selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Wastecookingsirup

Im Herbst gibt es Obst im Überfluss. Das merkt man auch, wenn man die Mülltonnen der Lebensmittelgeschäft betrachtet. Es ist eine unglaubliche Verschwendung, wie viele Lebensmittel da im Müll landen, die noch gut und genießbar sind.

Wie schon im Beitrag „Aktiv gegen Lebensmittelverschwendung“ geschrieben, arbeite ich bei foodsharing mit und besuche auch ab und zu die Container der Lebensmittelgeschäfte.

Was ich wirklich schlimm finde ist, dass viele in Plastik verpackte Lebensmittel in der schwarzen Tonne landen. Der Müll wird nicht korrekt getrennt und die Nahrungsmittel lande noch nicht einmal im Biomüll.

Zum Glück gibt es mittlerweile wirklich viele Menschen, die dagegen etwas unternehmen wollen und die Lebensmittel aus dem Müll retten. Über Fairteiler werden diese Lebensmittel dann mit anderen Menschen geteilt.

Zuletzt habe ich einiges an Obst gefunden und damit einen bunt gemischten Wastecooking-Sirup gemacht. Auf den Bildern ist übrigens eine Mischung aus Himbeeren, Weintrauben, Nektarine und Apfel zu sehen.

So ein gemischter Obstsirup ist auch für alle, die einen Garten besitzen oder einmal zu viel Obst eingekauft haben, eine gute Möglichkeit eine größere Menge Obst rasch haltbar zu machen.

Man kann das Obst mit einem ganz normalen Topf entsaften, ich besitze selbst keinen Entsafter. Bei kleinen Mengen geht das wirklich ganz schnell.

wastecookingsirup collage

Entsaften von Obst

2 kg Obst bunt gemischt
1 l Wasser

Das Obst wird gut gewaschen, allfällige Druckstellen und Kerne entfernt, zerkleinert und mit Hilfe von Wasser aufgekocht. Man lässt alles ca. 10 Minuten kochen, bis die Früchte sehr gut zerfallen sind. Mit dem Schneebesen kann man nachhelfen.

Danach seiht man die Flüssigkeit durch ein feines Haarsieb, um den reinen Saft zu erhalten. Wenn Du einen klaren Saft erhalten willst, darfst Du nicht drücken oder quetschen, sonst wird der Saft trüb.

Basisrezept für den Wastecooking-Sirup

1 l reiner Obstsaft (siehe oben)
1 kg Zucker
Saft von 2 Zitronen oder 10 gr Zitronensäure

Zubereitung

Der auf oben beschriebene Weise gewonnene Obstsaft wird abgemessen und in einem großen Topf mit der berechneten Menge Zucker sowie Zitronensaft bzw. Zitronensäure versetzt. Die Flüssigkeit wird unter ständigem Rühren aufgekocht und 3-5 Minuten sanft wallen gelassen.

Danach wird der noch kochend heiße Sirup mit Hilfe von einem Trichter aus Edelstahl in die sauberen Flaschen gefüllt und diese werden sofort gut verschlossen.

Haltbarkeit

Der Sirup hält im dunklen Keller trocken gelagert länger als 1 Jahr. Wir haben noch geringe Restbestände verschiedener Sirupe vom Vorjahr im Keller, die unverändert gut schmecken. Nicht vollständig gefüllte Flaschen sollten gleich aufgebraucht werden.


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Meinen heutigen Beitrag schicke ich zur Blogparade einfach.nachhaltig.besser.leben. Derzeit ist mein Blog gerade Gastgeber.

Weiters verlinkt zu Create in Austria.


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Im Index selbst.gemacht findest Du eine Übersicht über alle bisherigen DIY-Beiträge.

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36 Kommentare zu “selbst.gemacht statt selbst.gekauft – Wastecookingsirup

  1. Ich dachte ich hätte gelesen, das sie daran arbeiten, es zu verbieten, dass die Lebensmittel weg geworfen werden, sondern an Tafeln gespendet werden müssen….Ich habe mal eine kurze Zeit Regale auf gefüllt…..es wurde alles raus sortiert, das nur noch 1 Monat haltbar war – dann abgeschrieben und entsorgt….unfassbar….

    • Hallo!

      Ich hoffe sehr, dass bald ein Gesetz kommt, dass Lebensmittel nicht mehr weggeworfen werden dürfen sondern gespendet werden müssen!

      Problematisch wird es allerdings immer mit Obst und Gemüse sein, ich fürchte das wird immer im Müll landen, denn es fehlt die Zeit, auszusortieren.

      Auch bei den gekühlten Produkten ist es oft ein logistisches Problem, diese abzuholen. Viele Organisationen verfügen über keine Möglichkeit, diese beim Transport zu kühlen.

      Ich hoffe sehr, dass diese Probleme überwunden werden können!

      lg
      Maria

      • Ja….da müsste man mal kreativ werden…vielleicht vom Laden direkt einmal die Woche die Problemlebensmittel über eine Ausgabe….Es gibt doch da oben sooo viel kluge Köpfe….Aber wegwerfen ist wohl billiger?? und einfacher…

  2. Es ist wirklich immer wieder traurig, dass Lebensmittel weggeworfen werden. Woanders wird gehungert, inzwischen ja auch hier in Europa, ganz nah bei uns. Neulich im Urlaub saßen neben uns junge Amerikanerinnen. Was die sich am Buffet geholt und dann liegen gelassen haben … da hätte ich weinen können.
    Wenn jemand Sirup mag, ist das tatsächlich eine tolle Möglichkeit, Obst haltbar zu machen. Ich persönlich hätte keine Verwendung dafür und würde es auch wegen des vielen Zuckers nicht machen. (Ich esse schon genug Süßes – leider 😉 )
    Liebe Grüße, Ingrid

    • Hallo Ingrid!

      Ja genau, auch bei uns würden viele Menschen die Lebensmittel dringend benötigen, die von den Geschäften entsorgt werden.

      Deshalb ist es mir so wichtig, etwas dagegen zu tun.Mit Hilfe von den Fairteilern können diese Lebensmittel verschenkt werden, ich nutze das auch immer wieder.

      lg
      Maria

  3. Hallo Maria,

    wie immer toll geschrieben.

    Ich war jetzt 3 Tage wandern und habe am letzten Tag Hollunderbeeren gepflückt.
    Irgendwie sah das ganze viel mehr aus.
    So hatte ich NUR 150Gramm.
    Die wurden mit Trauben auf 500 Gramm aufgefüllt und zu Saft verkocht.
    Welcher letztlich zu Gelee wurde
    7 Gläser mit 200Gramm Jacobs Gelee Hollunder Traube.

    Ein wunderbares Urlaubsmitbringsel

    Am zweiten Tag gab es Zusatzverpflegung:
    Quetschen, Brombeeren und einzelne Holunderbeeren.

    Ich glaube ohne Deinen Blog hätte ich diese Idee nie gehabt, Danke Dir
    Andrea

    • Hallo Andrea!

      Vielen lieben Dank für Deine Rückmeldung! Ich mag es ja total gerne direkt in der Natur zu pflücken. Die Früchte sind oft deutlich kleiner, aber haben einen total guten Geschmack.

      Freut mich total, dass Du auch damit viel Freude hattest und ich Dich dazu inspirieren konnte!

      lg
      Maria

  4. Pingback: Monatscollage September 2015 | widerstandistzweckmaessig

  5. Kurze Frage zur Zitronensäure…

    Welche nimmst du?

    Ich habe zwei verschiedene zu Hause. Einmal die von Dr. Oetker für´s Marmelade kochen und die von Brauns Heitmann für´s Putzmittel herstellen.
    Ist ja beides Zitronensäure.

    Könnte ich die von Heitmann denn auch für´s Marmelade kochen nehmen?

    Das habe ich mich gerade gefragt als ich meinen Einkaufszettel fertig schreiben wollte. Hat ja auch einen ganz praktischen und umweltfreundlichen Hintergedanken.

    Die Portionsbeutel von Oetker sind ja immer noch extra in Folie eingepackt (pfui…sag ich da mal) und die von Heitmann hat ja erst mal einen Pappkarton und einen Papierbeutel innen drin. Außerdem ist das von der größeren Menge her viel preisgünstiger als die kleinen Portionen.

    Ich bin jetzt ein wenig unsicher ob das wirklich mit der Heitmann geht.

      • Okay. Bei smarticular meinten sie, dass das ginge, weil in beiden Packungen dasselbe wäre.
        Aber stimmt…Zitronensaft geht ja auch.

        LG von Karin

      • Hier nochmal das, was als Antwort kam…

        Maximilian Knap

        Schau mal auf die Packung, bei uns steht es drauf: „Reine, naturidentische Zitronensäure in Lebensmittelqualität“. Bedeutet, es ist dasselbe drin, wie in den kleinen (völlig überteuerten) Portionsbeuteln. Alternativ frag doch mal in der Apotheke nach, dort füllt man oft Zitronensäure und andere Substanzen grammgenau ab und man kann sich gleich dazu erkundigen.

      • Hallo Maria,

        ich habe mich zwischenzeitlich mal in einer Apotheke schlau machen lassen.

        Die Zitronensäure, die für die Putzmittelherstellung verwendet wird, sollte NICHT für das Marmelade kochen genommen werden. Dafür ist die einfach nicht rein genug.

        Aber sobald auf der Verpackung E330 steht, kann die dafür ohne Probleme genommen werden.

        Alternativ werde ich aber bald mal Zitronensaft verwenden, wenn ich Marmelade kochen möchte.

        LG von Karin

      • Hallo Maria,

        das habe ich auch. Aber weil ich die Beutelchen in Folie eingeschweißt immer so teuer finde, war dies eine Überlegung von mir. Aber das hat sich erledigt.
        Ich nehme also entweder weiter die Beutelchen oder frischen Zitronensaft.

        LG von Karin

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    • Hallo Karin!

      Auf jeden Fall! Ich habe es schon oft mit eingefrorenem Obst gemacht. Im Sommer haben wir mit dem Garten so viel zu tun, dass mir das Einkochen zu viel Arbeit ist. Deshalb frieren wir das meiste Obst ein und eingekocht wird im Winter wenn es ruhig ist.

      lg
      Maria

      • Hallo Maria,

        super.
        Ich habe im Sommer ja auch viel eingefroren und mache daraus hauptsächlich Marmeladen.

        Ich habe gleich noch eine Frage…kann man TK-Obst eigentlich noch dörren? Ich habe mal gelesen, das ginge nicht.

        LG von Karin

      • Hallo Karin!

        Ich weiß es nicht mit Bestimmtheit, kann mir aber gut vorstellen, dass das NICHT funktioniert.

        Durch das Einfrieren werden die Zellwände von Obst und Gemüse zerstört. Je nach Wassergehalt etwas mehr oder weniger. Dadurch fängt auch alles zum Rinnen an, wenn man Obst auftaut und das Gemüse wird ganz weich. Ich glaube nicht, dass man das dann dörren kann.

        lg
        Maria

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