Müll reduzieren beim Schenken #3

Im ersten Teil der Serie „Müll reduzieren beim Schenken“ habe ich einige DIY-Geschenkalternativen gezeigt und im 2. Teil „unbezahlbare“ Geschenkalternativen vorgestellt.

Alle Geschenke haben gemeinsam, dass sie selbst (beinahe) keinen Müll verursachen und sich vor allem von dem üblichen Konsumverhalten zur Weihnachtszeit abheben.

Es kommt nicht nur auf den Inhalt an

Ein schönes Geschenk will auch liebevoll verpackt werden. Also geht es doch nicht ohne Müll? Ich denke doch und möchte gerne ein paar Möglichkeiten zeigen, wie man Geschenke kreativ verpacken kann ohne zusätzlichen Müll zu verursachen.

Müll ist bereits Müll

Auch Müll kann als Verpackungsmaterial dienen. Folgende Abfälle habe ich bereits zur Verpackung von Geschenken verwendet

* alte Kalenderblätter – sehr hübsch sind Tiere oder Landschaften
* Zeitungspapier – wer das perfektionieren will wählt die verwendete Seite sehr bewusst aus
* Nudelkartons, Reiskartons, Cornflakeskartons etc. (da gab es schon lustige Gesichter!)
* einen passenden Schuhkarton – das kann man auch mit alten Kalenderblättern kombinieren
* WC-Papierrollen für Kleinigkeiten
* alte Geschenksackerl, die man selbst geschenkt bekommen hat
* Einkaufstaschen aus Karton bzw. Papier

und noch vieles mehr…

allerlei Nützliches aus dem Altpapier

allerlei Nützliches aus dem Altpapier

Hilfe von unseren kleinen Lieblingen

Wohin mit den 101 Bildern, die unsere lieben Kleinen im letzten Jahr gezeichnet haben?

Auch diese können als Verpackung für das Geschenk von Oma und Opa dienen und damit ganz viel Freude bereiten.

Gerade das stärkere Zeichenpapier eignet sich auch hervorragend dazu, Tüten zu basteln um darin Geschenke aufzunehmen.

Das Geschenk ist die Verpackung

Ein Teil vom Geschenk kann auch als Verpackung dienen. Das kann zum Beispiel eine Einkaufstasche aus Stoff sein. Oder ein Handtuch, in dem ein Geschenk für das Bad eingepackt wird. Eine gute Idee ist auch ein Geschenk für die Küche in ein Geschirrtuch zu verpacken.

Gerade unförmige Geschenke lassen sich in Tücher besonders gut verpacken – unter dem Seidentuch am Bild verbirgt sich zum Beispiel eine Keramikgießkanne.

das Geschenk wurde in eine Seidentuch verpackt

das Geschenk wurde in eine Seidentuch verpackt

Aber auch ein Kleidungsstück dient hervorragend als Verpackung für ein Geschenk. In ein T-Shirt, einen Pullover oder ein Tuch kann man bei entsprechender Faltung noch eine Kleinigkeit verpacken.

selbst gestrickte Socken sind eine perfekte Verpackung

selbst gestrickte Socken sind eine perfekte Verpackung

Meine selbst gestrickten Socken können ganz wunderbar noch eine Kleinigkeit wie z.B. ein Glas Marmelade in sich aufnehmen.

Allem gemeinsam ist, dass die Verpackung Teil vom Geschenk ist.

Utensilio aus einer alten Jeans

Utensilio aus einer alten Jeans

Upcycling – Verpackungen

Der Ärmel von einem alten Pullover oder einem alten Hemd, das mittlerweile Flecken hat oder kaputt ist, kann als Verpackung für eine Flasche selbst gemachten Mirabellensirup dienen.

Aber auch das Hosenbein einer am Knie bereits zerrissenen Kinderjeans gibt eine tolle Verpackungstasche ab. Dazu muss man gar keine Nähmaschine besitzen, einfach abschneiden, wenden, auf der Innenseite mit der Hand zunähen, umdrehen, befüllen und mit einem Band zubinden. Fertig ist die kreative Geschenkverpackung.

Das Band auf dem Bild ist übrigens ein abgeschnittene Naht von einer Jeans. Du siehst, mit ein bisschen Kreativität kann man wirklich fast jeden Abfall verwenden und das sieht noch dazu wirklich gut aus!

Flasche in einem Jeansbein verpackt

Flasche in einem Jeansbein verpackt

Jede Art von Bekleidung, die aufgrund von Fehlern nicht mehr getragen werden kann, gibt hervorragendes Verpackungsmaterial ab. Den Stoff vom Shirt, Kleid & Co auf die gewünschte Größe zuschneiden und fertig ist das Upcycling-Verpackungsmaterial.

Wer ganz weit voraus denkt näht einen hübschen Rand, dann kann das Teil im Anschluss als Putztuch weiterverwendet werden, wie z.B. das Stück vom alten Leintuch beim Packerl am Bild.

die Verpackung kann als Putztuch verwendet werden

die Verpackung kann als Putztuch verwendet werden

Der Kostnixladen ist eine wahre Fundgrube, es gibt Vorhangstoffe und alte gemusterte Leintücher zu verschenken. Daraus kann man Taschen und Tücher nähen, die als Verpackung dienen und gleichzeitig weiterverwendet werden können.



Furoshiki – Knotentechnik aus Japan

Die Japaner haben eine sehr spezielle Knotentechnik entwickelt um alles Mögliche in Stoff zu verpacken. Man nennt das Furoshiki und im Internet sind zahlreiche Anleitungen zu finden.

Eine besonders große Übersicht über die verschiedenen Falttechniken ist auf furoshiki.com zu finden.

Alternativ findest Du hier eine Übersichtsseite zum Ausdrucken.

Natürlich sind auch auf Youtube sehr viele Anleitungen zu finden wie, die bei den ersten Versuchen helfen.



Geschenkanhänger

Die einfachste und minimalistische Art ein Geschenk zu kennzeichnen ist den Namen direkt auf das Paket zu schreiben.

Der Phantasie sind jedoch keine Grenzen gesetzt, aus allen möglichen Papierabfällen und alten Kalenderteilen können liebevolle Geschenkanhänger ausgeschnitten werden.

Aber vor allem diejenigen, die gerne handarbeiten, haben nun endlich die Gelegenheit winzige Wollreste und Stoffreste zu Geschenkanhängern zu verarbeiten.

Eine kleine Tasche für die Einkaufswagenmünze

Eine kleine Tasche für die Einkaufswagenmünze

Anleitungen sind beispielsweise hier oder hier zu finden.

Auch Minisocken wie z.B. die von Muschelmaus strickt können ebenso als Geschenkanhänger wie auch als Verpackung für ein kleines Geschenk wie beispielsweise für einen USB-Stick oder einen Lippenbalsam dienen.

Vorbereitung ist wichtig

Ich sammle meist das ganze Jahr nette Schachteln und anderes Verpackungsmaterial. Ja, mir ist klar, dass ich mit dem Tipp etwas zu spät komme und sich einiges vielleicht nicht mehr umsetzen lässt.

Aber manches vielleicht doch und es gibt ja auch noch ein Weihnachten 2015 und noch einige Geburtstage dazwischen.

Bilder zur Anregung

Nachdem ich den Beitrag so früh wie möglich veröffentlichen wollte, konnte ich nicht für alle Ideen selbst Bilder machen.

Daher habe ich auf meiner Pinterest-Pinwand einige Anregungen für Dich gesammelt.

Da ist u.a. auch die Anleitung, wie aus einer alten WC-Papierrolle eine hübsches Packerl entsteht, zu finden.

Linktipp:

Müllberge unter dem Tannenbaum oder alternative Verpackung?
viele gute Tipps von Marlene

Verlinkt zu #EiNaB


Das könnte Dich auch interessieren:

Müll reduzieren beim Schenken #1 – DIY Geschenkideen
Müll reduzieren beim Schenken #2 – unbezahlbare Geschenkalternativen

Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

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28 Kommentare zu “Müll reduzieren beim Schenken #3

  1. Liebe Maria, passt total super zu meinem heutigen posting, als ob wir uns abgesprochen hätten. Das musste ich gleich rebloggen, damit ich es wiederfinde.
    Ein schönes Wochenende. Viele Grüße, Angelika

  2. Hallo Maria,
    unverpackt fehlt noch. Ich ziehe die Geschenke einfach aus der Handtasche und übergebe sie so. Früher hatte ich ein schönes Tuch. Nur meinten die Leute dann immer, das gehöre zum Geschenk dazu. 🙂 Ich verschenke auch oft Blumen, die ich im Laden nicht einpacken lasse und übergebe sie so. Obwohl die Verpackung ja noch 3 mal mehr daher machen würde, fällt mir dann jedes mal auf. Aber das will ich nicht wegen der Umwelt!

    Liebe Grüße – Tanja

    • Hallo Tanja!

      Ja, das stimmt, unverpackt habe ich nicht explizit erwähnt.

      Vielleicht ein bisschen mit „das Geschenk ist die Verpackung“ das geht so in die Richtung.

      Schnittblumen mag ich gar nicht verschenken, ich bekomme gekaufte Schnittblumen auch nicht gerne geschenkt.

      Daher verschenke ich lieber Blumentöpfe, die leben (meist) länger.

      Eine sehr liebe Idee finde ich statt Blumen ein Kräutertopferl mitzubringen.

      Am liebsten mag ich Wiesenblumen.

      lg
      Maria

  3. Liebe Maria,
    Danke für die Verlinkung und die vielen Tipps – die japanische Falttechnik kannte ich noch nicht, sieht interessant aus. Wie Tanja schon sagt, macht das natürlich nur Sinn, wenn der Stoff mit zum Geschenk gehört 🙂
    Ich hab auch schon Schachteln und schönes Papier gesammelt, manche Leute halten das für extrem übertrieben, aber dafür produziere ich Weihnachten fast keinen Verpackungsmüll und brauche nur noch ein schlechtes Gewissen haben über die Verpackung der Geschenke, die ich bekomme. Die heb ich dann wieder für nächstes Jahr auf und so schließt sich der Kreislauf 😉
    Liebe Grüße, Marlene

    • Hallo Marlene!

      So wie ich das verstanden habe mit der japanischen Stofftechnik ist es so, dass diese „Einpacktücher“ immer wieder verwendet werden.

      Das wird auch eigens vom Staat gefördert um Müll zu vermeiden.

      Scheinbar hat da jeder einige davon und man bekommt natürlich immer wieder welche. Das wird dann immer im Kreis weitergegeben.

      Zumindest habe ich das so verstanden.

      lg
      Maria

  4. So mache ich es schon ganz lange und habe immer wieder Freude daran, wie toll man Sachen verpacken kann. Auf Trödelmärkten kann man auch oft günstig tolle Blechdosen finden, darin kann man auch toll verpacken, Schöne Schraub- oder Weckgläser sind auch immer gern genommen.
    LG Uta

  5. Hallo Maria,
    dass sind wieder schöne Ideen.Die Flasche im Jeansbein ist ja süß.
    Zur japanischen Falttechnik ist mir noch Origami mit Papier eingefallen,siehe Schachteln falten.Dazu kann man auch Zeichenblockpapier oder Geschenkpapier,auch schon mal benutztes,verwenden.
    Liebe Grüße

    • Hallo Sabine!

      Bei den Pins auf Pinterest sind auch Anleitungen für gefaltete Säckchen und eine Schachtel aus WC-Papierrolle dabei.

      Origami habe ich auch mal gemacht, aber da hängt es mich aus. Man muss so exakt falten, da fehlt mir ein wenig die Geduld scheinbar.

      lg
      Maria

  6. Danke für die Fülle von Vorschlägen. Schachteln sammele ich übrigens auch immer, denn die kann man ja für alles Mögliche gebrauchen. Noch minimalistischer als Tanjas ‚gar nicht verpacken‘ ist natürlich: nichts schenken. So haben wir das innerhalb der Familie für Weihnachten vereinbart. Ich hätte jetzt Zeit, aber die Söhne sind beruflich im Stress und da will ich nicht, dass sie sich in den Trubel stürzen müssen. Das hindert mich nicht daran, ihnen vor Weihnachten selbst gebackene Plätzchen zu schenken.
    Eins wird aber bei deinen Ideen klar: dass wir alle viel zu schnell mit Wegwerfen und Aussortieren sind. Da ist so vieles, was man noch verwenden kann. Das werde ich mal im Hinterkopf behalten. Geschenkpapier werde ich jedenfalls nie mehr kaufen.
    Liebe Grüße, Ingrid

    • Hallo Ingrid!

      Die Sache mit dem Schenken und Verpacken von Geschenken betrifft ja nicht nur Weihnachten sondern jede Gelegenheit, zu der man etwas verschenken möchte.

      Insofern war mir das Thema ganz besonders wichtig und ich habe auch sehr viel Zeit investiert, gerade fürs Verpacken vom Geschenk gute Ideen zu zeigen.

      Minimalismus und Dinge aufzuheben, weil man sie für etwas braucht und nicht will, dass sie zu Müll werden, sind leider 2 sehr weit entfernte Punkte in der Skala und eine richtig Gratwanderung.

      Da einen guten Weg zu finden ist sehr schwer.

      Ich übe noch.

      lg
      Maria

      • Das stimmt. Wenn man nicht so viele Dinge verschenkt, braucht man auch kein Geschnekpapier. Wenn ich meines aufgebraucht habe, werde ich Packpapier nehmen und das vielleicht bemalen oder bedrucken oder Washitape (Reispapier) drum machen. Und ich habe mir vorgenommen: wenn meine Aufräumerei und Aussortiererei vorbei ist, werde ich die restlichen Schachteln entsorgen oder verschenken, je nachdem.

  7. Wow – von dieser Furoshiki Technik hab ich noch nie was gehört; sieht aber richtig klasse aus!
    Ich horte auch das ganze Jahr über Verpackungsmaterial, um es bei aktuellem Anlass (Weihnachten, Geburtstag, etc.) parat zu haben. Meiner Meinung ist das im Handel angebotene Verpackungsmaterial nicht nur unnötig und umweltverschmutzend, es ist auch noch völlig überteuert. Möchte man nur eine Kleinigkeit herschenken, kostet die Verpackung teilweise schon fast soviel wie der Inhalt selbst! Das muss echt nicht sein, vor allem da selbst gemachte Verpackungen oftmals viel schöner und kreativer sind!
    Liebe Grüße, Hannah

  8. Ich bin vor zwei Jahren oder so auf Stoffstücke mit Textilbändern umgestiegen und kann mir kaum mehr vorstellen zu Weihnachten anders zu verpacken. Schaut genauso schön aus, wie ’normal‘ verpackte Geschenke und mittlerweile wissen alle schon, dass ich die ‚Verpackung‘ nachher wieder einsammel. Zu meinem Geburtstag hat mir eine Freundin dann auch ein in Stoff verpacktes Geschenk gemacht. Spricht sich also schnell rum.
    Wer mal schauen mag, wie sowas aussieht, ein Fotole von letztem Jahr: http://foolfashion.blogspot.de/2013/12/nur-noch-einmal-schlafen-gehn.html

    LG Zora

  9. Auch der Arbeitsplatz kann eine gute Quelle für Verpackungsmaterial sein: Im Büro wird bei uns schon regelrecht um die kleinen Kartons (Pakete, Verpackung von Büroartikeln etc.) gefeilscht. 🙂

    • Hallo Stadtpflanze!

      Das ist richtig, im Büro fällt einiges an, was man gut verwenden kann.

      Ich habe z.B. die Deckeln von den Kopierpapierschachteln statt Plastikkörbe für Papier (Posteingang etc.) verwendet (das hat jetzt nix mit Schenken zu tun, ist mir aber gerade eingefallen.)

      lg
      Maria

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