plastikreduzierter Urlaub im plastic free july

Ich hätte natürlich viel lieber „plastikfreier Urlaub“ als Überschrift gewählt, aber so ehrlich muss ich sein, plastikfrei ist anders.

Plastikreduziert war der Urlaub aber schon, sehr deutlich sogar. Wie wir das gemacht haben und was nicht so gut geklappt hat im Urlaub, werde ich heute erzählen.

Hier kommt also mein Rückblick auf den „plastic free july“ verbunden mit Impressionen aus unserem Griechenlandurlaub.

plastic free july 2015

dieses Jahr ist alles ganz anders

Die meiste Zeit des „plastic free july 2015“ war ich auf Urlaub und unterwegs, daher waren die Herausforderungen noch einmal ganz anders als voriges Jahr zu Hause.

Ich hatte mich natürlich darauf vorbereitet und Einkaufsbeutel sowie Dosen mit, aber die (räumlichen) Möglichkeiten sind bei einer Rucksackreise doch sehr begrenzt.

Trinkwasserversorgung

In südlichen Ländern ist das Wasser aus der Leitung nicht überall zum Trinken geeignet. Unser Urlaubsort ist einer der wenigen Ausnahmen, da die griechische Insel über sehr viel reines Süßwasser aus den Bergen verfügt.

Das Wasser vom Fluss, an dem wir gewohnt haben, ist leider nicht mehr trinkbar. Mittlerweile wird er leider von zu vielen Menschen besucht (die darin baden), sodass der Fluss keine Trinkwasserqualität mehr hat (was ich vor drei Jahren sehr schmerzhaft erfahren musste).

Im Dorf gibt es allerdings einen Brunnen mit Quellwasser, das in freien Leitungen direkt vom Berg kommt. Wir haben jeden Tag unseren Wasserbedarf in mitgebrachte Flaschen gefüllt und auf den Berg geschleppt (also Herr Widerstand hat geschleppt, wenn ich ganz ehrlich bin).

In den Wochen vor unserem Urlaub haben wir bereits Plastikflaschen (ja, leider, es geht manchmal nicht anders) gesammelt und zusätzlich 2 Metallflaschen mitgenommen. Natürlich sind die Plastikflaschen nicht bei uns angefallen, wir haben sie sammeln lassen und damit (zumindest für einige Zeit) vor dem Müll gerettet. Diese Flaschen gehen daher nicht direkt auf unsere Kappe.

Die restlichen Plastikflaschen kamen von der Anreise auf dem griechischen Festland. Insgesamt haben wir an den 2 Anreisetagen 6 Wasserflaschen gekauft. Damit sind wir dann auch mit den mitgebrachten Flaschen durchgekommen. Für 1 Monat Urlaub im Süden ist echt wenig finde ich.

Zusätzlich hatte ich noch eine Thermoskanne mit. Beim Frühstück in unserem Stammlokal im Dorf wurde diese aufgefüllt und dadurch konnte ich jeden Tag heißen Tee trinken. Ein sehr besonderer Komfort in der Wildnis, den ich sehr zu schätzen wusste.

Gekühlt wurde das Wasser und unsere Lebensmittel im Bach.

unser Kühlschrankersatz in der Natur

unser Kühlschrankersatz in der Natur

Einkaufen

Um ins Dorf zu kommen mussten wir rund 1 Stunde wandern, daher war es selbstverständlich, dass wir mit einem Rucksack und Einkaufsbeuteln einkaufen waren.

Obst, Gemüse und Brot konnten wir unverpackt kaufen. Käse und Joghurt war leider nur in Plastikverpackung zu bekommen. Da haben wir zu Großpackungen gegriffen, um wenigstens etwas Verpackungsmüll zu sparen.

Einige (Bio-)Plastiksäcke mussten wir schon in Kauf nehmen, damit z.B. das Brot aufgrund der großen Hitze nicht austrocknet und um das Obst und Gemüse im Bach zu kühlen. Diese haben wir jedoch mehrmals verwendet, um die Anzahl weiter zu reduzieren.

In der Bäckerei waren wir schon bekannt. Wenn wir kamen fragte die Verkäuferin bereits nach unserem Brotsack, damit sie das Brot gleich direkt hinein geben konnte.

Positiv erstaunt hat mich, dass im Supermarkt ausschließlich Bioplastiksäcke angeboten wurden. Da sind die Länder, die am Meer liegen, scheinbar etwas fortschrittlicher, auch in Italien habe ich das beobachtet.

Insgesamt sind 4 Becher Joghurt zu je 1 kg und 4 Becher vom Schafkäse angefallen. Ich finde, das ist gar nicht so viel.

bei den Temperaturen muss auch Obst gekühlt werden

bei den Temperaturen muss auch Obst gekühlt werden

Auf dem Bild zu sehen (von links nach rechts) in der grünen Dose waren Medikamente, die nicht über 25° gelagert werden dürfen, im Plastiksack Gemüse, danach Oliven, 1 Banane, 1 Flasche Öl und 1 Flasche Essig.

Das Schlimmste für mich war, dass wir das Öl nur in einer Plastikflasche bekommen haben.

plastikfreie Ausrüstung

Wenn man mit dem Rucksack verreist, sich ausschließlich in der Natur aufhält und selbst mit Essen versorgt, ist es wichtig auch eine gute Ausrüstung mit zu haben.

Diesmal wollten wir auf Plastikgeschirr verzichten und haben daher Edelstahlteller verwendet, die leider neu angeschafft werden mussten. Alles andere war zum Glück bereits vorhanden (Thermoskanne, Häferl aus Edelstahl).

Thermoskann, 2 Teller und Häferl aus Edelstahl

Thermoskann, 2 Teller und Häferl aus Edelstahl

Körperpflege, Geschirr und Wäsche waschen

Herr Widerstand hat mit Hilfe von einem Schlauch, den er herumliegend gefunden hat, eine Dusche gebaut. Mehrmals am Tag konnten wir uns hier abkühlen, einfach herrlich! Das Wasser hatte zwar nur geschätzte 16°, aber bei Temperaturen von 35° aufwärts ist das einfach super.

Um nicht zu sehr in die Natur einzugreifen, habe ich die Haare mit Roggenmehl gewaschen, was überraschend gut geklappt hat.

Die Kleidung konnte ich mit Hilfe der Dusche unter fließendem Wasser waschen. Ein Luxus, den man zu Hause nicht hat. Nur bei sehr hartnäckigen Flecken haben wir ein wenig reine Olivenölseife verwendet, ansonsten hat es gereicht Staub und Schweiß mit klarem Wasser zu entfernen.

Auch das Geschirr wurde im Bach ohne Spülmittel gewaschen. Um Fettrückstände zu beseitigen, wurden die Teller mit Sand ausgeschwemmt. Das funktioniert wirklich sehr gut.

Es war uns sehr wichtig, keine Schadstoffe in den Fluss zu leiten. Wir haben uns daher sehr geärgert als wir beobachtet haben, dass sich 2 junge Frauen mit Duschgel und Haarshampon im Fluss gewaschen haben. Das ist nicht sehr umweltverträglich!

unsere selbst gebaute Dusche

unsere selbst gebaute Dusche

Fazit

Insgesamt war der Urlaub, trotzdem nicht alles vermeidbar war, nicht sehr müllintensiv. Dazu beigetragen konnten wir, indem wir die Dinge, die sich nicht vermeiden ließen, mehrfach verwendet haben.

Gute Vorbereitung ist wie immer sehr wichtig. Geholfen hat, dass wir 2012 bereits auf diese Art verreist waren. Die Erfahrungen konnte ich diesmal umsetzen und dadurch hat alles wirklich deutlich besser geklappt als beim ersten Urlaub.


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Nachdem es um Müllvermeidung und Plastikreduktion geht, schicke ich den Beitrag zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit wird die Linkparty vom Blog „Zwischengeflecht“ durchgeführt.


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34 Kommentare zu “plastikreduzierter Urlaub im plastic free july

  1. Liebe Maria
    Mich beeindruckt dein konsequentes Handeln und dranbleiben an der Sache!
    Unterwegs werde ich jeweils schon mal nachlässiger bezüglich Plastik, aus Bequemlichkeit…
    Ich find’s richtig schön, dass du wieder da bist..! 🙂
    Herzliches Merci und liebe Grüsse, Yvonne.

  2. Was mich noch interessieren würde sind die Toilettenalternativen. Damit hatte ich in meinen Draußen-Urlauben nämlich immer Probleme. Kleine Geschäfte, okay – Blätter zum abwischen gibts immer. Aber bei den großen…. Flußwasser? (Dafür wars in Norwegen, wo ich war, einfach zu kalt) Vielleicht hast Du da ja noch Möglichkeiten gefunden, die mir nicht eingefallen waren?

    • Hallo Ingrid!

      Man muss sich natürlich immer den Gegebenheiten anpassen. Immer in die Taverne essen gehen damit man keinen Plastikmüll produziert ist für mich auch keine Lösung.

      Es geht halt immer um darum die besten Möglichkeiten zu finden denke ich. Und dabei nicht rigide zu werden.

      lg
      Maria

      • Genau. Und man muss auch akzeptieren, dass die Menschen unterschiedlich weit in Müll- und Plastikvermeidung sind. Wenn jeder schon nur ein bisschen tut, ist das eine ganze Menge.

      • Oh ja, unbedingt! Es ist besser dauerhaft einiges zu vermeiden als kurze Zeit radikal zu sein um zu erkennen, man schafft es doch nicht und gibt dann auf. Das ist genau der verkehrte Weg.

        Mit Kleinigkeiten kann man viel erreichen. Das habe ich versucht auch in diesem Beitrag zu zeigen, weiß aber nicht, ob mir das gelungen ist.

        Denn wir haben eben schon Plastiksackerl verwenden müssen, aber durch die Wiederverwendung (was keine Einschränkung ist) konnte die Anzahl deutlich reduziert werden.

        Auch die Wiederverwendung der Plastikflaschen für Wasser hat eine unglaubliche Einsparung gebracht gegenüber dem Einkauf von Flaschenwasser.

        Beides hat keinen Komfortverlust gebracht und doch ganz viel Müll vermeiden können.

        lg
        Maria

  3. Ich bin gerade ein bisschen neidisch, wie gut das bei dir geklappt hat. Ich werde auch bald von meinem Urlaub berichten und bei mir hat es nichtmal halb so gut geklappt leider. Aber auch das ist wahrscheinlich eine wichtige Erfahrung, die mir weiterhilft.
    Liebe Grüße & schön, dass du wieder da bist!

  4. Hallo Maria!

    Das ist ein sehr interessanter Urlaubsbericht. Toll, dass das so gut funktioniert hat. Gemessen an der Dauer des Urlaubs, habt ihr wirklich nicht viel Müll produziert. Unterwegs ist es immer ganz anders, das merken auch wir am Berg. Manche Sachen, die ich zu Hause so nicht essen würd (wie etwa Müsliriegel) werden da oft in rauen Mengen verzehrt.

    Ganz interessant fand ich vor allem die Hygienegeschichten. Auch für Abenteuer am Berg ganz nützlich. Wir haben zwar ein Allzweckwaschmittel, das wir selbst aus dieser grünen Olivenseife (dieser riesige Block, weißt sicher, was ich meine) gemacht haben, verwenden die aber auch nur in Ausnahmefällen, obwohl wir zuhause eher Händewaschjunkies sind. Den Tipp mit dem Roggenmehl muss ich mir auch merken, wenn wir mal länger unterwegs sind.

    Liebe Grüße, Daniela

    • Hallo Daniela!

      Ich musste im Urlaub mehrmals an Dich denken wegen der „Taschentuch-WC-Papier“ in der Natur-Geschichte und Deine Frage wie lange es dauert, bis es verrottet. Also ganz sicher länger als 4 Wochen soviel kann ich jedenfalls verraten…

      Wir hatten natürlich Stofftaschentücher mit am Berg, die kann man ja eh schnell einmal ausschwemmen im Bach.

      lg
      Maria

  5. Wie toll und erholsam der Bericht klingt!
    Ich war in diesem Jahr in Kenia und konnte wieder nur feststellen, wie wichtig sauberes Wasser ist.
    Im Hotel mussten wir uns sogar die Zähne mit Flaschenwasser putzen, was mich doch sehr geärgert hat.
    Auch das Verhalten der anderen Gäste fand ich nur Gedankenlos.
    Wir haben die kleinen Flaschen aus dem Zimmer nur zum Zähneputzen und als Ausnahme in der Nacht genommen. Damit lag unser Verbrauch weit unter dem der anderen Gäste.
    Am Tag und Abend haben wir Wasser und Tee aus den großen Behältern getrunken. Damit konnten wir den Müllberg zumindest ein kleines bisschen reduzieren. (Ich weiss dass das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist)
    In solchen Situationen merkt man erst wie gut wir in Deutschland leben und welchen Stellenwert sauberes Wasser hat.

  6. Wirklich ein toller Urlaub, den ihr hattet. Ich bin auch beeindruckt, aber es scheint bei euch schon so in Fleisch und Blut übergegangen zu sein. Danke das du deine für mich sehr wertvollen Erfahrungen mit uns teilst. Hat mir Spaß gemacht zu lesen und zu lernen. Lieben Gruß katze

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