalls als App erschienen ist.

verpackungsfreier Einkauf am Wochenmarkt

verpackungsfreier Einkauf am Wochenmarkt

Einkaufen mit der Einkaufsliste

Beim Einkauf ist es wichtig, sich gut an die Einkaufsliste zu halten und den Lockangeboten der Supermärkte zu widerstehen. Das bedeutet natürlich nicht, dass man gar nicht mehr auf das Angebot reagieren darf.

Nachdem wir schon wissen, was wir kochen wollen, können wir die Zutaten auch flexibel austauschen. Daher schreibe ich teilweise auch einfach nur „Salat“ auf die Liste und nicht ganz genau, welchen.

Oder beim Gemüse notiere ich mir verschiedene Sorten, die in Frage kommen und wähle dann aus dem Angebot aus.

Wenn mich etwas ganz besonders anspringt, dann tausche ich auch schon einmal im Kopf ein komplettes Gericht gegen ein ganz anderes aus. Das geht jedoch nur dann, wenn ich nichts zu Hause habe, was gerade unbedingt verkocht werden sollte.

Wichtig ist es dann natürlich alles auf der Einkaufsliste zu streichen, was dafür benötigt wird und nicht einfach zusätzlich einzukaufen.

Müll reduzieren beim Einkauf

Nachdem wir eine genaue Liste haben, was wir einkaufen wollen, ist es natürlich sehr einfach sich anhand der Einkaufsliste auf einen müllreduzierten Einkauf vorzubereiten und die entsprechenden Taschen, Sackerln, Gefäße etc. einzupacken.

Basisausrüstung für den verpackungsfreien Einkauf

Basisausrüstung für den verpackungsfreien Einkauf

Aktivitäten in den Menüplan einbauen

Wenn ich den Menüplan der nächsten Tage erstelle, habe ich den Kalender daneben. Es ist sehr wichtig die geplanten Freizeitaktivitäten bei der Wahl der Gerichte zu berücksichtigen.

Logischerweise kann ich kein aufwändiges Menü servieren, wenn ich keine Zeit habe um zu kochen.

Da kommen wir dann auch schon zu dem in meinen Augen größten Vorteil der Planung. Ich kann für solche Gelegenheiten vorkochen, selbst eingefrorene Nudelsoßen einbauen oder bewusst am Vortag mehr kochen, damit Reste bleiben und vieles mehr.

Seitdem ich bewusst unser Essen plane, gibt es keinen Stress mehr mit „was koche ich heute?“, „…aber dazu fehlt mir…“ oder „das geht sich zeitlich einfach nicht mehr aus“.

Kettenkochen

Ein weiterer Vorteil der Planung ist die Möglichkeit des sogenannten Kettenkochens.

Tag 1 – Gericht mit Reis als Beilage, es wird gleich eine zusätzliche 2. Portion Reis gekocht
Tag 2 – Gemüsereislaibchen, es werden gleich etwas mehr Laibchen gebraten
Am 3. Tage gehe ich für den nächsten Menüplan einkaufen und habe daher wenig Zeit. Daher gibt es nur einen bunt gemischten Salat und die Gemüselaibchen werden gleich kalt dazu gegessen

Auch Kartoffeln lassen sich gut vorkochen, es gibt einige Gerichte, wo es sogar empfehlenswert ist Kartoffeln vom Vortag zu verwenden.

einfach organisiert lebeneinfach organisiert leben

Dieser Beitrag ist gleichzeitig auch ein Teil der Serie einfach organisiert leben.

Mit ein bisschen Organisation kann man Lebensmittelabfälle deutlich reduzieren und aktiv etwas gegen die Lebensmittelverschwendung unternehmen.

Fortsetzung folgt…

Nachdem mir das Thema Lebensmittelverschwendung ein sehr großes Anliegen ist, möchte ich gerne immer wieder darauf eingehen und versuchen, hilfreiche Tipps zu geben.


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Ein Trauerfall – wir haben verlernt, was gutes Essen ist [Gastbeitrag]

mehr als GruenzeugAls mich Maria um einen Gastbeitrag auf ihrem tollen und inspirierenden Blog gebeten hat, war ich sehr geehrt und habe mich gefreut, einen kleinen Platz zur Verfügung gestellt zu bekommen, um euch ein paar meiner Gedanken vorzustellen.

Diese sind mit Sicherheit nicht das, was man massenkonform nennen könnte. Und vielleicht ecke ich bei dem ein oder der anderen von euch damit an – aber genau das macht doch den Reiz des Bloggens aus, oder? Der spannende Austausch von Meinungen und Ansichten – auf dass wir uns alle ein kleines Stückchen weiterentwickeln.

Heute soll es um unser Verhältnis zum Essen gehen – eine hochkomplizierte Geschichte, der ich mich mit einem selbst erdachten Stufenmodell sowie der These nähern möchte, dass wir Essens-Vorbilder brauchen. Klingt verschachtelt? Dann hereingelesen!

ein Trauerfall

Mir blutet das Herz. Wirklich. Und das nicht nur manchmal, sondern immer wieder. Und in letzter Zeit mit zunehmender Häufigkeit. Warum? Weil wir verlernt haben, was gutes Essen ist. Weil wir verlernt haben, was es heißt, menschlich zu sein.

Ernährungstrends – ein wahnsinniger Boom

68.400 Ergebnisse in 0,25 Sekunden liefert uns die Suchmaschine unseres (Miss-)Vertrauens, wenn wir das Stichwort „Ernährungstrends“ eingeben.

Enthalten: Haufenweise Seiten, Artikel, Blogs und (pseudo-)wissenschaftliche Onlinemagazine, die alle den Heiligen Gral der menschlichen Ernährung gefunden haben wollen.

Paleo, Vegan/vegetarisch, Low Carb, High Carb, Low Fat, High Fat, Rohkost, Mischkost, Clean Eating, Superfoods, glutenfrei, frei von xy, Soft Health, Food Pairing, Hybrid Food…

Die Liste ließe sich beliebig erweitern und stetig kommen quasi über Nacht neue Trends hinzu. Und dass diese einander widersprechen und sich gegenseitig mit halbgaren Studien, welche die eigenen Theorien und Ansichten in das rechte Licht rücken sollen, attackieren, gehört hier schon beinahe zum guten Ton.

Anhänger*innen sämtlicher Ernährungs-Bewegungen blicken teilweise missgünstig und auch ein wenig mitleidig auf ihre noch ahnungslosen, naiven Mitmenschen, die den Schlag der neuen Zeitrechnung (z.B. der Ära des Paleo-Veganismus) offensichtlich nicht mitbekommen haben und wie festgefahrene in ihren überholten Ernährungsgewohnheiten stecken.

Birnen

Von sinnvollen und weniger sinnvollen Trends

Von den oben aufgeführten und aktuell heiß diskutierten Ernährungstrends stechen bereits beim ersten Lesen einige ins Auge, die wenig sinnvoll zu sein scheinen – im Gegensatz zu anderen, denen mehr Tiefgang innewohnt.

Food Pairing und Co.

Man kann und darf beispielsweise ausgiebig und im Detail darüber debattieren, ob Trends wie Food Pairing (hier werden die Hauptkomponenten eines Gerichtes so ausgesucht, dass ein besonders aromatisches Geschmackserlebnis entsteht – meist ist dies dann der Fall, wenn die Aromen einander stark ähneln) oder Hybrid Food (man denke nur an den Cronut) zu den tiefschürfenden Errungenschaften der Menschheit zählen.

Zaghafte Vermutung: wahrscheinlich eher nicht. Natürlich schmecken nach den Prinzipien des Food Pairing angerichtete Speisen total gut und wir dürfen davon ausgehen, dass wir Food-Strömungen wie dem Hybrid Food eine Menge kreativer Energie verdanken, die Millionen Menschen zu neuen kulinarischen Entdeckungen inspiriert. Doch geht da sinntechnisch nicht noch mehr?

Clean Eating, Rohkost, Superfoods und glutenfrei

Selbstverständlich geht da noch was. Konzepte wie das Clean-Eating-Modell (von dem ich übrigens ein sehr großer Fan bin – die Gründe sind hier nachzulesen) oder auch die Rohkost-Bewegung gehen tiefer.

Anstatt sich mit den netten, aber ehrlicherweise relativ banalen Themen wie Aromenkomposition und Food-Crossing zu beschäftigen, wird hier der Fokus auf etwas anderes, wesentlich Wichtigeres gelegt: der menschlichen, individuellen Gesundheit.

Mögen die Konzepte von Clean Eating, Rohkost, superfood-basierter und glutenfreier Ernährung in den Details mitunter von einander abweichen – die Stoßrichtung ist bei allen dieselbe: Wie kann der menschliche Körper möglichst effektiv und effizient mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt werden?

Einher gehen hierbei in der Regel eine kritische Reflexion der aktuellen Massen-Konsum- und -Esskultur sowie eine Hinwendung zu selbstgemachtem und selbstgekochtem Essen – möglichst mit viel Obst und Gemüse aus nachhaltigem und biologischem Anbau.

vegan salad

Hier befinden wir uns offensichtlich schon eine Stufe tiefer und damit mitten in hoch komplizierten Diskussionen und wissenschaftlich noch immer nicht ganz abgesicherten und daher einander widersprechenden Forschungen.

Fest steht allerdings, dass diverse der Ernährungstrends, die wir auf dieser Stufe finden, eigentlich nur altbekanntes Wissen wiederverwerten und es gewissermaßen in moderner Aufmachung recycelt an den hektischen Industriemenschen bringen. Denn natürlich wissen wir alle, dass wir viel Obst und Gemüse essen sollen – und kennen wir nicht folgendes berühmte Sprichwort?

Iss‘ nichts, was deine Großmutter nicht als Lebensmittel erkannt hätte!

Warum essen wir dann trotzdem so ungesund? Dazu später mehr.

Vegetarismus und Veganismus

Bewegen wir uns auf der imaginären Leiter der Ernährungskonzepte noch eine Stufe weiter nach unten – und werden damit noch grundlegender. Und wichtiger.

Vegetarismus und insbesondere Veganismus gehen noch einen Schritt weiter als Clean Eating und Co.: Anstelle sich nur auf die Gesundheit des Einzelnen zu fokussieren, steht hier nichts weniger als die gesamte Welt im Zentrum der kulinarischen Überlegungen. (Anmerkung: Es gibt natürlich auch Menschen, die sich aus rein gesundheitlichen Gründen vegetarisch oder vegan ernähren – aber man darf behaupten, dass es sich hierbei um die Minderheit handelt.)

Vegetarier*innen und Veganer*innen entscheiden sich mit jeder Mahlzeit, mit jedem Einkauf aktiv und bewusst gegen Tierleid, gegen Menschenausbeutung und gegen Ressourcenverschwendung.

Dein Einkaufszettel ist dein Stimmzettel. Immer wieder.

Das gesamte kulinarische Handeln ist darauf ausgerichtet, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen – und damit eng mit ethischen und moralischen Fragen (und den entsprechenden Antworten) verknüpft.

Essen ist in der pflanzlichen Bewegung weit mehr als nur Nahrungsaufnahme – es ist ein wesentlicher Teil einer Lebenshaltung, einer Mission.

Sowohl der Vegetarismus als auch der Veganismus greifen hier – mitunter in Splittergruppen – Tendenzen und Strömungen aus Konzepten, die auf den weiter oben liegenden Schichten der Ernährungs-Konzept-Pyramide lagern, auf und integrieren sie in ihr Konzept – freilich ohne die Gesamtkongruenz zu verlieren.

Pflanzenbasierte und pflanzliche Ernährung gehen also gewissermaßen an die Grundsubstanz der Gesellschaft, indem sie sich aktiv unter anderem mit folgenden, zum Teil äußerst unbequemen Fragen auseinandersetzen:

* Wen oder was darf ich essen?
* Haben Tiere Empfindungen, sogar ein Selbst?
* Wie wollen wir unseren Planeten unseren Kindern und Kindeskindern hinterlassen?
* Bin ich dafür verantwortlich, dass ganze Familien in Afrika Hunger und Durst leiden, wenn ich nicht auf mein Fleisch verzichten will?
* Lasse ich mich von Lebensmittelkonzernen regieren oder habe ich meine eigene Meinung?
* Wie lange wird unser Essen noch reichen?
* Haben wir bald einen „Wüstenplaneten“?
* Wer bestimmt, wer wen essen darf?
* Ist der Mensch mehr wert als andere Lebewesen?
* Dürfen wir das?

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Von den bisher freilich nur erwähnten und nicht einmal thematisch angerissenen Ernährungskonzepten dürfen daher Vegetarismus und Veganismus als diejenigen betrachtet werden, die am tiefgründigsten mit der Thematik des Essens und der Lebensmittelverwertung umgehen. Und die – falls einem Trend überhaupt zu folgen ist – nun die mit Abstand empfehlenswertesten Alternativen von allen sind.

Die Ernährungs-Konzept-Pyramide

Damit meine Ausführungen ein bisschen klarer werden – und das imaginäre Bild der Ernährungs-Konzept-Pyramide endlich etwas konkreter wird – habe ich hier die obrigen Erläuterungen skizzenhaft dargestellt:

Ernährungskonzepte und ihr Tiefgang

Der Trauerfall: Wir haben verlernt, was gutes Essen ist

Jetzt haben wir so viel über Ernährungskonzepte und ihre Sinnhaftigkeit erfahren – und auch, welche wir um der Welt Willen bevorzugen sollten. Was hat das Ganze nun mit einem Trauerfall zu tun?

Ganz einfach: Wir haben vergessen, gut zu essen. Richtig zu essen. Maßvoll zu essen. Auf unseren Körper zu hören.
 
Dies ist der einzige Grund, weshalb gefühlt 1000 Ernährungstrends und mindestens doppelt so viele Diät-Programme durch die reale und digitale Welt geistern.

Durch die ständige Lebensmittelverfügbarkeit und die andauernde, penetrante Bombardierung mit verführerischen Nahrungsmittelangeboten durch die Medien sind wir rund um die Uhr unbewusst dem Essen ausgeliefert. Und da greifen wir dann gerne einmal mehr zu als nötig – wo es doch so günstig, so bequem, so lecker ist.

Das Grab – der Menschheit und des Individuums

Und genau hier verleugnen wir uns. Verleugnen wir unseren Körper, unsere Identität als Menschen, als eigentlich-noch-immer-Tiere, als gar nicht der heutigen Zeit und der heutigen Ernährung Angepasste. Und damit tragen wir uns selbst ein bisschen zu Grabe.

Das Nicht-Mehr-Wissen um das, was dem eigenen Körper, dem eigenen Organismus zum reibungslosen Funktionieren gut tut, um die ausreichende Nahrungsmenge, um die ergänzende Bewegung, die wir als von urzeitlichen Land- und Steppenläufern abstammende Wesen nun einmal brauchen, aber nicht bekommen – ist ein Schritt in Richtung menschliches Grabes.

Und das nicht nur im metaphorischen Sinne: Millionen von Menschen in den Industrieländern leiden an sogenannten Zivilisationskrankheiten – Diabetes, Übergewicht, Karies, Herz-Kreislauf-Störungen und so weiter – und sterben tatsächlich jedes Jahr daran.

Medikamente

Durch unsere Essgewohnheiten schaufeln wir uns unter Umständen unser eigenes Grab – so dramatisch es klingt, so dramatisch ist es auch.

Hier befinden wir uns auf der zweiten Ebene, wo Ernährungskonzepte wie Clean Eating, glutenfreie und superfoodlastige und Rohkost-Ernährung greifen und den Menschen wieder dahin zurückzuführen suchen, wo er eigentlich kulinarisch hingehört: in die unbearbeitete, rohe und frische Natur. Weg von dem konventionellen, hoch industriell verarbeiteten Kram, der die Bezeichnung Lebensmittel nicht verdient.

Die wichtigsten Regeln des Clean Eating lauten deshalb auch:

Clean Eating Do’s

* Frühstücken. Und zwar jeden morgen. Somit hast du gleich genug Energie für den Start in den Tag und dein Stoffwechsel wird direkt angekurbelt.
* 5 bis 6 kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen. Somit bleibt der Heißhunger aus und der Stoffwechsel bleibt aktiv. Dabei eine angemessene Portionsgröße beherzigen und hier natürlich auch nicht übertreiben.
* Auf eine ausgewogene Ernährung achten. Also gute Fette (z.B. aus Nüssen oder Kokosöl), langsam verdauliche Kohlenhydrate (z.B. Haferflocken, Quinoa) und wertvolle Proteine (z.B. Bohnen, Eier), frisches Obst und Gemüse in den Speisplan mit aufnehmen.

Clean Eating Dont’s

* Auf Nahrungsmittel mit künstlichen Zusätzen (Geschmacksverstärker, Farbstoffe etc.) verzichten.
* Leere Kalorien wie Weißmehl oder Zucker vermeiden. Das gilt auch für zuckerhaltige Getränke.
* Ungesunde Fette wie gehärtete Öle und Transfette aus der Ernährung streichen (z.B. in  Chips, frittierten Lebensmitteln, Fertigsuppen und -soßen).
* Auf Alkohol (soweit wie möglich) verzichten.

Und Hand auf’s Herz: Eigentlich wissen wir das doch alles, oder?

Maria hat übrigens vor einiger Zeit auch selbst einen Beitrag zum Clean-Eating-Konzept veröffentlicht.

Pfirsich

Das ist hier die Frage

Die vegetarische und vegane Ernährung geht aber noch weiter: Gutes Essen ist nicht gleich gesundes Essen. Der Wert guten Essens erschöpft sich nicht darin, gut für den Körper zu sein. Hier kommt eine zweite, immens wichtige Variable hinzu: die Seele. Oder die innere Einstellung, das gute Gewissen, die moralische Verpflichtung – wie auch immer man es nennen möchte.

Vegetarismus und Veganismus befinden sich auf der Stufe, auf der die Frage „Ist das gut für mich?“ gegen „Ist das gut für die Welt?“ eingetauscht wird.

Und eigentlich ist es ein trauriger Irrsinn, dass wir nicht von selbst darauf kommen. Nicht von selbst merken, dass das, was hierzulande und überall auf der Welt tagtäglich in Pelzfarmen, Mastbetrieben und Milchbauernschaften abläuft, nicht normal – und am allerwenigsten: natürlich – ist.

Doch da wir (und da schließe ich mich dezidiert mit ein) offensichtlich verlernt haben, dass gutes Essen nicht einfach schmackhaft oder gesund für uns allein, sondern im Idealfall für andere Menschen und Tiere ist, benötigen wir Essenstrends, die uns dies aufzeigen.

Himbeeren

Ernährungstrends – unsere Rettung?

Weder noch – es kommt (wie so oft) darauf an, was wir aus ihnen machen. Selbstverständlich ist es nicht ratsam, jedem neuen Trend hinterher zu laufen – aber das gilt nicht nur für die Ernährung, sondern analog ebenso für Mode, Einstellungen und insgesamt dem eigenen Konsum.

Doch bei der Ernährung kann die kritik- und reflektionslose Übernahme von neuen, als trendy geltenden und darum gehypten Konzepten auch schnell gefährlich werden – denn jeder Körper, das wissen wir, is(s)t anders.

Doch wir brauchen sie auch – die Trends. Weil wir ohne sie nicht auf die möglicherweise besseren Alternativen zu unserem bisherigen Lebensstil aufmerksam gemacht werden.

Wir brauchten und brauchen den veganen Sternekoch Attila Hildmann (in Anbetracht der aktuellsten rassistischen Äußerungen sei diese These revidiert und ein Name xy dafür eingesetzt, der dem oder der Leser*in einfällt), der uns am Ego packt und über unseren Wunsch nach gesünderem Leben und besserem Körper an den Gedanken des Veganismus gewöhnt.

Wir brauchen die You-Tube-Channel-Vorreiter*innen, die jeden Morgen freudestrahlend ihren High-Protein-Shake in die Kamera halten und uns vom letzten Workout vorschwärmen. Wir brauchen auch eine Sarah Wiener, über deren Argumente wir vielleicht nur den Kopf schütteln können und die uns in Rage bringen.

Wir brauchen sie, damit wir endlich anfangen, zu denken. Und dann, nachdem wir gemerkt – und ehrlich eingesehen – haben, dass das alles so nicht weitergehen kann – dann müssen wir handeln.

Grüße



mehr als GruenzeugJenni ist Studentin der Germanistik, wohnhaft im schönen Münsterland und seit etwa einem halben Jahr überzeugte ethische Veganerin. Auf ihrem Blog „Mehr als Grünzeug!“ verarbeitet sie sämtliche Erfahrungen, die diesbezüglich auf sie einströmen und gibt gleichzeitig ihren Leidenschaften – dem Schreiben und dem Kochen bzw. Backen – einen digitalen Raum.

Alle Bilder und Grafiken für diesen Beitrag wurden von Jenni zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank!


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R.I.P. – ich werde dich doch nicht vermissen

Seit über einem halben Jahr waschen wir das Geschirr mit der Hand ab. Im März ging der Geschirrspüler kaputt und wir haben beschlossen, aus ökologischen Gründen keinen neuen Geschirrspüler zu kaufen.

ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht

Es war eine sehr bewusste Entscheidung und wir gehen mit dem benötigten Wasser auch sehr bewusst um, worüber ich auch in meinem seinerzeitigen Beitrag geschrieben habe.

Trotzdem gab es darauf einige Kommentare worin kritisiert wurde, dass es ökologisch besser wäre, das Geschirr im Geschirrspüler zu reinigen. Verwiesen wurde mehrmals auf Studien im Internet, die besagen, dass das Spülen mit der Maschine weniger Wasser und weniger Strom verbraucht.

Nachforschend habe ich allerdings in dem Zusammenhang entdeckt, dass diese Studien von den namhaften Geschirrspüler-Herstellern finanziert wurden, was die Aussagekraft vielleicht dann doch ein wenig in Frage stellt. Abgesehen davon, dass die Herstellung des Geschirrspülers auch sehr ressourcenintensiv ist, was in diese Studien nicht einfließt.

Auf jeden Fall wollte ich mir selbst ein Bild machen und habe daher meine schon seit vielen Jahren geführte Stromverbrauchsliste mit großem Interesse beobachtet.

dieser Anblick ist nun Vergangenheit

dieser Anblick ist nun Vergangenheit

ich weiß es jetzt ganz genau

Schon seit fast 10 Jahren führe ich eine monatliche Statistik über unseren Stromverbrauch, die Verbrauchsaufzeichnungen gehen sogar 15 Jahre zurück. Ich habe 2 Stromzähler, einen für den sogenannten Tagstrom und einen für den Nachtstrom.

Mit dem Nachtstrom wird ausschließlich der Heißwasserboiler betrieben, der in der Nacht aufheizt. Der gesamte restliche Stromverbrauch läuft über den Tagstrom.

Jedes Monat lese ich am 1. den Stromverbrauch beider Zähler ab, trage das in eine Tabelle ein und vergleiche es mit dem jeweiligen Monat im Vorjahr. Seitdem ich das mache konnte ich durch ergänzende Maßnahmen den Stromverbrauch um über 40% reduzieren.

Durch den laufenden Monatsvergleich mit dem Vorjahr kann ich plötzlich auftretende Probleme besser beurteilen und rasch in den Griff bekommen.

Dadurch kann ich nun direkt vergleichen, wie sich das Ableben des Geschirrspülers bzw. der Umstieg auf Handwäsche auf den Stromverbrauch auswirkt.

Besonders genau habe ich natürlich den Nachtstrom beobachtet, da ich wissen wollte, ob wir tatsächlich viel mehr Warmwasser verbrauchen als vorher. Von einer Reduktion des Tagstromverbrauchs bin ich sowieso ausgegangen. Spannend war für mich vor allem der Gesamtvergleich, ob sich der Verzicht auf den Geschirrspüler auch wirklich auszahlt.

nun ist er weg, kein schöner Anblick!

nun ist er weg, kein schöner Anblick!

das überraschende Ergebnis

Nicht erwartet hatte ich, was sich letztendlich herausgestellt hat. Der Verbrauch an Nachtstrom ist in diesem Jahr unverändert gleich geblieben und der verbrauchte Tagstrom hat sich deutlich reduziert (rd. 300 kWh).

Wie kann es das geben? Auf den ersten Blick konnte ich mir das nicht erklären, da sich andere Gewohnheiten nicht verändert haben.

Bei genauerem Hinschauen wurde mir jedoch die Ursache klar. Da wir einen 45 cm Geschirrspüler hatten, wurden die Töpfe und großen Auflaufformen meist mit der Hand abgewaschen. Im Geschirrspüler wurden hauptsächlich Gläser, Besteck und Teller gewaschen.

Ganz offensichtlich ist es effizienter mehr Geschirr mit der Hand abzuwaschen als einzelne Teile. Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen, dass wir für den Abwasch vom restlichen Geschirr kein zusätzliches Wasser verbraucht haben und uns dafür die Spülgänge mit dem Geschirrspüler erspart haben.

Bei näherem Hinblicken hat mich das gar nicht mehr überrascht, auch wenn ich wirklich nicht damit gerechnet hatte.

Fazit

Ich bin total zufrieden mit unserer Entscheidung. Das Abwaschen mit der Hand ist nicht so viel Mehraufwand und wir verbrauchen weniger Strom und gleich viel Wasser wie vorher. Ein neuer Geschirrspüler musste nicht angeschafft werden.

Also war das aus ökologischer Sicht eine ganz und gar sinnvolle Maßnahme.

nun bin ich wieder zufrieden

nun bin ich wieder zufrieden

räumliche Lösung

Am Anfang hat mich sehr gestört, dass das Geschirr nun länger im Weg herum steht. Wir waschen meist nur 1 x pro Tag ab, auch das ist ökologisch durchaus sinnvoll.

Nachdem klar war, dass die Situation bleiben wird, wurde der Geschirrspüler ausgebaut und durch ein Regal, das durch meine letzten Entrümpelungsaktionen im ehemaligen Zimmer meiner Tochter leer wurde, ersetzt.

Das Regal musste nur ein klein wenig adaptiert werden, um in das Loch zu passen, das der Geschirrspüler hinterlassen hat. Insbesondere die Höhe und Tiefe des letzten Brettes wurde genau an die Abschlussleiste der Küchenzeile angepasst. Auf dem oberen Bild ist das vielleicht zu sehen.

Nun stellen wir das schmutzige Geschirr in dieses Regal hinein und es stört nicht mehr auf der Arbeitsfläche.

Alles in allem für mich eine perfekte widerstandistzweckmaessig Aktion!

ich liebe mein neues Regal in der Küche

ich liebe mein neues Regal in der Küche



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Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit wird die Linkparty vom Blog verrücktes Huhn durchgeführt.

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selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Walnussmilch

Nachdem mein Sohn keine Kuhmilch verträgt, haben wir vor ca. 7 Jahren auf Pflanzenmilch umgestellt. Es gibt viele verschiedene Sorten angefangen von Reismilch über Hafermilch, Dinkelmilch aber auch Nussmilch aus Mandeln, Cashew oder Haselnüssen und natürlich Sojamilch.

Leider werden so gute wie alle im Handel üblichen Milchersatzprodukte in Plastik bzw. Tetrapak verpackt angeboten. Trotzdem konnte ich mich lange nicht entschließen, die Pflanzenmilch selbst herzustellen. Die Motivation war insofern nicht sehr groß, weil der Großteil der bekannten Ersatzprodukte nicht bei uns heimisch ist. Dinkel oder Hafer wären noch eine Alternative gewesen, aber wir haben Nussmilch viel lieber.

Motiviert wurde ich noch einmal darüber nachzudenken durch meine Ernährungsumstellung auf clean eating, da ich seit mehreren Monaten Kuhmilchprodukte vermeide.

Walnüsse sind Gehirnnahrung

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warum in die Ferne schweifen

Nachdem wir noch sehr viele Walnüsse aus der Vorjahresernte haben und die neue Ernte bereits vor der Türe steht, kam mir der Gedanke, ob es nicht auch möglich wäre eine Pflanzenmilch aus Walnüssen zu machen.

Im Handel konnte ich Walnussmilch bisher nicht finden, aber das heißt ja nicht, dass es nicht möglich wäre. Also habe ich die Internetsuchmaschine bemüht und bin tatsächlich sofort fündig geworden.

Heute kommt daher meine Anleitung, wie man ganz einfach Walnussmilch selber machen kann.

Wenn man selbst die Walnussmilch herstellt, ist das eine wirklich ausgesprochen ökologische Alternative. Walnüsse sind bei uns heimisch und wachsen sogar oft im eigenen oder in Nachbars Garten. Die Bäume tragen meist so viel, dass eine Familie alleine gar nicht alle Nüsse verbrauchen kann. Außerdem gibt es keine CO²-Belastung durch Transport, kein graues Plastik, keine Plastikverpackung für die Pflanzenmilch – eine absolut müllreduzierte Alternative.

meine Ausrüstung um Walnussmilch zu machen

meine Ausrüstung um Walnussmilch zu machen

Rezept:

50 gr Walnüsse (geschält gewogen)
500 ml Wasser
1 Prise Salz

Anleitung:

Die Walnüsse werden mit etwas Wasser bedeckt mindestens 12 Stunden eingeweicht. Danach das Wasser abgießen und die Nüsse abschwemmen. Durch das Einweichen erreicht man einerseits, dass das leicht Bittere der braunen Haut ausgeschwemmt wird und andererseits sind die Nüsse weicher zum Pürieren.

hier sieht man schön den Unterschied

hier sieht man schön den Unterschied

Am nächsten Tag werden die Nüsse im Universalzerkleinerer oder Hochleistungsmixer gemeinsam mit den 500 ml frischem Wasser sowie einer Prise Salz mindestens 5 Minuten püriert. Alternativ kann man auch einen Stabmixer verwenden, damit dauert es aber deutlich länger.

Walnussmilch unmittelbar nach dem Mixen

Walnussmilch unmittelbar nach dem Mixen

Danach gießt man die milchige Flüssigkeit durch einen Nussmilchbeutel, welcher anschließend gut ausgedrückt wird.

Nussmilchbeutel im Krug

Nussmilchbeutel im Krug

Dass die Walnussmilch wirklich so hell wird hat mich doch überrascht.

sieht doch super aus, oder?

sieht doch super aus, oder?

Anschließend wird die Walnussmilch in eine saubere Flasche gefüllt und im Kühlschrank aufbewahrt.

sieht nun richtig nach Milch aus

sieht nun richtig nach Milch aus

Anpassung vom Rezept

Wenn diese Walnussmilch zu intensiv nussig schmeckt, kannst Du den Nussanteil auf 40gr oder sogar weniger reduzieren, alternativ natürlich auch die Milch bei der Verwendung mit etwas Wasser verdünnen.

„Nusssahne“ bekommst Du, wenn Du den Wasseranteil reduzierst, dann wird die Milch dick cremig.

Wastecooking-Tipp:

Den Nusstrester kann man für Müsli, ins Joghurt, für Laibchen verwenden oder in einem Kuchen verbacken. Ich gebe die gut ausgedrückten Nussreste in ein verschließbares Glas und hebe es bis zur Verwendung im Kühlschrank auf. Der Nusstrester sollte innerhalb von 2-3 Tagen verbraucht werden. Alternativ kann man die Nussreste natürlich auch trocknen oder einfrieren um die Haltbarkeit zu verlängern.

die trockenen Nussreste bleiben übrig

die trockenen Nussreste bleiben übrig

Haltbarkeit:

Die Nussmilch sollte bei Lagerung im Kühlschrank innerhalb von 2-3 Tagen verbraucht werden.

Walnussmilch Collage

Nussmilchbeutel

Wie Du selbst einen Nussmilchbeutel nähen kannst, werde ich nächste Woche am Dienstag verraten.


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