plastic free july – Zwischenbericht #4

Die dritte Woche mit der Challenge „plastic free july“ ist vorbei und leider war es eine ganz und gar stressige Zeit.

Also nicht wegen „plastikfrei“ war es stressig, sondern mein Leben verlief einfach nicht ganz gerade. Ich war mehr oder weniger die ganze Woche ständig unterwegs und konnte mich gar nicht so sehr auf die Erweiterung meiner Plastikfreiheit einlassen, wie ich es mir eigentlich gewünscht hätte.

Nicht dass ich mit dem Ergebnis unzufrieden bin, denn es ist so gut wie gar kein Plastikmüll angefallen, aber ich wollte ja eigentlich ein paar Dinge zusätzlich machen und dazu bin ich wirklich nicht gekommen.

plastic_free_july

Rückblick auf die dritte Woche

Nachdem ich mit der Haarseife auf Dauer doch nicht so gut zurecht gekommen bin wie ursprünglich angenommen und nach einiger Zeit meine Kopfhaut zu jucken begonnen hat, habe ich mir überlegt ob es besser wäre, tatsächlich nach jeder Kopfwäsche eine Essigspülung zu machen. Im Internet habe ich immer wieder von einer „sauren Rinse“ gelesen wenn man Seife zum Waschen der Haare verwendet.

Also bin ich ins Geschäft und habe festgestellt, dass sich die Essiglandschaft ganz schön verändert hat. Billigen Essig bekommt man wirklich nur noch in Plastikflaschen.

Meine Lösung war daher, eine Flasche Essigessenz zu kaufen. Die Essigessenz ist hoch konzentriert, von daher fällt schon einmal weniger Verpackung an und sie wird in einer Glasflasche verkauft. Lediglich der Verschluss ist aus Plastik.

Essigessenz in der Glasflasche

Essigessenz in der Glasflasche

Das war dann aber auch der einzige Kompromiss, den ich in dieser Woche schließen musste.

Meine Lebensmitteleinkäufe waren alle plastikfrei. Ich habe wieder eine grüne Kiste bestellt, dazu gab es einiges an Obst und Gemüse aus dem Garten und beim Fleischer wurde alles in die mitgebrachten Dosen verpackt.

Lediglich mein Partner hat zusätzlichen Plastikmüll verursacht – eine Packung Kaffee und der Plastikdeckel einer Dose Erdnüsse gehen auf sein Konto. Aber das ist seine Entscheidung und ich nehme es daher nicht auf meine Kappe.

Die Umstellung der Umstellung

Nachdem – siehe oben – das mit der Haarseife doch nicht so optimal gelaufen ist, habe ich statt dessen in dieser Woche die Olivenölseife auch für die Haare verwendet.

Eierbecher zweckentfremdet - die perfekte Seifenschale

Eierbecher zweckentfremdet – die perfekte Seifenschale

Ich bin bis jetzt sehr zufrieden damit, meine Haare mit reiner Olivenölseife zu waschen. Getestet habe ich die Haarwäsche mit reiner Olivenölseife jeweils mit und ohne saurer Rinse. Für mich fühlen sich die Haare und die Kopfhaut angenehmer an, wenn ich nach dem Waschen zusätzlich eine Essigspülung mache.

Bei der Haarseife hat das allerdings keinen Unterschied gemacht, die Kopfhaut hat trotz der Essigspülung weiter gejuckt, sodass ich das feste Haarshampon leider nicht weiterverwenden kann.

Auf dem Foto siehst Du meine geniale Seifenschale. Es ist ein Eierbecher und das erste Mal liegt die Seife auch plastikfrei wirklich rundherum trocken. Das ist einfach perfekt und ich freue mich total über diese Lösung.

Problemfall gelöst

Im Winter habe ich festgestellt, dass es unmöglich ist Tiefkühlerbsen ohne Plastik zu kaufen. Ich habe also lange darüber nachgedacht, wie ich das Problem denn lösen könnte und bin dann irgendwann auf die perfekte Lösung gekommen.

Wir haben im Garten Erbsen angebaut, die sind jetzt gerade reif und ich habe sie ausgelöst und selbst eingefroren.

so sehen Erbsen  aus, wenn sie direkt vom Strauch kommen

so sehen Erbsen aus, wenn sie direkt vom Strauch kommen

Wie so oft hat sich wieder einmal mehr bewahrheitet, wenn man Plastik vermeiden möchte, dann muss man ganz schön viel planen.

Videotipp:

Diesmal ein Videotipp der anderen Art. Der Film wurde von bzw. für die Verpackungsindustrie gedreht.

Ein Leben ohne Verpackung – einkaufen im Supermarkt.

Wie man sieht kann man wirklich sehr einfach alles schlecht machen…



Zwischenberichte von Bloggerfreunden:

…das Leben tobte vor sich hin und oft gab es andere Dinge, die in diesem Moment wichtiger waren, als der Plastikverzicht. Wenn alles ganz ruhig vor sich hinläuft und die Routine stimmt, dann funktioniert das Leben ohne Plastik ziemlich gut, aber sobald etwas Besonderes passiert, ansteht oder angeschafft werden muss, wird es schwierig.

Abenteuer plastikfrei: plastic free july
foolfashion: p-free-j: Einkäufe III
grüne Zwerge: plastic free july III
kreativ leben: mehr als nur „ohne“ Plastik

Ich verlinke hier gerne Eure Blogbeiträge/Zwischenbereichte zum „plastic free july“, bitte meldet Euch in den Kommentaren, dann nehme Eure Beiträge in die Liste auf.


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plastic free july – Zwischenbericht #2
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Im Index Müll reduzieren findest Du eine Übersicht über alle bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.

Im Gesamtindex „Beiträge“ findest Du eine Übersicht über alle bisher veröffentlichten Beiträge.

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27 Kommentare zu “plastic free july – Zwischenbericht #4

  1. Das mit dem Shampoo hat bei mir fast 3 Jahre. Gedauert! Nichts hat funktioniert, saure Rinse, Wascherde, gefühlte. 10-20 verschiedene Seifen…. ich sah immer. Wieder aus wie monatelang nicht gewaschen! Seit Anfang diesen Jahres habe ich eine wirklich tolle Shampoobar- Bio und Plastikfrei und ich kann endlich wieder mit frisch gewaschenen Haaren auf die Straße. wenn du noch was ausprobieren möchtest… http://www.naturseifen-manufaktur.de/ kann ich nur empfehlen, die Beratung hier ist auch super! (Mein blogeintrag zur Shampooodysee ist schon in. planung:-)
    Viele Grüße und halte durch… das richtige zu finden ist. Leider oft nicht einfach!

  2. Hallo Maria.
    Tut mir leid, dass du so einen Streß hattest. Wenn irgend möglich, sollte man sich diesen vom Leib halten, es ist einfach gesünder…..ja, ich weiß, leider klappt das nicht immer!
    Deine Plastikfrei-Arbei finde ich großartig!
    Lieben Gruß
    Reni

  3. Hallo Maria,
    schade, dass Du so eine stressige Woche hattest. Ich drücke Dir die Daumen, dass die kommende Woche ruhiger wird.
    Als saure Rinse nehme ich Apfelessig, den es bei uns in Glasflaschen gibt. Das Haarewaschen mit Seife habe ich auch schon ausprobiert, die Haare fühlen sich nach dem Waschen ganz anders an. Viel fester. Mit der Kopfhaut habe ich keine Probleme.
    Maria, eine Frage hätte ich noch. Wo bewahrst Du denn Dein Mehl auf. Es ist schwierig große Glasbehälter für 1kg Mehl zu finden?

    @gruemzwerg: Dankeschön für den Link.
    Liebe Grüße Marina

  4. @Marina: Da kann ich schnell antworten, ich hab nämlich grade im Möbelschweden große Bügelgläser für Mehl für 2,50 € das Stück gekauft.

    @Maria: Eierbecher – natürlich! Endlich eine Lösung für die ewig klebenden Seifenstücke. Danke dafür!
    LG Zora

  5. Meine Friseurin hat letztens auch gemeint, meine Haare hätten eine ganz andere Struktur bekommen und seien jetzt viel fester – aber ich kann mich nicht beschweren, bei mir funktioniert das alles einwandfrei im Moment. Ich hoffe, Deine nächste Woche wird weniger anstrengend!!!

  6. Echt, bei uns gibt´s diverses Obst und Gemüse tiefgekühlt und NUR im Karton verpackt (also lose im Umkarton). Erbsen, Beeren,… Aber eigene schmecken eh viel besser. Bei uns bleiben nur keine übrig, wir naschen die immer alle sofort weg 🙂

    Liebe Grüße,

    Anne

  7. Pingback: It’s a plastic world – der Film | widerstandistzweckmaessig

  8. Heute kam schöne Post:

    Savion schickt mir auf Wunsch 2 Tester Haarseife (sogar gratis!) und wünscht mir ein schönes Wascherlebnis. Ich bin gespannt!

    Das vegane Shampoo trocknet meine Haare aus. 😦

  9. Es geht mir ähnlich; wir haben gerade einiges zu tun, weil der Sohn aus der Ferne wieder zurück kommt. Wir freuen uns natürlich sehr und helfen, wo es geht … Aber dann steht anderes immer ein wenig zurück.

    – Deine Seifenschale ist genial. Da sieht man mal wieder, es gibt für alles eine
    Lösung.
    – Hier gibt es Tiefkühlerbsen u.a in Pappe, ohne dünne Plastikbeschichtung innen.
    – Apfelessig mit Honig habe ich in der Bügelflasche – ob Honig für die Haare gut ist?
    – Vorratsgläser gibt es von Quattro Stagioni in allen Größen. Nur haben sie leider einen innen beschichteten Deckel. Da das Mehl nicht direkt damit in Berührung kommt, toleriere ich es. Da sind Bügelgläser natürlich besser.
    LG und hoffentlich weniger Stress die nächste Woche.

  10. Hallo Maria!
    Das Video der Verpackungsindustrie übers verpackungsfreie Einkaufen ist natürlich oberbescheuert.
    Interessant finde ich allerdings, dass sie so etwas überhaupt drehen. Ist das nun ein ganz normaler Werbefilm? Oder haben sie vielleicht davon gehört, dass es Leute geben soll, die ernsthaft versuchen Verpackungen zu vermeiden? Ist es also eine Reaktion der Industrie auf all unsere Bemühungen? Das wäre doch toll, wenn sie sich deshalb genötigt sehen, so einen Film zu drehen, oder?
    Inga.

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