Achtsam durch den Tag [Woche 36-39]

Je länger mein Achtsamkeitsprojekt läuft, desto mehr Spaß macht es mir. Das ist schon seltsam, so eine Entwicklung habe ich bisher noch nie erlebt.

Ich bin eigentlich ein Mensch, dem schnell einmal etwas langweilig wird. Ich mag es immer wieder etwas Neues zu starten. Wird etwas zur Routine, halte ich unmerklich Ausschau nach etwas, was mich reizt.

Vielleicht liegt ja gerade darin auch das Geheimnis verborgen – fällt mir gerade beim Schreiben des vorigen Satzes auf – dass ich nämlich jede Woche eine andere spannende Aufgabe bekomme?

#36 Übersehen Sie etwas?

Unser Geist ist nicht dafür gemacht, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Wir sind nicht in der Lage unsere Aufmerksamkeit zu teilen. Versuch es einmal: Richte Deine Aufmerksamkeit auf Deine Empfindungen im rechten Fuß und zähle gleichzeitig von 100 rückwärts. Du wirst merken, dass Du zwar mit der Aufmerksamkeit hin und her springen kannst, aber beides gemeinsam ist nicht möglich.

Dazu kommt, dass vieles, was wir erleben, in „Schubladen der Erinnerung“ eingereiht wird. Ständig vergleicht unser Unterbewusstsein das, was wir erleben mit dem, was wir irgendwann bereits erlebt haben.

Wenn wir jeden Tag den gleichen Weg gehen, nehmen wir die Umgebung kaum noch wahr. Alles ist uns bekannt und wir schenken dem Umfeld keine Aufmerksamkeit mehr.

Vielleicht hängen wir unseren Gedanken nach und sehen dadurch gar nicht, dass der Frühling langsam einzieht und sich am Wegrand das erste Grün zeigt.

Eine gute Achtsamkeitsübung ist, sich allem so zu nähern, als sähen wir es zum ersten Mal. Plötzlich ist da so viel zu entdecken und wir sind ganz im Moment statt mit den Gedanken abzuschweifen und die Einkaufsliste für den nächsten Tag gedanklich fertig zu stellen.

wer versteckt sich hier im grünen Gras?

wer versteckt sich hier im grünen Gras?

Vielleicht ist das auch ein Teil des Geheimnisses, warum wir uns im Urlaub in einer neuen Umgebung so anders fühlen als im vertrauten Umfeld. Aber es ist gar nicht so schwer, sich ein bisschen von diesem Gefühl in den Alltag zu holen. Wir müssen uns nur darauf einlassen, alles mit achtsamen Augen zu betrachten.

Im letzten Jahr habe ich – ohne von dieser Übung gelesen zu haben – viel davon schon umgesetzt. Ich finde bei einem Spaziergang oder einer Wanderung in der Natur die Möglichkeit, ganz im Moment anzukommen und meinen Gedankenkreisel abzuschalten, indem ich mich ganz der Umgebung öffne.

Zusätzlich versuche ich immer wieder andere Wege zu gehen und Abläufe geringfügig zu verändern. Das holt ebenfalls die Aufmerksamkeit in den Moment.

#37 Der Wind

Ich gestehe, mit dieser Übung hatte ich echt Probleme. Es ging darum, sich der Bewegung der Luft gewahr zu werden, sowohl in der offensichtlichen Form des Windes, aber auch in subtileren Formen wie z.B. der Atmung.

Ich habe die Übung 2 Wochen lang gemacht oder besser gesagt versucht zu machen, aber ich bin nicht zurecht gekommen. Vielleicht deshalb, weil das Wetter gerade sehr unwirtlich war und ich kaum nach draußen gegangen bin.

Wie auch immer, es hat einfach nicht geklappt. Vielleicht bin ich auch gerade nicht so achtsam, weil ich mich von so vielen Dingen ablenken lasse.

die Kraft vom Wind ist oftmals deutlich sichtbar

die Kraft vom Wind ist oftmals deutlich sichtbar

Dabei stimmt es gar nicht, dass den Wind zu spüren nur eine Übung ist, die man im Freien durchführen kann. Wenn ich eine Türe öffne, dann verursacht das einen Luftzug. Sogar mein Atem verursacht ein winzig kleine Luftbewegung.

Jede meiner Bewegungen bewegt auch die Luft rund um mich herum. Wenn ich das Fenster öffnen schwappt die kühle Luft von draußen herein.

Aber in diesen beiden Wochen war ich nicht offen dafür, meine Gedanken haben sich immer wieder bei einigen Problemen verfangen und ich konnte mich nicht darauf einlassen.

Nach der zweiten vergeblichen Woche habe ich aufgegeben in der Hoffnung, dass ich mit einer neuen Übung wieder besser zurecht komme.

#38 Zuhören wie ein Schwamm

In dieser Woche ging es darum, anderen Menschen zuzuhören und all das, was das Gegenüber sagt, aufzunehmen wie ein Schwamm. Die Kernaufgabe war, im Geist keine Antworten zu formulieren solange keine Antworten gefragt sind.

Als ich mich dieser Aufgabe gestellt habe, wurde mir zu meiner Überraschung sehr schnell klar, dass ich eigentlich ständig damit beschäftigt bin, nach sinnvollen Antworten und Einwürfen ist Gespräch zu suchen. Dabei bin ich gar kein gesprächiger Mensch, von mir aus rede ich vor allem in größeren Gruppen gar nicht viel.

Aber vielleicht gerade deshalb bin ich so oft auf der Suche nach etwas, das ich zu dem Gespräch beitragen kann.

achtsames Zuhören kann eine Bereicherung sein

achtsames Zuhören kann eine Bereicherung sein

Es hat mehrere Tage gedauert, bis ich mit dieser Aufgabe besser zurecht gekommen bin. Mit der Zeit ist mir aufgefallen, dass ich in den Gesprächen ruhiger geworden bin. Wenn ich einen Gedanken im Kopf habe, den ich aussprechen möchte, bin ich einerseits damit beschäftigt, ihn nicht zu verlieren und andererseits damit, einen Moment zu erwischen, wo ich ihn passend wieder loswerden (=aussprechen) kann. Dadurch fühle ich mich unruhig und auch ungeduldig und kann meinem Gegenüber kaum noch folgen bei dem, was er/sie gerade sagt.

Als es mir gelang, nur zuzuhören, wurde ich mit der Zeit immer entspannter und vor allem interessierter an dem, was mein Gesprächspartner sagte. Statt intensiv nach eigenen Erlebnissen oder Anmerkungen zu suchen, wurde ich immer neugieriger auf das, was ich höre! Statt Antworten und Entgegnungen sind Fragen aufgetaucht, durch die ich mehr vom anderen erfahren habe.

Ich war ganz erstaunt darüber, dass diese kleine Übung so einen großen Unterschied machen kann. Deshalb habe ich gleich noch eine weitere Woche damit weiter gemacht, weil ich so fasziniert war, wie sehr sich alles dadurch verändert.

Das ist wieder einmal eine Achtsamkeitsübung, die ich unbedingt in mein Leben integrieren möchte.

#39 Wertschätzung

Die Aufgabe der Woche war, im Laufe des Tages mehrmals innen zu halten und in sich hinein zu horchen, was man in diesem Augenblick wertschätzen kann. Eine ähnliche Übung habe ich vor einiger Zeit im Yogaunterricht erhalten.

Bereits seit längerer Zeit habe ich Gedanken der Dankbarkeit in mein Morgenritual aufgenommen. Am Morgen jeden Tages lasse ich den vergangenen Tag revue passieren und denke an mindestens 3 Dinge, wofür ich dankbar bin.

Wertschätzung für die Schönheit der Natur

Wertschätzung für die Schönheit der Natur

Gerade überlege ich, was der Unterschied zwischen „Wertschätzung“ und „Dankbarkeit“ ist. Möglicherweise geht die Dankbarkeit einen Schritt weiter als die Wertschätzung.

Vielleicht habe ich daher die Übung gar nicht im Sinne des Buches ausgeführt. Aber für mich sind Wertschätzung und Dankbarkeit schon sehr eng miteinander verbunden.

Jedenfalls gibt es unendlich viele Dinge, für die ich dankbar bin und die ich sehr schätze. Im Grunde kann man sich den ganzen Tag darüber freuen, am Leben zu sein und dieses zu genießen!

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit.
(Émile Coué)

Je mehr wir uns dem Gefühl der Wertschätzung und Dankbarkeit hingeben, desto zufriedener und glücklicher werden wir im Leben.

Dankbarkeit und Zufriedenheit hängen meiner Meinung nach unmittelbar zusammen. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die guten Dinge des Lebens richten, dann geht es uns fast automatisch gut.

Das ist mit ein Grund, warum ich seit Jahren keine Zeitung lese und auch keinen Fernsehanschluss besitze. In den Nachrichten liest und hört man immer nur von den schrecklichen Dingen auf der Welt. Und auch hier ist es so, dass die Energie unserer Aufmerksamkeit folgt. Wenn wir uns nur auf das Schlecht in unserem Leben konzentrieren, dann kann es passieren, dass wir in den Zustand der Angst und Depression verfallen.

Daher ist die Dankbarkeitsübung so wertvoll für unser Leben, weil sie unsere Aufmerksamkeit auf das Gute in unserem Leben lenkt und uns hilft, die Freude in und an unserem Leben zu kultivieren.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2017]

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Achtsam durch den Tag [Woche 32-35]

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Achtsam durch den Tag [Woche 32-35]

Mein „Jahresprojekt Achtsamkeit“ geht auch dieses Jahr weiter. Trotzdem ich nun schon ein ganzes Jahr lang beinahe täglich Achtsamkeitsübungen mache, bin ich mit dem Buch noch lange nicht durch.

Das hat verschiedene Gründe. Einer davon ist, dass mir manche Übungen so wichtig sind, dass ich sie auch deutlich länger als eine Woche durchführen möchte.

Eine andere Ursache ist, dass ich auch von meiner Yogalehrerin immer wieder Anregungen für Achtsamkeitsübungen bekomme und manchmal statt einer Übung aus dem Buch diese durchführe.

Genau daran erkenne ich aber unter anderem, wie gut mir diese Übungen tun! Vor noch gar nicht so langer Zeit war ich völlig ratlos, wie ich wegen der Nummerierung weiter machen soll, weil diese durcheinander gekommen ist.

Mittlerweile bin ich sehr entspannt und freue mich einfach nur darüber, dass noch so viele Übungen vor mir liegen und ich mit dem Projekt weiter machen kann.

#32 Diese Person könnte heute Nacht sterben

Die Aufgabe der Woche war, sich bewusst zu machen, dass die Begegnung mit einem Menschen möglicherweise die letzte ist, weil die Person sterben könnte. Es geht darum zu beobachten, ob sich das Verhalten, die Art und Weise, wie man einander begegnet, verändert.

der Verlust eines geliebten Menschen ist sehr schmerzhaft

der Verlust eines geliebten Menschen ist sehr schmerzhaft

Ich muss gestehen, dass ich mit dieser Übung meine Problem hatte. Mehrmals sind Menschen, die mir nahe gestanden sind, sehr überraschend und Großteils noch sehr jung aus dem Leben gerissen worden. Vielleicht habe ich gerade deshalb schon sehr lange eine andere Einstellung zum Leben und zu den Menschen, die mich umgeben.

Erst durch die Auseinandersetzung mit dieser Achtsamkeitsübung und dem Begleittext zu dieser Übung wurde mir bewusst, dass es vermutlich einen Zusammenhang damit gibt, dass ich mich in einigen Situationen sehr speziell verhalte. Ich kann es zum Beispiel gar nicht aushalten, im Streit mit jemandem auseinander zu gehen. Es liegt mir am Herzen, immer eine Lösung zu finden, mit der alle zufrieden sind und mich zu versöhnen.

Jedenfalls war ich nicht in der Lage, mir bei den verschiedenen Begegnungen immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass diese Person jederzeit sterben könnte. Zu sehr sind dadurch jene Erinnerungen wach gerufen worden, die zwar teilweise schon sehr lange zurück liegen, aber trotzdem noch immer sehr schmerzhaft sind. Und eine Erinnerung ist noch so frisch, dass ich damit noch nicht abgeschlossen habe.

#33 Hitze und Kälte

Der Nachsatz zu dieser Übung hatte es in sich. Es ging nämlich nicht nur darum, auf die Empfindungen von Hitze und Kälte und die körperlichen oder emotionalen Reaktionen auf die Temperatur bzw. eine Veränderung derselben zu achten, sondern auch darum, gelassen darauf zu reagieren.

Und da liegt der Hund bei mir begraben. Ich reagiere sehr stark darauf, wenn ich eine Temperatur als unangenehm empfinde, insbesondere auf Hitze. Mir geht es gar nicht gut, wenn es heiß ist. Mein Körper ist dadurch sehr belastet und ich fühle mich richtig unwohl.

Ich habe Herrn Widerstand immer sehr bewundert, wie gelassen er damit umgeht. Oft schwitzt er sehr stark und ich bin der Meinung, ihm muss sehr heiß sein. Er aber meint dazu nur, dass ihm nicht heiß sei, denn der Schweiß kühlt den Körper ab.

Diesen Sommer war es in der Toskana wirklich unglaublich heiß und ich habe versucht, seine Sichtweise einzunehmen. Bei dieser Gelegenheit bin ich drauf gekommen, dass vor allem meine Bewertung von Hitze und Schweiß mit meinem Unwohlsein zu tun hat. Ich bewerte das Schwitzen negativ und versuche es zu vermeiden.

In diesem Jahr ist es mir immer wieder einmal gelungen, meine Sichtweise zu verändern und das Schwitzen freundlich zu begrüßen. Und siehe da, es ging mir tatsächlich besser.

Daran habe ich mich bei dieser Aufgabe (mittlerweile hatten wir November) erinnert.

das Feuer wärmt bei Kälte

das Feuer wärmt bei Kälte

Mir ist auch in der kühleren Jahreszeit oft zu heiß. Vor allem wenn ich gerade sehr intensiv mit etwas beschäftigt bin, wird mir oft sehr warm. Seit einiger Zeit kleide ich mich daher bevorzugt im „Lagenlook“, sprich trage mehrere leichte Kleidungsstücke übereinander. Dadurch kann ich relativ einfach die Kleidung an meine Bedürfnissen anpassen.

Seitdem geht es mir deutlich besser. Nachdem ich den Text zu dieser Übung gelesen habe, vermute ich jedoch, dass es mir vor allem deshalb besser geht, weil ich mich nicht mehr gegen Temperaturprobleme wehre, sondern das Gefühl habe, aktiv etwas verändern zu können.

#34 Die große Erde unter Ihnen

Wir Menschen leben auf dem Planeten Erde und sind uns leider doch recht selten bewusst, dass es ein kleines Wunder ist, dass wir hier alle Bedingungen vorfinden, um leben zu können.

Viele verhalten sich so, als würden die Erde von den Menschen beherrscht werden können. Wir tun so, als müsste sie uns gehorchen und wenn wir mit einer der Naturgewalten konfrontiert sind wie z.B. einem Erdbeben, dann sind wir geschockt und fühlen uns in dem Moment hilflos und ohnmöchtig, da wir erkennen müssen, dass das in Wirklichkeit gar nicht so ist. Wir sind nur eine winzig kleine Mücke in einem unermesslich riesigen Raum.

Wenn man sich dessen bewusst ist, dann wird man demütig und dankbar für das große Geschenk der Erde. Vielleicht hilft es auch achtsamer mit der Natur umzugehen und sie nicht achtlos mit unseren Konsumgwohnheiten zu zerstören.

Im Buch erzählt die Autorin, dass sie im Kloster während dieser Übung den Tag damit begonnen hat, direkt nach dem Aufstehen den Boden mit der Stirn zu berühren. Durch diese Praxis wird die Dankbarkeit dafür ausgedrückt, dass die Erde uns trägt. Ich habe das sehr spannend gefunden und in dieser Woche auch so gemacht. Jeden Morgen habe ich als erstes die Yogaübung „das Kind“ gemacht und dafür gedankt, dass ich auf der Erde leben darf und dass mir meine Nahrung von der Natur schenkt wird.

Ich finde, das ist eine sehr gute Übung um sich verwurzelt zu fühlen und ich möchtee sie auch künftig immer wieder einmal in der Früh machen.

#35 Abneigung bemerken

In dieser Woche sollte sich die Aufmerksamkeit darauf richten Abneigungen wahrzunehmen. Sprich es geht darum sich bewusst zu werden, wenn wir negative Gefühle gegenüber einer Situation oder einer Person empfinden. Was hat diese Abneigung ausgelöst, was verstärkt diese?

Sehr schnell war ich über mich selbst erschrocken, wie oft ich negative Gedanken und Gefühle habe! Eigentlich dachte ich über mich, dass ich wesentlich gelassener mit den verschiedenen Situationen umgehe.

In der buddhistischen Tradition spricht man von drei Geistesgiften: Gier (Anhaften/Festhalten), Abneigung (Wegstoßen) und Verblendung (Unwissenheit).

Abneigung ist die Quelle von Zorn und Aggression und entsteht aus der falschen Vorstellung, dass wir glücklich sein könnten, wenn es gelingt, etwas zu verändern (etwas loszuwerden, eine Situation/einen Menschen zu verändern).

Wut ist eine sehr starke Emotion

Wut ist eine sehr starke Emotion

Aber natürlich ist es völlig absurd zu glauben, wenn alles genau so wäre, wie wir es wollen, dann könnten wir glücklich sein.

Abgesehen davon – gleiches Recht für alle – wie könnte die Welt für alle Menschen genau so sein, wie sich der einzelne das vorstellt? Was für mich perfekt ist, will der andere ganz anders haben.

In all das spielt auch noch der Perfektionismus hinein. Der Wunsch nach Vollkommenheit, der Drang Dinge zu verändern um sie zu verbessern statt sie so wahrzunehmen wie sie nun mal sind.

Diese Übung hilft gelassener zu werden, ganz gleich wie die Umstände sind. Immer wenn ich diese Abneigung verspürt habe, habe ich tief eingeatmet und versucht die von mir negativ bewertete Situation als gegeben hinzunehmen.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2017]

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Gegenwärtigkeit [Achtsam durch den Tag]

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Gegenwärtigkeit [Achtsam durch den Tag]

In meinem Yogaunterricht bekommen wir immer eine „Hausübung“. Es ist eine kleine Aufgabe, meist eine Achtsamkeitsübung, die wir während der folgenden Woche im Laufe des Tages durchführen sollen.

Zum Nachlesen werden diese Übungen am Blog „Inner Joy“ veröffentlicht.

Diese Anregungen habe ich üblicherweise zusätzlich zu meiner Achtsamkeitspraxis aus dem Buch „Achtsam durch den Tag“ durchgeführt, was auch meist recht gut geklappt hat.

In der dritten Novemberwoche haben wir jedoch eine Übung erhalten, die mich sehr fasziniert hat und daher habe ich in dieser Woche auf die Übung der Woche aus meinem Achtsamkeitsbuch verzichtet, um mich ganz der „Gegenwart“ zu widmen.

Hier geht es zur Anleitung der Übung auf „Inner Joy“.

Sehr schnell musste ich erkennen, dass ich mich tatsächlich sehr oft in so einer Warteposition befinde.

„Wenn der Arbeitstag vorbei ist, dann kann ich endlich …“
„Wenn ich die Hausarbeit erledigt habe, dann …“
„Wenn ich nicht mehr so viel Stress habe, dann finde ich endlich Zeit für …“

Vor allem das letzte „Wenn“ ist so eines, das uns am eigentlichen Leben vorbeileben lässt. Man ist die ganze Zeit nur auf die Zukunft orientiert und lebt gar nicht im Moment.

Dabei dachte ich eigentlich, dass ich mich verändert hätte. Vor gut 15 Jahren bin ich über diese Geschichte gestolpert und hatte den Eindruck, dass ich sie verstanden und auch umgesetzt habe.

wenn-ich-gehe-dann-gehe-ich

Diese Aufgabe „Gegenwärtigkeit“ geht aber im Grunde noch über das hinaus und das ist mir erst jetzt klar geworden. Und genau deshalb halte ich sie für die wichtigste Übung, die ich bisher gemacht habe.

Selbst wenn ich denke, dass ich in der Gegenwart bin und auch beispielsweise ganz konzentriert das Gemüse für die Suppe schneide, kann ich trotzdem noch in einer inneren Wartehaltung sein. Diese Wartehaltung bewirkt, dass ich meine Gedanken auf die Zukunft ausrichte und den Moment nicht wirklich genießen kann. Auch wenn ich (fast) ganz bei den Karotten auf dem Schneidbrett bin. Die Gedanken fliehen trotzdem immer zu dem, worauf ich warte.

Eigentlich wollte ich die Übung nur eine Woche lang machen, aber sie war mir dann so wichtig, dass ich gleich noch eine zweite Woche dran gehängt habe.

Burnout – wenn sich unsere Seele nicht da befindet, wo unser Körper ist

Ich glaube, dass dieses Grundproblem – dass wir mit unseren Gedanken und Gefühlen nicht da sind, wo unser Körper sich gerade befindet – ein Trend unserer Zeit ist.

Wir werden von so vielen Dingen abgelenkt. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie wir unser Leben gestalten können. Umgekehrt wird uns immer wieder erklärt, was uns alles fehlt.

Die Werbung will, dass wir unglücklich sind, denn nur dann sind wir brave Konsumenten, die immer mehr kaufen und die Wirtschaft vorantreiben. Doch Konsum macht einfach nicht glücklich.

Glück ist nicht im Besitz zu finden, Glück ist auch nicht von äußeren Umständen abhängig. Es liegt einfach nur in uns selbst.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2017]

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Achtsam durch den Tag [Woche 28-31]

Es ist Halbzeit, die Hälfte der 53 Übungen habe ich nun mindestens eine Woche lang durchgeführt und es wird noch immer nicht langweilig! Im Gegenteil, die Auswirkungen auf mein Leben sind unmittelbar spürbar für mich und ich freue mich sehr, dass ich diesen Weg zur Achtsamkeitspraxis für mich gefunden habe.

Seitdem ich zu meditieren begonnen habe, verstärkt sich die Wirkung noch mehr. Ich merke, wie gut mir das alles tut und daher bin ich so froh, dass ich diesen Weg am Blog gewählt habe. Alleine – also ohne das Achtsamkeitsprojekt am Blog zu veröffentlichen – hätte ich vielleicht in den stressigen Zeiten schon aufgegeben.

So aber kehre ich immer wieder zurück und freue mich auf und über die nächsten Übungen.

#28 Alberne Gänge

Das war wirklich eine sehr spannende Aufgabe! Mehrmals am Tag sollte ich auf irgendeine alberne, seltsame Weise mich vorwärts oder auch rückwärts oder seitwärts, hüpfend, springend – eben einfach seltsam bewegen.

Als Anregung wurde folgendes Video vorgeschlagen:

Der entscheidende Punkt bei der Übung ist, die eigene Stimmung und die Auswirkung dieser Handlung auf diese zu beobachten.

Und was soll ich sagen, die Laune hebt sich schlagartig, man kann dabei gar nicht traurig/bedrückt/wütend u.ä. bleiben, man kommt unweigerlich zum Lachen oder zumindest zum Lächeln.

Die Wechselwirkung von Körper und Seele ist ja bekannt. Die Stimmung drückt sich in der Körperhaltung aus, aber umgekehrt kann man auch durch einen „gespielten“ Gemütszustand tatsächlich die Seelenlage verändern.

Das Motto dahinter ist

Fake it, until you make it
frei übersetzt: „Tu so als ob, bis es echt wird“.

Du musst nicht albern herumlaufen, versuche einfach einmal die Mundwinkeln nach oben zu einem intensiven Lächeln anzuheben und Du wirst nach kurzer Zeit bemerken, dass Du Dich besser fühlst.

#29 Wasser

In dieser Woche ging es darum Wasser in all seinen Erscheinungsformen zu beobachten, im Besonderen u.a. innerhalb von unserem Körper und in unserer Wohnung sowie Flüssigkeiten in Nahrungsmitteln und in Getränken bewusst wahrzunehmen.

Wasser - Elexier des Lebens

Wasser – Elexier des Lebens

Der Mensch besteht zu gut 70% aus Wasser, ohne Wasser können wir nicht überleben. Der menschliche Körper ist nicht in Lage Wasser für den Notfall zu speichern (wohl aber Nahrung in Form von Fett).

Jeder Mensch muss eine bestimmte Menge an Flüssigkeit zu sich nehmen. Wird diese Menge unterschritten, kommt es sehr rasch zu einer Reduktion der Leistungsfähigkeit.

Ich habe daher dieses Thema zum Anlass genommen und mir eine App herunter geladen, mit der ich meinen Flüssigkeitskonsum aufzeichnen kann. Da ich bisher immer angenommen habe, dass ich zu wenig trinke, wollte ich es genau wissen.

Die Übung war zwar überhaupt nicht in diese Richtung gedacht, aber wie singt Pippi Langstrumpf? „Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt…“

Aufgefallen ist mir, dass es mir sehr leicht fiel die von mir angestrebten 2 l pro Tag zu trinken. Mein Bedarf liegt je nach Temperatur und Tätigkeit zwischen 1,75l und 2,5l.

Was ich durch die App gelernt habe ist, die Flüssigkeitszufuhr besser über denn Tag zu verteilen. Bereits nach kurzer Zeit hatte ich das automatisiert und habe auch den Eindruck, dass sich meine Leistungsfähigkeit dadurch verbessert hat.

Früher hatte ich immer irgendwo ein Glas Wasser herum stehen und habe ab und zu einen Schluck davon genommen in der Meinung, es ist gut, wenn ich immer wieder etwas trinke. Jetzt weiß ich, dass das genau verkehrt war. Nun trinke ich immer wieder einmal ein großes Glas in einem Zug aus. Insgesamt bin ich dadurch besser mit Flüssigkeit versorgt und kann die Trinkmenge gut einhalten.

Mir hat es jedenfalls viel Spaß gemacht den Zusammenhang zwischen meinem Durstgefühl und dem Wasserstand in der Anzeige zu vergleichen. Auch nach dieser Woche habe ich die App weiter behalten. Ich zeichne meine Getränke zwar nicht mehr so akribisch auf wie am Anfang, aber es hilft mir, einen Überblick über meine Trinkgewohnheiten zu behalten.

#30 nach oben sehen

In meinem Buch steht, dass die meisten Menschen nur den Bereich zwischen dem Boden und ca. 3 m Höhe wahrnehmen. Die Aufgabe der Woche war, immer wieder bewusst nach oben zu sehen.

Wieder einmal habe ich festgestellt, dass bei mir scheinbar einiges anders ist als bei den anderen – ich sehe nämlich ganz oft nach oben. Im Gegenteil, ich schaue lieber nach oben als nach vorne. Der Blick nach vorne ist ganz oft beschränkt, wird vom nächsten Haus oder Bäumen aufgefangen. Der Blick nach oben geht in die Ferne. Die Übung mit dem leeren Raum ist mir seinerzeit ebenfalls sehr leicht gefallen, denn ich liebe es einfach wenn meine Augen ungehindert schauen können. Das gibt mir scheinbar ein Gefühl von Freiheit.

Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich so gerne in der Hängematte liege. Ganz automatisch schauen die Augen nach oben, weil man ja am Rücken liegt.

der Himmel der Toskana - Blick aus der Hängematte

der Himmel der Toskana – Blick aus der Hängematte

Vielleicht gibt es noch einen anderen Grund dafür, dass ich mehr nach oben blicke als die meisten Menschen. Ich bin sehr klein. Fast alle Menschen in meinem Umfeld sind viel größer als ich und dadurch bin ich die meiste Zeit sogar dazu gezwungen nach oben zu sehen. Vermutlich ist das für große Menschen tatsächlich anders.

#31 Gerüche bemerken

Wie der Titel schon sagt war die Aufgabe der Woche Gerüche und Düfte bewusst wahrzunehmen. Ich musste lächeln, als ich die Überschrift las.

Ich bin hochsensibel und gerade der Geruchssinn ist bei mir extrem stark ausgeprägt. Gerüche können bei mir sehr starke Empfindungen auslösen, aber auch angenehme Erinnerungen hervorrufen.

Wenn ich einen Raum betrete, nehme ich als erstes den sich verändernden Geruch wahr.

Ich kann einen Menschen riechen oder eben nicht. Der Geruch von Essen verursacht ein starkes Hungergefühl. Wenn jemand neben mir Kaugummi kaut, rieche ich die Minze.

Als meine Tochter ca. 10 Monate alt war, hatte ich eine schwere Nasennebenhöhlenentzündung. Die Erkrankung war so massiv, dass ich für ca. 6 Monate keinen Geruchssinn mehr hatte. Nicht einmal die volle Windel konnte ich riechen! Es war plötzlich eine sehr „stille“ Welt für mich. Man möchte meinen, auf den Geruchssinn könne man von allen Sinnen am leichtesten verzichten. Vielleicht wird er deshalb von manchen Menschen vernachlässigt.

Achtsamkeit im Garten

Achtsamkeit im Garten

Im Garten von dem kleinen Häuschen in der Toskana, in dem wir dieses Jahr Urlaub gemacht haben, wächst wilder Oregano zwischen dem Gras. Bei jedem Schritt hat sich ein ganz unglaublich aromatischer Geruch verbreitet. Was für ein Genuss durch so eine duftende Wiese zu gehen! So ein Duftgarten ist wirklich etwas ganz Wundervolles.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2016]

achtsam durch den Tag Jahresprojekt 2016Der Rückblick ist Teil von meinem Jahresprojekt.
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Achtsam durch den Sommer

Auch wenn ich im Sommer manchmal für eine der Achtsamkeitsübungen mehr als eine Woche benötigt habe, so war es mir doch wichtig, mein Achtsamkeitsprojekt auch in Urlaubszeiten weiter zu verfolgen.

Die Nummerierung stimmt nun natürlich überhaupt nicht mehr mit den Kalenderwochen überein, aber davon habe ich mich mittlerweile verabschiedet. Ist ja auch nicht so wichtig, wie lange es nun wirklich dauert, bis ich alle Übungen gemacht habe. Im Hinterkopf habe ich sogar, dass ich danach wieder von vorne anfange, einfach so für mich.

#22 Die Farbe Blau sehen

Das ist wohl die Übung aus dem Buch, die ich am längsten durchgeführt habe. Der Beginn fiel nämlich in die stressige Zeit im Juni hinein und nachdem ich in dieser Zeit einfach keine Geist hatte, mit den Übungen fortzufahren, habe ich die letzte Übung immer dann gemacht, wenn es mir eingefallen ist.

Man glaubt gar nicht, wie viele Dinge in unserer Umgebung blau sind. Wenn man sich auf eine Farbe konzentriert, dann sieht man plötzlich überall blau. Aber das wäre vermutlich mit jeder anderen Farbe auch so denke ich. Deshalb konnte ich aus dem Aspekt heraus nicht wirklich sehr viel mitnehmen von der Übung. Außer, dass es echt viel Spaß macht, sich auf ein Detail wie eine Farbe im Leben zu konzentrieren. Es wurde mir nie langweilig, denn immer dann, wenn ich eine kurze Pause hatte oder auf etwas gewartet habe, dann habe ich mich nach etwas Blauem umgesehen.

Blau hat gegenüber anderen Farben vielleicht jenen Vorteil, dass der Himmel blau ist und wir daher immer von blau umgeben sind. Vor allem in meinem Urlaub in der Toskana habe ich daher sehr oft an diese Übung gedacht, wenn ich in der Hängematte lag und in den tief blauen Himmel geschaut habe.

der Himmel der Toskana - Blick aus der Hängematte

der Himmel der Toskana – Blick aus der Hängematte

#23 Die Fußsohlen

Bei dieser Übung geht es darum, mehrmals am Tag seine Aufmerksamkeit auf die Fußsohlen zu lenken und sich der Empfindungen bewusst zu werden.

Gerade wenn ich viel unterwegs bin, spüre ich am Abend meine Füße sehr stark. Sie sind müde und ich möchte sie gerne ein wenig hoch legen. Ich habe auch sehr empfindsame Füße, gehe daher nicht sehr gerne barfuß, weil ich alles durchspüre.

Ein bisschen komme ich mir manchmal wie die Prinzessin auf der Erbse vor mit meinen Füßen. Selbst wenn nur ein bisschen Sand in den Schuhen ist, halte ich das gar nicht aus. Oder wenn sich in den Socken innen eine kleine Fluse gelöst hat, dann spüre ich das und es stört mich.

Barfußtage hinterlassen ihre Spuren an den Fußsohlen

Barfußtage hinterlassen ihre Spuren an den Fußsohlen

Auch bin ich sehr temperaturempfindlich bei meinen Füßen, ich mag es weder zu warm noch zu kalt. Manchmal habe ich das Gefühl, meine Füße regeln meine Körpertemperatur. Wenn sie kalt sind, dann habe ich im wärmsten Raum ein Kälteempfinden und umgekehrt, wenn es kalt ist und meine Füße warm sind, dann ist mir das sehr egal.

In der Nacht strecke ich daher auch oft meine nackten Füße aus der Bettdecke heraus, wenn mir warm wird.

Es gibt viele Redewendungen mit den Füßen wie z.B. „mit beiden Beinen im Leben stehen“. Den Boden unter den Füßen zu spüren hilft uns, dass wir uns verwurzelt und stabil fühlen.

Wenn ich sehr unruhig bin und das an mir selbst wahrnehme, dann stelle ich ganz bewusst meine Füße auf den Boden und erde mich. Das mache ich schon seit ganz vielen Jahren so und es hilft mir sehr gut ruhiger zu werden.

Eine sehr gute Übung ist auch die Gehmeditation, welche ich in meinem Yogakurs gelernt habe.

#24 Leerer Raum

Die Aufgabe der Woche war, die Aufmerksamkeit so oft wie möglich von den Objekten hin zu dem Raum um die Objekte zu lenken.

Während dieser Übung war ich gerade in der Toskana auf Urlaub. Dadurch ist mir aufgefallen, wie wichtig für mich der freie Raum ist. Ich mag es auch zu Hause nicht, wenn alles voll gestellt ist, dann fühle ich mich total eingeengt. Und in dem kleinen Haus, wo die Decke durch die Schräge teilweise auf ca. 2 m Höhe war, ist mir das noch einmal mehr aufgefallen.

Ich frage mich manchmal, wie es wohl Menschen geht, die viel größer sind als ich wie z.B. Herrn Widerstand. Er bewegt sich 30 cm über mir durch das Leben, ich würde es nicht aushalten, wenn mein Kopf ständig so nahe am Plafond ist! Aber vermutlich ist das reine Gewohnheitssache, ich bin es halt gewöhnt, dass alles sehr weit weg von mir ist und wenn das einmal anders ist, bin ich dadurch irritiert.

Im Buch ist die Rede davon, dass unser Blick vom Objekt angezogen wird und es daher sehr erholsam für die Augen sein kann, wenn wir uns auf den Raum dazwischen bzw. darüber konzentieren. Beim großen Olivengarten ist es mir aufgefallen, dass das bei mir – scheinbar ohne mich bewusst dagegen zu entscheiden – anders ist.

Ich liebe die Weite des Blicks, ich schaue zwischen den Baumreihen hindurch in die Ferne. Vermutlich bin ich deshalb so gerne in Italien, da kann mein Blick weit bis an den Horizont gehen, das liebe ich sehr. Aufgewachsen bin ich in den Alpen mit sehr begrenztem Blickfeld durch die umgebenden Berge. Immer wenn ich unterwegs bin, nehme ich diese Unterschiede sehr genau wahr. Werden manche Menschen von der Weite irritiert, so liebe ich das sehr, es ist für mich ein Stück Urlaub.

Blick durch den Olivenhain in der Toskana

Blick durch den Olivenhain in der Toskana

#25 Ein Bissen nach dem anderen

Diese Übung fand ich einfach großartig! So einfach und unglaublich effektiv. Die Aufgabe war, zwischen jedem Bissen das Besteck auf die Seite zu legen bzw. das Lebensmittel zwischen den Bissen abzulegen.

Nachdem ich mich bereits mehrfach mit dem Thema achtsames Essen (*hier* oder *hier*) auseinander gesetzt habe, war das eine sehr gute Möglichkeit, die Geschwindigkeit beim Essen zu reduzieren und die Nahrung noch bewusster wahrzunehmen.

nach jedem Bissen wird das Besteck wieder abgelegt

nach jedem Bissen wird das Besteck wieder abgelegt

Aufgefallen ist mir, dass es sehr unterschiedlich einfach oder schwierig ist, je nach der Konsistenz der Nahrung. Bei Mahlzeiten, die sehr gut gekaut werden müssen, ist es mir deutlich leichter gefallen als bei einer Suppe oder einem Brei, die ja mehr oder weniger nur geschluckt werden müssen.

Gerade dabei hat es sehr viel Aufmerksamkeit benötigt, den Löffel wieder auf die Seite zu legen.

Auf jeden Fall hat mir diese Übung so gut getan, dass ich sie auch nach dieser Woche beibehalten habe und bis heute weiterhin praktiziere.

#26 Endloses Verlangen

Mehrmals am Tag sollte man sich seines Verlangens bewusst werden. Nun das ist ein Wort, dass ich so nicht in meinem Sprachgebrauch habe, ich habe das Wort also mit dem dringenden Wunsch, dem Bedürfnis nach etwas gleich gesetzt.

Daher habe ich mich in dieser Woche immer wieder gefragt, was ich im Augenblick wirklich will. Was ist mein wirkliches Bedürfnis. Meinen Schwerpunkt habe ich darauf gelegt zu beobachten, ob es mir gelingt mein wahres Bedürfnis heraus zu finden und ob ich es auch adäquat befriedige oder ob ich Ersatzhandlungen vornehme.

Ich glaube eher nicht, dass die Übung in diese Richtung gedacht war, aber mir war genau dieser Aspekt sehr wichtig.

Wenn ich müde bin, mache ich dann eine Pause oder hole ich mir statt dessen etwas zu trinken oder ein Stück Schokolade? Möchte ich wirklich dieses Buch zu Ende lesen oder ist das bloß üblich, dass ich jedes Buch zu Ende lese? Fühlt sich dieser Spaziergang nach Pflicht an oder macht es mir Freude hinaus zu gehen? Ist es mir etwa zu heiß und will ich lieber später hinaus?

süße Verführung oder echtes Bedürfnis?

süße Verführung oder echtes Bedürfnis?

Leider habe ich die Gewohnheit, „durchzubeißen“ statt Pausen zu machen. Das schaffe ich meist dadurch, dass ich etwas mehr esse als mir gut tun würde. Darauf zu achten was ich wirklich will, hat mir geholfen hinzuschauen, was ich im Augenblick wirklich brauche statt ein Stück von was auch immer in den Mund zu schieben.

In Zukunft möchte ich unbedingt diese Frage im Kopf behalten und vor allem versuchen, das auch in den Arbeitsalltag zu integrieren, wo es mir besonders schwer fällt. In letzter Zeit gelingt mir das immer besser.

#27 Das Leiden studieren

Mit dieser Aufgabe habe ich so meine Schwierigkeiten gehabt. Vielleicht lag es auch daran, dass ich genau in dieser Woche wieder zu arbeiten begonnen haben und daher mit den Anpassungen an die Veränderungen im Alltag beschäftigt war.

Die Gedanken im Buch habe ich jedoch sehr spannend gefunden. Unterschieden wird zwischen Schmerz und Leiden. Während Schmerz die körperliche Komponente ist, versteht man unter Leiden den mentalen bzw. emotionalen Zustand.

Was mich sofort fasziniert hat war die Behauptung, dass körperlicher Schmerz nicht unbedingt mit Leiden verbunden sein muss. Denn das Leiden entsteht erst durch unsere Bewertung vom Schmerz, indem wir die Vergangenheit und die Zukunft gedanklich hinzufügen.

durch die Bewertung von Schmerz entwickelt sich das Leiden

durch die Bewertung von Schmerz entwickelt sich das Leiden

Wenn wir offen sind den körperlichen Schmerz achtsam wahrzunehmen und nicht zu interpretieren, kann es sein, dass er rasch an Intensität verliert.

Die Aufgabe war jedoch auch auf das Leiden bei anderen Menschen zu achten und das wiederum bewirkt, dass wir Mitgefühl zeigen und möglicherweise beginnen die Handlungen von anderen Menschen anders zu beurteilen und nachsichtiger zu sein.

Das ist ein Aspekt am Miteinander, der mir immer schon wichtig war. Immer dann, wenn Menschen andere verurteilen, versuche ich zu vermitteln, dass wir nicht wissen, in welcher Situation sich der andere Mensch gerade befindet. Wenn wir diesen Gedanken im Hinterkopf behalten, dann ist es vielleicht möglich weniger hart über die Handlungen von anderen Menschen zu urteilen.

Auch bei fremden Menschen hilft dieser Gedanke nachsichtig zu sein und vom egozentischen Standpunkt ein wenig abzurücken.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2016]

achtsam durch den Tag Jahresprojekt 2016Der Rückblick ist Teil von meinem Jahresprojekt.
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Achtsam durch den Tag [Woche 18-21]

Achtsam durch den Mai

Jetzt bin ich in einem Dilemma. Die Nummerierungen stimmen nicht mehr überein. Denn die Übung 17 habe ich nicht gemacht, weil ich im Urlaub mein Buch zu Hause vergessen habe. Und nun ist die Woche 18 angebrochen und ich habe daher in der Woche 18 die Übung von der Woche 17 durchgeführt.

Da kommt wieder einmal mein krummes Denken durch. Irgendwie passt alles nicht mehr zusammen. Soll ich einfach eine Übung auslassen, damit die Nummerierung wieder passt? Oder in einer Woche gleich 2 Übungen gleichzeitig durchführen? Jetzt geht sich alles nicht mehr aus und ich bin am Ende des Jahres nicht fertig.

Und darüber denke ich nun schon ewig nach und komme zu keinem sinnvollen Ergebnis. Es dürfen mich alle Mrs. Monk nennen. Manchmal stehe ich mir selbst im Weg – bitte einmal laut über mich lachen.

Aber nun starte ich endlich wirklich mit dem Rückblick bei meinem Achtsamkeitsprojekt, bevor ich mich noch länger in der völlig unnötigen Nummerierungsproblematik verliere.

#18 in neue Räume eintreten

In dieser Übung geht es darum, dass man sich jedes Übergangs zwischen den Räumen bewusst wird. Wenn man einen Raum verlässt und einen anderen betritt ist die Aufgabe inne zu halten, einen bewussten Atemzug zu nehmen und sich der Unterschiede zwischen den Räumen bewusst zu werden.

Teil der Aufgabe ist es auch, bewusst etwas hinter sich zu lassen, etwas abzuschließen in dem Bewusstsein, etwas Neues zu beginnen.

in neue Räume eintreten

in neue Räume eintreten

Das war die schwerste Aufgabe bisher. Ich gestehe es unumwunden, um diese Achtsamkeitsübung zu schaffen bräuchte ich vermutlich ein ganzes Jahr. Das ist so unglaublich schwer!

Nur ganz selten ist es mir gelungen und wenn, dann war das mitten in der Nacht, als ich im Dunkeln auf das WC getappst bin. Am Tag ist mein ganzes Denken schon so weit in die Zukunft gerichtet, dass ich völlig ferngesteuert durch die Gegend gehe.

Ich glaube, dass es durch das Öffnen der Türe schon auch noch einmal gefördert wird. Die meisten Türen öffnen vom Gang aus in den Raum hinein, mit dem Öffnen betreten wir den Raum bereits. Leichter ist es in die andere Richtung, wenn wir die Türe in den Raum hinein öffnen, in dem wir uns bereits befinden.

Die Unterschiede zwischen den Räumen nehme ich jedoch meist deutlich wahr. Besonders die Temperatur- und Geruchsunterschiede sind immer sehr präsent für mich. Dieser Teil der Übung ist mir also relativ leicht gefallen. Aber so ein bewusstes Inne halten und das Abschließen des Alten, das habe ich so gut wie nie geschafft.

In der Vertiefung zu dem Thema steht, dass diese Achtsamkeitsübung für fast alle in dem Kloster unglaublich schwierig war und dass es viele Wochen gebraucht hat, bis sie dazu fähig waren, auch nur die Hälfte der Türen bewusst wahrzunehmen. Das glaube ich sofort.

#19 auf Bäume achten

Als ich diese Aufgabe las war ich mir unsicher, was daran das Außergewöhnliche sein soll. Denn ich liebe die Natur und ganz besonders die Bäume und alle Pflanzen.

Im zarten Alter von 5 Jahren habe ich in einem Beet der Nachbarin Blumen eingesetzt, die ich auf der Wiese fand. Und im Volksschulalter bekam ich meinen eigenen Blumenkasten, den ich mit großer Liebe mit den Resten bepflanzt habe, die keiner haben wollte.

Wenn ich eine Zeit für mich haben will, dann gehe ich in den Wald und genieße die Ruhe, die er für mich verströmt.

diesen Baum habe ich in Griechenland entdeckt

diesen Baum habe ich in Griechenland entdeckt

Bäume sind sehr außergewöhnliche Wesen, sie sind unglaublich stark und widerstandsfähig. Sie wachsen auch wenn sie ganz schlechte Bedingungen vorfinden und passen sich der Umgebung an.

Ein Baum lässt sich nicht einsperren, er durchbricht den Asphalt, der ihn zu begrenzen versucht. Steine, die sich in den Weg stellen, werden in die Wurzeln integriert.

Die Wurzeln wachsen verzweigt tief in die Erde, geben Halt und sorgen gleichzeitig für die Nahrung. Auch wenn es oberflächlich betrachtet ganz trocken ist, die Bäume haben genug Wasser, da sie so tief verwurzelt sind.

Selbst wenn ein Blitz einen Baum spaltet, wächst oft ein Teil weiter. Bäume beeindrucken mich durch ihren Widerstandsgeist und sind gleichzeitig so anpassungsfähig wie kaum ein anderes Lebewesen.

beeindruckend unter welchen Umständen Bäume leben können

beeindruckend unter welchen Umständen Bäume leben können

Viele Menschen haben vergessen, wie wichtig Bäume für unser Leben sind, sie wandeln CO² in Sauerstoff um und spenden nicht nur darunter Schatten sondern kühlen insgesamt die Erdoberfläche ab.

Wenn wir mehr Bäume auf unserer Erde leben lassen würden statt sie zu vernichten, würden wir weniger Problem mit unserem Klima haben.

Am deutlichsten spüre ich das immer in Griechenland, wenn ich zwischen den Bäumen (die beiden Bilder stammen aus meinem letzten Urlaub) lebe. Selbst im heißesten Sommer geht es mir hier gut. Ich brauche keine Sonnenbrille für meine Augen und nicht einmal eine Sonnencreme, denn die Blätter der Bäume filtern das Sonnenlicht.

Wenn ich jedoch in der Stadt bin, dann reflektiert der Asphalt die Hitze und das Licht blendet mich, weil es von den Häusern zurück strahlt.

Bäume sind für mich sehr besondere Wesen, denen ich mich sehr verbunden fühle. Daher sind sie für mich immer sehr präsent, nicht nur wenn es diese Übung so will.

#20 lassen Sie die Hände ruhen

Die Hände mehrmals am Tag völlig entspannt ruhen zu lassen hat mir wieder einmal gezeigt, dass ich manches, das in den Achtsamkeitsübungen vorgeschlagen wird, immer schon so mache. Einfach weil es mir gut tut!

Wenn ich merke, dass meine Hände nicht mehr still halten, sondern sich unablässig bewegen, gegenseitig an den Fingern zupfen oder reiben, ist das ein Alarmsignal für mich, dass ich zu schnell unterwegs bin. Die hektischen Bewegungen meiner Hände machen mich gleich noch mehr nervös und ich habe schon vor langer Zeit begonnen, aktiv dagegen zu wirken.

Wenn ich meine Hände entspanne, dann entspannt sich auch der ganze restliche Körper. Diese kleine Ruhepause der Hände verstärke ich durch bewusste Atmung und schon nach wenigen Atemzügen bin ich merklich ruhiger und meine Atmung hat sich verlangsamt.

manchmal hilft es, wenn sich die Finger gegenseitig festhalten

manchmal hilft es, wenn sich die Finger gegenseitig festhalten

Aber nicht nur auf den Körper sondern auch auf den Geist überträgt sich das Gefühl der Entspannung, wenn wir unsere Hände ganz bewusst ruhen lassen. Es ist eine gute Möglichkeit, den Kreislauf der Gedanken zu durchbrechen.

In der Vertiefung der Übung wird auch auf den Body Scan als hilfreiche Übung verwiesen. Darüber bin ich seinerzeit bereits im Buch „Schlank durch Achtsamkeit“ gestolpert und habe diese Übung als sehr hilfreich empfunden.

#21 Ja sagen

In dieser Woche war die Aufgabe, zu jedem und zu allem ja zu sagen, was geschieht unabhängig von einem Impuls zu widersprechen.

Mit dieser Übung hatte ich insofern meine Probleme, weil ich von Kind an darauf trainiert wurde immer „ja“ zu sagen. Und es bis heute kaum schaffe, zu etwas „nein“ zu sagen. In den letzten Jahren habe ich mühsam in winzig kleinen Schritten damit begonnen, mir selbst auch einmal ein „nein“ zu erlauben und das fällt mir nach wie vor sehr schwer.

Sehr langsam fange ich an zu erkennen, dass ein „nein“ zu jemand anderem ein „ja“ zu mir selbst und zu meinen eigenen Bedürfnissen bedeutet.

Aus diesem Grund, aber auch weil ich einfach mit so vielen anderen Dingen beschäftigt war, habe ich diese Übung nicht wie im Buch vorgesehen ausgeführt sondern weiterhin an meinem „ja“ zu mir selbst gearbeitet.

Ich überlege gerade, ob es möglicherweise für Männer wichtiger ist, diese Übung einmal durchzuführen. Mein Eindruck ist, dass sich Männer mit „nein“ viel leichter tun als Frauen, oft sicherheitshalber einmal „nein“ sagen und erst danach überlegen. Ob das ein Geschlechtsspezifisches Phänomen ist? Vielleicht wurde diese Übung in diesem Sinn auch eher für Männer konzipiert…

"Ja" sagen zum Leben

„Ja“ sagen zum Leben


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2016]

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Achtsam durch den April

Der nächste Rückblick bei meinem Achtsamkeitsprojekt ist fällig. Der April war sehr ereignisreich, es gab nicht nur viel zu tun sondern auch viel zu verarbeiten. Eine kleine Auszeit am Ende des Monats hat mir zwar gut getan, aber danach ging es gleich wieder voll weiter.

Nicht immer hatte ich in dem Ausmaß Zeit mich mit dem Projekt intensiver zu beschäftigen. Umso mehr bin ich froh, dass ich mich entschieden habe, es öffentlich auf meinem Blog zu führen. So habe ich ein wenig Druck und das ist ganz gut so.

#14 Liebevolle Augen

Ich finde ja, dass die Übersetzung nicht so perfekt gelungen ist. Die Aufgabe in dieser Woche war, Menschen und Dinge mit liebevollen Augen zu betrachten und darauf zu achten, was das mit einem selbst macht.

Also zumindest ich würde das so nicht ausdrücken, geht es doch darum, alles, was mich umgibt, liebevoll wahrzunehmen und liebevoll zu betrachten. Als Beispiel wird gebracht, wie man seinen Partner betrachtet, wenn man gerade frisch verliebt ist.

Und genau an diesem Bild habe ich versucht mich zu orientieren und eine sehr interessante Entdeckung gemacht.

sein Umfeld mit liebevollen Augen betrachten

sein Umfeld mit liebevollen Augen betrachten

Mir hat die Übung sehr gut getan. Ich habe gemerkt, wie verkrampft ich oft bin und wie sehr das meinen Körper und auch meine Augen anstrengt. Wenn ich etwas liebevoll betrachte, dann entspannt sich mein Körper, richtet sich auf und der Mund formt ein Lächeln.

Ich habe sogar positive Rückmeldungen von meinem Umfeld bekommen, dass ich so eine positive Ausstrahlung habe. Immer wenn ich gar so verbissen und angespannt war, habe ich diese Übung wiederholt und das hat sofort eine merkliche Entspannung gebracht.

Liebevolle Augen können ein liebevolles Unviversum schaffen.
(Jan Chozen Bays)

Die Energie, die man aussendet, bekommt man auch wieder zurück. Ich hatte den Eindruck, dass ich in dieser Woche tatsächlich weniger Konflikte gehabt habe. Daher möchte ich diese Übung unbedingt weiter in meinen Alltag einbinden.

#15 Im Geheimen Gutes tun

Die Aufgabe dieser Woche war eine richtige Herausforderung für mich und ist mir ehrlich gesagt auch nicht so gut gelungen. Ich sollte jeden Tag etwas Gutes oder Nützliches für jemand anderen tun, aber das im Geheimen.

Gutes für jemanden zu tun, das fällt mir nicht schwer, das mache ich sowieso ständig, denn ich bin ein wirklich sehr hilfsbereiter Mensch. Aber im Geheimen ist schon schwierig, denn bei ganz vielen Dingen ist es sehr offensichtlich, dass ich es gemacht habe. Also nicht wirklich geheim.

Denn wenn ich Schokopudding für Herrn Widerstand koche, dann kann ich das noch so heimlich machen, während er bei der Arbeit ist und ihn damit überraschen, aber er weiß natürlich schon, dass ich das war. Zählt das dann auch?

Natürlich weiß er auch, dass ich die Wäsche abgenommen habe als sie trocken war, wer sonst könnte das gemacht haben?

es war nicht einfach im Geheimen Gutes zu tun

es war nicht einfach im Geheimen Gutes zu tun

Sehr schön war, dass ich mit meinem Sohn Rechnungswesen/Buchhaltung gelernt habe. Er hat dann auch eine gute Note auf den Test bekommen. Aber geheim geht das natürlich nicht. Du siehst, anonym Gutes zu tun ist gar nicht so einfach.

Geschafft habe ich es wie immer mit foodsharing (dafür steht symbolisch der Gemüsekorb in der Collage), da ich mehrmals in der Woche Lebensmittel zum Fairteiler bringe, die ich zuvor abgeholt habe, um sie vor dem Müll zu retten. Da weiß dann natürlich keiner, dass ich es war. Aber das mache ich eigentlich sowieso immer, also auch hier keine neuen Erkenntnisse für mich.

Dafür war ich nach längerer Zeit einmal wieder im Kostnixladen und habe ein paar Dinge hingebracht um sie zu verschenken. Auch hier eine Möglichkeit anonym Gutes zu tun für jemanden, den man noch nicht einmal kennt.

Unabhängig von geheim oder offen – jemandem etwas zu geben, mit jemandem etwas zu teilen, Zeit zu verschenken etc. all das hinterlässt ein gutes Gefühl. Es steht auch so im Gegensatz zu dieser „Geiz-ist-geil“-Mentalität, diesem immer mehr haben wollen und trotzdem ständig Defizite zu empfinden, obwohl man mehr hat, als man braucht.

Mit anderen zu teilen und etwas zu verschenkt hinterlässt ein Gefühl des Reichtums. Sich selbst als großzügig zu erleben ist ein sehr schönes Gefühl, viel schöner als geizig, neidig, gierig zu sein und alles an sich zu raffen.

Jemand anderem den Vortritt zu lassen und zu sehen, wie sich der andere freut, verschönt den Tag. Nicht immer auf das eigene Recht pochen, sondern den anderen Autofahrer rein lassen, auch wenn man eigentlich selbst Vorrang hätte. Für den Fußgänger stehen bleiben, auch wenn man schon ein bisschen spät dran ist.

Darüber habe ich vor längerer Zeit einmal schon in meinem Beitrag „Die Welt zu einem besseren Ort machen“ geschrieben. Also zumindest hier im Kleinen gibt eine Möglichkeit fast anonym etwas Gutes zu tun.

#16 Nur drei Atemzüge

Im ersten Augenblick dachte ich, dass es sich dabei doch nur um eine Wiederholung der Telefonübung handelt. Aber das stimmt so nicht, hat sich heraus gestellt. Bei dieser Übung geht es darum, immer wieder einmal das Geplappere der Gedanken zu unterbrechen und dadurch kann es gelingen, ruhiger zu werden.

Das Gefühl, dass mein Hirn unablässig neue Gedanken produziert, kenne ich nur zu gut. An manchen Tagen sind es immer wieder die selben Gedanken, sie drehen sich beinahe unverändert ständig im Kreis und kommen doch zu keinem Ergebnis.

Dann ist es eine Wohltat, sie für kurze Zeit – 3 Atemzüge lang – in ihre Schranken zu verweisen und den Lärm im Kopf abzustellen. Und genau das ist auch der langfristige Nutzen dieser Übung für mich, dass ich damit ein Instrument gewonnen habe, um den Lärm in meinem Kopf abzudrehen und dass es danach nicht genau so laut weiter geht wie zuvor.

Das hilft mir, wieder in den Körper zu kommen, mich selbst besser zu spüren und mit mir selbst in Kontakt zu bleiben.

drei Atemzüge lang

drei Atemzüge lang

Was mich am meisten erstaunt hat war, dass diese winzige Übung auch körperliche Auswirkungen hat. Die Muskeln entspannen sich und der Atem wird tiefer. Eine Minimeditation sozusagen, die den Alltag durchbricht.

Das Gute daran, ich kann mir diese Mini-Auszeit immer und überall nehmen um diese Übung durchzuführen; sogar am Arbeitsplatz, wo ein bisschen Entspannung zwischendurch wirklich gut tut.

#17 Urlaub

Als ich Ende April ein paar Tage weg gefahren bin um zu wandern, habe mein Buch zu Hause vergessen und konnte die Übung dieser Woche daher nicht durchführen.

ein paar Tage Auszeit

ein paar Tage Auszeit

Zuerst habe ich mich geärgert, aber dann habe ich mir gedacht, es wird schon seinen Grund haben und es so laufen gelassen, wie die Tage gekommen sind.

Dadurch konnte ich den langfristigen Nutzen der Achtsamkeitsübungen für mich erkennen und das motiviert mich noch mehr als bisher, damit weiter zu machen.

Im Alltag, wenn viel los ist, habe ich so lange ich mich erinnern kann, den Kontakt zu mir selbst immer sehr leicht verloren. Das geht so weit, dass ich nicht spüre ob ich Hunger habe oder ob mir kalt ist und schon gar nicht, dass ich zwischendurch eine Pause brauche.

Das alles habe ich bisher erst viel später wahrgenommen, wenn die Auswirkungen schon dramatisch waren. Ich war bereits leicht dehydriert, so hungrig, dass mein Blutzuckerspiegel im Keller war, habe so gefroren, dass ich mich kaum mehr erwärmen konnte und war so erschöpft, dass auch eine Pause keine Erholung mehr brachte.

Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass ich auch ohne bewusste Übungen zu machen, viel mehr von meinen Befindlichkeiten spüren kann. Das ist ein so großes Geschenk für mich, dass ich meine Dankbarkeit dafür gar nicht in Worte fassen kann.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2016]

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Achtsam durch den März

Aufgrund der Blogpause kommt mein Rückblick auf die letzten Wochen von meinem Achtsamkeitsprojekt etwas verspätet, dafür aber gleich mit fünf Achtsamkeitswochen.

#9 Auf Klänge lauschen

In dieser Woche ging es darum, mehrmals am Tag inne zu halten und aufmerksam zu hören. Man sollte den Geräuschen des Alltags lauschen, als ob man sie noch nie zuvor gehört hat.

Ein wenig hatte ich mich schon vor dieser Übung gefürchtet. Nachdem ich hochsensibel bin und sowieso immer wieder einmal von den Geräuschen meiner Umgebung überwältigt werden, war ich mir nicht sicher, wie ich damit umgehen soll.

Dazu kommt, dass ich fallweise einen leichten Tinnitus am linken Ohr habe und daher auch in der tiefsten Stille immer wieder einmal von einem Geräusch umgeben bin.

Ich mag es, wenn es ruhig um mich ist, im Gegensatz zu vielen Menschen höre ich keine Musik im Hintergrund, wenn ich etwas anderes mache. Multitasking fängt bei mir bereits damit an, wenn mehrere Sinne gleichzeitig beschäftigt sind.

Trotz meiner Vorbehalte habe ich mich darauf eingelassen und festgestellt, dass es mir vor allem in der Natur gut getan hat, meine Ohren zu öffnen. Das Rauschen vom Bach, das Zwitschern der Vögel, der knirschende Kies unter meinen Füßen, all das tut mir gut.

Besonders das plätschernde Geräusch von Wasser liebe ich sehr, es hat eine unglaublich beruhigende Wirkung auf mich. Am schönsten ist es natürlich direkt in der Natur neben einem Bach spazieren zu gehen.

Übrigens sind unter dem Stichwort „Naturgeräusche“ jede Menge Videos auf YT zu finden.

Sehr interessant fand ich im Kapitel „Entdeckungen“ die Aussage, dass wir mit einem unglaublich gutem Gehör geboren werden, aber sehr rasch lernen, die Wahrnehmung von vielen Geräuschen zu unterdrücken, damit wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können. Scheinbar funktioniert dieser Mechanismus bei mir nicht so gut und mein Gehirn ist dadurch immer in alarmbereitschaft.

ich höre was, was Du nicht hörst

ich höre was, was Du nicht hörst

Unsere Ohren sind auch eine Verbindung zur Außenwelt. Wenn man sich zwischen Menschen bewegt fällt auf, dass sehr viele Kopfhörer an den Ohren tragen und Musik hören. Dadurch wird die Welt plötzlich ganz eng, die Geräusche von außen werden ausgeschaltet, man unterbricht die Verbindung mit den anderen Menschen und zieht sich in seine eigene Welt zurück. Oft sieht man auch jemanden mit einem Handy und Kopfhörern telefonierend umher gehen.

Obwohl ich das nie mache ist mir durch meine erhöhte Aufmerksamkeit diesem Thema gegenüber in dieser Woche aufgefallen, wie viel man dadurch verpasst.

#10 jedes Mal, wenn das Telefon klingelt

Die Aufgabe klang sehr einfach, immer wenn das Telefon klingelt, soll man inne halten und 3 tiefe Atemzüge nehmen, bevor man das Gespräch entgegen nimmt.

Geklappt hat das bei mir gar nicht. Nicht etwa deshalb, weil ich ständig darauf vergessen habe, sondern weil ich kaum telefoniere. Mein Telefon klingelt vielleicht 1 – 2 x pro Tag und auch in der Arbeit benötige ich mittlerweile kein Telefon mehr.

Ich bin ganz zufrieden damit, dass ich so wenig telefoniere. Mein Handy ist uralt, kann gerade einmal SMS schicken und ich bin nur über die Sprache mit den anderen Menschen verbunden, kein Internet.

Vielleicht wird da am deutlichsten sichtbar, dass ich halt schon ein wenig älter bin. Als ich 13 Jahr alt war, bekamen wir unseren ersten Telefonanschluss am Festnetz. Es war nur 1/4-Anschluss für das Telefon, wir mussten ihn mit 3 anderen teilen. Und wenn von den anderen jemand telefoniert hat, waren wir weder erreichbar noch konnten selbst telefonieren.

so ungefähr hat unser Telefon ausgesehen

so ungefähr (nur in beige) hat unser Telefon ausgesehen

Das kann sich heute vermutlich niemand mehr vorstellen von der jüngeren Generation. Abgegangen ist uns nichts, selbst als wir noch kein Telefon hatten. Wenn wir doch einmal telefonieren wollten, durften wir den Apparat von unseren Nachbarn verwenden. Darüber konnten wir auch angerufen werden, wenn es sehr dringend war (wie modern „man muss nicht alles besitzen um es zu benutzen…“).

Jetzt bin ich ein wenig abgeschweift, Fakt ist, diese Woche hat gar nicht geklappt und ich habe die schöne Achtsamkeitsübung total in den Sand gesetzt. Dabei war angeraten worden, wenn man zu wenig Anrufe bekommt, eine Erinnerung zu stellen und diese Übung dann unabhängig von Telefon durchzuführen.

Ein bisschen zu viel Stress hat mich davon abgehalten, es anders zu versuchen. Die Tage waren zu kurz und unser Baby, der neue Blog einfach.nachhaltig.besser.leben, hat seinen Tribut gefordert.

#11 Liebevolle Berührung

Es geht um den achtsamen Umgang mit Dingen. Auch mit unbelebten Dingen sollen wir genau so liebevoll umgehen, als wären sie Lebewesen. Wie oft werden die Schuhe einfach in die Ecke gekickt, die gebrauchte Kleidung achtlos auf dem Boden liegen gelassen oder die Türe wütend zu geknallt?

Bei dieser Übung habe ich erkannt, dass ich seitdem ich denken kann sanft mit allen Dingen umgehe. Es liegt vermutlich daran, dass ich laute Geräusche nicht mag und daher sehr vorsichtig mit allem umgehe. So war es für mich keine große Umstellung, die es in der Woche zu bewältigen gab. Mehr ein Erkennen, dass es gut so ist, wie es ist.

Vielleicht ist es auch hilfreich das kleine Kind in sich lebendig zu halten, mit seiner Neugier auf die Dinge, dem Wunsch, diese zu erkunden, zu erfahren, zu erfühlen.

zärtlich hält das Mädchen den Teddy im Arm

zärtlich hält das Mädchen den Teddy im Arm

Für das kleine Kind ist ihr Teddybär lebendig und will umsorgt werden. Vermutlich spricht das Mädchen auch mit ihm und hat das Gefühl, einen lieben Freund zu umarmen.

Haltet mich für schrullig oder verrückt, ich rede auch manchmal mit meinen Blumen, lobe sie, wenn sie besonders schön gedeihen oder bedanke mich bei einem Ding, das mir gerade besonders gute Dienste geleistet hat.

#12 Warten

Ich hasse es zu warten. Herr Widerstand ist der Meinung, dass es nur wenige Menschen gibt, die noch ungeduldiger sind als ich. Oder vielleicht sogar niemanden.

Und dann steht da dieses böse Wort als Überschrift für die Woche 12. Warten. Eine Herausforderung für mich also. Eigentlich endlich wieder. Denn die letzten beiden Wochen habe ich im Grunde eh ziemlich runter geleert.

bitte warten...

bitte warten…

Immer, wenn man warten muss, soll man die Gelegenheit nützen, um Achtsamkeit, Meditation oder ein Gebet zu praktizieren. Man kann z.B. die Aufmerksamkeit auf die Atmung lenken. Das habe ich meist gemacht. Wenn also die Bildschirmseite sich nicht und nicht aufgebaut hat, dann habe ich mich ganz bewusst entspannt und auf meine Atmung geachtet.

Das hat mir sehr gut getan muss ich gestehen. Plötzlich zeigen sich kleine Schlupflöcher im Alltag. Es steht nicht mehr im Vordergrund, dass die Zeit vergeudet wird durch das Warten, sondern ich bekomme ein paar Momente der Ruhe geschenkt.

Auch vor dieser Woche habe ich Wartezeiten für mich genutzt, aber deutlich aktiver. Während ich darauf gewartet habe, dass der Kopierer alle Kopien anfertigt, habe ich ein paar Auflockerungsübungen für die Schultern gemacht. Meist lüfte ich mein Zimmer, während der PC hoch fährt.

Aber diese kleinen Achtsamkeitsübungen während dem Warten haben schon eine ganz andere Qualität. Die Zeit des Wartens wird nicht mit allerlei Nützlichem gefüllt, sondern wird mir höchst persönlich geschenkt.

Plötzlich zeigt sich sehr viel Freiraum für mich selbst. Dieses ständig etwas Sinnvolles tun lässt mich immer unter Strom stehen. Nur keine Minute verschwenden, die todo-Liste muss abgearbeitet werden.

Ich habe die geschenkt Zeit auch dazu genutzt, um mich einfach umzusehen, die Sonne zu betrachten und neugierig zu schauen, wie viele Blumen den Frühling verkünden.

Warten hat definitiv seinen Schrecken verloren, ganz im Gegenteil – ich freue mich auf die geschenkten Minuten seitdem ich meine Einstellung dazu verändert habe. Das Problem war scheinbar vor allem im Kopf. Seitdem ich das Warten nicht mehr als verschwendete Zeit betrachte, bin ich viel ruhiger geworden.

#13 Ein Medien-Fasten

Die gestellte Aufgabe war, eine Woche lang keine Medien zu nutzen. Gar keine nämlich. Noch nicht einmal ein Buch lesen. Keine Zeitung, keine Zeitschriften, keine Bücher, kein Fernsehen, keine Filme, kein Video, kein Radio, keine CD, kein MP3-Player und natürlich kein PC, kein Internet, keine social media und auch keine Blogs.

Medienfasten

Medienfasten

Bei der Überschrift denke ich noch, was für ein Glück, dass ich gerade Blogpause mache! Das ist ja wirklich ein toller Zufall, passt genau.

Aber als ich dann die gesamten Rahmenbedingungen gelesen habe, spüre ich einen deutlichen Widerstand. Ich will das einfach nicht. Meine Blogpause wollte ich dazu nutzen, um neue Beiträge zu schreiben und mehr Zeit zu haben, um Bücher zu lesen.

Das mit dem Blog schreiben hätte ich ja noch in die Regeln hinein bekommen finde ich. Ich konsumiere dabei keine Medien sondern gestalte aktiv. Das wäre wohl im Rahmen gewesen. Aber keine Bücher lesen?

Nein, das möchte ich nicht. Ganz einfach nein, ich mache das nicht.

Natürlich hätte ich nun die Regeln einfach ein wenig adaptieren können, schließlich ist es ja meine Selbsterfahrung und ich kann daher auch selbst bestimmen, wie das aussehen soll.

Entschieden habe ich mich letztendlich ganz anders. Die Übung wurde zurück gestellt und statt dessen habe ich mir eine Woche lang den Raum genommen, die bisherigen Übungen noch einmal zu vertiefen.

Insbesondere habe ich immer wieder kurze Pausen im Alltag eingelegt #10 und die Sache mit dem Warten #12 weiter verfolgt.

Die kleine „Auszeit“ mit den Wiederholungen der letzten Wochen hat mir sehr gut getan. Eigentlich ein sehr passender Zeitpunkt, denn es ist genau 1/4 der Zeit verstrichen und ein guter Zeitpunkt um ein wenig zurück zu blicken und ein erstes Resümee zu ziehen.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2016]

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Achtsam durch den Februar

Die letzen vier Wochen von meinem Achtsamkeitsprojekt waren sehr herausfordernd für mich. Dennoch macht es mir nach wie vor sehr viel Freude, die Übungen durchzuführen und ein wenig zu experimentieren.

Das ist es ja auch, was ich an den verschiedenen Challenges so sehr mag. Es macht den Alltag ein wenig bunter.

#5 beim Essen nur essen

Diese Übung hat es wirklich in sich, ich hätte nicht gedacht, dass mir das so schwer fallen würde. Und das, obwohl ich mich im letzten Jahr bereits mit dem achtsamen Essen beschäftigt hatte, wie in meiner Rezension zum Buch „Schlank durch Achtsamkeit“ zu lesen ist.

Gerade bei der Arbeit hatte ich mir angewöhnt, zwischendurch immer wieder einen Happen in den Mund zu stecken. Auch wenn es sich nur um gestrocknete Apfelspalten handelt und von daher vermutlich nicht viel Schaden anrichtet, so widerspricht das doch völlig dem Prinzip des achtsamen Essens.

Seit dieser Woche schalte ich den Bildschirm aus und esse ganz bewusst meine Zwischenmahlzeit am Arbeitsplatz und lasse mich von nichts anderem ablenken. Aber es fällt mir total schwer, den Fokus auch wirklich beim Essen zu lassen. Immer wieder suchen meine Augen einen anderen Ankerpunkt um mich abzulenken.

Die schlimmste Gewohnheit jedoch ist, dass ich mit dem letzten Bissen im Mund aufspringe und beginne mein Geschirr wegzuräumen statt in Ruhe und genussvoll die Mahlzeit zu beenden. Und das allerschlimmste daran ist, dass mir das schon lange bewusst war und ich es dennoch nicht geschafft habe, das abzustellen. Hallo Philipp!

Wertschätzung mit selbst gegenüber

Wertschätzung mit selbst gegenüber

Sehr schnell wurde mir klar, dass es von entscheidender Bedeutung ist, diese Übung dauerhaft weiterzuführen, was ich das restliche Monat auch so gemacht habe.

Allmählich gewöhne ich mich daran, esse langsamer und bewusster und bin nun besser in der Lage mich auf das Essen zu konzentrieren. Sogar die Sache mit dem letzten Bissen habe ich endlich in den Griff bekommen, auch wenn sich das neue Verhalten noch nicht automatisiert hat und viel Aufmerksamkeit benötigt.

Ein wichtiges Hilfsmittel für mich ist, das Essen für mich selbst liebevoll anzurichten und bereits damit meine Wertschätzung nicht nur dem Essen sondern auch dem Moment gegenüber auszudrücken.

#6 wahre Komplimente

Bei dieser Überschrift habe ich mich gefragt, was mir das bringen soll, wo ich doch immer schon nur wahre Komplimente mache. So dahin gesagte Floskeln mag ich nicht, das bin nicht ich.

In der Erklärung wurde dann schon klarer, worum es geht. Das Kompliment soll nicht irgend jemand bekommen, sondern ein Mensch, der mir besonders nahe steht.

körperliche Schönheit ist vergänglich

körperliche Schönheit ist vergänglich

Sehr schnell habe ich erkannt, welche Macht diese Übung hat. Denn wenn ich jeden Tag jemandem ein Kompliment machen möchte, dann konzentriere ich mich automatisch auf das Gute, das mir widerfährt und auch auf die vielen angenehmen Begegnungen im Alltag, die ich mit meinen Lieben habe.

Das habe ich dann auch in der Vertiefung bestätigt gefunden.

Bewusst darauf zu achten, was eine Person gut macht, und ihr echte Komplimente zu schenken, kann einer Beziehung neue Wärme, Vertrautheit und Empfänglichkeit verleihen.

Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass es vergängliche bzw. von äußeren Umständen abhängige Eigenschaften wie z.B. körperliche Schönheit gibt und andererseits Eigenschaften, die durch den Menschen selbst beeinflussbar sind.

Wahre Komplimente beziehen sich auf letzteres, nämlich darauf, wie sich der Mensch verhält.

Der Unterschied wird vielleicht mit einem Beispiel etwas klarer. Ich lobe nicht das hübsche Kleid, das mein Gegenüber trägt, sondern den guten Geschmack bei der Wahl der Kleidung.

#7 auf die Körperhaltung achten

In den letzten Jahren hat sich meine Körperhaltung so radikal verschlechtert, dass ich vor einigen Wochen ein Problem mit der linken Schulter bekommen habe. Seit einem Monat mache ich Physiotherapie und arbeite daran, meine Schultern nicht mehr so stark hoch zu ziehen.

Das ist sehr schwierig für mich, speziell wenn ich am PC arbeite, neige ich dazu eine ganz ungesunde Haltung einzunehmen.

der Einfluss des PC auf die Körperhaltung

der Einfluss des PC auf die Körperhaltung

Ein gezeichneter Witz, der durch das Internet geistert, ist gar nicht so weit her geholt. Durch die vielen sitzenden Tätigkeiten und besonders durch die Arbeit vor dem Computer verändert sich unsere Haltung. Wir werden gebeugt und da könnte man auch gleich wieder einmal zu philosophieren beginnen.

Unsere Körperhaltung spiegelt auch unser Inneres wider. Wenn wir Haltung annehmen und aufrecht stehen, dann zeigt das auch unsere Lebenseinstellung. Wir stellen uns dem Leben und nehmen die Herausforderungen an.

Sind wir gebeugt, geknickt, fühlen wir uns möglicherweise unfrei und geknechtet. Vom Leben gezeichnet.

Wie im Innen so im Außen – eine Möglichkeit, sich wieder dem Leben zuzuwenden ist, sich aufzurichten und an der Haltung zu arbeiten. Mich kriegst Du nicht klein!

#8 Dankbarkeit am Ende des Tages

Die Aufgabe ist so simpel wie auch herausfordernd. Am Abend eines jeden Tages soll man eine Liste mit mindestens 5 Dingen erstellen für die man dankbar ist.

die Dankbarkeitsliste wird täglich am Abend geführt

die Dankbarkeitsliste wird täglich am Abend geführt

Wie schon bei der Aufgabe mit den wahren Komplimenten ist es so, dass sich durch diese Übung unsere Aufmerksamkeit auf das Gute im Leben richtet.

Je nachdem mit welcher Intention wir einen Zeitraum betrachten, wird das Gute oder das Schlecht sichtbar werden. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf das richten, wofür wir dankbar sind, fühlen wir uns vom Leben reich beschenkt.

Zuerst wollte ich meine Dankbarkeitsliste tatsächlich hier anführen, aber erstens würde der Beitrag ganz schön lang mit 35 Momenten für die ich dankbar bin und dann ist es doch eine sehr persönliche Sache.

Soviel kann ich jedenfalls sagen, es ist mir nicht schwer gefallen täglich fünf Momente zu finden wofür ich dankbar bin, im Gegenteil, es waren fast immer deutlich mehr.

Fazit

Diese 4 Wochen hatten es in sich. Alle Aufgaben waren unglaublich spannend, lehrreich und herausfordernd.

Ich habe versucht die Themen weiter zu ziehen, dass sie nach einer Woche nicht einfach so abgehandelt sind, sondern mich noch weiter begleiten.

Das ist gar nicht so einfach, weil sie doch viel Raum einnehmen und ich auch offen für das neue Thema sein möchte, es soll nicht von den alten Aufgaben überschattet werden. Da die richtige Balance zu finden ist mir schwer gefallen.

Gerade wenn im Leben viel passiert, ist der Zeitraum von einer Woche fast zu kurz für mich. Daher habe ich darüber nachgedacht, ob ich nicht fallweise einer Übung mehr Zeit gebe und sie auf 2 Wochen ausdehne. Ich bin schon sehr gespannt, wohin mich das alles führen wird.

Leben ist lernen.

Soviel kann ich jetzt schon sagen, ich bin total froh dass ich dieses Projekt gestartet habe und kann mir vorstellen, zur Vertiefung noch einmal von vorne zu beginnen, wenn ich damit fertig bin.


achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2016]

achtsam durch den Tag Jahresprojekt 2016Der Rückblick ist Teil von meinem Jahresprojekt.
Nähere Informationen dazu findest Du im Beitrag „Achtsam durch den Tag [Jahresprojekt]“, in welchem auch alle Links der Linkparty gesammelt werden.

Ergänzend dazu sind alle verlinkten Beiträge auf meinem Pinterest-Board „Achtsamkeit“ zu sehen.

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Hier kommt der Rückblick, wie es mir in den ersten Wochen des Jahres mit meinem Achtsamkeitsprojekt ergangen ist.

Ich habe mich letztendlich doch entschlossen, das Jahresprojekt Achtsamkeit nicht in die Monatscollagen zu integrieren. Nachdem mir das Thema sehr wichtig ist, soll es auch einen gebührenden Platz erhalten. Ich möchte immer 4 Wochen in einem Beitrag zusammen fassen und auf diese Weise mein Achtsamkeitstagebuch führen.

#1 die nicht dominante Hand benutzen

In der ersten Woche ging es darum, jeden Tag die nicht dominante Hand für einige Alltagstätigkeiten zu verwenden wie z.B. Zähne putzen oder Trinken.

rechts oder links?

rechts oder links?

Festgestellt habe ich, dass meine linke Hand viel ungeschickter, ja teilweise geradezu unbeholfen ist und die rechte Hand das unglaublich schamlos ausnutzt; sich hervor tut, einmischt und ungefragt übernimmt.

So kann sich die linke Hand gar nicht entwickeln und das habe ich gar nicht gut gefunden. Immer wieder versuche ich das zu ändern. Stelle fest, die linke Hand ist sehr gelehrig und freut sich, wenn sie einmal mehr tun darf.

Mit der Zeit erkenne ich, dass es aber auch Tätigkeiten gibt, welche die linke Hand sehr gut kann. Ich habe das 10-Finger-System gelernt und kann mit der linken Hand genau so gut schreiben wie mit der rechten. Auch Flöte oder Gitarre spielt die linke Hand problemlos.

Manches kann die linke Hand sogar besser als die rechte wie z.B. die Haare vom Roggenmehlshampon befreien. Das kann plötzlich die rechte Hand gar nicht und stellt sich ganz ungeschickt an, da sie gewohnt ist sonst den Duschkopf zu halten.

Die linke Hand ist also nicht per se ungeschickt sondern scheinbar nur unterbeschäftigt. Das versuche ich jetzt zu ändern und es gelingt immer besser.

#2 keine Spuren hinterlassen

Die Aufgabe der Woche sieht vor, dass ich ein Zimmer auswähle und versuche, eine Woche lang in dem Raum keine Spuren zu hinterlassen, dass ich diesen Raum benutzt habe.

manchmal ist es unmöglich keine Spuren zu hinterlassen

manchmal ist es unmöglich keine Spuren zu hinterlassen

Im Buch wird vorgeschlagen, das Badezimmer oder die Küche zu wählen. Nachdem ich gerade ein paar Tage nicht zu Hause sondern in einem Appartement war, habe ich mich für das Badezimmer entschieden.

Diese Übung hat mich während der ganzen Woche ständig beschäftigt und ging eigentlich deutlich über das Badezimmer hinaus, verließ mit der Zeit das Stoffliche und ging sogar ins Philosophische über.

Nachdem ich mich selbst und mein Umfeld tagelang sehr kritisch beobachtet habe, bin ich zum Schluss gekommen, dass es unmöglich ist, keine Spuren zu hinterlassen, wenn man einen Raum bzw. die Dinge in einem Raum benutzt.

Nehmen wir eine ganz einfache Handlung im Badezimmer her. Wenn ich meine Hände wasche und sie abtrockne kann ich zwar das Handtuch ganz genau so hin hängen, wie es vorher war, aber es ist nun feucht. Und im Waschbecken sind ein paar Wasserspritzer, vielleicht sogar am Boden.

Auch das Duschen hinterlässt Spuren, selbst wenn ich die Duschwand und alles andere ebenfalls trocken wische, so hat sich doch die Luftfeuchtigkeit deutlich erhöht und der Spiegel ist beschlagen, das Duschtuch ist feucht und ein winziger Teil der Seife fehlt unwiderruflich.

So sehr ich mich auch bemühe, es ist unmöglich keine Spuren zu hinterlassen. Und im Moment dieser Erkenntnis bekommt dieses Wissen etwas sehr Tröstliches. Ich hinterlasse Spuren, also bin ich. Nicht nur im Haus sondern auch bei den Menschen in meinem Umfeld hinterlasse ich Spuren.

Wenn ich mich anderen mitteile und wir Gedanken austauschen, so hinterlasse ich Spuren so wie auch der andere bei mir Spuren hinterlässt. Wir nehmen die Gedanken des anderen mit und sie bewirken etwas in uns.

Natürlich war die Übung eigentlich in eine andere Richtung gedacht, nämlich Dinge, die zu erledigen sind, sollten sofort erledigt werden, sodass keine Unordnung entsteht und ein Aufräumen bzw. wieder sauber machen nicht nötig ist.

Trotzdem hat mich diese Woche viel mehr das Detail und der philosophische Aspekt beschäftigt. Ich finde, es gibt kein Richtig und Falsch bei Achtsamkeitsübungen, nur das, was sich zeigt.

Die Spuren der anderen

Aber auch mit den Spuren der anderen Menschen habe ich mich in der Woche beschäftigt, denn die sind manchmal nicht zu übersehen. Die Unachtsamkeit oder vielmehr die Respektlosigkeit von Menschen dem Eigentum anderer bzw. öffentlichem Eigentum gegenüber hat mich sehr betroffen gemacht.

Ein Spaziergang durch die Innenstadt von Graz hat mich verärgert. Da wird liebevoll ein Rastplatz, der sogar begrünt ist, zur Verfügung gestellt und einige wenige machen alles kaputt. Die Sitzbank ist mit Tabakresten verschmutzt, Müll und Zigarettenstummel werden in dem Pflanzentrog abgelagert, sodass sogar die Pflanzen verdrängt werden. Es ist für mich unverständlich, warum Menschen sich so wenig wertschätzend verhalten.

so etwas kann ich nicht verstehen

so etwas kann ich nicht verstehen

#3 Füllwörter

Die zweite Woche mit den Spuren hat ganz schön viel bei mir ausgelöst und wirkt noch immer nach. Ich verspüre ein dringendes Bedürfnis weiter aufzuräumen und Dinge loszulassen, die nicht mehr zu mir gehören.

Beinahe verdrängt es die Übung der dritten Woche mit der ich – zugegeben – nicht so viel anfangen kann. Vielleicht liegt es daran, dass ich durch den Blog gewohnt bin sehr bewusst zu kommunizieren. Oder daran, dass ich mehrere Jahre in der Erwachsenenbildung gearbeitet habe und dadurch versuche, die Dinge auf den Punkt zu bringen.

Oder – das meint Herr Widerstand – dass ich insgesamt nicht so viel rede.

in welcher Situation verwende ich Füllwörter?

in welcher Situation verwende ich Füllwörter?

Wie auch immer, ich lasse zu was sich zeigt, denn auch das ist für mich eine Übung der Achtsamkeit. Nicht einem starren Schema zu folgen sondern wahrzunehmen, was sichtbar wird.

Daher räume ich weiter auf und genieße es, mehr Raum zu bekommen. Dabei beobachte ich auch weiterhin meine Sprache und stelle fest, Füllwörter verwende ich hauptsächlich dann, wenn ich Zeit gewinnen will.

#4 die eigenen Hände wahrnehmen

Das braucht mir im Augenblick niemand zu sagen, denn die Kälte hat ihre Spuren hinterlassen. Jeden Winter leide ich unter extrem trockenen Händen, die so stark gerötet und rissig sind, dass die Haut an den Knöcheln immer wieder aufspringt und sogar blutet.

Meine Hände rufen sich selbst in Erinnerung, sie wollen gepflegt und behütet werden. Schön wäre es, würde meine Hände so aussehen wie diese auf dem Bild, tun sie aber nicht.

der eigenen Hand Aufmerksamkeit schenken

der eigenen Hand Aufmerksamkeit schenken

Es liegt auch nicht daran, dass wir keinen Geschirrspüler mehr haben, denn derzeit wäscht nur noch Herr Widerstand ab, damit meine Hände geschont werden.

Jeden Abend werden sie sorgsam mit Handcreme versorgt, aber auch das kann nur die Spitzen nehmen, trotzdem sind sie auch weiterhin rissig und schmerzen.

Ich erinnere mich an die Hände meiner Oma. Sie war es gewohnt ihr Leben lang zu arbeiten und hatte durch die Gartenarbeit das ganze Jahr hindurch raue und rissige Hände. Auch das Waschen der Wäsche mit der Hand hat dazu beigetragen. Heute frage ich mich, wie sie das ausgehalten hat.

Fazit

Zuerst hatte ich das Bedürfnis, so viel wie möglich aus dem Projekt herauszuholen und die Sorge, nicht alles richtig oder intensiv genug zu machen.

In der dritten Woche habe ich dann begonnen zu verstehen, endlich losgelassen und die Neugier sowie die Freude am Experimentieren in den Vordergrund gestellt.

Es gibt kein Richtig oder Falsch sondern nur das, was sich zeigt. Achtsamkeit nimmt wahr was ist und nicht, was sein soll.



achtsam durch den Tag [#Jahresprojekt 2016]

achtsam durch den Tag Jahresprojekt 2016Der Rückblick ist Teil von meinem Jahresprojekt.
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